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Age of Empires (DS)
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| Name: | Age of Empires: The Age of Kings (DS) |
| Genre: | Runden-Strategie |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2006/12 |
| Publisher: | Majesco |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | Nintendo DS |
| System: | Nintendo DS |
| Multiplay: | Lan |
| Sprache: | Deutsch |
| Serie: | ja |
| Bemerkung: | Mehrspielermodus ohne Gamesharing |
| USK: | 6 |
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 | | Herstellerscreens |
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| Age of Empires: The Age of Kings (DS) (review von nali_warcow) |
Jeder PC Spieler sollte die Echtzeitstrategieserie aus dem Hause Ensemble Studios zumindest
vom Namen her kennen. Die höchst erfolgreichen Titel der "Age of Empires" Reihen haben
sowohl PC als auch Mac-Zockern viele spannende und spaßige Stunden vor dem Monitor beschert.
Während Ensemble selbst daran arbeitet, ein Strategiespiel auf die Konsole von Microsoft zu
bringen, haben sich die Entwickler von Majesco daran gemacht, das inzwischen knapp sieben Jahre
alte "Age of Empires 2: The Age of Kings" für das Nintendo DS umzusetzen. Mit der neuen
Plattform hat das Spiel jedoch auch das Genre gewechselt, so dass die Hetze der Echtzeitplanung
weggefallen ist und der Spieler am Handheld seine Züge und Aktionen dank Rundenmodus in aller
Ruhe planen kann. Warum diese Umsetzung eine mehr als eine lohnenswerte Anschaffung ist und
jedem DS-Spieler nur wärmstens an Herz gelegt werden kann, soll das Review klären.
In der typischen DS-Verpackung erwartet den Spieler ein knapp 50 Seiten umfassendes farbiges
Handbuch. Hierin werden die Grundlagen des Spiels erklärt, die Völker vorgestellt und Menüoptionen
durchgekaut. Durchaus wünschenswert wäre ein Techtree, eine Einheitenübersicht und eine Stärken-Schwächen-Tabelle
der Einheiten gewesen, damit sich auch Spieler, die Age of Kings nicht auf dem PC gespielt haben,
besser zurechtfinden und schneller einarbeiten können.
Trocken wie eh und je
Bei der Präsentation der Missionen und der jeweils zugrunde liegenden Hintergrundgeschichte
einer Kampagne orientiert sich der DS Ableger stark am PC Vorbild. Vor und nach den Missionen
gibt es ein kurzes Briefing in Textform, worin die historischen Ereignisse zusammengefasst sind.
Auf dem Schlachtfeld gibt es ab und zu noch zusätzliche, kurze Texteinweisungen bzw. Dialoge,
wenn der Spieler bestimmte Ziele erfüllt. Eine richtige Geschichte wird nicht erzählt, vielmehr
werden einzelne, interessante Punkte der unterschiedlichen Persönlichkeiten, wie beispielsweise
Saladin, näher beleuchtet. Für den einen oder anderen mag diese Art der Präsentation daher ein
wenig trocken erscheinen.
Konzentrierter Angriff
Es sieht nicht gut aus für Johanna, die die französischen Truppen zum Sieg verhelfen soll.
Eingekesselt zwischen mehreren englischen Burgen und nur mit wenigen Truppen und einem kleinen
Lager wird es schwer werden, die Eindringlinge aus Frankreich zu vertreiben. Zuerst gilt es
den ersten Ansturm der Feinde zu überleben. Die Bogenschützen kommen auf die Türme, so dass
die Einheiten nicht nur im Gebäude geheilt werden, sondern auch einen Verteidigungsbonus bekommen.
Gleichzeitig wird für frischen Truppennachschub gesorgt und im Stall Ritter auf Pferden ausgebildet,
in der Kaserne Pikeniere, ein Onager in der Waffenfabrik und die Bogenschießanlage produziert
einen Armbrustschützen. Abschließend gilt es noch die Helden in eine günstige Position zu bewegen
und die eigenen Einheiten mit einer Defensivaura zu stärken. Danach ist die CPU an der Reihe.
