 |
Act of War
|
|
 |
 | Info |
|---|
| Autor | | 3+ |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 2 |
 |  |  |  |
| Gesamt (39 votes) | | 2+ |
 |   | | 1.6 |
 |   | | 1.6 |
 |   | | 2 |
|
| Name: | Act of War - Direct Action |
| Genre: | Echtzeitstrategie |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2005/03 |
| Publisher: | Atari |
| Entwickler: | Eugen Systems |
| Hardware: | 1.5Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 6000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/2000, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | nein |
| Patch: | 1.06 |
| Bemerkung: | nur auf DVD |
| USK: | 16 |
|
|
Wenn man sich so die Spiele heutzutage anschaut, dominieren einige Themen immer wieder.
Sei es, dass der WW2, Vietnam oder ein anderer Kriegsschauplatz herhalten muss oder spätestens
seit dem 11. September Terroristen Hochkonjunktur in Spielen haben. So hat EA mit C&C
Generäle auch eine deutliche Wende bei der Serie vorgenommen. Vorbei war der Kampf
zwischen GDI und NOD, hier schlugen sich nun USA, China und die Globale Befreiungsarmee die
Köpfe ein. Allerdings im Einzelspielermodus nur noch in zusammenhanglosen Missionen und ohne
Videos. Das inzwischen erhältliche Act of War von Eugen Systems versucht beides zu vereinen.
Terrorismus, den Patriotismus der USA und Videosequenzen. Alles verpackt in wunderbarer Grafik.
Wie es sich im Vergleich zu den Vorbildern schlägt soll im folgenden Review geklärt werden.
Auf Grund der nicht gerade geringen Datenmenge wird das Spiel lediglich auf DVD ausgeliefert.
Knapp 6 GB an Daten werden bei der Installation auf die Festplatte geschaufelt. Vergleichbar
mit der etwas anderen Installationsroutine von C&C aus dem Jahre 1995, wird auch bei Act of
War etwas mehr geboten als nur der sich langsam der 100% Grenze nähernde Statusbalken. Als erstes
wird ein Video auf die Platte kopiert, in dessen Genuss man während der weiteren Installtions
kommt. Damit wird der Spieler schon mal recht stimmungsvoll auf das Spiel vorbereitet und kann
eine kleine Diskussionsrunde zum Spielthema genießen. Ist das Video dann vorbei, sollte auch
die Installation bei etwa 95% angekommen sein. Ebenfalls wurde nicht bei der Ausstattung gespart.
In die DVD Hülle wurde einiges an Infomaterial gepackt, dass man fast meinen könnte, sie würde
nicht mehr zugehen. Das 90 Seiten dicke Handbuch erklärt nicht nur alle Optionen und das grundlegende
Spielprinzip, auch alle Einheiten und Gebäude werden vorgestellt. Und dies nicht nur in einer
recht oberflächlichen Art und Weise, sondern sehr detailliert und so werden z. B. bei jedem
Einheitentyp gleich Infos wie "Wirksam gegen" und "Verwundbar durch" genannt. Abgerundet wird
der Packungsinhalt durch einen farbigen Techtree für alle Einheiten, Gebäude und Updates. Allerdings
lag dieser Techtree bei der hier getesteten deutschen Version nur in englischer Sprache vor.
Der Kampf ums Öl
Schauplatz: USA, Situation: Ölkriese
Inzwischen sind die Inhalte bei Spielen sehr nah an der Realität. Die zunehmende Knappheit
des Öls und steigende Preise sind nicht gerade eine glückliche Ausgangsposition für den größten
Verschwender der Welt. Während die Bürger an der Zapfsäule 150 $ und mehr bezahlen können, die
Politik und Wirtschaft lediglich diskutiert und die Schuld immer andere haben, kommt es schließlich
zum Eklat. Erst in London, doch dann auch in den USA schlagen die Terroristen zu. Es steckt
mehr hinter dem anfangs scheinbar planlosem Terroristenhaufen… Bis jedoch die Situation wieder
unter Kontrolle ist, gibt es einen ganzen Haufen Arbeit für die Task Force Talon und Sergeant
Jefferson. Wie in anderen Echtzeitstrategiespielen auch, so baut der Spieler meist eine Basis,
sammelt Rohstoffe an, woraus weitere Einheiten bezahlt werden. Einige Missionen erfordern jedoch
lediglich den Einsatz einer Einsatztruppe und hier steuert der Spieler nur einige Einheiten
über die Karte. Vor, nach und während einer Mission gibt es nicht nur eine ganze Reihe an Wendungen
und Überraschungen, sondern auch etliche Videos zu sehen, die mit richtigen Schauspielern gedreht
wurden. Die Story von Act of War stammt aus der Feder von Dale
Brown - Bestsellerautor, ehemaliger U.S. Air Force-Captain und Militärexperte.
