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Alien vs. Predator 2


Info
Autor 2+
 2
 2
 2.5
Gesamt (182 votes) 1
 2.1
 1.5
 2.5
Team (2 votes, siehe hier)1
Name:Alien vs. Predator 2
Genre: Egoshooter
Produkt: Vollversion
Release: 2001/11
Publisher: Vivendi Games
Entwickler: Monolith
Links: avpnews.com
Links: .planetavp.com
Hardware: 450Mhz, 64MB RAM, 16MB 3D-Karte D3D, HD 800 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
zensiert: ja
Addon: ja
Serie: ja
Patch: 1.0.9.6
USK: 16
Alien vs. Predator 2 (comment von mountainking)

War Terminator 2 besser als der Vorgänger? Wie sieht es bei Scream aus? Bei den Killertomaten oder den Schulmädchenreporten? Nicht nur Cineasten dürfen sich heutzutage wegen solcher Fragen streiten, auch auf dem Gebiet der PC-Spiele finden sich genügend Beispiele dafür, dass versucht wird, ein erfolgreiches Konzept weiterzuführen und im schlimmsten Fall (siehe Tomb Raider) zu Tode zu reiten. Bei AVP 2 ist es nun sogar so, dass es einerseits ein Sequel ist und andererseits zusätzlich auf erfolgreichen Filmen aufbaut und für misslungene Umsetzungen gibt es auf diesem Gebiet auch eine Menge Beispiele. Filmfans werden wohl wegen der Umsetzung sowieso die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, erinnert doch zunächst das Verschmelzen der Predator und Alien-Filmreihe nicht wenig an Glanzpunkte wie „Godzilla gegen Frankenstein”, „Dracula mit Herkules nackt und heiß auf Ibiza” oder „Ali Baba vs. Adolf Hitler”. Für den Gamer dürften diese Fragen aber eher zweitrangig sein, solange das Spiel in sich stimmig ist und Spaß macht und das soll das nachfolgende Review versuchen zu klären.

Nachdem der erste Teil des Spieles von Rebellion entwickelt wurde, entschieden sich die Verantwortlichen bei Fox, die Kreation von AVP 2 in die bewährten Hände von Monolith zu legen, die meines Erachtens auf dem Gebiet der Shooter mit u.a. „Blood 1+2” und „No one lives forever” fast ausschliesslich Klassiker und auf jedem Fall immer Überdurchschnittliches geschaffen haben. Logischerweise wurde dabei auf die selbstentwickelte Lithtech-Engine zurückgegriffen, die auch in der Version 2.5 einen sehr guten Eindruck macht und zeigt, dass sie sich keineswegs hinter den beiden „Großen”, der UT und der Quake3-Engine verstecken muss.

Doch zunächst einige Worte zur Handlung oder besser zu den Stories, denn wie schon beim ersten Teil hat man die Möglichkeit, mit 3 verschiedenen Spezies zu spielen (in dieser Hinsicht finde ich den Namen des Spieles allerdings etwas verwirrend). Das klassische Shooter-Feeling bekommt man mit dem Colonial Marine, aber auch als klauenbewehrtes Alien und unsichtbarer Predator darf man sich versuchen und für alle drei Protagonisten gibt es jeweils eine unterschiedliche Story, die sich aber andererseits auch an bestimmten Stellen und Levels überschneidet, so dass man sich stellenweise sogar gegenseitig (also die jeweils andere mögliche Spielperson) sehen kann. Der Ort der gesamten Handlung ist ein Planet mit dem poetischen Namen LV-1201, auf dem der Wissenschaftler Dr. Eisenberg (ein finsterer Typ mit einem unschönen, bestimmte kulinarische Genüsse betreffenden, Geheimnis) einen Alienschwarm entdeckt und deswegen ein Forschungscenter aufbaut. Dieser Planet ist ebenfalls ein von den Predators gern genutztes Jagdgebiet und die aus der gesamten Konstellation absehbaren Probleme sollen wieder mal durch ein Team von Marines gelöst werden, so ungefähr stellt sich die Ausgangslage des Spieles dar. Da die Stories wirklich sehr gut ausgearbeitet und verwoben sind, will ich nicht zuviel verraten und bei der Betrachtung der einzelnen Spezies vor allem auf die Waffen, Fähigkeiten und die unterschiedliche Atmosphäre eingehen.

