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Chrome SpecForce
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 | Info |
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| Autor | | 3+ |
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| Gesamt (14 votes) | | 2 |
 |   | | 1.6 |
 |   | | 1.6 |
 |   | | 1.7 |
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| Name: | Chrome SpecForce |
| Genre: | Egoshooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2005/06 |
| Entwickler: | Techland |
| Hardware: | 1.3Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 1800 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | ja |
| Serie: | ja |
| USK: | 16 |
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| Chrome SpecForce (review von yak) |
Nachdem mich der Shooter Chrome mehr
als überzeugte, war die Vorfreude groß, nachdem Entwickler TechLand ein Folgeprodukt ankündigte.
Keine Fortsetzung sollte die Spieler erfreuen, sondern ein Prequel, das die Vorgeschichte des
Söldners Logan erzählt, als er seinen Dienst noch treu bei dem Spezialeinsatzkommando namens
SpecForce ausübte. Warum sein Vorname jetzt Bolt (?) statt John ist, wissen wahrscheinlich nur
die Entwickler oder es ist einer seiner Vorfahren und uns blühen jetzt jede Menge Sequels, Prequels,
Addons aus der Logan Dynastie, die SpecForce als eine Art "West Point im Weltall". Vielleicht
sind die Entwickler aber auch einfach nur von dem SciFi-Film Logan's Run (Flucht ins 23. Jahrhundert)
fasziniert :-). Ob aber das Prequel so fasziniert wie seinerzeit Chrome, soll unser Review klären.
Ursprünglich als AddOn geplant, wurde Chrome SpecForce jetzt als Stand Alone Version veröffentlicht.
Erfreulicherweise ist der Preis auf AddOn Niveau von ca. 25-30 € geblieben. Dafür sollte man
jedoch von der Ausstattung nicht zuviel erwarten. In einer DVD Hülle befinden sich die beiden
Installations-CDs und ein sehr, sehr spärliches Handbuch. Etwas allergisch reagierte Chrome
SpecForce genau wie Chrome wieder auf die Zonelabs Firewall, die abgeschaltet werden musste,
damit das Spiel startet. Am StarForce Kopierschutz sollte es nicht liegen, denn der funktioniert
bei anderen Spielen mit aktivierter Firewall ohne Probleme.
Technik:
Auf den ersten Blick hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht viel geändert... und ehrlich
gesagt auf den zweiten auch nicht :-), weswegen ich hier einfach für weitere Details auf
das Review zu Chrome Gold verweise und
mich hier auf einige Details beschränke. Die Enigne macht immer noch einen erstklassigen
Eindruck. Selten gibt es so weitläufige Areale, die dem Spieler ohne ständiges Nachladen wirklich
im Spielgeschehen versinken lassen. Da geht es durch dichte Wälder, die einzig durch ein paar
durchdringende Lichtstrahlen aus der Finsternis gerissen werden, morastige Sümpfe, die schon
durch ihre düstere nebelverhangene Atmosphäre bedrückend wirken und man dort mehr als vorsichtig
von Baum zu Baum schleicht oder die dort liegenden Raumschifftrümmerteile als sicheren Grund
benutzt. Hier sieht es aus wie auf Yodas selbstgewähltem Exil Dagobah. Die Größe der Level ist
wirklich erstaunlich. Man kämpft sich über eine Bergkette hinein in ein Tal, in dem eine riesige
Sendestation gut bewacht wird, um dann den nächsten Berg über einen schmalen Pfad zu passieren,
um auf die andere Seite des Gebirges zu gelangen. Hier hat man wirklich das "Mittendringefühl",
besonders auch dann, wenn man sich vorsichtig über den Gebirgspass bewegt und plötzlich auf
dem Boden der Schatten eines Raumjägers zu sehen ist und man noch schnell in Deckung gehen kann,
bevor das Schiff selbst in Sichtweite gerät. Im Vergleich zu Vorgänger spielen die meisten Episoden
von SpecForce auch in der freien Natur und verhältnismäßig wenig in Innenräumen. Die Graphiksets
sind entsprechend auch identisch und es gibt wenig Neues zu sehen. Die Inneneinrichtungen der
Beobachtungsposten sind genauso gestaltet, wie im Vorgänger, recht spartanisch, aber zweckmäßig.
