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Crysis
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 | Info |
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| Autor | | 3+ |
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| Team (2 votes, siehe hier) | 3+ |
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| Name: | Crysis |
| Genre: | Action Strategie |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2007/11 |
| Publisher: | Electronic Arts |
| Entwickler: | CryTek |
| Offiz. Sites: | Game, Demo |
| Hardware: | 3Ghz, 1GB RAM, 256 MB PixelShader3, HD 12000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/Vista, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | nein |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1.2.1 |
| Bemerkung: | DX10 Version unter Vista, (amBX Unterstützung) |
| USK: | 18 |
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Lange mussten Spieler warten, unzählige Videos fanden den Weg ins Netz, Tausende Screens
wurden veröffentlicht und für viele Magazine und Onlineseiten war der Shooter aus Deutschland
das Spiel schlechthin. Ein Titel, für den man auch gerne einmal Fünf gerade sein lässt und im
Zuge objektiver Berichterstattung beim Test so manche Einschränkung in Kauf nimmt, Versprechen
der Entwickler und des Publishers glaubt und am liebsten pro Tag zehn News online stellt. Die
Rede ist natürlich von Crysis, dem Nachfolger des Inselshooterhits FarCry.
Fast zwei Jahre lang gab es einen unglaublichen Wirbel um den neuen, potentiellen Actionkracher
aus dem Hause Crytek. Lang ist es auch her, dass die ersten (Tech)Trailer den Spielern unglaubliche
Bilder präsentierten, die bei vielen die Kinnlade nach unten klappen ließ. 24 Monate lang wurde
danach im Internet spekuliert und gesabbert, da es kontinuierlich neue Screens gab. Im November
2007 war es schließlich so weit und der "Über-Shooter", wie er von einigen Testern bezeichnet
wurde, stand in den Läden. Aber ist wirklich alles so übermäßig toll oder ging die Objektivität
bei der euphorischen Berichterstattung unter? Macht Crysis mehr Spaß als FarCry? Gibt es eine
besser präsentierte Handlung? Wie viel Tausend Euro müssen in Hardware investiert werden, um
die Grafik aus den Trailern zu erhalten? Im Test musste sich das Spiel beweisen…
Die Special Edition von Crysis, die etwa 10€ mehr kostet, bietet neben der Spiel DVD und
einem 30 Seiten umfangreichen S/W Handbuch mehrere Bonusinhalte auf zwei zusätzlichen Datenträgern.
Dazu zählt ein "Making of Crysis", Konzeptentwürfe und ein Bonusfahrzeug für den Mehrspielermodus.
Ebenso liegt der Special Edition der Soundtrack auf CD und ein Artbook bei. Neben den Ladenversionen
ist es auch möglich, den Titel über den "EA Downloader" online zu erwerben. Rabatt oder einen
günstigeren Preis gibt es jedoch nicht. 55€ fallen für den digitalen Download an. Als "Games
für Windows"-Titel trägt sich Crysis unter Vista lediglich im Spiele-Explorer ein, worüber dann
per Rechtsklick die DX9 und DX10-Version gestartet werden kann. Die Deutsche Version kommt zwar
hierzulande mehrsprachig in den Handel, doch auf der DVD befinden sich zusätzlich lediglich
Kroatisch und Russisch, was Zocker aus Deutschland wohl weniger interessieren wird. Wer lieber
englische Sprecher will, dem bleibt ein Griff zum Import nicht erspart. Technisch lief der Titel
absturzfrei und auch der Kopierschutz machte keine Probleme.
Eine Insel mit Problemen
Als Mitglied einer US-Spezialeinheit springt der Spieler in der Rolle von Jake Dunn - Spitzname
"Nomad" - über einer Insel in Nordkorea ab. Das Team hat den Auftrag herauszufinden, was die
Koreaner hier entdeckt haben. Das Geheimnis, welches "im Felsen" steckt, ist dann auch schon
bald ein wenig zu viel für die Koreaner und wird zur Bedrohung der beiden verfeindeten Nationen…
Die Handlung war nicht wirklich eine Stärke von FarCry und ging im actionreichen Feuerwerk eher
unter bzw. wurde nicht wirklich präsentiert. Mit Crysis wird es nun ein wenig besser und die
Präsentation hat sich spürbar gesteigert. Es gibt sehr schön in Spielgrafik inszenierte Zwischensequenzen,
welche die Handlung vorantreiben, die für ein PC Spiel solide, aber auch nicht wirklich sonderlich
überraschend ist. An Halo oder Max Payne kommt Crysis nicht heran. Dazu fehlen die echten Überraschungen,
Wendungen, ausgearbeiteten Charaktere und ein guter Einstieg. Die Geschichte kommt nur sehr
schleppend und Bruchstückhaft in Fahrt. Das "Intro", sofern man das Video überhaupt als solches
bezeichnen kann, besteht lediglich aus einem Werbetrailer, worin die Superkräfte des Spielers
gezeigt werden. Danach wird es jedoch besser und die Gespräche mit Verbündeten oder Entdeckungen
beim Feind sind recht nett und stimmig in Szene gesetzt. Hier wird mehr geboten als die Ohrwurmanweisungen
in FarCry. Das Ende lässt zudem auch alles offen, um genug Spekulationsmöglichkeiten über die
schon jetzt angekündigten Nachfolger zu ermöglichen. Der Kampf gegen die Bedrohung hat nämlich
gerade erst angefangen. Ausgerüstet mit zahlreichen Waffen und Nanosuitfähigkeiten geht es als
Elitekämpfer gegen unzählige Feinde in den Kampf.
