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A New Beginning
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| Name: | A New Beginning |
| Genre: | Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2011/10 |
| Publisher: | Daedalic Entertainment |
| Offiz. Sites: | Game, Demo |
| Hardware: | 1.8Ghz, 1GB RAM, 256 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/Vista/Windows7, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Deutsch |
| Patch: | 1.21 |
| USK: | 12 |
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Computer & Videospiele decken heutzutage eine breite Auswahl an Schauplätzen & Szenarien
ab. Von mittelalterlichen Fantasywelten bis hin zu futuristischen Zukunftsvisionen im Weltraum
und auf anderen Planeten, reicht die Palette. Während sich einige Spielkonzepte recht schnell
wiederholen und etwa Shooter-Gamer ständig neue "Beseitige die Terroristen"-Ableger bekommen,
gibt es in anderen Bereichen etwas mehr Variation. Adventurespieler haben schon die unterschiedlichsten
Abenteuer erlebt, aber es ist schon langer her, dass der Klimawandel thematisiert wurde. Entwickler
Deadalic Entertainment hat sich der Sache angenommen und präsentiert dem Spieler nach der Rettung
einer Fantasywelt in "The Whispered World"
mit "A New Beginning" ein Thema, das 2011 aktueller nicht sein könnte. Wie sich das ganze spielerisch
äußert soll das folgende Review ein wenig genauer klären.
Die PC Version wird in einer kleinen Euro-Box ausgeliefert. Das darin befindliche, 50 Seiten
umfassende Handbuch ist zwar ordentlich mit Werbung angereichert, aber dafür ist die Aufmachung
ganz nett ausgefallen, der Druck in Farbe und das Layout angenehm lesbar gehalten. Außerdem
gibt es ein kleines Poster mit zwei Motiven zum Spiel und eine Soundtrack-CD im Pappschuber
als Bonus dazu. Leider wurde dagegen bei der eigentlichen Spiel-DVD gespart und diese liegt
lediglich in einer Papierhülle in der Packung. So schön aufklappbare Boxen auch sind und wertiger
erscheinen, so wäre doch eine DVD-Hülle die handlichere & schonendere Unterbringungsmöglichkeit
gewesen. Offline Spieler sollten zudem wissen, dass sie auf jeden Fall Zugang zum Internet benötigen,
da der Titel nicht gerade im besten Zustand ausgeliefert wurde. Satte 519 MB ist der aktuellste
Flickenteppich groß, der das Spiel endlich in den Zustand befördert, den die Ladenversion eigentlich
zum Release haben sollte. Für unentschlossene Käufer gibt es zudem auch eine Demoversion der
aktuellsten Fassung, die - wie der Patch - über die offizielle Seite zum Spiel bezogen werden
kann.
Zurück in die Gegenwart
Die Geschichte beginnt im Jahr 2500 und es hat sich einiges auf der Erde verändert. Durch
den Klimawandel ist die Menschheit in 500 Jahren gezwungen, in unterirdischen Bunkern zu leben,
wobei inzwischen auch dieser letzte Rückzugsraum bedroht ist. In der fernen Zukunft ist das
Erdmagnetfeld so schwach geworden, dass eine anstehende Sonneneruption das Ende für die verbleibende
Erdbevölkerung darstellt. In letzter Sekunde vor der Auslöschung fassen die wenigen Überlebenden
den Plan, ein Team in die Vergangenheit zu schicken, um den Klimawandel vor 500 Jahren zu stoppen.