Marine:

Wie schon erwähnt fühlt man sich als erfahrener Spieler bei Bewegung und Bewaffnung des Marines sofort heimisch. Messer, Pistole, Raketenwerfer... da kann ja nicht mehr viel schiefgehen. Falsch gedacht! Denn was nützen einem die durchschlagskräftigsten Waffen, wenn man das Ziel, den Gegner, nicht sieht? Und das ist die Hauptschwierigkeit, wenn man als Marine spielt, die meiste Zeit bewegt man sich durch dunkle, verwinkelte Gänge und Schächte, ständig überrascht von wieselflinken Aliens, die plötzlich durch Gitter brechen, unvermittelt von der Decke fallen oder einen von beiden Seiten in die Zange nehmen. Das ist definitiv nichts für schreckhafte Naturen, sondern die wohl düsterste und angseinflößendste Atmosphäre, die mir bis jetzt in einem Spiel begegnet ist. Man hat zwar ein Headlight, aber dessen Flackern verstärkt oft -wie auch der aus den Filmen bekannte Motion Tracker- den Gruselfaktor eher, als dass es ihn senkt. Hilfreicher ist dagegen schon das Nachtsichtgerät, leider verbraucht das sehr viel Energie und kann nicht sehr lange durchgehend genutzt werden. Nachdem man zu Beginn noch mit seinem Team zusammen vorgehen konnte, wird man bald vom Rest getrennt und ist solange auf sich allein gestellt, bis eine geheimnisvolle Stimme zu sprechen beginnt und Hinweise sowie Anweisungen gibt. Abgesehen von einzelnen Punkten ist man also immer auf die eigenen Fähigkeiten bzw. Waffen angewiesen. Als Marine kämpft man zunächst hauptsächlich gegen Aliens, gegen die der Flammenwerfer die ultimative Waffe darstellt, da man mit ihm eine Art künstlichen Schild vor sich aufbauen kann,. Die Aliens halten zwar nicht so viel aus, sind durch ihre Schnelligkeit aber mit den normalen Schusswaffen schwer zu treffen, zumindest bis man die Smart Gun mit Zielautomatik besitzt. Besonders fies sind die kleinen Aliens, die Facehugger, die man schnellstens erlegen sollte, sonst kann es passieren, dass man plötzlich einen ganz neuen Blickwinkel genießen darf...das allerdings nicht für sehr lange. :) Im weiteren Verlauf der Story gesellen sich zu den Drohnen allerdings noch andere Gegner hinzu, worüber ich aber an dieser Stelle nichts weiter verraten will.

Predator:

Wie auch in den Filmen ist der Predator ein Jäger, ein Trophäensammler, letztlich eine Killermaschine. Seine gesamte Ausrüstung ist für diesen Zweck optimiert und er ist daher wohl auch am einfachsten zu spielen. Im Gegensatz zum Marine ist er unabhängig von externen Medipacks oder Armor, er kann seine Energie (die auch für viele Waffen verbraucht wird) selbst wieder aufladen und diese wiederum in Health umwandeln. Das kostet zwar immer etwas Zeit, ist aber dafür jederzeit möglich (vorausgesetzt, die Geräte werden einem nicht geklaut). Die Dunkelheit ist für ihn auch kein so großes Problem, denn seine Maske bietet ihm verschiedene Sichtmodi, eine davon ist optimiert dafür, menschliche Signale zu verstärken, eine zweite entsprechend für Aliens. In diesen Modi kann er dann die Schulterkanone einsetzen, die in diesem Fall zielsuchende Geschosse abfeuert, von denen ein einziges für ein normales Alien und auch für die meisten Menschen bereits tödlich ist. Ausserdem ist der Predator in der Lage, jederzeit zoomen und dadurch speziell mit der Speargun zu snipen, was bei einem gutgezielten Schuss den Effekt haben kann, dass der Kopf des Gegners durch den Pfeil an der Wand steckenbleibt, während der Körper umfällt. Überhaupt spielen Köpfe für den Predator eine große Rolle, denn diese sammelt er als Trophäen, wozu speziell die Nahkampfwaffen (die implantierte Kralle und der Speer) zum Einsatz kommen. Getötete Gegner werden also zusätzlich noch enthauptet und wenn das gelingt, stößt der Predator einen markerschütternden Triumphschrei aus. Er ist ausserdem in der Lage, sich zu tarnen und damit für die meisten Menschen fast unsichtbar zu sein (gegen die Marines, die Aliens und die automatischen Geschütze nützt das aber nicht so viel). Allerdings wird er bei der Benutzung der meisten Waffen wieder sichtbar, beispielsweise nach dem Gebrauch des Disclaunchers, der eine einzelne Disc abfeuert, die im entsprechenden Modus wiederum zielsuchend ist und die er jederzeit wieder zurückholen kann. Wirklich gefährlich sind für den Predator eigentlich nur die an manchen Orten aufgestellten Geschütztürme und die größeren Aliens, die ihm bei der Abrechnung mit seinem alten Feind General Rykov (militärischer Leiter der Forschungsstation) im Wege stehen.

