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Cryostasis
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 | Info |
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| Autor | | 3 |
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| Gesamt (8 votes) | | 2+ |
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 |   | | 2.5 |
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| Team (2 votes, siehe hier) | 3+ |
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| Name: | Cryostasis |
| Genre: | Egoshooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2009/02 |
| Publisher: | 1C |
| Entwickler: | Action Forms |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | 2.4Ghz, 1GB RAM, 256 MB PixelShader3, HD 6000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/Vista, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Multilingual |
| zensiert: | nein |
| Patch: | 1.1 |
| Bemerkung: | unterstützt PhysX Hardware |
| USK: | 16 |
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| Cryostasis (review von yak) |
Wir bei yiya sind Spielen mit ehemaligen Eisernen Vorhang-Ursprungs immer recht offen gegenüber
eingestellt. Deswegen, weil sie oft in der immer so "objektiven" Fachpresse zumeist grundlos
niedergemacht werden, was sicher in Korrelation mit dem Werbeetat und dem Bemühen der PR-Manager
der Bigplayer steht. Es hat aber auch damit zu tun, dass ich die Spiele der großen Publisher
größtenteils nicht mehr riechen kann: vom Mainstream weichgespült, ein Fortsetzungsteil, der
früher nicht mal den Anspruch eines Addons erfüllen würde, eine lieblose oder zu "konsolige"
Umsetzung eines Konsolentitels oder schlicht und ergreifend ein Titel mit Graphik-Hui und Gameplay-Pfui
- und das alles mit einem Budget, mit dem die kleineren Oststudios sicher 10 Spiele entwickeln
könnten. Das bedeutet nicht, dass wir Spiele mit Provenience Ost über den grünen Klee loben,
wir versuchen lediglich, sie fair zu beurteilen, auch mit ein wenig Rücksicht auf das Budget
und Möglichkeiten. Wenn dabei dann ein Titel herauskommt, der für kurzweilige Unterhaltung sorgt
und im Idealfall auch noch einen etwas unkonventionellen Weg ab von der Mainstream-Street geht,
umso besser. Besonders auch im Hinblick darauf, da die Spiele bereits zum Release im Midprice
Segment den Besitzer wechseln. Deswegen haben wir uns auch sogleich Cryostasis besorgt, um zu
sehen, was Entwickler Action Forms ("Vivisector")
aus dem vielversprechenden Setting "Shooter im ewigen Eis" auf die Beine stellen konnte.
Gespielt wurde eine UK-Importversion, die dort im Midprice/Budgetbereich von ca. 20 Euro
angeboten wird. In Deutschland wird für die angekündigte deutsche Fassung gut 40 Euro verlangt.
Auf der Spiel-DVD befindet sich jedoch eine multilinguale Fassung, die auch die komplett deutsche
Spielfassung, inkl. deutscher Synchro enthält. Der Datenträger trägt sogar bereits das USK 16
Logo und auf der DVD ist ein deutsches Handbuch als PDF. Ein Sprachbarriere besteht daher nicht
und auch eine Zensur scheint durch die bereits vorliegende USK Einstufung nicht gegeben. Sparfüchse
können daher getrost - und eher als zum Deutschlandrelease - den Polarkreis besuchen.
Technik
Das Setting machts. Graphisch bietet Cryostasis aufgrund des streng vorgegebenen Settings
zwar nicht viel Abwechslung, was und wie es präsentiert wird, ist jedoch äußerst gelungen. Das
Spiel handelt auf einem verlassenen atomgetriebenen Eisbrecher namens Northwind, der bereits
seit Jahren im Eis des Polarkreises verschollen ist. Damit hat es sich auch schon an "Locations".
Jedoch hat das riesige Schiff einiges zu bieten und so darf man rostige Maschinenräume, Krankenstationen,
Kombüsen, Frachträume, Mannschaftsquartiere, das Deck und andere Räumlichkeiten besuchen. Stimmung
wird besonders durch Lichteffekte und Darstellung von Kälte erzeugt, was den Entwicklern wirklich
ausgezeichnet gelungen ist. Cryostasis vermittelt wirklich ein Gefühl von klirrendem Frost.
