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Battlefield Vietnam
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| Name: | Battlefield Vietnam |
| Genre: | Egoshooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2004/03 |
| Publisher: | Electronic Arts |
| Entwickler: | Dice |
| Hardware: | 1Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 1500 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Multilingual |
| zensiert: | nein |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1.2 |
| USK: | 16 |
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Mit Battlefield 1942 landete Entwickler Dice einen wahren Überraschungshit. Im Setting des
2. Weltkrieges kämpften die Spieler off- und online auf großen Maps, sicherten Kontrollpunkte
und rumpelten nicht nur mir Panzern durch die Landschaft, sondern auch Wasser- und Luftfahrzeuge
waren steuerbar. Nach zwei AddOns und bislang unzähligen großen und kleinen Mods steht nun seit
einiger Zeit das nächste Vollpreisspiel aus der Battlefield-Reihe in den Regalen. Nicht mehr
im WW2, sondern in den Dschungeln Vietnams wird der Kampf ausgetragen. Evolution oder Revolution?
Die erste Veränderung bemerkt man schon gleich, wenn man die Packung öffnet. In der schlichten
DVD Hülle geht es eng zu. Die drei Spiel-CDs wurden in einer Einfachhülle untergebracht, wobei
Disk 2 und 3 in festen Papphüllen liegen. Für ein Handbuch war dann nicht mehr viel Platz und
so gibt es ein 15 Seiten starkes Schwarz-Weiss-Booklett, welches den Spielern als Informationsbroschüre
dienen soll. Da sollte man sich dann auch nicht wundern, wenn Beschreibung der Spieltypen, Waffen
oder Fahrzeuge fehlen und wirklich nur einige grundlegende Informationen vorhanden sind. Hier
wäre es wirklich besser, eine dickere DVD Hülle zu nehmen, die CDs ordentlich zu verpacken und
dem Handbuch einige Seiten mehr zu spendieren. Für etwa 45€ wäre es ja nicht zu viel verlangt.
Das Review basiert auf der zum Zeitpunkt aktuellsten Version des Spiels (1.1), die schon einige
Anfangsbugs des Spiels korrigiert. Nach der Installation von etwa 2 GB Daten, kann man sich
endlich ins Schlachtgetümmel stürzen. Probleme mit Kopierschutzmechanismen oder sonstige Abstürze
sind im Testverlauf nicht aufgetreten. Wer sich das Intro und die vielen Logos nicht bei jedem
Start erneut ansehen will (einige lassen sich nicht abbrechen), kann den Start von Battlefield
Vietnam erheblich beschleunigen, wenn die entsprechende Movies im Movie-Ordner gelöscht werden.
Willkommen im Dschungel
Im Hauptmenü angekommen, ist für Battlefield 1942 Kenner und auch für Neulinge eine
kleine Eingewöhnungsphase nötig. Die einzelnen Kategorien sind nun auf der linken Bildschirmseite
untergebracht, leider jedoch in einer etwas gewöhnungsbedürftigen Art und Weise. Die einzelnen
Schriftzüge sind alle unterschiedlich groß, was die Übersicht doch etwas erschwert. Da war das
etwas schlichtere Menü des Vorgängers leichter zu handhaben. Nach einiger Zeit weiß man jedoch
auch im Nachfolger, welche kleinen Punkte man nicht übersehen sollte. Neben den Optionen für
Grafik, Sound & Steuerung kann man aus dem Hauptmenü heraus Einzel- und Mehrspielerpartien bestreiten
oder einen Server erstellen und sich auf den drei Spieltypen austoben, wovon man jedoch nicht
alle im Einzelspielermodus spielen kann. Zwar war der Vorgänger sicherlich kein Paradebeispiel
für einen überwältigenden Einzelspielermodus, doch die Kampagne in Battlefield 1942 brachte
Einsteiger, Offline- und Funspieler recht gut an das Spiel heran und motivierte, indem man weitere
Missionen in der SK-Kampagne freigeschaltet hat. Battlefield Viertnam geht da sogar noch einen
Schritt zurück und stellt nur die Option, einen Soforteinsatz zu spielen. Hier wählt man Bot-KI
Stärke, Teamausgeglichenheit, Punktstrafe beim Tod und eine Karte aus der Liste aller im Spiel
enthaltenden Maps aus. Weitere Optionen hat man in diesem Modus nicht. Insbesondere Besitzer
schwächerer Rechner hätten sicherlich gerne wieder die Möglichkeit gehabt, CPU-Zeit für die
KI einzustellen, so dass der Rechner z. B. nur 20% der Leistungskapazität für die künstlichen
Mitstreiter verwendet. Lag auch schon im Vorgänger der Schwerpunkt im Mehrspielerbereich, so
ist dennoch mit den mitgelieferten KI Kollegen selten ein spannendes Match möglich. Bei der
Bot-KI hapert es an allen Ecken und Enden. Es gibt einige wenige Maps, wo die KI recht gut ist.
