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Breath of Fire 4
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| Name: | Breath of Fire 4 |
| Genre: | Rollenspiel rundenbasiert |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2003/04 |
| Publisher: | Capcom |
| Hardware: | 266Mhz, 64MB RAM, 8MB 3D-Karte D3D, HD 3 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX8 |
| Steuerung: | Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| FFeedback: | ja |
| Sprache: | Englisch |
| Serie: | ja |
| Bemerkung: | auch für Playstation |
| USK: | 6 |
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 | | Riesenkrabben-Attacke |
 | | Eisiges Geheimnis |
 | | Drachenbeschwörung |
 | | Sumpfgetier |
 | | Einkaufsbummel |
 | | Verwandlung in Drachengestalt |
 | | Lava-See |
 | | Die Feen-Siedlung |
 | | Kakerlaken und anderes... |
 | | Fou-lu der Imperator |
 | | Seefahrergeschichten |
 | | Blitzkrieg |
 | | Lagerfeuerplausch |
 | | Herr der Berge |
 | | Zombies und Kadaver |
 | | Das grosse Finale |
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| Breath of Fire 4 (review von yak) |
Blaue Haare für einen Hauptprotagonisten in einem Rollenspiel mit epischem
Ausmaß?
Klar, dass wir uns nicht in einem neuen Teil der Forgotten Realms oder des
Eiswind-Tals befinden. RPG Spiele aus Japan gehen da einen etwas anderen Weg,
orientiert sich ihr Look doch eher an Manga-Comics und der Storyverlauf scheint
kulturell auch fernöstlichen Wurzeln verbundener, als mit den Rittern, Drachen,
Orks und Zwergen.
Aber gerade das macht auch den Reiz aus, weil Story und Charaktere dadurch
ein erfrischender Gegenpol zu dem "Gewohnten" ist. Nicht umsonst haben schon
einige der beliebtesten Japano-RPGs eine zweistellige Zahl hinter dem Namen.
Final Fantasy von Square und Breath of Fire von Capcom gehören sicher zu den
beliebtesten ihrer Gattung und konnten schon zu Zeiten des alten SNES von Nintendo
mit ihren rundenbasierten Kämpfen und süchtigmachendem Gameplay Spielerherzen
erfreuen. Geschichten, die den Spieler mitreißen und ihnen das Wohl ihrer Protagonisten
und ihr Vorankommen ans Herz wachsen ließen.
Am Spielprinzip der Games hat sich im Groben nie sehr viel geändert, es gab
hier und da Modifikationen oder neue Innovationen im Kampfsystem, gelegentlich
auch einige "Verschlimmbesserungen" (von Final Fantasy 7 zu 8), doch grundlegend
wurde das bewährte Prinzip beibehalten.Eine Gruppe von Charakteren kämpft gegen
Horden von Gegnern, löst Quests und Puzzles, wobei sie durch Kampf und Questlösung
höhere Erfahrungsstufen erreichen und neues Equipment nutzen können.
Mit fast 3 Jahren Verspätung gesellt sich nun auch eine erste PC Fassung von
Breath of Fire 4 dazu, die ihr Debüt bereits im Jahr 2000 auf der Playstation1
hatte. Etwas spät, will man meinen, doch für Fans von Final Fantasy kein Grund,
wegzusehen, denn Japano-RPGs sind auf dem PC rar vertreten. Außer Final Fantasy
7 & 8, und Grandia 2 (siehe Review)
gibt es nicht viel Auswahl, wobei die erstgenannten Titel heute kaum noch zu
bekommen sind. Ob nun ein Spiel, das mit beachtlicher Verspätung den Weg auf
den PC fand, trotzdem überzeugen kann oder der Zahn der Zeit am Gameplay oder
der technischen Realisierung nagt, soll unser Review zeigen.
In einer fernen Welt, waren zwei Kontinente seit Ewigkeiten voneinander getrennt.