Statt weiter fossile Brennstoffe zu verwenden und neue Kernkraftwerke zu bauen, sollen die Wissenschaftler
des Zeitreise-Teams dafür sorgen, dass die Blaualge der Energieträger der Zukunft wird. Ein
Energieträger, der ganz ohne Abgase und gefährlicher Abfälle daherkommt. Dafür muss das Team
Kontakt mit Bent Svensson herstellen und den ehemaligen Forscher und Wissenschaftler dazu bringen
sein Lebenswerk, die Blaualge, fertigzustellen. Doch bis zum Missionsziel ist es ein weiter
Weg und schon beim Zeitsprung gibt es erste Probleme und Hindernisse zu überwältigen, bis die
Rettung der heutige Welt für die zukünftige Generation in Angriff genommen werden kann…
Atomenergie und Klimawandel sind interessante und unverbrauchte Themen für ein Adventure
und 2011 aktueller, als je zuvor. Auch wenn es das Spiel mit der Wissenschaft nicht ganz so
eng sieht und man sich irgendwie schon fragt, warum die Menschheit in 500 Jahren zwar eine Möglichkeit
gefunden hat durch die Zeit zu reisen, aber nichts gegen den "Erduntergang" unternehmen kann,
so ist das Katastrophenszenario durchaus interessant und spannend aufgebaut. Die Rettung der
Erde vor dem Klimakollaps ist auch mal etwas anderes, als sonstige Mörder- und Entführungsgeschichten.
Insbesondere der Einstieg weiß dabei zu gefallen und die "Rettet die Welt"-Mission beginnt mit
mehreren Story-Strängen, die erst einmal zusammengeführt werden.
Die ersten Spielkapitel verknüpfen zudem nicht nur wunderbar unterschiedliche Handlungsstränge,
sondern profitieren auch von den sehr schön ausgearbeiteten Hauptcharakteren Fay und Bent. Der
Bio-Ingenieur hat einige private & persönliche Probleme, die sich im Lauf der Geschichte offenbaren
und die Zeitpilotin & Funkerin aus der Zukunft wird durch die Ereignisse, die bei der "Rettung
der Welt" auftreten, emotional beeinflusst, wodurch die beiden Charaktere nicht nur ein sehr
stimmiges Helden-Duo abgeben, sondern bis zum Ende eine spannende Entwicklung durchlaufen. Anders
sieht es da bei den übrigen NPCs da, die - auch wenn sie eine größere Rolle spielen - nicht
ganz so detailliert und facettenreich rüberkommen. Insbesondere die Gegenspieler / Bösewichte,
die etwas gegen die Öko-Aktivisten haben, wirken recht oberflächlich und stereotyp.
Nicht ganz zufriedenstellend war dagegen das Finale bzw. das Ende der Geschichte, was nicht
nur daran lag, dass sich die Ereignisse in den letzten Minuten überschlugen, sondern die virtuelle
Weltenrettung recht unbefriedigend endet. Sicherlich ist kein Happy-Ende nötig, wodurch alle
Klimaprobleme mit einer Lösungsvariante beseitigt wurden, aber für ein Adventure, bei swm man
unzählige Stunden mit den beiden Figuren mitgefiebert und deren persönliche Entwicklung erlebt
hat, war es dann doch etwas "ernüchternd". Das Ende deutet zwar etwas an, aber mehr leider auch
nicht. Platz für Spekulationen und einen Nachfolger gibt es dagegen reichlich.
Die Algen-Lösung
Auch wenn es sich bei "A New Beginning" um ein Öko-Adventure handelt, so ähnelt der eigentliche
Spielverlauf dem, was man auch schon aus anderen Point & Klick-Abenteuern kennt. Egal ob der
Spieler in den acht Kapiteln als Bent oder Fay unterwegs ist, in den meisten Fällen geht es
um Adventure-Alltagsprobleme, die überwunden werden müssen. Wie lässt sich die verschlossene
Tür öffnen? Womit kann der NPC abgelenkt werden? Wie kann ein defekter Gegenstand repariert
werden und wo befindet sich der gesuchte Gegenstand? Löcher müssen in Wände gesprengt werden,
es gilt eine Explosion zu verhindern, versteckte Hinweise zu finden, Investoren für ein Forschungsprojekt
zu gewinnen, Abgründe müssen überwundern und Personen "überredet" werden. Fast durchgehend sind
die zu lösenden Aufgaben dabei logisch aufgebaut und lassen sich ohne allzu viel ausprobieren
lösen. Wichtige Voraussetzung ist allerdings ein gründliches Absuchen nach Interaktionspunkten
auf dem Bildschirm, die sich zudem auch jederzeit per Hotkey anzeigen lassen, wodurch ein pixelgenaues
Absuchen nicht zwingend erforderlich ist. Meist weiß man als Spieler auch recht gut, was man
als nächstes machen soll oder welches Hindernis überwunden werden muss. Die unterschiedlichsten
NPCs trifft der Spieler zwar im Laufe des Abenteuers, aber wenn eine Aufgabe nicht gerade mit
der Person zu tun hat, geben die Figuren keinerlei Hinweise auf sonstige Rätsel. Da die Schauplätze
in den einzelnen Kapiteln allerdings jeweils aus einer überschaubaren Anzahl an Bildschirmen
bestehen, bleibt das Abenteuer durchweg sehr übersichtlich und viele Aufgaben sind auf wenige
Bildschirme beschränkt, erfordern lediglich einige Aktionen und mitunter ein wenig Laufarbeit.