Da sind die Bots sowohl im Angriff, als auch in der Verteidigung recht geschickt. Auch mit den
Flugzeugen können sie besser umgehen als der Durchschnitt vieler Onlinespieler. Aber auf der
anderen Seite ist das Verhalten stellenweise sehr verwirrend. Auf irgendwelche Mitstreiter zu
warten, bevor sie mit Fahrzeugen losbrettern, machen sie überwiegend genauso wenig, wie einige
Onlinespieler, auch sind die im Nachfolger viel häufiger vorhandenen Gegenstände wie Bäume,
Hütten, etc. stellenweise erhebliche Hindernisse, wenn die KI diese zu umfahren versucht. Da
sitzt man im Fahrzeug, der Bot fährt los und hängt nach 10 Metern vor einem Baum, der einfach
nicht aus dem Weg gehen will. Da steigt der Kollege aus und geht zu Fuß weiter. Wenigstens noch
besser als einige andere, die gemütlich im gepanzerten Fahrzeug am Ende der Karte sitzen und
sich nicht von der Stelle rühren. Aber auch die Eroberung von Kontrollpunkten hat nicht immer
so hohe Priorität. Warum auch, wenn das Team keinen Punkt mehr auf der Karte hat, dann bleibt
der Sniper eben irgendwo im Gras liegen oder kein Bot steigt aus dem Fahrzeug aus, um den Punkt
zu erobern, der ein kleines Stück weiter zu erobern wäre. Zwar ist es nun besser möglich den
Kollegen Befehle zu geben, wie "Mich Beschützen", etc. doch der "Chef" im Team scheint eine
recht geringe Priorität zu besitzen. Zu oft bekommt man ein "Negativ" zu hören. Da ist man dann
um so mehr erstaunt, wenn mal ein Bot kommt bzw. ein angeforderter Heli binnen Sekunden eintrifft.
Ganz gleich, wie hoch man den Schwierigkeitsgrad auch stellt, die Trefferchance verbessert sich
nur leicht und der Schaden scheint zu steigen. Klüger werden sie nicht und es werden auch keine
besseren Taktiken benutzt. Ausweichen/ Deckung, etc. warum sollten sie? Der Einzelspielermodus
ist somit wirklich nur für absolute Anfänger eine Herausforderung, bietet jedoch erstaunlicherweise
deutlich weniger als man in Battlefield Vietnam spielen kann, weil Optionen und Mehrspieltypen
fehlen.