Als man durch Seefahrt wieder Kontakt zueinander aufnahm, kam es zum Krieg beider
Parteien. Erbitterte Kriege zwischen dem Fou Imperium im Westen und einem Staatenbund
im Osten sorgten dafür, dass alle Ressourcen aufgebraucht wurden und ihnen nichts
weiter übrig blieb, als ein Waffenstillstand. Prinzessin Elena, die in den Grenzbereichen
Truppen besuchte, verschwand auf ungeklärte Weise und man schickte, um kein
großes Aufsehen zu erregen, keinen großen Suchtrupp zur Rettung hinterher. Ihre
Schwester Nina und der treu ergebene Cray vom Stamme der Woren machten sich
auf den Weg, Elena zu suchen. Mit ihrem Sandsegler überquerten sie die öden
Wüsten des Landes, doch wurden sie durch einen Zwischenfall mit einem Sanddrachen
zur Notlandung gezwungen. Der Sandsegler wurde zu stark beschädigt, um die Reise
weiter fortzusetzen und Nina macht sich auf ins nächste Dorf, um Ersatzteile
zu besorgen, während Cray an der Absturzstelle den Segler von Wüstenräubern
beschützt. Nina trifft auf ihrem Weg Ryu, den sie in einem riesigen Kraterloch
findet, unbekleidet und ohne Erinnerung, wie er dorthin gelangt ist. Gemeinsam
setzen sie ihre Reise fort. Nina auf der Suche nach ihrer Schwester und Ryu
auf Suche nach seiner Vergangenheit...
Zur Technik: Um es vorweg zu nehmen. Technisch ist Breath of Fire 4 nicht mehr
up-to-date. Wer grandiose Graphik und atemberaubende Effekte erwartet, ist leider
fehl am Platze. Capcom hat mit der PC Konvertierung fast eine 1:1 Playstation
1 Umsetzung abgeliefert. Lediglich die Auflösung der gerenderten , drehbaren
3D-Hintergrundlocations kann erhöht werden. Die Hauptcharaktere und ein Grossteil
der Gegner bestehen schon wie im Playstation-Original aus Pixel-Figuren. Lediglich
größere Gegner oder beschworene Drachen bestehen aus Polygonmodellen. Dementsprechend
sehen die Pixelfiguren auf einem höher aufgelöstem Hintergrund viel zu aufgesetzt
aus und durch ihre grobe Auflösung auch nicht unbedingt schön, was beim Drehen
der Maps noch negativer auffällt. Ist der erste "Schock" jedoch mal überwunden,
hat man sich schnell dran gewöhnt und es stört kaum noch, weil das Spiel einen
trotzdem in den Bann zieht, auch wenn die Animationen der Bitmapfiguren leider
sehr minimalistisch gehalten sind.
Dafür gibt es aber sehr fantasiereiche Gegner und abwechslungsreiche Lokations.
Sümpfe, Wälder, Eisgebirge, Vulkanlandschaften, Dungeons und Schlösser gefüllt
mit Riesenkakerlaken, Zombies, Todesreitern, Riesen, Schleimwesen in unterschiedlichster
Couleur, Echsen, Monsterkrabben usw. sorgen für reichlich Abwechselung im Kampfgetümmel.
Graphisch entschädigt wird man dann jedoch durch die großartig aussehenden Animationen
der Spezialangriffe durch Magie oder Drachenanwendung. Aufwendig in Szene gesetzt
sieht man, wie z. B. ein beschworener Drache aus den Fluten des Meeres auftaucht
und eine Sinnflut auf die Gegnerschar loslässt oder ein Drache aus der Erdumlaufbahn
einen riesigen Feuerschwall niedergehen lässt. Absolut sehenswert und grandios
anzusehen. Das graphische Defizit wird durch die schönen Spezialeffekte im späteren
Spielverlauf, wenn man über geeignete Magie und Drachen verfügt, mehr als ausgeglichen,
was aber schon eine Spielzeit von mehr als 10 Stunden zur Voraussetzung hat.
