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Brigade E5
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 | Info |
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| Autor | | 4+ |
 |   | | 1 |
 |   | | 2.5 |
 |   | | 1.5 |
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| Gesamt (11 votes) | | 3+ |
 |   | | 1.9 |
 |   | | 2.1 |
 |   | | 1.4 |
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| Name: | Brigade E5 - New Jagged Union |
| Genre: | Strategie |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2006/08 |
| Publisher: | Morphicon |
| Entwickler: | Apeiron |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | 1Ghz, 256MB RAM, 32 MB D3D T&L, HD 2000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | ja |
| Patch: | Minipatch |
| USK: | 12 |
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Was wären PC Spiele heutzutage ohne Mods? Sehr viele Spiele profitieren inzwischen von fleißigen
Fans auf der ganzen Welt, die sich nicht nur neue Level ausdenken und kostenlos zur Verfügung
stellen, auch Modifikationen mit ganz neuen Spielideen gibt es zu allen größeren Spielen. Egal
ob zu Unreal Tournament, Quake, Battlefield oder Half-Life, es lassen sich Gigabytes an Mods
im Internet finden. Nicht wenige dieser "Fans-Spiele" können es mit kommerziellen Produkten
locker aufnehmen. Einige, wie beispielsweise Counter Strike, haben einen Wandel vom kleinen
Mod zum großen kommerziellen Spiel erfahren. Gerade beliebte Spiele und Serien haben einige
Fans und so haben einige russische Fans ein Spiel auf Basis des Rundenklassikers "Jagged
Alliance 2" entwickelt. Was als kleines Fan-Projekt begann, liegt nun - mit einjähriger
Verspätung nach der Veröffentlichung in Russland - als Kaufversion in den deutschen Läden. "Brigade
E5: New Jagged Union", so der Titel des Spiel. Wie gut sich das anfängliche Fanprojekt im Gegensatz
zu kommerziellen Titeln schlägt, wie gut die einjährige Lokalisationszeit genutzt wurde und
welche Rundenstrategiefreunde angesprochen werden, soll das folgende Review klären.
Brigade E5 steht für etwa 40€ in den Läden. Verpackt ist die DVD Box in einem ansehnlichen
Pappkarton inklusive Prägeaufdruck und Klappcover. Das Spiel selbst befindet sich auf einer
einzigen DVD und belegt etwa 1,8 GB auf der Festplatte. Dazu gibt es ein sehr informatives und
umfangreiches Handbuch mit knapp 60 Seiten, jedoch mit einigen kleinen inhaltlicher Fehlern.
Der StarForce Kopierschutz machte beim Test keinerlei Probleme, wohl aber das eigentliche Spiel.
Abstürze im Tutorial, zahlreiche Bugs und eine mitunter sehr schlampige Lokalisation fallen
unangenehm auf.
Willkommen in Palinero
In Brigade E5: New Jagged Alliance verschlägt es den Spieler in den kleinen Tropenstaat "Palinero".
Anfangs sieht es für den späteren Helden alles andere als gut aus. Bei einem Kampf wurde er
angeschossen und in ein Gefangenenlager gebracht. Hier sollte er nun so lange arbeiten, bis
er elendig zu Grunde geht oder von den Wachen einfach erschossen wird. Da war es schon fast
wie ein Sechser im Lotto, als der Lagerkommandant ein Angebot für den ehemaligen Soldaten hatte.
Einige Fragen später geht es schließlich in einem Fahrzeug aus dem Lager heraus. Die Freude
über die neu gewonnene Freiheit hält jedoch nicht lange an. Der LKW fährt über eine Landmine
und der Begleiter stirbt an seinen Verletzungen. Der Held ist allein in der virtuellen Welt
von Palinero, die alles andere als friedlich ist. Wem schließt sich der Held an, wem kann man
trauen und wie groß ist die Bedrohung durch die schweren Unruhen in der Gegend? Wird ein Bürgerkrieg
ausbrechen?