Mehrspielermodus & Spieltypen
Hat man sich dann vielleicht in einigen Stunden mal alle Karten im Soforteinsatz angeschaut,
kann man sich Online bzw. im LAN in den Kampf stürzen. Im Serverbrowser sollte man eigentlich
immer schnell einen passablen Server finden. Dank zwar etwas umständlicher Filtermöglichkeiten
kann man fast alles finden. Alternativ kann man auch selbst schnell und einfach einen Server
für ein LAN oder Internetspiel erstellen und dabei zwischen unterschiedlichen Optionen, Maps
und Spieltypen auswählen:
Eroberung: Diesen Spielmodus sollten Battlefield 1942 Veteranen noch ausgezeichnet
kennen. Auf 15 Karten (Version 1.1) können sich die Spieler hier austoben. Auf jeder Karte sind
eine Reihe an Kontrollpunkten verteilt, die es möglichst alle einzunehmen gilt, indem man die
Gegner dort beseitigt und dann dort eine Weile, in einem kleinen Umkreis der Flagge, verbleibt.
Ein Counter zeigt an, wie lange man hier noch als Zielscheibe stehen muss, bis man diesen Punkt
eingenommen und dann einen neuen Startpunkt hat. Je mehr Teammitglieder an einer Flagge stehen,
desto schneller wird diese von "feindlich" auf "neutral" und dann auf "eingenommen" umgestellt.
Sobald ein Team dann mehr als die Hälfte aller Kontrollpunkte eingenommen hat, verliert der
Gegner kontinuierlich "Tickets". Außerdem kostet jedes Ableben eines Spielers eine einstellbare
Ticketanzahl. Sind die Tickets bei Null angekommen, hat das Team verloren. Auf einigen Karten
wird jedoch auch mit einer leicht veränderten Variante gespielt. Hier hält ein Team eine Reihe
an Kontrollpunkten von Anfang an (z. B. einige Punkte auf einer Insel) und das andere Team
muss diese Punkte einnehmen, damit sie nicht weiter "Tickets" verlieren, sondern dafür dann
der Gegner. Wie schon im Vorgänger sollte man mit der eigenen Gesundheit vorsichtig umgehen,
damit man nicht einfach wieder im Level respawnt, wenn man gestorben ist. Erst nach einer gewissen
Zeitspanne (einstellbar) kann man sich wieder in die Schlacht stürzen und dabei dann an einem
der Punkte starten, den das Team zu dem Zeitpunkt noch eingenommen hat. Neben Gesundheit und
Munition findet man an den Punkten auch das ein oder andere Fahrzeug, wie Panzer, Jeeps, Boote
und Flugzeuge. Im Mehrspielermodus kann man diesen Spieltyp auch im "COOP-Modus" spielen. Hier
kommen dann bis zu einer gewissen Spielerzahl noch Bots hinzu. Aufgrund der Optionsmöglichkeiten,
wie z. B. Rundenanzahl, Zeit bis zu Respawn, etc. ist dies eigentlich der "bessere Einzelspielermodus",
als der Soforteinsatz, weil man einfach mehr einstellen kann.
Evolution: Der Evolutionsmodus, der auf fünf Karten gespielt werden kann, baut auf
dem Eroberungsspiel auf, mit dem kleinen Unterschied, dass am Ende der Partie auf einer Kartenvariation
mit den Ausgangseinstellungen des vorangegangenen Matches weitergespielt wird. Waren somit beispielsweise
die Amerikaner sehr erfolgreich und hielten viele Punkte, so haben sie im "Rückspiel" einen
Vorteil gegenüber dem Vietcong. Leider gibt es nur wenige Maps dafür und die Serverauswahl ist
sehr gering und tendiert gegen Null. In diesem Modus können keine Bots eingefügt werden und
ein Offlinegame ist daher mit diesem Spieltyp nicht möglich.
Eigenes Gefecht: Wer weitere Spieltypen aus dem Vorgänger, wie Capture the Flag, oder
neue sucht, der kann sich lediglich noch in diesem Modus austoben. Vom Spielprinzip ändert sich
hier nichts. Gespielt wird auf allen 15 Maps des Conquest-Modus. Hier ist es jedoch möglich
einige zusätzliche Optionen einzustellen. So kann man Fahrzeuge durch andere ersetzen lassen,
mit gleichem Team spielen (Normalerweise spielen auf den Maps immer Vietcong vs. Amerikaner)
und so ist ein Spiel US Marine vs. US Army oder US Army vs US Army möglich. Außerdem können
hier Waffen und Klassen einzeln ausgeschaltet werden. Obwohl hier nicht mehr geändert wird,
ist es wie im Eroberungsmodus nicht möglich, Bots einzufügen, was das Spiel für Gelegenheits-
und Offlinespieler stark einschränkt und zeigt, dass der Schwerpunkt eindeutig im Internet und
LAN liegt.