Die dichten, kaum durchschaubaren Schneewehen, die Oberflächen, die von der Eiseskälte überzogen
sind, bei Wärme auftauendes Wasser und dazu ein HUD, bei dem man förmlich die Scheibe einfrieren
sieht, wenn sich am Rand Frostblumen bilden. Hinzu kommt das spärliche Licht der Taschenlampe
oder von gerade wieder angeschalteten Glühlampen, die baumelnd von der Decke strahlen und das
Umfeld mit gespenstischen Schatten erfüllen. Die Figurenanimationen sind ebenfalls sehr
gut und gerade in den Zwischensequenzen kann das Spiel mit ausgezeichnetem Motion Capture glänzen.
Hier gibt es nichts zu beanstanden.
Beanstanden kann man höchstens die etwas inkonsistente Framerate, die gerade bei Gegneraufkommen
gerne mal von 40 auch ca. 15 Frames rutscht. Es bleib spielbar, aber beim Aiming gibt es hin
oder wieder Probleme. Hierdurch wirkt das Ganze dann ein wenig schwammig. Vielleicht liegt es
auch an der PhysX Hardwareoptimierung, die Entwickler Action Forms dem Spiel in Zusammenarbeit
mit Nvidia gegönnt hat. Ob sich die PhysX Unterstützung positiv auf die Framraten auswirkt,
kann ich nicht bestätigen, da es erst ab Nvidia Karten der Bauart 8800 aufwärts funktioniert.
Ati Besitzer blieben ohnehin außen vor. Fraglich ist aber, ob die Physikunterstützung notwenig
war, denn dem Spiel sieht man es diesbezüglich weder graphisch, noch Gamplay spezifisch an,
dass hier extrem mit Physik gearbeitet wird. Beispiele wie in der der Cryostasis TechDemo gibt
es im eigentlichen Spiel selbst leider nicht. Auch was physikalische Beeinflussung des Levels
betrifft, kann hier nichts besonderes festgestellt werden. Cryostasis zeigt sich hier schwächer,
als manch andere Spiele. Nur wenig Gegenstände können beeinflusst oder bewegt werden. Da bieten
schon Jahre alte Games mehr an "Physikeffekten". Nichtsdestotrotz ist die graphische Präsentation
von Cryostasis als durchaus gelungen zu bezeichnen.
Gleiches gilt für die Soundkulisse. Man spürt hier wirklich die Kälte klirren und knirschen,
der Wind heult dem Spieler um die Ohren, der Boden knackt beim Betreten und das rostige Schiff
scheint durch das Ächzen und Knistern fast ein Eigenleben zu führen. Ein stimmiger und atmosphärische
Soundtrack rundet mit den wirklich guten deutschen Sprechern das Gesamtbild ab, auch wenn die
weibliche Stimme, die die vom Spieler gefundenen Storyfragmente vorträgt, etwas zu "bemüht"
klingt. Der Sprecher des Kapitäns, der mehr oder weniger sein Logbuch zum besten gibt, wirkt
hier eine ganze Ecke authentischer. Klasse, dass ein russischer Publisher in Eigenregie eine
so gute und stimmige deutsche Synchronisation arrangieren konnte.
Einen wählbaren Schwierigkeitsgrad gibt es leider nicht, der Schwierigkeitsgrad ist aber
durchaus fair und sollte keine zu großen Probleme bereiten. Gespeichert wird automatisch an
Checkpoints, es kann aber jederzeit eine manuelle, "punktgenaue" Speicherung angelegt werden.
Die Steuerung ist frei konfigurierbar und entspricht dem Shooter üblichen Schema. Es gab ein
paar kleinere technische Probleme, die den Spielspaß nicht trübten oder negativ beeinflussten,
die aber dennoch nicht unerwähnt bleiben sollen. Bei Ati-Grafikkarten verweigerte das Spiel
die Aktivierung des Shader-Model 4.0 im Einstellungsmenü, das Spiel hat sich 2 mal mit einer
Fehlermeldung verabschiedet und in einem Raum, nachdem ein Gegner erledigt wurde, öffnete sich
die Tür nicht skriptgemäß, was aber auch für "1-Speicherslot" Fetischisten nicht zu frustrierend
enden dürfte, da das Spiel wie schon erwähnt Autosaves anlegt, die auch alle jeweils für die
Levelbereiche erhalten bleiben - man verliert hier maximal 4-5 Minuten.
