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Aquanox 2: Revelation
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 | Info |
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| Autor | | 2 |
 |   | | 2.5 |
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| Gesamt (84 votes) | | 2+ |
 |   | | 2.1 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 2.2 |
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| Name: | Aquanox 2: Revelation |
| Genre: | Action Sim |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2002/11 |
| Publisher: | JoWooD |
| Entwickler: | Massive |
| Hardware: | 800Mhz, 128MB RAM, 32MB 3D-Karte D3D, HD 2000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| FFeedback: | ja |
| Sprache: | Deutsch |
| Serie: | ja |
| Patch: | 2.159 |
| USK: | 16 |
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| Aquanox 2: Revelation (review von yak) |
Knapp ein Jahr, nachdem wir mit Aquanox
auf Tauchstation gehen durften, setzt Massive erneut "die Segel", um auf große
Fahrt zu gehen.
Aquanox 2: Revelation, ursprünglich als ein AddOn zum Hauptprogramm vorgesehen,
hatte jedoch nach Meinung der Entwickler genug "Tiefgang", um als Vollprodukt
in den Markt zu schippern. Gingen bei Aquanox die Fans von Schleichfahrt
ziemlich leer aus, wenn sie dachten, eine Weiterentwicklung ihres Lieblingsgames
zu finden, wollte Massive nun bei Aquanox 2: Revelation dieses Defizit ausbügeln.
Ob alle Bügelfalten und Knitter, die der Vorgänger bei vielen hinterlassen
hat, beseitigt werden konnten, soll euch unser Review zeigen.
Schwerpunkt wollte man bei spannenden Einzelspielermissionen setzen und damit
weg von den taktisch anspruchslosen Dauermassenschlachten des Vorgängers. Fanclubs
des Söldners Dead Eye Flint werden jedoch enttäuscht, denn die Story erzählt
nicht seine Geschichte weiter, sondern die von William Drake, letzter Nachfahre
einer alten Frachtführerdynastie.
Die Handlung spielt parallel zu den Ereignissen von Aqanox und könnte sozusagen medientechnisch
als Serien-Spin-Off bezeichnet werden. So trifft man während der Story auch auf alte Bekannte,
bzw. sogar Missionsüberschneidungen (man trifft z. B. den Entführer von Dead Eye Flints
Succubus).
William, jetzt alleiniger Besitzer des Frachters Harvester wird durch einen
vorgetäuschten Notruf von seinem Frachter weggelockt und muss nach seiner Rückkehr
feststellen, dass selbiger von Piraten übernommen wurde. Jetzt kann er nur noch
mit den Haifischen schwimmen oder untergehen. Er entscheidet sich für das Haifischbecken,
sorgt es aber sogleich dafür, dass aus ihm ein richtiger Seemann wird. Er erfährt
mehr über seine Vergangenheit, gewinnt neue Freunde und er erkennt, dass hinter
der Entführung seines Frachters viel mehr zu stecken scheint, als er ursprünglich
geglaubt hat. So scheint er der Hauptprotagonist einer alten Prophezeiung zu
sein, die über das Schicksal der Welt Aquas zu entscheiden hat.
Technisch hat sich zum Vorgänger nicht allzu viel getan. Die hervorragend aussehende
Krass-Engine ist immer noch eine Augenweide. So sieht es beeindruckend aus,
wie die U-Boote sich durch das Wasser bewegen und im Fahrwasser Luftblasen aufgewirbelt
werden. Das Licht, das von der Oberfläche durch das Wasser dringt, spiegelt
sich diesmal noch effektvoller auf dem Meeresboden und den Riffen. Die U-Boote
scheinen etwas metallischer als im Vorgänger und generell ist Aquanox 2 nicht
mehr so "bunt". Alles wirkt etwas dunkler, düsterer und benutzter, was für den
atmosphärischen Eindruck von Vorteil ist.
Nach dem Motto "Früher war alles besser" hat man sich auch vom virtuellen Cockpit
des Vorgängers getrennt und bietet nun wieder, wie in Schleichfahrt, schiffsspezifische
Cockpitansichten. So kann man wenigstens aus der Egosicht sehen, welches schicke
Boot man sich bei der letzten Enteraktion unter den Nagel reißen konnte. Auch
die Dialoggestaltung wurde überarbeitet. Man trennte sich von der comic-haften
Präsentation und setzt nun auf eine eher photorealistische Darstellung der Charaktere.