So sind beispielsweise im Prolog etliche Handgriffe notwendig, um die defekte Maschine zu
reparieren, aber das sind lauter kleine Probleme, die nacheinander sichtbar werden und der Reihe
nach gelöst werden können. Fortgeschrittene Spieler kommen entsprechend flott durchs Spiel,
da die virtuelle Welt nicht größer wird - wie etwa in "Edna bricht aus" - sondern
aus überschaubaren Abschnitten besteht. Wirkliche "Hänger" sind selten und die Aufgaben machen
schon Sinn, wenn man das System verstanden hat. Etwa, wie man die Menge richtig aufstachelt,
damit der "Kahlschlag gestoppt" und der Wachposten abgelenkt wird.
Eingestreut gibt es auch immer mal wieder Probleme an Maschinen oder Apparaturen zu lösen,
die keine weiteren Gegenstände benötigen, sondern lediglich die richtigen Klicks auf Schaltflächen
und im Bild vorhandene Objekte. So gilt es im Spielverlauf eine Antenne richtig aufzubauen,
Turbinen in Gang zu bringen und den Wasserpegel in Tanks zu verändern, um unterschiedliche Ausgänge
zu erreichen. Wer kein Interesse an solchen "Minispielen" hat, der kann die Aufgaben auch nach
kurzer Zeit per Knopfdruck überspringen.
Point & Klick-Adventurespaß
Wie es sich für ein ordentliches 2D-Point & Klick-Adventure gehört, so lassen sich die beiden
Protagonisten mit der Maus durch die Gegend dirigieren und mit Objekten interagieren. Mit einem
Doppelklick geht es augenblicklich in den nächsten Bereich, die rechte Maustaste öffnet das
Inventar am unteren Bildschirmrand und die Space-Taste zeigt alle Interaktionspunkte auf dem
Schirm an. Außerdem leuchtet der Cursor, wenn ein Objekt anvisiert wird. Ein wenig fummeliger
wird es, wenn der Spieler mit Objekten interagieren möchte, da dazu jeweils die Maustaste gedrückt
gehalten werden muss, was wiederrum ein Interaktionsmenü mit Befehlen öffnet. Darin werden bis
zu vier mögliche Aktionen aufgelistet (ansehen, öffnen, benutzen, etc.), die mit dem Objekt
möglich sind. Allerdings wäre weniger doch mehr gewesen, da es - neben "ansehen" - oftmals nur
eine Aktion gibt und die vordefinierte Standardaktion ausgeführt wird, sobald man die Maustaste
loslässt, wodurch man beim Spielen oftmals ungewollt eine Aktion auslöst. Eine Ein-Klick-Lösung
- am besten ganz ohne Menü - wäre da bequemer gewesen.