Gameplay
Zu Beginn sei nur noch kurz erwähnt, dass das deutsche Handbuch eine andere Einstiegsgeschichte
präsentiert, als die englische Version und das englische Backcover wiederum eine andere, als
das englische Handbuch... hier war man sich also nicht recht einig, was wohl marketingtechnisch
dienlich sein könnte.
Der Nordpol, 1981...
Der Meteorologe Alexander Nesterov verlässt als Letzter die Eisstation 21. Er soll sich schnellstmöglich
auf den Weg machen, die untergehende Station zu verlassen, um sich von einem Schiff am vereinbarten
Treffpunkt aufnehmen zu lassen. Mit seinem Hundeschlitten jagt er durch die Eiseskälte und trotz
den fast undurchdringbaren Schneewehen. Doch es sollte anders kommen... Das Eis bricht ein,
sein Schlitten wird in die Tiefe gerissen und er kann sich gerade noch davor retten, mit in
den Abgrund zu stürzen. Kurze Zeit später erblickt er einen verlassenen Eisbrecher, der schon
seit Jahren im ewigen Eis zu stecken scheint...
Alexander Nesterov begibt sich in das Labyrinth des riesigen Eisbrechers, um sein Geheimnis
zu lüften.
Cryostastis präsentiert sich im Prinzip als Egoshooter, wobei das Spielprinzip nicht zu kampflastig
ausfällt und die Gegner nicht in Massen auf den Spieler einstürmen. Es geht auch erst recht
gemächlich zu, um sich mit der Steuerung und dem Gameplay vertraut zu machen. Zuerst waffenlos,
nur mit einer Taschenlampe ausgestattet, macht sich Alexander auf, das Rätsel um den im Eis
festsitzenden Eisbrecher und den Verbleib der Mannschaft zu lüften. Der Strahl der Taschenlampe
durchschneidet nicht nur die Dunkelheit, sondern auch die Eiseskälte. Der klägliche Strahl der
Lampe scheint die einzige Wärmequelle in dieser menschenfeindlichen Umgebung zu sein. Durch
ein enges Gangsystem bahnt sich Nesterov den Weg immer tiefer in den Bauch des Stahlungetüms.
Schon bald greift er sich ein Behelfswerkzeug, bestehend aus einer Kette, um eine verschlossene
Tür zu öffnen, doch schnell muss er feststellen, dass die Kette auch dazu geeignet ist, sein
Leben zu retten, als ihn unheimliche Wesen nach dem Leben trachten. Und dann geht der Horror
auch langsam los. Zombieähnliche Kreaturen greifen Nesterov aus dem Hinterhalt an, brechen aus
zuvor verschlossenen Türen oder aus auftauendem Eis hervor. In den Anfangslevel muss sich Alexander
noch damit begnügen, die Feinde lediglich mit Nahkampfwaffen abzuwehren. Zur Kette gesellt sich
ein schwere Metallventil, mit anständiger Durchschlagskraft und später auch eine Axt, die jedoch
nur langsam ist und zudem soviel Körpereinsatz erfordert, dass der Held schon gerne mal durch
das Schwungholen die Übersicht verliert, wenn er wie wild auf die Gegner einschlägt. Hier
erinnert Cryostasis ein wenig an die Condemned
Serie.
Im weiteren Spielverlauf erhält der Meteorologe jedoch auch Schusswaffen. Ein Schrottgewehr,
eine Signalpistole oder ein Snipergewehr. Die Waffenwahl ist hier schon elementar, um im Kampf
erfolgreich zu sein. Das Schrotgewehr lädt sehr, sehr (seeeeeehr) langsam nach und sollte bei
schnellen Gegnern entweder nach 2-3 Schüssen zu deren Ableben führen oder notfalls nicht benutzt
werden, denn mitten im Nachladen sollte man Nahkämpfe vermeiden, hier besser das Schnellschussgewehr
wählen oder den Gegner mit der Signalpistole und der daraus entstehenden Wärmequelle kurzzeitig
ablenken. Vielleicht auch einfach mit der Axt drauflos hauen und Kleinholz aus ihnen machen.