Die Engländer versuchen dabei im ersten Anlauf einen Angriff von allen Seiten. Aus dem Westen
rückt ein Reiter heran, der jedoch noch nicht ganz bis zur Stadt kommt. Aus dem Norden versucht
die CPU mit zwei Bogenschützen anzugreifen und beseitigt mit einem konzentrierten Angriff auf
einen Bogenschützen schon gleich den ersten Verteidiger. Aus dem Osten kommt ein Reiter und
eine Gruppe Pikeniere, die sich gleich am nächstbesten Gebäude zu schaffen machen und die dort
in Produktion gegeben Belagerungseinheit beschädigen. Damit endet die Runde des Gegners und
die Franzosen sind wieder an der Reihe. Die Belagerungseinheit ist zwar angeschlagen, doch für
einen Steinhagel in Richtung Bogenschützen reicht es noch. Der Rest des Trupps wird durch einen
Angriff der Kavallerie beseitigt, welche durch die Spezialfähigkeit "Steppensturm" die Fußtruppen
niederreitet und somit mehr Schaden austeilt. Die eigenen Pikeniere kümmern sich derweil um
die angreifenden Reiter und Johanna greift die Pikeniere des Gegners an. Beide gegnerischen
Trupps sind zwar nicht vernichtet, aber stark angeschlagen. Die eigenen Einheiten, die sich
innerhalb der Stadt befinden, bekommen sowieso in der nächsten Runde wieder 20 Lebenspunkte
verpasst und sollten dem Angriff des Gegners bis dahin gut standhalten. Jetzt noch vor dem Beenden
der Runde einen neuen Trupp Reiter und Bogenschützen ausbilden und das Kettenhemd für die Fußtruppen
erforschen lassen, so dass diese vor den feindlichen Angriffen besser geschützt sind. Jetzt
kommt die CPU wieder zum Zug…
Bauen, Ausbilden, Planen, Taktieren und Kämpfen
Age of Empires beinhaltet drei unterschiedliche Elemente, welche zum Sieg geschickt und taktisch
klug eingesetzt werden müssen. So gilt es sich um den Auf- und Ausbau der Basis, inklusive dem
Abbau von Rohstoffen, zu kümmern, die Militäreinheiten geschickt einzusetzen und die Truppen
gemäß des Papier-Schere-Stein-Prinzips angreifen zu lassen, sowie sich um die technologische
Weiterentwicklung des eigenen Volkes zu kümmern. In welcher Reihenfolge sich der Spieler um
die einzelnen Punkte pro Runde kümmert, ist völlig freigestellt. Wichtig ist es, nur alle Einheiten
zu bewegen und alle Aktionen zu tätigen, bevor die Runde beendet wird. Schlampige Planung und
unbeaufsichtigte Einheiten können schnell den Sieg in weite Ferne rücken lassen.
