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Adrenalin
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 | Info |
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| Autor | | 4+ |
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 |   | | 1.5 |
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| Gesamt (3 votes) | | 3 |
 |   | | 1.3 |
 |   | | 1.6 |
 |   | | 2 |
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| Name: | Adrenalin - Extreme Show |
| Genre: | Racing |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2006/08 |
| Publisher: | Frogster Interactive |
| Entwickler: | Gaijin Entertainment |
| Hardware: | 1.8Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 3200 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| Multiplay: | Lan |
| Sprache: | Deutsch |
| USK: | 6 |
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Sex sells. Was liegt da also näher als ein Rennspiel, das in Konkurrenz mit Need for Speed
tritt, mit ein wenig Sexappeal aufzupeppen? Adrenalin: Extreme Show versucht schon mit dem Cover
geneigte Käufer zu finden. Heiße Frauen und schnelle Wagen, wer kann da schon wiederstehen?
Wie viel Sex und wie viel Spiel in "Adrenalin" stecken und wie sich das Spiel gegenüber der
Konkurrenz schlägt, soll das Review klären.
Ein wenig kurios ist es schon, wenn auf der rechten Seite des Covers der DVD Box Kelly Trump
- inklusive Gewinnspiel - abgebildet ist, in der Mitte neben einem Wagen die Rückenpartie einer
Frau zu sehen ist und ganz links ein USK 6 Sticker klebt. Vielleicht wäre sinnvoller gewesen,
weniger Werbung für Kelly, das Gewinnspiel und ihr Buch zu machen und als Ausgleich dazu wenigstens
ein etwas dickeres Handbuch in die Box zu packen. Ganze sieben der 15 Seiten beziehen sich auf
das Spiel, der Rest ist Werbung. Aber man(n) will ja nicht kleinlich sein, immerhin sind auf
der Coverrückseite auch einige ansprechende Rennspielbilder zu sehen. Zuvor müssen lediglich
3,2 GB von den beiden CDs auf die Festplatte installiert werden, bevor es ab geht …
Die Überraschung
Im eigentlichen Spiel wird dann jedoch recht schnell klar, wieso nur ein USK 6 Sticker auf
der Packung klebt. Hier zeigt Adrenalin schließlich, dass der Fokus doch eindeutig beim Rennspielaspekt
liegt. Allerdings kommt Fahrzeugtuning und ein wenig Management auch nicht zu kurz. Lediglich
der Hintergrund des Spiels hat leicht erotische Züge. Der Spieler wählt anfangs eine aus zwölf
möglichen Fahrerinnen aus. Alle zwölf Damen treten in der Adrenalin-Show gegeneinander
an. Jeweils nach einem Monat fällt die Schlechteste aus dem Rennen, bis schließlich nur noch
die Siegerin überbleibt. Bis zum Finale ist es jedoch ein weiter Weg. Zahlreiche Rennen stehen
auf dem Programm, Fans wollen gewonnen werden und außerdem muss die Kasse stimmen.
Verträge, Rennen und Tunen
Wurde schließlich der erste Sponsorvertrag unterschrieben, beginnt das eigentliche Spiel.
Das Startkapital wird in den ersten Wagen investiert und es wird noch die eine oder andere Verbesserung
vorgenommen. Ähnlich wie in Need for Speed kann der Spieler das Fahrzeug in den unterschiedlichsten
Kategorien aufrüsten und verbessern. Vom Motor über Getriebe, Auspuff bis zu den Reifen gibt
es unterschiedliche Möglichkeiten, das hart erarbeitete Geld auszugeben. Durch diese Änderungen
am Fahrzeug kann der Spieler die Eigenschaften wie Geschwindigkeit, Beschleunigung und Masse
beeinflussen. Wer es optisch anspruchsvoller mag, kann den Wagen auch mit unterschiedlichen
Aufklebern verschönern. Das Fahrzeug kann aber auch komplett umgespritzt werden, wobei einige
Rennen allerdings einen dunkelgrauen oder schwarzen Wagen erfordern. Neben Updates und Designänderungen
kann der Spieler zusätzlich sogenannte "Adrenalin-Geräte" ins Fahrzeug einbauen. Das nötige
Kleingeld für solche Zusätze natürlich vorausgesetzt. Insgesamt können maximal neun Geräte
erworben werden. Die Auswahl reicht vom Beschleuniger, der eine deutlich stärkere Variante des
Nitro-Boosters darstellt, über Schockwellen bis hin zu Reparaturmöglichkeiten des Fahrzeugs.