Der Spielstand kann jederzeit auf einem der zahlreichen Speicherplätze gesichert werden und
eine "Weiterspielen"-Option im Startmenü lädt automatisch den letzten Spielstand. Verwunderlich,
warum das Spiel in dem Zusammenhang nicht eine Auto-Save-Funktion hat, so dass der Spielstand
in regelmäßigen Abständen / beim Beenden gesichert wird. Sehr kurios ist auch die Vollbild /
Fenster-Option, die keinerlei Auswirkungen hat. Wer im Fenstermodus spielen möchte (bzw. später
einmal wieder im Vollbild), muss dazu selbst Hand anlegen und die Config-Datei im Spielverzeichnis
mit einem Texteditor bearbeiten. Besitzer von Breitbildmonitoren sollten zudem wissen, dass
"A New Beginning" ausschließlich im 4 zu 3-Modus mit 1024 x 768 Pixeln läuft. Trotz
der geringen Auflösungen sehen die zahlreichen Schauplätze sehr schön aus und die Palette an
Locations weiß ebenfalls zu gefallen. Verfallene Ruinen, eine Bibliothek, stimmig eingerichtete
Behausungen, dunkle Keller, ein Wassergrundstück, eine große Meeresforschungsstation, eine Dschungellandschaft
und andere stimmige Orte werden im Laufe des etwa 12 bis 15 Stunden langen Öko-Abenteuers besucht.
Die Hintergründe sind dabei jeweils detailliert und stimmig gestaltet. Der Grafikstil wirkt
zwar nicht durchgehend aus einem Guss, sondern schwankt ein wenig, aber insgesamt trotzdem eine
runde Sache. Immer mal wieder gibt es auch kleinere Animationen in den Bildern (etwa Dampf,
der irgendwo aufsteigt), aber animationstechnisch wird nicht so viel geboten. Insbesondere die
Charaktere wirken in Bewegung mitunter ein wenig hölzern und es geschieht wenig gleichzeitig
auf dem Schirm. Schaltet Bent beispielsweise seinen Fernseher ein, so bleibt der Charakter in
der Animation stehen, es sind keine weiteren Aktionen möglich, das Fernsehprogramm läuft kurz
ab und wird dann wieder ausgeschaltet. So etwas hat Zak McKracken 1988 schon besser gemacht.
Dafür gibt es immer mal wieder stimmig eingespielte Zwischensequenzen, die in Comic-Form präsentiert
werden. Lediglich in Sachen Geschwindigkeit laufen diese Sequenzen mitunter einen Tick zu schnell
ab, ansonsten hätten die Entwickler ruhig mehr Ereignisse damit präsentieren können.
Noch besser - und runder - präsentiert sich die musikalische Untermalung. Der Soundtrack
ist stimmig ausgefallen, untermalt das Geschehen passend und bietet eine breite Palette an unterschiedlichen
Klängen für die sehr unterschiedlichen Schauplätze im Spiel. Außerdem gibt es die Musik als
Bonus-CD mit in der Packung. Aber auch die Sprecher wissen zu gefallen. Es gibt zwar einige
nicht ganz so schöne Rollen / Passagen / Betonungen, aber das betrifft die spärlich agierenden
Nebenfiguren und nicht Brent & Fay, die ausgezeichnet und glaubwürdig rüberkommen. Erfreulicherweise
kann man im Optionsmenü die Lautstärke für Musik, Sound und Sprache individuell festlegen, was
auch 2011 leider alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist.
Meinung
Es ist lange her, dass sich ein Adventure an der Öko- / Klimathematik versucht hat. Auch
wenn das Ausgangszenario wissenschaftlich nicht ganz glaubwürdig erscheint, so ist der Einstieg
stimmig, die ersten Kapitel bringen die Helden und einzelnen Handlungsstränge gekonnt zusammen
und auch die Rätsel sind überwiegend angenehm nachvollzieh- und lösbar. Zusätzlich tragen die
beiden Hauptcharaktere einiges zur stimmigen Atmosphäre bei, wobei Musik und Synchronsprecher
das Erlebnis gekonnt abrunden. Weniger überzeugend war dagegen das Ende, was nicht nur unbefriedigend,
sondern auch ein wenig plötzlich kam. Die technische Umsetzung lässt ebenso Platz für Verbesserungen.
Insgesamt ein rundes und stimmiges Adventure, was sich einer aktuellen Thematik widmet. Für
mich nicht ganz so stimmig, wie "Whispered World", und nicht ganz so abgedreht und
verrückt, wie "Edna bricht aus", aber trotzdem
noch eine 2.
Geschrieben am 06.08.2011, Testkonfiguration: AMD X2 6000+, 4GB, GeForce 8800GTS, SB Audigy2ZS
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