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Ankh
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 | Info |
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| Autor | | 2+ |
 |   | | 0 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 2 |
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| Gesamt (31 votes) | | 2+ |
 |   | | 0.6 |
 |   | | 1.4 |
 |   | | 2.1 |
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| Name: | Ankh |
| Genre: | Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2005/10 |
| Publisher: | bhv |
| Entwickler: | Deck 13 |
| Offiz. Sites: | Game, Demo |
| Hardware: | 1.5Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 800 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP, DX9 |
| Steuerung: | Maus |
| Sprache: | Deutsch |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1.01 |
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Die Durststrecke der letzten Jahre ist zwar überstanden, doch die heutigen Adventures sind
meist etwas anders, als es ältere Spieler kennen. Was assoziiert der Gamer heutzutage mit Adventure?
Moderner Look, wenig Humor und mindestens eine Actioneinlage sind sicherlich passende Begriffe,
wenn es sich nicht gerade um ein Renderadventure a la Myst handelt. Wie schön wäre es doch,
ein klassisches Point & Klick Adventures zu bekommen, das neben Hirn auch noch das Zwerchfell
fordert - ganz ohne "moderne" Beimischungen. Deck 13 wagt diesen Versuch mit "Ankh" und ob das
Adventure im 3D Gewand aus Deutschland etwas geworden ist, soll das Review zeigen.
Geliefert wird das Game in einer Klappbox, die in der Innenseite die wichtigsten Spielcharaktere
präsentiert, der Inhalt besteht jedoch aus einer normalen DVD Hülle. Ein DVD-Laufwerk ist
jedoch nicht nötig, denn eine CD-ROM reicht als Speichermedium völlig aus. Dazu gibt
es ein Handbuch, das die wichtigsten Grundlagen, wie Optionen und Bedienung, erklärt, zudem
durch Bilder und Artworks aufgelockert wird und erste Tipps für den Spielstart enthält.
Das Spiel lief absturzfrei und der Kopierschutz war beim Start jeweils nur eine Sache von wenigen
Sekunden. Nicht so schön sind zwei Kleinigkeiten. So wird beim Einlegen der Disk der Installer
gestartet, wobei dieser jedoch erst verifiziert wird, was durchaus einige Minuten dauern kann.
Hier sollte man entsprechend Autoplay unterbinden oder die Verifizierung abbrechen. Im Spiel
selber gab es an einer Stelle einen kompletten Hänger, nachdem man sich eine Karte angeschaut
hatte. Diese lies sich auch durch alle Windows zur Verfügung stehenden Abbruchfunktionen
nicht mehr deaktivieren und man konnte nichts anwählen oder ins Spielmenü zurückkehren.
Das Fenster wurde sofort wieder maximiert.
Party in der Pyramide
Während die Jugend heutzutage abends in die Disco geht oder sich anderweitig vergnügt, gab
es zur Zeit der Pharaonen nicht so viele Möglichkeiten. Man muss sich jedoch nur zu helfen wissen,
wie auch Assil und seine Freunde. Er hat sich von seinem Vater, dem Pyramidenbauer, den Schlüssel
stibitzt und mit seinen Kumpels Zugang zur Grabstätte verschafft. Vorbei an Fallen und Abwehreinrichtungen
haben sie sich bis ganz nach oben durchgeschlagen. Der kleinste Ärger wird noch der vergessene
Flaschenöffner sein, doch nachdem Assil einige Vasen zerbrochen hat, fängen die Probleme erst
richtig an. Aus einem Sarkophag taucht eine Mumie auf und ist wenig über die Eindringlinge erfreut.
Für insgesamt sieben zerbrochene Vasen gibt es leider als Strafe den Todesfluch. Nur eine Person
kann Assil helfen selbigen rechtzeitig loszuwerden: der Pharao…
1 x Kairo-Sonne mit Schirmchen
Der Sklavenhändler wird Assil sicherlich bei seiner nächsten Aufgabe helfen können. Im folgenden
Gespräch wird auch gleich deutlich, wie das nächste Ziel aussieht, das nur ein kleinen Schritt
darstellt, den der Held der Geschichte zur Befreiung des verfluchten Fluches benötigt.
