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C&C Renegade
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 | Info |
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| Autor | | 3+ |
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| Gesamt (123 votes) | | 2+ |
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| Team (2 votes, siehe hier) | 2 |
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| Name: | Command&Conquer - Renegade |
| Genre: | Egoshooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2002/02 |
| Publisher: | Electronic Arts |
| Entwickler: | Westwood Studios |
| Links: | Planet C&C |
| Hardware: | 400Mhz, 96MB RAM, 16MB 3D-Karte D3D, HD 750 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | nein |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1.037 |
| USK: | 16 |
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Durchwachsene aber unterhaltsame FPS-Action im C&C Universum.
Command & Conquer sollte eigentlich jeder kennen, der sich auch nur annähern
mit Computerspielen beschäftigt. Der 1995 erschienene erste Teil war ein
Meilenstein für die, in den Jahren darauf folgenden, Echtzeitstrategiespiele.
Bis heute hat die C&C Serie leider im Strategiebereich stark nachgelassen.
So hat z. B. Generals mit der eigentlichen C&C-Welt nichts mehr zu tun
(Erstklassige Videos, Kampagne mit Story & dem Erzabbau) und ansonsten
haben die ehemaligen Westwood Studios nur ein mal versucht, mehr aus C&C
zu machen: Herausgekommen ist Renegade, quasi ein 3D Shooter auf einer
C&C-Map.
Als das Spiel 2002 herauskam, war es leider nicht der erwünschte Verkaufs-
und Wertungshit, doch mittlerweile gibt es das gute Stück für nur 10€
in der Softwarepyramide. Der Preis ist allemal gerechtfertigt und sinnvoll
investiert. Warum? Das soll der folgende Test zeigen.
Story: Die Story des Spiels greift mal wieder auf ein klassisches
Muster zurück. Die Bösen (NOD) versuchen durch Experimente (mit Tiberium)
an Menschen eine Art Supersoldaten zu erschaffen (Hat ja schon lange keiner
mehr versucht ;)), um damit die lästige GDI zu beseitigen und die alleinige
Herrschaft zu übernehmen. Zu diesem Zweck wurden einige Wissenschaftler
entführt, u. a. der bekannte Professor Möbius und seine Tochter, um für
die NOD gezwungenermaßen an diesen Experimenten mitzuarbeiten. Doch die
GDI setzt auch auf eine Art Spezialwaffe in Form des Spielers. Dieser
übernimmt die Geschicke des GDI Einzelkämpfers Captain Nick "Havok" Parker
(Der auch von der GDI nicht gerade geliebt wird, da er doch ein recht
freches Mundwerk und eine starke Eigenseitigkeit gegenüber Vorgesetzten
hat.). Havok macht sich gleich darauf auf, die Wissenschaftler zu befreien
und die Experimente von NOD zu beenden. Dabei kämpft er jedoch nicht nur
gegen normale NOD Einheiten, sondern u. a. auch gegen die Schwarze Hand,
Panzer und eine ehemalige GDI Kämpferin. Letztgenanntere sorgt auch für
einige recht amüsante Wortgefechte zwischen den beiden.
Grundlegendes zum Spiel: Im Grunde genommen ist Command & Conquer
Renegade ein ganz gewöhnlicher Egoshooter, der jedoch im Command & Conquer
Universum angesiedelt ist. Das bedeutet für den Spieler im Klartext, daß
er u. a. endlich mal selber eine Kampfbuggy oder Mammutpanzer steuern darf
und bei NOD so richtig aufräumen kann. Die Areale wirken wie 1 zu 1 aus
dem Echtzeitstrategiespiel (Nur eben aus der Ego-Ansicht) übertragen und
bis hin zum Ionenschlag ist alles vorhanden, was eine knackige Partie
C&C ausmacht. Überall um einen herum wird gekämpft: Panzer greifen an,
Luftunterstützung kommt und Abwehrstellungen, wie z. B. ein Obelisk, müssen
überwunden werden. Aber es gibt auch einige kleine Neuheiten im Gegensatz
zum normalen Egoshooterverlauf. So gibt es oftmals in den Missionen die
bekannten C&C Basen, doch diese sind genauso produktiv wie man es auch
der Echtzeitvariante kennt, sprich es kommen laufend neue Einheiten heraus.