Im Rennen kann der Spieler die Adrenalin-Geräte durch eine Tastenkombination, wie beispielsweise
3 x die Adrenalin-Taste drücken und dann gedrückt halten bis der Reparaturvorgang abgeschlossen
ist, aktivieren. Bevor sich der Spieler ins jeweilige Rennen stürzt, gilt es über eventuelle
zusätzliche Sponsorverträge nachzudenken, die zusätzliches Geld in die Kasse spülen, vorausgesetzt
der Spieler erfüllt die jeweilige Bedingung des Sponsors. Bei der Auswahl fürs nächste Rennen
gibt es eine sehr breite Palette an Möglichkeiten, Angeboten und unterschiedlich großen Gewinnsummen.
Dabei muss auch nicht jedes Rennen gewonnen werden. Steht anfangs lediglich das Streckenrennen
gegen mehrere Konkurrenten und über mehrere Runden zur Auswahl, so wird die Palette an Möglichkeiten
recht schnell umfangreicher und es gilt nicht nur ein Rennen zu gewinnen, sondern ganze Rennserien
warten auf einen Gesamtsieger. Es gibt Austragungen im KO-Stil, wobei jeweils der langsamste
Fahrer einer Runde ausscheidet oder die Fahrer versuchen sich gegenseitig in einem Destruction-Modus
(Duell genannt) zu verschrotten. Im Gegensatz zu Klassikern wie Destruction Derby scheidet ein
Fahrer allerdings nicht aus, wenn das eigene Fahrzeug hinüber ist, sondern respawnt einfach
wieder neu. Sehr stimmig präsentieren sich die Geschwindigkeitsrennen, in denen es gilt, eine
geforderte Mindestgeschwindigkeit innerhalb kurzer Zeit zu erreichen und zu halten. Die Anforderungen
erhöhen sich dabei kontinuierlich und zu langsame Fahrer scheiden aus. Im Sprungrennen werden,
wie der Name schon sagt, die Sprünge gezählt/bewertet und im Trickrennen gilt es möglichst viele
Punkte durch Tricks zu bekommen. Hierbei gibt es Punkte, die vergleichbar mit den Kudos in Project
Gotham Racing sind. Je nach Aktion des Spielers (Überholung eines Gegners, sauberer Abschnitt,
Drift, etc.) gibt es einige Punkte. Die Punkte verteilen sich dabei in Adrenalin in drei Kategorien:
Sportlichkeit, Aggressivität und Extreme. Sportliche Fahrer fahren fehlerfrei, Aggressive Personen
rammen auch mal einen Gegner und besonders gelungene Stunts, Dreher und Sprünge werden mit Extreme-Punkten
belohnt. Je nach Kategorie sammelt der Spieler durch die Punkte in den Kategorien immer mehr
"Fans". Außerdem gibt es noch das Sportrennen. Hier darf kein Fahrer Nitros oder Adrenalin-Geräte
benutzen und muss ganz ohne diese Hilfsmittel als erster das Ziel erreichen. Auf Insgesamt 16
Strecken und zu unterschiedlichen Tageszeiten kann sich der Spieler austoben. Einige Strecken
sind eher simpel gehalten und bieten Hochgeschwindigkeitskurse, wie beispielsweise auf einer
Formel 1 Strecke, aber auch Fahrten durch Stadtabschnitte, durchs Gebirge, Hafenanlagen, Wüstengegenden,
Baustellen und Kanalröhren stehen auf dem Programm. Mitunter werden zwar unterschiedliche
Strecken präsentiert, allerdings wird dabei zum Teil auf bekannte Abschnitte anderer Strecken
zurückgegriffen, so dass die Strecke nicht völlig neu ist. Dank Nitro und Adrenalin-Geräte erreichen
die Fahrzeuge extrem hohe Geschwindigkeiten, wobei so manche Strecke dafür allerdings nicht
ausgelegt ist. Teilweise bestimmen sehr scharfe und mitunter enge Passagen das Streckenbild
und einige fiese Sprungpassagen bieten zwar eine mögliche Abkürzung, können das Fahrzeug aber
auch zum Zurücksetzen zwingen. Durchwachsen präsentiert sich die KI der gegnerischen Fahrer.
