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Blair Witch Vol.2
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| Gesamt (6 votes) | | 3+ |
 |   | | 1.3 |
 |   | | 1.1 |
 |   | | 1.6 |
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| Name: | Blair Witch Vol.2 - Die Legende von Coffin Rock |
| Genre: | Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2000/11 |
| Publisher: | Take 2 |
| Entwickler: | Human Heads |
| Hardware: | 233Mhz, 128MB RAM, 4MB Open-GL, HD 850 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX7 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | nein |
| Serie: | ja |
| USK: | 16 |
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| Blair Witch Vol.2 - Die Legende von Coffin Rock (review von yak) |
Da hätten wir nun also Teil 2 der Blair Witch Trilogie von GOD/Human Head Studios
auf der Festplatte. Wie in den anderen Teilen wird die Geschichte um den Blair
Witch Mythos in einer bestimmten Zeitperiode erzählt, welcher die Vorgeschichte
zum Kinofilm erzählt. Kurz zum Inhalt: Ihr spielt in dem Action-Adventure zur
Zeit des Bürgerkrieges einen Soldaten, der an Amnesie leidet und von einem Mädchen
namens Robin Weaver im Wald von Burkittsville, Maryland dem Tode nahe gefunden
wird. Von ihrer Großmutter werdet ihr versorgt und erfahrt dann, daß das kleine
Mädchen im Wald verschwunden ist. Ihr erhaltet von dort an den Namen Lazarus
und die Großmutter verlangt von euch, da sie euch das Leben gerettet hat, daß
ihr euch auf die Suche nach ihrer Enkelin macht, was euch unweigerlich in den
Bann der Blair Witch ziehen wird. Zur Installation: Das Spiel läßt sich problemlos
installieren und bietet nur eine Installationsoption (ca. 800 MB), wobei hierbei
alle Daten auf die Festplatte kopiert werden. Positiv zu erwähnen ist, daß es
sich hierbei (wie auch schon bei Nocturne und Blair Witch 1) um eine Multisprachversion
handelt. Ihr könnt also auch das Spiel im engl. Original spielen und es scheint
daher auch unzensiert zu sein (jedoch kein Hinweis auf der Packung, wie es bei
Blair Witch 1 der Fall war). Hier finden wir schon einen der ersten Kritikpunkte:
Die Steuerung war schon bei Nocturne eine Zumutung und das ist bei Blair Witch
2 nicht geändert worden. Man scheint hier keinerlei Modifikationen an der Engine/Steuerung
programmiert zu haben. Wählen kann man zwischen Tastatur, Tastatur und Maus,
Joypad und Maus. Die ausschließliche Maussteuerung konnte jedoch nicht getestet
werden, da sie jedesmal zum Programmabsturz führte. So wurde also die Steuerung
Tastatur/Maus gewählt. Der Nachteil hier ist, daß man zwar viele Tasten
einzeln modifizieren kann, nur die Drehung der Figur lies sich nicht, wie normalerweise
genreüblich, auf die Links-/Rechsttasten legen, sondern funktioniert nur umständlich
und unpräzise mit der Maus, was in den Actionpassagen ein absoluter Horror ist
und oft zum ungewollten Tod führte. Das Mauszielen mit den Waffen ist jedoch
erträglich.
Die Graphik ist sehr gut gelungen, was von der Nocturneengine auch nicht anders
zu erwarten war. Je nach Hardware sind fast alle Auflösungen und in 32 Bit
anwählbar. Lichteffekte (besonders mit der Laterne) sind sehr eindrucksvoll
gestaltet, werden aber eigentlich nicht vom Spiel genutzt, weil z. B. die Laterne
nur einmal im Spiel ihren Einsatz fand und dort war sie nicht einmal zwingend
notwendig. Hier hat man wohl einfach nur Inventar aus Nocturne zweitverwerten
wollen, um die Möglichkeiten der Engine zu zeigen. Die Orte sehen stimmungsvoll
aus und bringen die Blair Witch-Stimmung gelungen auf den Bildschirm. Was die
Atmosphäre jedoch erheblich störte war, daß die Dorfbewohner teilweise Bekleidung
trugen (insbesondere der Pfarrer) die mir absolut nicht in die Zeitepoche zu
passen schien. Auch gab es leider mehrere Clippingfehler, die mir ja bei Actionspielen
mit vollen 3D Screenaufbau durchaus verständlich erscheinen mögen, aber bei
vorgerenderten Hintergrundbildern nicht der Fall seien dürften. Oft verschwanden
Lazarus Arme, besonders wenn sie eine Laterne oder andere Gegenstände hielten,
einfach im Gemäuer. Bei der hardwareintesiven Nocturne-Engine sollte man das
sicher in den Griff bekommen können.