Die Tochter des Pharaos muss gerettet werden. Doch bis man Hilfe bekommt, möchte der gute Herr
- wie so viele NPC in Adventures - erst eine kleine Gegenleistung. Unglücklicherweise sind Bananen
in der Stadt verboten und somit kann er sich beim Weinhändler nicht mehr seine "Kairo-Sonne"
mischen lassen. Deshalb erklärt sich Assil bereit, ihm diesen Wunsch zu erfüllen. Ein Gespräch
mit dem Verkäufer hilft leider nicht weiter. Er selber wird einen Teufel tun und die verbotenen
Bananen in die Stadt bringen oder sich gar einen Vorrat anlegen. Hier ist nun Assil an der Reihe
eine Lösung zu finden. Da es in der Stadt keine Bananen gibt, geht es mit dem inzwischen freundlichen
Fährmann auf die andere Seite des Nils durch die Wüste, bis man schließlich den geheimen Versammlungsplatz
der kiffenden Israeliten erreicht. Diese Leute können vielleicht weiterhelfen. Nach einem Gespräch
mit einer hier inzwischen sehr gut bekannten Person, der man die Haut gerettet hat, ist es ein
Leichtes und Assil wird "Mitglied" und nur für Mitglieder gibt es eine Planke. Aber was soll
man damit machen? Einige Untersuchungen in der Nähe ergeben, dass man genau damit die recht
baufällige Passage über den See verstärken kann und so trockenen Fußes in einem Versteck landet.
Wie sollte es auch anders sein, findet man hier die gesuchten Bananen. Zusammen mit dem Eimer
wandern diese ins Inventar. Nun kann man beim Händler den speziellen Drink mixen lassen. Ärgerlichweise
trinkt der Sklavenhändler jedoch das Getränk nur, wenn dort ein Cocktail-Schirmchen im Glas
steckt. Da es wenig bringt, sich von dem Herrn in Rage versetzten zu lassen und die Zeit zudem
drängt, bleibt dem Helden nichts anderes übrig, als sich auf die Suche nach einem Schirmchen
zu machen. Wie sollte es auch anders sein, gibt es beim Händler keine. Allerdings erinnert
man sich an einen Verkäufer in der Wüste vor der Sphinx. Nur bekommt Assil von ihm kein Schirmchen
ohne Bares. Es muss also eine Möglichkeit gefunden werden, dass er seinen Stand verläßt. Gerne
würde er mit der Karawane weiterziehen, jedoch wartet diese auf ihren Karawanenführer. Glücklicherweise
kann sich Assil jedoch noch daran erinnern, den Karawanenführer beim Gelage im Palast auf dem
Boden liegen gesehen zu haben. Dorthin geht es als nächstes und mit einem Eimer kalten Wassers
wird der gute Mann wieder auf die Beine gebracht. Nun steht der Weg zum Schirmchen offen und
der Sklavenhändler sollte sich gesprächig zeigen.
Die Last des Fluches
Nachdem sich Assil in der Pyramide den Fluch eingefangen hat, gibt es dann gleich noch von
seinem Vater, weil er den Schlüssel geklaut hat, eine Woche Hausarrest. Und dann kann das 3D
Graphik-Abenteuer in waschechter Point & Klick Manier beginnen. Da wird im schönsten Kairo
Setting nach nützlichen Dingen gesucht, diese Inventar kombiniert oder Gespräche geführt.
