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Baldurs Gate 2


Info
Autor 1+
 2.5
 2.5
 3
Gesamt (2.161 votes) 1+
 2.1
 2.1
 2.6
Team (2 votes, siehe hier)1
Name:Baldurs Gate 2: Schatten von Amn
Genre: Rollenspiel
Produkt: Vollversion
Release: 2000/10
Publisher: Interplay
Entwickler: BioWare
Offiz. Sites: Game
Hardware: 233Mhz, 32MB RAM, keine 3D-Karte nötig/ jedoch unterstützt, HD 1200 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, DX7
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
zensiert: ja
Addon: ja
Serie: ja
Patch: 23037
USK: 12
Baldurs Gate 2: Schatten von Amn (review von mountainking)

"Sie müssen ihre Gruppe erst sammeln, bevor sie das Gebiet verlassen können!!!"

Noch heute wache ich manchmal nachts schweissgebadet auf, weil mir im Traum jemand diesen Satz ins Ohr geschrien hat. Er taucht immer auf, wenn man in Baldur's Gate 2 ein neues Gebiet betritt und zwar mit derart ohrenbetäubender Lautstärke, dass mir mehr als einmal fast das nach einem auszehrenden Kampf gegen Magier, Drows oder Drachen schon arg geschwächte Herz stehengeblieben wäre. Jedoch ist das schon fast die einzige Kritik, die ich an diesem - ich nehme es vorweg - durchweg genialen Spiel üben kann.

Normalerweise bin ich ja eher der Ansprechpartner für Reviews von hirnlosen Ballerorgien, um stark rätsellastige Titel mache ich im Allgemeinen einen grossen Bogen, aber da ich anscheinend der erste im Team bin, der BG2 tatsächlich durchgespielt hat, will ich nun die grosse Lesergemeinde an meinen Ausführungen über das Spiel teilhaben lassen. Ich sage gleich, dass ich seit der Trilogie "Das schwarze Auge" kein Spiel dieses Genres mehr gespielt habe und auch von diesen alten Titeln keinen komplett, weil sie mir zu ausufernd und auf die Dauer nervig erschienen. Deswegen war meine Ausgangsposition eher skeptisch, aber dies sollte sich schnell ändern.

Nun, es handelt sich bekanntlich um ein Rollenspiel und so ist die erste und vordringlichste Aufgabe des Spielers, sich einen Charakter zu erschaffen, mit dem man sich am besten identifizieren kann. Nach der prinzipiellen Entscheidung, ob man eher ein Kämpfer oder ein Zauberkundiger werden möchte, gibt es Unmengen verschiedener Klassen und Charaktere mit jeweils bestimmten Eigenschaften und Vor- oder Nachteilen, ein rechtzeitiger Blick in das umfangreiche Handbuch oder auf diverse Internetseiten erspart hier sicher eventuellen späteren Ärger ("Ach Mist, der kann die Rüstung gar nicht tragen!", "Nanu, wieso kann der keine Heilzauber sprechen??"). Im Unterschied zu anderen Spielen (z. B. Icewind Dale) muss man hier allerdings keine komplette Party erschaffen, denn im Verlaufe des Spieles begegnen dem Spieler eine ganze Reihe verschiedener Personen, die für das eigene Team rekrutierbar sind. Das liegt zu einem grossen Teil daran, dass sich Baldurs Gate 2 handlungsmässig direkt an den vorhergehenden Teil anschliesst und man gleich zu Beginn mit einigen der Figuren aus BG 1 zusammen in einem Kerker aufwacht.

Dieser direkte Zusammenhang hat auch noch zur Folge, dass die Charaktere nicht mit Level 1 beginnen, sondern schon ungefähr auf Stufe 7 sind und daher auch schon eine Reihe von Fähigkeiten und Zaubern beherrschen, die sie sonst noch "manuell" hätten lernen müssen. Ich möchte von der Story nichts weiter verraten, nur, dass der Herr des Kerkers, in dem das Spiel beginnt, auch ganz am Ende desselben wieder auftauchen wird. ;-).