Die Kämpfe sind dadurch recht fordernd, auch wenn die Schauplätze, die zumeist aus recht kleinen
Arealen bestehen, wenig Platz für taktische Raffinessen bietet. Hier kommt es eher darauf an,
die richtige Waffe zu wählen, auszuweichen und entsprechend zu kontern. Oft wird man auch aus
dem Hinterhalt unter Beschuss genommen und muss in der dunklen Umgebung erst einmal orten, woher
der Angriff erfolgt. Der Kampf ist zwar nicht übermäßig anspruchsvoll, dennoch aber stimmig
in Szene gesetzt. Etwas unsinnig erscheint hier die das Snipergewehr im Repertoire. Die Räume
sind im Prinzip viel zu klein, als dass es Sinn machen würde. Nebenbei ist das Aiming damit
eine Qual, dafür spricht jedoch die hohe Durchschlagskraft der Waffe bei Headshots.
Mit Munition sollte man nicht zu verschwenderisch umgehen, sie ist limitiert und sicher keine
Massenware. Im schlimmsten Fall muss man dann auf die Nahkampfwaffen ausweichen, die nicht bei
allen Gegnern zu empfehlen sind. Cryostasis bietet im Prinzip nur 4-5 Gegnertypen, was aber
Story bedingt ist und mich nicht gestört hat.
Nett gemacht ist das Heilungssystem. In Cryostasis gibt es keine Healthpacks - die Spielfigur
bezieht ihre Lebenskraft ausschließlich aus Wärmequellen. Eine reparierter oder wieder in Gang
gebrachter Lichtstrahler, ein Heizofen, ein Feuer oder dampfende Rohre sorgen für die Genesung
des Helden. Alexander muss seine Körpertemperatur immer im Blick behalten. Zu kalte Levelbereiche
oder zu lange Exkursionen auf dem Deck sorgen nicht nur für Gefrierbrand, sondern langfristig
auch für ein recht schnelles Ableben. Hier sollte er die Gefahrenbereiche durch schnelles Laufen
hinter sich bringen und sich danach möglichst wieder aufwärmen.
Die andere hervorzuhebende Spielmechanik ist das mentale Echo. Alexander findet während seiner
Mission einige dahingeschiedene Mitglieder der Mannschaft. Ihre sterblichen Überreste glühen
noch leicht rot. Mit seiner mentalen Kraft kann er sich in sie hineinversetzten und die letzen
Momente ihres Lebens noch einmal durchleben. Er wird in die Zeit und Figur teleportiert, kurz
bevor das Unglück auf dem Schiff seinen Höhepunkt fand, wodurch zugleich auch die Vorgeschichte
der Northwind erzählt wird. Alexander muss nun die Figur steuern und versuchen, die Vergangenheit
zu ändern. So muss er z. B. mit dem neuen Charakter Handlungen vollführen, die ihm in seiner
Zeitepoche erlauben, weiter im Spiel voranzukommen. So z. B. eine versperrte Tür zu öffnen oder
einen Reaktorkern austauschen. Sollte sein übernommener Charakter dabei sterben, muss er es
erneut versuchen. Speichern kann man in diesen Sequenzen nicht. Das Prinzip ist sehr ähnlich
wie beim Sphärenwechsel der Soul Reaver
Serie, jedoch lange nicht so ausgeklügelt und leider viel linearer. Dennoch ist es nett gemacht,
wenn man zuvor das Schiff von Eis durchzogen erkundet und dann plötzlich inmitten der anderen
Mannschaftsmitgliedern den gleichen Level noch im intakten Zustand besichtigt.