Beim "Back to the Roots" hat man auch die Dialogfensterhintergründe, wie man
sie aus Schleichfahrt her kennt, reinkarniert. So darf man wieder innerhalb
einer Station oder des Frachters verschieden Ortschaften anklicken, deren Hintergrundbilder,
wie z. B. Brücke oder Mannschaftsraum, dann gezeigt werden. Mir persönlich hat
die Methode aus Aquanox besser gefallen, weil da ein mittels der 3D Engine beeindruckend
erstelltes Sight Seeing auf den Screen gezaubert wurde. Sah man in Aquanox noch
Uboote an den Stationen vorbeirauschen, muss man sich nun wieder mit statischen
Bildern begnügen. Eine Kombination von Schleichfahrt und Aquanox wäre hier atmosphärisch
dienlicher gewesen.
Die Geräuschkulisse entspricht dem Vorgänger, der eigentlich auch keine Wünsche
offen ließ. Positiv ist jedoch die Änderung der Musikrichtung. Donnerte in Teil
1 hauptsächlich Techno aus den Boxen, verwendet man diesen jetzt spärlicher.
Getragen wird die Musik in Aquanox 2 jetzt von eher filmmusikalisch orientierter
Vertonung. So gibt es passende Ambientestücke, die in ruhigeren Spielphasen
eher den Eindruck vermitteln, sich mehrere hundert Meter unter der Wasseroberfläche
zu befinden, als die vorherige Musik mit ihren harten Industry-Sounds. Hier
hat man wirklich gute Arbeit geleistet und einen meiner Hauptkritikpunkte der
beiden Vorgänger ausbügeln können. Besonders die Stücke, in denen Choreinlagen
benutzt wurden, passen hervorragend zur Atmosphäre und erinnern stilistisch
ein wenig an "Alien3" oder auch "The Abyss", was durchaus
passend ist. Es erinnert stilistisch etwas an den Komponisten Elliott Goldenthal
(Alien ³, Sphere, Interview mit einem Vampir, Batman Forever). Ganz trennen
konnte man sich jedoch von der vorherigen Soundkullisse dennoch nicht, nur jetzt
passt sie viel besser zum Spielgeschehen, weil sie u. a. auch gewählter, meist
bei Massenschlachten, zum Einsatz kommt.
Die Sprachausgabe wurde hervorragend besetzt. So findet man unter den Sprechern
bekannte dt. Stimmen von Hollywood-Größen. Überarbeitet hat Massive auch die
von vielen kritisierte Steuerung. So ist es jetzt möglich, innerhalb der Menüs
auch mit der Maus zu arbeiten. Gesteuert wird wahlweise mit Maus, Joystick oder
Tastatur. Erfreulicherweise hat Massive auch auf die Klagen der Fans gehört
und die Ego-Shooter Steuerung des Vorgängers um die Option erweitert, nun auch
eine simulationsähnliche Variante benutzen zu dürfen. So kommt eher altes Schleichfahrt-Feeling
auf, wenn auch das ohnehin schon schwere Spiel dadurch nochmals kräftig zulegt
und einige Passagen mittels der Sim-Steuerung fast unmöglich sind. Aquanox 2
verfügt über eine hervorragende Force-Feedback Unterstützung, wenn auch leider
die Unterstützung für Force Feedback-Mäuse nicht integriert wurde. Schade eigentlich,
da Massive sonst immer wegweisend in der Umsetzung neuer Technologien ist, wie
der aktuelle Patch mit Direct X 9 Unterstützung beweisst.
Das Gameplay wurde jedoch im wahrsten Sinne des Wortes Kiel-geholt. Gab es
in Aquanox meist nur taktisch weniger anspruchsvolle Massenschlachten mit wenig
spielerischem Tiefgang, hat man sich bei Aquanox 2 nun, wohl auch Dank der Fanbeschwerden,
eines Besseren belehren lassen. Nicht nur die Story wird wesentlich spannender
und filmgleicher erzählt, sondern auch die Missionen selber. So muss man eine
entführte Wissenschaftlerin aus den Klauen der menschenfressenden Crawler befreien,
diese dann zu ihrem Stützpunkt begleiten. Sabotage verhindern, seine Kumpanen
aus dem Gefängnis befreien, ein Museum ausrauben, nachdem man in einem unterirdischen
Tunnelsystem die Lasersperren deaktiviert hat, Geleitschutz geben, eine schwerbewaffnete
Werft infiltrieren und vieles mehr. Die Missionsdesigner haben hier mehr Wert
auf Vielfalt und Abwechselung gelegt, als beim Vorgänger. Jetzt ist taktisches
Vorgehen wesentlich wichtiger als die Hau- Ruck-Methodik. Oft muss man sich
durch Gräben schleichen, Relais für Geschütztürme oder Torpedos ausschalten,
um unversehrt passieren zu können. In den Missionen kommt schnell das alte Schleichfahrt-Feeling
auf, auch, weil es nicht mehr ausschließlich Massenattacken gibt. Manchmal sorgen
nur ein, zwei "fette" Gegner, die schwer zu knacken sind, für Adrenalinschübe.