Allein gegen den Feind
Wer FarCry gespielt hat, wird sich in Crysis schnell zurecht finden, wenn Nomad nach dem
Absprung in der Bucht aus dem Wasser auftaucht und die Insel in der nächtlichen Dunkelheit auskundschaften
darf. Auch die mit der Cryengine 2 geschaffene Welt führt den Spieler wieder einmal in zahlreiche,
große, teils tropische Außenwelten. Ohne all zu starke Begrenzungen darf sich der Spieler durch
insgesamt elf Levels schießen. Neben der tropischen Idylle stehen auch kleine Ausflüge in Höhlen,
auf einen Flugzeugträger, durch eine Eislandschaft und in eine "mysteriöse Ausgrabungsstätte"
auf dem Programm. Gameplaytechnisch wird dabei bekannte Shooterkost geboten. Die einzelnen Missionsziele
erfordern es vom Spieler, sich jeweils einen Weg durch die mal mehr und mal weniger gut passierbare
Landschaft zu suchen. Zwischendurch gilt es Personen zu retten, Stützpunkte einzunehmen, Positionen
zu halten und Luftabwehrstellungen auszuschalten. Wie der Spieler jeweils zum Zielpunkt kommt,
der in Crysis nun auch auf einer Karte eingezeichnet ist, wird zum Großteil der individuellen
Spielweise überlassen. In den meisten Fällen gibt es mehr als eine Möglichkeit. So kann etwa
ein Motorboot zur schnellen Überfahrt von Bucht zu Bucht verwendet werden oder es geht mit einem
Fahrzeug die Straße entlang. Wer sich möglichst ungesehen herantasten will, schleicht sich durchs
das dichte Gebüsch und nutzt alle Deckungsmöglichkeiten aus, statt die Brachialmethode anzuwenden.
Einen nicht unerheblichen Reiz macht der Titel allein durch das Ausprobieren unterschiedlicher
Vorgehensweisen aus. Sind die Feinde im dichten Wald zu stark oder zahlreich, dann wäre ein
Marsch im ausgetrockneten Flussbett eventuell die bessere Wahl. Insgesamt muss sich Crysis jedoch
trotzdem den Vorwurf gefallen lassen, dass es ein wenig linearer geworden ist und die alternativen
Wege meist recht dicht beieinander liegen. Gerade in der zweiten Hälfte der insgesamt etwa 12
Stunden langen Spieldauer werden die Abschnitte deutlich "enger" und "kompakter". Dafür gibt
es jedoch einige Auflockerungen im Gamedesign. Ist der Spieler die ersten 60% immer allein unterwegs
und es steht lediglich hier und da mal ein verbündeter Soldat herum, der jedoch nicht in den
Kampf eingreift, so ändert sich dies zum Ende hin ein wenig. Da gibt es auch immer mal wieder
kurze Passagen, in denen NPCs mitkämpfen und etwa eine Stellung gemeinsam gehalten werden muss.
Leider ist jedoch von den Entwicklern vorgegeben, ob die Mitstreiter sterben oder unsterblich
sind. Auch das Eskortieren eines Freundes, ein wenig Ballern vom Bord-MG während ein Kollege
den Wagen steuert und ein kurzer Abstecher in einem Kampfflieger wissen zu gefallen. Es hapert
jedoch dabei, dem Spieler ein durchgängig motivierendes Spielerlebnis zu bieten. So gibt es
kurz vor dem Endkampf eine erstaunliche "ruhige" Passage, in denen simple Laufaufgaben zu meistern
sind, wie man sie eher in einem Tutorial am Anfang erwarten würde. Das größte Motivationstief
gibt es bei der Erkundung einer unbekannten "Umgebung", welche nahezu ohne Feinde auskommt und
immer wieder nur "Finde den Ausgang"-Aufgaben bietet. In den anderen Missionen gibt es teils
Sekundärziele, die teilweise das Leben vereinfachen. So wird es ein wenig leichter, wenn ein
Vorposten zuerst ausgeschaltet, Daten aus einem Computer entwendet oder ein Störsender beseitigt
wurde. Einen Designpreis bekommen diese Aufgaben zwar nicht, allerdings lockern sie das Gameplay
etwas auf, verlängern die Spielzeit und bringen etwas mehr Variation in die "Gehe zu Punkt X"-Aufgaben.
