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Boiling Point
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 | Info |
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| Autor | | 3+ |
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| Gesamt (43 votes) | | 2 |
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| Name: | Boiling Point: Road to Hell |
| Genre: | Action Rollenspiel |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2005/05 |
| Publisher: | Atari |
| Entwickler: | Deep Shadows |
| Hardware: | 2Ghz, 512MB RAM, 128 MB D3D T&L&PixSha., HD 4000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/2000, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Deutsch/Englisch |
| Patch: | 2.0 |
| Bemerkung: | nur auf DVD |
| USK: | 16 |
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Nicht immer muss es eine grandiose neue Idee sein, mitunter reicht es auch einfach bekannte
Elemente unterschiedlicher Spiele zu vermischen, um ein sehr interessantes und spielerisch spaßiges
Games zu entwickeln. Mit diesem Hintergedanken ging Deep Shadows die Entwicklung ihres aktuellen
Spiels an. Ein Hauch FarCry, etwas GTA
und gewürzt mit Elementen aus DeusEx. Herausgekommen ist Boiling Point: Road to Hell. Warum
es sich bei Boiling Point um mehr handelt, als nur um eine Bugsammlung, wie es manche Webseiten
zusammenfassen, soll das folgende Review zeigen.
Im Pappschuber steckt eine ganz normale DVD Hülle. Neben der eigentlichen Spiel DVD gibt
es ein etwa 25 Seiten umfassendes Handbuch, das neben einer Tastaturbelegung auch die wichtigsten
Punkte des Spiels erklärt. Die Schriftart ist erfreulicherweise nicht nur 8Pixel hoch,
wie bei manch anderen Handbüchern. Gerade für Anfänger wäre es jedoch hilfreich gewesen, die
ersten Schritte in der großen Spielwelt an Bespielen zu beschrieben. Zusätzlich gibt es eine
farbige Karte der Welt "Realia" mit Infos über die wichtigsten Orte und Sehenswürdigkeiten.
Auf der Rückseite gibt es außerdem Infos über Fahrzeugsteuerung, Waffen und Gruppierungen.
Das Spiel lief beim Testen zwar mit dem aktuellen Patch 1.1 absturzfrei, doch einige größere
Bugs trübten den Spielspaß. Doch bis auf einen Savebug am Ende war ein Durchspielen problemlos
möglich. Nähere Infos zu kleinen und großen Schwächen am Ende des Reviews.
Handlung: Zwischen motivierend und banal
Der Spieler schlüpft in die Rolle des ehemaligen Veteranen Saul Myers, der auf dem Weg in
die Bananenrepublik Realia ist, um sich auf die Suche nach seiner Tochter zu machen. Diese hat
bei einem Verleger gearbeitet und ist plötzlich verschwunden. Da die Behörden wohl wenig erreichen
werden, macht sich Papa also nun auf, seine Tochter zu finden und damit steht das Grundgerüst
der Story von Boiling Point. Hier müssen Infos gefunden werden, die behilflich bei der Suche
nach der Tochter sind, was im Prinzip auch nicht schlecht gemacht ist, da man sich durchfragen
und Infos sammeln muss. Nur der ein oder andere zusätzlich wichtige Charakter und eine stellenweise
etwas spannendere Handlung hätten vielleicht etwas mehr von der Dringlichkeit überzeugen können
die Tochter zu suchen. So stirbt eine "Informationsperson" recht früh, doch die Spannung, die
sich nach dieser Zwischensequenz aufgebaut hat, wird nicht gehalten, sondern sinkt langsam wieder
ab. Liegt vielleicht auch etwas an der Art und Weise der Hauptstory, da man sich meist erst
wieder Geld erarbeiten muss, damit man weiterkommt.
Grafikkarte gegen Kontonummer: Lösungsmöglichkeiten
Endlich hat Myers eine etwas bessere Spur gefunden: eine Kontonummer. Das könnte einen nun
doch endlich einen großen Schritt weiter bringen. Am Besten mal auf den Weg zur Bank machen,
vielleicht kann man da ja was erreichen. Bei der Bank angekommen wird man dann zwar zum Direktor
vorgelassen, doch dieser ist ganz und gar nicht begeistert über das Anliegen des Spielers. Er
begäbe sich da in eine Teufelsküche und es wäre eine Schande, ihn mit solchen Bitten
zu belästigen. Überall nur Korruption im Land. Doch dann hellt sich seine Miene auf. Gegen
eine entsprechende Gebühr sei er durchaus bereit, etwas über den Kontoinhaber zu sagen.
