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Cursed Mountain
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| Autor | | 4+ |
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| Name: | Cursed Mountain |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2010/02 |
| Publisher: | Deep Silver |
| Entwickler: | Sproing |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | 2.6Ghz, 1GB RAM, 256 MB PixelShader3, HD 15000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/Vista/Windows7, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Deutsch |
| Bemerkung: | auch für Wii |
| USK: | 16 |
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| Cursed Mountain (review von geuer) |
Die Gebirgsketten des Himalaja stellen nicht nur durch den berühmt-berüchtigten Mount Everest
eines jener Wunder der Natur dar, die in ihrer Gänze kaum zu fassen sind, sondern bilden auch
unabhängig davon ein monumentales Grenzgebiet im asiatischen Raum. Gerade als eine Barriere
zwischen dem Indischen Subkontinent und dem Tibetischen Hochland zu verstehen, zeichnen sich
die Achttausender des Himalajas als eine jener Zonen aus, die die jeweiligen Kulturen um sie
herum stark geprägt haben. Vor allem bei den im Lebensraum des Tibetischen Hochlandes ansässigen
Völkern ist eine starke Verknüpfung mit den nahezu unzähmbaren Gebirgsketten, die ja das Wetter
und das Klima maßgeblich beeinflussen, nicht wegzudenken. Gerade für erfahren Kletterer stellt
jenes Gebirge im wahrsten Sinne den Gipfel der Errungenschaften dar. Wer hier in Europa als
leidenschaftlicher Bergsteiger selbst durch die Alpen mit dem knapp 4800 Meter hohen Mount Blanc
nicht genug bekommen kann, wird sich eines Tages nach den asiatischen Höhen sehnen. Die Gefahren
des Bergsteigens üben sowohl durch die unbeugsamen und eiskalten Winde als auch durch die schwindelerregende
Höhe eine unglaubliche Faszination aus, die mit einem malerischem Panorama auch die größten
Strapazen als lohnenswert erscheinen lassen. Da reichen auch die Alpen irgendwann nicht mehr
aus.
Derartige Szenarien und Erlebnisse bleiben aber wohl nur wenigen Menschen vergönnt. Selbst
in der virtuellen Welt hat man sich den eisigen Höhen bisher nur selten nähern können. Mit Cursed
Mountain erhalten nun aber sowohl Wii- als auch PC-Besitzer die Chance, selbst einmal einen
Berg innerhalb des Himalaja-Gebirges zu besteigen. Neben einem interessanten Einblick auf die
kulturellen Gegebenheiten, wird auch die eiskalte Faszination des Berges durch ein Third-Person-Horror-Szenario
zu vermitteln versucht. Kann das gut gehen?
Wir sind nicht allein
Erik Simmons ist leidenschaftlicher Bergsteiger. Doch nicht nur er, auch sein Bruder Frank
wurde vom Fieber der Berge gepackt. Immer höher soll es gehen, immer weiter; Expedition um Expedition
- vielleicht auch um eines Tages einmal den verdienten Ruhm durch die Aufstellung eines Rekords
zu erlangen. Doch der blinde Eifer und gewiss auch die Gier nach schnellem Geld lässt Frank
Simmons bei einer Expedition im Himalaja-Gebirge spurlos verschwinden. In der Haut von Erik
Simmons nun, macht sich der Spieler auf den Weg, um "wieder einmal" dem kleinen Bruder unter
die Arme zu greifen. Man ist ja verwandt, was will man da machen?
Doch schon während der ersten Schritte in tiefer liegende Regionen unterhalb des eigentlichen
Berges, die noch von Tibetern in kleineren Dörfern bewohnt werden, trifft man auf merkwürdige
Gestalten, die einem den Aufstieg vermiesen wollen. Was ist passiert? Ganz einfach: Die Göttin,
die Hüterin des Berges, wurde erzürnt. Und von wem? Von Frank natürlich. Als erfahrener Bergsteiger
aber, lässt man sich von derartigen Lappalien nicht abschrecken und begibt sich auf die Suche
nach dem kleinen Bruder - bis man schließlich den Gipfel erreicht.
Innerhalb des beschriebenen Konstruktes erhält man als Spieler einen Einblick in die Welt
des Himalaja-Gebirges. Aus der dritten Perspektive steuert man Erik Simmons zunächst durch die
verlassenen tibetischen Dörfer unterhalb des Hochlandes, bis man sich nach und nach dem eigentlichen
Berg nähert. Schnell stellt sich heraus, dass der vermeintlich verschollene Bruder auf der Suche
nach einem Artefakt war, das der eigentliche Geldgeber der Expedition für sich beanspruchen
wollte. Doch viel weniger durch die Suche nach einem verschollenem Objekt, ist der Grund der
verlassenen Dörfer in der fehlenden Ehrerbietung zu der Göttin des Berges zu suchen. Frank nämlich
war während seines Aufstieges mehr als nur blasphemisch und hielt die Rituale, die die Tibeter
vor jedem Aufstieg zur Besänftigung der Göttin in Ehre hielten, für eine absolut überflüssige
Maßnahme. Doch mit Göttern ist nicht zu spaßen. Nun nämlich streifen Geister in einer nahezu
ruhelosen Hast durch die tibetischen Dörfer und über die hohen Ebenen des Berges.
Die Rache der Götter
Und genau jene Geister gilt es während des etwa acht Stunden langen Aufstieges zu besiegen.