Doch diese Gebäude können auch ausgeschaltet werden, dazu muß der Spieler
allerdings erst in das Gebäude eindringen und ganz unten am Hauptcomputer
eine Sprengladung anbringen und diesen zerstören. Insgesamt wird man sich
über Langeweile im Spielverlauf nicht beklagen können. Außerdem hat man
jederzeit Zugriff auf das sehr leistungsstarke "EVA-Terminal", wo neben
einer Karte Infos zu den Gegner, Waffen & den Missionszielen zu finden
sind.
Action, Action & noch mal Action: Command & Conquer Rengeade ist
ein Spiel, in dem es vom Anfang bis zum Ende Action fast nonstop gibt.
Das fängt mit einem Überfall auf einen Konvoi an und endet damit, daß
Havok allein einen NOD-Tempel säubert. Die Verluste der NOD Truppen sind
dabei beachtlich und erreichen in den Missionen immer deutlich über 150
Einheiten, wenn nicht sogar an die 300. (Ist ja schon fast Serious Sam
Standard.) Das rührt daher, daß der Gegner eigentlich permanent - in fast
allen Missionen - Verstärkung bekommt. Aus Nebenräumen, per Truppentransporter
oder Hubschrauber wird Nachschub in rauhen Mengen herbeigeschafft und
die Fabriken haben auch einen enormen Ausstoß. Manche Gegner spawnen jedoch
auch einfach mal hinter dem Spieler und sorgen für unangenehme Überraschungen.
Um überhaupt eine Chance gegen die vielen Gegner zu haben, sollte der
Spieler auf jeden Fall die Nachschubwege des Gegners beseitigen. Eine
zerstörte Kaserne (Hand von NOD) oder ein beseitigter Heliport wirken
Wunder und erleichtern das Überleben enorm. Aber auch ein solide gepanzertes
Fahrzeug hilft sehr und sorgt auch gleichzeitig noch für etwas Schutz.
Oftmals kommt Havok jedoch auch in ein Gebiet, wo bereits ein erbitterter
Kampf tobt. Sei es zwischen NOD und GDI oder gegen Widerstandskämpfer.
Allerdings halten es die "befreundeten" Truppen meist nicht lange aus
und Havok muß sich allein um den Rest kümmern. (Daß die GDI auch
mal etwas ohne Havok schafft, kann man bei den Schlachten gar nicht glauben.)
Die Missionen: Neben einem ordentlichen und umfangreichen Tutorial,
wo einem nicht nur der Umgang mit den Waffen, sondern auch die Fahrzeugsteuerung
& Gebäudesabotage beigebracht wird, bietet Command & Conquer Renegade
zwölf, zum Teil doch extrem große, Missionen. Dabei hat sich Westwood
alle Mühe gegeben diese so spannend und abwechselungsreich wie möglich
zu gestalten. Und bis auf zwei gleiche Missionen, in denen man jeweils
"flüchten" muß (Einmal aus einer Basis mit Professor Möbius und einmal
durch eine Stadt in der heftig gekämpft wird) hat Westwood dies auch sehr
gut hinbekommen. Keine Mission ist da wie die andere. Mal kämpft man in
einer Wüste, ein anderes Mal fängt der Kampf an einer beschaulichen kleinen
Basis am Wasser an, erstreckt sich über kleine Inlandabschnitte und endet
im Gebirge. Ansonsten verschlägt es den Spieler noch in Schneeregionen,
unterirdische Forschungsstationen, ein NOD Schiff und sogar der Tempel
von NOD steht auf dem Besuchsprogramm von Havok. Insgesamt sind die Missionen
zwar alle sehr linear gehalten, doch es gibt immer wieder ein oder andere
Abzweigung bzw. Seitenbereich auf der Map. Somit hat man z.T. wirklich
das Gefühl durch eine große Karte zu laufen, allerdings sind dafür viele
Innenabschnitte auch sehr eintönig gestaltet und insbesondere die sehr
großen Innenbereiche von Gebäuden sind recht häßlich gestaltet und sehen
überall gleich aus. Somit wird man erst mal eine Weile brauchen bis man
die entsprechende Konsole gefunden hat, um das Gebäude lahm zu legen.
