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Blood Omen 2
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 | Info |
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| Autor | | 3+ |
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| Gesamt (94 votes) | | 2+ |
 |   | | 1.8 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 2.1 |
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| Name: | Blood Omen 2 - The Legacy of Kain |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2002/05 |
| Publisher: | Eidos |
| Entwickler: | Crystal Dynamics |
| Offiz. Sites: | Game |
| Links: | Nosgothclan.de |
| Hardware: | 450Mhz, 128MB RAM, 16MB 3D-Karte D3D, HD 1800 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| FFeedback: | nein |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | nein |
| Serie: | ja |
| Bemerkung: | auch für Xbox, Gamecube und PS2 erhältlich |
| USK: | 16 |
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| Blood Omen 2 - The Legacy of Kain (review von yak) |
Meine Armeen sind geschlagen. Mein Schloss liegt in Trümmern. Meine Feinde
haben mir alles genommen, meinen Reichtum und meine Macht. Doch sie konnten
mich nicht töten. Immer noch wandle ich auf Erden- schwach, aber am Leben. Sie
haben mir alles genommen, bis auf das Pochen meines untoten Herzens. Nun werde
ich sie lehren, mich zu achten. Ich werde diese wimmernden Feiglinge, die mich
vernichten wollten, zerquetschen. Meine Macht wird zurückkehren. Im Dunkel der
Nacht werde ich über sie kommen. Und ich werde nicht in friedlicher Absicht
kommen...
... hört sich nicht gerade nach ner Selbsthilfegruppe an, die alles bei 'nem
Kännchen Fencheltee ausdiskutieren will, oder?
Wir befinden uns im Reich Nosgoth, dem Land der Vampire. Kain, einst ein dunkler
machtvoller Fürst der Finsternis erwacht nach Jahrhunderte langem Schlaf, nachdem
er von dem Vampirhasser Lord Sarafan, mit dem er um Vorherrschaft von Nosgoth
kämpfte, im Zweikampf besiegt wurde. In diesem Kampf entriss Lord Sarafan Kain
die mächtigste Waffe, dem gefürchteten Soul Reaver und stiess ihn in den Abgrund.
Doch Kain wurde nicht vernichtet, sondern von einem geheimen Vampirorden, den
Cabal, gerettet und sein Körper wurde nach 200 Jahre wiederbelebt. Kain wacht
in Meridian, der Hauptstadt von Nosgoth, auf und muss feststellen, dass sich
das Land geändert hat. Die Sarafane hatten die Macht an sich gerissen und kontrollierten
das Land. Doch das sollte sich dank der Wiedergeburt von Kain schnell ändern...
Nun liefert uns Crystal Dynamics und Eidos mit Blood Omen 2 eine Fortsetzung,
die lange Zeit nach den Ereignissen des ersten Teils und weit vor denen aus
Soul Reaver spielt. Orientierte sich Teil 1 noch eher an einem isometrischen
Actionrollenspiel Marke "Zelda", geht es nun eher in die Richtung Action Beat-em-Up
mit Spezial-Moves in Form von Dunklen Mächten. Doch dazu später mehr.
Zur Technik: Realisiert wurde das Spiel mit der aus Soul
Reaver 2 bewährten und erprobten Spieleengine, die eigentlich keine
Wünsche offen lässt. Auflösungen von 400 x 300 bis 1600 x 1200
werden in 16 und 32 Bit mit zuschaltbarem Anti-Aliasing unterstützt. Selbst
in der niedrigsten Auflösung macht das Spiel noch eine gute Figur. Die Szenarien
sind stimmungsvoll und phantasiereich umgesetzt worden. Alte Städte, Hafenviertel,
unterirdische Katakomben, Schlösser, Gebirgspassagen und Industrieviertel sorgen
für genügend Abwechslung. Die Graphik ist detailliert und die Texturen beeindruckend.