Der Spieler startet in der großen Welt und kann sich von da an relativ frei bewegen und die
unterschiedlichsten Aufträge annehmen. Durch entsprechendes Geld werden bessere Ausrüstungsgegenstände
gekauft, Söldner angeheuert und Dienstleistungen in Anspruch genommen. Das Gameplay ermöglicht
sehr viele Variationen und taktische Vorgehensweisen, wobei der Spieler im Pausemodus seine
Züge in aller Ruhe planen kann.
Wer war es?
Einer der ersten Aufträge, wenn der Spieler für die Regierungstruppen der NDF (Nationale
Demokratische Front) arbeitet, lässt ihn sonderbare Vorkommnisse auf dem Flughafen untersuchen.
Primär gilt es für den Auftraggeber einen Schuldigen zu finden. Also auf zum Flughafen und dort
mit dem Kommandanten sprechen. Da es noch früh am Morgen ist, als der Spieler den kleinen Flugplatz
erreicht, wird noch ein wenig gewartet, bis der Charakter zu morgendlicher Stunde das Büro betritt.
So, so. Nach seiner Aussage ist der Mechaniker Juan Lango für die Probleme verantwortlich und
betreibt Sabotage. Da bräuchte man ja lediglich noch ein Geständnis von dem Herrn und der Auftrag
wäre erledigt. Doch Juan erzählt eine etwas andere Geschichte, jedoch will er sich dem Spieler
nicht vollständig anvertrauen. Wenn er auspackt, wird er hier kaum lange einen Job haben. Den
wird er aber wohl auch nicht mehr lange brauchen, wenn dem Auftraggeber das Geständnis überreicht
wird. Doch vielleicht ist ja an seiner Aussage etwas dran? Arbeit für einen Flugzeugmechaniker
sollte es vielleicht auch in einem der anderen Flughäfen geben. Nach einigen Reisetagen ist
auch endlich eine passende Stelle gefunden. In Cali Cantinos wird ein Luftfahrtmechaniker, so
die offizielle Bezeichnung, händeringend gesucht. Auf dem Rückweg passiert es schließlich, was
in der Welt von Palinero fast schon Alltag ist. Der Charakter wird überfallen und muss sich
auf einer kleinen Wegsektion gegen einige Banditen zur Wehr setzen. Doch dank ausreichender
Munition, einer günstigen Ausgangslage, taktischem Vorgehen und Dunkelheit sind beiden Feinde
kein Problem. Gleichzeitig gab es ein wenig Geld und zusätzliche Munition. Nachdem der Mechaniker
schließlich zu seinem neuen Job gebracht wurde, packt er aus und erzählt die ganze Geschichte.
Damit wird es nun Zeit, wieder zum Auftraggeber zu gehen und dort neben der Belohnung die nächste
Aufgabe abzuholen.
Gameplay
Gameplaytechnisch hat Brigade E5 eine ganze Menge zu bieten. Im Gegenzug ist das Rundenstrategiespiel
für Neueinsteiger und ungeduldige Spieler allerdings auch nicht ganz einfach. Wobei die Bezeichnung
Rundenstrategiespiel eigentlich nicht stimmt. Während in Rundenspielen wie Silent
Storm jeder Charakter über eine bestimmte Anzahl an Aktionspunkten verfügt und diese in
Bewegung, Angriff oder sonstige Aktionen investieren kann, läuft das Geschehen in Brigade in
Echtzeit ab. Somit wäre die Bezeichnung "Strategiespiel mit Pausenfunktion" deutlich treffender.