So bekommt man Erdbeben zu sehen, die Gegner verschluckt, Eisstürme, die alles
um sich erstarren lassen, Blitzangriffe oder Giftwolken.
Im Gegensatz zu den Final Fantasy teilen muss man jedoch auf groß angelegte
Renderfilme verzichten, die die Story weiterführen. Breath of Fire erzählt dies
ausschließlich mit der Gameengine.
Soundtechnisch nutzt man nicht die Möglichkeiten eines modernen PCs. Zwar gibt
es keine derben Fehlleistungen (bis auf das Tapsen der Fußgeräusche). Zaubereffekte
sind jedoch angemessen und zweckmässig umgesetzt. Sehr gelungen ist hingegen
die Musik, die bei vielen Japano-Games immer eine wichtigere Rolle zu haben
scheint, als bei Programmen der westlichen Welt. So findet man bezaubernde Melodien,
Lieder, die in die Story mit eingebunden wurden und dadurch auch Bestandteil
der Story werden, wenn man z. B. einen Drachen mittels eines Liedes herbeiruft.
Die Melodien passen sich den Locations an. So gibt es z. B. orientalisch Klingendes
in der Wüstenstadt zu Gehör.
Gesteuert wird Breath of Fire 4 am besten mittels eines Gamepads, was ich auch
dringendst empfehlen möchte, da eine Steuerung über Tastatur mehr als krampfhaft
verläuft. Ein schnelles Befehleerteilen, wie es mit dem Gamepad möglich ist,
ist mittels Tastatur nicht möglich und bremst so auch stark das Spielgeschehen
und die Atmosphäre aus. Ein Gamepad sollte hier ein Muss sein. Die Steuerung
ist frei konfigurierbar und unterstützt erfreulicherweise im Vergleich zu anderen
Konsolenkonvertierungen Force Feedback Effekte.
Das Programm lief, bis auf einen kleinen "Ausrutscher" absolut bugfrei. Hier
handelte es sich scheinbar um einen Fehler im Installationsprogramm. Das Spiel
blieb bei einer Vollinstallation an immer der gleichen Zwischensequenz "hängen".
Installierte man die "Sparversion", lief es an gleicher Stelle problemlos weiter.
Kommen wir zum Gameplay: Breath of Fire 4 ist ein Spiel in der Tradition der
Final Fantasy Serie und orientiert sich daher auch am Spielablauf stark an dem
großen Vorbild. Man beginnt seine Reise mit zwei Charakteren, die im Verlauf
des Spiel auf eine stolze 6 Mann/Frau/Roboter Truppe aufgestockt wird, um den
Gefahren der feindlichen Welt zu trotzen. Eingebunden in eine groß angelegte
epische Geschichte geht es darum, die Vergangenheit des Hauptcharakters Ryu
zu entschlüsseln und Ninas Schwester zu finden. So findet man im Verlauf der
Geschichte neue Freunde, Feinde und Indizien über den Verbleib der Prinzessin
und Hinweise über Ryus Vergangenheit und seiner Verbindung zum Imperator Fou-Lu.
Bald wird klar, dass Ryu in Verbindung zu Fou-Lu steht und etwas Besonderes
ist, denn er kann sich zu einem Drachen-ähnlichen Geschöpf verwandeln und dies
auch im Kampf exzessiv zur Schau stellen. Doch aller Anfang ist schwer und so
muss Ryu und seine Reisebegleitung erst die ernste Schule des Lebens absolvieren,
um bestimmte Fähigkeiten zu erlernen bzw. zu verbessern. So macht man sich auf,
die Lande zu durchforschen und auf der Übersichtskarte sein nächstes Ziel zu
erreichen. Die Karte in Breath of Fire 4 ist durch bestimmte Routen vorgegeben,
auf der man sich, einmal frei gespielt, zu den nächsten Ortschaften bewegen
kann. Doch die Strassen sind in diesen Zeiten gefährlich und so gibt es auf
den Wegen (mit Fragenzeichen markierten) Punkte, die es zu erforschen gilt,
auf denen dann auch mit Feindkontakt zu rechnen ist. So gilt es, möglichst alle
Bereich der Karte zu erkunden, Nebenrouten oder geheime Orte zu finden.
