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Assassins Creed 2
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 | Info |
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| Autor | | 2 |
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| Gesamt (15 votes) | | 2+ |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 1.3 |
 |   | | 2.5 |
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| Name: | Assassins Creed 2 |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2009/11 |
| Publisher: | Ubisoft |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | Xbox360 |
| System: | Xbox360 |
| Sprache: | Multilingual |
| zensiert: | nein |
| Serie: | ja |
| Bemerkung: | Auch für PS 3 / PC (DRM verseucht) |
| USK: | 16 |
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Nachdem Ubi Soft Ende 2007 mit Assassin's
Creed ein optisch eindrucksvolles und kommerziell sehr erfolgreiches Action-Adventure veröffentlicht
hat, war es nicht überraschend, dass der Titel zur Serie ausgebaut wird und das aufgreift, was
das offene Ende angedeutet hat: Es gibt ein Assassin's Creed 2. In mehreren anderen Ubi Soft-Spielen,
wie Prince of Persia oder Far Cry 2, haben die Ubi Soft-Entwicklerstudios weitere Erfahrungen
mit "Open Word Konzepten" sammeln können, die alle - wie auch schon Assassin's Creed 1 - im
Bereich Abwechslung - erhebliche Mängel aufgewiesen haben. Große Spielwelten alleine reichen
eben nicht aus. Im Fall von Assassin's Creed 2 hatten die Entwickler nun 24 Monate Zeit, um
bekannte Gameplaykost um Neuerungen zu bereichern und den Spielern nicht 50 x genau die gleiche
Aufgabe erledigen zu lassen. Ist der neue Altair, Ezio, abwechslungsreicher? Gibt es mehr Möglichkeiten
und Freiheiten bei den Missionen? Gibt es noch immer Lückenfüller und Streckungen im Spielverlauf?
Das und mehr im folgenden Review.
Versionswirrwar
Leicht macht(e) es Ubi Soft dem Käufer bei der Wahl der Verkaufsversion nicht. Neben der
normalen gibt es mehrere Collector's bzw. Limited Editions. Zumindest vor dem Release konnten
schnelle Vorbesteller zwischen drei Versionen wählen: Normal, White Edition und Black Edition.
Während die schlichte DVD-Version lediglich mit Handbuch und Spieldatenträger auskommen muss,
so beinhalten die anderen beiden Versionen ein Artbook, Soundtrack und eine Spielfigur in der
entsprechenden Editionsfarbe. Wer als Käufer gerne das vollständige Spiel haben möchte, der
musste zur teuersten Version greifen (im Fall von Assassin's Creed 2 die Black Edition, die
zudem extrem limitiert war), da nur die Version zwei zusätzliche Missionen beinhaltet, die White
Edition eine. Aber der Gipfel der Kundenschröpfung ist damit noch nicht erreicht. Da sich (zeitnaher)
Downloadcontent finanziell immer gut macht und die Zeit vor dem Release (immer) knapp ist, wurden
einfach an einer Stelle zwei Kapitel aus dem eigentlichen Spiel entfernt. Sicherlich gibt es
bei jedem Spiel einige Reste und nicht verwendete Passagen, allerdings ist das Rausschneiden
im Fall von AC 2 schon sehr deutlich. So springt das Kapitel plötzlich von 11 auf 14 und die
Handlung hat eine merkliche "Lücke", wodurch der Titel von einem interessanten Höhepunkt zum
schnell hingeschusterten Ende übergeht. Wer also die - im Hauptspiel - als "defekt" gekennzeichneten
Kapitel spielen möchte, der darf jeweils etwa 320 MS Points (etwa 3,99€) bezahlen und kann sich
dann über 1-2 zusätzliche Stunden Spielzeit freuen, wobei die Erweiterung keine zusätzlichen
Erfolge beinhaltet. Aber dafür haben mit Erweiterung #2 alle Spieler die Möglichkeit durch 3€
mehr (520 statt 320 Points) auch die drei Bonusmissionen zu erhalten, die es anfangs nur in
der Black Edition gab. Importkäufer sollten zudem wissen, dass die günstigen UK-Versionen keine
dt. Texte oder dt. Sprachausgabe beinhalten. Die USK 16-Version aus Deutschland beinhaltet dagegen
Text und Sprachausgabe in Deutsch, Englisch und Italienisch. Im Gegensatz zu Activision, die
bei Modern Warfare 2 ein wenig geflunkert haben, stimmt kurioserweise Aussage und Aufdruck auf
der Packung: Schleichen, rauben und (blutig / uncut) morden darf man in Deutschland ab 16 Jahren.
