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Chicken Run
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 | Info |
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| Gesamt (7 votes) | | 4 |
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 |   | | 1.4 |
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| Name: | Chicken Run - Hennen Rennen |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2001/01 |
| Publisher: | Eidos |
| Entwickler: | Blitzgames |
| Offiz. Sites: | Game |
| Links: | Chicken Run |
| Hardware: | 200MMX-Mhz, 32MB RAM, 4MB 3D-Karte D3D, HD 100 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 95/98/ME, DX7 |
| Steuerung: | Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| Sprache: | Deutsch |
| Bemerkung: | auch für PS, Dreamcast erhältlich |
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| Chicken Run - Hennen Rennen (review von yak) |
"Hennen rennen" nun auch auf den Multiplattformen, quer Beet durch alle
gängigen Konsolen und ich haben mir die PC Version rausgepickt, um Spreu
von Weizen zu trennen.
Eidos hat die Lizenz zum Kinohit erworben und lt. Coverangaben ein Action
-Adventure daraus gemacht.
OK, schauen wir uns mal an, ob Ginger und Rocky so erfolgreich über
die PC Monitore wackeln, wie sie es auf der Silver-Screen getan haben.
Die Story folgt der Filmhandlung fast genau. Es geht um die Flucht der
unterdrückten Hennen aus dem Stall(ag) 1-16 von der Tweedy Farm. Ähnlichkeiten
im Film mit Gefangenenlagern und Zitaten zu anderen grossen Filmen (Gesprengte
Ketten, Stalag 17) lassen grüssen und die Methoden der Mrs Tweedy, wenn
sie in ihren Springergummistiefeln durch die Reihen schreitet und die
Hennen zum Ei-pell antreten lässt, machen viel von dem schwarzen, tief
englischen Humor aus. Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte es nachholen
(bereits auf Video und DVD). Die Knetmännchen der Wallace & Gromit Schöpfer
sind einmalig !
Nun zum Spiel. Wie im Film, muss man mehrere Fluchtpläne aushecken und
diese mittels bestimmter Gegenstände, die auf der Farm zu finden sind,
realisieren. Gespielt wird mit unterschiedlichen Charakteren, die im Ablauf
der Story übernommen werden. So stehen Ginger, Rocky und zwei Ratten zur
Verfügung, um die entsprechenden Besorgungen zu machen. Das Spielgeschehen
wird mittels einer 3D Engine dargestellt, die meist von der Draufsicht
das Spielgeschehen zeigt und situationsbedingt auch schon mal die Perspektive
wechselt oder bei Cutszenen mittels der Engine, Unterhaltungen der einzelnen
Protagonisten zeigt. So erhält man im Planungshauptquartier beispielsweise
die Aufgabe, einen Löffel zu suchen und damit einen Tunnel zu graben,
um den Zaun zum Tweedyhaus zu umgehen und dort die benötigten Gegenstände
zu sammeln, um im ersten Akt eine Mrs Tweedy Verkleidung zu bauen, in
welcher die Flucht gelingen soll. Da sich dies auch nicht als zu einfach
erwiesen sollte, haben natürlich die Tweedys etwas dagegen und somit laufen
im Gehege und vor dem Haus die Wachhunde und ein aufgebrachter Mr Tweedy
herum.
Chicken Run ist so eine Art Thief und Metal Gear Solid im Hühnerstall.
Man muss schleichen, sich in Kisten verstecken, um nicht gesehen zu werden
, um letztendlich nicht von den Hunden gestellt zu werden oder vom Schein
Mr Tweedy's Taschenlampe Mr Tweedy zu geraten. Hat man jeweils eine Mission
geschafft, wird aus den Ingredienzen ein "Fluchtmobil" konstruiert und
ein Minispiel entscheidet über Erfolg oder Verderb. So muss man im Mrs
Tweedy Kostüm, welches nun mit Hühnern auf der Flucht gefüllt ist, den
Hunden entkommen. Wenn sie sich zu stark nähern, wittern sie den Hühnerbraten
jedoch und merken, dass es kein gefülltes Huhn, sondern eine gefüllte
Mrs Tweedy ist. Hat man diese Mission geschafft, wird ein Tor zu einem
anderen Hühnergehege erreichbar und die nächste Mission wartet auf uns.