Auf massive Action braucht man dennoch nicht zu verzichten, denn auch Massenschlachten
mit entsprechendem Gegneraufkommen werden geboten. So z. B. wenn der eigene Frachter
mehrfach von Piraten oder einem geheimen Orden angegriffen wird.
Was das Missionsdesign angeht, hat Massive eindeutig aus den "Fehlern" des
Vorgängers gelernt. So macht es einfach viel mehr Spaß. Wie auch in Schleichfahrt
bereits vorhanden, kann man Bonusziele erreichen, die entweder durch die richtige
Wahl der Gesprächspartner innerhalb der Dialogsequenzen freigeschaltet werden,
bzw. innerhalb der Mission zusätzlich, jedoch nicht im Briefing erwähnt,
absolviert werden können. Damit ist es für alle Schatzsucher Grundvoraussetzung,
das Missionsgebiet akribisch abzusuchen, trifft man doch dort schon mal auf
Saboteure, die Entro-Points angreifen oder einen versteckten Frachter, der praktisch
danach schreit, ausgebeutet zu werden. Durch das Erfüllen der Bonusziele bekommt
man meist nette Ausrüstungsgegenstände, die einem das harte Seemannsleben, in
Form von Waffen- oder Panzerungsupgrades, erleichtern können. Etwas störend
fand ich jedoch, dass man innerhalb der Mission nicht einsehen konnte, wie viel
Bonusziele im Level "versteckt" sind. Erst nach Abschluss ist dies zu erkennen,
was für Secretfetischisten wie ich es nun mal bin bedeutet- Level neu spielen.
Aber leider gibt es auch, wie beim Vorgänger, einiges zu Beanstanden. Es gibt
wieder kein vernünftiges Debriefing bei erfolgloser Mission. So bekommt man
oft nur die Mitteilung, über das Scheitern der Mission, leider aber nicht, woran
es letztendlich gelegen hat. Ist man selbst von einem Sniper getroffen, konnte
ein Ziel nicht rechtzeitig erreicht werden oder wurde unser zu beschützendes
Objekt zerstört? Hier kann man oft nur raten und steht dann leider bei gleichem
Ergebnis etwas ratlos dar. So lässt sich ein anderes taktisches Vorgehen nur
unzureichend planen, da man nicht weiss, woran es gelegen haben kann.
Was mich besonders gestört hat war die Tatsache, dass man nur ein sehr limitiertes
und abgegrenztes Spielfeld hat. Ob dies bei Aquanox 1 auch der Fall war, kann
ich nicht bestätigen, da man dort nur wenig Initiative entwickeln musste, außerhalb
des Missionsumfeldes zu agieren. Bei Aquanox 2 sieht die Sache nun aber durch
die versteckten Bonusziele grundlegend anders aus. Hier wird man praktisch dazu
eingeladen, alles zu erforschen, da die Boni sehr gut versteckt sind. Leider
erreicht man dann aber sehr oft die Levelgrenzen, was man dadurch erfährt, dass
es einfach nicht weitergeht und unser Uboot gegen eine imaginäre Glasscheibe
rummst, auch wenn man dahinter noch "freies Feld" zu sehen ist. Hier
wird man dermaßen abrupt aus dem Spiel und der damit ansonsten großartig inszenierten
Atmosphäre gerissen, dass es schon ein wenig unverschämt ist. Ein Fisch im Aquarium
mit Phototapete :-)
Ein absolut vermeidbares Delikt, denn schon bei Schleichfahrt wurden solche
Zonen als atomar verseuchte Todesgebiete deklariert, in denen man nicht lange
überleben konnte, bzw. der Level wurde so gestaltet, dass man an einer Bergkette
nicht vorbei kam. Bei Aquanox 2 ist selbst sehr oft die Höhe limitiert und das
ebenso auf Kosten der Atmosphäre. Die von den Designern vorgegebene Levelhöhe
ist für ausladende Dogfights oft viel zu niedrig ausgelegt, auch wenn sie in
einigen Bereichen für den strategischen Aufbau des Levels Sinn machen, hätte
man dies sicher anders lösen können. Warum dann nicht z. B. eine unterirdische
Höhle, die eine "naturgegebene" Höhenlimitierung hat? Und genau hier setzt auch
ein anderer Kritikpunkt ein. Warum z. B. nicht eine paar Missionen in unterirdischen
Höhlen, in denen es etwas Auszukundschaften gibt oder man sogar gegen ein riesiges
unterirdisches Monstrum kämpfen muss. Dass die Krass Engine das kann, wissen
Fans aus dem Vorgänger und Ansätze für eine "höhlenähnliche" Mission findet
man ja auch beim Museumseinbruch, bei dem man durch ein vertracktes Tunnelsystem
manövrieren muss.