In Städten findet man Hinweise durch Gespräche mit den Bewohnern neuen Questaufgaben,
entdeckt neue Routen, kann sich Ausrüstung kaufen oder durch eine Nachtruhe
seine verbrauchte Energie wieder regenerieren, um in den Kampf- und Actionleveln
wieder alle Kraft aufbringen zu können.
Durch den siegreichen Kampf erhalten unsere Helden Erfahrungspunkte, die bei
Überschreiten einer gewissen Punktzahl ihren Level und damit auch ihre Fähigkeiten
erhöhen. So steigen Magiekraft, Lebensenergie und Beweglichkeit und man erhält
ab bestimmter Levelüberschreitung zusätzliche Magiefähigkeiten, womit neue oder
baugleiche stärkere Sprüche ausgeführt werden können. Zudem gibt es in
der Welt von Breath of Fire Lehrmeister, bei denen man sich "einschreiben" kann
und entsprechend fortbilden kann. Beginnt man bei ihnen die Ausbildung, kann
man sich z. B. im Kampf oder in der Magie neue Fähigkeiten aneignen, vorausgesetzt,
man hat ihre Mindestanforderungen erreicht. So lehren sie einem beispielsweise
nur eine bestimmte Kampftechnik, wenn man als Minimum eine 5er Kombiattacke
ausführen konnte. Sollte einem der Charaktere die Ausbildung jedoch nicht so
recht passen, kann man sich jederzeit "Umschulen" lassen und somit die Klasse
wechseln.
Zum richtigen Kampf gehört natürlich auch die richtige Ausrüstung, die man,
von den um Zennys erleichterten Feinden, bei den Händlern in Rüstungen, Heiltränken
und Waffen umtauschen kann. Nicht mehr zu gebrauchende können dort in Zahlung
gegeben werden. Im Gegensatz zu anderen RPGs ist bei Breath of Fire 4 keine
Mindesterfahrungsstufe notwendig, um eine bestimmte Waffe nutzen zu können.
Lediglich der Waffentypus muss zum Charakter passen. Magische Ringe und anderes
Equipment sorgen dafür, dass die Figuren z. B. statt Schaden aus Windangriffen,
Lebenskraft schöpfen können, resistent vor Giftattacken sind oder ihre Chancen
auf einen Counterangriff erhöht werden. Der Kampf selbst läuft genreüblich rundenbasiert
ab. So befehligt mein seine Truppe, welche Angriffsarten auszuführen sind. Diese
werden dann, je nach Agilitätswert der Figur entsprechend umgesetzt, bis der
Gegner am Zuge ist. Wichtig ist hier, die Gegner genau zu kennen und ihre Angriffsstrategie
und Schwachpunkte mit einzubeziehen. Wasserhaltige Wesen mögen es z. B. gar nicht,
wenn man ihnen Feuer unter dem Allerwertesten anzündet.