Alien:

Wie verheerend sich die Missachtung der Arbeitsschutzvorschriften für schmuggelnde Raumschiffbesatzungsmitglieder auswirken kann, zeigt sich in diesem Teil der Spielstory. Die Lehre für jede Hausfrau kann daher nur sein: stellen sie den Behälter mit der ausserirdischen Lebensform nie auf die Kante des Küchentischs, sondern möglichst immer gleich in die Mikrowelle. Sonst kann es passieren, dass die Schwerkraft ihre Arbeit verrichtet, der Behälter herunterfällt und aufplatzt und Getier entfleucht, über das sich der holde Gatte auch wenn das Bier an diesem Abend schön kalt ist und ein Spiel läuft, nicht lange freuen wird. Aufwendige Ausrüstung und ausgefeilte Technik sind nicht die Sache des Aliens (ich schreibe es in Ermangelung eines eindeutig zu ermittelnden Geschlechtes mal sächlich), hier wird nur auf eines gesetzt: animalische Brutalität. Klauen, Zähne und Schwanz sind die Waffen dieser Spezies, verstärkt durch Schnelligkeit und Sprungkraft. Allerdings kann man erst als Drohne auf all diese Fähigkeiten zurückgreifen, als frischgeschlüpfter Facehugger muss man sich zunächst einen möglichst isolierten Wirt suchen, dem man zum Zwecke anatomischer Studien zunächst ins Gesicht springt und dann von innen den Brustkorb zerfleischt. Bis zur Drohne dauert es dann noch ein wenig, während der Zeit sollte man sich hauptsächlich von Kleinvieh ernähren und den Menschen aus dem Weg gehen, denn in diesem Stadium ist man doch sehr verletzlich. Ist man aber groß genug, kann man die speziellen Eigenschaften des Alien ausnutzen, zu denen gehört neben der Möglichkeit, sehr hoch zu springen vor allem, dass man dreidimensional agieren kann, denn Wände und Decken sind jederzeit über die Climb-Funktion zu erreichen. Diese muss man auch sehr oft benutzen, denn im Gegensatz zu Marine und Predator hat man nicht die Möglichkeit, mit elektronischen Mitteln Türsperren zu umgehen, sondern muss das meistens mit Hilfe diverser Schächte erledigen. Das Ziel ist grob gesagt, den Schwarm zu erreichen, dabei möglichst viele Artgenossen zu befreien und zum Schluss die Königin vor Dr. Eisenberg zu beschützen. Auch für das Alien haben Köpfe eine besondere Stellung, denn die einzige Möglichkeit, die angeschlagene Health wieder zu vergrößern ist das Anknabbern der Gegner und die meisten Punkte bekommt man, wenn man die Predators ärgert und den Menschen den Kopf abbeisst. In der deutschen Version wird das ja vielleicht auf den kleinen Zeh umgeändert. Der Headbite funktioniert sowohl bei Lebenden als auch bei Leichen, es sei denn, man hat vorher mit den Klauen zu stark zugeschlagen und den Körper zerfetzt. Das passiert automatisch, wenn man die beste Angriffsfähigkeit des Aliens einsetzt, den Sprungangriff (Pounce). Dabei stürzt sich das Alien auch aus größerer Entfernung auf den Gegner und reisst ihn in Stücke. Der Nachteil ist wie gesagt, dass man dann den Kopf nicht mehr abbeissen kann, man sollte also immer auf die Healthanzeige achten. Gegen die Marines kann man diese Technik aber bedenkenlos einsetzen, weil die komischerweise immer den Kopf verlieren und zum Gesunden eh nicht „benutzt” werden können. Zwischendurch begegnen einem aber in der Regel auch genügend unbewaffnete Wissenschaftler, die angstschlotternd in der Ecke stehen und ein leichtes Ziel sind. Um einen Headbite besser ansetzen zu können, kann man noch den Schwanz einsetzen, dessen Schlag die Gegner für kurze Zeit lähmt. Viel mehr kann man als Alien allerdings nicht mehr machen, deswegen ist es meines Erachtens auch am schwersten zu spielen. Vor allem fehlt ein Distanzangriff, der Sprung ist zwar gegen einzelne Gegner nett, aber es dauert immer ein paar Augenblicke, bevor man den zum zweitenmal ansetzen kann und wenn man es mit einer Gruppe Gegner zu tun hat, und dies ist meistens der Fall, können die in der Zwischenzeit auf einen feuern und sehr widerstandsfähig ist man ja nicht. Auf jeden Fall bin ich als Alien einige Male gestorben, was mir mit den anderen beiden nie passiert ist, ausser bei den Endgegnern. Es bringt auch nicht allzuviel, wenn man an der Decke die Gegner umgehen will, sie entdecken einen eigentlich immer sofort und beginnen zu feuern. Dafür kann man ihnen dann aber die grade befreiten Artgenossen auf den Hals hetzen. :) Das Alien erkennt andere Lebewesen an deren Pheromonaura, Menschen sind blau, Predators grün und andere Aliens rot. Daher hat man auch als Alien keine größeren Schwierigkeiten mit der Dunkelheit, da man das Wichtigste ja markiert sieht. Zusätzlich hat man aber noch die Möglichkeit, einen besonderen Lichtmodus einzuschalten, der das Umfeld erhellt und auch unbegrenzt einsetzbar ist.

