 |
Contract J.A.C.K.
|
|
 |
 | Info |
|---|
| Autor | | 3+ |
 |   | | 2.5 |
 |   | | 1 |
 |   | | 1.5 |
 |  |  |  |
| Gesamt (18 votes) | | 3+ |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 0.9 |
 |   | | 1.2 |
|
| Name: | Contract J.A.C.K. |
| Genre: | Egoshooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2003/11 |
| Publisher: | Vivendi Games |
| Entwickler: | Monolith |
| Offiz. Sites: | Game |
| Links: | NOLF-Girl |
| Hardware: | 733Mhz, 256MB RAM, 32 MB D3D T&L, HD 2000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | ja |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1.1 |
| USK: | 16 |
|
|
| Contract J.A.C.K. (review von ronin) |
Leise still und heimlich kommt es daher - das AddOn zu einem der schönsten
Shooter überhaupt. Contract J.A.C.K setzt auf ungewöhnliche Weise den
humorigen Schleichshooter No
One Lifes For Ever 2 (NOLF2) fort und befasst sich eher mit der "Haudrauf-Seite"
des Agentenlebens. Nachdem der erste Teil um Cate Archer von vielen Magazinen
zum Spiel des Jahres 2001 gekürt wurde, konnte der zweite Teil diesen
Erfolg nicht fortsetzen. Die Gründe hierfür sind mir schleierhaft, wurde
doch die Reihe ebenso humorig und atmosphärisch fortgesetzt. Mit der Charakterentwicklung
als nettes Gimmick und der neueren Generation der Lithtech-Engine konnte
auch nicht von einem lieblosen Abklatsch gesprochen werden. Selbst die
Printmags vergaben Höchstnoten und lobten den Titel - zu recht wie ich
finde - als würdigen Nachfolger. Man kann nur hoffen, dass die kürzlich
veröffentliche Game of the Year-Edition von NOLF1, mit komplett deutscher
Synchronisation, das Cate-Fieber wieder ankurbelt. Wie sich das ADDon
mit seiner serienuntypischen Spielweise und der Pendant-Story spielt,
soll der Test zeigen. Vorab wie immer ein paar Worte zur technischen Umsetzung.
Grafik:
Als Grafikengine kam die aus NOLF2 bekannte Engine zum Einsatz, weswegen
man keine Präsentationshöhenflüge a la Halflife2 und Konsorten erwarten
darf bzw. sollte. Die Texturen sind hübsch aber nicht außergewöhnlich,
was auch für die Charaktermodelle und Grafikeffekte gilt. Nichtsdestotrotz
wirkt die Spielumgebung stimmig, glaubwürdig und erfüllt damit seinen
Zweck ;-). Verbesserungen zum Hauptprogramm konnte ich jedoch keine feststellen.
Lithtech-typisch werden Außenareale genauso problemlos, wie enge Gewölbe,
dargestellt. Unverzeihlich bleiben jedoch die häufigen Performanceeinbrüche,
wenn man den Fehler macht, alle Details auf Maximum zu stellen. (sei es
aus leistungstechnischer Rechnerüberschätzung, oder dem blauäugigen Glauben,
ein theoretisch 1 Jahr altes Spiel mit maximalen Details flüssig spielen
zu wollen) Meine nagelneue Radeon 9800 hatte selbst nach dem Runterschalten
der Auflösung auf 1024*768, vor allem in Außenlevels, erheblich zu kämpfen.
Besonders das Abschwächen der Schattendarstellung schafft hier Abhilfe.
Ich weiß nicht ob es an den vielen Scripten (an der Gegner K.I. kann es
definitiv nicht liegen ;-)), oder einer Nichtoptimierung für ATI Karten,
liegt, aber für ein Spiel mit einer relativ alten Engine ist dieses Geruckel
unverzeihlich.
Sound und Musik:
Auch hier hat sich nicht allzu viel verändert. Die Hintergrundmusik orientiert
sich am Agentenflair der sechziger Jahre und setzt die humorige Atmosphäre
der beiden Vorgänger nahtlos fort. Über das realistische Maschinengewehrgeratter
gibt es auch nichts zu meckern, nimmt dieses Geräusch in J.A.C.K doch
den Großteil der Soundkulisse in Anspruch. Positiv auch wieder die tolle
Sprachausgabe. Alle Dialoge wurden mit professionellen Sprechern vertont
und haben durch die gleiche Besetzung wie in den Vorgängertiteln Wiedererkennungswert.