Kostet nur schlappe 20.000 Pesos - eine Menge Asche. Für das kleine Auto hat man gerade mal
1000 bezahlt. Da muss es doch auch eine andere Möglichkeit geben. Klar, man könnte auch den
Don fragen, aber das wäre sicherlich auch nicht preiswerter. Aber warum so weit in die
Ferne schauen, wenn man es ja auch über die Angestellten versuchen kann. Mit bloßen Worten wird
man die Frau am Schalter jedoch wohl kaum überzeugen können, da muss man sich schon etwas ausdenken.
Beim Grübeln auf der Straße kommt man mit einer Dame ins Gespräch, die preiswert einen Blumenstrauß
anbietet. So klappt es dann auch mit der holden Weiblichkeit und ein Gesprächstermin ist für
Abends in der Kneipe verabredet. Pünktlich betritt der Held den Schuppen und findet seine Verabredung
im hinteren Bereich. So ganz verläuft das Gespräch dann anfangs doch nicht nach Plan und es
muss etwas Überzeugungsarbeit geleistet werden. Nach einigen Gläsern Champagner sprudelt sie
dann auch endlich los. Ein Computerspezialist aus der Bank ist arbeitslos geworden und war wohl
etwas zu neugierig. Den Hobby-Hacker besucht man daher umgehend. Doch, wie sollte es anders
sein, möchte dieser natürlich eine kleine Gegenleistung. Da sind einige Typen in der Stadt,
um die er sich doch kümmern möchte. So macht man sich auf den Weg und erledigt das Problem.
Einige Granaten und Schüsse später ist die Gefahr gebannt, der Spieler zwar etwas angeschlagen,
doch hoffentlich gibt es nun auch die Infos. Leider hat der Hacker nun ein weiteres Problem.
Seine Grafikkarte ist hinüber und er braucht eine neue. Diese gibt es jedoch nicht in der Stadt,
sondern nur bei einem Händler in Puerto Faro. Der Weg dorthin ist lang und bevor man nun die
Nacht über im Auto verbringt und zwischendurch tanken muss, kann man auch einfach zum Taxi greifen.
Für etwas über 400 Pesos erreicht man das Ziel, kauft die teure Karte für 750 (Und da soll noch
jemand sagen nVidia wäre teuer. ;)) und endlich gibt es die Infos über das Konto. Ein neuer
Hinweis für Nachforschungen hat sich damit ergeben.
Eine Welt und unzählige Möglichkeiten
Nach dem kurzen Intro landet der Spieler in der virtuellen Bananenrepublik Realia. Genauer
gesagt in Puerto Sombar. Hier hat die Tochter beim Verleger gearbeitet und ist verschwunden.
Doch ob der Spieler sich nun gleich schnurstracks dorthin begibt und neben ersten Infos zugleicht
Fahrzeugschlüssel und erste Anhaltspunkte erfährt oder einfach die Gegend erkundet, steht
völlig frei. Irgendwann, wenn man sich um die Nachforschungen kümmern will kann man damit beginnen,
die gesamte Welt steht jedoch von Anfang an offen. Insgesamt gibt es dort sieben unterschiedliche
Gruppierungen, wie Regierung wozu auch Militär und Polizei gehören, Guerillas, Mafia, Banditen,
Indios und CIA. Außerdem gibt es noch die Zivilbevölkerung. Je nach Aktion des Spielers sinkt
das Ansehen bei den anderen Gruppierungen. Beseitigt man beispielsweise Mitglieder der Mafia,
dann sorgt dies für einen kleinen Anstieg an Ansehen bei Regierung und Zivilbevölkerung. Nur
den Mitgliedern der Mafia sollte man dann nicht mehr zu nahe kommen. Fast jeder Kill, außer
es war beispielsweise ein Sniperschuss, der unentdeckt geblieben ist, sorgt sofort für eine
leichte Veränderung des Ansehens. Diese kleinen und sofortigen Auswirkungen sind mitunter jedoch
auch etwas sehr drastisch. Fährt man zufälligerweise eine Person über den Haufen, so kann es
gut sein, dass andere in der Nähe den Spieler blitzschnell zum Krüppel machen. Doch wie in GTA
ist ein "Tod" nicht endgültig, sondern endet im Krankenhaus. Möchte man jedoch Geld verdienen,
dann muss man zwangsläufig mit den unterschiedlichen Parteien in Kontakt treten. Man bekommt
zwar auch von einigen Personen auf der Straße kleine Aufträge, doch richtig Geld macht