Jetzt muss man andere Gerätschaften bauen (Schleudern, Wippen, Raketen)
die wiederum in Minispielen enden. Ziel ist es im Spiel, wie auch im Film,
ein Flugzeug zu bauen und die Todesfarm zu verlassen. In bestimmten Spielabschnitten
erhält man dann noch Originalszenen aus dem Film, die die 3 Akte miteinander
verbindet.
Zur Technik: Chicken Run hinkt dem technischen Stand vollkommen hinterher.
Lediglich eine Auflösung von 640 x 480 in 16 Bit steht zur Verfügung .
Das Handbuch erwähnt, dass man sich dafür entschied, um Skalierungsprobleme
bei Fonts und Overlays zu vermeiden. Eine tolle Ausrede für Inkompetenz.
Soetwas kann man (und andere Programmierteams zeigen es ja täglich) sicher
anders lösen. Daher sieht die ohnehin schwache Graphik noch schlechter
aus. Die Texturen sind zwar noch ok, aber das Gesamtbild stimmt hier wirklich
nicht mehr für ein aktuelles Produkt. Hier schimmert leider der Konsolenentwicklungstandard
durch. Die Animationen (zwar polygonarm) der Figuren waren aber gelungen
und entsprachen der Filmvorlage. Nett war auch, wenn man sich irgendwo
versteckte, wie Ginger z. B. dann verstört zu Mrs Tweedy aufsah und sie
mit den Blicken verfolgte in der Hoffnung, nicht entdeckt zu werden. Der
Sound war leider auch sehr enttäuschend. Die Laufgeräusche hörten sich
an wie Radiorauschen und einige Sprachsamples der Hühner mit hellen Stimmen
brachten meine Boxen zum Krächzen. Schade, denn die Lokalisierung war
gelungen und soweit ich es erkennen konnte, auch von der deutschen Filmcast
gesprochen. (das Spiel ist in einer Multisprachversion auf der CD).
Die Installation lief ohne Probleme ab, leider hat man bei Spielstart
die üblichen Eidoskopierschutzwartezeiten, die etwas nervig sind (häufig
noch länger bei DVD Roms). Und jetzt fangen die Probleme schon an. Der
gierige Spieler (wie ich) geht natürlich von der Standardeinstellung aus
und überspringt die Einstellungsoptionen gekonnt, da man heutzutage ja
davon ausgehen kann, dass ein Spiel für ein Gamepad (ist bei Chicken Run
unbedingt zu empfehlen) gemapped ist. Nicht so jedoch das hier vorliegende
Spiel. Da landete ich hilflos im Hühnermekka, um festzustellen, dass die
Aktionbuttons meines Gamepads funktionsuntüchtig waren. OK, dann halt
eben die Tastatur und versuchen, damit klar zu kommen. Schnell das Handbuch
raus, um nachzusehen, welche Tasten der Standardeinstellung entsprechen.
Uuups, die reden nur von Knopf 1, 2 oder 3.... (ich muss mich entscheiden
drei Tasten sind frei ;)) Also keine Chance, eben alle Tasten ausprobieren
oder den Taskmanager aufrufen und das Spiel beenden, uuupss, die Programmierer
waren so schlau, auch das zu verhindern, also weitersuchen. Endlich konnte
ich das Spiel verlassen und das Setup erneut starten, um jetzt die anonymen
Tasten 1- 4 mit den Buttons des Gamepads zu belegen. Puhhhh, nun kann
es ja losgehen.
