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Ballance
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 | Info |
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| Gesamt (31 votes) | | 1+ |
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| Name: | Ballance |
| Genre: | Arcade Action |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2004/04 |
| Publisher: | Atari |
| Entwickler: | Cyparade |
| Offiz. Sites: | Game, Demo |
| Hardware: | 350Mhz, 64MB RAM, 8MB 3D-Karte D3D, HD 150 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Deutsch |
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So manch einer, der schon zum älteren Semester der Computerspieler gehört, wird sich vielleicht
auch noch an eine Zeit erinnern, als man nicht nur sein Leben vor dem Rechner oder Konsole verbrachte,
sondern noch Real-Life-Spielzeug hatte. Da gab es ein Geschicklichkeitsspiel, wo eine Kugel
über eine Platte rollen musste und dabei ins keins der vielen Löcher fallen durfte, wozu es
bislang schon die unterschiedlichsten Computerspielevarianten gab. Zuletzt hier auf der Seite
als Marble Blast vorgestellt, ein Klon
des beliebten Marble Madness von Atari, zudem beispielsweise auch ein gleichnamiger UT2003 Mod
unter www.marblemania2003.com existiert.
Nun gibt es in der Atari-Classic Reihe eine Neuauflage des bekannten Spielprinzips. Die erfreuliche
Nachricht zuerst. Es kostet nur etwa 14 € in der Atari-Classic Produktreihe. Allerdings sieht
die Verpackung nicht nur absolut billig aus, bis auf eine CD und einem Zettel, auf dem steht,
dass man das Handbuch auf der Disk sich anschauen soll, entspricht es auch dem unteren Budgetniveau.
Es gibt nichts, was irgendwie den Wert des Spiels über den einer normalen 08/15 CD hebt. Schade
auch, dass man sogar für so ein "Pausenspielchen" die CD im Laufwerk lassen muss.
Ein Ball in schwebender Höhe
Das Spielprinzip ist altbekannt, wurde aber um einige sehr interessante Features aufgebessert.
Es gilt vom Start bis zum Ende die Kugel über eine ganze Reihe an schwebenden Blocken, Schienen,
etc. zu manövrieren und dabei nicht über den Rand zu fallen. In dem Fall würde die Kugel
wieder an den letzten Checkpoint zurückgesetzt und ein "Leben" abgezogen werden. Damit
das alles nicht zu einfach wird, gibt es eine ganze Reihe an Gemeinheiten in den Leveln und
man muss auch die ein oder andere Knobelaufgabe lösen.
Wie geht es weiter?
Vom Checkoint aus rollt man die Kugel dem Weg folgend etwas nach vorne, dann nach links und
die Rampe hoch. Oben befindet sich ein Wechselsteinchen, der die normale Holzkugel in eine Steinvariante
verwandelt. Diese rollt schon gleich sehr viel langsamer und kann beispielsweise keine so steilen
Rampen hoch rollen. Doch zum Glück ist alles flach. Schon nach kurzer Zeit erreicht man eine
Hängebrücke. Wer nun meint einfach mit der Kugel hinüberzurollen, der hat das Gewicht der Kugel
nicht eingeplant und die Brücke stürzt ein. Da heißt es für unaufmerksame Spieler zurück an
den letzten Checkpoint. Da man noch nicht über die Brücke kommt, rollt man die Kugel weiter,
bis man etwas abseits einen weiteren Wechsler findet. Hier wird aus dem Stein- ein Papierball.
Damit kann man die wackelige Brücke problemlos überqueren und sich vom Ventilator in die Luft
schleudern lassen, so dass man eine erhöhte Ebene erreichen kann, wo ein weiterer Checkpoint
aktiviert wird.
Unterwegs in luftiger Höhe
In 12 Leveln kann sich der Spieler dann darum bemühen, die Kugel sich bis zum Ende zu rollen.
Anfangs geht es noch recht harmlos und einfach zur Sache. Optional kann man hier ein Tutorial
für den ersten Abschnitt spielen, das die genaue Funktionsweise des Spiels und die Nutzung der
vielen Objekte in der Welt erklärt. Schafft man die erste Mission dann auch selbst in gut
einigen Minuten ohne große Probleme zu haben, zieht der Schwierigkeitsgrad im Laufe des Spiels
doch merklich an. Nur mal so nebenbei die Kugel von A nach B zu bringen ist nicht drin. Die
Level werden nicht nur länger, sondern zum einen auch gemeiner und schwerer. Hat man beispielsweise
in den ersten Leveln noch öfters ein Geländer an den Seiten (Insbesondere an Ecken, so dass
man nicht so leicht nach unten fällt), so muss man sich da später schon deutlich mehr vorsehen.