Von solchen Zielen hat Crysis ein wenig zu viel, insbesondere da sich die Aufgaben teilweise
sehr stark und schnell wiederholen. Es ist sicherlich nicht einfach, zahlreiche völlig unterschiedliche
Missionsziele zu implementieren, aber wenigsten sollten diese auch ansprechend verpackt werden.
In Crysis aber dürfen auch mal zwei Missionen lang immer wieder Flugabwehrgeschütze beseitigt
werden. So beginnt eine Mission damit, dass die verbündeten Truppen nicht vorankommen und es
- wie leider viel zu oft - alles vom Spieler abhängt. Wie es von einem treuen Elite-Kämpfer
erwartet wird, geht es danach zur Flakstellung #1, danach zu #2 und schließlich wird auch #3
ausgeschaltet. Wer will, kann die Reihenfolge ändern, was aber aufgrund des Leveldesigns keinen
goßen Vorteil, sondern eher zusätzliche Laufwege bringt. Danach wird dann - welch ein Wunder
- eine weitere Flakstellung ausgemacht, bis schließlich nach einem "Kampf" die Verstärkung in
Form von Panzern eintrifft. Damit darf die nächste Mission in Angriff genommen werden, bei der
nach zwei Minuten Panzerfahrt der Spieler wieder alleine eine Stellung sicher muss und vier
weitere Flakstellungen auf dem Programm stehen. Doch es geht auch besser, wie andere Missionen
zeigen. Da gilt es Gefangene zu finden, was durch die Erfüllung eines Sekundärziel schneller
und leichter von der Hand geht und im Anschluss sind alle Feinde, inklusive eines anrückenden
Panzers und zahlreichen Truppen, die das Gebäude stürmen, zu beseitigen, sowie eine Zielperson
in Sicherheit zu bringen. Warum der Kollege hier jedoch stocksteif in einer Ecke verweilt und
man sich selbst um alles kümmern muss, wird ein Geheimnis der Entwickler bleiben.
In einer anderen Mission schleicht (oder kämpft) man sich bis zu einer Basis durch, infiltriert
diese und darf danach bei Nacht noch einen Fluchtweg bis zum Landeplatz finden, wobei die Feinde
überall lauern und auch schwere Geschütze auffahren. Auch Verteidigungsaufgaben sind eine nette
Idee, die - wenn sie richtig umgesetzt wär - recht viel Spaß machen würden. Aber macht
es Spaß in einem Level gleich an drei Stellen hintereinander immer wieder minutenlang die Position
gegen den immer gleichen Gegnertyp zu halten? Es ist, wie schon angesprochen, der Mix, der bei
Crysis nicht so ganz stimmt. Die Entwickler haben sich zwar bemüht hier und da ein wenig mehr
zu bieten als nur den typischen Einzelkämpfer, der alles im Alleingang macht, doch zum Großteil
läuft es darauf hinaus und die Verbündeten sind fast leider nur Statisten. Von der dramatischen
und actionreichen Inszenierung eines Call of Duty, bei dem man als Spieler wirklich das Gefühl
hat, Teil einer Einheit zu sein und packende Stellungskämpfe auszutragen, ist der Shooter aus
Deutschland noch ein wenig entfernt.
Mit Waffen und Nanosuit geht es in den Kampf
Machtlos steht der Elite-Kämpfer den vielen Feinden nicht gegenüber. Zahlreiche unterschiedliche
Projektilwaffen, von der Pistole über MGs bis hin zum Scharfschützengewehr, wandern ins "Inventar"
und können im Laufe der elf Missionen aufgesammelt werden. Einige davon werden per Nachschublieferung
gebracht, sind in eingenommenen Basen zu finden oder können besiegten Gegnern abgenommen werden.
Aber auch größere Kaliber, wie eine Minigun und ein Wegwerfraketenwerfer (mit drei Schüssen)
kommen wie gelegen, um die größeren Brocken, wie etwa Helikopter, besiegen zu können. Außerdem
können unterschiedliche Waffenmodifikationen verwendet werden. Dazu zählen etwa ein Schalldämpfer,
Taschenlampe und Laservisier. Im Spielverlauf wird die Anzahl an Modifikationen umfangreicher
und es kommen auch Erweiterungen wie ein Granatwerferaufsatz dazu. Neben unterschiedlichen Granatentypen
(Splitter-, Rauch- und Flashbang) kann auch C4-Sprengstoff aufgenommen werden, womit sich vorzüglich
Panzer und andere dicke Brocken ausschalten lassen. Wie schon in FarCry, so gibt es zudem wieder
unterschiedliche Fahrzeuge, worunter Jeeps, Transporter, Boote, Panzer und Helikopter fallen.