Jefferson, übernehmen sie!
So einfach kann die Task-Force nicht an der Küste landen. Hier hat der Gegner eine ganze
Reihe an Abwehrstellungen, Gebäuden und Einheiten aufgestellt. Einige Luftangriffe sollten den
Küstenstreifen etwas säubern und die wenig später folgende Landung ermöglichen. Die ersten
Truppen sichern das Gebiet, während gleichzeitig die Baudrohnen die ersten Gebäude wie Hauptquartier,
Kaserne und ein Kontrollgebäude für Flugzeuge errichten. Da der Flugzeugträger keine weitere
Luftunterstützung mehr bieten kann, werden schleunigst erst mal einige Global Hawk Bomber in
Auftrag gegeben. Um in dieser Wüstengegend nicht nur auf Ölquellen angewiesen zu sein, wird
die Kaserne außerdem noch um ein Geheimdienstzentrum erweitert. Hier können dann bis zu 10 feindliche
Einheiten gefangen gehalten werden, was dem Spieler konstante Geldzuwächse beschert. Diese müssen
zuvor auf dem Schlachtfeld lediglich "aufgesammelt" werden, wenn sie schwer verwundet, aber
lebend nach einem Kampf verbleiben. Die neuen Bomber kümmern sich dann auch bald um den Konvoi
im nördlichen Bereich, während ein erster Stoßtrupp aus Einzelkämpfern, ausgerüstet z. B. mit
Anti-Fahrzeug-Raketen, sich um die Erkundung, Säuberung und Sicherung des Stadtteils im Osten
bemühen. Da flitzen die Einheiten schnell ins Gebäude und nehmen im Schutz der dicken Mauern
gegnerische Einheiten, aber auch Fahrzeuge, schnell auseinander und erleiden nur wenig Verluste.
Lediglich das Erstürmen gegnerisch besetzter Gebäude ist da verlustreicher. Doch schon bald
ist dieser Bereich gesichert und der Feind wird nur noch schwerlich durchkommen. Eigentlich
ist die im Nordosten befindliche Basis das nächste Hauptziel der Mission, doch wie so oft ist
diese nicht ganz so einfach zu knacken. Normalerweise sollten einige Luftschläge und danach
der Einsatz von Bodentruppen ausreichen. Dummerweise wird diese jedoch von einer ganzen Reihe
starker Luftabwehrgeschütze beschützt. Bei ausreichenden Geldquellen könnten natürlich auch
massive Luftangriffe zuerst gegen diesen Verteidigungsbereich geflogen werden oder einige weitere
Bodentruppen kümmern sich zuerst um die Geschütze. Damit schließlich die feindliche Basis leichter
zu erobern ist, wird erst noch die Energieversorgung lahmgelegt und dann ist die Mission siegreich
beendet.
Action, Action und Action
In der Einzelspielerkampagne gilt es insgesamt 14 Missionen zu beenden, will man als Sergeant
Jefferson den bösen Terroristen das Handwerk legen. Ein Tutorial gibt es nicht. Das Spiel fängt
zwar recht einfach an und der Spieler befehligt in den anfangs kurzen Missionen nur einige wenige
Einheiten, doch zumindest für Neulinge gibt es wenig Infos. Etwas Erfahrung oder ein Blick ins
Handbuch wird da bei Leuten nötig sein, die noch kein RTS am Rechner gespielt haben. Nach dem
Auftakt in London geht es kurz zur Verteidigung nach San Fransisco zurück in die USA, später
über einige Einsätze in Ägypten und Russland zum Showdown mit "Superwaffen". Bei den Missionen
haben sich die Entwickler sehr viel Mühe geben, diese abwechslungsreich zu präsentieren. Das
fängt bei der Gestaltung an. Mal kämpft man in Häuserschluchten, dann auf der Golden Gate Bridge,
in Wüstengegenden mit Ölraffinerien, heruntergekommenen Gebäuden oder in zerstörten Gebieten
/ Stadtteilen wie z. B. einer Autobahnbrücke. Genreüblich steuert der Spieler nur mal einige
wenige Einheiten über die Karte und dann sind Heilungs- bzw. Reparaturfahrzeuge doppelt wichtig.