Ausreichend Server findet man online für Battlefield Vietnam immer, leider ist man jedoch
von einigen Spaßbremsen online nicht ganz gefeiht. Neben einigen Server, die zu viele Spieler
mit zu schlechter Internetanbindung auf einen Server packen und anderen Problemen, die man auch
bei jedem anderen Shooter findet, so ist Battlefield Vietnam ein Teamgame. Spielt auf der einen
Seite nur ein Haufen wilder Fragjäger gegen einige eingespielte Leute, dann ist das Spiel sehr
unausgewogen. Wer meint den Rambo spielen zu müssen und alle anderen egal sind, verliert viel
vom Spielspaß. Hier muss man auf andere Spieler achten und sich etwas zusammenreißen.
Wenn man mal wieder einfach abgeknallt wurde, weil der Teamkiller in das Fahrzeug wollte, bringt
das wenig Freude. Ebenso, wenn andere Leute ins Fahrzeug einsteigen und dann einfach abdampfen
und der Rest darf zu Fuß gehen, obwohl noch ausreichend Platz im Fahrzeug frei war. Wer nicht
fliegen kann, der sollte dann auch nicht jeden Heli starten, sondern vielleicht offline einfach
mal etwas üben, aber nicht online. Mit etwas Geduld finden sich auch immer entsprechende Server,
wo man ausgezeichnet spielen kann. Man sollte sich nur nicht entmutigen lassen.
Kampf im Dschungel Vietnams
Der zweite Weltkrieg ist vorbei, helle Farben und Wüsten sind vorbei. Es geht ab in die Dschungelwildnis
von Vietnam. Grafisch hat sich bei Vietnam einiges getan. Man läuft nicht mehr auf immer hellen
Maps herum, sondern tobt sich in einer ganzen Reihe unterschiedlicher Settings aus. Mal kämpft
man in einer etwas düsteren Umgebung zwischen Matschwegen und Büschen, wo sich allerlei Flankenangriffe
auf Panzer und Truppentransporter vollführen lassen, dafür lauern im Gebüsch beispielsweise
Speerfallen und es geht recht linear zu und mal gilt es die Flagge auf dem Feldweg oder in einer
Ruine einzunehmen. Andere Maps sind da offener gestaltet und man kann enorm weit blicken. Da
steht die Flagge in einem Reisfeld und aus allen Seiten rumpeln die Fahrzeuge heran und Helikopter
setzen Truppen und Fahrzeuge ab. Wieder andere Maps sind wahre Berg- und Tallandschaft. Hier
erlebt man die ein oder andere Überraschung, wenn plötzlich die Gegner über den nächsten kleinen
Hügel kommen oder das offene Terrain dazu nutzen und sich vorbeischleichen. Auf wieder anderen
Maps sind Landungsboote entscheidend, wenn man die vielen flachen Gewässer und Flüsse überqueren
will. Zwar passt leider kein Flugzeugträger hinein, aber so manches bewaffnete Landungsboot
kann auch ordentlich aufräumen. Da wird dann zwischen Bambushütten gekämpft, man kann Fallen
auslösen (ähnlich denen, der Ewoks im Kampf um Endor im Einsatz gegen die AT-ST) und da rollenStämme
den Abhang runter. Auf einigen Maps spielt nicht nur der Transport von Fahrzeugen per Helikopter
eine wichtige Rolle, sondern auch Luftschlachten sind entscheidend. Die Sicht ist recht groß
und es gibt dann stellenweise Maps mit recht wenig natürlicher Deckung. Neben Kämpfen auf großen
Wiesen und an/ um Ruinen geht es auch in Städten bzw. Stadtteilen ordentlich zur Sache. Im Häuserkampf
ist es stellenweise zwischen Trümmern, Mauern und verwinkelten Straßennetzen gar nicht so einfach
mit dem Panzer mal eben zum Ziel zu gelangen. Da verschanzen sich die Spieler überall und so
mancher Kontrollpunkt liegt auf einem Dach/ im zweiten Stockwerk, etc. Im Gegensatz zum Vorgänger
weisen die Maps alle deutlich mehr Details auf. Es gibt Gras und viel Bewuchs auf den Karten
und man ist längst nicht mehr so sehr in einer Einöde unterwegs. Dadurch wird es jedoch auch
nicht gerade leichter, die Gegner im Gebüsch zu erkennen, wenn man nebenbei kämpft und auch
noch auf Fallen achten muss. Leider sind jedoch einige etwas sehr massive Hindernisse vorhanden.