Wie in Most Wanted, so präsentiert sich auch hier eine Art Gummiband-KI. Der Spieler kommt meist
nicht sonderlich weit weg, hat aber im Gegenzug nach einem Fehler immer die Möglichkeit wieder
an die Kontrahenten ranzukommen. Das Resultat ist dann oft, dass ein kleiner Fehler vor dem
Ende bedeutet, dass fast alle Gegner an einem vorbeiziehen. Im Duell-Modus haben die KI Kollegen
auf den freieren Arealen, wie beispielsweise dem Flughafen, erhebliche Wegfindungsprobleme und
bleiben an etlichen Ecken und Objekten hängen.
Wer nicht gern allein spielt, kann sich auch in den LAN-Modus stürzen. Hier stehen dem Fahrer
alle Strecken und Spieltypen offen. Allerdings werden die Rennen lediglich im LAN ausgetragen.
Eine Möglichkeit übers Internet gegen andere Kontrahenten anzutreten gibt es nicht. Wissenswert
ist dabei, dass der Host neben dem Spiel den Server manuell aus dem Spielverzeichnis heraus
starten muss (Für ein LAN-Game!). Ansonsten passiert beim Klick auf die Schaltfläche "Multiplayer"
im Spiel nichts.
Der Knackpunkt - Steuerung und Fahrverhalten
Bis hierhin wäre Adrenalin ja ein noch recht nettes Rennspiel gewesen, dem die Käufer durch
den Midprice kleine Mankos schnell verziehen hätten. Doch leider sorgen sowohl Steuerung als
auch Fahrverhalten dafür, dass sich Adrenalin quasi selbst aus dem Rennen wirft. Wie eine so
schwammige und ungenaue Steuerung in die finalen Version kommt, ist das große Geheimnis der
Betatester bzw. Qualitätsprüfung. Die Fahrzeuge sind federleicht, vollführen abenteuerliche
Überschläge und bleiben auch noch an jeder Kleinigkeit hängen. Das Spiel bietet zwar Tastatur-,
als auch eine Gamepad/Lenkrad-Steuerung, allerdings liefert keine davon wirklich befriedigende
Ergebnisse. Mit der Tastatur wird es kaum jenand länger als eine Runde aushalten, so ungenau
ist die Steuerung und so sehr geht die Handhabung auf die Finger. Mit dem Gamepad geht es dann
schon etwas besser, allerdings muss dieses auch erst einmal zur Zusammenarbeit mit dem Spiel
überredet werden. Gamepad Nr. 1 (Xbox 360 Pad) wurde zwar erkannt, allerdings ließen sich die
Achsen nicht konfigurieren. Nr. 2, das Logitech Rumble Pad, wurde zwar einwandfrei erkannt,
allerdings war das Spiel auch damit unspielbar, da der linke Stick einen konstanten Linksdrift
beibehielt. Im Spiel gab es keine Möglichkeit, das Gamepad zu kalibrieren und unter Windows
funktionierte der Stick tadellos. Mit der Kombination aus Logitech Gamepad, Profilsoftware und
Tastaturkommandos, die auf die Gamepadtasten gelegt wurden, lies sich Adrenalin letztendlich
einigermaßen spielen. Damit konnten auch die Adrenalin-Geräte ein wenig vereinfacht werden,
indem die entsprechenden Kombos auf eine einzige Taste gelegt wurde. Allein aufgrund der Fahrzeuggeschwindigkeit
ist es teilweise unmöglich, auf der Strecke zu bleiben. Hierbei auch noch Tastenkombination
zu tätigen, ist noch eine Ecke schwerer. Laufend kracht das Fahrzeug in eine Ecke, wird von
den Gegnern zur Seite geschupst oder bleibt an Kleinigkeiten hängen. Diese bewirken dann auch,
dass das Fahrzeug spektakuläre Überschläge, Dreher und anderen abgefahrene Bewegungen vollführt.