Doch dadurch, daß man sehr viele optionale Ziele neben dem eigentlich
Hauptziel einer jeden Mission hat, fallen diese Mankos gar nicht so sehr
auf. Insbesondere dadurch, daß sich manche Probleme auch auf mehrere Arten
lösen lassen. Will man z. B. ein Gebäude ausschalten, so kann man auch
einen herrenlosen Panzer nehmen und das Gebäude zu Schutt verarbeiten
(So lange kein Arbeiter im Gebäude ist und dies repariert). An einer andern
Stelle in der Kampagne soll man beispielsweise einen Obelisken beseitigen.
Man kann sich nun zwar an diesen heranpirschen (über Tunnel) oder aber
es wird schnell mal das Kraftwerk ausgeschaltet. Aber auch die vielen
andern Sekundärziele bzw. Bonusziele bringen Abwechselung und können das
Spiel mitunter sehr erleichtern. So gibt es mal eine Extraheilung oder
aber ein zusätzliches Fahrzeug. Beseitigt man beispielsweise die Luftabwehranlagen,
so wird der Rest dahinter von einem Luftangriff aufgeräumt und man muß
nur noch mal kurz in Deckung gehen. Aber auch eine Kaserne weniger oder
ein fehlender Heliport der NOD reduziert mitunter erheblich den Truppennachschub.
Lediglich einige Missionen, die überwiegend bzw. ganz in einem Gebäude
spielen, machen nur bedingt Spaß, da insgesamt bei der Inneneinrichtung
bei Westwood gespart wurde. So wirkt dort alles sehr detailarm (Stichwort
Block-Gänge) und längst nicht mit so viel Liebe zum Detail entworfen,
wie bei den Außenlandschaften. Für die 12 Missionen des Spiels benötigt
der Durchschnittsspieler im normalen Schwierigkeitsgrad im Schnitt etwa
jeweils eine bis anderthalb Stunden pro Mission. Zusätzlich zu den Reloads
im Spiel beträgt die Spielzeit im SP somit zwischen 20 und 25 Stunden
(Kommt auch darauf an, wie sehr man die Maps nach Goodies und Geheimräumen
absucht.)
Die Waffen & Fahrzeuge: Insgesamt kann der Spieler auf ein sehr
umfangreiches Waffen- und Fahrzeugarsenalarsenal im Spiel zurückgreifen.
Waffentechnisch ist alles dabei, was man sich nur vorstellen kann. Pistolen,
Schnellfeuergewehre, Scharfschützengewehre, Flammenwerfer und der obligatorische
Raketenwerfer. Dazu kommen noch einige etwas ausgefallenere Waffen, ein
Tiberiumgiftgewehr, Tiberiumhochgeschwindigkeitsgeschosse, Lasergewehre
& Elektroschocker und natürlich die Lösung aller Probleme, der Ionenschlag.
Granaten und Sprengsätze runden das Arsenal ab. So umfangreich sich das
nun anhört, so sehr kann es täuschen. Im gesamten Verlauf des Spiels hat
sich jedoch herausgestellt, daß man mit einigen wenigen Waffen am Besten
vorankommt und sich manche sogar nur wenig eignen. Der beste Freund des
Spielers ist das Schnellfeuergewehr bzw. die etwas schwächere Variante
davon. In beiden Fällen kann man auch auf große Entfernung die Gegner
schnell und problemlos beseitigen. Selbst Fahrzeuge stellen mit dem Schnellfeuergewehr
kein zu großes Problem dar. Und Munition für diese beiden Waffen findet
man reichlich, da auch fast jeder Gegner welche hinterläßt. Alternativ
kann man die Fahrzeuge auch mit dem Raketenwerfer ausschalten, mit dem
man ansonsten noch recht effektiv gegen Geschütztürme vorgehen kann. Lediglich
gegen Ende des Spiels fällt das Lasergewehr und der Elektroschocker noch
sehr positiv, da effektiv, auf. Hiermit sind auch die stärksten Gegner
blitzschnell beseitigt. Die anderen Waffen sind da weniger hilfreich.