Neben dem Wohnhaus des Architekten geht es über die Straßen des Marktes, ein Besuch im Palast
steht mehrfach auf dem Programm, die Zellenbereiche müssen erkundet bzw. hinter sich gelassen
werden und ein Tauchgang am Grunde des Nils gehört genauso zu den Besuchsstätten, wie die Kamelwaschanlage
in Gizeh, die Sphinx oder die weite Wüste. Dabei bleibt das Spiel keinesfalls immer bierernst
oder versucht besonders akkurat die Historie wiederzugeben. Die Entwickler haben sich von unterschiedlichen
Games inspirieren lassen, so manche aktuelle Alltagssituation übernommen und kräftig bei Lucas
Arts abgeschaut. Ganz gleich, ob man nun auf dem Markt mit einer "Cairo Card™" zur Zahlung aufgefordert
wird oder Schmierereien an der Statue des Pharao im Palast vollführt. Da ist der Pharao eine
Witzfigur und spricht den Gott der Toten mit "Hallo Ossi" an oder es kommen saloppe Sprüche
wie "Der Kunde ist König". Auch die anderen Figuren erinnern an LucasArts Charaktere. So hat
sich der blinde Schneider beim Melonenkauf vertan und statt der Melone etwas Ebenbürtiges
an der Verkäuferin erwischt und sich zur Belohnung eine eingefangen oder man trifft einen Flaschengeist
in Rente. In den Gesprächen gibt es somit ausreichend amüsante Stellen. Möchte man sechs
Chicken Wings süß-sauer bestellen, gibt Assil sich als Beauftragter des Umweltamtes aus, will
Sex, Drogen & Rock'n'Roll oder man wird SWAT-Mitglied (Schlangen- Warn- und Abführ-Trupp). Sehr
wichtig bei einem Adventure sind natürlich die Rätsel. Hier versucht das Spiel einen Mittelweg
aus zu leicht und nur für Profis zu finden. Insgesamt findet man die gesamte Palette bekannter
Aufgaben. Da gilt es einen Gegenstand, wie z. B. eine Kurbel zu finden und richtig einzusetzen,
einige NPC rücken Gegenstände oder Informationen nur gegen Gegenleistungen heraus und Objekte
wollen sinnvoll miteinander kombiniert werden. Überwiegend sind die Aufgaben nicht sonderlich
schwer, wenn man erst mal weiß, wie es weitergehen soll. Da findet man oftmals alle wichtigen
Sachen eng beieinander und es muss lediglich kombiniert werden. Sehr schön ist es, dass keine
Aufgabe unter Stress, Zeitdruck oder als nervige Actioneinlage gemeistert werden muss. Da lockt
man die Wache weg und die bleibt dann so lange dort, bis man die Angelegenheit erledigt hat.
Viele Aufgaben sind überwiegend logisch, wie z. B. ein Kamel, das man mit Futter zur Waschanlage
bringen muss und selbige danach in Betrieb nehmen muss. Manche Puzzle ahnt man zwar, nur wird
es kaum möglich sein, aus einem "Ramses Extra Lang"-Brot - durch genügend Wärme - es so fest
zu backen, dass man es als Brett verwenden kann. Sehr schön ist es, dass man nicht wie in anderen
Adventure-Gamesmanche Gegenstände erst zu einem späteren Zeitpunkt anwählen kann oder sie später
dann an einer bereits durchsuchten Stelle plötzlich findet. Stellenweise kann man auch
zwischen zwei Charakteren wechseln und so neben einfachen kooperative Aufgaben lösen. Einer
erhöht z.B. den Wasserstand, so dass der andere auf der anderen Seite etwas aus dem Wasser fischen
kann. Wieso aber plötzlich ein Schalter nicht mehr geht und man einen anderen Weg finden muss,
eine Maschine zu stoppen oder warum Thara in der Zwischensequenz die gleichen Zivil-Klamotten
wie im Gefängnis anhat, aber dennoch behauptet, sie bräuchte etwas anderes als die Gefängniskleidung,
bleiben Kleinigkeiten und Geheimnisse der Entwickler. So lange die Wege nicht zu weit sind ist
es alles kein Problem. Nur stellenweise gegen Ende sind gibt es leider doch etwas zu lange Wege,
die das Spiel künstlich strecken. Gerade wenn man z. B. nicht weiß, wo man das weiter oben angesprochene
Schirmchen herbekommt, muss man alle Schauplätze erneut absuchen, was vumfangreich enden kann,
da schon früh im Spielverlaufe fast alle Locations offen stehen. Nach jedoch insgesamt etwa
10 Stunden ist der Spaß dann leider schon vorbei.
Point & Klick eben
Auch wenn Ankh eine 3D Engine einsetzt, ist es ein waschechtes Point & Klick Adventure. Die
Kamera folgt dabei der Bewegung der Spielfigur und kippt - je nach Abschnitt - entsprechend
nach oben oder unten, damit man jeweils einen guten Überblick behält. Der Mauszeiger verändert
seine Form, je nach Aktionsmöglichkeit. Komplizierte Menüs oder Klicks gibt es nicht, mit zwei
Tasten kann man Anschauen und Interagieren. Wenn man die Schauplätze einigermaßen gründlich
absucht, sollte auch kein Gegenstand übersehen werden. Erfreulicherweise ist der Held unsterblich
und das Game kann zusätzlich jederzeit im Menü gespeichert werden. Bis auf eine kurze Stelle
sind auch keine zeitkritischen Aktionen notwendig und es kann entspannt gespielt werden.