Jede Aktion eines Charakters kostet Zeit, Echtzeit. Soll also das Feuer auf einen Feind eröffnet
werden, dann werden die dafür nötigen Sekunden neben dem Angriffs-Cursor angezeigt. Je nach
Spieleinstellung kann eine ganze Reihe Einstellungen getroffen werden, wann das Spiel automatisch
pausiert wird. Standardmäßig ist dies beispielsweise der Fall, wenn der Charakter seinen letzten
Befehl ausgeführt hat oder ein Feind gesichtet wurde. So lange keine Feinde auf dem Bildschirm
sind, läuft das Spiel in Echtzeit und ohne Pause. Kommt nun beispielsweise der erste Gegner
in Sichtweite, so pausiert das Spiel und der Spieler kann in aller Ruhe Befehle geben. Da kann
dem einen Charakter befohlen werden, hinter dem nächsten Stein in Deckung zu gehen, während
der andere auf den Feind feuert. Danach wird die Pause aufgehoben und das Geschehen läuft wieder
in Echtzeit weiter. Das bedeutet, der eigene Charakter kann jederzeit in der Bewegung oder Aktion
vom Feind behindert werden. Sobald nun einer der beiden Charaktere seine Aktion beendet hat
(Im Beispiel: Auf den Gegner geschossen hat oder hinter dem Felsen in Deckung gegangen ist)
pausiert das Spiel wieder ganz automatisch und weitere Befehle können gegeben werden. Gerade
im Einzelspielermodus läuft Brigade E5 durch das Echtzeitsystem angenehm flott und flüssig.
Vorbei sind die Zeiten, in denen der Spieler nach den eigenen Zügen einige Minuten warten durfte,
bis die CPU alle Einheiten bewegt hat und alle Aktionen ausgeführt wurden. Doch es wird nicht
nur geballert in Brigade. Nach dem Kampf sollten die Körper der Feinde nach nützlichen und brauchbaren
Utensilien untersucht werden. Neben zahlreichen Waffen (Pistolen, Sturmgewehren, Flinten, MPs,
Präzisionsgewehren & Granatwerfern) gibt es auch allerlei andere, nützliche Gegenstände: Schutzwesten,
Medipacks, Granaten, Minen und Kreditkarten. Auch Nahkampfmöglichkeiten sind in Form von Hieb-
und Stichwaffen zu haben. Außerdem läßt sich durch Stolperdraht und Sprengfalle der
eine oder andere Hinterhalt legen. Mit einer Rolle Klebeband lassen sich Doppelclips herstellen
und die Waffen können erweitert werden. Neben AddOns wie Laserpointer und Nachtsichtgerät gibt
es auch Schalldämpfer und Zweibeine, die für mehr Stabilität sorgen. Auch die Pflege der Waffen
spielt eine große Rolle. Mit jedem Schuss nimmt Abnutzung und Verschmutzung zu. Hier sollte
rechtzeitig das Reinigungskit gekauft und angewendet werden, ansonsten kann später nur der Waffenhändler
- bei zu starker Verunreinigung - helfen und die Knarre wieder in Schuss bringen. Aber auch
Waffenversagen, inklusive Verschlussreinigung und Überhitzung wurden von den Entwicklern ins
Spiel integriert. Ist der Spieler - allein oder mit in den Kneipen angeworbenen Söldnern - anfangs
noch zu Fuß unterwegs, so können auch Fahrzeuge erworben werden. Dies verringert nicht nur die
Reisezeit, auch die Söldner machen sich dann doppelt nützlich, da sie pro Tag bezahlt werden
müssen. Das Geld lässt sich nicht nur durch Aufträge vermehren, auch bei der Bank gibt es alle
vier Tage ein wenig Zinsen. Allerdings wird die Bank in regelmäßigen Abständen überfallen und
der Zinsgewinn, den der Spieler bis dahin nicht "abgeholt" hat, ist verloren.
Brigade beinhaltet außerdem ein Charaktersystem und unterschiedliche Angriffsaktionen.
Je nach Charakterwert hat ein Söldner unterschiedliche Stärken und Schwächen. Durch Erfahrung
lassen sich die einzelnen Werte steigern. Die Palette an Eigenschaften ist dabei sehr umfangreich
und reicht, wie in einem Rollenspiel, von Stärke und Ausdauer bis hin zu Handel und Ausstrahlung.
Durch zuletzt genannte Fähigkeit können Entscheidungen von NPCs beeinflusst werden und auch
der eine oder andere Dollar mehr als Belohnung ausgezahlt werden. Neben diesen Rollenspielelementen
gibt es auch noch professionelle Söldner-Fertigkeiten. Diese beeinflussen, wie gut der jeweilige
Charakter mit den unterschiedlichen Waffen umgehen kann. Hier gilt als Verbesserung "learning
by doing". Von allein passiert nichts. Nicht nur durch die vielen Waffen, sondern auch die zahlreichen
Aktionsmöglichkeiten im Kampf kann der Spieler den Charakter sehr individuell gestalten. Gerade
bei Kämpfen in der Dunkelheit lässt sich der Schleichaspekt des Spiels sehr stark ausnutzen.
