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Caesar 4
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 | Info |
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| Autor | | 2 |
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| Gesamt (9 votes) | | 2 |
 |   | | 1.3 |
 |   | | 2.6 |
 |   | | 2 |
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| Name: | Caesar 4 |
| Genre: | Strategie |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2006/10 |
| Publisher: | Vivendi Games |
| Entwickler: | Tilted Mill |
| Offiz. Sites: | Game, Demo |
| Hardware: | 1.6Ghz, 512MB RAM, 128 MB D3D T&L&PixSha., HD 2000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/2000, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Deutsch |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1.2 |
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 | | niedrige und hohe Details |
 | | Caesar 3 (1998) |
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Viel Zeit ist vergangen, viel Wasser durch den Tiber geflossen und einige Aufbaustrategiespiele
sind seit Caesar 3 im Jahre 1998 erschienen. In acht Jahren hat sich zumindest technisch im
PC Bereich einiges getan. Eine mehr als lohnenswerte Gelegenheit ein bekanntes Spielprinzip
ins 3D-Zeitalter zu transferieren. Entwickler Tilted Mill, die schon mit "Kinder
des Nils" gezeigt haben, dass sie ihr Handwerk verstehen und gelungene Aufbaustrategiespiele
entwickeln können, haben sich an Caesar IV gesetzt. Wie gut sich der Klassiker im Jahre 2006
mit 3D Grafik spielt und wo noch Nachbesserungsbedarf besteht, soll das Review klären.
Caesar IV wird in einer DVD Box, die zwei CDs beherbergt, ausgeliefert. Als Kaufanreiz steckt
die DVD Hülle in einer Pappummantelung inklusive Klappcover. Der CD-Key befindet sich gut lesbar
auf dem Cover des Handbuches. Das Handbuch ist mit knapp 40 Seiten für ein Aufbaustrategiespiel
nicht so umfangreich, doch aufgrund der recht klein gewählten Schrift werden alle wichtigen
Punkte des Spiels angesprochen und meist umfangreich erklärt. Außerdem hat der Spieler im Spiel
Zugriff auf eine Enzyklopädie für alle Gebäude und Gameplayfeatures. Nicht geschadet hätte es,
eine Tastaturschablone mit den entsprechenden Shortcuts dem Spiel beizulegen oder zumindest
ins Handbuch zu drucken.
Das Leben als Stadthalter
Auch in Caesar IV ist es wieder die Aufgabe des Spielers als Stadthalter eine anfangs kleine
und unbedeutende Siedlung zur großen Metropole auszubauen. Sind die ersten Bewohner noch recht
anspruchslos und verlangen lediglich nach einigen Grundbedürfnisse, so haben die reichen Patrizier
schon ganz andere, gehobene Anforderungen an die Stadt und den Stadthalter. Allerdings gilt
es nicht nur die Wirtschaft am Laufen zu halten, für Arbeitsplätze zu sorgen und eine große
Stadt aus dem Boden zu stampfen oder Handelsbeziehungen zu knüpfen, auch unterschiedliche Barbarenhorden
bedrohen den Frieden der Stadt und den Wohlstand des römischen Reiches. Insgesamt also viel
Arbeit, die den neuen Stadthalter in seiner Provinz erwartet. Gerade Spieler, die noch keinen
Teil der Caesar-Reihe gespielt haben, werden daher über die Tutorialkampagne sehr dankbar sein.
Aber auch der eine oder andere erfahrene Spieler hat wohl nichts dagegen, sein Wissen um das
Spielprinzip ein wenig auffrischen zu lassen und die Handhabung im vierten Teil der Serie zu
erlernen. Schritt für Schritt werden die Spieler dabei durch die Übungsmissionen geführt. Außerdem
stehen mit der Republik- und Imperial-Kampagne zwei umfangreiche Missionsstränge zur Auswahl,
wobei die imperiale Kampagne erst frei geschaltet werden muss. In beiden Kampagnen kann der
Spieler ganz nach Belieben zwischen einer wirtschaftlichen und kriegerischen Aufgabe wählen.
