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Bionic Commando
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| Name: | Bionic Comando |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2009/08 |
| Publisher: | Capcom |
| Entwickler: | GRIN |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | Dualcore 2.4 Ghz, 1.5GB RAM, 256 MB PixelShader3, HD 8000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/Vista, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Gamepad |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Multilingual |
| zensiert: | nein |
| Serie: | ja |
| Bemerkung: | auch für Xbox360/PS3, unterstützt DX10 |
| USK: | 18 |
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| Bionic Comando (review von geuer) |
Nach einer gefühlten Ewigkeit ist es endlich soweit: Ein weiteres Mal erblickt das Remake
eines Spieles die Welt. Es ist also nicht nur bei Filmen üblich, diese immer wieder neu aufzuwärmen
- auch bei Spielen handelt es sich um eine beliebte Strategie, um Verkaufszahlen zu erhöhen
und alten Fans das Herz am liebsten gleich bis in die Kehle schlagen zu lassen. Natürlich ist
das im Spielegenre einfacher. Man schraubt einfach ein wenig an der Grafik, macht aus einem
2D ein 3D-Spiel und agiert geschickt mit den neuen Möglichkeiten der dreidimensionalen Umgebung.
Kurios wird diese Marketingstrategie nur, wenn kaum jemand mit der Urversion vertraut ist -
mir zumindest war sie nicht bekannt. So geschah es bereits im Jahre 1987, dass das japanische
Actionspiel "Hitler no Fukkatsu" erstmals auf dem NES erschien. Zeitgleich erblickte es in den
USA dank der Zensurbehörde unter dem Namen "Bionic Commando" das Licht der Welt. Selbstredend
handelt es sich nach damaligen Möglichkeiten nur um einen 2D-Klassiker, bei dem es - kurz zusammengefasst
- um das Aufhalten der neu entwickelten und finsteren Pläne der Neonazis unter der Führung Adolf
Hitlers geht. Dass diese Handlung dann in der Zukunft spielt, machte alles nur noch konfuser.
Doch wozu kann man klonen und alte Gestalten der Geschichte wiederbeleben? Ob nun aber die Kopie
dieses Klassikers in der Neuzeit dank dreidimensionaler Möglichkeiten und erweiterter Handlung
ein lohnenswertes Spielerlebnis darstellt, wird im folgenden Review geklärt.
Eine armselige Vorstellung
Auch die Zukunft bleibt nicht frei von Kriegen. Auf jeder Seite gibt es Opfer zu beklagen.
Viele Soldaten sterben oder werden verwundet; verlieren dabei nicht selten ihre Arme oder Beine
und sind somit für den Rest ihres Lebens entstellt. Selbst in der modernen Zeit ist es nicht
möglich, Gliedmaßen nachwachsen und wieder funktionsfähig werden zu lassen. Doch die Forschung
hat nicht stagniert. Mittlerweile gibt es andere Methoden, um verlorene Körperteile zu ersetzen.
Gediente Soldaten erhalten mechanische Körperteile, mit denen ein normales Leben wieder möglich
wird. Somit verschmilzt die moderne Technik mit dem empfindlichen Nervensystem des Menschen.
Maschine und Körper bilden eine Einheit. Durch diese Verbindung ist der bionische Mensch geboren.
Doch nur wenigen gebührt die Ehre dieser Verschmelzung. Die bionischen Verbesserungen werden
nur an Soldaten durchgeführt, die unter dem Befehl des TASC (Tactical Arms and Security Committee)
stehen. Dies ruft Misstrauen in der Bevölkerung hervor. Die Angst vor Kriegen mit bionisch verbesserten
Soldaten nimmt zu. Stimmen werden laut. Der Staat reagiert mit dem Gesetz zum Verbot von Bionik
und greift hart durch. Sämtliche in dieser Form veränderten Soldaten werden in ihre eigentliche
Form zurückgeführt - eine Hetzjagd beginnt. Viele bionisch verbesserte Soldaten verlieren ihr
Leben durch die fehlende Symbiose mit der Technik. Einige werden durch fadenscheinige Gründe
verhaftet und zur Todesstrafe verurteilt. So auch der Titelheld Spencer - der bionisch veränderte
Soldat, mit dem der Spieler in dessen Todeszelle das erste mal Kontakt aufnimmt. Kurz vorher
jedoch detoniert eine experiementelle Waffe in Ascencion City, hinterlässt ein Erdbeben und
eine radioaktive verseuchte Landschaft. Die pro-bionische Vereinigung BioReign bekennt sich
zu diesem Anschlag. Die Regierung ist mit diesem Szenario überfordert und benötigt Hilfe. Kurzerhand
wird Spencer vor seinem sicheren Tod gerettet und soll nun im Namen der Regierung das verseuchte
Gebiet erkunden und nach Überlebenden suchen. Doch es steckt mehr dahinter: Sowohl die Terroristen
als auch der Staat scheinen auf der Suche nach etwas zu sein. Doch wonach? Und wem kann man
glauben?
