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Conan
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 | Info |
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| Autor | | 4+ |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 1 |
 |   | | 1.5 |
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| Gesamt (22 votes) | | 3+ |
 |   | | 1.7 |
 |   | | 1.2 |
 |   | | 1.6 |
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| Name: | Conan |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2004/02 |
| Publisher: | TDK Mediactive |
| Entwickler: | Cauldron |
| Links: | Conan Site |
| Hardware: | 1Ghz, 256MB RAM, 32 MB D3D T&L, HD 2300 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | nein |
| Patch: | 1.03 |
| Bemerkung: | auch für Xbox, PS2, GameCube |
| USK: | 16 |
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1982 verfilmte John Milius (Der Wind und der Löwe, Red Dawn, Abschied
vom König) die Legende um den Barbaren Conan aus der Feder von Robert
E. Howard und besiegelte damit zugleich den Einzug des Muskelberges Arnold
Schwarzenegger in Hollywood. Es entstand ein guter Fantasyfilm, dem jedoch
eine schwache Fortsetzung folgte. Nichtsdestotrotz etablierte Conan Arnie
zu einem der beliebtsten und höchstbezahltesten Actionschauspieler der
80er. Ein dritter Conan Film ist derzeit in Planung uns soll das Conan
Fieber, jedoch politisch bedingt nun ohne Arnie, wieder entfachen.
Aber auch im Spielebereich ist das jetzt vorliegende Produkt kein Erstkontakt
mit dem rachesuchenden Barbaren. Bereits im Jahre 1984 gab es einen Plattformhüpfer
von Datasoft und 1991 ein Action Adventure von Virgin. TDK erwarb die
Lizenz an den Büchern von R. E. Howard und beauftragte das Entwicklerstudio
Cauldron (Chaser),
den Stoff umzusetzen. Ob dabei ein gelungenes Barbarenabenteuer entstanden
ist, soll unser Review zeigen.
Zur Technik:
Graphik: Cauldron entwickelte das Spiel zeitgleich für alle Next-Gen
Konsolen und den PC, was jedoch der Graphik, berücksichtigt man den kleinsten
Technik-Nenner in Form der PS2, nicht unbedingt ansieht. Stimmungsvoll
wurden die unterschiedlichen Locations eingefangen. So verbreitet der
Barbar seine Blutbäder farbenprächtig in Eislandschaften, Wüstenstätten,
Tempelanlagen, Sümpfen und unterirdischen Grotten. Die Texturqualität
variiert leider ein wenig. Sind z. B. Mauerwerke und Tempelwände sehr detailreich
und hochauflösend, findet man leider auch weniger beeindruckende Texturen.
Insgesamt aber wirken die Umgebungen glaubwürdig, abwechslungs- und phantasiereich.
Besonderes Highlight ist z. B. die Hafenstadt. Viele Spezialeffekte bekommt
man hingegen nicht zu sehen. So gibt es lediglich ein paar Lichteffekte,
die durch Fenster oder in Höhlen dringen oder ein paar Feuergeschosse
der Gegner. Die Figuren sind gelungen und detailreich umgesetzt, wie auch
ihre Animationen. So dreht Conan sich geschickt bei einem Spezialangriff
und vollführt eindrucksvolle Komboattacken (sollte man sie einmal ausführen
können). Graphisch ist Conan ein zufriedenstellendes Spiel, wenn es auch
nicht in der Oberliga spielen darf. Dafür bietet es jedoch keinerlei Framerateneinbrüche
und gute Pop-Up-freie Sichtweiten. Die Cutszenen wurden mittels der Gameengine
erstellt und hierbei zeigt sich, wie schon in Chaser, dass das Team von
Cauldron in der Lage ist, sehr cineastisch wirkende Sequenzen, Kamerafahrten
und Einstellungen umzusetzen.
Sound: Die Geräuschkulisse ist zufriedenstellend. Passende Ambientesounds
und das Waffengeklirre sorgen für den rechten Barbarensound. Konnte TDK
sich "nur" die Buchrechte sichern, spricht jedoch nichts dagegen, sich
die deutsche Arnie-Stimme zu besorgen und so spricht Manfred Lehmann im
Spiel Conan, wenn auch etwas lieblos. Einige Textpassagen erscheinen viel
zu kontextlos und dadurch nicht emotional an das Spielgeschehen gebunden.