Während in den militärischen Missionen immer mal wieder Feinde die Stadt bedrohen, muss sich
der Spieler in den friedlicheren Missionen primär um die immer wiederkehrenden Wünsche aus Rom
kümmern. Rom braucht Nahrung oder Rom will Soldaten innerhalb der nächsten Monate bekommen,
wobei der Bedarf danach leider mit der Zeit auch immer größer wird. Werden diese Forderungen
nicht erfüllt, dann sinkt das Ansehen und im schlimmsten Fall rückt das Militär aus Italien
aus, um in der Provinz des Stadthalters für Ordnung zu sorgen. Ganz so ruhig verlaufen die wirtschaftlichen
Missionen somit auch nicht, da es laufend zusätzliche Ziele unter Zeitdruck zu absolvieren gilt.
Ansonsten haben die Missionen immer das Erreichen bestimmter Werte, wie Einwohner, Ansehen,
Wohlstand oder Kultur als Ziel.
Einen Online- oder LAN-Modus gibt es in Caesar IV leider nicht. Der Spieler kann lediglich
gegen die Bestzeiten und Erfolge anderer Spieler antreten. Dazu stehen zwei Spielmodi zur Auswahl
und eine Anmeldung auf der Caesar IV Webseite ist dazu erforderlich. Im Spiel dann online eingeloggt
kann sich der Spieler an den Caesar-Herausforderungen versuchen oder am "Imperium". Für die
Caesar-Herausforderungen muss der Spieler unter Zeitdruck ein Szenario bewältigen. Im Imperialen-Spielmodus
kann sich der Spieler ebenfalls an Szenarios versuchen, allerdings werden diese online übertragen
und sind auf einer entsprechenden Webseite einsehbar, so dass nach und nach eine virtuelles
Imperium entsteht. Auch wenn kein richtiger Mehrspielermodus vorhanden ist, wer den Wettbewerb
liebt, wird lange Zeit am "Onlinemodus" seinen Spaß haben und will möglichst immer bessere Ergebnisse
erreichen. Wem das nicht reicht, der kann mit dem mitgelieferten Editor auch selber neue Missionen
und Kampagnen erstellen oder aber im Internet nach Werken anderer Spieler schauen.
Von einer Kleinstadt zur Metropole
Ganz gleich an welcher Mission sich der Spieler versucht, der Weg zum Sieg ist nicht nur
ein langer und steiniger, sondern beginnt auch immer mit einer unberührten Landschaft. Die Schritte
zum Aufbau einer angehenden Metropole sind zwar immer gleich, doch es gibt zahlreiche Faktoren
zu beachten und auch die Wünsche der Bewohner und die natürlichen Gegebenheiten müssen in die
Planung mit einbezogen werden. Zu Beginn gibt es lediglich eine kleine Straße, worauf neue Bürger
die Stadt besuchen werden. Um ein wenig Leben in die Stadt zu bringen, werden dann auch gleich
die ersten Gebäude errichtet und Straßen angelegt, damit die Grundversorgung sichergestellt
ist. Zuerst gilt es ein wenig Raum für die unterste der drei Gesellschaftsschichten zu bauen,
die Plebejer. Diese stellen die Arbeitskraft für alle niederen Arbeiten. Diese Schicht arbeitet
hart und für wenig Lohn, zahlt allerdings nichts in die Staatskasse, sondern sorgt nur für Ausgaben.