Die gesamte Geschichte rund um bionische verbesserte Soldaten mag sich nett lesen, doch wirkt
sie im Spiel bedingt durch die mangelhafte Präsentation stark konstruiert. Unter Kontrolle der
Regierung und ständigem Funkkontakt mit Vorgesetzten, begibt man sich von einem Szenario zum
nächsten und kommt dem finalen Rätsel Schritt für Schritt auf die Spur. Nach längerer Auseinandersetzung
mit dem Inhalt der gesamten Geschichte, kam ich zu dem Schluss, dass man weitaus mehr daraus
hätte machen können. Dabei ist es kein Kritikpunkt, dass man plötzlich ins Spiel geworfen und
erst nach und nach mit dem eigentlichen Geschehen und den Umständen konfrontiert wird. Viel
mehr hat mich die Präsentation gestört: Dialoge wirken hölzern und aufgetragen; Hintergrundinformationen
werden dem Spieler nur durch mäßig übersetzte Texte dargestellt. Abgesehen davon sind die Übersetzungen,
die englisch gesprochene Sprache in deutsche Untertitel transferieren, teilweise mit peinlichen
Fehlern versehen. Da darf man innerhalb einer beinharten Diskussion zwischen Spencer und seinem
neuen Chef schon einmal mit Einwürfen wie "Spar mir das Rührstück" oder ähnlich kuriosen Kommentaren
rechnen. Auch nach dem Ableben des Hauptcharakters gibt es kein herkömmliches "Game Over" oder
ein formelles "Sie haben verloren", wie man es eigentlich gewohnt ist. Stattdessen erwarten
einen gänzlich neue Satzkonstruktionen wie "Sie haben verspielt". Zugegeben: Das ist anders,
das ist neu. Es ist aber alles andere als gut und reiht sich damit in die allgemein schlechte
Vorstellung der gesamten Rahmenhandlung ein. Das ist schade, denn mit ein wenig mehr Elan hätte
man zumindest für ein Actionspiel handlungsmäßig noch einiges herausholen können, was dadurch
schlichtweg auf der Strecke bleibt.
Auch diese Story hat ihre zu erwartenden Wende- und Knackpunkte, doch haben mich diese nicht
sonderlich mitgenommen und sprachen für sich auch nicht von erzählerischer Finesse. Einzig und
alleine dem Ende möchte ich einen kleinen Bonus zusprechen. Das erfindet das Rad zwar auch nicht
neu, doch schließt es die Geschichte durch einen von mir nicht erwarteten Schluss und wirkt
durch den finalen Endkampf beinahe episch.
Der bionische Spiderman
Von einem rein als Actiontitel ausgeschriebenem Spiel, braucht man ohnehin eigentlich erst
gar keine ausgefeilten Dialoge oder packenden Handlungsstränge erwarten. Viel mehr geht es hier
um ein knackiges und forderndes Gameplay, das den Spieler möglichst mit zahlreichen Aufgaben
unterschiedlicher Art konfroniert. Was hat Bionic Commando in dieser Sparte zu bieten? Als bionisch
veränderter Soldat wurde dem Protagonisten Spencer ein neuer Arm spendiert, der nicht nur zum
Halten kalter Getränke im Kinositz gut ist. Immerhin wurde die Entwicklung dieser bionischen
Veränderungen von der Armee finanziert, sodass mit ausgefeilteren Ergänzungen zu rechnen ist.