Unterschiedliche Witterungsverhältnisse, von den Sumpflandschaften oder Regengüssen einmal abgesehen,
gibt es nun auch nicht mehr, da SpecForce im Gegensatz zu Chrome auf einem Planeten spielt.
Abwechslung in Form von sonnigen Stränden oder Eislandschaften, wie es sie noch im Vorgänger
gab, findet man nicht. Ob nun technisch bedingt oder einfach, um den Neubeginn einer Episode
einzuleiten, gibt es jetzt im Gegensatz zu Chrome innerhalb eines Settings, wenn es z. B. in
eine unterirdische Anlage geht, ein einmaliges Neuladen. In Chrome waren da die Übergänge fließend.
Dies trat wie gesagt aber nur einmalig beim Wechsel zu einer neuen Episode auf.
Von den graphischen Verbesserungen, die die aufgebohrte Einige enthalten sollte, konnte ich
nicht viel bemerken. Angeblich sollten die Wassereffekt verbessert werden, doch Wasser gab es
in SpecForce eher selten. Dafür hat man aber den gruseligsten Teil der alten Chrome Engine beibehalten.
Die Gesichter der Figuren sehen immer noch aus wie aus der Knetmännchenschule oder die Nachkommen
von Formwandler Odo. Hier wäre wirklicher Nachholbedarf angesagt. Schön ist aber, dass man einige
der anderen Negativaspekte beseitigen konnte. Kleine Wasserstellen und Seen sind nun auch passierbar
und wirken nicht mehr wie eine Barriere und auch Abhänge kann man nun herunterstürzen. In Chrome
fühlte man sich da mehr wie in einem Terrarium, das den Levelrand mit Glaswänden limitierte.
Das gehört jetzt der Vergangenheit an und man kann rücksichtslos in die Tiefe stürzen. Immer
noch beeindruckend ist die Weitsicht in den Leveln, was besonders bei Snipereinsätzen viel Vergnügen
macht oder wenn man z. B. in einem tief liegenden Tal eine riesige Forschungsstation oder ein
abgestürztes Raumschiff erblicken kann.
Im Bereich Sound gab es wenig Nachholbedarf und so präsentiert sich SpecForce ebenso wie
Chrome mehr als zufriedenstellend. Die Ortung der Sounds ist erstklassig und lässt Gegner schon
an der Geräuschquelle erkennen. Etwas zugelegt hat man auch bei den Ambientesounds, die nun
etwas deutlicher erscheinen. Die Sprachausgabe ist durchweg professionell und wieder leiht Torsten
Münchow dem Helden seine markige Stimme. Die Musik, komponiert von Pawel Blaszczak, erreicht
die gleiche hohe Qualität des Vorgängers und begleitet mit passenden Klängen die actionreichen
Missionen. Von eher stilleren Klangbildern in den sumpfigen Leveln bis zu pulsierenden Actionthemen
während der Grossangriffe in den Mechs bietet die Komposition ausreichend Abwechslung in hoher
kompositorischer Qualität. Wem der Score gefällt sollte sich die Chrome Gold Version beschaffen,
denn dort gibt es eine separate Audio CD als Dreingabe.
Die Steuerung ist frei konfigurierbar und reagiert problemlos und präzise. Gespeichert werden
kann jederzeit und es gibt ein komfortables Quicksavesystem, das mehrere Quicksaves als Backup
beinhaltet, was besonders sinnvoll für Quicksavefetischisten ist, die gerne auf Speichern drücken,
wenn die totbringende Kugel gerade unausweichlich auf dem Weg zum Headshot ist. Es stehen drei
Schwierigkeitsgrade zur Verfügung. Der mittlere ist jedoch im Vergleich zu Chrome bei SpecForce
etwas leichter und Profis sollten vielleicht im schweren Modus spielen. Wobei hier aber ausdrücklich
darauf hingewiesen werden soll, dass Chrome damals im mittleren Schwierigkeitsgrad schon hammerhart
war. SpecForce spielt sich im Vergleich zu anderen Shootern im mittleren schon recht schwer.