Das Sniper braucht man kaum, da die Gegner selten auf irgendwelchen Türmen
stehen und andernfalls kann man sie über die "Standardwaffen" auch recht
schnell und problemlos über den Jordan jagen. Flammen- und Tiberiumwerfer
sind nur im Nahkampf zu gebrauchen (Wer hätte das gedacht;) und selbst
da sind sie recht "langsam" in der Wirkung und anderen Waffen in der Effektivität
unterlegen. Lediglich gegen Fahrzeuge und kleine Gebäude kann man sie
munitionssparend einsetzen. Die Tiberiumwaffen sorgen dann auch noch für
die ein oder andere Mutation bzw. heilen sogar Tiberiumtruppen. Ansonsten
gibt es noch, die aus anderen Spielen bekannten Rüstungen & Heilungen
in unterschiedlichen "Stärken". Allerdings muß man sich mit dem Aufsammeln
beeilen, da sich alle von den Gegnern hinterlassenen Waffen und Ausrüstungen
schon nach wenigen Augenblicken einfach auflösen. Fahrzeuge gibt es reichlich
im Spiel. Zwar kann Havok nicht alles steuern, was auf der Karte rumsteht,
doch die Möglichkeiten sind dennoch groß. Es gibt Kampfbuggies, kleine
Panzer & Truppentransporter, Flamman- und Mammutpanzer und sogar den NOD
Tarnpanzer in den Missionen. Im Mehrspielermodus kann man in den "Air"
Maps auch noch einen Kampfhubschrauber fliegen. Die steuerbaren Fahrzeuge
orientieren sich an den typischen, aus den Spiel bekannten, C&C Merkmalen
und haben alle ihre Stärken und Schwächen. Keins der Fahrzeuge ist unzerstörbar,
sondern hat nur einige Hundert Hitpoints, die mitunter schneller runtergehen,
als man zuschauen kann. Froh sein kann Havok, wenn er im Mammut sitzt,
dieses heilt sich auch in diesem Spiel. Ebenfalls aus C&C bekannt ist
die Möglichkeit die Gegner zu überfahren, allerdings braucht man bei Renegade
einen ordentlichen Schwung, sprich eine Mindestgeschwindigkeit, um aus
einem Fußsoldaten eine Briefmarke zu machen, ansonsten kann ein Mann nicht
vom stärksten Mammut überrollt werden. Insgesamt lassen sich die Fahrzeuge
zwar recht ordentlich und leicht steuern (Man sollte in den Optionen einstellen,
daß sich das Bild mit dem Geschützturm dreht.), doch zum einem ist das
Treffen nicht so leicht und zum andern werden einige kleine Hindernisse
zum unüberwindbaren Problem. Beim Zielen ist es mitunter alles andere
als leicht eine kleine Einheit mit einer Rakete zu treffen. Auf die Entfernung
geht es noch, aber sobald sich diese dem Panzer nähert, kann der Treffer
zu Qual werden, da die Rakete nie da ankommt, wo man sie hinhaben will.
Des weiteren machen manche kleine Hindernisse große Probleme. Über kleine
Steinchen fährt das Fahrzeug anstandslos, aber wenn man kleine Hindernisse
z. B. streift, dann bleibt man sofort hängen. Aber auch Decos, wie Kisten
verhindern mitunter jegliche Bewegung und die kleinsten Straßenblockaden
werden zu unüberwindbaren Hindernissen. Ein Tor kann nur von der anderen
Seite geöffnet werden und bleibt auch nach einem Dauerbeschuß des Mammuts
bei 100% Integrität.