Spencers Arm ist gar derart wuchtig, dass er im Alltagsgebrauch wohl bei den einfachsten Tätigkeiten
versagen würde. Viel mehr handelt es sich um eines auf den Kampf verbessertes Utensil. Spencer
besitzt in diesem Sinne einen langen Greifarm, mit dessen Hilfe er nicht nur verschiedene Objekte
quer durch die Landschaft schleudern kann; ihm gelingt es auch, sich nahezu überall festzuhalten
und von Gebäude zu Gebäude zu schwingen - genau wie Spiderman. Der Spieler lernt dabei in einem
umfangreichen Tutorial die gesamte Steuerung kennen. Gespielt wird dabei aus der dritten Perspektive.
Mehr als das reine Schwingen und das Werfen von Objekten und Lebewesen in verschiedenen Variationen,
wird dabei allerdings kaum geboten. Weiterhin lernt man im Tutorial bereits alle Möglichkeiten
des Arms kennen, die sich aber erst nach und nach im Spiel freischalten. Somit weiß man bereits
am Anfang, was einen am Ende erwartet und darf bis auf eine Ausnahme nicht mit neuen Fertigkeiten
rechnen. Das ist schade, denn dadurch wird einem der Überraschungsmoment genommen. Andererseits
ähneln sich die Fähigkeiten ohnehin, sodass sie in jedem Falle lediglich eine Erweiterung des
Werfens darstellen.
So hangelt man sich im Spiel in spiderman-ähnlicher Manier von einem Checkpoint zum nächsten
und vernichtet im Weg stehende Gegner. Die Bewegungen sind dabei stets flüssig und nach ein
wenig Übung weiß man durch Schnelligkeit zu überzeugen, gerade da man sich nahezu überall zum
Hangeln festhalten kann. Das macht Spaß. Da es allerdings auf Dauer fernab dieser Fortbewegungsmöglichkeit
nur das langsame Laufen gibt, wird es schnell eintönig. Weiterhin wird zwar Freiheit suggeriert,
doch ist diese nur limitiert vorhanden. Der Weg ist stets durch Checkpoints vorgegeben und nicht
alles ist begehbar. So gibt es zahlreiche radioaktiv verseuchte Gebiete innerhalb der Stadt,
in denen der Held den sofortigen Tod erleidet. Das schränkt den Spielspaß zumindest teilweise
ein. Da erwägt man sich im einen Moment in absoluter Freiheit; schon hält man sich im nächsten
am falschen Gebäude fest und verendet im radioaktiven Gebiet. Das sorgt für Frustmomente. Bedingt
durch faire Autosaves hält sich das allerdings in Grenzen.
Abgesehen von der akrobatischen Finesse steht definitiv der Kampf gegen die Terroristen im
Vordergrund. Diese treten als gegnerische Soldaten in überschaubaren Gruppen auf und dürfen
entweder durch verschiedene im Spiel auffindbare Waffen oder durch geschickte Benutzung des
Greifarms vernichtet werden. Wie auch bei anderen Spielen dieser Gattung wird auf eine Health-Anzeige
komplett verzichtet. Stattdessen findet eine dezente Rotfärbung des Bildschirms statt. Nach
kurzer Zeit erholt sich Spencer wieder und ist voll einsatzbereit, was das Spiel an sich selbstredent
vereinfacht. Bis zum nächsten Schusswechsel versteckt man sich einfach hinter einer Wand oder
hangelt sich kurzerhand an dem Gebäude herunter, bevor man sich noch einmal den Gegnern stellt.
Kurios wird es erst, wenn der Spieler beispielsweise von einer Rakete getroffen wird. Stets
wird man bei solchen Detonationen hoch in die Luft geschleudert, erleidet aber nur mäßigen Schaden.
Ich hatte jedesmal den Eindruck eines Clippingfehlers, wenn ich nach einem Aufprall plötzlich
über dem Szenario schwebte. Vereinfacht wird das Spiel ebenso durch die Tatsache, dass man durch
den freien Fall nicht sterben kann. Egal wie tief man fällt und welche Höhe man hinter sich
legt - solange man auf dem normalen Boden landet, passiert einem erst einmal rein gar nichts.