Nicht nur die eigenen Einheiten sehen schlecht, auch der Feind kann das Schlachtfeld nur ungenügend
überblicken. Statt durch Laufen oder lautes Rumballern möglichst viele Feinde aufzuschrecken,
kann die Spielfigur auch geduckt hinter dem Feind herlaufen oder ihm auf seinem Patrouillenweg
auflauern. Aber auch kriechen und auf dem Boden rollen ist mit dem Charakter möglich. Dadurch
ist der Söldner vielleicht nicht ganz so schnell unterwegs, verursacht aber deutlich weniger
Lärm. Wichtig ist es auch auf Blick- und Schussbereiche zu achten, die sich für den eigenen
Söldner jeweils kurzzeitig einblenden lassen. Mit einer kleinen Pistole schon auf 50 Metern
das Feuer zu eröffnen, ist nicht sonderlich klug. Allerdings ist es für den Charakter von Vorteil,
den Feind schon erblickt zu haben und nicht erst beim Blick um die Ecke den Gegner 2 Meter vor
sich zu erkennen. Dann steigt der Puls kurzzeitig extrem in die Höhe und ein sauberes Zielen
ist schwer möglich. Selbst die Auswahl, ob der Charakter mit gezogener Waffe herumläuft oder
nicht, hat eine Auswirkung auf das Gameplay. Mit der Waffe in der Hand ist der Charakter etwas
mutiger und erschreckt nicht so sehr, wenn der Feind auftaucht. Allerdings ist der Sichtbereich
leicht eingeschränkt. Jede Bewegung verbraucht außerdem unterschiedlich viel Energie und verschiedene
Feuer- und Zielmodi sollten mit einkalkuliert werden. So ist es nicht nur ein Unterschied, ob
der Held die Waffe mit Einzel- oder Automatik betreibt, sondern auch, wie gezielt wird. Die
Genauigkeit aus der Hüfte heraus ist nicht so groß, allerdings lassen sich so manche Feinde
mit schnellen Feuerstößen schon beseitigen oder zumindest kurzzeitig ausschalten. Besser lassen
sich - je nach Charakter, Waffe und Fertigkeit - die Feinde durch "Sharp Shooting" oder "genaues
Zielen" erwischen. All diese Möglichkeiten gilt es in Brigade nicht nur zu kennen, sondern auch
auf dem Schlachtfeld sinnvoll zu nutzen. Aber die Gegner sind alles andere als leichte Beute
und gehen meist recht geschickt gegen die Söldner vor. Deckung wird genutzt, Granaten geschickt
geworfen und Versuche werden unternommen, den Spieler nach Möglichkeit einzukreisen. Gerade
Einsteiger werden daher zu Beginn ihre Probleme haben, aber im späteren Spielverlauf, wenn die
ersten besseren Waffen gekauft wurden, weiß Brigade durch den enorm hohen taktischen Tiefgang
und die zahlreichen Möglichkeiten zu überzeugen.
Missionen & Aufträge
Die gesamte Welt von Palinero steht dem Spieler von Beginn an offen. Je nach Wahl beim Verhör
im Gefangenenlager, Wahl der Spielerklasse und des Charakters werden die Starteigenschaften
und die Zugehörigkeit zu einer der drei großen Gruppierungen in Palinero bestimmt. Bevor sich
der Spieler jedoch in die große und gefährliche Region aufmacht, lohnt die Trainingseinheit
in Form eines optionalen Tutorials. Gerade Einsteiger bekommen hier einen sehr guten Überblick
über die Grundlagen und zahlreichen Möglichkeiten des Spiels. Allerdings ist das Tutorial nicht
fehlerfrei und kann nur nach der Installation des Minipatches problemlos gespielt werden. Die
Welt des Spiels wird nicht vollständig in den Speicher geladen, sondern immer nur der jeweils
aktuelle Sektor, in dem sich der Trupp des Spielers befindet. Die Bewegung durch die Welt geschieht
an Hand einer 2D-Übersichtskarte. Hier sind alle bekannten Orte eingetragen und mit einem Klick
macht sich der Trupp zum jeweils anvisierten Ziel auf. Je nach Untergrund (Straße, Wald, etc.)