Dass ein Motorroller nicht durch eine Mauer kommt leuchtet ein. Aber wieso ein Panzer am Stacheldraht
scheitert ist sehr unverständlich. Durch die stärkere Vegetation im Vergleich zum Vorgänger
bleibt man auch gerne mal an einem entsprechenden Busch hängen oder quält sich mit dem Fahrzeug
durch den Wald, wo die Bäume alle aus Stahlbeton sind und einfach nicht klein beigeben wollen.
Waffen, Fahrzeuge und Klassen
Im Vergleich zum Vorgänger wurde aus einer Masse an Fahrzeuge nun doch einiges gestrichen,
doch manchmal ist weniger auch gar nicht schlecht. Es gibt noch immer eine recht umfangreiche
Palette an Fahrzeugen. Neben der Reduzierung ist es im Nachfolger so, dass die stationären Verteidigungen
aus Battlefield 1942 durch mobile Varianten ersetzt wurden. Da gilt es nicht einfach nur geschickt
mit der Flak umzugehen, sondern das Fahrzeug auch entsprechend taktisch klug zu platzieren.
Truppenmobilität ist das A und O. Ganz neu ist es nun, dass nicht nur schnell und bequem Fußtruppen
per Transporthubschrauber oder Transportboot zum Gegner gebracht werden können, der Huey Transporthelikopter
z. B. kann auch Panzer per Kette anheben und zum Einsatz bringen. Zwar schafft man dieses
Manöver nicht auf Anhieb und neben der Gefahr in der Luft abgeschossen zu werden, muss man auch
erst mal den Dreh raushaben, das Gerät entsprechend zu handhaben und den Panzer aufzunehmen.
Neben diesen Neuerungen gibt es wieder unterschiedliche Panzertypen, Jeeps, einen Roller, gepanzerte
Transporter, Kampfbomber, Jagdflieger, Feldgeschütze. In den Fahrzeugen gibt es auch die unterschiedlichsten
Bordwaffen zu bedienen, so dass eigentlich immer mindestens noch einer im Fahrzeug während
der Fahrt was tun kann. Auf den Maps werden die Fahrzeuge sehr abwechslungsreich eingesetzt.
Jede Map hat da ganz andere Schwerpunkte und immer andere Konstellationen bei den Fahrzeugen.
Die Spielparteien treffen nicht immer mit gleichen Fahrzeugtypen aufeinander, da macht sich
z. B. der Diebstahl eines Transporthelis gleich doppelt unangenehm bemerkbar, wenn ihn
die Gegenseite nicht gleich am nächsten Baum verschrottet, weil die Steuerung in der Luft zwar
etwas leichter geworden, doch noch immer Können erfordert. Fährt man mit einem Jeep oder Panzer
durch das Wasser, so geht das Fahrzeug recht schnell "kaputt" und explodiert. Dies soll verhindern,
dass man so manche Abkürzung nimmt und das Spiel einigermaßen ausgeglichen bleibt und gleichzeitig
Fahrzeuge im tiefen Wasser zerstört werden. Wieso jedoch ein Jeep Schaden nimmt, weil er mit
dem Vorderreifen etwa 10 cm im Wasser steht oder ein Panzer schon bei eigentlich eher leichter
Wasserberührung anfängt zu qualmen, ist doch etwas arg übertrieben.