Eine Neuerung ist zudem der Nanosuit des Spielers. Dieser moderne Kampfanzug ermöglicht es kurzzeitig
diverse Zusatzfunktionen zu aktivieren. Im "Normalen-Modus" wird die Anzugsenergie dafür verwendet,
einen Teil des Schadens zu absorbieren. Ganz nach Belieben kann jederzeit zu Tempo, Stärke und
Tarnung gewechselt werden. Mit Tempo flitzt der Spieler kurzzeitig blitzschnell durch die Landschaft,
wobei die zurückgelegte Strecke - bevor die Energie leer ist - allerdings sehr gering ausfällt.
Im Stärkemodus kann der Held besonders hoch springen und Gegner spielend einfach ausschalten
oder schwere Objekte werfen. Für Schleicher ist die dritte Möglichkeit interessant: die Tarnung.
Getarnt erkennen einen die Feinde nicht und es ist so möglich, unbemerkt durch die feindlichen
Linien zu kommen bzw. nicht gleich bemerkt zu werden. Aber auch hier gibt es wieder Einschränkungen.
Die Entfernung, die getarnt zurückgelegt werden kann, ist extrem kurz. Da ist die Energie verbraucht,
wenn man sich den Feinden angenähert hat, sodass man im Kampf ohne die zusätzliche Rüstungsenergie
des Nanosuits auskommen muss. Deutlich länger hält da schon die Energie, wenn sich der Spieler
nicht bewegt und einfach still auf der Stelle steht. So kann man ruhig warten, bis sich die
Feinde wieder verzogen haben oder in einem unachtsamen Moment besonders verwundbar sind. Gerade
in den höheren Spielstufen rettet einem die Tarnung öfters mal das Leben bzw. erleichtert das
Vorankommen merklich. Bis zum Ende von Crysis werden jedoch etliche Hundert Widersacher ausgeschaltet
- ein etwas bitterer Nachgeschmack bleibt dennoch übrig. Dies liegt an zwei Dingen: Gegnerauswahl
und KI. Abgesehen von einem lächerlich einfachem Zwischengegner und zwei finalen Bossen gibt
es lediglich drei bis vier erkennbar unterschiedliche Feinde. Zum einen wären da die Koreaner,
die - aus welchen Gründen auch immer - auch die Nanosuit-Technologie haben und in der Ausstattung
auch vereinzelt als besondere Elitekämpfer auftreten. Die restlichen beiden Typen bestehen aus
neuen, unbekannten Feinden, welche man schon sehr früh in Zwischensequenzen sieht, da ist allerdings
ein "Angreifer" zu stark für eine ganze Spezialeinheit und später werden die gleichen Widersacher
im Minutentakt abgeschossen. Diese flinken Wesen gibt es in einer kleinen und einer großen Ausführung.
Während die Koreaner noch in unterschiedlichen Waffenvarianten und in Fahrzeugen daherkommen,
gibt es vom anderen Gegnertyp nur die beiden fliegenden Angreifer. Zu allem Überfluss teilen
sich dies auch nocht im Spiel komplett auf. In der ersten Hälfte sind es nur die Menschen, im
zweiten Teil nur die neuen Feinde, die einem das Leben schwer und zugleich eintönig machen.
Ein wenig mehr Abwechslung wäre nun wirklich nicht zu viel verlangt gewesen.
Der zweite, große Kritikpunkt betrifft die künstliche Intelligenz der CPU gesteuerten Feinde,
die sich längst nicht so geschickt anstellen, wie im Erstlingswerk FarCry. Positiv ist jedoch
zu erwähnen, dass die Feinde über sehr unterschiedliche Aufmerksamkeitsstufen verfügen und auch
zum Teil durchaus glaubwürdig agieren. So werden Leichen entdeckt, der Spieler "realistisch"
erkannt (also nicht immer gleich schon auf 400 Meter) und nach Verstärkung gerufen. Basen bekommen
Nachschub, ein Heli kreuzt auf und die Feinde melden, wenn ihnen die Munition ausgeht oder sie
etwas sehen. Da kommt der Koreaner angerannt, wenn der Kollege auf dem Boden liegt und der Suchtrupp
schwärmt geschickt im Wald aus. So weit die guten Nachrichten von der KI-Front. Ansonsten fallen
einem immer wieder merkliche Aussetzer und teils erhebliche KI-Patzer auf. Feinde bleiben teilweise
- etwa nach der Entdeckung einer Leiche - kurzzeitig regungslos sehen, rennen gegen eine Wand
oder Kiste und bemerken den Spieler erst einmal nicht oder aber laufen weg, statt anzugreifen.
Fluchtversuche sind ja eine feine Sache, nur laufen die Soldaten eher wie aufgeschreckte Hühner
herum und geben dabei eine erstklassige Zielscheibe ab. Zudem bereiten etliche Objekte den KI-Routinen
Probleme, weshalb Gegner öfters an Kanten, Ecken und anderen Kleinsthinternissen hängen bleiben.
