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CSI - Crime Scene Inv.
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| Autor | | 4+ |
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| Gesamt (16 votes) | | 3+ |
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| Name: | CSI - Crime Scene Investigation |
| Genre: | Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2003/05 |
| Publisher: | Ubisoft |
| Hardware: | 300Mhz, 128MB RAM, 8MB 3D-Karte D3D, HD 517 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus |
| Sprache: | Deutsch |
| USK: | 12 |
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| CSI - Crime Scene Investigation (review von look) |
Und wieder einmal kommt aus der momentanen Schwemme der Lizenzprodukte
die auf Kino oder Fernsehmachwerken beruhen, ein Kandidat auf die werte
Spielergemeinschaft zu. Diesmal handelt es sich um eine Fernsehserienumsetzung,
die schon erfolgreich in den USA und auch in Deutschland ausgestrahlt
wurde. Nun ist jedoch kein Detektiv das Vorbild (Glasauge sei wachsam
;-)), ein omnipotenter Quincy oder Mark Sloan, sondern es geht um die
Nachtschicht der forensischen Abteilung des Policedepartments von Las
Vegas - dem Moloch schlecht hin. Wo Glücksspiel das Geschehen regiert
und eine Stadt eigentlich erst nach Sonnenuntergang in voller Blüte
ihr wahres Gesicht zeigt, dürfte man nicht überrascht sein, daß das Leben
auf der Überholspur der Glücksritter auch ihre Schattenseiten hat - was
das leichte Geld ebenso mit sich bringt.
Die Fernsehserie bot so einiges und war damit eigentlich prädestiniert
für eine spielerische Umsetzung. Faszinierende Ermittlungsmethoden, angewandte
Techniken zur Analyse, hin zu den filmischen Umsetzungen der mutmaßlichen
Tathergänge, bis zu den unüblichen Kamerafahrten, die zeigten wie und
wo eine Verletzung im Körper was bewirkte, waren schon interessantes Beiwerk.
Gute Schauspieler, interessante Fälle, stimmungsvolle Musik und die Synchronisation
taten ihr übriges, um die Serie zu einem aufregendem Krimiereignis werden
zu lassen.
Ob das Point & Click Renderadventure hält, was die Serie vormachte und
an Substanz und Machart versprach, soll unser Review klären.
Wie im TV Vorbild üblich erscheint man immer erst auf der Bildfläche,
wenn die Tat schon begangen wurde. So auch wir in Gestalt des Neulings
der Spurenermittlung, unter der Federführung des Leiters Gil Crissom,
der uns beim ersten Auftrag hilfreich zur Seite steht. Dieses Prinzip
wiederholt sich in allen 5 Fällen, man wird als "Frischling" immer von
einem erfahrenen Teammitglied begleitet. Angekommen am Tatort heißt es
für unser alter Ego erst mal Spuren zu sichern. Dabei wird man in einer
Art Tutorial "angelernt", welches einem die unterschiedlichen Methoden
aufzeigt und deren weitere Anwendung erklärt. Man schaut sich den Tatort
genau an, untersucht die Gegebenheiten, nimmt Proben und sichert die Beweisstücke.
Zu diesem Zwecke hat man unterschiedliche Arbeitsgeräte bei der Hand,
angefangen bei der Pinzette und dem Gummihandschuh, um Proben, Kleinstpartikel
und andere Beweismittel aufzunehmen, über Gips und Mikrosil (wachsartige
Masse zum Nehmen von Abdrücken von Wunden etc.) zum Sichern von z. B. Fußspuren,
bis hin zum schnöden Wattestäbchen oder Klebeband, um Materialspuren zu
sichern, die zumeist DNA-Anhaftungen wie Blut oder Schuppen beinhalten.
Zur Unterstützung bei der Suche nach Beweisen hat man noch unterschiedliche
Untersuchungsinstrumente dabei, die einem behilflich sind, die Umgebung
zu sondieren. Dazu gehört die Lupe, um sich Sachen näher und genauer anzusehen,
das obligatorische Fingerabdruck-Pulver (Ninhydrin dient dem gleichem
Zweck, nur kann man sich damit auf porösen Materialien Abdrücke anzeigen
lassen), eine UV-Lampe, um nicht sichtbare "Flecken" etc. für uns sichtbar
zu machen, wichtig auch Luminol, mit dem man Blut fluoreszieren läßt oder
exotischere Geräte wie eine Infrarotkamera oder ein Olfaktor zur Entnahme
und Sicherung von Geruchsproben.