Bugs ( wie z. B. der Granatenbug) konnte ich in SpecForce nicht mehr feststellen, dafür gesellte
sich jedoch ein anderes merkwürdiges Phänomen hinzu. Oft kam es vor, dass sich nach dem Neuladen
eines Spielstandes die aktuelle Waffen im nicht aufhaltbaren Dauerfeuer ihrer Munition entledigte.
Vielleicht war ihr einfach übel ;-). Etwas ärgerlich war die Einstellung der Bildschirmhelligkeit.
Hier lies sich die Helligkeit nur in sehr großen Helligkeitsunterschieden justieren und wählte
man nur eine geringe Einstellung, wurde diese nicht übernommen und der Schieberegler setzte
sich wie von Geisterhand wieder auf den voreingestellten Mittelwert. Ansonsten gab es mit SpecForce
keinerlei technische Probleme. Die oft in anderen Reviews zitierten langen Ladezeiten mögen
durchaus berechtigt sein, denn beginnt man eine neue Episode, ist die Ladezeit schon erheblich.
Ist dieser Level jedoch einmal geladen, ist es eigentlich unproblematisch und ein Savegame innerhalb
eines Levels zu laden geht sehr schnell.
Gameplay/Kritik:
Die Geschichte um Chrome SpecForce spielt in der Zeit vor Chrome, als unser guter Logan noch
Mitglied der SpecForce Spezialeinheit war. Auf dem Planeten Estrella soll er eine gefährliche
terroristische Organisation bekämpfen, doch oft entwickeln sich die Dinge anders, als man es
sich wünscht und so gerät Logan in politische Machtspiele und Intrigen der Grossunternehmen.
Der intergalaktische Frieden ist wieder einmal in Gefahr.
Im Tutorial erlernt der Held auch gleich in einem Auffrischungskurs alle lebenswichtigen
Details. Der Umgang mit den unterschiedlichen Waffen wird genauso nachgebracht, wie die Features
des Poweranzuges, der Ausrüstungs-Bestandteil eines jeden SpecForce Soldaten ist und sozusagen
der Ersatz für die cybernetischen Implantate aus Chrome. Der Poweranzug hat dazu vier Funktionen.
Ein Energieschild, das bei Aktivierung den Schaden durch Geschosse erheblich reduziert, einen
Neuralbooster, der eine Art Zeitlupeneffekt verursacht, ein integriertes Exo-Skelett, das die
Geschwindigkeit erhöht und eine Tarnung, die den Träger aus einer gewissen Entfernung fast unsichtbar
erscheinen lässt. Ein Upgrade des Poweranzuges, im Vergleich zu den cybernetischen Implantaten
aus Chrome, die sich während des Spielverlaufes verbesserten, gibt es in SpecForce nicht. Hat
man sein Wissen im Umgang mit dem Poweranzug und den Waffen aufgefrischt, geht es auch schon
gleich hinein ins Vergnügen. Wie auch schon in Chrome kann man sich zum Erkunden der Gegend
zwar fast ungesehen nach links und rechts lehnen, Waffengebrauch ist jedoch dabei wieder tabu.