Auch für Detailverliebtheit ist gesorgt, so findet man Spinnweben, vom Wind
herumwirbelnde Zeitungen, Ratten, die durch die Strassen huschen oder dichter
Bodennebel, der die ohnehin schon schaurige Atmosphäre noch gruseliger werden
lässt. Hier haben die Graphiker ihre Arbeit wie schon in Soul Reaver 2 gut gemacht,
wenn sie auch vom Stil eher in Richtung "Realität" geht und nicht ganz so mystisch
und sphärenhaft wirkt, wie in den Geschichten um Raziel. Auch Spezialeffekte
stellt die Engine zufriedenstellend dar, wenn Kain die nächste Evolutionsstufe
erreicht, die Feinde mit der Feuerkraft der Opferung attackiert, die Feinde
im Slow-Mo-Matrix Look nach der Berserker Attacke zu boden fallen, Wasserfälle
für diesige Gischt sorgen oder Scheinwerferlicht auf der Suche nach unserem
Vampirfürst durch die Dunkelheit schneidet Die Figuren sind ebenso gelungen
in Design und Animation umgesetzt, wenn sie auch zum indirekten Vorgänger Soul
Reaver 2 nicht ganz so detailliert erscheinen, was Gesichtszüge, Animationen
und auch die Detailverliebtheit der Texturen betrifft, besonders wenn man die
mit der Spieleengine erstellten Zwischensequenzen betrachtet. Hier hat Soul
Reaver 2 die Nase vorn. Die Animation der Figuren ist gut gelöst. Kain selbst,
der eigentliche Bösewicht, den wir spielen, erinnert teilweise, auch was sein
Aussehen angeht, stark an Murnaus Nosferatu. Wenn Kain z. B. im Nebel gehüllt
an seine Feinde heranschleicht, spreizt der die Krallen der rechten Hand nach
hinten weisend von seinem Körper. ähnlich dem alten Filmvampir. Hier scheinen
die Designer sich wirklich an der Darstellung von Max Schreck orientiert zu
haben, was auch der eigenartige Gang bestätigt. Ach ja, und irgendwie erinnert
mich das Antlitz von Kain an Donald Sutherland in jungen Jahren :-). Die Animationen
im Kampf sind überzeugend, wenn Kain die Waffen sprechen lässt, ausweicht, die
Feindattacken mit seinen Armen abwehrt oder marode Waffen unter Feindbeschuss
zerbrechen. Warum Vampire (=Untote) atmen, was sie ja eigentlich nicht müssen,
jedoch durch die Bewegung des Brustkorbs eindeutig darauf schliessen lässt,
bleibt wohl ein Geheimnis der Designer ;).
Der Sound ist ebenfalls von guter Qualität. Realistische Umgebungsgeräusche
verstärken die Atmosphäre. Von Waffenklirren, Hilfeschreien, rauschendem Wasser
und knarrenden Maschinen bekommt man die ganze Palette geboten. Die Musik ist
eher unauffällig, passt jedoch immer zum Geschehen, wenn sie auch kein musikalisches
Thema verfolgt. Bei Kampfeinlagen passt sie sich der Spielsituation entsprechend
an. Der Sound dröhnt zwar aus 4 Boxensystemen, eine 100%ige Ortung ist jedoch
nicht gewährleistet. Die Sprachausgabe ist durchweg mit Profis eingesprochen.
So leiht die deutsche Synchronstimme von Nicholas Cage Kain seine Stimme und
der "deutsche" Jack Nicholson darf Vorador intonieren, was auch gut passt. Die
Stimme von Kain hätte ich mir jedoch etwas ausdrucksstärker gewünscht, da ich
die deutsche Synchronstimme von Nicholas Cage nicht ganz dem original entsprechend
passend finde und sie auch macnhmal etwas unbeteiligt wirkt (die deutsche Stimme
ist zuviel schlechtes Schauspielern von Cage gewohnt ;)). So ist es dem Sprecher
teilweise nicht möglich, in Dialogen zum Ausdruck zu bringen, dass einige der
Sätze "off-screen" als Kains Gedanken gesprochen werden sollten. Das verwundert
dann sehr, wenn er in einem "Rutsch" weiterspricht, unser Bildschirm Alter Ego
aber die Lippen geschlossen hält, weil er sich einfach nur "seinen Teil laut
denkt". Ansonsten passen die Stimmen aber hervorragend. Was mich nur gestört
hat ist, dass einige der Feinde auch vom deutschen Jack Nicholson gesprochen
wurden, was etwas verwirrt, da Vorador oft zu Kain im "Off Screen"
spricht und die Synchronstimme einfach zu prägnant ist, als dass man ihr gehörtechnisch
zweierlei Charaktere gestatten könnte. Der "Jack-Faktor" wird sofort erkannt.