Ohne groß zu übertreiben kann man also sagen, dass man mit AVP 2 ein Spiel vor sich hat, das 3 unterschiedliche Vorgehensweisen oder Subgames in sich vereint. Alle drei Rassen haben Vor- und Nachteile, eine eigene und trotzdem mit den anderen verbundene Story, die auch jeweils fast für ein eigenes Spiel ausgereicht hätten. Die Stories werden durch sehr viele gerenderte Zwischenszenen und zu belauschende Gespräche vorangetrieben und erläutert. Insgesamt kann man für dieses Kriterium ein dickes Extralob verteilen. Ähnliches muss man auch für den graphischen Aspekt sagen. Abgesehen von einigen wenigen Abschnitten (v.a. in der Predator-Episode) bewegt man sich fast ausschliesslich in Innenräumen, häufig sogar in sehr dunklen Gebieten. Aber wer glaubt, dass die Grafik dadurch eigentlich automatisch langweilig und öde werden muss, dem beweisen die kreativen Köpfe von Monolith locker das Gegenteil. Man findet immer wieder neue Variationen, neue Texturen und Farbzusammenstellungen, so dass man nie das Gefühl hat, schon seit Stunden im selben Raum herumzulaufen. Die Animationen der Waffen und Gegner sind hervorragend, sowohl die der teilweise in Rudeln angreifenden Aliens oder der ebenfalls fast immer in Teams anzutreffenden Menschen. Auch die AI passt sich dem hohen Niveau der Grafik an, die Aliens versuchen, einen zu umlaufen und von hinten anzugreifen und die Lichtkegel und Motion Tracker der Marines kann man auch, vor allem als Alien, nicht austricksen. Es begegnen dem Spieler auch sehr viele gescriptete Events, die nie aufdringlich wirken, sondern den Unterhaltungsfaktor erhöhen. Einige sind schon aus Spielen wie Half-Life bekannt, wie der Wissenschaftler, der von einem Alien in einen Schacht gezogen wird, andere sind sehr originell. Beispielsweise passiert es einem als Marine an einer Stelle, dass man ein Klopfen vernimmt und als Quelle die sich ausbeulende Tür lokalisiert, die nach mehreren Versuchen dann von einem Alien durchbrochen wird, das auf einen losgeht. Ein paar Schritte weiter hört man wieder diese Geräusche und sieht, wie ein Gitter nach oben gedrückt wird. Man denkt sich sofort, dass jetzt wieder ein Alien auftaucht und steht eine Minute mit der Waffe im Anschlag da, aber diesmal geschieht genau das nicht. Kleinigkeiten, die ungemein Spaß machen. Hervorzuheben ist auf jeden Fall auch der Sound. Sehr viele der Geräusche wurden original aus den Filmen übernommen, der Klang der Waffen, die Schreie des Predators, das Zerplatzen der beschossenen Aliens und vieles andere mehr. All das trägt auch zur Atmosphäre des Spieles unheimlich bei, gerade wenn man als Marine im Dunkeln sitzt und das Kreischen und die Bewegungsgeräusche der Aliens hört oder die Unterhaltungen der anderen Marines. Sehr gut gefiel mir auch, dass die Musik hier nicht als ständiges Hintergrundgedudel auftritt, sondern, genau wie in einem Film, zur Steigerung der Spannung eingesetzt wird. Man läuft nichtsahnend durch die Gänge und auf einmal beginnt eine bedrohliche, aufwühlende Filmmusik, man sieht sich panisch um, noch entdeckt man nichts und plötzlich kommen von allen Seiten Aliens aus ihren Löchern gekrochen. So stelle ich mir die Sounduntermalung eines solchen Spieles vor.