Oder aber der Spieler bekommt von Anfang an bzw. nach der Erfüllung bestimmter Ziele (Platz
für eine eigene Basis säubern) entsprechende Baueinheiten für Gebäude und Fahrzeuge. Im Gegensatz
zu anderen Echtzeitstrategiespielen muss kein "Sammler" über die Karte laufen, um
Rohstoffe zu sammeln. In Act of War gibt es die Möglichkeit durch drei unterschiedliche Arten
an Geld zu kommen. Zum einen können Gebäude wie Banken besetzt werden. So lange der Spieler
mindestens eine Einheit im Gebäude hat, gibt es in kurzen Abständen eine kleine "Spende" aufs
Konto des Spielers. Wie auch das Bankkonto, so halten auch Ölquellen nicht ewig. Diese Ölquellen
müssen mit einem Bohrturm erschlossen werden und dazu baut man direkt daneben eine Raffinerie,
so dass der "Tanker" nur eine möglichst kurze Strecke zurücklegen muss. Die dritte und langfristig
beste Möglichkeit an Geld zu kommen stellen Gefangene dar. Mit etwas Glück bleibt nach einem
Gefecht mit dem Gegner eine oder mehrere Einheiten auf dem Schlachtfeld zurück, die nicht gestorben,
sondern lediglich schwer verwundet sind. Mit Fußtruppen kann man diese Einheiten gefangen nehmen,
was einen einmaligen Bonus von 500$ entspricht. Gut ist der Spieler beraten, möglichst bald
auch in der Basis eine Möglichkeit zu haben, Gefangene zu "lagern". Die dort eingesperrten Leute
sorgen für einen konstanten Geldnachschub, so dass Geldmangel im Spiel eine Seltenheit ist.
Somit kann der Spieler je nach Belieben die Missionen etwas ruhiger angehen. Da kann man erst
in eine ordentliche Basisverteidigung setzen, dann viele Einheiten ausbilden und den Gegner
angreifen. Auch ein Misserfolg beim Angriff bzw. einem Teilziel ist dann kein so großer Rückschlag.
Lediglich einige Ziele müssen unter Zeitdruck erledigt werden. Da hat der Spieler beispielsweise
gerade seine Basis hochgezogen und es kommt die Nachricht, dass ein Gebäude vor den Anschlägen
des Gegners in wenigen Minuten geschützt werden muss und dieser das Gebäude nicht erobern darf.
Da kommt dann kurzzeitig mal etwas Stress auf, doch sind die Zeitlimits sehr gut ausbalanciert
und alles gut schaffbar. Auf der einen Seite hat jede Mission eine Reihe an Primärzielen. Da
soll zuerst die Position gesäubert und gesichert werden, dann eine Ölquelle unter Kontrolle
gebracht, Gefangene befreit und schließlich die gegnerische Basis beseitigt und ein Gegenangriff
zurückgeschlagen werden. Mitunter gibt es auch sekundäre Ziele bzw. Hauptziele, die jedoch sowieso
quasi im "Vorbeigehen" erledigt werden (müssen). Wenn man die Basis des Gegners, die durch Luftabwehrgeschütze
gesichert ist, erobern will, dann kommt man eigentlich kaum daran vorbei, diese zuerst auszuschalten.
Dadurch, dass die Missionen somit in lauter kleine Auftragshäppchen unterteilt werden, wird
der Spieler in den Missionen recht stark an die Hand genommen. Bei Act of War weiß man immer
ganz genau, was man wo als nächstes zu tun hat. Neben den überwiegenden Eroberungszielen sind
die Verteidigungsaufgaben eine sehr abwechslungsreiche und fordernde Angelegenheit, wenn man
beispielsweise drei Zugänge zur Basis sichern muss oder aber der Gegner mal mit Fußtruppen aus
unterschiedlichen Richtungen kommt.
Der Schwierigkeitsgrad lässt sich in drei Stufen regulieren, wobei in der Singleplayer Kampagne
der Schwierigkeitsgrad sehr human und einsteigerfreundlich ausgefallen ist. Der Computer agiert
wenig bis gar nicht selbstständig und schickt nur ab und zu seine Truppen los und diese agieren
nicht sonderlich schlau was z. B. Lücken in der Verteidigung angeht. Zum Ende hin werden die
Missionen länger und fordernder und man kann etwa 10 bis 15 Stunden für die Kampagne rechnen.