Schlau und taktisch gehen die Angreifer mitunter auch nicht in den Kampf, vielmehr wird aus
dem Stand auf den Spieler geschossen, wo es dann einfach die Masse der Kugeln ist, die einen
töten. Haben einen die Feinde in FarCry nicht nur auf große Distanz oder im Gras erkannt, so
lassen sie in Crysis teils sehr schnell von einem ab. Die schlichte Methode aus der Deckung
aufzutauchen, einen Gegner auf die Entfernung zu beseitigen und danach im Tarnmodus wieder hinter
die nächste Deckung zu gehen, reicht aus, um den Alarmzustand im Lager immer wieder auf Null
zu bringen. Wird etwa auf größere Distanz gekämpft, dann ist die KI auch nicht (mehr) in der
Lage, eine kleine Senke zwischen zwei Erdhügeln zu überwinden. Die Koreaner bleiben einfach
drüben und lassen sich ohne nennenswerten Widerstand ausschalten. Da der Spieler in Crysis nicht
mehr über begrenzte Lebensenergie verfügt, sondern die Gesundheit nach kurzer Zeit wieder regeneriert
wird, lassen sich sehr viele Situationen durch ganz schlichte "Aussitzen"-Aktionen meistern.
Zieht man sich etwa über einen kleinen Durchgang, wie etwa eine Tür, in einem Container zurück,
dann bleiben die Angreifer brav draußen oder trauen sich ab und zu nur mal allein in die Bude.
Eine Granate hat auch nie jemand durch die Tür geworfen, sondern immer nur davor. Auch der einzige
Zwischengegner war mit seiner bescheidenen KI keine wirkliche Herausforderung, da er sich auch
bei mehreren Anläufen immer wieder auf einer kleinen Metallbrücke verfing und dort von links
nach rechts lief oder teilweise einfach stehen blieb.
Gesteuert wird der Held über eine Maus & Tastaturkombination, die jedem Shooterfan durchaus
bekannt sein sollte. Ohne Probleme lenkt man Nomad durch die Level, wechselt zwischen den Waffen
hin und her und schaut sich mit der Maus um. Über entsprechende Extratasten können Granaten
geworfen oder das Nachtsichtgerät aktiviert werden. Zudem kann jederzeit - während das Spielgeschehen
weiterläuft - die Waffe modifiziert, ein Blick auf die Karte geworfen oder der Nanosuit aktiviert
werden. Während man im Kampf selten an der Waffe schraubt oder die Karte benötigt, so ist
das Umschalten der "Anzugfähigkeiten" nicht ganz optimal gelöst. Es gibt zwar drei Möglichkeiten,
doch keine davon ist optimal. Zum einen kann mit einer Taste (Standardmäßig mit der "4") durch
die Fähigkeiten geschaltet und zum anderen kann ein Ringmenü aufgerufen werden, um die Fähigkeit
mit der Maus im Kreismenü auszuwählen. Zu guter letzt ist es auch möglich, durch das doppelte
Antippen einer Taste (etwa 2 x STRG für Speed) eine Fähigkeit zu aktivieren. Wirklich locker
und bequem geht es mit keiner Möglichkeit von der Hand und gerade im Kampf sind umständlich
eingeblendete Menüs nicht zu gebrauchen. Auch bei anderen Funktionen, wie etwa dem Zuschlagen
mit der Waffe, haben die Entwickler keine optimale Lösung gefunden und diese Möglichkeit etwa
auf die Taste "T" gelegt, welche man im Kampfgetümmel ganz sicher nicht schnell erreichen kann.
Die Feinde vertragen gerade auf etwas größere Entfernungen zahlreiche Treffer, was merklich
in den Munitionsvorrat geht. Im Prinzip wäre es zwar kein Problem, sich danach einfach mit neuer
Munition einzudecken, doch ärgerlicherweise werden die Gegenstände nicht automatisch durch "Darüberlaufen"
aufgesammelt. Es gilt jede Waffen und jedes Munitionspäckchen ganz genau anzuvisieren und dann
die Aktionstaste zu drücken. Was im Text lediglich nach etwas mehr Arbeit ausschaut, entpuppt
sich im Spielverlauf als sehr fummelige, umständliche und spielspaß hemmende Entscheidung. Ganz
leicht hat man eine Waffe aufgehoben, die man gar nicht haben wollte. Sei es, weil zwei Waffen
sehr dicht beieinander liegen oder weil in der Hektik nicht genau hingeschaut wurde, ob nun
"Waffe aufnehmen" oder "Waffe tauschen" eingeblendet wurde. Zu allem Überfluss verschwinden
die Leichen auch nach recht kurzer Zeit, so dass die hinterlassenen Objekte oftmals im Leveldesign
(Bäume, Büsche, etc.) untergehen. Bei nächtlichen/ dunkleren Passagen wird somit die sprichwörtliche
Nadel im Heuhaufen gesucht.