Die Gegner & Begleiter: Es gibt zwar eine ganze Reihe an Gegner
im Spiel, allerdings sind die sichtbaren Unterschiede im Spiel kaum zu
erkennen. Zum einen liegt dies daran, daß die Gegner recht klein
sind (Der Spieler ist auch im Panzer, etc. unterwegs und man läßt kaum
einen Gegner zu nah an sich herankommen) und zum andern sind die Gegner
oftmals nur schwerlich zu erkennen. Insbesondere in Gebäuden verstecken
sich die roten (dunkel) Gegner gerne in düsteren Ecken des Raum. Wenn
man nicht gerade mit einem sehr hohen Gammawert spielt, wird man mitunter
nur einen Schuß ins "Schwarze" riskieren können. Auch treten viele Gegner
in etlichen Variationen, sprich unterschiedlichen Waffen, auf. Es gibt
die verschiedenen Fußtruppen, NOD Elitekämpfer (Schwarze Hand), Offiziere
& Tiberiumsoldaten. Dazu kommen noch Fahrzeuge (Panzer, Hubschrauber)
und Abwehrtürme, (Raketenturm oder Obelisk). Dafür bluten die Gegner auch
in der deutschen Version in rot. Was jedoch keiner der Gegner hat, das
ist AI. Die scheint es nicht ins Spiel geschafft zu haben. Anders ist
das Verhalten nicht zu erklären. Die Gegner stehen mitunter einfach nur
da, feuern eventuell auch auf den Spieler und warten ansonsten auf ihren
Exitus. Sie laufen gerade auf den Spieler zu. Verstecken oder irgendwelche
anderen Manöver sind ihnen fremd. Oftmals wird der Spieler auch erst im
letzten Moment, bzw. wenn man anfängt auf sie zu feuern, bemerkt. An anderen
Stellen wird man jedoch schon aus Hunderten von Metern erkannt, selbst
wenn es dunkel ist. Sehr kuriose Sachen habe ich auch gegen Ende des Spiels
bemerkt. Da steht man vor einer Drehtür, die Gegner kommen angerannt und
kommen einzeln durch die Tür. Daher sind die gefährlichen Gegner im Spiel
die, die plötzlich hinter dem Spieler gespawnt werden, wenn man einen
bestimmten Punkt erreicht, ein Munition aufhebt, etc. Bei den Fahrzeugen
ist ein ähnlich schwaches Verhalten zu beobachten. Die Panzer bewegen
sich selten auf den Spieler zu oder in Deckung und eigentlich nur, wenn
ein Script dies vorgibt (Sieht man daran, daß die Panzer von irgendwo
angerollt kommen.) Der Hauptpreis für die dümmste KI geht jedoch an die
befreundeten Truppen. Soll man mit den Kumpels z. B. in der einen Missionen
einen Wissenschaftler eskortieren, so bleiben die Jungens immer schön
hinter einem und kommen erst nach, wenn ein Script dies wieder fordert.
Anweisungen kann man ihnen keine geben. Doch der Hammer ist die KI von
Leuten, die man beschützen muß. Es mag ja sein, daß diese nicht so viele
Waffen zu tragen haben, wie das Muskelpaket Havok, aber wieso rennen diese
immer vor? Und das auch noch in einer Geschwindigkeit, die jeden 100m-Läufer
vor Neid erblassen lassen würde. Zum Glück gibt es nur drei Missionen,
wo eine Person eskortiert werden muß, doch diese Missionen sind auch die
schwersten. Nicht wegen der Gegnerstärke, sondern weil der Begleiter jeweils
direkt in die Gegnerhorde läuft und dort wartet. Sobald dann die Luft
rein ist, läuft er sofort weiter.
Grafik: Die Grafik ist ein zweischneidiges Schwert bei Renegade.
Zwar hat die Engine schon einige Jahre auf dem Buckel und zum andern ist
Grafik nie und nimmer alles in einem Spiel, aber dennoch gibt es sehr
große Qualitätsschwankungen. Generell sind die Außenlandschaften sehr
gut gelungen. Zwar kann die Grafik nicht mit UT2003
mithalten, doch dafür das die Außenmissionen eine enorme Sichtweite haben
und der Spieler dort neben riesigen Gebäuden gegen viele Fahrzeuge und
Gegner gleichzeitig kämpft, ist die Engine erstaunlich flott. Aber auch
viele kleine Details findet man in den Außenmissionen. Die Texturen sind
hier qualitativ deutlich besser als in Innenräumen, wenn auch nicht allzu
hochauflösend. Doch es gibt sogar kleine Details wie Asche und Dreck in
der Luft, wenn eine Atombombe eingeschlagen ist. Genauso ist der Ionenschlag