PC-Version: Online-DRM-Dauerüberwacht Version 3.0
Für PC-Spieler gibt es gute und sehr schlechte Nachrichten. Erst im März darf unter Windows
losgelegt werden und die PC-Version beinhaltet auch gleich alle Downloaderweiterungen der Konsolenfassung,
so dass zumindest eine Zielgruppe von Anfang an das komplette Spiel bekommt. Aber dafür schlägt
der französische Publisher mit einem Kopierschutz zurück, der es in sich hat und wo man sich
wirklich fragen muss, was der Sinn sein soll den ehrlichen Kunden zum Feindbild zu machen. Wer
unter Windows Assassin's Creed 2 spielen will, der braucht eine ständige Internetverbindung
zu den Überwachungsservern von Ubi Soft. Sollte auch nur für einen kurzen Augenblick die Verbindung
abbrechen, so wird - natürlich nur aus Sicherheitsgründen (für den Publisher) - sofort pausiert
und der Spieler kann erst weiterspielen, wenn er sich wieder mit dem Überwachungssystem verbunden
hat. Mit solchen Methoden verliert der Spieler nicht nur sämtliche Fortschritte nach dem letzten
Checkpoint und wird zum gläsernen User für Ubi Soft, sondern muss das Spiel auch mit einem sinnlosen
Ubi Soft-Account verknüpfen, der dazu dienen soll, einen Weiterverkauf des Spiels zu unterbinden
/ erschwerren. Einziger positiver Lichtblick: Es wird keine DVD im Laufwerk benötigt, um das
Spiel zu starten. In PR-Aussagen wird außerdem von Ubi Soft ein neues Feature als "toll" angepriesen:
Die Spielstände werden nicht nur lokal abgespeichert, sondern auch auf den Servern von Ubi Soft,
so dass der Spieler - theoretisch - von jedem PC, wo ein Assassin's Creed 2 installiert ist,
sich mit seinem Ubi Soft-Account anmelden und spielen kann. Vorrausetzung ist natürlich eine
dauerhafte und stabile I-Net Verbindung zu einem Server, der nicht ewig laufen / online sein
wird.
Das Abenteuer geht weiter … mit Ezio
Assassin's Creed 2 setzt haargenau an der Stelle an, wo der Vorgänger aufgehört hat. Der
Spieler startet im genau dem Raum, wo es dunkel wurde und der Abspann über den Schirm flimmerte,
um jetzt zwei Jahre später im Nachfolger zu erfahren, wie es weitergeht. Nach einer kurzen Flucht
erfolgt nicht nur ein Szenenwechsel, sondern auch ein Sprung ins 15. Jahrhundert zu Zeit der
Renaissance in Italien. Die Zeiten von Altair sind vorbei, der neue Assassine heißt Ezio Auditore
da Firenze. Allerdings weiß Ezio anfangs noch nicht, dass sich sein Leben schon sehr bald radikal
ändern wird, da einige unschöne Ereignisse stattfinden und der Held erst einmal aus der Stadt
fliehen muss. An ein normales Leben ist nicht mehr zu denken, wobei neben dem Wunsch nach Rache
auch ein "Geheimnis / Verschwörung" gelüftet werden will…
Wirkliches Vorwissen aus Assassin's Creed 1 ist beim Nachfolger nicht zwingend erforderlich.