Nachdem man das Verlies und damit das erste Kapitel verlassen hat, findet man sich in der schönen Stadt Alkathla wieder, die zum Ausgangspunkt der folgenden Reisen wird und es dauert auch gar nicht lange, bis die ersten verzweifelten Bürger oder Fürsten die Party ansprechen, um ihr jede Menge Quests ans Knie zu nageln, die man natürlich ablehnen kann, aber im Interesse der Weiterentwicklung der Party nicht ablehnen sollte. Wie üblich ist natürlich darauf zu achten, dass die Party eine gute Balance zwischen Kämpfern und Magiern aufweist, im Verlaufe des Spieles werden die Fähigkeiten aller gebraucht. Nur mit Kämpfern hat man gegen zaubernde Gegner, die sich unter Umständen immun gegen normale Waffen machen können, ebensolche Probleme wie eine rein magiebestimmte Party bei magieresistenten Golems. Aber man findet schnell relativ gute Charaktere, die man aufnehmen kann, wobei hier natürlich auch auf grundlegende Dinge wie möglichst einheitliche Gesinnung zu achten ist. Manche Charaktere vertragen sich auch prinzipiell nicht miteinander.

Überhaupt ist die Interaktion innerhalb der Party ein wichtiger Bestandteil des Spiels, gerade am Anfang muss man häufig Entscheidungen treffen, jammernde flügellose Elfen trösten oder sich von einem Zwerg die spannende Geschichte, wie er seine früheren Begleiter abgemurkst hat, anhören. Sogar Beziehungen sind möglich, auch wenn sie, und hier zeigt sich der Realitätsgehalt des Spieles, häufiger mehr Probleme als Freude bringen. Aber auch in diesem Zusammenhang will ich nicht zuviel verraten, nur, dass es sowohl ganz lustige als auch für den Spielverlauf oder den Verbleib eines Mitglieds in der Party negative Auswirkungen einzelner Dialoge geben kann.

Prinzipiell sollte man sich schon früh entscheiden, ob man lieber auf der dunklen Seite der Macht oder als strahlender Held des Guten enden will, denn oft hat man bei Quests verschiedene Lösungsmöglichkeiten und je nach der Entscheidung ändert sich z. B. der Ruf der Gruppe, was wiederum auf deren Mitglieder Auswirkungen hat. Es gibt mehr gute als böse rekrutierbare Charaktere, dafür sind die bösen (beispielsweise Viconia als Klerikerin, Edwin als Magier, Korgan als Berserker) ihren guten Kollegen etwas überlegen, zur Not kann man das Spiel wohl auch nur mit 5 statt 6 Charakteren durchspielen.

Insgesamt erstreckt sich das Spiel über sieben, jeweils durch einen neuen Einführungstext unterbrochenene, Kapitel, wobei die Kapitel 2-4 die längsten sind, weil man darin von Nebenquests geradezu erschlagen wird. Das Spiel wird von einer grundlegenden Story zusammengehalten, für die meisten der für den Fortlauf wichtigen Quests kann man sich aber solange Zeit lassen wie man will und stattdessen die kleineren Aufgaben erledigen, um Geld, Erfahrungspunkte und natürlich Items für die Charaktere einzusammeln.

In den Städten gibt es selbstverständlich alles, was man als Abenteurer braucht, von Tavernen für das leibliche und Tempeln für das seelische Wohl bis hin zu Damen, die einem ihre (Zitat) "Möpse" zeigen wollen. Um die regelmässig auftauchenden Monsterscharen zu vernichten greifen Magier auf immerhin fast 300 Zaubersprüche zurück, die Krieger sollten immer Hieb-, Stich- oder Wuchtwaffen griffbereit haben und ihre Skills in dem entsprechenden Bereich natürlich möglichst verbessern. Die Vielfalt der Sprüche und Waffen sind einerseits für Neueinsteiger (und der war ich im Prinzip auch) anfangs etwas verwirrend, aber da es für fast jeden Gegner verschiedene Möglichkeiten gibt, wie man ihn besiegen kann, muss man auch nicht unbedingt jeden einzelnen in- und auswendig kennen oder beherrschen, mal abgesehen von essentiellen Dingen wie "Heilung" oder "Schutzzauber entfernen". Auch muss ich sagen, dass man sich als Anfänger oder zumindest Wiedereinsteiger in diesem Spielegenre im Spiel relativ schnell zurecht findet.