Immerhin wollen die Arbeiter etwas dafür haben, wenn sie auf den Feldern arbeiten, Gebäude reparieren
oder ein Gewerbe betreiben. Obwohl die Plebejer in ihren großen Massenwohnung, den Insulae,
ihr bescheidenes und anspruchsloses Leben führen, haben auch sie einen Wunsch nach einer günstigen
Wohnlage. Zu nah an Betrieben oder Feldern wollen selbst diese Leute nicht leben. Mit einem
Ziehbrunnen für Frischwasser in der Nähe und ein wenig Nahrung im Haus, sind die Leute jedoch
schnell zufriedengestellt. Nahrung wird auf den Feldern erwirtschaftet, wobei das fruchtbare
Land streng begrenzt ist. Ob Korn oder Gemüse angebaut wird oder ob Rinder auf den Wiesen weiden,
bleibt dem Stadthalter überlassen. Jeweils zwei Parzellen kann eine Farm bewirtschaften, die
aus den Erzeugnissen Nahrungsmittel für die Bevölkerung produziert. Diese Nahrung wird im Silo
gesammelt und später auf dem Markt verkauft, wodurch die Grundversorgung der Plebejer sichergestellt
ist. Doch auf Ewigkeit möchte wohl kein Stadthalter nur eine Arbeiterstadt besitzen, insbesondere,
wenn die Staatskasse nicht mehr so prall gefüllt ist. Die Plebejer, also die arbeitende Bevölkerung,
zahlt ja keinerlei Steuern. Lediglich Märkte werfen ein wenig ab, doch dazu werden Steuereintreiber
benötigt. Steuereintreiber und andere Dienstleistungen der Stadt wie Personal für Bildung, Gesundheit
und Religion, werden aus den Reihen der Equites, der Mittelschicht, gestellt. Diese Einwohner
möchten schon ein wenig besser wohnen und haben höhere Ansprüche. Außerdem freuen sie sich über
ein Badehaus in der Nähe und wollen auf Standardwaren wie Kleidung oder Töpferwaren zugreifen
können. Für ein Badehaus wird allerdings auch ordentlich Wasser benötigt, welches über Pumpen
aus dem nahen Fluss über Aquädukte ins Reservoir kommt. Aber auch Unterhaltung und Kultur ist
den Equites wichtig. Entsprechende Theater, Schauspielschulen und andere Unterhaltungseinrichtungen
müssen gebaut und finanziert werden. Das Loch, welches die täglichen Ausgaben in den Staatshaushalt
reißt, wird somit immer größer. Daher ist es wichtig, auch die finanzkräftigen Bürger in die
Stadt zu locken: die Patrizier. Diese Einwohner haben Geld wie Heu, arbeiten nicht, zahlen dafür
aber kräftig. Im Gegenzug haben Patrizier die höchsten Ansprüche und wollen neben den Luxuswaren
auch exotische Güter wie Kosmetik oder Gewürze. Es gilt daher in der Stadt zahlreiche Wünsche
und Vorlieben der Einwohner unter einen Hut zu bringen. Keiner will im Dreck wohnen und es gibt
zahlreiche Möglichkeiten eine schöne Stadt zu errichten. Wege lassen sich aufwendiger pflastern,
Statuen stehen am Wegesrand und Göttertempel sorgen dafür, dass sich diese friedlich verhalten
und nicht die nächste Insula in Brand stecken. Neben dem Leben in der Stadt gilt es sich auch
um zahlreiche Betriebe und Wirtschaftszweige zu kümmern. Nicht zu vergessen sind auch die unterschiedlichsten
Betriebe und Fabriken, wie beispielsweise die Herstellung von Kleidung: Es wird eine Schafweide
benötigt und dazu ein Schaffarm, in der Wolle gewonnen wird. Diese Wolle wird wiederum in Fabriken
zu Kleidung verarbeitet. Über die Tongrube und entsprechende Betriebe (und dem entsprechenden
Markt) landen dagegen Töpferwaren in den Häuser der Leute. In Sachen Kultur und Unterhaltung
bleibt es auch nicht nur bei einem kleinen Theater oder Odeum. Die Einwohner wollen irgendwann
auch eine Arena, Kolosseum und Circus haben. Entsprechend gilt es sich um die Bewaffnung und
das Training von Gladiatoren zu kümmern. Auch hier wachsen Waffen nicht auf Bäumen, sondern
müssen aus Eisen und Wolle (Rüstungen) bzw. Eisen und Holz (Waffen) hergestellt werden. Allerdings
braucht das Militär ebefalls Waffen.
Nicht zuletzt gilt es sich neben den ganzen Betrieben, Festveranstaltungen, Bildungs- und
Gesundheitseinrichtungen auch um die Absicherung der Stadt zu kümmern. Mauern, Stadttore und
Türme sind nicht preiswert und das Militär verbraucht auch einige Nahrungseinheiten pro Monat,
die auf den Feldern gewonnen werden müsssen. In den jeweiligen Forts werden Freiwillige
aus dem Umland in den Militärdienst eingestellt, welche im Angriffsfall die Stadt verteidigen
müssen. Insgesamt wartet somit einiges an Arbeit, wenn die Staatskasse am Ende stimmen und die
Einwohner glücklich sein sollen.