man bei den speziellen Auftraggebern. In der Anfangsstadt wäre beispielsweise die örtliche Polizeiwache
eine Anlaufstelle. Hier geht es nicht gleich so gewalttätig los, hier stehen Aufnahmen von belastenden
Fotos und Erpressung auf dem Programm. Doch spätestens bei den anderen Auftraggebern ist die
Auswirkung auf das Ansehen deutlicher. Da möchte die Mafia, dass man belastende Papiere beim
Militär besorgt und das Militär möchte, dass man einen Wissenschaftler der Mafia umbringt. Hier
kann man sich dann entscheiden, welchen Auftragt man annimmt, was sich vielleicht auch aus dem
Ansehen ergibt. Mit einem positiven Image bei der Mafia braucht man gar nicht in der Dunkelheit
ins Lager huschen und sich hinter Fahrzeugen und Gebäuden an sein Ziel schleichen oder gar alles
abknallen, was bei Drei nicht in Deckung ist. Mit guten Kontakten geht man einfach an den Wachen
vorbei, beseitigt das Ziel und macht sich schnell aus dem Staub, ohne viel Ansehen durch weitere
Kills zu verursachen. Man kann zum Teil auch die einzelnen Parteien gegeneinander ausspielen,
nur leichte Ansehensschwankungen verursachen und möglichst wenige umbringen, doch es geht auch
anders. Die Kneipe ist sozusagen neutrales Gebiet und da kann man durch die ein oder andere
Geldspende auch etwas bewirken und sei es nur, dass man wieder den Anführer aufsuchen darf.
Ist das Ansehen im Keller, so kann man z. B. die Dienste des Waffenmeisters in den Basen der
Auftraggeber nicht nutzen. Man muss auch bei den Aufträgen unterscheiden. Bei den Auftraggebern
der Quests, die nicht für die Story wichtig sind, sondern primär wegen Einnahmen, gibt wenig
Variationen bei den möglichen Lösungen. Je nach Spielstil und Ansehen kann man die Aufgaben
unterschiedlich angehen. Schleicht man sich an sein Opfer, knallt man es aus Entfernung mit
dem Sniper ab oder versucht man vielleicht, die Zielperson außerhalb des Gebäudes zu überfahren.
Bei den Aufträgen gibt es unterschiedliche Varianten aus Diebstahl, Personenbeseitigung, Überfall
und Sachbeschädigung. Manche davon sind schnell erledigt, andere umfangreicher und bestehen
später auch aus längeren Wegen. Bei den Missionen zur Rettung der Tochter sieht es da anders
aus. Hier werden meist immer mindestens drei Lösungsmöglichkeiten angeboten, so dass man je
nach Beziehungen bei den unterschiedlichen Parteien Hilfe bekommt. Aber auch unterschiedliche
Vorgehensweisen sind möglich. Die richtige Person gefragt oder bestochen und man kann den Hintereingang
oder eine vielleicht preiswerte Alternative nehmen. Woran es stellenweise bei den ganzen Aufträgen
etwas hapert sind die Wege. Wenn sie nur lang wären, dann wäre es nicht so schlimm. Aber stellenweise
landet man nach oder während eines Auftrags an einem recht abgelegenen Ort und hat aus den unterschiedlichsten
Gründen kein Fahrzeug und darf sich dann zu Fuß durch den Dschungel schlagen. Im Prinzip wäre
es ja eine feine und spannende Sache, doch hier liegt ein Kritikpunkt in der Welt. Die Welt
Realia ist sehr stark nach einem Baukastensystem aufgebaut. Das sieht man schon sehr deutlich
am Straßensystem. Hier findet man nicht nur immer wiederkehrende Kurven, gleiche Straßenelemente
(bis hin zu Stellen eines Hinterhalts, die immer gleich aussehen), gleiche Brücken und ödes
Unterholz. Hier findet man abgesehen von Schlangen und Gegnern nie was. So sieht jede Tankstelle
oder Bar an der Straße genau gleich aus. An den Straßen bekämpfen sich mitunter zwei Parteien,
doch es ist immer an der gleichen Stelle. Da wäre insgesamt mehr Abwechselung, mehr Städte,
Variationen und vielleicht eine kleinere Karte besser gewesen. Es gibt durchaus sehr unterschiedliche
Orte, wie Wasserfälle, Strandabschnitte, Villenbereiche oder dem Gefängniskomplex von Realia.