Aber auch so manche Kurvengeschwindigkeit sollte reduziert werden, wenn man nicht aus der Bahn
geworfen werden will. Die Suche nach Extraleben wird daher schon sehr bald zur Pflicht, da man
die ersten Versuche in den späteren Leveln ansonsten nicht so ohne weiteres lange durchhalten
wird. Doch nicht nur auf die Leben muss man immer einen Blick halten, auch die Zeit arbeitet
gegen uns, wenn auch in recht großzügigen Maßstab. Neben den drei Bällen am Anfang hat man auch
1000 Punkte. Jede Sekunde wird ein Punkt abgezogen und man sollte daher nach entsprechenden
"Punkt-Bällen" Ausschau halten. Das "Zeitlimit" ist dennoch sehr großzügig bemessen und man
scheitert eher daran, dass man mit dem Ball herunterfällt. Am Levelende wird dann abgerechnet
und je schneller das Ziel erreicht wurde und je mehr Bälle übrig sind, desto mehr Punkte
gibt es, mit denen man sich in einer Highscoreliste eintragen kann. Das Leveldesign wird stellenweise
jedoch etwas unfair. Es gibt Stellen, die man beispielsweise beim ersten Versuch gar nicht schaffen
kann, wenn man sie nicht kennt. Da muss man eine ganz bestimmte Geschwindigkeit haben, damit
man beispielsweise einen Sprung schaffen kann, ein plötzlicher Richtungswechsel oder so manche
Sackgasse. Da soll man beispielsweise Steine runter rollen, damit diese eine Lücke füllen. Dumm
nur, wer drei statt zwei Steinen runterrollen. Damit wäre der Zugang verstopft. Oder aber man
muss die Fliehkräfte genau ausnutzen, damit man in einer Spirale an der Wand herunterrutscht,
ohne aber runter zu fallen. Glücklicherweise ist diese Stelle am Levelanfang, dennoch ist es
sehr frustrierend. An einigen Stellen hat man auch einfach Kameraprobleme, weil beispielsweise
Löcher nicht bzw. schlecht zu sehen sind. Es sind zwar in regelmäßigen Abständen Checkpoints
vorhanden, doch anfangs meistert man einen Level nicht mal eben in einigen Minuten, sondern
sitzt deutlich länger daran. Der Spieler steuert nicht nur eine Ballart im Spiel, sondern findet
immer wieder Transformatoren, welche den Balltyp ändern. Neben dem normalen Holzball, mit dem
man anfangs startet, gibt es eine leichtere Variante in Form des Papierballs. Dieser kann sich
durch Ventilatoren in die Luft schleudern lassen oder aber steile Hügel hoch rollen. Der Steinball
auf der andern Seite fällt vollkommen unbeeindruckt durch ein Loch, unter dem ein Ventilator
steht. Mit ihm kann man u.a. auch Kisten verschieben. Viele Aufgaben im Spiel ziehen daher auch
auf ein Zusammenspiel der drei Balltypen ab, welche der Spieler dann möglichst intelligent einsetzen
muss. Da gilt es dann beispielsweise zuerst den Steinball zu nehmen und den Weg zu bereiten
und z. B. Wippen zu drehen, Objekte wie Kisten vom Weg zu stoßen oder Schalter zu drücken.
Danach kann man mit dem Holzball weiterrollen und ebnet sich den Weg zum Papierwechsler, so
dass man schließlich weiterkommen kann. Obwohl die Level sehr linear sind, gibt es stellenweise
kleine nicht lineare Bereiche, wo man dann mit den unterschiedlichen Bällen kleine Kopfnüsse
zu knacken hat. Man rollt den Ball nicht immer nur über eckige Wege oder größere Plattformen,
sondern auch über unterschiedliche Schienen in der Luft (Man muss auf die Geschwindigkeit aufpassen,
damit man in Kurven nicht aus der Bahn geworfen wird), es gibt allerlei Sprungschanzen, Lüfter
und gekrümmte Oberflächen, wo der Ball extrem leicht zur Seite rollt.