Der Sound ist gelungen und die Schreie im Wald wirken angsteinflössend aus
allen 4 Kanälen dank EAX Unterstützung, was leider jedoch das Spiel insgesamt
nicht zu schaffen schien. Auch die deutsche Lokalisierung ist nicht schlecht,
die Stimme von dem kleinen Mädchen ist jedoch grausam. Man hat wieder versucht,
eine erwachsene Frau mit Fiepsstimme sprechen zu lassen, was den Eindruck erwecken
soll, daß es sich um ein Kind handelt, was heute nicht mehr der Fall sein sollte,
obwohl es auch noch oft in Kino und Fernsehproduktionen praktiziert wird. Dies
endet leider darin, daß man denkt "BART SIMPSON meets the Blair Witch." Das
Spiel weißt insgesamt große Mängel im Design auf, was bei einem reinen Actionspiel
vielleicht noch vertretbar wäre, aber bei einem Action-Adventure mit Schwerpunkt
auf dem Adventureteil, sollte man dem Storyverlauf und Gamedesign schon kritischer
entgegenstehen.
Zu den einzelnen Kritikpunkten im Spiel. Der Spielverlauf ist streng linear,
man kann Orte nicht verlassen wenn man einen Teil noch zu erledigen hat. Dies
ist zwar nicht unbedingt bedenklich, aber mit nur jeweils ca. 6-8 Screens pro
Abschnitt wird die Möglichkeit des Adventureanteils zu stark reduziert. Eine
schöne Idee, die jedoch seit "Tag des Tentakles" nicht mehr neu ist,
sind die ständigen "Flashbacks" an das frühere Leben unseres Protagonisten.
Man spielt zeitversetzt praktisch die gleichen Orte mal als Lazarus und dann
einige Zeit zuvor als Soldat mit seiner Truppe, die Rebellen ausfindig machen
soll. So kann man als Soldat die Towa- Stäbchen aufnehmen, mit deren Magie sich
die Geister in Kombination mit einer normalen Waffe erledigen lassen. Diese
Stäbchen werden im Spiel jedoch hauptsächlich von Lazarus benötigt und so kann
man als Soldat gezielt die seltenen Stäbchen im Wald plazieren, damit Lazarus
diese in der Zukunft benutzen kann. Leider scheint das aber nicht immer zu klappen
und die Stäbchen erscheinen nicht immer an der richtigen Stelle, was das Spiel
oft erschwert, weil einige Gegner ohne nicht zu besiegen sind. Auch sind mir
schon Gegenstände beim Ablegen total abhanden gekommen, was es nötig machte,
einen alten Spielstand zu laden. Leider war es nicht von Beginn an ersichtlich,
was für Funktionen die Stäbchen hatten und ich mußte somit einen alten Spielstand
erneut laden. Erschwert wurde die Sache dadurch, daß man erst immer einen "FLASHBACK"
durchspielen mußte, um die Auswirkungen in der anderen Zeit herauszufinden.
Insgesamt ist das Spiel viel zu linear und gibt dem Spieler nur eingeschränkt
Möglichkeiten, in das Spiel einzutauchen. Sollte es mal interessant werden,
übernimmt eine Cut Szene die "Gewalt" über das Spiel und man darf sich den weiteren
Verlauf nur passiv ansehen. Durch die Menge der "nichtinteraktiven" Szenen gerät
das Spiel fast an die Grenze eines "Hörspieles", da man sehr oft nur noch als
passiver Beobachter am Geschehen teilnimmt. Die Szenen sind zwar schön dargestellt,
bringen dem Spiel aber nicht viel an Spannung. Nach einiger Zeit wünscht man
sich wirklich, daß sie kürzer werden, damit man weiterspielen kann.