Die Geschichte im 15. Jahrhundert ist überwiegend eigenständig und erzählt den Fall und Aufstieg
von Ezio Auditore da Firenze. Eher bei den Kleinigkeiten und Sequenzen in der heutigen Zeit
sind Vorkenntnisse eine Voraussetzung, um der übergreifenden Handlung folgen zu können. Eher
für Kenner, die Teil 1 vor etwa zwei Jahren gespielt haben, ist die kurze Zusammenfassung am
Anfang des Spiels hilfreich, um sich noch einmal einige Sachen ins Gedächtnis zu rufen. Während
der Vorgänger zur Mitte hin ein wenig schwächelte und handlungstechnisch etwas ermüdend wirkte,
so geht dem Nachfolger gegen Ende die Puste aus und speziell das letzte Kapitel wirkt arg "drangestückelt",
um vor dem Weihnachtsverkauf zu einem Ende zu kommen. Ungünstigerweise wurden die beiden Storykapitel
vor dem Showdown rausgenommen und das gerade, als die Handlung eine interessante Wendung bekam.
Das Ergebnis ist ein recht aufgesetzt wirkendes Finale rund um Glaube und Religion, was nicht
unbedingt für jeden Spieler eine wirklich motivierende Thematik ist.
Insgesamt merkt man Assassin's Creed 2 schon an, dass Ubi Soft hier eine etwas größere Geschichte
erzählen will. Mit dem 2. Teil haben sich schon einige Handlungsstränge angehäuft, die unterschiedlichen
Zeitepochen werden zudem auch noch miteinander verwoben und einige Punkte & Ereignisse aus dem
Vorgänger wieder aufgegriffen. Aber auch die Zahl der NPCs wurde im Nachfolger deutlich erhöht
und allein auf der "Bösen Seite" gibt es eine kleine Armee an Widersachen, die nicht unbedingt
alle eine große Rolle haben, die aber, durch zahlreiche historische Figuren und Orte, für eine
stimmige Atmosphäre sorgen. Als Ergänzung zum eigentlichen Gameplay und der im Spiel präsentierten
Handlung gibt es auch noch eine kleine Ingame-Enzyklopädie, die den Spieler über die historischen
Hintergründe aufklärt. Leider jedoch in extrem knapper Form.
Geschichte in 12 Kapiteln
Neben der Handlung, die in eine andere Zeitepoche verlegt wurde und neue Assassinen-Möglichkeiten
bietet, ist der Nachfolger im Grunde den Wurzeln treu geblieben. Auch in Assassin's Creed 2
schleicht der Spieler durch die Straßen, klettert an allerlei Gebäuden hoch, flitzt über die
Dächer der Stadt oder liefert sich actionreiche Auseinandersetzungen mit den unterschiedlichsten
Wachmannschaften. Der mit Abstand größte Kritikpunkt am Vorgänger war der extrem eintönige Missionsablauf
nach der wirklich stimmigen Einführung. Neun Mal durfte bzw. musste der Spieler erst unzählige,
immer gleiche Nebenaufgaben erledigen, damit die nächste Zielperson ausgeschaltet werden könnte.
Im Nachfolger haben die Ubi Soft Studios - nach mehreren vermurksten Open-World-Spielen - nun
endlich die Kurve hinbekommen und präsentieren die Meuchelhatz stimmig(er), mit mehr Variationen
und in handlichen Häppchen. Jedes der zwölf Kapitel ist dabei in eine überschaubare Anzahl von
Untermissionen aufgeteilt, die jeweils zusammen einen Handlungsblock abschließen und aufeinander
aufbauen. Gerade im Vergleich zum Vorgänger hinterlässt das Gameplay dadurch einen sehr viel
stimmigeren Eindruck. Um etwa einen Bösewicht zu beseitigen, gilt es in etlichen Nebenmissionen
erst einmal etwas über den Aufenthaltsort in Erfahrung zu bringen, sich mit örtlichen "Verbündeten"
anzufreunden und das Vertrauen in einigen Hilfsmissionen zu gewinnen, bevor es daran geht, Vorbereitungen
zum Angriff zu treffen und erst einmal die Wachen auf den Dächern in der Umgebung zu eliminieren,
damit die Verbündeten hier Stellung beziehen können, bevor es zum eigentlichen Attentats-Angriff
kommt. Auch wenn das Spielprinzip im Grunde auf wenigen Gamplayelementen beruht und mit klettern,
verfolgen, kämpfen und leichten Erkundungsmissionen keine große Spannweite an Features bietet,
so ist das Ganze ähnlich stimmig verpackt, wie beispielsweise bei einem GTA-Spiel, wo bekannte
und funktionierende Elemente in jeweils leicht abgewandelter Form stimmig präsentiert werden.