Ägypten multimedial
Grafisch bzw. vom Detailgrad ist das Adventure nicht vergleichbar mit aktuellen Shootern.
Aber das macht nichts, da es auch mit etwas weniger eine sehr stimmige und überzeugende Atmosphäre
aufbaut. Außer natürlich bei Leuten, für die Grafik 90% des Spielspaßes ausmacht. ;) FSAA
sollte man auf jeden Fall aktivieren, wodurch die Schauplätze deutlich besser aussehen. In Kombination
mit Textur und Design wird ein nettes, ägyptisches Flair geschaffen. Performancemäßig lief das
Spiel durchweg sehr solide, wenn gleich ich doch mit etwas mehr FPS bei der verwendeten Hardware
gerechnet hätte. Ab und zu wird kurzzeitig nachgeladen. Deutliche Frameeinbrüche treten auf,
wenn man mit der Maus über die Inventargegenstände geht.
Die Sprachausgabe ist - wie auch das Spiel - sehr humorvoll gehalten und die Sprecher gelungen.
Egal ob die Wache den Helden nun wegen einer Ordnungswidrigkeit nun zerstückeln muß (Sprachsampel),
die Banditen (mit Diplom) etwas einfordern (Sprachsampel),
der Held das Geschehen kommentiert (Sprachsampel)
oder auf dem Nil nicht zollfrei einkaufen will, sondern Krokodile sucht (Sprachsampel).
Weiterhin stehen nette Dialoge mit Mumien auf dem Programm (Sprachsample)
oder eine Nagelbett-Marktfeilscherei (Sprachsample).
Die Musik zu Ankh wurde vom Dynamedion
Team passend umgesetzt und orientiert sich stilistisch sehr an Jerry Goldsmith Filmmusik zu
"Die Mumie". Hier haben die Entwickler scheinbar die Musik als Temptrack genutzt und wollten
etwas vom gleichen Kaliber. Entsprechend gelungen kommt die Musik orchestral abenteuerlich,
orientalisch und bisweilen mysteriös daher und unterstützt die Atmosphäre passend, auch durch
den Einsatz fremdländischer Instrumente und Chor, so dass man sich sofort in die Zeit der Pyramiden
und des alten Ägypten versetzt fühlt. Einen netten Song haben die Komponisten ebenfalls mit
ins Grab gepackt. Der Ankh Song verbreitet abrupt Fröhlichkeit und man ist versucht, die mentalen
Bongos zu schwingen, erinnert das Lied doch sehr an "Under the Sea" aus Disney's Little Mermaid.
Eine insgesamt gelungene musikalische Umsetzung, auch wenn man ein wenig zu sehr das Vorbild
durchscheinen hört. Aber das kann verzeihen werden, solange man sich Komponisten wie Jerry Goldsmith
zum Vorbild nimmt. Zur Belohnung gibt es dann auch einen Demostück
zum Reinhören.
Meinung
Ankh schafft es wunderbar Charme und Witz der Adventures des letzten Jahrhunderts zu präsentieren
und mit 3D Grafik zu verbinden. Ganz ohne Ärgernisse wie verhunzte Steuerung, Actioneinlagen
oder ernste 08/15 Gespräche. Das Setting ist nett gemacht, es kommt eine klasse Atmosphäre auf
und die Rätsel sind auch für Einsteiger noch gut zu bewältigen. Reden, Suchen, Kombinieren
sorgen - mit Ausnahme einiger langer Laufwege - ansonsten für 10 schöne Spielstunden.
Wer mal wieder ein etwas humorvolleres Adventure geniessen möchte, liegt bei Ankh auf jeden
Fall richtig.
Musikdemo Palace
Sprachsample Marktfeilscherei
Sprachsample Klettverschluss-Mumie
Dank an Dynamedion
für die Bereitstellung der Musikdemo und an Between
Us für die Organisation der Sprachsamples .
Geschrieben am 17.11.2005, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
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