Nichteinmal die Gesundheit verringert sich. Das wirkt einfach übertrieben. Dadurch macht man
sich oft gar nicht erst die Mühe, sich noch durch schnelles Festhaken an Gebäuden festzuhalten.
Im Gegensatz dazu entpuppen sich dann aber schon kleinere Tümpel als absolute Todesgruben,
wenn man nicht rechtzeitig einen geeigneten Punkt findet, um sich mit dem Greifarm wieder hinauszubefördern.
Die Kunst des Tötens
Die Waffenauswahl ist überschaubar. Von der herkömmlichen MG über die Shotgun bis zum Raketenwerfer,
sind die genretypischen Schusswaffen vorhanden. Getragen werden kann allerdings immer nur eine
dieser eher extravaganten Waffen. Zwei andere Plätze sind stets mit einer normalen Pistole und
Granaten belegt. Situationsbedingt erhält man für jeweilige Szenarien die notwendigen Waffen.
So darf auch mal gesnipert oder ein Granatenwerfer benutzt werden. Die Abwechslung durch verschiedene
Waffengattungen ist nicht sonderlich groß, da man diese einfach schon kennt. Ohnehin lebt das
Spiel nicht als reiner Third-Person-Shooter. Immerhin kann man die Möglichkeiten des Greifarms
auch im Kampf nutzen. Durch Hakenangriffe kann ein Gegner ergriffen, herangezogen und mit einem
Schlag getötet werden. Alternativ gibt es im späteren Spielverlauf die Variante, Gegenstände
oder gar die Menschen selbst auf ein bestimmtes Ziel zu schleudern. Werfbare Dinge blinken dabei
dezent auf, sodass man sie gleich erkennen kann. Seltsam ist nur, dass es teilweise nicht möglich
war, einen einfachen Holztisch gegen Gegner zu schleudern, man dagegen ein Auto mühelos durch
die Luft bewegen konnte. Das tut dem Spielspaß allerdings keinen Abbruch. So kämpft man sich
also munter durch Ascencion City, je nach Lust und Laune, Waffe oder bionischen Arm nutzend.
Fast immer endet ein Kapitel in einem Tunnel und das nächste beginnt nach dem gleichen Prinzip
wie das vorherige; eventuell verbunden mit einem Wechsel der Umgebung. Erscheinende Gegner lassen
sich dabei beinahe lässig mit den teilweise übermächtig anmutenden Fähigkeiten des Protagonisten
vernichten. Schritt für Schritt zieht die Schwierigkeitsstufe allerdings an, wodurch das Spielerlebnis
fordernder und spaßiger wird.
Im weiteren Spielverlauf gibt es auch stärkere Soldaten und man trifft öfter auf verschiedene
Maschinen ähnlicher Gattung, die ein wenig schwieriger, mit etwas Übung letztendlich aber dann
doch problemlos zu zerstören sind. Das grundlegende Spielprinzip hält sich dabei über die gesamte
Spielzeit: Laufen von Checkpoint zu Checkpoint. In regelmäßigen Abständen darf man sich auch
mal in feindliche Stationen einhacken und Minenfelder deaktivieren. Trotz steigender Schwierigkeit
schleicht sich in das Gameplay recht schnell Monotonie ein. Diese wird erfolgreich durch diverse
Endgegner gebrochen. So macht man Bekanntschaft mit Buraq, einem schwerbewaffneten Helikopter
und Mohole, einem mechanischen und imposant wirkenden Riesenwurm. Jeder Gegner hat seine Schwächen
und zumindest ein wenig Strategie ist nötig, um ihnen Lebewohl sagen zu können. Auch der finale
Kampf erweist sich als ein gut inszeniertes Spektakel, das zwar nicht sonderlich schwer zu handhaben,
allerdings im Gegensatz zur holprigen Handlung actionreich und für sich spannend präsentiert
ist.
Was soll ich sagen? Es macht Spaß wie Spiderman zu schwingen und mit wilder Musik den Feind
zu vernichten, doch wirkt es auf Dauer ohne spannende Handlung ermüdent. Dafür wird einfach
zu wenig Abwechslung geboten. Auch der regelmäßige Schauplatzwechsel ändert nichts am eigentlichen
Spielprinzip, ist allerdings im Schnitt gut umgesetzt. Ob man sich allerdings rein spielerisch
gesehen von Baum zu Baum, Laterne zu Laterne oder Häuserwand zu Häuserwand hangelt, macht keinen
Unterschied. Dennoch überzeugen die unterschiedlichen Areale durch ihre grafische Präsentation
und geben in diesem Sinne eine lohnenswerte und gut programmierte Abwechslung.