Daher wirken sie zu sehr "runtergeleiert" und Herrn Lehmann scheint auch
der richtige "Arnie" als Vorbild zu fehlen, denn im Spiel hört er sich
eher an wie Sly Stallone als Judge
Dredd, dem er neben Bruce Willis ebenso seine Stimme leiht. Leider
gibt es auch bei anderen Figuren einige Aussetzer, so spricht der Oberbösewicht
mit einem sehr merkwürdigen Akzent, bei dem nicht zu sagen ist, ob er
gewollt oder ungewollt entstanden ist. Jedenfalls bewegt sich diese Sprachausgabe
nahe an dem Zumutbaren und akustisch Verständlichen. Dafür entschädigt
aber die sehr gelungene Stimme des Erzählers.
Musik: Die Musik ist durchaus gelungen und gut umgesetzt. Vollorchestrale
Abenteuermusik verwöhnt mit reichlich Choreinsatz das Spielerohr. Warum
man sich aber, wie groß im Vorfeld berichtet wurde, die Lizenz des Original-Filmsoundtracks
von Basil Poledouris
sicherte, scheint etwas fraglich. So findet man lediglich zwei kurze Stücke
("Battle of the Mounds", "Anvil of Crom") aus dem Originalsoundtrack,
wobei einer fast ausschließlich im Finale Verwendung findet. Das "Battle
of Mounds" Thema (zumindest die ersten 20 Sekunden daraus) wird dafür
mehr oder weniger bis zum Exzess ausgeschlachtet und kommt übermäßig zum
Einsatz. Auf das bekannte Conan Thema von Poledouris muss man aber leider
komplett verzichten. Warum man dafür die Originalmusik lizenzierte, ist
daher mehr als fraglich und wo Reviewer anderer Magazine soviel von der
Originalmusik wiedererkannt haben wollen, ebenso wenig. Unverständlich
auch deswegen, weil der Komponist der restlichen Musik seine Sache nämlich
mehr als gut gemacht hat und er durch diesen "Lizenzdeal" etwas untergeht.
So liefert er ausgesprochene gute Kompositionen, die perfekt zum Spielgeschehen
passen. Sie orientieren sich zwar nichts so sehr an dem Original und erinnern
mehr an Alan
Silvestri's Arbeit aus "Die Mumie kehrt zurück". Hier hätte man wirklich
auf die paar Sekunden original Filmmusik verzichten können und die Arbeit
komplett vom Komponisten und Sounddesigner Lubomir Ruttkay erledigen lassen,
der zeigt, dass er groß angelegte Chorpassagen und bombastische Orchestersound
ebenso versteht wie Soloeinlagen für Cello und Violine.
Steuerung: Gespielt werden kann Conan mittels Maus und Tastatur,
oder aber über ein Gamepad, was sich aber in der Praxis als unmöglich
erwiesen hat und ich frage mich, wie andere Reviewer die Nutzung eines
Gamepads empfehlen können, da es ab einem bestimmten Punkt im Spiel
nämlich nicht möglich ist und ein Fortkommen verhindert, es sei denn,
man "wurschtelt" 30 Minuten am Gamepad herum. Das Gamepad konnte
nicht manuell konfiguriert werden und in einigen Spielscreens konnte man
mit angeschlossenem Gamepad den Screen unmöglich verlassen. Doch dazu
im Bereich Kritik mehr, wo auch andere technische Mängel des Spieles Erwähnung
finden.
Zum Gameplay: Conan wäre nicht, Conan, der Barbar, wenn er nicht
auf Rache sinnen würde und als Voraussetzung dafür, wird mal
wieder ein ganzes Dorf Unschuldiger dem Erdboden gleich gemacht. Der Muskelberg
trifft nur noch auf einen Überlebenden, der Zeuge dieser Schandtat war
und verrät ihm, wer den hinterhältigen Angriff verursacht hat. Waren es
im Film noch die Anhänger des Schlangen-Kultes um Tulsa Doom, trifft es
nun eine andere Spezies aus Brehms Tierleben. Der Geierkult ist für
die schlagartig sinkende Einwohnerzahl des Dorfes verantwortlich und Conan
macht sich auf, sie dafür zur Rechenschaft zu ziehen. Da Barbaren ihre
Differenzen kaum bei einer Kanne Fencheltee in einer Selbsthilfegruppe
zu bereinigen suchen, sprechen natürlich die Waffen, wenn sich der Muskelberg
durch die unterschiedlichen Landschaften metzelt.