Doch dazwischen ist wenig, was zum Erkunden einlädt. Um sich in der Welt von Realia zu bewegen,
stehen unterschiedliche Möglichkeiten offen. Wer viel Zeit hat, kann zu Fuß erkunden, doch bequemer
geht es mit dem Fahrzeug. Hier werden einige Varianten von der kleinen Rostlaube, Bus bis hin
zum Sportwagen geboten. Was sicherlich nicht geschadet hätte wären mehr Varianten eines Typs.
Nach und nach erlernt man auch die Benutzung von Panzer, Booten, Flugzeugen und Helikoptern,
wobei man vieles nur in Missionen steuern und nicht selber kaufen kann. Doch zumindest für den
schnellen Weg gibt es bei ausreichender Kohle auch die Möglichkeit einen Helikopter anzuschaffen.
Doch kein Fahrzeug hält ewig. Neben Schaden und Loch im Reifen muss man sich auch um genügend
Sprit im Fahrzeug kümmern, den es an der Tankstelle gibt, wo Fahrzeuge auch repariert weden
können.
Steuerung, Gegner und Waffen
Bei der Steuerung orientiert sich Boiling Point an dem, was man aus Shootern kennt. Das geht
auch recht problemlos von der Hand, wobei an der recht schwammigen Fahrzeugsteuerung per Patch
gearbeitet wird. Der Spieler startet RPG-like als Anfänger und schwacher Charakter. Nach und
nach wird man dann immer kräftiger und geschickter im Umgang mit den einzelnen Waffen. Außerdem
nutzen sich die Waffen mit der Zeit ab. Allerdings ist die Handhabung der Waffenskills aus Erfahrung
und Abnutzung nicht ganz so gut gelungen wie in DeusEX. Bewegt man sich schnell (z. B. springen),
dann geht das Zielkreuz zwar ein klein wenig auseinander aber viel mehr wird das Treffen durch
einen hohen Abnutzungsfaktor beeinträchtigt. Da macht es dann statt "Peng" einfach mal "Klick"
und kein Schuß wird abgefeuert. Ansonsten gibt es jedoch wenig zu bemängeln. Es gibt ein umfangreiches
Menü mit allerlei Infos. Egal ob man nun die unterschiedlichen Primär- und Sekundärziele anschauen
will, die Karte studiert oder das Inventar verwaltet. Sehr einfach ist beispielsweise auch das
Aufsammeln von Gegenständen. Einfach die Person anschauen und unten werden die Objekte aufgelistet.
Nun kann man per Shortcut die gewünschten Dinge schnell ins Inventar befördern. Die Bedienung
ist durchweg gelungen. So muss man nur ein Ziel oder eine bekannte Person anwählen und schon
wird diese im Radarscreen angezeigt, der sich zwischen Kompass- und Kartenanzeige umschalten
lässt. Erstaunlich, dass diese Vielfalt an Zielen fast ganz ohne Mängel korrekt angezeigt
wird. Ich kann mich nur an zwei Fehler erinnern, in denen der falsche Punkt angezeigt wurde.
Und an einer Stelle wurde mir nachträglich ein Geheimweg genannt, allerdings nur in der Art
"Ich zeige dir auf der Karte wo". Da man dort jedoch schon war, wird der Quest nicht mehr angezeigt.
Wäre kein Problem, wenn man dort nicht später wieder hinein müsste. Hilfreich wäre es gewesen,
wenn einige Sachen klarer formuliert bzw. erklärt würden. Der Einstieg ins Spiels erfolgt
leider nur mit einigen generellen Infoscreens. Wie man es erwarten sollte, kann man nicht nur
den Gegnern Waffen, Munition und Ausrüstung abknöpfen, sondern auch beim Waffenhändler kaufen,
verkaufen oder Aufrüstungsgegenstände erwerben. So lassen sie die Waffen verbessern, was, sollte
man die technischen Fertigkeiten nicht besitzt, von einem Fachmann erledigen lassen sollte.