Das Entnehmen und Sichern von Beweisen und das Aufspüren mit den richtigen
Mitteln sind die ersten Rätsel, die uns jeder Tatort stellt, welche auch
akribisch durchgeführt werden sollten, will man sich nicht die Quote
versauen. Da zumeist immer jemand am Tatort ist, der die Polizei alarmierte,
wird dann auch ein Plausch fällig, wo man mehr oder weniger etwas über
die Tat, Tathergang oder die Leiche erfährt. All diese Spuren, Beweise,
Indizien und Gegenstände müssen jedoch auch untersucht werden, um überhaupt
daraus schlau zu werden. Also ab in die Bathöhle - ähh, ich mein, ins
Labor. Dort trifft man auf Greg Sanders, ein Laborant mit großem Mundwerk,
der aber gute Ergebnisse bringt, also was soll's. Ihm übergibt man die
meisten gesammelten Beweise, die er analysiert und dessen Ergebnisse dann
in der Fallakte auftauchen. Unser liebster und bester Helfer ist jedoch
der Freund "Computer". Mit dessen Hilfe können wir die genommenen Fingerabdrücke
untereinander vergleichen oder nach der dazugehörigen Person fanden, wenn
ein Datensatz in der Datenbank verfügbar ist, was auch mit mit Reifen
und Fußspuren funktioniert. Hat man alle Indizien analysiert, geht es
zum Leichenbeschauer, um dort Todesursache, Todeszeit und weitere nützliche
Infos zu bekommen. Aus der Serie übernommen wurde die Kameraführung, die
einem zeigt, warum jemand gestorben ist - folgend dem Eintrittskanal der
Waffe wird dann kurz anschaulich dargestellt, was im Inneren passierte.
Die bisher gesammelten "Fakten" trägt man nun Jim Brass vor, dem Captain
der Mordkommission, um so z. B. Zugang zu weiteren Lokations zu bekommen
oder um Verdächtige vorladen zu können (z. B. für eine DNA-Probe). Je professioneller
und akribischer man vorgegangen ist, um so mehr Indizien und Beweise sammeln
sich an, die man in der Fallakte nachschlagen kann. Dort werden nicht
nur die Fakten zum Opfer gesammelt, sondern auch die vermeintlichen Täter
aufgeführt und die Indizien, die man gegen sie gesammelt hat. Letztendlich
endet jeder Fall mit einer anschließenden Befragung der Verdächtigen und
deren Überführung. Leider fehlt wie in der Serie auch hier vollständig
der letztendliche Richterspruch, schließlich möchte man doch auch sehen,
ob man gut gearbeitet hat und ob die Beweise stichhaltig waren. So was
wie in der Serie Dragnet (deutsch: Polizeibericht) wäre am besten gewesen,
um das Erlebnis Kriminalistik und Detektivarbeit auch mit einem vollwertigem
Glücksgefühl zu bestätigen. Um einen Anreiz zu schaffen, vielleicht nochmals
den Fall aufzurollen oder gründlicher zu arbeiten, gibt es eine abschließende
Bewertung unserer Leistungen, die zur Freischaltung kleinerer Bonis führt.
Das Spiel krankt aber leider an der viel zu linearen Vorgehensweise-
Irrwege beschreiten ist ausgeschlossen, selbst das "Zerstören" von Beweisen
durch Entnahmen oder Sicherung mit dafür nicht geeigneten Gerätschaften
ist nicht möglich. Die Gespräche werden im Multiple-Choice Verfahren abgehalten,
jedoch ist dort nur ein stures Abarbeiten der möglichen Fragen zulässig
und es gibt auch keine breiter gefächerten Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung
oder gar Sackgassen. Diese Striktheit in der Ausführung und beim Beschreiten
des einen Lösungsweges führt dazu, dass die reale Spielzeit auf knapp
7 bis 10 Stunden sinkt- selbst als blutiger Laie in Sachen Kriminalistik
oder Adventuretum.
Die Schauplätze sind zumeist nicht mehr als ein Raum, in dem man sich
per Egoperspektive umsehen kann, um dann auf Gegenstände zu klicken, die
sich lohnen angesehen zu werden (angezeigt durch Farbveränderung des Cursors).
Da es sich um eine Renderadventure in der Machart von Salammbo
oder Myst handelt, ist die Szenerie schon vorgerendert und man hat einen
360° Rundumblick, der aber weder wirklich detailreich, noch ansehnlich
gestaltet wurde. Man hat sogar beim Umsehen Fischaugenartefakte im Bild,
so als ob sich die Textur auf einer gekrümmten Oberfläche befindet und
dadurch gerade Linien eben eine unschöne Krümmung erfahren (so als ob
sich die Szenerie durch einen Wassertropfen ansieht). Die einzig wirklich
lebhaften Bewegungen im Spiel (man selbst kann kaum mal drei Schritte
machen) kommen von den kleineren Einspielern, die man auch schon aus der
Serie kennt, wenn die Mutmaßungen zum Tathergang visualisiert werden.
Im Spiel selbst herrscht genretypisch eher Bewegungsarmut, hier jedoch
schon fast auf die Spitze getrieben, immer und immer wieder die gleichen
Lokations und die gleichen Animationsabläufe der NPC's. Nicht einmal die
ansonsten aus der Serie bekannten Einführungsfilme sind wirklich sehenswert,
ein kurzer Schwenk über Las Vegas bei Nacht und schon steht man am Tatort.