Toll sind jedoch die Dialoge der NPC, die in Kneipen oder auf den Strassen der
Stadt stehen und sich längere Dialoge liefern. So z. B. das Menschen spurlos
verschwunden sind und man schon mehrere Leichen gefunden hat, dass das Obst
am Markt teuerer ist, als letzte Woche usw. Das verschafft dem Spiel mehr Leben
(untotes?) und Glaubwürdigkeit.
Gesteuert werden kann Blood Omen 2 wie auch schon Soul Reaver 2 mittels Tastatur,
Joystick, Gamepad oder aber auch per Maus, wobei ich weiterhin die Steuerung
über ein analoges Gamepad empfehle. Kain wird diesmal nicht wie Soul Reaver
2 gesteuert, sondern eher in Richtung Tomb Raider, was bedeutet, links/ rechts
bedeutet drehen und nicht wie mit Raziel, in die vorgegebene Richtung laufen.
Dies ist zuerst, gerade wenn man die Vorgänger gewohnt ist, etwas gewöhnungsbedürftig.
Hat man sich jedoch erst daran gewöhnt, macht es keine Probleme mehr, einzig
das Leitern erwischen ist noch etwas fummelig. Leider hat man auch wieder darauf
verzichtet, den PC'lern eine Force Feedback-Unterstützung zu bieten. Etwas,
dass bei Konsolenspielen üblich ist, scheint immer Opfer der Konvertierung zu
bleiben.
Insgesamt ist Blood Omen 2 aber von technischer Seite nichts vorzuwerfen.
Kommen wir nun zum Gameplay. Anders als im Vorgänger bietet uns Crystal Dynamics
eher ein auf Action-Only getrimmtes Game. So durchstreifen wir mit unserem Alter
Ego auf gänzlich linearem Weg die Welt der Vampire, lediglich von einigen kleineren
Schalterrätseln und Kistenschiebetricks aufgelockert, geht es in der der Hauptsache
ums blanke Überleben, soweit man das bei einem Untoten überhaupt sagen kann.
Wir starten mit unserem Kain in der Standardversion, in der er lediglich über
eine Dunkle Gabe verfügt, da er während des 200 Jahre andauernden Dornröschenschlafes
so gut wie alles verlernt hat. Durch das Bezwingen von Levelbossen kann er jedoch
seine Gaben auffrischen. Zuerst muss er jedoch damit auskommen, sich im Nebel
vor seinen Feinden unsichtbar machen zu können. Diese Option erlaubt es ihm,
wenn er vorsichtig genug damit umgeht, sich ungesehen an seine Gegner heranzuschleichen
und mit einer einzigen Attacke das Leben zu rauben, was gerade bei schweren
Gegnern zu empfehlen ist, die ihm ansonsten mittels ein paar Angriffen in den
Vampirhimmel schicken könnten.
Als Standardkost oder für nichtneblige Gefilde vertraut Kain auf seine Vampirkräfte.
So kann er mit seinen Klauen nach den Feinden schlagen, ausweichen, Schläge
abwehren oder zum ultimative Darth-Vader-Würgegriff greifen, um seinen Feinden
den Lebenssaft zu rauben. Findet Kain eine Waffe, so kann er auch diese für
seine Kämpfe einsetzen, jedoch nutzen diese auch ab und können im Kampf zerbrechen.
Wird Kain vom Gegner erwischt, so kostet ihn das sein Lebenselixier, dass es
danach dann aufzufrischen gilt. Ist der Gegner einmal besiegt, kann Kain ihm
das Blut aussaugen (geht auch komischerweise bei Skeletten, nur fragt man sich,
wo die das vorher versteckt hatten ;-)) und sich so regenerieren. Für das Besiegen
von Feinden und auch das Finden von bestimmten Schreinen erhält Kain nach dem
Erreichen eines bestimmten Levels ein Upgrade seines Healthstatus, womit er
mehr "Blutkonserven" speichern kann, was auch im späteren Verlauf dringend notwendig
ist. Sollte sein Blutlevel mal zu extrem sinken, so kann er sich auch an Passanten
laben, die er aber zuerst auf eine andere "Bewusstseinsebene" bringen muss,
um den Snack geniessen zu können.