Neben Müdigkeit wird auch Drogen- (Alkohol) und Medikamentenabhängigkeit verwaltet. Also nicht
immer gleich die Spritze in die angeschlagenen Körperteile wie Bein, Arms, etc. rammen, sondern
etwas Schlaf und ein Arztbesuch wirken Wunder.
Die Gegner einer Gruppe sehen zwar jeweils immer gleich aus, stellen sich jedoch trotz kleinerer
Mankos gar nicht mal so dumm an. Sie treffen auch schon auf unterer Stufe gut, rollen sich zur
Seite und versuchen in Deckung zu gehen. Auch Granaten werden gekonnt eingesetzt. Als zu leicht
kann man das Spiel daher nicht bezeichnen.
Gespeichert werden kann jederzeit und auch Quicksave steht mit drei Slots zur Verfügung.
Leider ist die Anzahl der normalen Speicherplätze ebenfalls limitiert. Was doch etwas schade
ist, da man aufgrund der doch recht langen Spielzeit von gut 40 Stunden nicht viele Slots zur
Verfügung hat.
Grafik & Sound
Grafisch ist Boiling Point ein etwas zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite gibt es
einige Abschnitte, denen es an Details mangelt und Texturen nicht gut aufgelöst sind. Doch mitunter
findet man genau daneben eine deutlich bessere Textur. Beispiel wäre hier die Textur des Asphalts
und des Bürgersteigs, wo man jeden Stein genau erkennen kann. Während auf der einen Seite immer
wieder auf gleiche Objekte und Grafikbausteine zurückgegriffen wird und somit selbst der Dschungel
etwas vorgefertigt wirkt, besitzen Personen auf der anderen recht gute Texturen, dafür aber
wenig Variationen. Gerade auch, weil die Welt ohne Ladepausen auskommen soll, ist die Grafik
durchaus ok und insgesamt stimmig, wenn da nicht die Ruckler wären. Insbesondere je weiter man
im Spiel vorangeschritten ist, desto stärker ruckelte es, wenn man wieder in eine Stadt zurück
kam. Doch wenn man einfach nur die Welt etwas genießt oder herumfährt, dann fallen schon noch
einige Details auf. Da taucht die Sonne zwischen den Bäumen auf und die Tageszeiten wechseln
sich ab. Da fährt man in der Dämmerung in einem Ort los und erreicht das Ziel gegen Mittag bei
schönstem Sonnenschein. Ebenso gibt es ein Wettersystem, so dass es in Realia auch mal zu leichtem
Regen bis starken Gewitter kommt, was jedoch weniger auf das Gameplay, sondern mehr auf die
Sicht Auswirkungen hat. Für die Zwischensequenzen der Hauptstory wird auch kurz nachgeladen
und höher aufgelöste Charaktere und Umgebungen präsentiert. Bei der Akustik des Spiels müsste
man eigentlich gar nicht so sehr meckern. Die Musik ist stimmig, wenngleich man irgendwelche
Radiosender, wie in GTA, doch etwas vermisst. Die Sprachausgabe hapert weniger daran, dass zwischen
Sprache und Text mitunter leichte Abweichungen bestehen, sondern vielmehr, dass sie oft kaum
zu hören ist oder gar ganz ausfällt, wie auch der ein oder andere Soundeffekt. Gesprochen wird
in englischer Sprache, die jedoch deutsch untertitelt ist. Der Held wird übrigens von Schauspieler
Arnold Vosloo (Die Mumie) gesprochen.
Bugs, die in Realia wüten
Eigentlich wäre Boiling Point ein wirklich schönes Spiel, nur gerade die Bugs stören ungemein
den Spielspaß. Das Spiel wurde Mitte Mai veröffentlicht, etwa 4 Wochen später gab es den
ersten Patch und seitdem darf man auf den angekündigten Patch 2.0 warten. Keine schöne
Situation für den ehrlichen Käufer. Im Gegensatz zu so manch anderen Reviews konnte ich jedoch
wenig feststellen, das so schwerwiegend wiegte und damit das Spiel unspielbar machte. Viele
Dinge sind eher ärgerlich, als fatal. So z. B. ein Bug, der Autos verschwinden lässt.