Der Bereich des Handelns wurde etwas ausgebaut und man kann wieder, auch dank
der Credits, die man mittels Bonusmissionen verdienen kann, sein Uboot tunen.
Es stehen wieder die bekannten Optionen zur Auswahl, die man auf seinen später
insgesamt vier Schiffen entsprechend verteilen kann. Vom stärkeren Fusionsblock,
bis zu Sniper Waffe, verstärkter Panzerung und fetten Torpedos gibt es reichlich
Auswahl, Reparaturen sind aber weiterhin kostenlos. Jedenfalls eine bessere
und interaktivere Lösung als im Vorgänger. Die Schiffswahl ist auch bei einigen
Missionen strategisch wichtig. Benötigt man doch in manchen Aufgaben ein sehr
kleines Schiff, um z. B. durch enge Tunnel zu gelangen oder ein Crawler-Schiff,
um so getarnt die Gegner passieren zu können. Das Schiffausrüsten macht somit
mehr strategischen Sinn als in Aquanox. Hinzugefügt wurde eine Option namens
Auto-Ausrüstung, die aber meist höchst unbefriedigende Ergebnisse ablieferte
und ein Nachbearbeiten so zwingend war.
Gameplaytechnisch unausgereift fand ich die Integration des Simulations-Steuerungs-Modells.
Zwar hat man hier das Gefühl von "Schleichfahrt", machte es jedoch oft einigen Missionen so
gut wie unspielbar. Ein präzises Strafen, was oft für das Ausschalten von Geschütztürmen notwendig
war, klappte nur unbefriedigend. Ebenso die später im Spiel eingebauten Laserfallen waren eine
Qual damit. So konnte man die Laserstrahlen aus der Egosicht nur schlecht dreidimensional orten
und musste zwangsweise in die 3rd Person Sicht wechseln, die auch nicht besonder überscihtlich
dabei war. Die kleinste Berührung sorgte für das Scheitern der Mission. Unfair und steuerungstechnisch
zu fummelig in meinen Augen, besonders ärgerlich auch dann, wenn diese Passage erst recht spät
in der bis dahin schon recht schweren Mission erreicht wird. Auch die Sniperwaffe war für mich
viel zu "fummelig", zwar hört sich die Option gut an, schwächere Gegner einfach durch einen
"Cockpit-Headshot" zu versenken, klappte es jedoch nur recht selten und auch die Snipersicht
reißt einen viel zu sehr aus dem Geschehen und vernachlässigt dadurch sträflich die Beobachtungsmöglichkeit
des Umfeldes, was nicht selten zum Tode führte. Schaden mach klug, so dass ich ab dann eher
auf konventionellere Wummen gesetzt habe. Verzichten muss man im Vergleich zu Schleichfahrt
aber weiterhin auf einige der damals liebgewonnenen Features. So gibt es wiederum keine Geschütztürme,
mit denen man seine "Babies" ausstatten darf. Die Motor-Auschaltfunktion und das dem Ursprungsspiel
namensgebende Schleichfahren in einer Strömung kam leider auch nicht zum Einsatz. Da gab
es zumindest in Aquanox einige Missionen. Schade! Gewünscht hätte ich mir auch endlich
einmal, dass man selbst Ab- und Andocken kann.
Die Gegner-KI ist sehr gelungen. Gibt es zwar einige Massenschlachten mit Kanonenfutter-KI,
so darf man aber auch gegen gewitztere Feinde ins Gefecht ziehen. Ein paar Unzulänglichkeiten
gab es jedoch mit der "Feindaktivierung". So konnte man einige Gegner in den Bonusmissionen
aus sicherer Distanz ausschalten und mit Dauerfeuer beglücken, ohne dass sie Gegenmaßnahmen
ergriffen. Die KI der eigenen Begleiter ist gut gelöst. Es wirkt im Kampf sehr authentisch und
machte richtig Spaß, mit ihnen den Ozean zu "säubern". Lediglich in "Routenmissionen", wo sie
bestimmte Zielpunkte anfahren, scheinen sie "Dienst nach Vorschrift" per Skript zu machen, fährt
man mit ihnen dicht zusammen, rammen sie einen schon mal ungewollt, wenn man in ihrer direkten
Route fährt. Auch passierte es mir in der Deimos Mission, in der unser Kumpel Stoney Fox
das Schiff Deimos steuert, dass er die Werft nicht verlassen konnte, sondern wie ein Spaten
im Sandboden kopfüber im Meeresboden steckte. Erst durch eine kleine "Rempelaktion" konnte ich
ihn befreien und die Mission daraufhin beenden.