Das Spielprinzip bekommt man aber innerhalb der ersten Mission von der Vampirin
Umah im Tutorial beigebracht, so dass ein Blick ins Handbuch eigentlich überflüssig
wird. So kämpft sich Kain durch die unterschiedlichen Level um sein Missionsziel
zu erreichen, was zumeist darin endet, einen Levelboss zu inhumieren und von
seiner Dunkeln Gabe zu "befreien", die man dann, damit sie nicht nutzlos
herumliegt, gleich für sich in Anspruch nimmt. So lernt Kain u. a. den Vampirsprung,
der es ihm ermöglicht, vorher unerreichbare Gegenden per Supersprung zu erreichen
oder auch einen Gegner aus der Ferne damit zu attackieren. Die Dunklen Gaben
sind damit ein wichtiger Teil der Puzzles im Spiel, da es meist darum geht,
den Level irgendwie zu "durchwandern". So muss Kain z. B. mittels Bann in den
Körper anderer Personen schlüpfen, um so unerreichbare Schalter zu betätigen,
die ihm Tür und Tor öffnen, oder aber auch die Kraft der Telekinese, mit
der er bestimmte Schalter aktivieren kann. Es gibt jedoch auch Gaben, die ihm
zu einer speziellen Kampftechnik ermächtigen, so kann Kain z. B. nachdem sein
"Agressivo-Meter" durch Feindattacken den Rahmen sprengt, eine Berserkerattacke
ausführen, mit der er eine furiose Kampfattacke ausführt oder später auch die
Opferung, die den Gegner in eine heisse Apfeltasche verwandelt. Diese Techniken
und Gaben sind auch für die Puzzle zwingend notwendig, wenn man im Spiel bestehen
will. Besonders das Anschleichen im Nebel machte viel Spass und mit den zunehmend
stärker und schlauer werdenden Gegnern kam es auch öfters mal vor, dass der
Trick durchschaut und man angegriffen wurde.
Aber auch als Möbelpacker muss sich unser Kain beweisen, denn ganz im Stile
des Gameklassikers Sokoban war es oft nötig, bestimmte Kisten an den richtigen
Ort zu verschieben oder auch Maschinen wie Krananlagen zu bedienen, ganz nach
dem Motto "Wir machen den Weg frei". Leider wiederholten sich aber die Rätsel
und die entsprechenden Lösungsansätze zu schnell und liessen zu wenig Handlungsspielraum,
was bedeutet, einmal das Problem erkannt, gibt es nur noch kleine Variationen
davon, die aber wenig Hirnschmalz abverlangen. Einziges "Puzzleupgrade" war
die später auftretende zeitabhängige Komponente der Schalterrätsel, ansonsten
blieb nicht viel übrig für Knoblernaturen. Da war das Puzzlekaliber von Soul
Reaver 1 & 2 wesentlich
durchdachter und anspruchsvoller, was aber sicher auch daran lag, dass man innerhalb
zwei verschiedener Dimensionen spielen musste.
Sehr schön aber waren die Endbosse, die nicht einfach mit der Hau-Ruck Methode
erledigt werden konnten. Hier musste man das Umfeld zumeist genau inspizieren,
um damit den Gegner in eine Falle zu locken, ähnlich, wie es auch in Soul Reaver
1 der Fall war. So musste man z. B. einen Endgegner mittels Telekinese ins Wasser
schubsen und dann später noch selbst als Köder vor einer Statue herumlaufen,
damit dieser sie beim Angriff zerstört. Das ist gelungen umgesetzt und auch
eine guteHerausforderung. Solche "Puzzles" hätte ich mir im eigentlichen Levelablauf
mehr gewünscht. Die eigentliche Gamestory, etwas was die gesamte Soul Reaver
Serie auszeichnet und auch massgebend für die Spielatmosphäre ist, kommt bei
Blood Omen 2 nicht ganz so gut rüber. Zumindest der Anfang kommt nicht so recht
in Gang, wird aber in der zweiten Spielhälfte wesentlich besser und spannender,
wobei hier aber dazu nichts verraten werden soll, man soll ja schliesslich noch
seinen Spass haben :).Jedoch gibt es auch einige Unstimmigkeiten zur Vorgänger-Story
(Stichwort: Vorador).