grafisch sehr eindrucksvoll in Szene gesetzt. Die Fahrzeuge und Gebäude
auf der Karte wirken auch sehr gut gelungen und man hat einfach das Gefühl,
sich auf einer C&C Karte zu befinden, wie in der Strategieversion. Alle
Gebäude können - ohne Ladezeiten - betreten werden. Allerdings sind
diese alles andere als schön gestaltet. Dazu kommt noch, daß die Gebäude
innen sehr, sehr groß sind, gleichzeitig jedoch überall irgendwie gleich
aussehen. So viele Aufzüge & Türen sind doch anfangs arg verwirrend. Dort
den Computer zu finden, mit dem das Gebäude "deaktiviert" werden kann,
ist nicht einfach, wenn man nicht schon mehrfach drin war. NOD scheint
zudem die Stromrechnung nicht bezahlt zu haben, da die Gebäude innen doch
sehr dunkel sind, aber vielleicht sollen damit auch die wenigen Details
und blockigen Räume vertuscht werden. Ansonsten haben die Gebäude jedoch
auch einen ordentlichen Wiedererkennungswert. Daß die Innenräume
so "trist" sind, kann ja noch entschuldigt werden, wenn es nur bei den
Standardgebäuden wäre. Aber Missionen, die komplett bzw. überwiegend unterirdisch
sind, strotzen vor Detailarmut. Die Räume wirken z.T. oftmals wie aus
den Anfängen der 3D Shooter. Lediglich die letzte Mission ist grafisch
besser gestaltet. Die Charakermodels sind zwar nicht so detailliert wie
in aktuellen Titeln, doch im Kampf bemerkt man das nicht allzusehr und
außerdem trifft man dort die Gegner in Massen und da ist eine flotte Darstellung
wichtiger. In den Zwischensequenzen in Spielgrafik macht sich das jedoch
schon etwas negativ bemerkbar. Diese Sequenzen sind doch eine Ecke schlechter,
als die vorgerenderten. In der Nahansicht offenbart das Spiel leider seine
grafischen Schwächen. Aber auch die vorgerenderten Sequenzen sind nicht
überwältigend. Diese wirken zwar besser als die in Spielgrafik, doch insgesamt
vermißt man auch hier viele Details, die z. B. schon Blizzard bei StarCraft
geboten hatte.
Sound: Der Sound in Renegade ist für eine Deutsche Version relativ
gelungen. Die Musik ist klasse und niemals nervig. Und da ansonsten immer
ordentlich was auf der Karte los ist, kracht & donnert es fast immer und
da gibt es bei der Sounduntermalung nichts zu bemängeln - man fühlt
sich wie mittendrin. Allerdings sind die Sprecher nicht ganz so überzeugend,
wie man es sich gewünscht hätte. Wohingegen jedoch die Übersetzung generell
recht ordentlich geworden und Havok gibt ansehnliche und z.T. erheiternde
Kommentare von sich, doch so ganz will der Begeisterungsfunken bei der
Sprachausgabe nicht überspringen. Dazu wirken die Sprecher etwas zu unmotiviert
und eintönig.
Steuerung & Optionen: Die komplette Steuerung läßt sich bei Renegade
individuell an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Standardmäßig ist die
Steuerung auf WASD eingestellt. Springen, wechseln der Waffen, etc. alles
bekannt und unverändert. Lediglich die Sprunghöhe von Havok wundert doch
sehr. Wer X Kilo an Waffen mit sich rumtragen kann und Panzertreffer aushält,
der sollte wohl in der Lage sein, 20cm hoch zu springen. Es ist somit
kein Witz, der Spieler kann in Renegade noch nicht einmal auf / über die
kleinste Mauer, Wall, etc. hüpfen. Selbst eine leichte Erhöhung muß per
1 Stufen-Treppe genommen werden. In Fahrzeugen wird der Geschützturm (und
auf Wunsch auch die Sicht) mit der Maus gesteuert und mit den Tasten das
Fahrzeug manövriert. Zusätzlich gibt es noch eine ganze Reihe an Hotkeys,
die zu den vielen Informationsbildschirmen führen. Zum einen gibt es eine
sehr detaillierte, zoombare Karte. Auf dieser Karte sind neben Gebäuden
sogar die Zielpunkte eingetragen. Selbst wenn die Missionen doch so linear
sind, daß man die Karte eigentlich nie bracht, so ist sie dennoch gut
gemacht und sieht aus, wie die Draufsicht in "C&C - Der Tiberiumkonflikt".