Basisbau & Rohstoffgewinnung: Um Gebäude errichten zu können, wird mindestens ein
Dorfbewohner benötigt. Dieser kann, wie auch die Militäreinheiten, pro Runde einige Felder weit
bewegt werden und im Anschluss daran noch eine Aktion ausführen. Neben dem Errichten neuer Gebäude
ist es auch möglich, beschädigte Bauten zu reparieren, wenn genügend Rohstoffe in Form von Nahrung
und Gold vorhanden sind. Egal welche Aktion der Arbeiter verrichten soll, nach einer Runde ist
jedes Gebäude erbaut oder repariert. Wohin die Gebäude kommen, kann der Spieler jedoch nicht
völlig frei entscheiden, wie es noch auf dem PC funktionierte. Dorfzentren können jedoch
nahezu überall errichtet werden, wobei an den vier angrenzenden Feldern jeweils die normalen
Gebäude wie Kaserne, Stall, Bogenschießanlage, Schmiede, Marktplatz oder Kirche in Auftrag gegeben
werden können. Außerdem können maximal vier Verteidigungstürme gebaut werden. Hierdurch verstärkt
der Spieler den Schutz um die kleine Basis und gibt den eigenen Einheiten, welche auf dem Feld
über einem Gebäude der Stadt stehen, einen kleinen Verteidigungsbonus. Es gilt jedoch die Position
der Dorfzentren mit Bedacht zu wählen, da pro Mission nur eine begrenzte Anzahl davon errichtet
werden können. Auch Burgen kann der Spieler nicht beliebig viele errichten, sondern lediglich
drei oder vier (je nach Mission), dafür jedoch an jeder beliebigen Stelle. Für alle anfallenden
Arbeiten werden jedoch Rohstoffe in Form von Nahrung und Gold benötigt. Auf zusätzliche Materialien
wie Steine oder Holz haben die Entwickler verzichtet. An ausgewählten Stellen auf der Karte
befinden sich Baupositionen für eine Mühle. Hier kann ein Dorfbewohner eine Mühle errichten,
die ab der nächsten Runde kontinuierlich einen festen Betrag Nahrung erwirtschaftet. Dorfbewohner
sind nach dem Bau der Mühle nicht mehr nötig, wodurch statt 80 bis 90 Dorfbewohner, wie im PC
Spiel, lediglich einige wenige notwendig sind. Ist eine Mühle errichtet, dann kann an allen
vier angrenzenden Parzellen zusätzlich noch ein Feld errichtet werden, welches zusätzliche Rohstoffe
pro Runde abwirft. Beim Goldabbau sieht es ähnlich aus. Hier kann an vorgegebenen Parzellen
eine Goldmine errichtet werden, welche entsprechend Gold pro Runde abwirft. Außerdem bekommt
der Spieler pro Dorfzentrum und errichteten Weltwunder Rohstoffe gutgeschrieben. Zu guter Letzt
werfen auch auf den Karten verstreute Reliquien was ab, wenn diese von einem Mönch in einer
Kirche abgelegt werden. Alle diese Rohstoffgewinnungen halten außerdem ewig. Spieler, die fleißig
die Karte absuchen, finden außerdem die unterschiedlichsten Schätze. Auf einigen Feldern gibt
es einige Rohstoffe oder eine zusätzliche Einheit. Hier gilt jedoch immer : wer zuerst kommt,
der malt zuerst.
Militär: Der ganze wirtschaftliche Boom ist wichtig, damit der Spieler ausreichend
Nahrung und Gold hat, um damit Militäreinheiten ausbilden zu können. In Kasernen, Schießanlagen,
Burgen und Belagerungswerkstätten werden die Einheiten produziert. Wie alle Bauten, so stehen
einem die Einheiten schon in der nächsten Runde zur Verfügung. Egal ob nur ein Knüppelträger
oder ein Kriegselefant in Auftrag gegeben wurde. Trotzdem gilt es, die Einheiten mit Bedacht
ausbilden zu lassen. Das Bevölkerungslimit sitzt dem Spieler ständig im Nacken. Große Armeen
(30 bis 40 Einheiten) sind erst im späteren Spielverlauf möglich. Anfangs liegt das Bevölkerungslimit
bei sieben Einheiten. Erst wenn eine Einheit gestorben oder mit einer anderen "kombiniert" wurde,
was nur bei Einheiten des gleichen Typs geht, kann für Nachschub gesorgt werden. Gerade aufgrund
der beschränkten Einheitenanzahl sollte sich der Spieler einige Gedanken über die Truppentypen
machen. Hier gilt es eine möglichst gute Mischung zu haben, um nicht vom Gegner aufgerieben
zu werden und entsprechend kontern zu können. Wie im PC Vorbild haben die einzelnen Einheitentypen
entsprechende Vor- und Nachteile. Während die Pikeniere die stärksten Reiter zu Boden bringen,
sind sie jedoch sehr anfällig gegen Schwertkämpfer. Diese wiederum lassen sich mit Bogenschützen
effektiv bekämpfen, müssen sich allerdings vor der Reiterei in Acht nehmen. Außerdem gilt es
das jeweilige Geländefeld zu berücksichtigen (Wiese, Berg oder Wald), welches entsprechende
Auswirkungen auf die Truppen und ihre Kampfstärke besitzt.