Sind die Kämpfe anfangs noch nicht zu anspruchsvoll, wird es ab der zweiten
Spielhälfte wesentlich strategischer und die reine "Hau drauf" Methode bringt
wenig Erfolg. Wichtig wird dies vor allem dann, wenn man gegen Endbosse antritt,
die oft mit einem Schlag die erste Angriffsreihe unserer Truppe auf "Null" bringen
kann. In Breath of Fire wird in zwei Linien gekämpft. Jeweils drei von unseren
später insgesamt sechs Figuren stehen in der Frontlinie und sind somit den Angriffen
unmittelbar ausgesetzt. Die momentan nicht gewählten Figuren stehen sozusagen
in der zweiten Reihe und können je nach Bedarf "strafversetzt" werden. In der
hinteren Reihe sind sie vor Angriffen sicher und können sich dort gegebenenfalls
regenerieren, bzw. durch Nutzung von Zauber oder Itemnutzung der aktiven Figuren
geheilt werden, denn es können jeweils pro Runde nur drei Figuren aktiv gesteuert
werden. So wird es später notwendig, dies auch genau zu planen. In Gegnerkämpfen,
in denen Magie sehr vorrangig ist, wird es notwendig, diesen Figuren besonderen
Schutz zukommen zu lassen.
Die Zauberkräfte steigen je nach Charakterentwicklung auf und so ist es später
möglich, einen Feuerzauber, der zuerst nur auf einen Gegner beschränkt ist,
auf die gesamte Gruppe zu verteilen. Interessant und neu ist die Komboattacke.
Dabei können die Figuren ihre Spezialfähigkeiten zu einem viel stärkeren Angriff
vereinen. Aus einer Kombination von Feuer- und Windzauber kann mit ein wenig
Glück der viel stärkere Gigaflare entstehen, der dem Gegner mächtig einheizt
oder aus Feuer und Erdzauber wird ein Meteorssturm, der vom Himmel regnet.
Ryu, der eng mit den Drachenwesen verwandt zu sein scheint, kann zudem seine
Figur in mehrere Drachenformen verwandeln und damit schlagkräftige Attacken
ausführen. Zudem kann man noch in den Leveln versteckt Drachen-Gene finden,
die zusätzliche Attacken ermöglichen, unabhängig von der Drachenmetamorphose
- z. B. eine alles verschlingende Flutwelle.
Magieanwendung und Metamorphose verbrauchen aber ständig Magiepunkte, die nicht
uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Hier hilft nur die Anwendung von Items
(sehr rar) oder eine ruhige Nacht im Ort oder Zeltlager.
Neben dem eigentlichen Handlungsstrang mit Ryu und seinen Gefährten, darf man
auch kurzzeitig als Imperator Fou-Lu allein durch die Lande streifen und erfährt
so zugleich etwas aus der Vorgeschichte und der Verbindung zwischen Ryu und
Fou-lu.
Breath of Fire bietet noch zwei Optionen, die ich sehr gelungen finde. Die
Figuren lernen nicht nur durch ihr Charakterupgrade, sondern können auch durch
das "Abgucken" beim Feind neue Techniken erlernen. Wehrt man einmal erfolgreich
einen Angriff mit "GUARD" ab und hat ein wenig Glück, beherrscht man diese Aktion
danach selbst. Sollte man während des Spieles merken, dass man seinen Charakter
ein wenig mit Zaubersprüchen verskillt hat, braucht man keine Befürchtung zu
haben, denn mittels des Einsatzes von einem Aurum kann man diese Fähigkeit von
einem Charakter auf den nächsten übertragen, wobei man dann aber die Fähigkeit
bei dem "Spender" verliert.
Breath of Fire 4 lebt jedoch nicht nur von den Kämpfen. Zwar sind die Rätsel
innerhalb der Level nicht übermässig anspruchsvoll, machen sie dennoch Spaß,
sie zu lösen. So muss man Schalter für Brücken in entsprechende Positionen stellen,
um voran zu kommen oder einen Damm reparieren, damit man passieren kann. Aufgelockert
wird dies zudem durch nette Minigames. So darf man mit einem Sandsegler durch
die Wüste fliegen, in einem Hafenlager Kisten "Sokoban-ähnlich" in die rechte
Ordnung rücken, auf einem Floss Stromschnellen bezwingen oder mit dem Schiff
auf Schatzsuche gehen. Man kann später sogar bei einem Schmied selbst Waffen
und Rüstungen anfertigen lassen, vorausgesetzt man versorgt ihn mit entsprechendem
Rohmaterial.