Das Klassensystem wurde ebenso überarbeitet. Es gibt nur noch vier Klassen: Soldat, Schwere
Waffen, Ingenieur und Aufklärung sprich Sniper. Diese vier Klassen können dann jeweils noch
zwischen zwei unterschiedlichen Varianten wählen, also acht Möglichkeiten pro Team. Möchte man
also als Soldat mit einer M16 rumlaufen oder darf es die Shotgun sein? Je nach Level und Kampfsituation
bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten an. Neben einer Nahkampfwaffe (Messer, Machete, Wurfmesser,
etc.), einer Primär- und Sekundärwaffe, gibt es noch "Sonstiges". Diese Palette "Sonstiges"
ist sehr umfangreich. Soldaten haben Granaten, Scharfschützen ein Fernglas oder Sprengfallen.
Damit ist die Neuerung bei den Klassen bzw. "Kits" noch lange nicht erschöpft. Nicht nur die
Klassen unterscheiden sich in Bewaffnung und Ausrüstung, sondern auch in ihren Möglichkeiten.
Da können Fallen gestellt werden, Fahrzeuge beschädigt, etc. Als wenn das noch nicht genug wäre,
gibt es jeweils drei unterschiedliche Amerikaner und Vietcong-Parteien, bei denen sich Waffen,
Ausrüstung, etc. erneut unterscheiden. Die Möglichkeiten sind damit im Mehrspielermodus enorm
erweitert worden. Doch selbst wenn man im Spiel ist, muss man sich nicht mit der aktuellen Klasse
begnügen. Fällt eine Person, so hinterläßt diese ein Kreuz, an dem seine Waffe hängt, die man
sich dann schnappen kann. Nicht unerwähnt sollten auch die mobilen Spawnpunkte sein, welche
die Amerikaner beispielsweise per Heli anliefern können.
Handhabung des Spiels
Gesteuert wird Battlefield Vietnam, wer hätte es anders gedacht, mit Maus/ Tastatur, wobei
zusätzlich ein Joystick für Flugzeuge und Helikopter angebracht wäre. Die Steuerung kann völlig
frei für Land, Luft und Fahrzeuge konfiguriert werden. Mit wenigen Tasten hat man alles Wichtige
in Reichweite, angefangen bei einem etwas aufgeräumteren Funkmenü, über die Bewegung, die sich
am Standard aller Shooter orientiert und Tastenkürzel für alle wichtigen Aktionen, wie Fahrzeug
benutzen, nachladen, etc. In unterschiedlichen Ansichten lassen sich die Fahrzeuge steuern,
die alle Vor- und Nachteile haben. In der Außenansicht kann man zwar wunderbar Hindernisse umfahren
und Gegner orten, doch treffen kann man nur aus der eingeschränkten Fahrerperspektive. Lassen
sich Panzer, Landungsboote und Jeeps noch recht einfach steuern, so ist die Flugsteuerung trotz
einiger Entschärfungen noch immer was für erfahrener Spieler, die am besten mit Stick steuern.