Conan ist vorrangig ein Kampfspiel, in dem es gilt, den Gegner mit Waffengewalt
zur "Aufgabe" zu überreden, auch wenn ihre "Aufgabe" meist darin besteht,
tot und zerstückelt am Boden zu liegen ...aber die Zeiten waren halt hart.
Und so besteht Conans Aufgabe hauptsächlich darin, von ein paar Schalterrätseln
und aufzufindenden Gegenständen einmal abgesehen, die jeweils linear aufgebauten
Level zu "säubern". Anfangs recht spartanisch ausgerüstet, finden sich
auch schon bald geeignete Waffen und manches Rüstungsteil. Die unterschiedlichsten
Schwerter, Morgensterne und Äxte werden zu seinen Wegbegleitern und wie
das Waffenarsenal zeigt, beschränken sich Conans Kampfkünste ausschließlich
auf den Nahkampf, was man von den Gegnern nicht behaupten kann, die schon
mal Feuerbälle oder sonstige Geschosse loswerden wollen.
Für "erlegte" Gegner erhält Conan Erfahrungspunkte, die er in einem Fähigkeitenmenü
in neue Eigenschaften umsetzten kann, von denen etwas über 50 zur Wahl
stehen. Die normale Grundausstattung des Barbaren beschränkt sich daher
auf Abwehr und drei Angriffsarten. Mit dem Erwerben von den neuen Fähigkeiten
und Special-Moves jedoch, kann man den Testosteron-Berg jedoch tunen und
ihm so die unterschiedlichsten Dinge beibringen, bzw. teilweise auch seine
Konstitution verbessern. Dies ist jeweils in drei aufeinanderfolgenden
Stärkestufen möglich und bestimmte Special-Moves verlangen die Kenntnisse
einer zuvor erworbenen Eigenschaft. Genügend Erfahrungspunkte vorausgesetzt
kann Conan dann z. B. seine Reaktionsfähigkeit erhöhen, seine Reflexe verbessern
oder Kraft und Ausdauer ein Upgrade verpassen. Das Erlangen von Special-Moves
lässt sich für bestimmte Waffenkategorien erlernen und der Spieler kann
so seiner Spielfigur vorgeben, sich lieber für Schwerter oder doch besser
zum Axt-Profi ausbilden zu lassen. Dadurch kann man so abenteuerliche
Moves wie Kopfschneider oder Berserkerwurf für die Schwertkunst erlernen
oder Spalter und Nackenbrecher für die Axt. Das ermöglicht, später schwere
Gegner oder gut gepanzerte Feinde besser zu erledigen. Bestimmte Moves
durchbrechen Panzerungen oder attackieren zugleich mehrere Angreifer.
Das hört sich jedoch alles viel besser an, als es im Spiel realisiert
wurde. Fast ein wenig zuviel Moves, die man auswendig "lernen" muss, um
sie ausführen zu können, denn um sie umzusetzen, bedarf es einer bestimmten
Eingabefolge der Aktionstasten. Ein "Angriff" "Angriff" " Deckung" und
"Alternativangriff" z. B. wird dann für einen bestimmten Special-Move nötig,
was aber aufgrund der Steuerung und dem "Unterbrechen" der Eingabefolge
durch Gegner nicht immer gelingt und man eigentlich auch durch simples
"Rumklicken" den selben Erfolg erzielt, zudem kosten Special-Moves auch
noch Extraenergie, die je nach Fähigkeitenausbau limitiert ist. Special-Move
Energie oder auch Lebensenergie kann durch Gegenstände, die im Gepäck
eingeschränkt mitgeführt werden können, wieder aufgefrischt werden.