Des weiteren gibt es zwei nette Spiele im Spiel. In den verschiedensten Winkeln
der Welt von Breath of Fire gibt es Angelplätze, an denen man sein Glück versuchen
kann, wenn man über das entsprechende Know How und Equipment verfügt. So darf
man sich auf die Jagd nach besonders seltenen Fischen machen, die in sogenannten
Manilo-Shops vielerorts als begehrtes Tauschobjekt gelten. Das andere nette
Feature ist das Feendorf. Hat man einmal das Feenvolk vor den Bösen befreit,
kann man für sie ein neues Dorf errichten und ihnen Anweisungen geben. Man lässt
ganz "Siedler-like" eine kleine Ortschaft samt Infrastruktur entstehen, ordnet
Arbeitsplätze zu und baut Häuser. So kann man Waffen entwickeln lassen, Itemshops
eröffnen und Feen auf Expeditionen schicken, um besondere Gegenstände zu finden,
ebenso Häuser, in denen man Minispielchen absolvieren kann, eine Musik und Kunstakademie,
in der man Artworks und Musikstücke aus dem Game freischalten kann.
Die Story und der Spielverlauf sind (obwohl es ein alternatives Ende gibt)
in Breath of Fire 4 linear, jedoch wirkt es durch die massige Anzahl von Möglichkeiten,
alle Orte wieder zu besuchen sehr offen und nicht so gradlinig, wie beispielsweise
in Grandia 2. Man kann
sich in der Welt teilweise richtig verlieren. Der Schwierigkeitsgrad ist durchschnittlich,
zieht aber gegen Ende des Games mächtig an, wobei man hier jedoch durch das
Charakterskillen in der "freien Wildbahn" seine Figuren etwas pushen kann und
somit den schwierigeren Gegnern besser gewappnet ist.
Kommen wir zur Kritik: Wie schon beschrieben ist das Programm technisch nicht
auf dem Höhepunkt der Zeit, was mich aber nach einigen Stunden Spielspaß
nicht weiter gestört hat. Bleiben also "nur" die Gameplay-relevanten Kritikpunkte.
Wie auch schon in Final Fantasy gibt es grundsätzlich nur Zufallsattacken, was
bedeutet, dass man, sobald man in Feindesgebiet umherläuft, alle 20 Schritte
eine Zufallsattacke erfolgt. Man sieht weder vorher, wann es soweit ist oder
ob man ihr ausweichen kann (anders wie in Grandia 2, wo dies eindeutig besser
gelöst wurde). So kann man entweder nur fliehen oder sich dem Kampf stellen,
was besonders nervend sein kann, wenn man gerade dabei ist, einen Rätselteil
zu lösen und sich lieber darauf konzentrieren wollte. Es nervt richtig, wenn
man mit einer solchen Regelmäßigkeit dazu verdonnert wird, ohne darauf Einfluss
zu haben, was den Spielspass in manchen Situationen extrem ausbremst, wenn man
mal nicht auf "Kampf" aus ist, sondern lieber den Schaltmechanismus aktivieren
will, der den Staudamm behindert.
Gespeichert werden kann nur auf der Weltkarte oder in Tagebüchern, die jedoch
innerhalb der Actionlevel sehr rar verteilt sind. Gerade beim Endkampf zwischen
den beiden stärksten Gegnern im Kampf hätte ich gerne Abspeichern wollen, ansonsten
kommt man jedoch mit der Speicherfunktion bestens klar.
Ärgerlich ist das komplette Fehlen eines Questtagebuches. Spielt man ein paar
Tage nicht, weiß man fast nicht mehr, was es noch zu erledigen gibt und bei
der Vielzahl der Ortschaften mit wenig eingängig europäisch klingenden Namen
wird dies noch erschwert, zumal das Spiel komplett in englischer Sprachfassung
vorliegt und dies nicht einmal auf dem Cover vermerkt ist, obwohl die Spielbeschreibung
rückseitig dort in deutscher Sprache verfasst wurde. Eine Kennzeichnungspflicht
auf die Sprachversion des Programms sollte nicht zuviel verlangt sein.