Die Rätsel sind niemals so schwer, dass sie den Spieler zu lange aufhalten sollten, dafür
ist alles zu linear und einfach gehalten. Ein kleines Beispiel: Alexander findet eine von Glasscherben
aufgespießte Leiche. Beim Wechsel in die Figur bemerkt man, dass die große Glasscheibe jetzt
noch intakt ist, aber kurz vor dem Zerbersten steht, also geschwind mit der Figur unter den
Tisch und dort in Sicherheit abwarten, bis das Glas zerbrochen ist. Richtige Kopfnüsse sind
nicht dabei und vieles wiederholt sich später auch vom Prinzip, wenn es auch dabei nicht wirklich
langweilig wird. Das liegt daran, da es mit der Story recht ordentlich präsentiert wird und
es auch hin und wieder nette Sonderaktionen gibt, wie z. B. ein kleiner Tauchgang. Im Prinzip
arbeitet man sich so Raum für Raum und Level für Level weiter, indem man durch Figuren-Swappen
Hindernisse aus dem Weg räumt, Türen öffnet oder Gerätschaften in Gang bringt.
Während der Erforschung des verlassenen Schiffes findet man immer wieder Notizen und Dokumente,
die die Geschichte der Northwind erzählt, sei es durch Bilder oder Zwischensequenzen. Das ist
auch nett gemacht, gut vorgetragen und zudem auch literarisch wertvoll, denn es werden sehr
stimmige Texte zitiert, die Teile aus Maxim Gorkis "Der alte Isergil" enthalten und auch Zitate
von Hermann Hesse sind dabei. Da soll nochmal jemand sagen, Computerspiele würden nicht bilden...
Eines macht Cryostasis in jedem Fall richtig. Die Designer haben ein glaubwürdiges und in
sich plausibel eingegrenztes Setting gewählt. Das Prinzip ging schon ausgezeichnet bei Half
Life und Bioshock auf. Keine offen angelegte Spielewelt, die diesen Anspruch nur bedingt erfüllt
und den Spieler dann doch mit Zwangsgrenzen einengt. Hier gibt man ein eingegrenztes Szenario
vor, in dem man gewisse Regeln aufstellt, um dann den Spieler dort agieren zu lassen. Die Designer
haben es aber nicht so intensiv umsetzen können, wie sie es sich vielleicht gewünscht haben,
dafür wiederholen sich die Spielelemente zu oft und es wirkt ein wenig zu willkürlich aneinandergereiht,
womit die eigentlich konsistente Welt eher wieder wie eine Aneinanderreihung erscheint. Auch
der Gruselfaktor tendiert eher in der Kategorie "Light". Cryostasis hat zwar einige nette Spannungsmomente,
wenn z. B. der Gegner den fest im Taucheranzug auf dem Boden fast zur Unbeweglichkeit verdammten
Spieler malträtiert oder wenn die Viecher versuchen, sich in das kleine Boot zu ziehen, aber
eine Horrorstimmung wie bei Resident Evil
oder dem vom Szenario recht ähnlichen Cold
Fear wird nicht erreicht. Daher ist Cryostasis auch für etwas ängstlichere Kandidaten durchaus
geeignet.
Fazit
Cryostasis ist ein unterhaltsames Spiel geworden, das für gut 10-12 Stunden unterhält. Gute
Technik, schicke Graphik, gelungener Sound, jedoch mit einigen Framratenproblemen, die sich
aber nicht zwingend negativ auf den Spielspaß auswirken. Es ist leider nicht ganz das daraus
geworden, was es hätte werden können. Im Prinzip findet man zwar einen sehr atmosphärischen
Mix aus Shooter und kleineren Rätseln, jedoch wiederholen sich die Spielprinzipien recht schnell
und der Levelfluss ist sehr linear. Langweilig ist es dennoch nicht, man sollte aber keine Langzeitsessions
veranstalten. Lobenswert ist, dass ein Entwickler versucht hat, ein paar andere Spielelemente
in das mittlerweile doch zu sehr abgegraste Shootergenre zu bringen und hier machen sich, neben
dem interessanten Setting, die Wechsel in die anderen Figuren und Schauplätze positiv bemerkbar,
auch wenn das in anderen Genre bereits viel besser und spannender umgesetzt wurde. Die Soul
Reaver Serie ist hier immer noch Maßstab setzend. Ein richtiges Hardcore-Horror-Survival-Game
sollte man auch nicht erwarten, dafür fällt es etwas zu seicht aus. Insgesamt aber dennoch ein
unterhaltsames und stimmig inszeniertes Game.
Geschrieben am 21.03.2009, Testkonfiguration: Intel Dual Core 3,17GHz, ATI4870HD, 3GB RAM, Creative X-Fi
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