Forschung: Sehr spielentscheidend sind in Age of Kings auch Forschung und Technologie.
Pro Runde kann der Spieler jeweils eine Technologie erforschen. Die Palette an Verbesserungen
ist mit über 50 Technologien extrem umfangreich ausgefallen. Es lassen sich gezielt Einheiten
verbessern (z. B. die Rüstung), die Produktivität von Minen oder Mühlen steigern, Einheiten
preiswerter produzieren oder feindliche Dorfzentren auf der Karte anzeigen lassen. Ganz wichtig
ist es für den Spieler hier, Prioritäten zu setzen. Zu gerne möchte man alles erforschen, doch
gilt es sich hier auf die eigene Spielweise, die Karte und den Gegner einzustellen. Am Anfang
hat der Spieler jedoch nur eine sehr begrenzte Auswahl möglicher Technologien. Zum einen können
durch neue Gebäude wie Schmieden oder Universität neue Technologien zur Erforschung frei geschaltet
werden und zum anderen muss sich der Spieler noch durch die vier Epochen des Spiels bewegen.
Immer wenn genügend Technologien einer Zeitepoche erforscht wurden, dann kann der Spieler nach
und nach vom "Frühen Mittelalter" bis hin in die "Imperialzeit" aufsteigen. Entsprechend gibt
es neue Gebäude (z. B. Burgen ab der Ritterzeit) und Einheiten (z. B. Bogenschützen ab der Feudalzeit).
Je moderner die Technologien sind und je weiter der Spieler im Zeitalter voranschreiten will,
desto mehr Nahrung und Gold werden benötigt.
Kämpfen und Taktieren
Stehen erst einmal die wichtigsten Gebäude und Rohstoffe kommen kontinuierlich auf das Konto,
dann beginnt langsame die Hauptphase, sozusagen das Highlight des Rundenmodus: Es gilt die eigenen
Einheiten taktisch klug zu positionieren und den Feind möglichst viel Schaden zuzufügen, während
die eigenen Einheiten - wenn möglich - kaum etwas abbekommen. Der Taktiker vor dem Schirm hat
sich dabei um eine ganze Reihe an Aspekten zu kümmern. So ist es wichtig, das jeweilige Geländefeld
der eigenen, aber auch feindlichen Einheit in Betracht zu ziehen. Einheiten, die auf einem Gebäudefeld
platziert sind, genießen einen Verteidigungsbonus und werden außerdem pro Runde leicht geheilt.
Bogenschützen, die auf einem Bergfeld positioniert wurden, genießen einen Reichweitenbonus und
können so beispielsweise andere Bogenschützen angreifen, selber nicht getroffen werden, da sie
außer Reichweite für den anderen Trupp sind. Im Wald werden Fernkämpfer beim Schießen dagegen
behindert, auf Straßen kommen die Einheiten schneller, sprich mehr Felder pro Runde, voran und
so manche Einheit - wie schweres Belagerungsgerät - kann keine Berge überwinden. Wichtig ist
es, sich ebenfalls Gedanken über das Ziehen und Beseitigen der feindlichen Einheiten zu machen.
Soll lieber die neue Bedrohung in Form einer frischen Einheit angegangen werden oder sollte
die angeschlagene Einheit ggf. erst verfolgt und beseitigt werden. Ist es wirklich eine kluge
Idee, an einer engen Stelle vorzurücken oder eine schwache Einheit des Gegners dort zu beseitigen?
Dadurch könnte die dahinter stehende, stärkere Einheit einen selber im nächsten Zug angreifen.
Zu beachten sind außerdem immer die jeweiligen Konterangriffe. Einige Einheiten, wie beispielsweise
Bogenschützen, genießen einen Erstangriffsbonus. Nur die überlebenden Feinde dürfen hier dann
zum Gegenangriff ansetzen. Bei einigen Einheiten wie Armbrustschützen oder Katapulten, ist außerdem
zu beachten, dass sich die Einheiten in einer Runde nicht bewegen und gleich danach angreifen
können, was die Einheiten doch sehr verwundbar und langsam macht.