Das ist nicht sehr viel für ein RTS Game, doch in diesen Stunden wird man sehr gut unterhalten.
Action und Spielspaß stehen im Vordergrund. Hat man die Einzelspielerkampagne gemeistert, so
kann man sich die Zeit entweder noch im Soforteinsatz gegen die CPU oder aber im Mehrspielermodus
gegen andere menschliche Spieler vertreiben. Hier zeigt sich dann auch, dass die im Singleplay
einwandfrei funktionierende Taktik mit z. B. vielen Shield-Einheiten nichts bringt. Da muss
man schon etwas taktischer vorgehen und auch die CPU geht hier deutlich aggressiver vor. Leider
gibt es im Mehrspielermodus überhaupt keine Optionen und bis auf Teams und Karte kann nichts
weiter eingestellt werden - zudem ist für den Onlinemodus eine Registrierung notwendig.
Spielparteien und Einheiten
Insgesamt gibt es drei Parteien, wovon der Spieler zwei in der Einzelspielerkampagne steuern
kann. Zum einen wäre da die US Armee. Hier wird - wie schon in C&C Generäle - auf High
Tech Waffen und Gebäude gesetzt. Daher sind auch meist eine ganze Reihe an Generatoren notwendig,
damit die Gebäude und Verteidigungstürme mit Strom versorgt werden können. Nach und nach kann
der Status von "Defcon 3" bis auf "Defcon 1" (Kosten jeweils 5000 $) gesenkt werden. Hierdurch
werden neue Technologien freigeschaltet. Ein Raketensilo kann also nicht gleich am Anfang gebaut
werden und auch Tarnkappenbomber gibt es erst später. Hubschrauber, Bomber, Marines, Panzer
in den unterschiedlichen Varianten werden hier ins Feld geschickt. Die Task-Force Talon ist
dagegen eine Art mobile Variante der US Marines. Die Gebäude brauchen keinen Strom, können dafür
jedoch auch nur in der Nähe des Hauptquartiers bzw. eines Außenpostens gebaut werden. Die gepanzerten
Stryker können wahlweise als Truppentransporter oder mit zwei unterschiedlichen Waffen bestückt
werden. Anpassungsfähigkeit ist die große Stärke dieser Partei. Hier kann sogar der Abwehrschild
gegen Superwaffen mobil umherfahren oder die Shield-Einheiten wechseln vom Raketenwerfer zum
MG. Als dritte Partei gibt es das Konsortium. Dies orientiert sich an den GBA von "Generäle".
Die Terroristen bauen die Basis vom Helikopter aus und deren Gebäude sind nicht gerade die modernsten,
dafür jedoch die Einheiten. Die Helis sind flink unterwegs und anfangs vor den anderen Parteien
aufgrund noch nicht entwickelter Boden-Lufteinheiten sicher. Das Konsortium kann sogar auf Tarnpanzer
zurückgreifen und die Möglichkeit Einheiten von A nach B mittels der Schläferzelle zu bringen.
Das Konsortium hat nur zwei Ausbaustufen und im "aufgedeckten" Zustand gibt es stärkere Einheiten
und Technologien, dafür wird jedoch auch deutlich mehr Geld benötigt. Aller drei Parteien haben
auch eine Reihe unterschiedlicher Technologien, die nach der Erforschung Einheiten schlagkräftiger
oder resistenter machen.
Handhabung des Spiels
Die Steuerung von Act of War geht überwiegend einfach und nach dem Genrestandard von der
Hand. Man muss sich lediglich daran gewöhnen, dass Einheiten nicht einfach mit einem Linksklick
abgewählt werden können. Die Menüleiste ist zwar etwas groß, doch ansonsten gibt es nichts zu
bemängeln. Hilfreiche Popups informieren über Kosten und Infos über Einheiten und Gebäude, die
Ziele sind gut beschrieben, auch die Map ist sehr gut sichtbar und es gibt ständig irgendwelche
kleinen Videoeinblendungen oder Zwischensequenzen, welche Story oder Missionsziele vorantreiben.