Neben der Stadtkarte gibt es auch noch Ansätze eines Handelssystems. Sollten einige Waren
im Überschuss vorhanden sein oder mehr Luxusgüter benötigt werden, dann ist es an der Zeit mit
dem Handel zu beginnen. Auf einer speziellen Karte werden alle Städte angezeigt, die am Handel
interessiert sind. Welche Waren die anderen Städte kaufen und verkaufen, darauf hat der Spieler
keinen Einfluss. Die Auswahl ist sehr stark eingeschränkt und der Stadthalter muss nehmen, was
er bekommt. Neben Importen von Waren, die im Moment in der eigenen Stadt nur marginal oder gar
nicht vorhanden sind, stellt insbesondere der Export eine gewinnbringende Komponente von Caesar
da. Um den Handel mit einer Stadt zu beginnen gilt es zuerst jedoch noch einen Obolus für die
Eröffnung der Handelsroute zu zahlen, bevor in regelmäßigen Abständen ein Händler (Je nach Zielstadt
per Schiff oder Karren) in die Stadt des Spielers kommt. Wer sich darüber hinaus jedoch mehr
Optionen und Möglichkeiten erhofft, wird enttäuscht. Handel und Diplomatie mit anderen Völkern/
Städten ist im Spiel nur sehr schwach ausgeprägt. Hier besteht enormes Verbesserungspotential
für ein eventuell kommendes AddOn oder aber spätestens für den Nachfolger.
Stolperstein Interface
Gerade Spiele wie Caesar IV, die recht komplex sind, bieten dem Spieler auch Wochen und Monate
nach dem Kauf Unterhaltung. Sie müssen aber eine solide, durchdachte und eingängige Steuerung
haben. Bei Caesar IV ist zwar nicht Hopfen und Malz verloren, doch trotz Hilfen in Form von
Popups, solider Tutorials und einem sehr informativen Handbuch, ist das Interface nicht optimal.
Schon bei der simplen Platzierung von Wohnungen gibt es Verbesserungsmöglichkeiten. Wenn Gebäude
in einer Gegend gebaut werden, die eine zu geringe Attraktivität hat, dann ziehen keine Leute
ein. Über eine Spezialkartenansicht kann sich der Spieler zwar zahlreiche Infos (Von der Wasserversorgung
über Attraktivität bis hin zum Sicherheitsgefühl) in Form farbiger Flächen auf dem Spielfeld
anzeigen lassen, allerdings muss dies manuell aktiviert werden. Dumm nur, wenn in dem Meer an
Farben gar nicht genau ausgemacht werden kann, wo das eigentliche Gebäude stehen wird. "Kleinigkeiten"
wie Gebäudedrehungen werden im Handbuch nur im Nebensatz erwähnt und es gibt weder eine Tastaturübersicht
im Handbuch oder in den Spieleinstellungen. Viele Aktionen des Spiels sind außerdem zu weit
auseinander, so dass der Spieler erst in anderen Menüs nachschauen muss, wodurch sehr viel Klickarbeit
anfällt. Die zahlreichen Berater der Stadt können durch Tabellen und Übersichten nahezu zu allen
Punkten (Wasser, Arbeitskräfte, Ausgaben, etc.) Infos geben, aber diese Infos sind alle "abgetrennt"
vom Gameplay. Wenn der Spieler im Spiel ein Gebäude anwählt, wieso stehen dann beispielsweise
dort nicht die Kosten, welche das Gebäude verursacht oder der Gewinn, der erwirtschaftet wird.
Wieso gibt es nicht ein kleines Infopopup mit Ein-/Ausgaben, wenn der Spieler mit dem Mauszeiger
über den Kontostand geht? Gerade solche Kontextinfos würden sehr, sehr viel Nachschauen ersparen.