Zum Gameplay: Wie schon gesagt, handelt es sich bei den Spiel um eine
Art Thief für Arme. Jedoch ist das Gameplay so unausgewogen, dass wenig
Spass aufkommt. Hier einige Beispiele. Man hat eine Art Radarsystem am
unteren Spielrand, um Hunde, Hühner und Tweedys zu sehen. Der Anzeigeradius
ist aber so klein, dass er wenig nutzen hat, da Ginger nicht die schnellste
ist und wenn plötzlich ein Hund in den Radarbereich kommt, ist es auch
meist zu spät, es sei denn, man kann eine schützende Kiste oder einen
Stall erreichen, was aber eigentlich ein Glücksspiel ist, da eine Flucht
über eine grössere Strecke so gut wie unmöglich ist. Man hat zwar eine
Art Waffe (Rosenkohl werfen), die im Spiel aber äusserst unnütz und ineffektiv
ist. Hier hätten die Designer besser daran getan, eine Art Kurzzeitsprint
einzubauen, um überhaupt eine reelle Chance auf Flucht zu haben , was
auch positiv für den Spielspass wäre. Der Schleichmodus ist viel zu langsam
und bremst damit den Spielfluss total aus. Es macht im Zeitlupenmodus
einfach keinen Spass mehr und somit findet diese Funktion, die auch nicht
immer wirkt, wenig Einsatz im Spiel. Zwar hat man unendlich viele Hühnerleben,
aber bei Feindkontakt verliert man einen Gegenstand und muss ihn von der
Ursprungsstelle besorgen, womit das Problem wieder erneut beginnt. Auch
wenn man sich in einer Kiste versteckt, bleiben die Hunde meistens in
der Nähe (bei bestimmten Kisten im Level) und man kann warten, bis man
schimmelig ist. Gut, dass man den unnützen Rosenkohl als Proviant hat
;).
Dieses Problem zieht sich leider durch das gesamte Spiel und wird auch
noch dadurch erschwert, dass man nur in Stall 1 speichern kann. Die Steuerung
ist unpräzise und die Kollisionsabfrage auch etwas merkwürdig bei Feindkontakt.
Das Ganze wirkt unausgereift. Genau wie die virtuelle Kamera. Sie zeigt
das Geschehen meist aus der ungünstigsten Perspektive und macht dadurch
die Gegner viel zu spät erkennbar. Hier würde eine Zoom- oder eine Rundumblickfunktion
Wunder wirken. Allgemein ist auch zu sagen, dass der Schwierigkeitsgrad
(es gibt nur einen) viel zu hoch ist und für die Zielgruppe "Familienspiel"
nicht geeignet ist. Die Minispiele sind teilweise so schwer, dass sie
nur gerade so erreicht werden können und somit der Frustfaktor dementsprechend
hoch ist. Selbst Spieleprofis haben daran zu knacken und erreichen teilweise
nur knapp das Ziel. Der nächste ärgerliche Designfehler ist auch bei den
Zwischenspielen. Hier sollte man z. B. die "falsche", hühnergefüllte Mrs
Tweedy steuern. Der Bildschirmtext sagt, dass man mit den Steuerungstasten
(via Gamepad) die Figur lenkt und mit den Tasten 1 & 3 die Balance halten
soll. Dies habe ich mehrfach versucht und bei dem Balanceakt festgestellt,
dass sich NICHTS tat, bis ich merkte, dass es nur mit den Zahlentasten
auf der Tastatur funktionierte. Hier frage ich mich, wozu ich das Gamepad
als Spielsteuereinheit gewählt habe, wenn ich es nicht nutzen kann (Dieser
Effekt taucht auch bei anderen Minispielen auf).