Während des Spielens werden immer wieder Dialoge eingespielt, sei es durch
Telefone oder versteckte Lautsprecheranlagen, welche durch witzige Kommentare
die Atmosphäre aufbauen. Es lohnt sich immer wieder zwischen den häufigen
Feuergefechten den Dialogen der Gegner zu lauschen. Mein persönlicher
Favorit war der verrückte Wissenschaftler, der durch den langen Aufenthalt
auf der Raumstation nach leckeren Pfannkuchen bettelt und zwischendurch
unser hoffentlich baldiges Ableben herbeiflucht ;-).
Steuerung:
Bleibt abschließend noch die Steuerung, die genretypisch nicht unbedingt
erklärt werden muß. Das einzig Auffallende ist die Autoaim-Funktion, die
vor allem bei den Fahrten mit dem Schneemobil und dem Vesparoller positiv
auffällt. Anders wäre bei den Fahrzeugen ein Zielen gar nicht möglich,
weil nur nach links oder rechts gedreht werden kann und damit Gegner auf
Hügeln nicht anvisiert werden könnten. Stellt diese Zielhilfe in diesem
Bereich eine große Bereicherung dar, so wird sie im normalen Shootermodus
zum legalen Cheat. Wer auch nur ein wenig Spaß mit dem kurzweiligen Ballerspielchen
haben möchte, der sollte diesen Modus durch das Drücken der Taste B (Standardeinstellung)
deaktivieren. Das Programm visiert sonst die empfindlichen Stellen der
Gegner automatisch an und macht das Ballern zu einem Kinderspiel. Diese
Funktion, da abschaltbar, bietet natürlich keinen Grund zur Kritik, erlaubt
sie doch auch Genreeinsteigern einen flüssigen Spielverlauf, aber man
hätte als Standardeinstellung das Autoaim lediglich bei den Fahrzeugen
aktiviert lassen sollen. Abschließend noch ein Wort zum manuellen Zielen.
NOLF-typisch wirkt das Fadenkreuz mit den Standardeinstellungen immer
etwas schwammig und ungenau. Meistens müssen hier nur Maussensivität und
Grafik an den Rechner angepaßt werden und das Problem ist behoben.
Ausstattung:
Die karge Ausstattung der heutigen Spiele macht es meiner Meinung nach
nötig, auf diesen Aspekt einzugehen. J.A.C.K stellt hier ein zweischneidiges
Schwert dar. Einerseits wurde auf ein Handbuch in der DVD-Packung komplett
verzichtet, mit dem Hinweis sich das als PDF-Datei beiliegende anzusehen.
Andererseits kommt das Stand-alone-AddOn (nur in der Deutschen Version)
mit dem eigentlichen Hauptprogramm NOLF2 daher. Für den Preis von etwa
30-35 € eine sehr lohnende Anschaffung.
Gameplay:
Die Story von J.A.C.K spielt kurz vor den Ereignissen von NOLF2. In der
Rolle von John Jack, seines Zeichens Auftragskiller, soll man für den
Erzfeind von Cate Archer, Volkov, einen verrückten Wissenschaftler, aus
einer Raumstation befreien. Der Rollentausch von gut auf böse schlägt
sich dann auch im Gameplay nieder. Während Cate so lange wie möglich unentdeckt
durch die Levels geschlichen ist, ballert sich John von einer Gegnermasse
zur nächsten. Ärgerlich sind hierbei die ständig "herbeigezauberten" Feinde,
die per Scriptszene in den Level gebeamt werden. Nach spätestens drei
Levels entwickelt man ein Gespür für diesen Beameffekt, denn der Rechner
lädt einen Sekundenbruchteil und ruckelt leicht. Ein hervorragendes Frühwarnsystem
- der Atmosphäre leider vollkommen abträglich. Dem Spielprinzip angepaßt
wurden auch die vielgeliebten Secrets in Form von Geheimdokumenten. Nicht
nur, daß diese Notizzettelchen lustig zu lesen waren, sie brachten in
NOLF2 auch zusätzliche Erfahrungspunkte, um Kates Eigenschaften aufzuwerten.