Einen Dämpfer bekommt man leider bei der Präsentation. So werden die Missionsaufgaben leider
nur in langweiligen Textbriefings präsentiert und Intros bzw. mit der Engine erzählte Zwischensequenzen
gibt es ebenso wenig. Lediglich mal ein landendes oder wegfliegendes Raumschiff bei Levelende
wird geboten. Das reduziert die ansonsten in den Leveln aufgebaute Atmosphäre enorm. Es gibt
zwar ein paar Sequenzen innerhalb des Levels, in denen der Vorgesetzte kurze Anweisungen erteilt
oder knappe Unterhaltungen geführt werden, für eine spannend inszenierte Story reicht das aber
keinesfalls. Verzichten muss man auch das Ausrüstungsmenü. Durfte man in Chrome vor der jeweiligen
Mission noch sein Equipment frei wählen, fehlt dies nun bei SpecForce völlig und man muss sehen,
dass man mit dem Vorgegebenen zurecht kommt. Von der Story ist das jedoch zumindest noch nachvollziehbar,
da SpecForce praktisch an einem "Strang" spielt und man sozusagen von einem "Echtzeitabenteuer"
auf dem Planeten Estrella sprechen kann. Da würde es wenig Sinn machen, nachdem man mitten im
Sumpf landet, erst einmal eine Einkaufstour im Souvenirshop zu veranstalten. Entsprechend übernimmt
man auch beim Wechsel zu einigen nachfolgenden Missionen die aktuelle Ausrüstung, was manchmal
sehr positiv sein kann, sich aber auch negativ auswirken kann. Was will man z. B. mit einem
Raketenwerfer mit nur einer Rakete in einem engen Raum mit vielen Gegnern? Das von Vorgänger
bekannte Inventarsystem ist in gleicher Form erhalten geblieben. So gibt es nur einen limitierten
Platz für das Gepäck und man kann evtl. nur eine kleine Handwaffe und ein etwas durchschlagenderes
Geschütz bei sich tragen. Der Raketenwerfer z. B. nimmt fast den gesamten Platz ein und für
Munition, Gesundheitspacks, Batterien für den Poweranzug und Granaten sollte man schon nochein
Plätzchen übrig lassen. An Munitionsarmut und Heathpacks mangelt es aber in SpecForce
selten, denn man kann wieder die erledigten Gegner nach Waffen, Munition und Extras untersuchen
und entsprechend auch ins eigene Inventar übernehmen, was auch zwingend erforderlich ist, denn
einige der bösen Buben tragen oft Keycards, die benötigt werden, um Zugang zu anderen Bereichen
zu erlangen. Dass man auch für die jeweilige Waffe nur die geeignete Munition aufnehmen sollte,
ist wohl selbstverständlich.
Prinzipiell hat sich am Spielsystem wenig geändert. Die Level sind weiterhin sehr großflächig
angelegt und geben viel Spielraum für taktisches Vorgehen, wenn es auch einige Level gibt, bei
denen dies nicht so möglich ist, wie im Vorgänger. Dies liegt aber zum Teil auch am Levelaufbau,
wenn man durch enge Canyons muss und die Gegner einfach nicht viel mehr Möglichkeiten haben,
als sich hinter dort liegenden Felsen oder Bäumen zu verstecken. Hier reduziert sich das ansonsten
recht offene Vorgehen auf bekannte "Tunnelspielchen" Marke Pariah,
Unreal 2 & Co. Jedoch sind diese Passagen
nicht zu häufig und ansonsten bekommt man wieder die großflächigen zum Erkunden einladenden
Level, in denen man sich vorsichtig eine sichere Position aussucht, das Geschehen unten im Tal
inspiziert und sich die Gegnerrouten und Anzahl einprägt, um dann rücksichtslos zuzuschlagen
am besten natürlich gut verborgen mit gezückter Sniperwaffe- und ehe die Gegner es richtig bemerkt
haben, sind sie auch schon keine Gefahr mehr. Es macht einfach wieder Spaß, das Gebiet mittels
des Fernrohres auf der Sniperwaffe genau zu erkunden und Feinde ausfindig zu machen, die sich
eine ähnlich sicher Position erhofft haben, bis sie jedoch von meiner Kugel vom Gegenteil überzeugt
werden.
Die Levelaufgaben sind sehr unterschiedlich und abwechslungsreich inszeniert. So muss man
eine Gegnerhorde davon abhalten, in ein Fort einzudringen, sich heimlich von hinten an den Fahrzeugkonvoi
anschleichen und den Panzerwagen dort mit einem Sprengsatz ausschalten. Man zieht mit Kumpanen
in den Kampf, darf Buggy fahren, klettert in riesige Mechs und kämpft gemeinsam gegen die Angreifer.
Ebenso kann man als Beifahrer in einem Panzerwagen die MG bedienen um befreite Geiseln sicher
zurückzubringen oder an einer stationären Kanone angreifende Luftjäger vom Himmel holen. Es
gilt eine Sendestation zu sabotieren, einen Shuttle unschädlich zu machen oder man kann mit
seinen Freunden in einer furiosen Flucht auf SpeedBikern durch den Urwald hetzten, um dem verfolgenden
Kampfjäger oder den versteckten Sniperschützen zu entkommen. Hier fühlt man sich richtig wie
in Star Wars auf dem Planeten Endor. Oder einfach mal an die wohl gerade Pause machende Besatzung
eines Mechs heranschleichen und sie ausschalten, bevor sie wieder den Schutz gewährenden Stahlkoloss
betreten, damit man ihn selbst übernehmen kann. Die jeweiligen Einsatzziele sind auf der Karte
markiert und geben genügend Orientierung, um sich nicht zu verirren oder die Mission wegen Befehlsverweigerung
durch zu weites entfernen von der Truppe scheitert.