Insgesamt stehen dem Spieler vier sehr unterschiedliche Schwierigkeitsgrade zur Auswahl.
Diese unterscheiden sich nicht nur darin, wieviel der Held und die Feinde vertragen, austeilen
können, auch die Geschwindigkeit mit der sich der Nanosuit wieder auflädt und welche Hilfsmittel
der Spieler erhält, sind davon anhängig. Auf höheren Spielstufen werden die Gegner
nicht mehr automatisch auf dem Radar angezeigt, sondern müssen erst mit dem Fernglas "eingefangen"
werden. Auf der höchsten Stufe fehlt der Radarschirm komplett. Sehr nett ist auch, dass die
Feinde auf der höchsten Spielstufe nicht mehr Deutsch, sondern Koreanisch reden, wodurch es
nicht mehr ganz so einfach ist, die Meldungen der KI zu verstehen. Schön wäre es jedoch sicherlich
gewesen, optional auch auf einem geringeren Schwierigkeitsgrad eine andere Sprache bei den Feinden
zu bekommen. Dank Quicksave, Autosave und der Möglichkeit, auch jederzeit einen festen Spielstand
anlegen zu können, ist der Frustfaktor im Vergleich zum Vorgänger merklich gesunken. Elendig
lange muss nun keiner mehr durchhalten, sondern kann sich bei Bedarf auch "Durchsaven". Da sich
Nanosuit und die Gesundheit des Helden zudem nach kurzer Zeit wieder vollständig erholen, entfällt
auch die Suche nach dem nächsten Medipack oder neuer Rüstung. Auf der einen Seite wird dem Spiel
dadurch einiges an Spannung und Herausforderung genommen, aber auf der anderen probiert man
auch einfach mal eine andere Herangehensweise aus und muss sich zur Not einfach nur zurückziehen.
Betrachtet man zudem den gesamten Spielverlauf vom Absprung über der Insel bis hin zum sehr
actionreichen Finale, dann wird ein Auf und Ab in Sachen Schwierigkeitsgrad geboten. Es gibt
einige etwas unfair gestaltete Abschnitte, die stark in Ausprobieren enden, wie etwa die nächtliche
Flucht, dann gibt wiederum extrem einfache Levelpassagen. Zudem verpulvert das Spiel einen Teil
der Faszination bereits dadurch, dass man schon am Anfang sehr viele Spielfunktionen nutzen
kann. Ab der ersten Minute sind alle Optionen des Nanosuits zu 100% einsatzbereit. Da auch die
Gegnervielfalt stark begrenzt ist, hat man bereits nach den ersten Leveln schon sehr viel gesehen
und somit gibt es wenig zu entdecken.
Abseits des Einzelspielerspaßes
Zusätzlich zur Einzelspielerkampagne bietet Crysis auch noch einen Mehrspielermodus. In diesem
können sich bis zu 32 Spieler im LAN und Internet bekämpfen. Für den Onlinemodus wird dabei
auf Gamespy gesetzt und ein entsprechender Onlineaccount muss vor dem ersten Spiel eingerichtet
werden. Bislang gibt es auch nur Windows Server, Linux wird eventuell später nachgereicht. Zudem
gilt es zu wissen, dass Crytek den Mehrspielermodus "geteilt" hat. Nicht alle Zocker spielen
zusammen/ gegeneinander, sondern es gibt es eine Art "2-Klassen-Gesellschaft", die von der verwendeten
DirectX-Version abhängt. Nur im Vista exklusiven DirectX 10 Modus ist es möglich, Bäume zu zerlegen
und einen Tagesverlauf auf der Karte zu erleben. Entsprechend unterschiedlich sind auch die
Server belegt, die im Netz zu finden sind. Teilweise hat Crysis auch noch mit einigen Startschwierigkeiten,
wie CD-Key-Problemen, wenn man die Beta auf dem Rechner hatte, Punktbusteärgernissen und anderen
Multiplayerkrankheiten zu kämpfen. Auch wird sich beim Balancing erst noch zeigen müssen, ob
die Nachladezeiten und Nutzungslängen der Nanosuitfunktionen schon optimal justiert sind. Zum
Austragen der Partien stehen zwei Spieltypen mit vier bzw. fünf Karten zur Auswahl. Im Instant
Action Modus, für den vier Karten zur Auswahl stehen, wird lediglich schlichtes Deathmatch geboten.