Ihr könnt laufen, aber ihr könnt nicht schwingen
Die Steuerung findet standardmäßig mit Tastatur und Maus statt. Im Tutorial zu Beginn des
Spieles lernt man ausführlich die grundlegende Bedienung. Leider werden sämtliche Steuerelemente
im HUD durch Symbole des X-Box-Controllers dargestellt, von dessen Konsole das Spiel portiert
wurde. Daraus folgt ein mühseliger Wechsel zwischen dem Steuerungsmenü und dem eigentlichen
Spiel. Nach dem Ende des Tutorials hat man die eigentliche Bedienung allerdings schnell verinnerlicht.
Nach kurzer Übung lernt der gewillte Spieler das Schwingen und wird fortlaufend vertrauter mit
der Steuerung, sodass sie locker und flüssig von der Hand geht. Fingerakrobatik wird keine verlangt.
Die Grundsteuerung bleibt einfach, wird durch Gegner und steigende Schwierigkeitsstufe allerdings
angenehm fordernd. Zusätzliche Fähigkeiten im Verlaufe des Spieles runden die Sache ab und hinterlassen
ein gutes Spielgefühl. Wer meint, dass er gar nicht mit Tastatur und Maus zurecht kommt, kann
alternativ ein Gamepad anschließen, das sich in der Folge an der XBox-Steuerung orientiert und
ebenso leicht von der Hand geht.
Die Szenerie der Zukunft
Neben dem Jump'n'Run ähnlichen Zügen des Spiels lohnt es sich, einen näheren Blick auf die
grafische Präsentation zu werfen. In diesem Bereich fällt ein eindeutiges Urteil schwer, da
man einerseits eine hohe Qualität mit scharfen Texturen und wunderschöner Weitsicht erlebt,
andererseits aber manchmal erstaunt ist von unsauberen Oberflächen. Gerade zu Beginn des Spiels
empfand ich die Grafik zwar als gut, doch nicht überragend. Später allerdings war ich teilweise
beeindruckt von den flüssigen Animationen der Gegner, gerade den Zwischengegnern, die ausgefeilt
und beeindruckend daher kommen. Während des Spiels durchläuft man verschiedene Areale im Stadtgebiet,
die sowohl in sich als auch unabhängig voneinander grafisch unterschiedlich ausgefeilt sind.
So durchläuft man neben dem Industriegebiet der Stadt eine Höhle, einen Park und findet sich
letztendlich an einem Hafen wieder. Der Park mit all seinen Bäumen und Sträuchern bleibt mir
dabei aus der grafischen Sparte am schlechtesten in Erinnerung. Die unterirdische Erkundung
der Erdspalte war grafisch in sich gespalten. Nach Eintritt in den Untergrund warf ich noch
einmal einen Blick in die Höhe und wurde mit satten Lichteffekten überrascht, die sich an den
steinigen Wänden passend und eindrucksvoll spiegelten. Warf ich kurz darauf einen Blick in die
nun zu laufende Richtung, war es ein vergleichsweise matschiger Texturbrei. Dieser fällt zwar
kaum auf, da man sich ständig in Bewegung befindet, ist aber in regelmäßigen Abständen sichtbar
und trübt das Erlebnis. Andere Schauplätze wie der Park zeigen unsaubere Schatten der Bäume
und teils zu eckig wirkende Landschaften. Letztendlich weißt die Grafik trotzdem einen guten
Standard auf, der gerade durch flüssige Animationen sämtlicher Protagonisten schön anzusehen
ist. Nachdem man das Spiel zu einem dreiviertel durch hat, zieht es nicht nur spielerisch, sondern
auch grafisch an. Der Spielverlauf ab der Bohrinsel war dabei für mich ein besonderer Genuss.