Der Schwierigkeitsgrad ist nicht von schlechten Eltern. Schon der Modus "einfach"
stellt gute Spieler in einigen Missionen vor Probleme. Anfänger werden sicher
oft vor Frust in die Tastatur beißen wollen :). Meist ist dies jedoch ein Zeichen
dafür, etwas am Upgraden des Schiffes "verbeutelt" zu haben oder einfach nur
eine absolut falsche Taktik. Leider finde ich insgesamt aber den Schwierigkeitsgrad
der einzelnen Missionen zu schlecht ausbalanciert. Etwas Feintuning hätte gut
getan.
Bugs gab es eigentlich so gut wie keine. Lediglich die Option "Spiel fortsetzen"
setzte mich grundsätzlich einen Spielstand vor dem zuletzt gespeicherten ins
Boot.
Die Story wird mittels der Dialoge spannend, wenn auch später etwas zu "episch" erzählt,
so dass man oft einfach den Schnellvorlaufknopf drücken möchte. Weniger wäre hier mehr gewesen.
So wäre es beispielsweise wünschenswert, dass es nicht nur linear ablaufende Dialoge gegeben
hätte, sondern einige Multiple-Choice Optionen, in denen man sich dann Bonusmissionen verdienen
könnte. So wird der Spieler lediglich zum Zuhörer degradiert, was auf Dauer und bei der Länge
der Gespräche zu langweilig wird und in einer Klickorgie ausartet, auch wenn der Handlungsablauf
wesentlich nachvollziehbarer und gehaltvoller ist, als im verworrenen Storyverlauf von Aquanox.
Eine etwas übertriebene Fäkaliensprache soll wahrscheinlich die harten Sitten auf
See veranschaulichen, ich finde sie aber etwas zu überzogen.
Auf Zwischensequenzen, die die Handlung vorantreiben, muss man jedoch verzichten,
lediglich ein Intro und ein Finale darf man bewundern, wobei das Finale mehr
oder weniger unbefriedigend und konstruiert erscheint. Es bleiben mehr Fragen
offen, als gestellt wurden ;-).
Das Handbuch ist vorbildlich gegliedert und enthält erfreulicherweise einen
Abschnitt für die Fast-Food-Junkies zum Schnelleinstieg und einen Directors
Cut für Genießer :-), mit viel Hintergrundinformationen zur Welt Aqua.
Gemogelt wurde jedoch stark bei der Missionszahl auf der Verpackung. Von den
versprochenen 50 Missionen konnte ich nur ca. 30 zählen.
Insgesamt ist Aquanox 2: Revelation ein spannendes Singleplayer Game, das zwar nicht ganz
die Klasse von Schleichfahrt erreicht, aber sich gekonnt spieltechnisch zwischen den Vorgänger
plaziert. Einige atemberaubend spannende Missionen, verpackt in sensationeller Optik und opulentem
Sound, bieten für ca. 15-20 Stunden Spielspass. Aquanox 2 ist sicher näher an dem alten Schleichfahrt,
als der Vorgänger, auch wenn es noch kleine Detailverbesserungen vertragen könnte. Die Frage,
die man sich nun als "alter" Schleichfahrer stellen würde ist sicher ein Blick in die Zukunft,
wie das nächste Spiel dieser Reihe aussehen dürfte. Eigentlich beantwortet sich die Frage fast
von alleine, denn die Designer haben sich durch einige Missionen diese Frage so gut wie selbst
beantwortet. Konnte man in Aquanox 2 per Funkübertragung miterleben, wie Schiffe an Stationen
andockten, um dort z. B. eine Befreiungsaktion im Gefängnis oder ein Diebstahl im Museum
durchzuführen, bleibt nur eines zu wünschen: In Aquanox 3 will ich raus aus dem Schiff und dabei
mitmischen :-).
Geschrieben am 18.02.2003, Testkonfiguration: AMD2100+, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
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