Etwas verschlimmbessert wurde jedoch die KI. In SpecForce scheint es viel mehr gescriptete
Stellen zu geben, als in Chrome und gerade Scriptereignisse waren auch im Vorgänger an manchen
Stellen problematisch, weil dabei scheinbar das Script Vorrang hatte und nicht die eigenständige
KI. In Chrome erschienen mir die Gegner wesentlich mobiler und variationsreicher in ihren Handlungen.
In SpecForce wiederholten sie oft einfach ihren Ablauf, was sie viel zu berechenbar macht, wenn
man wusste, dass sie sich gleich wieder aus ihrer Deckung erheben und damit Kandidat für einen
gezielten Headshot werden. Auch die heimische Fauna in Form von Mini-Dinos zeigte Probleme bein
Hirnkloning, denn doof gegen einen Felsen zu laufen um auf Vogelfluglinie in den leckeren SpecForce
Marine zu beissen, zeugt nicht gerade von Intelligenz. Es gab aber auch genügend Stellen, die
genauso herausfordernd waren wie seinerzeit Chrome, was sicher auch an der Treffsicherheit der
Gegner liegt. Gut versteckte Sniper sind da immer noch die Todesursache Nummer 1. Im "freien
Feld" agieren die Gegner zudem auch wesentlich geschickter. So kann es durchaus vorkommen, dass
ein Feind hinter einem großen Panzerwagen Schutz sucht, sich hinhockt und unter den Wagen hindurch
auf uns schießt oder gezielt Granaten zum Einsatz bringt. Als Gegner stehen neben normalen Soldaten
später auch Spezialtruppen, getarnte Gegner und cybernetisch veränderte Elite-Soldaten auf dem
Programm. Auf mehrere Levelbosse wie im Vorgänger, trifft man in SpecForce leider nicht mehr
und der finale Bosskampf ist leider mehr als enttäuschend, da der Gegner in der "Kampfarena"
lediglich zwischen zwei fixen Punkten hin und her läuft und somit überhaupt keine Gefahr darstellt,
wenn man ein wenig vorsichtig vorgeht. Was sich die Entwickler dabei gedacht haben, ist mir
rätselhaft.
Wie schon im Vorgänger muss man sich in kleinen Geschicklichkeitsspielen der Bauart " Memory"
wieder in Computersysteme einhacken, um Türen oder Maschinen in Gang zu bringen. Hier hat sich
am Prinzip nichts geändert. Verzichten muss man aber z. B. auf Schleichmissionen, die es in
SpecForce nicht gibt. Ebenso verzichten muss man auf Features, die in der Produktbeschreibung
erwähnt werden. So ist es nicht möglich Hilfe herbeizurufen, was vermuten lassen würde, dass
man ähnlich wie in einem Taktikshooter Befehle an andere Mitglieder des Teams geben kann. Wenn
man zudem unter "Fluggeräte benutzen" die Speedbiker meint, dann reduziert sich zumindest das
Fluggefühl bis maximal einen Meter über den Boden :-). Ärgerlich war zudem, dass man keine Einsicht
auf den Gesundheitszustand seiner Teamkameraden hat. So kann es sein, dass ein Teammitglied,
das zwingend überleben muss, plötzlich stirbt und die Mission deswegen scheitert. Ärgerlich,
wenn dies gerade so wie mir ein paar Meter vor dem Levelende passiert. Leider kann man ihm auch
mit einer Healthpackspende nicht wieder auf die Beine bringen. Insgesamt empfand ich auch die
Möglichkeiten des Poweranzuges etwas unausgewogen, so dass ich sie kaum nutzte. Es gab eine
Brücke, die von Sniperschützen bewacht wurde und die Tarnfunktion dabei überhaupt nichts nutzte.