Aber etwas Skill sollte man ja schon für so was haben. Da ist BF V ein recht guter Kompromiss
zwischen Realismus und Arcade. Battlefeild Vietnam gibt sich recht sparsam bei Gewaltdarstellung,
wenn man mal von Napalm-Bombenangriffen absieht, aber im Gegensatz zu anderen Shootern spritzt
der rote Saft nicht und es fliegen einem auch keine Eingeweide entgegen. Auf der einen Seite
braucht man solche "Goodies" sicherlich auch nicht. Doch es wäre sicherlich nicht verkehrt gewesen,
zumindest einen kleinen Blutspritzer darzustellen, wenn der Gegner stirbt, da man dies sonst
schwer erkennen kann. Da hilft es nur genau auf die Statusleiste im HUD zu achten, wo entsprechende
Meldungen erscheinen. Oft passiert es sonst, dass man Gegner für tot hält, diese aber noch leben
bzw. man sie gekillt hat, aber dies an der Animation noch nicht erkannt hat. Das HUD ist kompakt
gehalten. Am oberen Bildschirmrand findet man die wichtigsten Shortcuts zu den Funksprüchen,
die man jedoch auch ausblenden kann. Eine große Hilfe in der rechten oberen Ecke. Hier sieht
man die aktuelle Lage im Umfeld (wo Fahrzeuge sind, etc.) und per Knopfdruck kann man dies auch
als Vollbild haben. Außerdem findet man hier die jeweilige Punktanzeige für die "Tickets", wobei
sich allerdings die Zahl auf dem Hintergrund nicht immer sehr gut ablesen lässt in der Hektik
so mancher Action. Im unteren linken Bereich findet man die Gesundheitsanzeige und in Fahrzeugen
zusätzlich die Panzerung und Belegung der Fahrzeugpositionen. Eine kleine Info in der rechten
unteren Ecke versorgt den Spieler mit Infos über Schüsse/ Magazine der aktuellen Waffen. Waffenwechsel
erfolgt entweder per Mausrad + LK oder direkt über die entsprechenden Schnelltasten. Sehr hilfreich
ist auch die 3D Karte, die Punkte wie Flaggen, Munition, Health und Teammitglieder markiert
und eine Entfernung dazu anzeigt. Das Scoreboard listet alle gewohnten Infos, wie Kills, Death,
Ping, Punkte und eine Zusammenfassung für die Teams auf. Die Übersichtskarte, wenn man Klasse
plus Startpunkt auswählt, ist zwar recht übersichtlich, allerdings wäre es etwas schöner,
wenn Spawnpunkte besser sichtbar wären und man mit einigen Shortcuts die Klickerei etwas abkürzen
würde, will man Spawnpunkt und/oder Klasse wechseln.
Grafik & Hardware
Grafisch hat das Spiel einen merklichen Schritt nach vorn gemacht, wenn gleich es nicht ganz
mit reinen MPP-Games wie Unreal Tournament
2004 mithalten kann, aber die Maps sind stellenweise auch 'ne Ecke größer. Im Vergleich
zum Vorgänger bewegt man sich nicht mehr durch riesige und stellenweise öde/eintönige Abschnitte,
sondern die Maps wurden sehr abwechslungsreich und mit vielen Kleinigkeiten wie Gras, Büsche,
etc. gestaltet. Die Maps zeigen eine recht umfangreiche Palette an unterschiedlichen Schauplätzen
und auch die Texturen sind ansehnlich, wenn auch das Wasser stellenweise etwas schwach aussieht.
Allerdings zieht das Spiel auch schon so ordentlich Performance. Für die größeren Maps mit vielen
Spielern sollte man daher auch schon gut 1 GB RAM haben, wenn man schönste Grafikpracht haben
möchte. Wer dazu auch noch mit Bots spielen will, der sollte noch einige MHz drauflegen und
gut 2 GHz sollte man schon haben, damit man ansehnliche Grafik und Spielspaß hat. Da Battlefield
Vietnam sicherlich nicht die neusten Grafikkarten voll ausreizt, könnte man auf die Idee kommen,
das alles mit etwas FSAA und AF zu verschönern. Zwar war die FPS Einbuße beim Testen bei nahezu
Null, doch mit aktivierten FSAA wird die Schrift im Spiel vollkommen unleserlich und ohne Infos
unspielbar. Die Schrift sah aus, als ob jedes zweite Pixel weggelassen würde. So etwas
darf eigentlich in der heutigen Zeit nicht mehr passieren und die Masse an Spielen hat mit so
was keinerlei Probleme. Ärgerlich auch, weil das Spiel damit auch noch eine ganze Ecke besser
ausgesehen hat.