Grafisch gewinnt das Spiel keine Auszeichnungen, auch wenn man die Mitarbeiter
des CSI denen der Serie nachempfunden hat, wirkt alles ziemlich abgehackt,
leer, detaillos - mit einem Wort fad.
Wie schon fast üblich ist die Darstellung bei 800x600 festgemacht und
kann nicht geändert werden. Der Sound bzw. die Geräuschkulisse ist angenehm
und unaufdringlich, man merkt sie nicht einmal und es bleibt auch nichts
länger im Gedächtnis zurück, dabei bietet die Serie doch einiges an Musik,
was man atmosphärisch hätte einbauen können. Die Sprachausgabe ist
Original erhalten geblieben und wurde von den Serienschauspielern vertont.
Eigentlich nicht schlecht, schließlich braucht man so keine Angst vor
unmotivierten Sprechern zu haben, da mal wieder an der Lokalisation gespart
wurde. Schön wären jedoch die deutschen Stimmen aus der Serie
gewesen, da vor allem die von Gil Grissom sehr vereinnahmend und prägend
ist, so daß das Original fast schon "unnatürlich" rüber kommt. Bei den
Untertiteln wurde gespart, um die doch recht schnell gesprochenen Sätze
schnell genug lesbar wiederzugeben, daher fehlen einfach ein paar Redewendungen
oder werden gekürzt wiedergegeben, was jedoch technisch bedingt ist, denn
die "Chatzeile" in der die Untertitel ausgegeben werden, ist wirklich
nur eine Zeile hoch, ein Scrollen im ablaufendem Gespräch im Nachhinein
ist nicht möglich. Die Visualisierung am untersten Ende, noch unter dem
Hud ist ein weiteres Manko - die Plazierung ist nicht wirklich glücklich
gewählt worden, denn entweder man liest mit oder man schaut sich die Szenerie
an, beides geht nicht, da der Abstand Chatzeile - Gesprächvisualisierung
einfach zu groß ist.
Das Manövrieren per Cursor (gespielt wird nur mit Maus) in den Hud-Optionen
ist ebenfalls etwas hackelig, was man schnell mitbekommt, wenn man sich
wieder mal verklickt hat. Scheinbar ist die Positionierung nicht so gelungen,
denn man muß mit dem Cursor schon ganz über den Button oder Satz bei Gesprächen
fahren, um eine Aktivierung vornehmen zu können, selbst das klappt nicht
immer so wie gewollt, weshalb immer der Kontrollblick folgt, ob sich die
Farbe des anzuklickenden Bereiches auch ändert, um eine Aktion ausführen
zu können. Das Autospeichersystem ist einfach und effektiv, abgeschlossene
Fälle werden automatisch gespeichert, ebenso der aktuelle Spielstatus.
Das Spiel kommt ansonsten bugfrei daher, auch wenn ich mich Frage, warum
beim Laden eines Speicherstandes mein Floppylaufwerk abgefragt wird, warum
bei der Vollinstallation 1.5 GB drauf gehen und wieso man sich für das
Dateiformat .Mov bei den Filmen im Spiel entschieden hat und das Aufspielen
von Quicktime bedingt, was nun nicht jeder auf seinem System sehen will?
Als Fazit läßt sich sagen, dass die Fälle und deren Rätsel zwar gut durchdacht
waren, jedoch der zu strikte Lösungsweg und die Linearität des Spielablaufes
einfach keine anderen Handlungsmöglichkeiten zuließen und damit zu einfach
geraten sind. Die Realisation seitens Grafik und Sound ist ziemlich dröge
und vermittelt nicht wirklich Raumtiefe und Atmosphäre. Es bleibt ein
fader Beigeschmack, denn die Serie bietet viel mehr an Substanz, als dieses
Lizenzprodukt abliefern konnte. Für Fans, die Krimis und deren Auflösung
mögen, ist das Spiel dennoch zu empfehlen, allen anderen Interessierten
rate ich jedoch zu warten, bis dieses Produkt günstiger zu haben
ist, denn so bietet es eindeutig zu wenig. Vom Flair der Serie ist nicht
viel übrig geblieben oder nicht genug übernommen worden. Allen anderen
Gelegenheitsspielern oder jenen die in das Adventuregenre reinschnuppern
wollen sei gesagt, das es bessere Spiele auf dem Markt gibt, die mehr
Atmosphäre erzeugen und Spieltiefe mitbringen. CSI macht zwar Spaß, die
Fälle sind interessant, aber die Darbringung ist nicht das, was die Serie
verspricht. Es fehlt die Spannung, Dramatik und die kleinen Zwischeneinlagen
aus der Serie, wo Gil wieder mal den Konfuzius der Kriminologie raushängen
läßt.
Geschrieben am 20.07.2003, Testkonfiguration: AMD1100, GeForce4 4200, 512MB Ram, SB Live 5.1
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