Neben über vierzig normalen Einheiten in zahlreichen Varianten (beispielsweise Bogenschütze,
Langbogenschütze, Elite-Bogenschütze, etc.) gibt es auch Mönche und Helden. Die Geistlichen
können zum einen eigene und verbündete Einheiten direkt auf dem Schlachtfeld heilen und zum
anderen - mit ein wenig Glück - Einheiten des Gegners bekehren, so dass diese fortan für den
Spieler kämpfen. Gerade auf höheren Spielstufen ist der geschickte Einsatz der Mönche zwecks
Heilung bzw. die Regeneration von Einheiten auf Gebäudefeldern ein wichtiger, strategischer
Punkt. Jede Einheit sammelt nach einem gewonnenen Kampf Erfahrung und steigt in drei Stufen
auf, wodurch wiederum die Angriffs- und Verteidigungswerte gesteigert werden. Neben Gebäuden,
wie der Kaserne, in denen die Einheiten ausgebildet werden, kann der Spieler außerdem über den
Marktplatz jeweils pro Markt eine Einheit je Runde anheuern. Das Angebot des Marktes variiert
dabei von Runde zu Runde. So kann der Spieler auch ohne ein entsprechendes Gebäude oder Technologie
eine Einheit erwerben, die gerade benötigt wird oder extrem schlagkräftig ist. Neben den regulären
Einheiten kann der Spieler auch noch auf einen Helden als Einheit zurückgreifen. Dieser Held
kann zum einen wie eine reguläre Einheit in die Schlacht ziehen oder aber der Spieler greift
auf die Helden-Kräfte zurück. Diese ermöglicht es, in der Nähe befindliche Einheiten zu heilen,
kurzzeitig für mehr Bewegungspunkte der angrenzenden Einheiten zu sorgen oder aber den Verteidigungswert
zu steigern. Insgesamt fünf Helden, von Richard Löwenherz über Saladin bis hin zu Minamoto Yoshitsume
stehen im Mehrspielermodus zur Auswahl, wobei jeder Held eine fest vorgegebene Auswahl an Helden-Kräften
hat. Die Wahl des Helden bestimmt im Mehrspielermodus das Volk. Hier kann der Spieler entsprechend
zwischen Briten, Franken, Sarazenen, Mongolen und Japanern wählen. Die Völker unterscheiden
sich nicht nur durch einige völkerspezifische Einheiten (z. B. Langbogenschützen bei den Briten),
sondern auch einen Einkommensbonus bei jeweils einem der beiden Rohstoffe Gold und Nahrung,
sowie leichten Preisschwankungen bei Einheiten und Gebäuden.
Die volle Packung
An der Beschreibung ist bislang schon zu sehen, dass die Entwickler mit Age of Kings ein
etwas umfangreicheres Spiel auf den Markt gebracht haben, was nicht jedem in wenigen Minuten
gleich in Fleisch und Blut übergeht. Zum leichteren Einstieg gibt es eine spezielle Tutorialkampagne.
In den sechs Missionen dieser Kampagne, in welcher der Spieler die Geschichte von Johanna von
Orleans erlebt, kommen nach und nach immer mehr Spielelemente hinzu und es gibt ausführliche
Anweisungen durch den Berater. Ist die Einführungskampagne gemeistert, dann hat der Spieler
jedoch gerade erst einmal an der Oberfläche gekratzt. Die restlichen 22 Missionen, aufgeteilt
auf vier Kampagnen, werden den mobilen Zocker gut 50 Stunden beschäftigen und selbst dann bietet
das Spiel noch mit einem freien Spiel und dem Mehrspielermodus mehr für's Geld.