Damit wären wir bei den technischen Aspekten des Spieles. Die Hardwareanforderungen sind relativ hoch dafür, dass man nur maximal in einer Auflösung von 800x600 spielen kann. Ich habe es zumindest nicht geschafft, BG2 auf meinem System ruckelfrei zum Laufen zu bekommen, allerdings konnte ich auch nicht die Vollinstallaion benutzen, die immerhin 2,5 GB verschlingt, aber einige lästige CD-Wechselorgien überflüssig machen sollte. Trotz der relativ niedrigen Auflösung fand ich die Graphik sehr schön, recht düstere Level wechseln sich ab mit hellen Druidenhainen, die Animationen sind gelungen und passend, die Musik ist atmosphärisch und untermalt das Fantasyszenario hervorragend. Äusserst gelungen ist hier auch einmal die deutsche Synchronisation der Personen, alles wurde liebevoll ins Deutsche übertragen und sehr professionell eingesprochen. So kann man sich bedenkenlos die zusätzlichen Steine für eine US-Version schenken, denn die (was für eine Sensation) zensierten Splattereffekte lassen sich nachträglich wieder ins Spiel zurückbringen.

Für ein derart umfangreiches Spiel ist BG2 auch erfreulich arm an Bugs, ich konnte es ohne ein grösseres Problem durchspielen, allerdings gibt es ein paar, die unter bestimmten Konstellationen auftreten und im Patch bereinigt werden. Die Steuerung, sowohl des normalen Spieles wie auch der Kämpfe finde ich äusserst gelungen, alles lässt sich perfekt und übersichtlich per Mausklick steuern, zusätzlich benötigt man eigentlich nur die Pausentaste. Diese ist speziell in den Kämpfen von Bedeutung, denn man kann einen Fight damit jederzeit unterbrechen und in Ruhe entweder seinen Kämpfern neue Waffen geben, die Gruppe anders positionieren oder die anzuwendenden Zauber samt Ziel auswählen. So kann man perfekt auf sich ändernde Situationen (wenn der Gegner beispielsweise einen Schutzzauber spricht und mein Magier ihn erstmal entfernen muss, bevor der Kämpfer wieder Schaden anrichten kann) reagieren.

Der Schwierigkeitsgrad ist sehr variabel einstellbar, auch während eines zu schweren Kampfes kann man ihn in höchster Not noch heruntersetzen. Genauso flexibel sind die Anforderungen der Monster, Goblins fallen schon um, wenn man sie anhustet, Drachen oder Halbleichname sollte man sich besser für später aufheben. Für jeden der schwereren Gegner gibt es eine Strategie, die man aber oft erst nach mehrmaligem Neuladen samt Fluchen herausbekommt. Umso grösser ist dann die Freude, wenn man es endlich geschafft hat, welche dann erst wieder durch einen Blick auf die Uhr gedämpft werden könnte.

Denn dieses Spiel kostet Zeit, sehr viel Zeit. Allein für die Hauptquests werden bis zu 100 Stunden Spielzeit veranschlagt, wenn man es aber ernstnimmt und möglichst alles lösen will (je nach gewähltem Hauptcharakter bekommt man noch Spezial-Quests) können sicher schnell 150 Stunden daraus werden. Also im Preis-Leistungsverhältnis schneidet BG2 schon mal sehr gut ab und ich muss gleich anfügen, dass wir es hier nicht mit Masse statt Klasse zu tun haben.

Seit Half-Life hat es kein Spiel vermocht, mich derart zu fesseln, mich dazu verleitet, mir Nächte um die Ohren zu schlagen und meine Flatrate (T-Online wird's freuen) kaum noch zu nutzen. Ich empfand das Spiel auch als erfreulich linear und actionlastig, ganz ohne Rätsel kommt man natürlich nicht aus, diese halten sich aber in Grenzen und sind auch meist nicht sehr kompliziert.

Fazit:

Dieses Spiel ist ein Muss für jeden RPG-Liebhaber und auch Neulinge finden sich durch die überragend einfache und praktische Steuerung, die detaillierten und beschrifteten Maps und die nicht zu komplizierte Hauptstory schnell zurecht. Für mich gibt es an BG2 eigentlich keinen einzigen Kritikpunkt, alles, was ich von einem PC-Spiel erwarte, finde ich hier im höchsten Maße, es gibt nichts, was einen stundenlangen, spannenden, lustigen und abwechslungsreichen Spielspass beeinträchtigen würde und darum gibt es für BG2 den begehrten Mounty-Award für das beste Spiel des Jahres 2000.

Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines bereits auf der Seite GUN veröffentlichten Reviews.


Geschrieben am 01.12.2000, Testkonfiguration: keine Angabe
 



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