Auch wenn es nur eine eher simple Mission ist und der Spieler mit einem Begleiter erst einmal
die Umgebung auskundschaftet, so ist das Spiel mit den auch dort eingestreuten Zwischensequenzen,
kleinen Handlungsbrocken und immer wieder netten Ideen motivierend und stimmig. Lediglich an
den eigentlichen Attentaten hat Ubi Soft im Nachfolger zu wenig verändert. Wie sich der Spieler
dem Ziel nähern darf, ist noch immer genauso fest vorgegeben, wie die actionreiche Flucht bzw.
der Pflichtkampf danach. Spätestens wenn der Gegner besiegt auf dem Boden liegt, wird Alarm
geschlagen. Hier wäre es wirklich schön gewesen, wenn es zumindest die Möglichkeit gegeben hätte,
unbemerkt zuzuschlagen und ebenso unerkannt wieder zu verschwinden.
Gut 15 Stunden ist man insgesamt mit den Missionen der Story beschäftigt, hat dann allerdings
auch noch nicht alles gesehen. Zusätzlich gibt es auch im Nachfolger eine ganze Reihe an Nebenaktivitäten,
die glücklicherweise über das stupide Sammeln von 400 Flaggen hinausgehen. In Teil 2 sind es
erst einmal nur 100 versteckte Federn, die allerdings teilweise bei Tageslicht schlecht zu erkennen
sind. Aber dafür gibt es, wie auch bei anderen Nebenbeschäftigungen, kleine Zusatzboni in Form
von Waffen und Ausrüstung, die das Assassinenleben doch merklich erleichtern können. Außerdem
gibt es unterschiedliche Nebenmissionen, wie Wettläufe, Botengänge und Auftragsmorde. Ein weiteres
Sammelobjekt, das jedoch - wie Nebenmissionen und andere interessante Punkte - auf der Karte
auftaucht, sobald der Spieler den nächsten Aussichtsturm erklommen und die Karte durch einen
Rundumblick aktualisiert hat, sind Glyphen. Mit dem Aufsammeln ist allerdings nur ein Bruchteil
der Arbeit getan. Jedes der 20 Puzzelstücke beinhaltet ein mehr oder weniger verständliches
Rätsel. Hierbei geht es um Anordnung oder Auswahl von Gegenständen, dem Finden von in Bildern
versteckten Objekten, Drehpuzzeln und Entschlüsselungsaufgaben. Weniger kryptisch, dafür für
manchen Spieler wohl stimmiger, sind die im Spiel versteckten Assassinengräber. Statt Meuchelaction
beinhalten die Gräber extrem stimmige Jump & Run-Kost, die sich sehr stark am Gameplay von Prince
of Persia orientiert. Es gilt jeweils zahlreiche Hangel-, Kletter- und Sprungpassagen zu meistern,
um Zugang zu einem bestimmten Bereich zu bekommen. In einigen Fällen auch unter Zeitdruck, bis
sich eine Tür wieder schließt oder ein Vorsprung zurückfährt und der Weg wieder versperrt ist.
Der Zeitdruck gefällt sicherlich nicht jedem Spieler, aber spätestens, wenn man einmal rausbekommen
hat, wo man lang soll, sind die Zeitlimits recht human und gut zu schaffen.