Einzig die Schildfunktion habe ich hin und wieder eingesetzt. Generell kann man aber sagen,
dass die Optionen und die Notwendigkeit des Poweranzugeinsatzes nicht sehr stimmig ins Gameplay
eingebunden wurde. Was sich in Vergleich zum Vorgänger noch sehr grundlegend geändert hat ist
die Zielerfassung. Durch ein recht großes Zielkreuz wird dem Spieler jetzt sehr viel "Sucharbeit"
abgenommen, denn jetzt signalisiert das Zielkreuz bei einigen Waffen den Gegner und zudem auch,
ob er sich in der Trefferzone befindet. Das nimmt doch schon ein wenig an Atmosphäre, wenn man
das Unterholz nicht mehr vorsichtig durchsuchen muss, um einen dort verborgenen Feind aufzuspüren.
Das neue Feindortungssystem mag zwar viele Spieler erfreuen, die in Chrome diesbezüglich Probleme
hatten, mir nimmt es jedoch etwas den Spielspass und auch die Herausforderung.
Zensur:
Das Spiel wurde in der deutschen Version zensiert. Es gibt kein Blut und keine bekannten
"Nebenwirkungen". Auf bekannten Seiten findet man jedoch hierfür Abhilfe.
Muliplayer:
Chrome SpecForce beinhaltet auch wie sein Vorgänger wieder einen Multiplayerpart. Leider
kann man wiederum dazu nicht viel sagen, denn auf den Servern herrscht zumeist Totenstille.
Selten sind dort Spieler anzutreffen und wenn, dann kann man zu dritt auf einer 16 Spieler Map,
die wirklich auch für 16 Spieler schon groß angelegt ist, besser "Verstecken" spielen als Capture
the Flag. Ein Deatmatch sollte dann schon einen Punkt einbringen, wenn man den Gegner überhaupt
gefunden hat. Bots gibt es nicht und mit sechs Karten ist zudem die Auswahl nicht gerade umfangreich.
Jedenfalls kann man im Gegensatz zur Solokampagne auch den Panzerwagen als Fahrer steuern. Ob
sich Chrome SpecForce im Bereich Multiplayer durchsetzen kann wage ich bei der doch starken
Konkurrenz zu bezweifeln, auch wenn es einen Leveleditor "Out of the Box" dazu gibt.
Fazit:
Chrome SpecForce ist nicht ganz das geworden, was ich mir erhofft habe. Zwar gibt es immer
noch die großen weitläufigen Areale, doch insgesamt kommt leider keine so spannende Atmosphäre
auf, wie beim Vorgänger, was vielleicht auch an der noch spärlicheren Präsentation liegt und
man Missionsbriefings ohne Intro lediglich per Textfenster erhält. Ebenso gibt es einige Rückschritte
bei der KI und Einschränkungen der taktischen Möglichkeiten aufgrund des Levelaufbaus. Dennoch
gibt es aber noch genügend Passagen, die das Feeling vom Vorgänger aufkommen lassen, wenn es
auch insgesamt nicht so dramatisch und spannend umgesetzt wurde, vielleicht auch einfach deswegen,
weil die Locations in SpecForce nicht so abwechslungsreich wie in Chrome ausfallen. Auch die
Spielzeit der elf Episoden kommt nicht an die ca. 30 Stunden von Chrome heran und nach knapp
10-12 Stunden erreicht man den doch sehr enttäuschenden Endkampf. Wer Chrome mochte, wird sicher
von SpecForce nicht enttäuscht, doch eine sinnvolle Weiterentwicklung oder zumindest ein ebenbürtiges
Spiel darf man nicht erwarten, hier hinkt SpecForce eindeutig hinterher, auch wenn es wesentlich
besser ist, als viele andere Shooter. Interessierte sollten sicher zuerst Chrome spielen, das
zudem auch schon für günstige 10 € erhältlich ist und einfach mehr zu bieten hat. Dennoch ist
Chrome SpecForce ein spielenswertes Game geworden, das zu einem fairen Preis von ca. 25-30 €
sicher mehr bietet, als viele andere Vollpreisspiele. SpecForce entgeht nur sehr knapp der Note
2 und landet bei einer sehr guten 3+.
Geschrieben am 27.06.2005, Testkonfiguration: P4-3Gig, GeForce 6800GT, 1GB Ram, SB Audigy2ZS
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