In J.A.C.K fehlt beides - die Secrets und die Charakterskillung. Maximal
zwei Secrets sind jetzt noch im Level zu finden und bringen zusätzliche
Munition oder Healthpacks. Ganz verstehen kann ich diesen Schritt seitens
der Entwickler nicht, waren doch diese kleinen Nebenaufgaben immer zusätzliche
Motivation und brachten Atmosphäreboni. Auch der Einsatz von technischen
Spielereien wie dem Schweißgerät oder unterschiedlicher Munition wurde
gestrichen. Der Levelaufbau ist abwechslungsreich, was auch für die Locations
gilt. Auf der Raumstation zum Beispiel, kann, nachdem man einen Raumanzug
gefunden hat, auf dem Mond herumspaziert werden, oder man wechselt plötzlich
von den tristen Korridoren in den botanischen Garten der Station. Nach
der Explosion der Station schwebt man im All und muß mit seiner Laserkanone
gegnerische Agenten ausschalten, während man in einer vorberechneten Bahn
immer weiter Richtung Sonne treibt. Auch die kurzen Fahrten mit dem Schneemobil
sind spaßig und bringen Abwechslung. War es in NOLF2 das quietschende
Dreirad mit dem Kate den Gangstern einheizen mußte, so ist es in J.A.C.K
die italienische Kampfvespa - ein kleiner, häßlicher, roter Roller mit
zwei MGs am Bug. Teilweise kommt neben dem Klickfinger auch der Kopf zum
Einsatz, wobei Ersterer nicht vernachlässigt wird. Zum Beispiel muß eine
Rakete in der richtigen Reihenfolge startklar gemacht werden. Ausrichten
- ballern - betanken - ballern - mit dem richtigen Schlüssel starten -
ballern- einsteigen. Die Actionballerei macht trotzdem Spaß. Auch wenn
vom großen Vorbild wenig übrig bleibt, so kommt durch die humorige Aufmachung
altes NOFL-Flair auf. Überall hängen Bilder mit Anspielungen auf das Hauptprogramm
und Agentenfilme der 60ziger. Selbst Cate sieht man kurz im Vorbeifahren
am Straßenrand stehen. Auch die schon erwähnten eingespielten Dialoge
zwischen den Gangstern sind erstklassig. Alles in allem kommt die Atmosphäre
in J.A.C.K aber nicht an das Original heran. Es wirkt eher wie ein Schatten
dessen, was Cate Archer im zweiten Teil erlebte. Daran Schuld ist hauptsächlich
das tumbe Spielprinzip, das stark an die Serious Sam Teile oder Will Rock
erinnert und die etwas lahme Story. John bekommt einen Auftrag von Volkov
und den zieht er als genretypische Odyssee durch. Der Bezug zum Charakter
fehlt leider etwas und man entwickelt keine Beziehung zu Rauhbein John
Jack. Nach knapp fünf Stunden sollte jeder halbwegs shooterbegabte Spieler,
auch ohne Zielhilfe, am Ende angelangt sein. Nichtsdestotrotz macht es
Spaß durch die Levels zu rennen, zu ballern und ein wenig in NOLF-Erinnerungen
zu schwelgen.
Multiplay:
Der spaßige kooperative Modus aus NOLF2 fiel im AddOn dem Rotstift zum
Opfer. Stattdessen kommen die üblichen Modi, wie Deathmatch oder dessen
Teamvariante zum Einsatz. Der mitgelieferte Editor erlaubt außerdem das
Erstellen und Modifizieren der Maps, wodurch kein Kartenmangel aufkommen
sollte.
Fazit:
Es fällt nicht gerade leicht eine uneingeschränkte Empfehlung für das
doch recht lustige AddOn auszusprechen. NOLF Fans werden von dem Ballerprinzip
mehr als abgeschreckt sein, wobei ich hier nur empfehlen kann über den
eigenen Schatten zu springen und sich auf das lockerflockige Geballer
einzulassen. Es lohnt sich schon allein wegen des serientypischen Humors
und der Parallelen zur Hauptstory, die eingespielten Pfade zu verlassen.
Serious Sam Fans können ohne Nachdenken zugreifen, bekommen sie doch die
Möglichkeit, das beigelegte Hauptprogramm NOLF2 zu spielen. Leider hat
mir Monolith zu viele Abstriche im Gameplay gemacht - die Streichung der
Secrets und des Charaktersystems ist unverzeihlich. Auch aus der zähen
Story hätte mehr gemacht werden können. Dass es die Entwickler besser
können haben sie mit den beiden Vorgängern bewiesen. Es kommt leider der
Verdacht auf, mit Hilfe des bekannten Namens, an leicht verdientes Geld
zu kommen. Wie man an prominenten Serien der letzten Zeit sehen konnte
(Commandos3;
Tomb
Raider 6; Deus
Ex2) kann so etwas schnell nach hinten losgehen. Eine 3+ bekommt das
AddOn um den sympathischen John trotzdem, weil es einfach Spaß macht mit
ihm durch die schönen Levels zu ballern.
Geschrieben am 24.12.2003, Testkonfiguration: AMD2400+,Radeon 9800, 1024MB Ram, SB Audigy
|