Zu den Kritikpunkten: Da Soul Reaver eines meiner Lieblingsspiele ist,
war natürlich auch die Erwartungshaltung zu Blood Omen 2 ziemlich gross und
meine Kritik kann daher etwas "überkritisch" erscheinen. Bereits etwas durch
den zu linearen Verlauf von Soul Reaver 2 getrübt, muss ich feststellen, dass
in punkto Linearität noch eine Steigerung möglich war. In Blood Omen 2 gibt
es nur einen Weg, kein vor und zurück, wenn es die Programmierer nicht gewollt
haben. So fällt oft hinter einem die Tür ins Schloss, ohne dass man noch mal
zurück kann, um nach Secrets (in Form von den Energieschreinen) zu suchen.
Somit fühlt man sich, obwohl die Level gross angelegt sind, in seiner Spielwelt
eingeschränkt. Dies wird noch verstärkt durch einige Leveldesigns. Es war teilweise
nicht möglich, auf kleine Vordächer, bestimmte Häuser oder Zäune zu springen,
die man eigentlich erreichen konnte. So blieb unser armer Kain aussen vor, so,
als ob er gegen eine Glasscheibe springt, was den Eindruck einer interaktiven
Spielewelt doch sehr einschränkt. Das hätte man eindeutig anders lösen können/müssen.
Das Hauptaugenmerk des Games liegt eindeutig im Nahkampf und ist somit in Konkurrenz
mit den üblichen Beat-em-ups. Dafür bietet Kain aber eigentlich zu wenig Variationen.
So würde ich mir zumindest etwas mehr Spezialattacken (von denen einige seiner
Gegner mehr drauf hatten, als er) wünschen oder zumindest auch andere Defensivmethoden
wie dem Ducken. Dazu kam auch, dass die Gegner KI einiges an Wünschen offen
lässt. Die Wegverfolgungsroutine ist zwar sehr gelungen, stand man jedoch hinter
einem kleinen Zaun oder auch auf einer kleinen Steinerhöhung, war es den Gegnern
nicht möglich, Kain zu folgen. Auch lief ihre Angriffsstrategie immer nach dem
gleichen Muster ab, so dass man, einmal darauf eingestellt, selten Schaden nahm.
Damit wurde der Kampf im weiteren Spielverlauf doch etwas eintönig, da arm an
Variationen. Lediglich wenn ein neuer Gegnertyp auftrat, musste man sein Kampfverhalten
neu "justieren". Der Vorteil darin ist jedoch, dass das Spiel somit auch für
Genreneulinge den Spieleinstieg erleichtert. Leider steht nur ein Schwierigkeitsgrad
zur Verfügung und Profis werden es leicht haben.
Etwas im Kontrast dazu stehen jedoch die Endbosse. So war der Levelboss Sebastian
viel zu schwer (oder ich zu dumm?). In Kombination mit der immer etwas ungünstigen
Kameraperspektive war dieser Levelboss der absolute Frustfaktor im Game. Nur
gut, dass man beim Ableben im Endbossfight direkt an gleicher Stelle erneut
ausgesetzt wurde, ansonsten muss man sich im Spiel mit bestimmten Savepunkten
zufrieden geben, was aber grösstenteils in Ordnung ging.
Was für mich eigentlich zu starker Tobak war, ist der Grad der Gewaltdarstellung.
Das Spiel ist USK 16 und in meinen Augen härter, als viele Egoshooter, die die
BPjS nicht auf die Öffentlichkeit loslassen wollte ;). So gehört es zu Kains
Tageswerk, Gegner kopflose Entscheidungen schmackhaft zu machen oder ihnen auch
mal zu zeigen, was es bedeutet, Herz zu haben. Für mich ist das schon etwas
zuviel des Guten, auch wenn es mal interessant ist, den Bösen spielen zu dürfen.