Dazu gibt es noch einen Informationsbildschirm, wo man sich den jeweiligen
Status der vielen Ziele ansehen kann. Da es neben dem Hauptziel mitunter
10 oder mehr Nebenziele gibt, verliert man nie den Überblick. Zusätzlich
zu einer Kurzbeschreibung findet man hier auch immer noch einen kurzen
Hinweis, sollte man bei den Anweisungen was verpaßt haben. Dazu gibt es
dann noch Informationen zu allen Gegner, Fahrzeugen & Gebäuden auf die
man im Spiel bereits gestoßen ist. Eine weitere Infoseite listet dann
Statistiken auf, wie z. B. die Spielzeit, ausgeschaltete Gegner, Trefferquote/-bereiche
und vieles mehr. Am Ende jeder Mission gibt es noch eine Abschlußauflistung
mit Bewertung. Der Spieler wird durchaus sehr motiviert, Renegade auf
einem möglichst hohen Schwierigkeitsgrad durchzuspielen. Vor den Missionen
gibt es auch noch immer einige missionsspezifische Hinweise, die insbesondere
für Anfänger recht hilfreich sind und bei den Ladebildschirmen angezeigt
werden. Westwood hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet und versorgt
den Spieler mit vielen zusätzlichen Infos. Auch das HUD im Spiel ist sehr
ordentlich, übersichtlich und hilfreich geworden. Neben einer sehr platzsparenden
Anzeige von Gesundheit und Schilden auf der einen und der aktuellen Waffe
und Munition auf der andern Seite, hat der Spieler noch einen Kompaß &
Radar zur Hilfe. Aufgesammelte Gegenstände werden rechts aufgelistet und
in der oberen rechten Ecke findet man alle aktuellen Ziele als Symbol
mit einem Pfeil und der entsprechenden Entfernung. Treffern werden durch
die Schussrichtung angezeigt. Trotz all dieser Informationen nimmt das
HUD jedoch nur einen sehr kleinen Teil des Bildschirms ein. Die restlichen
Menüs des Spiels sind übersichtlich gelungen. Speichern kann man zum einen
jederzeit (Quicksave und "normal" im Spielmenü) und außerdem werden auch
am Anfang der Missionen Autosaves angelegt, so daß man Lieblingsmissionen
leicht erneut spielen kann.
Der Mehrspielermodus: Der Mehrspielermodus von C&C Renegade bietet
zwar nur einen einzigen Spielmodus, dafür ist dieser auch sehr interessant.
Doch vorweg einige Kleinigkeiten. Es gibt zwar einen offline Übungsmodus
für den MP, allerdings nur auf einer einzigen Karte und selbst dort sind
die "Bots" nicht zu gebrauchen. Nur im Internet oder LAN mit genügend
Spielern ist der MP ordentlich nutzbar. Beim Mehrspielermodus wird auf
etwa 10 Karten zurückgegriffen, die alle nach dem gleichen Prinzip aufgebaut
sind. Jedes Team hat eine jeweils gleichgroße Basis. Jede dieser Basen
ist eine aus C&C bekannte, funktionierende Maschinerie. Das Kraftwerk
sorgt dafür, daß die Abwehranlagen funktionieren und die Gebäude schneller
produzieren. Die Raffinerie sorgt für einen konstanten Rohstofffluß und
der Erzsammler ist auf der Map unterwegs und bringt Tiberium in 500 Einheiten-Lieferungen
zur Basis. Von diesem Geld werden die Ausrüstung & Fahrzeuge eines Teams
finanziert. Alle Spieler eines Team müssen aufeinander Rücksicht nehmen
und auch noch "Geld" für die andern überlassen und nicht nur an sich denken.
Es muß also zum einen die eigene Basis beschützt werden (Auch der Erzsammler)
und die des Gegners ausgeschaltet werden. Am wichtigsten ist es den feindlichen
Rohstoffzufluß zu unterbinden. Sabotage an der Raffinerie ist damit einer
der möglichen Schlüsselfaktoren. Aber auch die Abwehranlangen und gegnerischen
Fahrzeuge sind zu beachten. Teamplay ist also auf jeden Fall gefordert,
wenn ein Team die Absicht hat zu gewinnen. Angeschlagene Gebäude und Fahrzeuge
kann der Ingenieur jederzeit reparieren. Sobald ein Gebäude jedoch komplett
ausgeschaltet ist, machen sich sofort die Nachteile bemerkbar. Sobald
beispielweise das Kraftwerk weg ist, fallen die Verteidigungsanlagen aus
und die Preise steigen an. Ohne Raffinerie kann eine Basis ganz schnell
ausgetrocknet werden. Trotz dieser wirklich sehr guten Idee, hapert es
in Renegade an einem ganz wichtigen Punkt. Die beiden Parteien sind unausgewogen.