Dann hatte ich auch noch zwei ernste Bugs im Spiel. Wenn man im zweiten
Akt alle Gegenstände hat und dann nochmal zur Tweedyfarm geht, kann man
nicht mehr zurück ins Gehege. Hier wechseln normalerweise die Figuren
von Ginger auf Rocky im jeweiligen Spielbereich Farm/Gehege. Hat man allerdings
alle Gegenstände, wechseln zwar die Figuren, nicht jedoch der Level, was
bedeutet, dass man nicht mehr zum Gehege zurück kommt ! Wohl dem, der
vorher gespeichert hat ! Ein anderer "Fehler" war, dass man im zweiten
Akt den erreichten Status der Minispiele, die für das Fortkommen notwendig
sind, nicht mit abspeichern konnte. Unterbrach man das Spiel, musste man
alle Minispiele erneut absolvieren. Hier stellt sich mir wirklich die
Frage, wie man bei einem so linearen einfachen Spielablauf diese elementaren
Fehler übersehen kann.
Aus Chicken Run hätte ein wirklich gutes Spiel werden können, hätte man
nicht solche gameplaytötende Faktoren unberücksichtigt gelassen. Das Szenario
stimmt, die Idee stimmt, aber die Realisation ist ungenügend. Man hat
gute, alte Ideen wiederentdeckt, wie z. B. der kooperative Modus von den
beiden Ratten (eine klettert auf den Stuhl, die andere schiebt ihn zum
Regal), der mich an die alten Klassiker Gobliiins/ Woodruff und der Schnibbel
von Azimuth erinnert. Genug Potential und Ideen waren vorhanden. Nur leider
ist es auch viel zu kurz, wenn man sich beeilt, kann man es in 2-3 Stunden
durchspielen. Auch waren die vorhanden Spielakte alle viel zu ähnlich.
Equipment suchen , Gerätschaft bauen, Minispiel. Einige Rätsel waren jedoch
recht nett , leider jedoch zu wenig. Eigentlich ist ja die bei mir die
Regel, jedes Spiel durchzuspielen. Ich musste aber leider passen, weil
ich das letzte Minipiel (ist gleichzeitig auch das Spielende) nicht geschafft
habe. Es ist ein Minispiel Marke Summergames, was bedeutet, "drücke Taste
1 und 4 so schnell wie möglich, damit die Maschine in Gang gebracht wird".
Ich habe es sicher 3 Stunden versucht, mit allen Tricks und Mitteln, selbst
mit zwei Mann an der Tastatur (einer für die Auswahl an den Cursortasten,
um Zeit zu sparen, der andere haut wie wild die entsprechenden Tasten).
Entweder bin ich zu dumm dazu, oder es ist wirklich zu schwer, aber ich
kann bei beiden Gründen nur zu dem Schluss kommen, dass die Gamedesigner
es hier nicht geschafft haben, ein Spiel zu machen, an dem man Spass statt
Frust bekommt und wenn die Spielzeit einer Minimission schon die Gesamtspielzeit
des Games überschreitet, haben sie hier definitiv einen Fehler gemacht.
Auch muss man sagen, dass die Spielzeit für ein Vollpreisspiel wirklich
nicht in Relation steht, auch wenn man die Missionen erneut spielen kann,
um eine Bestzeit zu erreichen.
Schade, dass eine so gute Idee so unzulänglich umgesetzt wurde. Wäre
der Frustfaktor beim letzten Minispiel nicht so hoch und der Level schaffbar
gewesen, hätte ich mich zu einer besseren Wertung durchringen lassen,
weil das gesamte Szenario halt viel Charme vermittelt. So aber kann ich
nicht umhin die niedrigste Wertung zu geben. Ich hoffe nur, ein Patch
kommt heraus (was nach mittlerweile einem Jahr sicher nicht mehr der Fall
sein wird), damit der Schwierigkeitsgrad etwas entschärft wird und somit
Besitzer des Spiels eine Chance haben, den Abspann doch einmal zu sehen.
Auch wenn die minimalen Hardwaranforderungen für Altrechnerbesitzer verlockend
klingen, sollte man besser die Finger davon lassen. Leider ist es zu einem
Chicken Ruin, statt Run gekommen.
Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines Reviews ,
der bereits auf der Seite GUN veröffentlicht wurde.
Geschrieben am 10.02.2001, Testkonfiguration: PIII-650, Geforce-2, 256MB Ram, SB Live
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