Sound & Musik
Akustisch hat Dice mit Battlefield Vietnam einiges zu bieten. Die Waffen klingen beeindruckend
realistisch und man fühlt sich einfach sofort mittendrin. Da werden Befehle gerufen, man hört
den Panzer heran rumpeln und es kracht an allen Ecken und Enden im Kampf. Wem diese sehr imposante
Kampfatmosphäre noch nicht genug ist, der kann auch noch auf eine ganze Reihe abwechslungsreicher
Musikstücke zurückgreifen, die nicht nur bei den Ladesequenzen, die bei mir in der Version 1.1
recht fix waren, eingespielt werden, sondern man kann auch etwas den Sound aufdrehen, wenn man
bei Battlefield Vietnam im Fahrzeug sitzt. Wenn der Gegner bislang noch nicht mitbekommen hat,
dass man kommt, danach schon. *g*
Meinung
Vollpreisspiel oder Vollpreisaddon, solche Fragen stellt man sich in der heutigen Zeit immer
öfter. Auch bei Battlefield Vietnam ist es nicht so ganz einfach. Sicherlich, auf der einen
Seite ist das Szenario vollkommen neu, es gibt deutliche Verbesserungen wie z. B. an den
neuen Klassen/Kits zu sehen und die Maps sind nun deutlich detaillierter gestaltet. Das Spiel
wurde hier und da verbessert und insgesamt 'ne Ecke actionreicher gemacht, ohne unnötige Längen
zu haben, wo man - wie im Vorgänger - allein auf weiter Flur stand und viel laufen musste. Mit
den richtigen Leuten im Internet oder im LAN, macht Battlefield Vietnam unheimlich viel Spaß.
Nach einiger Zeit hat man sich dann auch daran gewöhnt, dass man stellenweise schlecht erkennen
kann, wann man jemanden gekillt hat oder das man leider ohne FSAA spielen muss. Mehrspielerfans,
die Battlefield 1942 nicht mehr sehen können, die können beruhigt zugreifen, wenn sie keine
Quantensprünge bei Spielprinzip erwarten. Die Hatz um die Kontrollpunkte wurde leicht verbessert
(Endlich ein Timer), ein CTF ist jedoch beispielsweise dem Rotstift zum Opfer gefallen. Definitiv
nicht zugreifen sollten Offline Spieler, die bekommen hier sogar noch weniger geboten als im
Vorgänger und das man Bots nicht im frei konfigurierbaren Spiel benutzen kann, ist sehr unverständlich.
Sie wären vermutlich überfordert, wenn da plötzlich statt eines Panzers ein Truppentransporter
stehen würde. Aber da die Kollegen weder fordernde Gegner auf den meisten Maps sind, noch mit
den Landfahrzeugen sehr geschickt umgehen, werden LAN und Internetkämpfer darüber hinwegsehen.
Wer jedoch bislang Battlefield nur vom Namen her kennt, der sollte vielleicht lieber die Battlefield
Anthology (Hauptspiel + beide AddOns) ins Auge fassen. Mods gibt es dafür in Massen, man bekommt
viel Spiel fürs Geld und irgendwann wird Battlefield Vietnam preiswerter und die Mod-Community
hat dann auch dort mit den mitgelieferten Tools entsprechend für Nachschub gesorgt. Vietnam
ist Evolution statt Revolution, wie es 1942 war. Leider gibt es keine Demo von Vietnam, so dass
jeder abwägen muss, ob die Neuerungen bzw. der Settingwechsel 45 € wert sind.
Geschrieben am 26.09.2004, Testkonfiguration: AMD2700+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Live 5.1
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