Assassine 2.0 - klettern, kämpfen und Millionen scheffeln
Am eigentlichen Gameplay haben die Entwickler wenig verändert, sondern den Helden im Nachfolger
primär mit mehr Möglichkeiten ausgestattet. Noch immer schleicht und läuft der Spieler durch
die Straßen und Gassen, klettert an fast allen Fassaden hoch oder sprintet möglichst unbemerkt
über die Dächer der virtuellen Städte und Umgebungen. Neben der versteckten Klinge, die sich
nicht nur dazu eignet möglichst unbemerkt Personen auszuschalten, sondern auch für Sprungangriffe
oder schnelle Zustechangriffe Verwendung findet, stehen Ezio unterschiedlichste Schwerter und
Stangenwaffen zur Verfügung. Neuerdings können Feinde auch entwaffnet werden und der Spieler
verfügt über etliche zusätzliche "Gadgets". So kann Ezio den Wachen Sand ins Gesicht werfen,
einen vergifteten Dolch benutzten, mit Geld um sich werfen, damit Menschenmengen den Verfolgern
den Weg versperren. Im späteren Spielverlauf gibt es neben Doppelklingen für den stylischen,
leisen Doppelkill sogar eine Schusswaffe und auch die Wurfmesser aus dem Vorgänger feiern ein
Comeback. Außerdem können ausgeschaltete Wachen im nächsten Heuhaufen versteckt oder - wenn
sich die eigene Figur im Heu befindet - hineingezogen werden. Allerdings gibt es ein "Problem"
dabei: Die ganzen Möglichkeiten sind eher nutzlos und werden zum Großteil nicht benötigt. Insbesondere,
da etliche Aktionen nur kompliziert über ein Untermenü aktiviert werden oder in der Anwendung
einfach keinen wirklichen Sinn haben. In Assassin's Creed 2 läuft das Kampfsystem darauf hinaus
zu blocken und im richtigen Moment zum Konterangriff überzugehen, wobei die Entwaffnung bei
den neuen, stark gepanzerten Gegnern, die fast alle Angriffe blocken zumindest noch etwas Sinn
macht. Die Möglichkeit in Teil 2 Wachen durch angeheuerte Konkubinen, Söldner oder Diebe ablenken
zu können, ist in einigen Fällen auch eine angenehme, elegante Art und Weise, um in versperrte
Gebiete zu kommen ohne gleich Großalarm auszulösen.
Weiterhin wurde beim Fahndungssystem Feinschliff betrieben und neben der aktuellen Suchstufe
(nicht gesucht / gesucht / im Sichtfeld bzw. Kampf) gibt es einen genereller Fahndungslevel,
der bestimmt, wie schnell Wachen auf den Spieler reagieren. Somit ist der Spieler nicht gleich
wieder unsichtbar, wenn alle Wachen im Gebiet besiegt sind oder Ezio kurz in einem Versteck
(etwa Heuhaufen) war. Um die globale Fahndung zu reduzieren, kann Ezio entweder Fahndungsplakate
abreißen (werden auch auf der Karte angezeigt) oder den nächsten Marktschreier bestechen, damit
dieser für einen besserer Ruf sorgt. Interessanterweise ist es zudem möglich, dem guten Herrn
500 Florin für einen besseren Ruf zu geben und gleich danach über die Taschendiebstahlsfunktion
wieder zu entwenden. Eine Funktion, die man sonst im restlichen Spiel auch nicht wirklich braucht.
Dabei ist Geld, sprich Florin, ein wichtiger Bestandteil in Assassin's Creed 2 und es gibt einige
Einkaufsgelegenheiten. So kann man sich beim nächsten Arzt kurieren lassen bzw. mit Heiltränken
eindecken, da sich die Gesundheit nicht mehr automatisch vollständig regeneriert, sondern nur
der jeweils letzte, angeschlagene Gesundheitsblock und auch die Waffenhändler freuen sich über
einen Besuch. Dort können unterschiedlichste Waffen, Dolche und Rüstungen erworben werden, welche
Einfluss auf Geschwindigkeit, Schaden und Gesundheit des Spielers haben. Zudem lässt sich die
Kleidung in unterschiedlichen Farben ein-/umfärben und Gemälde für die eigene Villa kaufen.
Dort hat der Spieler auch die Möglichkeit, zusätzliche und vor allem konstante Einnahmen zu
generieren, da sich die Läden um die Villa herum ausbauen lassen und die Einnahmen direkt in
die Kasse des Spielers fließen. Eine nette Sache und sehr viel bequemer und ergiebiger, als
der Taschendiebstahl von Kleinstbeträgen.
Im Gegensatz zu Altair hat Ezio auch Schwimmen gelernt und stirbt nicht mehr sofort beim
ersten Kontakt mit dem kühlen Nass. So kann der Held Gondeln steuern und sich mit einem Sprung
ins Wasser vor Feinden in Sicherheit bringen, die einem zwar bis auf die Dächer folgen können,
aber vor dem feuchten Element doch kapitulieren.