Der schwedischen Spieleschmiede Grin gelang es wohl besser, nächtliche Szenarien umzusetzen,
denn diese haben mich samt Vollmond vollends überzeugt. Spätere Actionsequenzen werden zunehmend
imposanter und angenehm zügig. Die Grafik wirkt besser, Animationen liebevoller und überzeugender.
Online- und LAN-Modus
Fernab der Singleplayerkampagne kann Bionic Commando sowohl online als auch im LAN-Modus
gespielt werden. Neben herkömmlichen Death Match und Team Death Match-Varianten mit immerhin
12 Karten, wird auch ein bionisch spielbarer Capture the Flag-Modus angeboten, der immerhin
vier Karten beinhaltet. Im LAN durfte ich das Death Match kurz anspielen und habe mit Freude
festgestellt, dass die Grundfunktionen der Singleplayerkampagne mitsamt Waffen und Greifarm
auch im Multiplayer vorhanden sind und auf ein sinnvolles Maß eingeschränkt wurden. Auf eine
ausführliche Beschreibung wird jedoch verzichtet. Dennoch sei positiv hervorzuheben, dass Bionic
Commando nicht als reines Singleplayerabenteuer daherkommt, sondern auch Platz für ein kleines
Scharmützel mit Freunden am Rande lässt. Eine schöne Erweiterung, wobei ich mir gerade bei Spielen
mit einer Singleplayerkampagne schon lange einen adäquaten Coop-Modus gewünscht hätte, aber
man kann nun einmal nicht alles haben.
Fazit
Bionic Commando hinterlässt sowohl gute als auch schlechte Eindrücke. Positiv sticht die
massive Action, die flüssige; meist schön anzusehende Grafik und das allgemein gut spielbare
Gameplay heraus. Es macht einfach Spaß wie Spiderman innerhalb verschiedenster und abwechslungsreicher
Szenarien nahezu alles als Fixpunkt zum Schwingen nutzen zu können und sowohl mit Greifarm als
auch mit herkömmlichen Schusswaffen gegnerischen Soldaten das Leben auszuhauchen. Auf die gesamte
Spielzeit von 8-10 Stunden betrachtet, bietet das Spiel allerdings zu wenig Abwechslung. Sehr
schnell wiederholen sich Abläufe im Spielverlauf. Die Handlung selbst ist nicht gut genug präsentiert,
um dieses Defizit zu kompensieren. Es entsteht keine Spannung. Das Gameplay bleibt sich dabei
durchgehend treu und bietet lediglich bereits im Tutorial erlernte Erweiterungen der Fähigkeiten
während des Spiels. Klassische Endgegner sind zwar gut designed und herausfordernd, doch reichen
auch sie nicht, um das lahme Spielprinzip des einfachen Erreichens diverser Checkpoints aufzulockern.
Nach ungefähr dreiviertel Spielzeit zieht die Action und die Schwierigkeit angenehm an und kann
mit einem imposanten, wenngleich spielerisch nicht im angemessenem Maße forderndem Ende aufwarten.
Dilettante Übersetzungen der gesprochenen Dialoge mitsamt dem stümperhaft genutzten Potential
der Hintergrundgeschichte, sind mir zwar ein Dorn im Auge, doch sollte man bedenken, dass es
sich hier um einen Actiontitel handelt, der ohnehin sein Hauptaugenmerk auf das Gameplay und
die grafische Präsentation richtet. Rückblickend ist beides zwar gut gelungen, doch schränkt
die Eintönigkeit des Gameplays den Wiederspielwert stark ein, was zwar durch schön in Szene
gesetzte Szenarien aufzulockern versucht wird, allerdings durch zu die gleiche Spielweise nicht
so recht gelingt. Letztendlich bleibt ein Titel übrig, der lediglich durch satte Action besticht.
Andere Faktoren wurden zu sehr außer Acht gelassen und nicht im notwendigen Maße berücksichtigt.
Am Ende bleibt dennoch ein befriedigendes Spielerlebnis, das ohne größere Intensität, aber durchaus
mit eigener Freude und Spielspaß, vom Alltag ablenkt und seinen eigenen Ansprüchen treu bleibt:
3+
Geschrieben am 28.08.2009, Testkonfiguration: Intel Quad Core 3,0Ghz, 4GB RAM, GTX260
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