Warum wird in der eigentlichen Spielansicht nirgendwo angezeigt, wie es mit der Arbeitslosigkeit
aussieht? Schon Sim City 1 aus dem Jahre 1989 hatte drei kleine Balken, die den Bedarf an weiteren
Gebäuden anzeigten. Aber es gibt auch schöne Features der Steuerung. Es gibt kleinere Infopopups
bei den Gebäuden, die Struktur der Menüs ist sehr gut gelungen und - mit eben etwas Suche -
lassen sich alle Infos finden und genau nachschauen, warum etwas nicht stimmt. Zusätzlich gibt
es ein Ingame-Nachschlagwerk, welches zu allen Gebäuden und Objekten Erläuterungen und Querverweise
bereithält. Entweder ist es jedoch ein Bug oder ein Feature, aber manche Klicks auf das "Fragezeichen"
eines Gebäudes bringen einen nicht zum direkten Eintrag bzw. zu einer groben Übersicht, bei
dem ein detaillierter Eintrag scheinbar fehlt. Stark verbesserungswürdig ist auch der komplette
Militärpart, der jedoch glücklicherweise stark vernachlässigt werden kann. Steuerung, KI und
Möglichkeiten der Armeen sind extrem bescheiden. Von Befehlsverweigerung bis hin zu umständlichster
Wegsuche und Feindverfolgung über die ganze Karte ist alles dabei, was man sich NICHT wünscht.
Der ruckelige Weg zum Sieg
Grafisch ist der Sprung in die dritte Dimension sofort ersichtlich. Caesar IV zaubert in
der Hinsicht eine wirklich sehr schöne und stimmige Grafik auf den Schirm. Insbesondere in der
höchsten Detailstufe macht eine florierende römische Siedlung einen ausgesprochen guten Eindruck.
Die Bauten sehen schön und realistisch aus, auf den Straßen wuseln die Leute herum und ansehnliche
Lichteffekte sorgen für ein stimmiges Gesamtbild. Doch die Präsentation hat auch einige Schattenseiten.
Je näher der Spieler die Ansicht heranzoomt, desto stärker fallen einige sehr unschöne und wenig
detailliert gestaltete Texturen auf. Auch die einzelnen Figuren verlieren einiges an Reiz und
zeigen erschreckend wenig Polygone und matschige Texturen. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede
bei den Figuren. Einige bewegen sich animiert durch die Straßen, andere hingegen rutschen als
Standbild herum. Aber auch bei der Wasserdarstellung in den Aquäduktleitungen kommt es zu unschönen,
fehlerhaften Darstellungen, wenn beispielsweise auf einigen Metern kein Wasser angezeigt wird.
In der höchsten Qualitätsstufe wird allerdings kaum jemand Caesar IV wirklich lange spielen
(wollen). Schon bei wenigen Gebäuden und Einwohnern sackte die Performance in den einstelligen
Bereich. Mit verringerten Details geht zwar ein wenig Atmosphäre flöten, allerdings läuft das
Spiel merklich besser. Die Geräuschkulisse von Caesar IV ist eher bescheiden gehalten. Abgesehen
von akustischen Signalen für bestimmte Spielsituationen gibt es lediglich unterschiedliche römisch
klingende Melodien. Diese sind jedoch recht stimmig und auch bei längerer Spielzeit durchaus
zu ertragen. Sprachausgabe gibt es auch, allerdings lediglich beim Missionsbriefing und bei
der Konsultierung des Beraterstabes.
Meinung
Caesar IV ist ein solider Sprung in die 3D Welt. Gerade wenn man sich mit einigen Details
weniger zufrieden gibt, dann steht dem Langzeitspielspaß wenig im Wege. Abgesehen von der schwachen
Kampf-KI, die jedoch in Wirtschaftsmissionen nicht im Vordergrund steht, ist das größte Ärgernis
das Interface. Hier haben sich die Entwickler leider nicht groß vom Rest der Aufbaustrategiespiele
abgehoben und viele Funktionen und Infos sind nur über zusätzliche Klicks zu erreichen. Entsprechend
richtet sich Caesar IV an erfahrene Zocker und weniger an Neueinsteiger. Doch wenn der Aufbau
erst einmal in Schwung gekommen ist, die Wirtschaft brummt und ordentlich Steuereinnahmen in
die Staatskasse fliessen, dann vergeht die Zeit wie im Flug. Dank Editor und Internet sollte
der Nachschub an Szenarien auch in Zukunft nicht abreißen.
Geschrieben am 17.12.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
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