Interessanter ist da schon der "Power Struggle"-Spieltyp. Dahinter verbirgt sich eine weitere
Battlefield-Variante, in der es gilt, diverse Stützpunkte und Basen auf den meist recht großen
Karten einzunehmen, um am Ende das Hauptquartier des Gegners zerstören zu können. Werden Waffen-
oder Fahrzeugfabriken eingenommen, dann stehen entsprechend mehr Kaufoptionen offen. Bezahlt
wird dabei mit "Prestigepunkten", die es für die Eliminierung von Gegnern und dem Erreichen
von Missionszielen gibt. Bots für nicht ausgelastete Server, fehlende Mitspieler im LAN oder
einen Trainingsmodus gibt es leider nicht. Lediglich ein Video zeigt kurz, was sich die Entwickler
unter Power Struggle vorstellen und welche Missionsziele es zu erreichen gibt. Diese durchaus
informative und stimmige Einführung gibt es leider nur für eine der fünf Karten und ist zudem
auch in der deutschen Version weder deutsch synchronisiert, noch mit Untertiteln versehen. Einen
Coop-Modus gibt es leider nicht, aber eventuell bessern ja auch hier - wie schon bei FarCry
- die Fans selbst nach. Die Voraussetzungen dafür stehen gar nicht mal so schlecht, immerhin
gibt es zum Spiel auch gleich den leistungsstarken Sandbox2-Editor dazu. Im Internet tauchen
zudem langsam erste Anleitungen auf, um auch als Einsteiger einen Zugang zum mächtigen Editorwerkzeug
zu bekommen. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob Crysis am Ende mehr finale Mods und Maps hervorbringen
wird, als es FarCry getan hat, was durchaus wünschenswert wäre.
Spielspaß für die kommende Hardwaregeneration
Ohne Zweifel ist das ganz große Highlight von Crysis die Grafik. Was die Entwickler aus Deutschland
auf den Schirm zaubern ist teilweise wirklich atemberaubend und könnte wunderbar für die nächste
Ansichtskarte verwendet werden. Egal ob man durch einen dichten Dschungel streift, Feinde aus
der Nähe ansieht oder eine gigantische Außenlandschaft betrachtet, wie etwa einen kilometerhohen
Berg, der oben teilweise auseinanderbricht und einzelne, unterschiedliche große Bruchstucke
bis ins Tal fallen. Durch die Palmen und Blätter kommt das Sonnenlicht, Bäume lassen sich zerlegen
und das Wasser sieht einfach klasse aus. In vielen Bereichen hat Crytek wirklich wunderbare
Arbeit geleistet und zeigt ganz klar, dass der PC in dem Bereich die Plattform Nr. 1 ist. So
wechselt die Tageszeit in den Missionen und der Nacheinsatz endet am Tag bei strahlendem Sonnenschein.
Doch all diese Pracht hat einen hohen Preis. Die Hardwareanforderungen des Titels sind exorbitant
und bringen jeden aktuellen High-End-Rechner schon auf hohen Details merklich ins Schwitzen.
Wer wirklich in "Very High" oder "Extreme" zocken möchte, wird mindestens noch auf die nächste
CPU- und GPU-Generation warten müssen. Obwohl aktuelle und zukünftige Hardware extrem leistungsstark
sind, kommt die finale Optik nicht an das ran, was in den Engine-Trailern zuvor gezeigt wurde.
Im DirectX 10-Modus unter Vista gibt es zwar zusätzliche Effekte, zerstörbare Bäume im Mehrspielermodus
und dichteren Dschungel auf der Karte, doch geht dies zusätzlich auch stark auf die Performance
und ist auch immernoch nicht Stand der bekannten Tech-Videos. Insgesamt wäre es jedoch gar nicht
so schlimm, wenn nur High-End-Maschinen mit allen Details überfordert wären. Was jedes Spiel
braucht, sind Optionen, um auch auf etwas schwächeren Systemen angenehm spielen zu können. Hier
tut sich Crysis jedoch recht schwer und lässt sich im Vergleich zum ersten Shooter aus dem Hause
Crytek längst nicht so gut an die Hardware anpassen. Immer wieder gab es auf dem Testsystem,
auf etwa mittleren Details massive Performanceeinbrüche. Gerade im Kampf oder in Gebäuden waren
Ruckel mehr als deutlich spürbar. Im letzten Drittel des Spiels war an zweistellige FPS-Zahlen
teilweise nicht mehr zu denken, obwohl nicht ein Gegner zu sehen war. Der Spaß hört spätestens
dann auf, wenn man mit fünf bis acht FPS durch eine Schneelandschaft ruckelt, die sich lediglich
in der Texturfarbe von den Dschungelabschnitten unterscheidet. Zudem sieht Crysis auf minimalen
Details schlechter aus als FarCry, läuft aber trotzdem schlechter. Aber auch bei der Optik ist
nicht immer alles im Lot. Charaktere sind hier ein wunderbares Beispiel. Die Gesichter, die
Mimik und lippensynchrone Soundwiedergabe ist erstklassig, aber sobald man an den Figuren ein
wenig weiter nach unten schaut, verschwinden die extrem hochauflösenden Gesichtstexturen, worauf
jede Pore zu erkennen ist und die Anzüge und Rüstungen wirken verwaschen wie in einem B-Titel.