und Fortbewegung (zu Fuß oder mit dem Fahrzeug) kommen die Charaktere unterschiedlich gut/ schnell
voran. Mitunter kommt es auch vor, dass der Trupp des Spielers angegriffen wird. Dann wird automatisch
ein entsprechender Sektor geladen. Allerdings gibt es nur eine begrenzte Anzahl unterschiedlicher
Sektoren für diese Überfälle und gerade zu Beginn des Spiels hat der Spieler meist recht schlechte
Aussichten gegen die zahlenmäßige Überlegenheit der Feinde. Da ist Flucht zum nächsten Ausgangspunkt
an der Kartenseite angesagt. Wenn der Spieler nicht gerade Aufträge der drei großen Gruppierungen
- Rebellen, Schmugglerbande oder Regierungstruppen - nachgeht, dann warten auch zahlreiche weitere
Nebenquests auf die Söldner. So mancher NPC vom einfachen Arbeiter über Ärzte bis hin zu Priester
haben große und kleine Anliegen. Von einfachen Botengängen und Aufträgen, in denen Geschick
im Gespräch verlangt wird, gibt es auch zahlreiche Missionen, in denen die Waffen sprechen dürfen.
So mancher Auftrag ist nichts für Weicheier und für einige sicherlich fragwürdig. In C&C Generals
musste die Mission für die deutsche Version geschnitten werden, in Brigade ist der Angriff auf
eine UN Hilfsgüterlieferung "frei ab 12". Vor Prostitution wird genauso wenig zurückgeschreckt
wie vor Auftragsmord. Aber auch korrupte Beamte wollen beseitigt werden und Schutzgeld wird
eingetrieben. Sektoren müssen gesichert und Feinde vertrieben werden. Je nach Auftrag kann es
auch schon vorkommen, dass der Spieler kleine und große Entscheidungen treffen kann. Wird einem
NPC geholfen oder spart sich der Spieler irgendwelche Fragen und beseitigt die Zielperson einfach?
Nicht so schön ist es, dass mitunter die Missionsbeschreibungen und Infos zu einem Auftrag etwas
schwammig formuliert sind und der Spieler nicht genau weiß, was zu tun ist. Gerade wenn eine
Mission auch noch unter Zeitdruck erledigt werden muss (Eliminierung des Ziels in X Tagen),
wären einige genauere Infos nicht schlecht. Überwiegend werden die "wichtigen" NPCs in den jeweiligen
Sektoren jedoch durch eine gelbe Markierung angezeigt. Lediglich das Finden gestaltet sich in
größeren Gebäuden, mit mehreren Ebenen, etwas umständlich. Dank zahlreicher Optionen kann am
Anfang der Schwierigkeitsgrad individuell an die eigenen Vorlieben angepasst werden. Wer will,
kann so beispielsweise immer angezeigt bekommen, wie gut Feinde zu treffen sind (im aktuellen
Zustand jedoch scheinbar verbuggt, da auch bei "hervorragender" Trefferchance auf 2 Metern daneben
geschossen wird), den gesamten Körper durch die Panzerung schützen lassen oder eine etwas dümmere
KI aktivieren. Insgesamt zwölf Einstellungen lassen den Schwierigkeitsgrad genau dosieren. Lediglich
im Spiel kann an den Optionen keine Änderung mehr vorgenommen werden.
Wer vom Einzelspielermodus genug hat, der kann sich auch auf zahlreichen Multiplayerkarten
gegen Mensch und CPU versuchen. Gespielt wird dabei auf einzelnen Sektoren der Kampagne. Neben
simplen Deathmatch stehen auch spannende Angriffs- und Verteidigungsspieltypen zur Auswahl.