Steuerung
Die Steuerung des Spiels ist recht einfach gehalten. Mittels der Pfeiltasten steuert man
den Ball in die vier Richtungen. Neben der Geschwindigkeit ist das rechtzeitige Abbremsen sehr
wichtig, wenn man nicht runterfallen will. Etwas schwammig sind dagegen die seitlichen Steuermöglichkeiten
ausgefallen. Zwar rollt der Ball beispielsweise immer schön geradeaus, doch an anderen Stellen
wird er extrem leicht in der Richtung beeinflusst. Da zieht der Ball beispielsweise immer etwas
zur Seite und man ist ständig damit beschäftigt diese zu korrigieren und bewegt den Ball dann
eher in einem Eiergang vorwärts. Dadurch passiert es dann - insbesondere in den späteren Leveln
- sehr leicht, dass der Ball runterfällt. Hier wäre vielleicht ein optionale "Realismusschieberegler"
in den Optionen nicht schlecht gewesen. Damit hätte man sich auch stellenweise etwas Frust erspart,
wenn man den Ball in der Luft exakt platzieren will/muss, ihn jedoch immer nur aus einer schrägen
Perspektive sieht und daher schlecht einschätzen kann, wo man "landet". Mit einem Gamepad geht
es auch nicht besser, weil man dort mit dem Analogstick Probleme hat, wenn man nur geradeaus
will, man aber nie 100% nach vorn rollen wird. Auch erkennt das Spiel kein Pad, sondern man
muss sich die entsprechende Tasten per Gamepad-Software auf das Pad legen. Die Ansicht kann
man in 90° Schritten drehen, was durch Betätigung der SHIFT-Taste + Pfeiltasten geschieht. Zur
besseren Übersicht kann man mit Space auch jederzeit die Kamera rauszoomen, so dass man eine
deutlich bessere Übersicht nutzen kann, in der eine genaue Steuerung jedoch nicht mehr möglich
ist.
Grafik & Hardware
Grafisch braucht sich Ballance nicht hinteren anderen Games verstecken. Zwar wird nicht mit
Bumpmapping geprotzt wie in z.B. bei Doom
3, aber die 3D Grafik sieht sehr gut aus für ein solches Knobelspielchen. Bis auf den recht
polygonarmen Papierball fallen nur wenige störende Kanten auf. Die Texturen sind ordentlich
gelungen und die Hintergrundlandschaft (Man hat das Gefühl im Weltraum über unterschiedlichen
Planeten zu spielen) gefällt. Irgendwelche Specialeffekte muss man zwar mit der Lupe suchen,
doch sind gewohnte "Explosionseffekte" in einem Spiel dieses Genres ja auch verzichtbar.
Dazu kommt, dass das Spiel über eine recht hübsche Physikengine verfügt, wenn diese auch nicht
sonderlich stark zum Einsatz kommt. Kann man mit einem Papierball eine Kiste nicht bewegen,
so fliegt diese geradezu weg, wenn ein großer Steinball dagegen rollt. Die Kisten rollen und
purzeln wunderbar durch die Gegend oder Rampen klappen um, etc. Die Hardwareanforderungen sind
auch recht moderat und auf höchster Detailstufe mit FSAA und AF gab es keinerlei Performanceeinbrüche.
Sound & Musik
Es eine Reihe unterschiedlicher Musiktracks, die immer mal wieder stellenweise einsetzen
und aus unterschiedlichen dezenten Klängen bestehen und den Spieler auch nicht durch "Dauerdudelei"
auf die Nerven geht. Überwiegend hört man ansonsten die unterschiedlichen Geräusche, wenn die
Kugel über den Boden rollt, mit Gegenständen kollidiert, etc. Sicherlich keine akustische Meisterleistung,
aber für so ein Spiel absolut passend.
Meinung
Ballance zeigt wunderbar, wie sich ein altes Spielprinzip in der heutigen Zeit mit neuen
Features als Spassgame herausstellen kann. Die 12 Level hat man zwar nicht zu schnell durchgespielt,
doch sehr lange halten sie auch nicht vor. Der Widerspielbarkeitswert ist zudem nicht sonderlich
hoch, wenn man nicht auf einen Rekord für den Highscore asu sit. Was man wirklich am Spiel vermisst
ist ein Leveleditor. Dadurch würde man sicherlich innerhalb kürzester Zeit Hunderte an Leveln
im Netz finden und hätte immer mal ein spaßiges Spielchen für zwischendurch. Doch man sollte
auch nicht den Fehler begehen, sich das Spiel zu kaufen, nur um sich mal zwischendurch gut zu
unterhalten. Es ist nicht so einfach, dass man einen Level in der 5-Minutenpause erledigen kann.
Da muss man sich schon länger hinsetzen. Lediglich die stellenweise arg empfindliche Ballsteuerung
fällt negativ auf, die insbesondere in den späteren Leveln öfters ärgerlich wird. Wer jedoch
auf der Suche nach einer zeitgemäßen Neuauflage des Klassikers ist und etwas Geduld mitbringt,
der bekommt ein schönes Geschicklichkeitsspiel. Ansonsten empfiehlt es sich, die kostenlose
Demo anzutesten.
Geschrieben am 25.08.2004, Testkonfiguration: AMD2700+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Live 5.1
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