Leider hat Crysis nicht nur mit immensen Hardwareanforderungen zu kämpfen, auch zahlreiche Darstellungs-
und Physikfehler trüben den Spielspaß (Aber wenigstens hat es für ein nVidia-Werbelogo gereicht,
welches alles Mögliche bedeuten kann, nur eben keine super Performance auf nVidia-Systemen.).
Im Spielverlauf ist es außerdem mehrfach möglich an "Dead Ends" zu gelangen, an denen es
dann nicht mehr weiter geht. Sei es, dass ein Helikopter verschwunden ist, da er einen nicht
mehr gefunden hat oder plötzlich keine Gegner mehr kommen und die Endsequenz des Levels nicht
startet. Auch der Endkampf ist nicht frei von Fehlern. So kann es passieren, dass die Superwaffe
nicht mehr funktioniert oder man an mehreren Stellen durch die Levelarchitektur fällt. In solchen
Fällen hilft es, nur den letzten Spielstand zu laden. Dabei sollte man jedoch nicht nur auf
die Autosaves setzen, da sie oft zu ungünstigen Zeitpunkten angelegt werden und man dann
mit wenig Gesundheitspunkten, dafür aber mit hohem Feindaufkommen da steht. Stellenweise
war es außerdem nicht möglich, Bäume mit einer bestimmten Waffe oder einem Fahrzeug zu zerlegen,
mit einer anderen Waffe ging es dann. Dazu ließen sich einige Objekte nicht richtig aufnehmen,
es kam zu sehr ungünstigen Kollisionsabfragen und zahlreichen Physikbugs. Crysis ermöglicht
es zwar, Blechbuden vollständig zu zerlegen und bietet so teilweise stark zerstörbare Umgebungen,
doch an anderen Stellen versagt das System komplett. Gegner bleiben in den unmöglichsten Positionen
hängen, stecken in Objekten und haben nur sehr geringe bis nicht mehr vorhandene Ragdoll-Effekte.
Gerade auf dem Boden liegend passieren nur noch komische Sachen, wie etwa ein Arm, der sich
wild dreht oder "nach oben bewegt". Zudem sorgt das Physiksystem für weitere kleine Ärgernisse,
wie etwa bei Fahrzeugen, die sich nicht bewegen, weil ein Minifragment das Rad blockiert
Meinung
Mein abschließendes Fazit zu Crysis fällt erschreckend negativ aus: Es ist für mich die Shooterenttäuschung
2008 und reiht sich gleichzeitig in die Reihe von Titeln ein, mit denen sich die kommerzielle
Presse wieder einmal lächerlich gemacht hat. Da werden die unmöglichsten Testbedingungen akzeptiert
und behauptet, KI-Fehler im Vorfeld nie bemerkt zu haben. FarCry hatte mich 2004 geflasht, bot
eine beeindruckende Optik, schlaue Gegner und 20 gigantische, abwechslungsreiche und offene
Level. Dieser Wow-Effekt wollte sich bei Crysis nie richtig einstellen. Es schön anzusehen,
wie nun Bäume zerlegt werden können, die Handlung besser Mühe präsentiert wird und was per DirectX
10 mit maximalen Details möglich ist. Die Optik ist eine Möglichkeit, um Freunden und Bekannten
zu zeigen, was die neue 2000€-Hardware alles kann… oder auch nicht, da man für eine gute Performance
bei den Grafiktopionen doch recht weit nach unten gehen muss und trotzdem merkliche Aussetzer
hat. Ohne den grafischen Overkill zeigt sich dann auch, dass der Titel (zu) viel auf die Grafikpracht
setzt und die Neuerungen beim Gameplay nicht durchgehend gelungen sind. Die KI hat merkliche
Aussetzer, die Bedienung ist recht durchwachsen (u.a. Nanosuit und Aufsammeln von Munition),
die Level sind eine Ecke linearer, die Missionsziele teils ein wenig eintönig, das Physiksystem
unausgegoren und das Balancing nicht gut ausgearbeitet. Im Vergleich zu anderen Spielen ist
jedoch nicht alles verloren. Es gibt zahlreiche Abschnitte und Passagen, die viel Spaß
machen. Es ist sehr spannend vor einer Gruppe Gegner im dichten Gebüsch vorbei zu schleichen
oder die wunderschöne Aussicht zu genießen. Das Waffenarsenal ist umfangreich, kann modifiziert
werden und es gibt mehr als nur einen direkten Lösungsweg. Insgesamt reicht es für eine gute
3+, mehr ist aber aufgrund der beschriebenen Mängel nicht drin. Shooter-Freaks können sicherlich
bedenkenloser zugreifen, alle anderen können weiter auf den nächsten Rechner sparen bzw. warten,
bis Crysis zum Budgetpreis erhältlich ist.
Geschrieben am 23.11.2007, Testkonfiguration: AMD X2 6000+, 4GB, GeForce 8800GTS, SB Audigy2ZS
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