Auch wenn sich das Kampfsystem durch die vielen Special-Moves eindrucksvoll
anhört, wirkt sich dies zumeist nur graphisch eindrucksvoll aus, als Spieler
selbst hat man zu wenig interaktiven Einfluss darauf. Ein parieren oder
gezieltes Ausweichen oder Kontern ist nicht möglich und Conan erinnert
dabei mehr an das Wikingerspiel Rune
mit seinem Arcadegemetzel, als an das viel differenziertere Kampfsystem
aus Severance. Ein Grund dafür, warum das Spiel dann auch nach einiger
Zeit bereits zu eintönig wird, wenn auch die neuen Gegner und Locations
für Abwechslung sorgen, denn die "Kampfphysik" und Gegnertaktik variiert
dabei kaum.
Ein paar kleine Rätsel oder Schalterpuzzle reichen da nicht aus, das
Gameplay spannender zu gestalten und hier sind dann ausschließlich einige
Levelbosse ein Lichtblick im ansonsten eintönig werdenden "Leveldurchlauf".
Dabei bieten einige der Locations wirklich Ansätze zu mehr Abwechslung
und Interaktivität. Gerade in der Hafenstadt hatte ich gehofft, dass das
Spiel hier noch mal die "Kurve" bekommt, aber die NPCs dienen hauptsächlich
der Levelbelebung und sind ansonsten nicht mehr als Statisten. Da ist
die einzige Abwechslung noch eine vollbusige Begleitung, die wir aus den
Klauen des Bösen befreiten und die mit uns ein paar Level auf Metzeltour
geht und wir sie davor bewahren müssen, dass der Feind ihrer habhaft wird.
Scheidet Conan dennoch mal "dahin", hat er die Möglichkeit,
in einer Arena zu Ehren des Gottes Crom nochmal seinen Heldenmut zu beweisen
und sich so durch einen siegreichen Kampf eine Rückkehr zur Welt
der Sterblichen zu verdienen - was jedoch nicht gilt, wenn er unehrenhaft
von einem Stein zermatscht wird :-)
Kritik: Wie schon im Abschnitt Gameplay beschrieben, spielt sich
Conan völlig linear und immer nach dem gleichen Strickmuster, was jedoch
nicht immer dafür verantwortlich ist, dass ein Game keinen Spaß machen
muss. Bis zu einem gewissen Punkt macht Conan auch Spaß, aber das Spielprinzip
hält leider die Spannung nicht bis zum Ende, was an mehreren Punkten,
wie auch an technischen Defiziten liegt.
Wie schon von mir in Rune
bemängelt, beschränkt sich Conans Handlungsraum ausschließlich auf Nahkampf
und so stellt sich bei mir dann im Xten Level des Gegnerkillens langsam
aber sicher Monotonie ein. Alle Handlungen reduzieren sich lediglich auf
den näheren Umkreis. Schön wäre es doch mal gewesen, auch eine Axt im
hohen Bogen durch die Luft auf einen Gegner zu schleudern. Leider aber
Fehlanzeige und für den reinen Nahkampf sind die Bewegungsmöglichkeiten
für den Helden viel zu beschränkt. Ein Sprung steht zur Verfügung, Wegrollen,
Ducken usw. steht aber nicht auf dem Programm und wäre wahrscheinlich
auch verschwendet, denn die Gegner KI ist nicht von besonderer Güte. Selten
benötigt man das Abwehren und meistens erreicht man durch wildes Rumgeklicke
den Tod des Gegners, statt zwanghaft die Kombination eines Spezialmoves
ausführen zu können, damit es auf dem Screen interessanter aussieht.
Feinde, die mit Fernattacken angreifen, werden immer mit der gleichen
Methode besiegt, die mehr als langweilig wird. Ein Schritt vorwärts, warten
bis er das Ferngeschoss abfeuert und dies mit Abwehrtaste "abfangen",
um dann wieder einen Schritt auf ihn zuzugehen. Ist man nah genug dran,
verpasst man ihm eins mit der "Keule", die naheliegende Idee
eine Flucht umzusetzen, wird von ihnen selten in Betracht gezogen. So
sind die Kämpfe meistens keine große Herausforderung. Auch bei den Wegfindungsroutinen
gibt es arge Probleme und so sind enge Gänge oder Treppengeländer oft
ein Hindernis.
Neben den Wegfindungsroutinen krankt Conan aber auch an vielen Dingen
in der technischen Umsetzung, die an Probleme erinnern, die bereits seit
4-5 Jahren der Vergangenheit angehören sollten. So kann Conan nach einem
Sprung schon mal auf dem Kopf eines Gegners in der Luft stehen bleiben.