Etwas zu rar fand ich die Möglichkeit im Spiel, Items zu finden, die den Magievorrat
auftanken. So musste ich zuerst mein (leider stark vernachlässigtes) Feendorf
auf Vordermann bringen, damit ich genügend Magic Seeds hatte, um den Endgegner
Paroli bieten zu können.
Als sehr ärgerlich empfand ich die eingeschränkte Möglichkeit,
die Charakter auszustatten. Lediglich drei Gegenstände kann man benutzen.
Eine Waffe eine Rüstung und ein "Item". Waffe und Rüstung
sind eh zwingend, wobei man praktisch nur ein Item zur Wahl hat, das flexibel
zum Einsatz kommt. So muß man sich leider entscheiden, ob man einen Helm
trägt, der vor Angriffen schützt, Stiefel, die einen schneller machen
oder einen vor Magie schützenden Ring. Hier wäre zumindest ein "Slot"
mehr wünschenswert gewesen.
Die schöne Story hält einen zwar lange bei Laune, im letzten Spieldrittel wird
es jedoch etwas zu zäh.
Breath of Fire 4 ist zwar preislich im Midprice-Segment von 30 Euro angesiedelt
(im Gegensatz zu den andern 20 Euro Titeln aus dem Hause Capcom wie Dino Crisis
2), was aber keine Entschuldigung für die miserable Ausstattung ist. Eine DVD
Box, eine CD Rom und ein "Beipackzettel" mit "Legen Sie die CD ein" ist alles,
was man findet. Das Handbuch gibt es nur auf der CD als PDF. Wenn man hier Vergleiche
zu aktuellen Midprice Games wie Rayman
3 zieht, das in Edelverpackung mit Hologramm und Handbuch ausgeliefert wird,
eine eher peinliche Aktion, besonders wenn man bedenkt, dass es sich um ein
"altes" Game handelt.
Nichtsdestotrotz ist Breath of Fire 4 ein sehr unterhaltsames, rundenbasiertes
RPG, das einen mindestens 45 Stunden Spielspass bereitet. Wer auf "State of
The Art" Graphik verzichten kann und für den Story und Gameplay im Vordergrund
stehen, wird nicht enttäuscht. Eine epische Geschichte um Drachen, Verschwörungen,
Freundschaft, Liebe und Verrat begleiten unsere Helden durch ihre Reisen. Wer
Final Fantasy mochte, wird von Breath of Fire 4 nicht enttäuscht. Die niedrigen
Hardwareanforderungen machen es so sicher auch für Besitzer kleinerer Systeme,
englische Sprachkenntnisse vorausgesetzt, zu einem Tipp für lange Spielabende.
Graphikfetischisten, die ein etwas lineareres Gameplay suchen, sind mit Grandia
2 sicher besser bedient (was auch schon im Budget Bereich und in der aktuellen
Gold Games enthalten ist).
Breath of Fire 4 bietet dafür aber mehr, das es zu erforschen gibt und eine
größere Spielwelt, in der man sich freier bewegen kann. So darf man auch nach
dem Finale einen Spielstand generieren, der einen zurück auf die Spielwelt direkt
vor dem Endkampf befördert, um sein Spielergebnis noch mal zu verbessern, bzw.
ungelöste Aufgaben zu erfüllen, einfach Fischen zu gehen oder sich die Zeit
im Feendorf zu vertreiben und die kleinen Gesellen auf gefährliche Expeditionen
zu jagen. Breath of Fire 4 ist ein gelungenes Spiel in Tradition der Final Fantasy
Serie.
Geschrieben am 11.05.2003, Testkonfiguration: AMD2100+, Radeon 9500 Pro, 512MB Ram, SB Audigy
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