Auf dem Schirm mag dies nett aussehen, aber gut spielbar ist etwas anderes.
Präsentation
Grafisch kann das Spiel nicht mit aktuellen Titeln mithalten und wirkt an manchen Stellen
sehr detailarm. Dennoch wird insgesamt ein einigermaßen stimmiges Gesamtbild geboten und die
15 Rennstrecken sind recht abwechslungsreich gestaltet. Gut kommt das Geschwindigkeitsgefühl
rüber, wenn der Wagen mit 170 und mehr über die Piste rast. Allerdings trifft dies primär nur
zu, wenn der Booster oder der Nitro-Schub aktiviert wird. Ohne verliert das Spiel zumindest
optisch an Fahrt und wirkt nicht sonderlich beeindruckend. Es ist gar nicht mal so schlimm,
dass die Entwickler nicht auf lizenzierte Fahrzeuge gesetzt haben, ein rudimentäres Schadensmodell
wäre jedoch wünschenswert. Es fliegen zwar Funken und der Wagen wird kurzzeitig bei
der Explosion von einer dunklen Textur überzogen, doch ansonsten kündigt lediglich ein wenig
Qualm an, dass die Karre bald in die Luft fliegt. Soundtechnisch ist Adrenalin im soliden Mittelfeld
anzusiedeln, wobei insbesondere die zahlreichen Musiktracks für Abwechslung beim Fahren sorgen.
Umgebungsgeräusche und Motorensound wirken dagegen ein wenig schwach auf der Brust.
Meinung
Der erste Eindruck bei Ansicht des Covers und der Spielaufmachung war nicht sonderlich positiv.
Doch im Spiel zeigt Adrenalin dann, dass hinter der scheinbar oberflächlichen Aufmachung ein
zumindest solides Rennspielgrundgerüst steckt. Der Managementpart ist ok, Tuning und Fahrzeugverbesserungen
vorhanden und die Auswahl an Rennen recht groß. Es wird zwar kein Need for Speed Underground
erreicht und die grafische Präsentation könnte besser sein, doch Spielspaßpotential ist definitiv
vorhanden. Leider hat dies jedoch kaum Gelegenheit ans Tageslicht zu treten. Die wirklich extrem
katastrophale, ungenaue und schwammige Steuerung schaffte es - in Kombination mit dem Fahrmodel
- den Spaß in kürzester Zeit zu vermiesen. Gummiband-KI und feinfühlige Kollisionszonen sorgen
abschließend dafür, dass es für eine bessere Endbewertung nicht reicht. Mit einem Patch, der
Steuerung und Fahrverhalten verbessert, könnte eine deutlich Aufwertung erfolgen. Bislang wurde
jedoch zu viel Geld ins Marketing und zu wenig ins Spielefinetuning gesteckt. Als Budget-Titel
ist Need for Speed Underground, das bereits für etwa 10€ zu haben ist, die bessere Wahl.
Geschrieben am 15.09.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
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