Jede der 28 Missionen (alle fünf Kampagnen) beinhalten jeweils ein oder mehrere Hauptziele,
die es zwingend zu erreichen gilt. Ganz wichtig ist es natürlich, dass der Held die Schlacht
überlebt. Ansonsten haben die Entwickler mit zahlreichen unterschiedlichen Szenarien und Aufgabenstellungen
für reichlich Abwechslung gesorgt. Mal gilt es einfach nur alle Gegner von der Karte zu putzen,
in einer anderen Mission muss ein Stützpunkt gehalten werden oder nur mit einigen wenigen Einheiten
ausgestattet soll die feindliche Burg zerstört werden. Gerade in solchen Missionen, in denen
der Spieler keinen oder nur sehr wenig Nachschub hat, ist vorsichtiges Vorgehen gefragt. Allzu
ungeduldige Spieler werden hier kaum auf einen grünen Zweig kommen. Meist befindet sich auch
der eine oder andere Kniff im Aufbau der Karte oder es gibt Verstärkung an einer Stelle. Auch
die Heilung der Einheiten nimmt entsprechend eine große Rolle bei der Planung im Rundenmodus
ein. Der Spieler kämpft in den Missionen nicht nur gegen bis zu drei feindliche CPU Gegner,
sondern bekommt teilweise auch einen Verbündeten an die Seite gestellt. Während dieser in der
einen Missionen nur eine eher schwache Hilfe ist und lediglich die Aufmerksamkeit des Feindes
auf sich zieht, kann man mit stärkeren Verbündeten gemeinsam gegen die Feinde ins Feld ziehen.
Dabei ist es jedoch leider nicht möglich, mit dem Verbündeten zu kommunizieren, sich abzustimmen
oder Rohstoffe und Einheiten auszutauschen. Allein die Hauptziele einer Mission zu erzielen,
ist nicht immer einfach. Teilweise muss der Spieler auch mal ein wenig in die Mission "rein
geschnuppert" haben, damit erkannt wird, wie die CPU reagiert, wo es wichtige Rohstoffe gibt
und welcher Gegner eine besonders große Gefahr darstellt. Die Kampagnen sind jeweils für einen
Schwierigkeitsgrad ausgelegt, wobei der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Missionen ein klein
wenig schwankt. Trotzdem sollte sich kein Spieler vom schlichten Rundenmodus täuschen lassen.
Die Schlachten sind nicht in wenigen Minuten zu gewinnen. Je länger das Spiel dauert, desto
mehr Einheiten gilt es zu kontrollieren und desto mehr gibt es zu tun und zu überlegen. Mit
einer Stunden für eine leichte Mission liegt man noch ganz gut in der Planung, für schwere Brocken
und Schlachten, die sich über 50, 100 oder mehr Runden erstrecken, dürfen gar mehrere Stunden
eingeplant werden. Allerdings gibt es in jeder Mission auch noch drei zusätzliche Nebenziele,
wodurch der Spieler entsprechend Bonuspunkte (50 pro Nebenziel) sammeln kann. Die gesammelten
Punkte können im Hauptmenü in zusätzliche Spezialeinheiten, aber auch für eine ganze Reihe an
Karten für's freie Spiel ausgegeben werden. Während die Nebenziele in einigen Missionen noch
einigermaßen leicht sind und sich nebenbei locker erreichen lassen, wie beispielsweise das Aufsammeln
aller Reliquien, so gestalten sich manche Ziele auch für Age-Profis als Herausforderung. So
gilt es die Mission bis zum Ende des x. Zuges beendet zu haben, kaum Einheiten zu verlieren
oder als erster das Imperialzeitalter zu erreichen. Gerade die Nebenziele wissen sehr zu begeistern
und motivieren dazu, eine bereits absolvierte Mission erneut in Angriff zu nehmen. Der Spieler
kennt das Kartenlayout und weiß, was ihn erwartet und er kann somit an der eigenen Strategie
feilen und wird gezwungen, alle taktischen Aspekte des Spiels zu nutzen.