Jede der drei möglichen Spielszenarien ist in mehrere größere Episoden unterteilt, die etwas längere Ladezeiten in Anspruch nehmen. Innerhalb dieser Episoden funktioniert das Laden und Speichern dann aber ohne größere Wartezeiten (kommt natürlich auf das System an). Die Steuerung ist präzise und zweckmäßig, das einzige, was ich wirklich vermisst habe, ist eine Helligkeitsregelung. Das Spiel war, zumindest mit meiner Grafikkarte, definitiv zu dunkel und das nicht allein, weil das wegen der Stimmung beabsichtigt war, sondern prinzipiell. Da muss man evtl. auf externe Programme oder auf die Justierung am Desktop zurückgreifen. Bugs sind mir natürlich jede Menge während des Spieles begegnet, die allermeisten konnte ich allerdings rösten oder anderweitig erlegen. :) Bei einem habe ich es aber leider nicht geschafft, denn beim Laden des letzten Abschnittes der Alien-Episode verabschiedete sich das Spiel, der Loading-Screen verschwand einfach nicht mehr. Sonst konnte ich AVP 2 ohne technische oder logische Probleme auch auf der höchsten Detailstufe durchspielen.

Der Multiplayer-Teil des Spieles ist ebenfalls recht umfangreich ausgefallen. Einmal kann man nicht nur aus den 4 Grundklassen (die 3 bekannten und zusätzlich die Corporates, die Einheiten der Forschungsstation) wählen, sondern diese sind zusätzlich noch unterteilt. So gibt es z. B. den Assault Predator, das Predalien und auch bei den Menschen gibt es verschiedene Charaktere. Die Unterschiede sind in der Grundausrüstung (Startwaffen) oder physischen Fähigkeiten zu finden (nicht alle Aliens können an Wänden klettern, dafür ertragen sie dann mehr Schaden usw.). Es werden unterschiedlichste Spielmodi zur Verfügung gestellt, vom klassischen Deathmatch bis hin zu Teamversionen wie Overrun (zwei Teams müssen gegeneinander spielen, die Attacker müssen alle Defender innerhalb einer bestimmten Frist töten, diese wiederum versuchen, zu überleben) und Evac, wo eine Rasse einen bestimmten Punkt lebend erreichen muss, um zu siegen.

Da dem Review das englische Original zugrundeliegt, bin ich schon gespannt, was in der deutschen Version des Spieles geändert wurde, denn es spielen bestimmte Dinge, die hierzulande sicher die Aufmerksamkeit der Prüfer erregen werden, eine mehr oder weniger zentrale Rolle, genauer gesagt, das Sammeln der Köpfe durch den Predator und vor allem das Abbeissen derselben durch das Alien. Ich würde Sierra empfehlen, das Spiel unter der Rubrik „Vergleichende Anthropologie” in die Läden zu stellen, vielleicht mit dem Begleittext: „Erleben sie mit AVP 2 die Ursprünglichkeit der Natur in ihrer reinsten Form! Wir geben ihnen die Möglichkeit, fremde Kulturen mit eigenen Augen kennenzulernen und sich in sie hineinzuversetzen. Verzieren sie als edler und wilder Krieger wie weiland Winnetou mit Skalps ihre Behausung oder erfahren sie, wie wichtig Organspenden sein können.

P.S.: Diese Dokumentation beinhaltet aus wissenschaftlichen Gründen farblich korrekte Darstellungen von Blut.

AVP 2 ist ein absoluter Pflichtkauf für jeden, der an dieser Art von Spielen auch nur ein wenig Interesse hat. Auf allen relevanten Gebieten wie Grafik, Sound und Story sollte es das Herz eines jeden Shooterfans höher schlagen lassen, deswegen sollte man mit diesem Organ auch möglichst keine Probleme haben, denn die Intensität des Spieles ist unheimlich hoch und manchmal fast erdrückend. Es ist spannend, abwechslungsreich und machte mir bis zum Schluss Spaß, viel mehr kann man eigentlich nicht verlangen.

Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines bereits auf der Site 'GUN' veröffentlichten Reviews.


Geschrieben am 01.01.2002, Testkonfiguration: keine Angabe
 



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