Und es sind die GDI, die das Nachsehen haben. Diese haben neben den normalen
kleinen Geschütztürmen einen Raketenturm, die NOD-Basis hat dagegen einen
Obelisken. Allerdings ist die Trefferquote des Obelisken bei 100% und
der GDI Turm ist da schon schwächer und kann sich nicht wehren, wenn der
Gegner direkt davor steht. NOD muß also nur schnell mit dem Flammenpanzer
direkt an den Turm fahren und in wenigen Augenblicken ist der Geschützturm
beseitigt und der Weg in die GDI Basis praktisch frei und deutlich in
der Verteidigung geschwächt. Ansonsten unterscheiden sich NOD und GDI
nur in Details. Die GDI produzieren Fahrzeuge in der Waffenfabrik, während
die NOD diese am Flughafen geliefert bekommen. Beiden Seiten steht im
Spiel auch die jeweilige Superwaffe (Ionenstrahl & Atombombe) zur Verfügung.
Die insgesamt etwa 10 Maps im Mehrspielermodus sind alle recht abwechslungsreich
(Basis in der Stadt, auf einer Inselgruppe, in der Wüste, Berglandschaft,
etc.) und es gibt immer mehr als einen Weg in die andere Basis.
Meinung: Command & Conquer Renegade ist sehr durchwachsen, aber
für einen Einstieg ins Shootergenre von Westwood auf jeden Fall sehr gelungen.
Die Missionen der Einzelspielerkampagne sind sehr abwechselungsreich und
ich fand das Gefühl einfach klasse, C&C mal "mittendrin" zu erleben. Überall
war immer was los in den Missionen, außerdem konnte man seine "Lieblinge",
wie z. B. den Mammutpanzer, endlich selber steuern. Die Gegner sind zwar
zahlreich, aber leider nur Kanonenfutter gewesen und etwas mehr Abwechselung,
sprich mehr Möglichkeiten bei den Missionen wäre schön gewesen. Da helfen
auch noch so viele Missionsziele nicht. Ein Renegade mit Geo-Mod-Engine
(Red
Faction) wäre da schon deutlich besser gewesen. Daß mich ein
kleiner popeliger Zaun darin hindert, mit dem Panzer weiter zu kommen
ist schon ärgerlich, genauso wie die Tatsache, daß Havok so gut wie gar
nicht springen kann. Die etwas schwache Grafik kann ich zum Großteil verzeihen.
In den Außenmissionen stört mich diese kein bisschen, da hier auch ordentlich
was aus der Engine rausgeholt wurde. Die Größe der Karten und die vielen
begehbaren Gebäude sind schon klasse. Weniger toll sind da schon die öden
Innenlevel. Hier mußte es wohl schnell gehen. Warum sind die unteren Bereiche
der normalen Gebäude so groß und langweilig? Aber auch die reinen Innenmissionen
lassen viele Details vermissen. Wenn man da Details der Außenmissionen
mit der Inneneinrichtung vergleicht, dann könnte man meinen, daß
ein Praktikant den Level gebaut hat. Aber die coolen Sprüche von Havok
und die nächste Außenmission motiviert dann doch zum Weiterspielen. Lediglich
über das sehr schwache Ende wundert man sich. Das soll es gewesen sein?
Kein Endkampf? Doch bis man soweit kommt, muß man gegen viel KI Dummheit
kämpfen. Selbst die einfachsten Manöver sind da schon zu viel. Bei der
Masse vielleicht nicht so wichtig, aber die Eskortemissionen sind ein
einziger Krampf. Wie soll man jemanden beschützen, der praktisch schon
immer 20m vor einem in die nächste Falle läuft? Die allergrößte Enttäuschung
war die Schwäche im Mehrspielermodus. Die Idee ist genial. Basis beschützen
<-> sabotiere. Aber wieso wurde so eine Unausgewogenheit zugelassen? NOD
kann praktisch kein Spiel verlieren. Und wieso gibt es bis heute keinen
anständigen Patch dagegen? Aber dennoch. Für jetzt nur noch 10€ ist das
Spiel allemal im Einzelspielermodus verdammt unterhaltsam. Wer also mal
eine andere Sicht auf die C&C-Welt haben möchte, der sollte auf jeden
Fall zugreifen. Zugreifen können auch alle andern, die einen soliden actiongeladenen
Shooter, mit kleinen Schwächen, akzeptieren können. Hier steht nicht die
Grafik, sondern ein explosives und actiongeladenes Spielerlebnis im Vordergrund.
Geschrieben am 25.08.2003, Testkonfiguration: AMD2700+, 1GB, Geforce 4, SB Live 5.1
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