In Sachen Steuerung erwartet Kenner überwiegend Bekanntes mit kleinen Änderungen und Neueinsteiger
bekommen ein durchaus eingängiges System vorgesetzt. Der Held wird mit dem linken Stick gesteuert,
die Kamera mit dem anderen nachjustiert und über die A, B, X und Y-Buttons können Hand-(X &
B), Kopf-(Y) und Fußaktionen (A) ausgeführt werden. Mit beispielsweise A, der "Fußtaste", kann
Ezio sprinten, ausweichen oder springen, je nach Kontext. Ein Halten der A-Taste aktiviert zudem
den schon aus dem Vorgänger bekannten Lauf- und Klettermodus, in dem Ezio automatisch auf Hindernisse
reagiert (sofern möglich) und der Spieler lediglich den Weg hoch bzw. durch die Straßen oder
über die Dächer bestimmen muss. In Teil 1 funktionierte das System auch ausgesprochen gut und
als Spieler konnte man sich darauf konzentrieren, einen Weg zum Ziel zu finden und musste nicht
bei jedem kleinen Hindernis, wie Abgründe oder Kisten, extra eine Aktionstaste im richtigen
Moment betätigen. Umso verwunderlich sind die Mängel im Nachfolger. Sehr häufig ist es im Testverlauf
vorgekommen, dass Ezio beispielsweise an einer Wand hängt und nicht mehr weiter nach oben klettert
oder ungewollt an Kleinigkeiten "hängt". So ist es an Wänden immer mal wieder erforderlich,
erneut den Kletterbefehl zu erteilen oder aber die Figur einige Pixel zur Seite / nach hinten
zu bewegen, damit es weiter nach oben geht. Sehr unschön, wenn die Feinde hinter einem sind
und ggf. mit Bögen zum Fernangriff übergehen und der Assassine damit auch noch schnell zu Fall
gebracht wird. Aber auch das freie Laufen ist nicht mehr ganz so bugfrei, wie im Vorgänger.
Mitunter sind kleinste Dekorationen ein störendes Hindernisse oder die Spielfigur nimmt nicht
den Weg / Sprung, den man möchte. Immer mal wieder kommt es auch vor, dass die Spielfigur am
Dachvorsprung stehen bleibt, da kein weiterer Weg in Reichweite ist, obwohl etwa eine leichte,
automatische Drehung nach links oder rechts schon weiterführen würde. So lange Ezio nicht verfolgt
wird oder unter Zeitdruck, steht sind das alles keine großen Probleme, sondern nur ärgerlich.
Besonders weil es im Vorgänger weniger solcher Probleme mit der Automatik gab.
Weniger Frust gibt es dagegen beim Kampfsystem, das im Vergleich zum Vorgänger schlicht um
zusätzliche Möglichkeiten erweitert wurde. Neben Angriffen und Kontern kann Ezio dem Feind auch
die Waffe klauen und damit einen Instantkill bewerkstelligen. Über ein Kreismenü (RB) können
zudem etliche Waffen und Ausrüstungsgegenstände ausgewählt werden bzw. lassen sich 4 Favoriten
auf das Steuerkreuz legen, um im Kampf immer griffbereit zu sein. Im Kampf selbst ist Assassin's
Creed 2 allerdings recht gemächlich. Mehr als ein Angreifer geht nie zum Angriff über und mit
Geduld lässt sich jede Auseinandersetzung quasi unbeschadet überstehen, da der Rest der Feinde
immer wartet, bis der nächste an der Reihe ist.