Was ich aber absolut nicht für mich vertreten konnte, war sozusagen der Zwang,
auch Passanten töten zu müssen, da ich spieltechnisch auf ihr Blut angewiesen
war. Damit kann ich mich zumindest nicht identifizieren, was noch abstossender
wirkt, da diese Spielfiguren auch noch darum betteln, dass man ihnen kein Leid
zufügt. Hier hätte man einen anderen Weg wählen sollen. Beim Rollenspiel "Vampire"
konnte man Passanten anzapfen, ohne sie zu töten, was hier passender gewesen
wäre. Kain saugt ihnen jedoch das Blut aus dem Körper mit einer Sounduntermalung,
die sich anhört, als ob die Kids bei McDonalds die Reste ihrer Cola mit dem
Strohhalm zwischen den Eiswürfeln heraussezieren. So wird das Spiel sicher noch
ein Kandidat für die Prüfstelle.
Kommen wir nun zu den Bugs. Die deutsche Version entspricht schon der aktuell
gepatchten Version 1.2, jedoch gab es trotzdem noch ein paar Probleme. Warum
die Designer die Zwischensequenzen immer noch nicht ausblendbar gemacht haben,
bleibt mir ein Rätsel. So muss man, nachdem man gestorben ist, oft ellenlange,
zwar beim erstenmal interessante, Zwischensequenzen, erneut ansehen. Auch war
die Steuerung innerhalb des Menüs nur mit Maus möglich, obwohl es auch bequem
mit Gamepad hätte gesteuert werden können. Zusätzlich wurde nach dem Verlassen
des Spiels die Option für die Kameraeinstellung nicht gespeichert, so dass man
nach Spielneustart diese Option erst wieder neu einstellen musste. Zudem hatte
ich oft das Problem, dass Kain an der oberen Stelle von einer Leiter hängenblieb
und diese somit nicht verlassen konnte. Durch rauf und wieder runterklettern
konnte dies jedoch umgangen werden. Auch gab es im letzten Level einen Bug mit
einer Kiste. Wurde diese an eine falsche Position geschoben, lies sie sich nichtmehr
zurückbewegen und damit auch das Puzzle nicht mehr lösen. Ein Neuladen des letzten
Savegames oder ein Ableben war nötig, um die Kiste wieder auf den alten Stand
zu bringen. Probleme gab es auch bei der automatischen Gegneraufschaltung, wenn
man mehr als einen Gegner im Umfeld hatte. So passierte es öfters, dass
die automatische Zielanvisierung fröhlich hin und her sprang und somit
gezeilter Kampf nicht möglich war.
Übertrieben wurde etwas mit der Featureliste auf der Packungsrückseite.
So wurde der legendäre Soul Reaver als Waffe für das Spiel angekündigt. Fakt
ist aber, dass er lediglich im Endbosskampf für vielleicht 5 Minuten seinen
aktiven Auftritt hat.
Insgesamt macht das Blood Omen 2 eher zu einem durchschnittlichen Spiel, das
aber an mehreren Designpatzern leidet. Es bringt nichts neues ins Genre und
die Figurenübernahme durch den Bann sollten Genrefreaks bereits hinlänglich
aus dem Chanten von Abe's aus der Oddworld Serie kennen. Gewünscht hätte
ich mir z. B. auch einige Optionen aus Blood Omen 1. Warum hat man z. B. nicht
die Verwandlung in die Fledermaus für zusätzliche Puzzle benutzt,
vergleichbar mit der Sonde in Projekt
Eden? Das hätte für einige Abwechslung im Puzzleeinerlei sorgen
können.
Spass hat es aber dennoch gemacht, Nosgoth für 14-15 Spielstunden sein
Reich nennen zu dürfen. Fans der Serie werden ohnehin zugreifen, um mehr
über Kain und die Vampirkriege zu erfahren. Wer Neueinsteiger ist, sollte jedoch
zuerst mit Soul Reaver 1 & 2 (beide zusammen von Eidos auf einer DVD Version
mit Goodies erhältlich) beginnen, die für mich immer noch die Süchtigmacher
dieses Genres sind. Danach wird man dann eh nicht umhin können, sich mit Blood
Omen 2 beschäftigen zu wollen.
Zum Schluss bleibt aber für mich nur eine ultimative Frage offen: Warum steht
die Königin der Niederlande in den Handbuch-Credits unter "Special Thanks to..."
?
Geschrieben am 28.05.2002, Testkonfiguration: AMD1200, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
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