Wer allein spielt oder mit nur wenigen Freunden im Netzwerk, kann auch vor dem Spielstart von
der CPU gesteuerte Trupps einfügen. Teams, Teamfarben, Teammitglieder, Balancing, etc. lässt
sich alles vor dem Spielstart genau festlegen.
Bugs, Kleinigkeiten und Schlampereien
Leider, leider ist Brigade alles andere als ein ausgereiftes Spiel. Obwohl die russische
Version vor gut einem Jahr veröffentlicht wurde, beinhaltet die synchronisierte Fassung einige
gröbere Mängel. Aber zuvor noch ein Wort zur Übersetzung. So kann der Spieler anfangs zwischen
unterschiedlichen Figuren, mit jeweils unterschiedlichen Charaktereigenschaften wählen, doch
sowohl Spiel als auch Handbuch schweigen sich über die genaue Definition aus. Wofür steht die
Fähigkeit "Gunfighting" und worauf wirkt sich "Schießen" aus? Zwei Werte, die jeder Charakter
hat. Doch zurück zu den deutschen Texten. Im Spiel gibt es leider zahlreiche unvollständige
und/ oder unsaubere Übersetzungen. "Leiche durchsuchen" wird beispielsweise als "Suche eine
Leiche" aufgelistet und Statusmeldungen sprechen von "Feind wurde in getroffen". Ähnlich nichtssagend
ist auch der Ausdruck "geh und finde er dort". Ebenfalls sehr kurios ist die Formulierung "Denke
an deinen Auftrag!" im Gespräch mit dem Auftraggeber. Passender wäre hier eher "Was war mein
Auftrag doch gleich?". Am Ende eines Auftrag, wenn der Spieler seine Belohnung in Form von Geld
bekommt, wird angezeigt, das der Spieler eine "Geldstrafe in Höhe von XXX" erhalten hat. Viele
Texte lesen sich insgesamt sehr holperig. Neben vielen Kleinigkeiten sind auch die Missionsziele
teilweise alles andere als klar und verständlich formuliert. Mitunter hat der Spieler wenig
Ahnung, was genau verlangt wird. Soll der Spieler nun "zufällig" den richtigen Ansprechpartner
irgendwo finden, der einem sagen kann, wo beispielsweise das geheime Versteck ist oder soll
der Spieler durch die Landschaft laufen und mit "Glück" darauf stoßen? Sehr unschön sind auch
immer wieder auftretende Questbugs. Insbesondere die zufallsgenerierten Aufträge sind davon
betroffen. Zielpersonen sind nicht vorhanden, das Gebiet befindet sich nicht an der angegebenen
Stelle und der Auftrag endet nicht. Aber auch ein vorzeitiges Scheitern kann eintreten und bei
zahlreichen Botengängen kommen die Objekte beschädigt an. Aus diesen Gründen sollte oft gespeichert
werden, da sich dadurch einige Ärgernisse ein wenig kompensieren lassen und es beim nächsten
Laden eventuell besser klappt. Die Feinde sind mitunter extrem treffsicher und strecken gerade
am Anfang den Helden gerne schnell nieder. Da kann der eigene Charakter hinter einem Felsen
kauern, den Feind nicht erreichen und der landet aus 30 oder 40 Metern Entfernung einen Kopftreffer.
Die Wegfindung der eigenen Charaktere ist teilweise sehr schwach. Auch werden Wege mit zunehmender
Entfernung nicht gefunden, obwohl es sich um gerade Strecken handelt. Der Wechsel zwischen Stockwerken
eines Gebäudes klappt auch nicht reibungslos, genauso wie der Übergang zwischen Gebäude & Außenlandschaft,
wobei hier auch noch Ansichtsprobleme dazukommen. In Gesprächen stehen leider nur sehr, sehr
wenige Punkte zur Auswahl und diese beschränken sich nahezu bei allen NPCs auf die gleichen
Möglichkeiten. Nachbesserungsbedarf besteht auch in Sachen Handhabung. Vieles geht einigermaßen
reibungslos, aber leider nicht alles. Da wird dann einfach die Waffe weggeworfen, wenn der neue
Gegenstand nicht mehr ins Inventar passt und die Anwendung von Minen will auch gelernt sein.