Viele der Action-Abschnitte sind reine Ballerei und können manchmal auch durch
einfaches hindurchlaufen gelöst werden. Ziemlich verwirrend ist auch die Screenverknüpfung
und Bildgestaltung. Man kann nicht immer sehen, wo man einen Level betreten
und verlassen kann. Obwohl das Hintergrundbild eigentlich einen Ausgang zeigt,
geht die Figur nicht weiter, weil ein kleiner Stein im Weg liegt oder hier einfach
kein Ausgang geplant ist. Dies ist ziemlich ärgerlich, weil es viel an Atmosphäre
vernichtet - das wurde schon in den alten Kings Quest-Games besser gelöst. Auch
der Ansichtwechsel der Screens ist oft sehr verwirrend und unlogisch. Besonders
negativ fiel mir die verlassene Bahnstation auf. Dort konnte man ein Screen
nur erreichen, indem man nach vorne ging, obwohl das zu erreichende Ziel im
Hintergrund erschien. Einige Level waren so unglücklich gestaltet, daß man seine
Figur (verdeckt von Bäumen) nicht mehr im Kampf sehen und damit auch nicht steuern
konnte, was unweigerlich für vorzeitige Bekanntschaft mit Gevatter Tod sorgte.
Auch die Abgrenzung nicht passierbarer Bereiche ist nicht optimal gelöst. So
konnte man z. B. unbeschwert und ohne Sauerstoffbedarf im Fluß (Kopf unter Wasser)
auf Fischjagd gehen. Was mich jedoch am meisten geärgert hat sind einige unlogische
Details. So wehte z. B. in dem Krankenzimmer, in dem Lazarus von Robins Grossmutter
versorgt wurde, ein halber Orkan, obwohl die Fenster geschlossen waren- die
Kleidung der Personen flatterten jedoch wie verrückt im Wind. Gruselige Stimmung-
schön und gut, aber der Effekt wäre außerhalb von Gebäuden sicher effektiver
und angebrachter. Ein weiters Story-Schmankerl war noch folgendes: Im Flashback
als Soldat wurde man zu seinem Vorgesetzten zitiert. Dort erfährt man, daß man
nur wegen seiner hohen Qualifikation den Job auszuführen kann, da man in der
Lage wäre, die richtigen Leute dafür auszusuchen. Zwei Sätze später heisst
es jedoch, daß der Vorgesetzte schon 3 Leute für ihn ausgewählt hat. Sehr
glaubwürdig! Ein Spiel sollte schon in der Lage sein, seine selbst aufgestellten
Regeln zu befolgen und sich nicht gleich im Folgesatz zu widersprechen. Zu den
Bugs im Spiel: Einige Male ist mir das Spiel zum Desktop zurückgesprungen. Wie
oben schon erwähnt, war eine Maus-Only-Steuerung nicht möglich und bei der Texteinblendung
in den Zwischensequenzen stimmten die Texte nicht immer zu dem Gesprochenen,
bzw. waren die Texte in der falschen Reihenfolge. Empfehlen kann ich das Spiel
jedoch aufgrund der Mängel im Spielaufbau nicht. Obwohl es direkt als Midprice
Game herausgekommen ist und mittlerweile schon als Budget-Titel erhältlich
ist, gibt es sicher besseres und umfangreicheres, da Blair Witch 2 zudem auch
nur eine recht kurze Spielzeit hat. Besser beraten wäre man da mit dem viel
atmosphärischerem "Nocturne", welches momentan schon für ca.
20 DM erhältlich ist und dessen Umfang sicher 4 mal größer ist.
Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines bereits
auf der Seite GUN veröffentlichten Reviews.
Geschrieben am 26.11.2000, Testkonfiguration: PIII-650, Geforce-2, 256MB Ram, SB Live
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