In den Missionen wird die CPU mitunter ein klein wenig durch Scriptvorgaben ausgebremst und
geht nicht immer ganz so aggressiv vor, wie auf der gleichen Spielstufe im freien Spiel. In
den Missionen werden oftmals Parameter eingehalten, der Spieler nicht ganz so konsequent angegriffen
und teilweise in der Defensive nicht ganz so energisch gekämpft. Wie stark dies beim Spielen
auffällt, hängt vom Spieler ab. Gerade wenn eine Mission recht einfach scheint und das Spiel
"gut läuft", dann fallen die "Drosslungen" stärker auf. Hier wäre es vielleicht ganz schön gewesen,
wenn der Spieler pro Mission den Schwierigkeitsgrad auch noch regulieren könnte.
Im freien Spiel bzw. über Wi-fi gegen und mit bis zu drei menschlichen Mitspielern, kann
man sich außerdem auf zahlreichen vorgefertigten Karten austoben. Eine ganze Reihe weiterer
Karten können im Bonusmenü freigeschaltet werden. Aufgrund der doch recht langen Spielzeit werden
Freunde mit Sitzfleisch und einer eigenen Version des Spiels benötigt. Game-Sharing wird nicht
unterstützt. Durch den gigantischen Umfangs und doch sehr günstigen Preises ist das Manko jedoch
zu verschmerzen.
Das Mittelalter lebt
Trotz der doch recht hohen Komplexität hat es Entwickler Majesco wunderbar geschafft, die
Steuerung auf das Nintend DS anzupassen. Je nach Vorliebe lässt sich Age of Kings vollständig
mit dem Stylus-Pen oder den Buttons und das Steuerkreuz spielen. Im Test zeigte sich, dass die
Tastensteuerung ein wenig besser von der Hand ging und lediglich Wegbefehle über das Steuerkreuz
etwas umständlicher als die Stylusvariante sind. Auch die beiden Bildschirme des DS haben die
Entwickler gekonnt mit ins Spielgeschehen einbezogen. Während auf dem Touchscreen immer die
Spielkarte zu sehen ist, werden auf dem oberen Schirm jeweils entsprechende Infos, Erklärungen
oder die jeweils ausgetragene Schlacht angezeigt. Egal was der Spieler anwählt oder welche Befehle
gegeben werden, überall werden möglichst viele Infos angezeigt. So kann man sich ganz genau
anschauen, wohin eine Einheit ziehen kann, Bewegungen können rückgängig gemacht werden, so lange
sie noch nicht bestätigt wurden (Was jedoch vor dem Angriff gemacht werden muss) und sehr aussagekräftige
Icons informieren über den Einheitenstatus, Befehle und Besonderheiten. Eine übersichtliche
Tabelle gibt außerdem Auskunft über die gesamten Einnahmen einer Runde und listet die Einheiten-
und Gebäudelimits auf. Auf Wunsch kann der Spieler auch "überflüssige Gameplayfeatures" wie
Einheitenanimationen oder Schlacht-Filmsequenzen deaktivieren. Im oberen Schirm kann jederzeit
eine Karte der aktuellen Mission angezeigt werden und mit einem Tastendruck springt die Ansicht
zur nächsten noch nicht bewegten Einheit. Wer mehr Infos zu Einheiten, Kulturen oder Technologien
haben möchte, der kann sich außerdem in einer Bibliothek darüber informieren. Leider bietet
dieses Nachschlagewerk lediglich Textinfos zur jeweiligen Einheit oder dem Gebäude und listet
keine Werte der Einheit wie z. B. Stärke, Angriffsschaden oder dergleichen auf. Auch die jeweiligen
Voraussetzungen zum Erschaffen der Einheit fehlen. Der Spielstand kann jederzeit gesichert werden
und die Erfolge einer Mission lassen sich im Hauptmenü einsehen. Jede freigeschaltete Mission
kann außerdem frei angewählt und neu in Angriff genommen werden. Ein kleiner Kritikpunkt muss
allerdings auch angesprochen werden. In komplexen Situationen mit vielen Einheiten auf dem Schirm
leidet ein klein wenig die Übersicht. Hier ordnet man leicht eine Einheit einem anderen Feld
zu und Angriffsmöglichkeiten sind nicht ganz so gut erkennbar. Da der Spieler jedoch nie unter
Zeitdruck steht und in Ruhe planen kann, macht sich dieser Punkt nicht sonderlich stark bemerkbar.