Das virtuelle Italien
Zwei Jahre hatten die Entwickler Zeit, ein ganze neue Welt für den Nachfolger zu erschaffen
und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Im Nachfolger gibt es nicht mehr eine in sich
geschlossene Welt, sondern lediglich mehrere Städte und "wichtige" Außenbereiche, doch dem Spielspaß
haben die Straffungen ganz gut getan und es gibt sehr viel weniger Leerlauf. Auch wenn das virtuelle
Ergebnis auf dem Monitor nicht eine 1 zu 1-Umsetzung der Realität ist, so wurden viele markante
Areale, Gebiete und Wahrzeichen ins Spiel integriert. Dabei ist auch die Liebe zum Detail nicht
zu kurz gekommen. Speziell wenn man sich mit Ezio durch die Straßen der Städte bewegt, wirkt
die Spielwelt sehr glaubwürdig, detailliert und belebt. Abgerundet wird die schöne Atmosphäre
durch stimmige Tag- und Nachtwechsel. Doch einige unschöne Eigenschaften gibt es schon. So beeindruckend
die Weitsicht ist, wenn der Spieler auf einem Dach steht und hoch bis auf den Turm klettert,
die Details der Umgebung werden schnell stark reduziert und von weiter oben wirkt die Welt nicht
mehr so lebendig. Außerdem kommt es recht häufig zu unschönen, späten Einblendungen von Schatten
und anderen kleinen Objekten. Aber dafür lief das Geschehen durchweg flüssig und gut spielbar
ab. Da störte das Reisesystem mehr, auch wenn es merklich Wegstrecke im Vergleich zum Vorgänger
spart. An mehreren Stellen innerhalb einer Stadt / eines Gebiets kann der Spieler den Schauplatz
wechseln und so auch große Entfernungen schnell überbrücken. Allerdings ist es nur möglich,
direkt zu einem anderen Schauplatz zu springen, aber nicht einen anderen "Sprungpunkt" im gleichen
Ort zu wählen. Da muss erst der Umweg über eine andere Stadt genommen werden. In dem Fall fallen
die Ladesequenzen zwischen den Schauplätzen etwas störend aus, ansonsten wird das Spielerlebnis
nur selten unterbrochen. Gespeichert wird zudem automatisch und Checkpoints innerhalb der Missionen
sorgen für einen angenehmen Spielfluss.
Schon im Vorgänger hatte es Ubi Soft geschafft, die große, virtuelle Welt akustisch wunderbar
glaubwürdig umzusetzen. Im Nachfolger sieht das nicht anders aus. Die Straßen wirken auch akustisch
lebendig, die Musik ist dezent, aber stimmig und die Sprachausgabe ist durchweg sehr gelungen.
Käufer einer dt. Version können, wie eingangs erwähnt, sogar zwischen mehreren Sprachen wählen.
Neben Englisch gibt es auch eine rundum stimmige Synchronisation und Übersetzung. Lediglich
an einer Stelle heißt es unschön, wenn Ezio einen verwundeten Freund zum Verarzten tragen
muss "Leiche ablegen" statt "Verwundeten ablegen".
Meinung
So langsam scheint Ubi Soft die Kurve im Bereich der Open-World-Konzepte zu kriegen. Das
"große Versprechen" für den Nachfolger haben die Entwickler eingehalten. Auch wenn im "Hintergrund"
immer wieder die gleichen Aufgaben ablaufen, so sorgen Präsentation und Vermischung von Aufgabenhäppchen
(verfolgen, ausschalten, etc.) für ein sehr viel angenehmeres Spielgefühl. So hätte Assassin's
Creed 1 sein sollen. Dazu einige Nebentätigkeiten, gelungene Klettereinlagen in versteckten
Gräbern, (wieder) eine glaubwürdige Welt und Detailverbesserungen und neue Features sprechen
für den Nachfolger. Aber es ist auch nicht alles Gold, was Ubi Soft auf die Disk gepresst hat.
So manches Feature ist eher sinn-/nutzlos, die Kletter- & Laufsteuerung wurde verschlechtert
und die Produktpolitik ist sehr unschön (Etwa Inhalte entfernen, um diese extra verkaufen zu
können, was man dem Spiel anmerkt.). Aufgrund der extrem kundenfeindlichen DRM-Maßnahmen in
der PC-Version sei daher noch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Note 2 nur für die Konsolen
vergeben wurde. Ein Produkt, was den Kunden gängelt und pausenlos überwacht ist weder "gut"
noch kann es aus Verbraucher-/Käufersicht empfohlen werden. Konsoleros dagegen bekommen ein
Spiel, das zwar noch nicht perfekt, aber abwechslungsreicher, spaßiger und runder ist, als der
Vorgänger.
Geschrieben am 05.03.2010, Testkonfiguration: Xbox360
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