Vom Hauptmenü aus kann man auch jederzeit in die einzelnen Missionen springen und es gibt neben
der manuellen Speichermöglichkeit ein Autosave in den Missionen. Lediglich der Mehrspielermodus
gibt sich sehr optionsarm. Wenngleich die Wegfindung wenig Anlass zur Kritik bietet, außer man
schickt den Trupp von einem Kartenende zum anderen, so ist die KI doch etwas ärgerlicher. Da
wird der Kollege angegriffen und wenige Pixel weiter machen die andern Einheiten nichts. Gerade
bei einem Spiel wie Act of War, das sich eher an Einsteiger und Gelegenheitsspieler wendet,
ist dies nicht akzeptabel. Auch der Aktionsradius bzw. ein automatisches Handeln der Reparaturfahrzeuge
ist nur in sehr begrenztem Umkreis möglich. Ebenfalls unschön, wenn die Reparaturfahrzeuge im
Konvoi mitfahren, meist sogar noch vorpreschen und dann im Kampf zur leichten Beute werden.
Sie ziehen sich nicht zurück, bleiben im Feuer stehen und wenn man einer Gruppe mit Reparaturfahrzeug
einen Angriffsbefehl gegeben hat, fahren die Reparatureinheiten bis zum Gegner hin und "warten"
dort.
Grafik & Sound
Grafisch setzt "Act of War: Direct Action" die Meßlatte ein Stück weiter nach oben.
Die Missionen sind sehr stimmig und detailverliebt. Egal ob man in London, an der Golden Gate
Bridge oder vor dem Capitol kämpft, die Schauplätze machen einen wunderbaren und realistischen
Eindruck. Da fahren die Panzer durch Blumenbeete, Laternenmasten knicken um und die Gebäude
nehmen sichtbaren Schaden im Kampf. Auch die Einheiten sind recht detailliert gestaltet. Doch
als wenn dies alles nicht genug wäre, so kracht und rumst es im Spiel an allen Ecken und Enden.
Explosionen scheint es in der Engine im Dutzend billiger zu geben, so viel explodiert da. So
steigt z. B. auch dichter Qualm aus zerstörten Gebäuden auf und behindert mitunter die Sicht.
Doch diese Grafik hat auch einen Preis. Stellenweise ging die Performance deutlich in den Keller,
was jedoch mitunter gar nicht so sehr zu bemerken war, wenn man nicht gerade einen Framecounter
angeschaltet hätte. Insbesondere am Anfang einer Mission bzw. nach dem Laden, muss man mit kurzen
Rucklern/Nachladesekunden rechnen, wenn ein neuer Mapbereich das erste Mal angezeigt wird. Die
Videos sind auch von recht guter Qualität, wären im Vollbild allerdings noch schöner gewesen.
Der Soundtrack bleibt überwiegend im Hintergrund, doch es tobt meist sowieso der Kampfeslärm,
wenn Panzer aufeinandertreffen und Häuserschluchten verwüstet werden. Dazu gibt es durchweg
gelungene Sprecher, die ihre Sache in Videos und zahlreichen Audiosamples sehr ordentlich machen.
Meinung
"Act of War: Direct Action" versetzt einen zurück in die Zeit, als Command & Conquer
noch das war, wie man es aus den Anfängen kannte. Action- und abwechslungsreiche Missionen
gespickt mit Videosequenzen und Atmosphäre. Also all das, was ich zumindest bei "C&C
Generäle" schmerzlich vermisst habe. Die Missionen sind auf der einen Seite abwechslungsreich
und schön gestaltet und werden dank der Videos wunderbar präsentiert, andererseits ist der Widerspielbarkeitswert
aufgrund der Linearität gering. Ob man sich mit der Thematik USA vs. Terroristen anfreunden
kann oder will, muss jeder selber entscheiden. Die Grafik ist über jeden Zweifel erhaben, wenn
man die nötige Hardware hat und auch die Bedienung geht überwiegend problemlos von der Hand.
Lediglich einige Kleinigkeiten trüben den Spielspaß, was insbesondere an der KI der eigenen
Leute liegt. Klar kann man Kampf- und Reparatureinheiten in zwei Gruppen packen, doch bequemer
und im Jahr 2005 angemessener wäre hier eine clevere KI. Gerade weil sich das Spiel an Einsteiger
richtet, sollten solche Probleme nicht vorhanden sein. Die drei Parteien unterscheiden sich
so, dass es im Multiplay Modus Spaß machen könnte, nur leider gibt es für meinen Geschmack zu
wenig Karten und insbesondere Optionen. Wer einfach mal wieder ein bombastisches RTS Game spielen
will und nicht gerade ein sehr tiefgründiges und taktisches Games erwartet, sondern eher Action
und Spielspaß im Einzelspielermodus, wird von "Act of War" nicht enttäuscht.
Geschrieben am 02.05.2005, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
|