Man stellt das Fahrzeug ab und wenn man zurückkommt ist es weg. Daher sollte man den Kofferraum
des Fahrzeugs auch in der aktuellen Version 1.1 nicht nutzen, sonst könnte man wichtige Gegenstände
verlieren. Ärgerlicher als die dann eventuell langen Fußwege ist da der Verlust des Wagens aus
Sicht des investierten Geldes. So viel Geld hat man ja auch nicht über, da muss dann ein Zivilist
oder andere Gruppen einen Wagen mehr oder weniger freiwillig "verleihen". Ärgerlich
sind auch wiederholend mehr oder weniger starken Ruckler, insbesondere wenn dann das Game mitunter
für 20 Sekunden stockt und danach das Spiel beschleunigt weiterläuft. In Verbindung mit der
sehr gewöhnungsbedürftigen Physikengine und nicht gut gelungenen Fahrzeugsteuerung kann es vorkommen,
dass man in 50 m Höhe über Gebäude "fliegt". Wenigstens überlebt man
und der Wagen wurde nicht beschädigt. Schon angesprochen wurden Soundaussetzer und Störungen.
Gegen Ende des Spiels gibt es auch einen extrem ungünstigen Save-Bug. Bis hierhin kann man das
Game problemlos mit allen Mängeln mit etwas Gewöhnung spielen. Nur hier kann man im letzten
"Komplex" nicht mehr speichern. Da gerade hier die Gegner in größeren Gruppen auftreten, eine
ganz ärgerliche Angelegenheit.
Nachtrag:
Inzwischen ist am 09.08.2005 der lang erwartete Patch 2.0 veröffentlicht worden. Mit
knapp 200 MB ist der Patch auch nicht gerade klein, behebt aber eine ganze Reihe an Fehlern.
So gibt es nun fast keine Soundprobleme mehr, die Steuerung der Fahrzeuge geht besser von der
Hand, es gibt Benzinkanister für liegengebliebene Fahrzeuge und Speichern ist auch am Ende möglich.
Nur leider ist es kein „alles wird gut Patch“ geworden. Gerade wenn man es mit alten Spielständen
weiterspielt, hat man vom Patch sehr wenig. Dann verschwinden weiterhin Fahrzeuge und das Spiel
läuft insgesamt etwas schlechter. Man sollte daher auf jeden Fall ein neues Spiel beginnen,
um Spaß zu haben. Doch leider ist der Weg dorthin nicht so einfach. So gab es bei mir durch
Version 2.0 nun das Problem, dass die Original DVD nicht mehr erkannt wird und man die freudige
Meldung „Original-Disc konnte nicht gefunden oder authentifiziert werden.“ zu sehen bekommt.
Erst der Start von einem anderen Laufwerk brachte Abhilfe. Leider hat sich zumindest auf dem
Testsystem auch keine Performanceverbesserung eingestellt. Weitere Patches auf Version 2.01
bzw. 3.0 sollen angeblich in Arbeit sein.
Meinung
Also Boiling Point ist irgendwie ein erstaunliches Game. Auf der einen Seite gibt es Soundprobleme,
Ruckler und Fahrzeuge verschwinden. Die Kombination von Erfahrung und Waffenabnutzung fand ich
nicht ganz so gelungen, da hätte mir primär ein DeusEx Waffensystem besser gefallen, wo man
auch merkliche Fortschritte durch Übung erfährt. Das macht DeusEx besser. Doch auf der
anderen Seite hat mich das Spiel extrem fasziniert: Gruppierungen, Ansehen, die ersten Auftrage
und die Welt erforschen. Der Einstieg ist nicht so einfach, weil man als Spieler weniger bei
der Hand genommen wird, als vergleichbar bei GTA. Doch nachdem ich eigentlich nur gegen Abend
kurz reinschauen wollte, wie schlimm die Bugs sich auswirken, war es um mich geschehen. Als
ich wieder auf die Uhr schaute, war es fast schon Frühstückszeit. Wer also ein etwas offeneres
Spiel sucht, das auch nach gut 40 Stunden zu einem erneuten Durchspielen einlädt, ist mit Boiling
Point gut beraten. Allerdings sollte man doch den nächsten Patch abwarten. Der könnte das Spiel
dann auch durchaus in den 2er Bereich heben.
Geschrieben am 26.07.2005, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
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