Gegner schlagen durch eine Wand auf Conan ein, der ihn dann auch ebenso
"mit dem Schwert durch die Wand" erledigen kann. Leitern hinaufklettern
kann Conan noch, aber scheinbar hat man es in der Barbarenausbildung vergessen,
ihm zu erklären, wie man hinunterklettert und so kann man nur wieder nach
unten, wenn man Conan hinunterspringen lässt. Eine etwas antiquierte Spielphysik
für ein Game aus dem Jahre 2004. Wasser ist, sollte es mehr als knietief
werden, eine unüberwindbare Grenze und oft gibt es auch unsichtbare Levelbeschränkungen,
die Conan wie vor eine Glaswand laufen lassen. Zudem ist die Kameraposition
nicht immer optimal gelöst. Auch wird Conan, wenn er bereits einige weitere
Ausrüstungsgegenstände angelegt hat, in den mit der Gameengine erzählten
Zwischensequenzen, immer in der Grundausstattung "Halbnackter Barbar"
dargestellt, auch wenn er bereits Schulterverstärkungen oder dergleichen
besitzt.
Ärgerlich ist auch, dass man viele Gebiete, sollte man sie einmal verlassen
haben, nachträglich nicht mehr betreten kann und man somit die Möglichkeit
verliert, noch nach ein paar Secrets zu suchen. Ärgerlich auch deswegen,
weil man das Spiel nicht jederzeit beliebig Abspeichern kann. Dazu findet
man in den Leveln vereinzelte Runensteine, die ein einmaliges Speichern
ermöglichen (dies dann jedoch "punktegenau"). Jedoch spart man sich die
spärlich verteilten Runensteine meist auf und so kostet eine "ich will
noch mal in den alten Level zurück Aktion" entweder einen Runenstein,
Zeit oder Nerven. Selbigen "Nervzustand" erhält man bei ein paar Sprungeinlagen,
bei denen sich unter Conans Füssen Bodenplatten verabschieden und hier
ist die doch etwas zu schwammige Steuerung - zumindest für Jump & Run
Passagen- zu unpräzise.
Conan kann in drei Schwierigkeitsgraden gespielt werden, wobei auch Spieleneulinge
den leichtesten besser überspringen. Findet man zudem im Spiel noch alle
Teile des legendären Atlantisschwertes, bekommt man eine fast unbezwingbare
Waffe, die Gegner mit nur einem Schlag besiegen kann und es somit zum
Kinderspiel wird.
Bugs: Zu den Gameplay-Mängeln paaren sich jedoch aber auch noch
technische Bugs, die trotz des aufgespielten Patches in Version 1.3 vorhanden
waren. Die eingestellte Bildschirmauflösung wird beim Spielneustart nicht
übernommen. Hier ist es zwingend, zur Aktivierung erst wieder kurz das
Graphikmenü aufzurufen und wieder zu verlassen, was ausreichend ist, denn
dort steht die korrekt angewählte Bildschirmauflösung. Während des Spielens
kam es auch vor, dass sich einige Gegenstände im Gepäck von einer Minute
zur anderen in Luft auflösten, glücklicherweise jedoch keine, die für
bestimmte Rätsel und Aufgaben notwendig waren. Es ist nicht möglich gewesen,
während des Spiels, auch wenn man die entsprechende Option anwählen konnte,
die Option Steuerung zu ändern. So lies es sich zwar anwählen, zeigte
aber keine Reaktion, was besonders ärgerlich bei dem Punkt war, als ich
mich im Spiel nicht mehr weiterbewegen konnte, was an der katastrophalen
Umsetzung der Gamepadsteuerung lag. Hier ging es weder vor noch zurück
und der Level war nicht zu verlassen. Lediglich ein paar Millimeterbewegungen
waren möglich und das bei drei verschiedenen Gamepads, die alle die gleichen
Symptome aufwiesen. Auf Tastatur umstellen lies es sich nicht und so musste
man entweder speichern, das Spiel verlassen und dann die Steuerung umstellen
oder den Level neu starten. Wie so etwas durch die Qualitätsicherung kommen
konnte, ist mir ein Rätsel, zumal das Spiel ja auch für Konsolen veröffentlich
wurde und so auf eine gängige Padsteuerung ausgelegt sein sollte. Erschwerend
kommt hinzu, dass sich keines der angeschlossenen Pads manuell konfigurieren
lies und sich das Handbuch zudem komplett über die Standardbelegung ausschweigt.