Auch optisch weiß Age of Kings zu gefallen. Das Spiel hinterlässt einen grafisch sehr stimmigen
Gesamteindruck. Alles wirkt wie aus einem Guss und mit recht viele Liebe zum Detail erstellt.
Auf der 2D Karte auf dem unteren Schirm wiegen sich Ähren im Wind und die Einheiten bewegen
sich leicht, statt nur simple Icons zu sein. Die Welt ist zwar starr und besteht lediglich aus
einer Reihe unterschiedlicher Parzellen, doch der Gesamteindruck ist recht gelungen. Wenn der
obere Schirm nicht gerade zusätzliche Infos zum Gelände, Einheiten oder sonstigen Gameplaymechanismen
zeigt, dann wird dort der aktuelle Kampf zwischen zwei Einheitentypen ausgetragen. Vor einem
entsprechenden Hintergrundbild greifen die 3D Einheiten einander an. Die Animationen sind ordentlich,
lediglich bei einigen Kämpfen stimmt die Anzahl der auf dem Feld noch lebenden Einheiten nicht
mit dem Zahlenwert des Einheitentyps überein. So werden im Angriff laut Simulation alle Feinde
ausgeschaltet, auf dem Schirm leben allerdings noch zwei Gegner. Dies ist jedoch nicht weiter
schlimm, die Einheit wurde trotzdem vernichtet. Hier zählt nur, was der Zahlenwert ausgibt,
die Animationen stimmen meist dann nicht so ganz, wenn der "Sieger" weniger - aber dafür schlagkräftigere
Einheiten hat - als der "Verlierer".
Bei der Sounduntermalung haben die Entwickler auf entsprechende Klänge und Soundtracks aus
der PC Version zurückgegriffen, was sicherlich keine schlechte Wahl war. Die mittelalterliche
Musik ist stimmig und die Kämpfe sehr schön unterlegt. Lediglich auf die Sprachausgabe bei den
Missionseinleitungen bzw. Gesprächen in den Missionen wurde verzichtet.
Meinung
Bei Portierungen bin ich eigentlich sehr skeptisch. Normalerweise gehen solche Aktionen doch
eher in die Hose und es wird meist ein liebloser Port abgeliefert. Doch mit Age of Kings hat
es Majesco geschafft, eine Handheldversion auf den Markt zu bringen, die mir mehr Spaß macht
als das PC Vorbild. Der Schritt von Echtzeit zum Rundenmodus war genau richtig, gerade weil
dadurch die Komplexität bewahrt wurde. Mit dem Spiel wird man nicht nur lange, sondern auch
bestens unterhalten. Egal ob man die Mission einfach "so" spielt oder zusätzlich die Nebenziele
meistern will. Das "nur noch eine Runde"-Prinzip greift wunderbar. Ein wenig taktieren, dem
Feind einheizen und dann kann man sich kurz zurücklehnen. Doch wenn die CPU an der Reihe war,
dann hat man schon wieder Ideen, wie man das Vorgehen kontern möchte. Ehe man sich versieht
ist es fast schon früher Morgen und man hat einen Großteil der Nacht mit einem Handheldgame
verbracht. Das ist dann auch der einzige Haken am Spiel. Eine Mission lässt sich nicht in wenigen
Minuten meistern und der Wi-fi-Modus ist auch keine Beschäftigung für Zwischendurch. Wer sich
ansonsten jedoch für das Setting begeistern kann und Lust auf ein komplexes, forderndes und
extrem süchtig machendes Rundenstrategiespiel hat, liegt mit Age of Kings genau richtig. Für
mich ganz klar das schönste DS Spiel, bei dem man zudem bei einem Verkaufspreis von unter 30€
sicherlich nichts falsch machen kann.
Geschrieben am 29.01.2007, Testkonfiguration: Nintendo DS
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