In Sachen Balancing wäre es auch gut, wenn der Schwierigkeitsgrad etwas linearer ansteigen würde
und nicht anfangs eine so steile Lernkurve hätte, zudem der Spieler zusätzlich mit zu vielen
Überfällen zu tun hat, die meist auch noch eine ganze Spur zu schwer ausgefallen sind. Gerade
weil der Spieler viel herumreist und Quicksave/-Load häufig betätigt, fallen die Ladezeiten
sehr unangenehm auf.
Präsentation
Grafisch kann Brigade nicht mit aktuellen Spielen mithalten und sieht um Längen schlechter
aus als das mittlerweile gut drei Jahre alte Silent
Storm. Optisch ist das Game hoffnungslos veraltet. Es gibt sehr wenig Abwechslung, die Texturen
sind meist nur gering aufgelöst und die ganze Welt wirkt sehr steril und leblos. Die einzelnen
Sektoren strotzen nur so vor Detailarmut. Immer wieder wurden die gleichen Objekte in der Landschaft
platziert und Innenausstattung in Gebäude gibt es nahezu überhaupt nicht. Einigen Sektoren ist
sehr stark anzusehen, dass diese nur für einen bestimmten Quest oder Auftrag gestaltet wurden
und ansonsten nichts Besonderes bieten. Im Gegenzug haben die Entwickler mehr Wert auf Details
im Kampf und die Action gelegt. Die Waffen der Feinde lassen sich erkennen, Mündungsfeuer blitzt
auf und Patronenhülsen fliegen durch die Gegend. Ein Pluspunkt gegenüber dem optisch deutlich
besseren Silent Storm ist die Performance. Überwiegend läuft das Spiel wunderbar flüssig ab,
lediglich ab und an gibt es kurzzeitig starke Ruckler, die sich auch nicht durch andere Auflösungen
oder Detaileinstellungen beseitigen ließen. Unschön fallen die zahlreichen Ladebildschirme von
einem Sektor zum nächsten auf. Gerade wenn dann auch noch ein oder zwei Überfälle dazu kommen,
zieht sich ein simpler Weg von einer Stadt zur nächsten doch wie Kaugummi hin. Akustisch kann
sich Brigade ebenfalls nicht hervorheben. Die Musik geht einem recht schnell auf die Nerven
und im Kampf ist E-Gitarrenmusik auch nichts für jeden. Dazu kommt, dass die Umgebungsgeräusche
kaum vorhanden sind, die Personen und NPCs sich lediglich in Textzeilen auslassen. Sprachausgabe
gibt es nur für einige Bestätigungen des Charakters wie z. B. "verstanden" oder "Kann die Tür
nicht öffnen". Auch die Waffensound sind für ein kommerzielles Programm für etwa 40€ zu schwach
auf der Brust.
Meinung
Wer bei Brigade auf schnelle Erfolge und einen leichten Einstieg hofft, ist definitiv an
der falschen Adresse. Die ersten Stunden ziehen sich wie Kaugummi und es fallen zahlreiche Fehler
und Mängel auf. Auch die Optik sorgt wohl eher dafür, dass sich potentielle Kunden abwenden.
Doch wer über Mängel hinwegsehen kann, sich Zeit mit dem Spiel nimmt und sich hineinarbeiten
will, der wird nach einiger Zeit auch belohnt. Dann treten die Stärken des Spiels in den Vordergrund,
dann macht es auch immer mehr Spaß mit den Söldnern Sektoren zu säubern und Aufträge zu absolvieren.
Das Spiel bietet eine wahre Fülle an Feinheiten. Egal ob Auswirkungen des Pulsschlags oder Waffenreinigung,
(Runden)Strategiefans bekommen einiges geboten. Wünschenswert wären allerdings einige Patches,
die zumindest die gröbsten Fehler und Mankos beseitigen. Auch wenn das Spiel mit der Zeit immer
mehr Spaß macht, so verhindern die augenblicklichen Mängel eine höhere Wertung.
Geschrieben am 26.09.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
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