Bei angeschlossenem Pad kam es auch häufiger vor, dass die Figur umkontrolliert
und ohne "Bremsmöglichkeit" stur im Kreis lief oder in eine bestimmte
Richtung "flüchtete", erst ein Wechsel ins Menü und zurück sorgte da manchmal
für Abhilfe. Die Steuerung ist generell auch zu unpräzise und so bleibt
Conan gerne mal an irgendwelchen Gegenständen kleben, kommt nicht recht
durch die Türen oder bleibt beim Fallen oder Springen im Zitterzustand
einige Sekunden irgendwo hängen. Die falsche Sortierung der Savegames
hätte auch spätestens mit dem Patch beseitigt werden müssen.
Insgesamt ist auch das Handbuch mehr als dürftig. So wäre z. B. die Tastenkombination
für die bestimmten Special-Moves unter der Beschreibung sicher empfehlenswert.
So muss man diese immer aus dem Fähigkeitenmenü heraussuchen.
Multiplay: Damit es sich auf der Packung auch schön liest, hat
Conan noch einen Multiplayerpart spendiert bekommen, der aber nicht über
den Alibicharakter hinaus geht. So soll Player vs. Player oder Deathmatch
für "Spass" in sechs Arenen im Lan oder Internet (mittels Gamespy) für
Unterhaltung sorgen. Problem Nummer 1 ist aber, dass niemand im Internet
Conan zu spielen scheint und das auch aus gutem Grund. Es lohnt sich kaum.
Ein Coop-Story-Mode wie z. B. in Herr
der Ringe würde hier sicher viel mehr bringen.
Die auf der Internetspieleseite versprochenen Downloads, wie z. B. Bonuslevel,
sind zudem bereits lange überfällig und werden sicher niemals das Licht
der Welt erblicken.
Fazit: Nachdem mich der Entwickler Cauldron mit Chaser
mehr als positiv überraschte, war ich auf Conan sehr gespannt. Leider
wurden die Erwartungen aber nicht erfüllt. Conan ist ein Spiel, dessen
Gameplay, und das nicht im positiven Sinne, an ein veraltetes Spielprinzip
erinnert, auch im Hinblichk auf technische Probleme. Der Levelaufbau ist
zu gradlinig und variationsarm und so hat man bereits nach 2-3 Stunden
von insgesamt ca. 10-12 Stunden Spielzeit, fast alles erlebt, was es zu
erleben gibt. Interessante Ideen werden dann in Cutszenen erzählt und
hier wünscht man sich, diese lieber selbst zu spielen, als nur "serviert"
zu bekommen, denn hier wird einem wirklich bewusst, was man aus Conan
hätte machen können. Das reine Gegnermetzeln wird auf Dauer zu eintönig.
Dass es auch unterhaltsamerer und abwechslungsreicher geht, zeigen definitv
Programme, die schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel haben. So fallen
mir hier Heretic
2 oder auch Heavy
Metal FAKK² ein, selbst Rune
hat es hier besser gemacht, wenn es auch ein paar ähnliche Probleme hatte.
Auch Enclave
ist gegen Conan die bessere Alternative. Wer ein Spiel sucht, in dem Schwertkampf
mit taktischen und variationsreicheren Optionen Vorrang hat, wird mit
Conan nichts anfangen können. Hier ist Severance oder das alte Die by
the Sword immer noch die bessere Wahl. Conan ist bestenfalls ein Spiel,
dass man mal "Zwischendurch" spielen kann, ohne zu hohe Anforderungen
zu stellen. Als Budgetrelease sicher ok, als Vollpreisspiel aber definitiv
nicht, was wohl auch Publisher TDK sehr schnell merkte und sich zu Herzen
nahm, denn Conan wurde bereits kurze Zeit nach dem Release drastisch im
Preis reduziert (ca. 20 €), von daher ist es für Fans des Spielprinzipes
vielleicht ein Versuch wert.
Geschrieben am 12.05.2004, Testkonfiguration: AMD2100+, Radeon 9500 Pro, 512MB Ram, SB Audigy
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