Da der Titel allerdings nicht in klassischer Shooter-Manier gehalten, sondern eher als Third-Person-Horror-Titel
zu verstehen ist, stehen einem nur wenige Waffen zur Verfügung. Neben dem Eispickel, der abseits
der Funktion als Kletterinstrument auch als Nahkampfwaffe dient, kann man sich nach kurzer Spielzeit
auch der Fähigkeit des dritten Auges bedienen. Nach anfänglicher Skepsis nämlich, wird auch
Erik langsam klar, dass die geisterhaften Erscheinungen nicht durch dünne Luft hervorgerufen
wurden, sondern tatsächlich real sind. Das dritte Auge nun ermöglicht dem Spieler die direkte
Sicht der Geister (die man aber auch so sehen kann), hüllt alles in eine dunkle Aura ein und
fungiert eigentlich vor allem als eines: Als Fadenkreuz. Alternativ zum Nahkampf kann man damit
nämlich durch spezielle rituelle Waffen einen Schuss aus der Distanz wagen. Nach einiger Zeit
der Beschießung eines Geistes wird dieser mit einem rot leuchtendem Symbol versehen. Und damit
hat man schon ein wichtiges Element des Spieles erreicht: Drückt man ab diesem Punkt nämlich
eine bestimmte Taste, so kann man quasi einen Finishing-Move ausführen, der durch das Nachzeichnen
eines Mantras realisiert wird. Während dies am PC schnell mit der Maus geschieht, ist dies bei
der Wii natürlich mit Hilfe des bewegungsempfindlichen Controllers möglich. Was für die Wii
sehr schön und sinnvoll umgesetzt wurde, kann sich am PC leider nur bedingt halten. Das Nachzeichnen
eines Mantras mit der Maus verkommt schnell zur Nebensache. Dies liegt allerdings nicht daran,
dass es keinen Spaß macht oder nicht ansprechend umgesetzt wurde. Viel eher ist das Defizit
darin zu suchen, dass es schlichtweg ein viel zu oft im Spiel vorkommendes Element darstellt.
Man kann jedem einzelnen Geist damit den Endschlag verpassen.
Weiterhin gibt es Objekte im Spiel, die das Nachzeichnen eines Mantras fordern. Kurz gesagt:
Man ist das ganze Spiel hindurch fast nur am Mantrazeichnen. Das mag sich jetzt nervig anhören,
fügt sich aber dann doch recht gut in die gewählte Szenerie ein. Zur Verteidigung des Spiels
muss man weiterhin sagen, dass jene Interaktion auch häufig optional ist. Man kann einen Gegner
durch weitere Schüsse auch so vernichten, doch geht ein Mantra meist schneller zu zeichnen,
als mit weiteren Schüssen auf den Geisterkörper zu zielen. Da man aber auch noch durch die Verwendung
des Mantras stets ein wenig Leben zurück erhält, entscheidet man sich eigentlich immer dafür.
Als ständig wiederholendes Element im Spiel kann es auf Dauer dann nicht so recht überzeugen
und nervt gerade zum Ende hin.
Der ewige Kreislauf
Während die Mantras noch der Atmosphäre dienen und gerade für die Wii eine wirklich sinnvolle
und gelungene Umsetzung darstellen, ist es die Waffenauswahl, die im späteren Spielverlauf für
wirkliche Probleme sorgt: Es gibt nämlich keine. Zwar gibt es verschiedene Stäbe, die man als
Fernkampfwaffe nutzen kann, doch spielen sie sich alle derart ähnlich, dass bis auf schnellere
Schüsse oder einem etwas breiteren Schussfeld kein wirklich relevanter Unterschied festzustellen
ist. Sowohl der Nahkampf als auch der Fernkampf bleiben also nach kurzer Einführung des dritten
Auges im ersten Kapitel das ganze Spiel über gleich. Das sorgt gerade in späteren Passagen für
dröge Kämpfe, da Abwechslung im Bereich des Gameplays einfach anders auszusehen hat. Später
kann man zwar auch Klettern, doch ist auch das recht einfach umgesetzt, sodass es kaum eine
Erwähnung wert ist. Im Endeffekt ist es wie beim Laufen - nur eben auf vertikaler Ebene.
Die menschenähnlichen Geister, die es nun während des Aufstieges zu besiegen gilt, können
leider nur bedingt überzeugen. Sind sie zu Beginn des Spieles nur latent vorhanden und dienen
maßgeblich dem Aufbau der Atmosphäre, was mich angenehm an schaurige Horror-Erlebnisse eines
Silent Hill erinnern konnte, verkommen die Gegner im Verlauf des Spieles zu reinen Schießbudenfiguren
- und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Gerade im späteren Spielverlauf gibt es meist nicht
mehr als vier Gegner auf einmal, die eben genau wie in einer Schießbude ziemlich seltsam auf
rein horizontaler Ebene vor den eigenen gezielten Schüssen auszuweichen versuchen. Doch nicht
nur das. Auch die Abwechslung der Gegner nähert sich dem kritischen Nullpunkt. Eigentlich sehen
sie alle mehr oder weniger gleich aus. Einige können später zusätzlich schweben, andere dann
wie eben beschrieben auf horizontalem Wege ausweichen und wieder andere nur laufen. Bis auf
drei Zwischengegner (den mehrmals auftauchenden zähle ich hier auch nur als einen) und dem Endgegner,
die als Feinde im Verhältnis etwas abwechslungsreicher ausfallen, allerdings strategisch genau
die gleiche Vorgehensweise wie die eigentlichen Geister fordern, trifft man als Gegner eben
nur auf diese Geister. Innerhalb des gebauten Konzeptes macht das ja durchaus Sinn, immerhin
sind es die Seelen verstorbener Menschen und die zeigen sich eben nur als menschenähnliche Geister,
aber spielerisch fallen die Kämpfe gerade aufgrund der stets gleichen Vorgehensweise ziemlich
mau aus.
Die Kälte des Berges
Schnell konnte mich das Spiel auch nicht mehr im Sinne eines subtilen Horror-Titels überzeugen.
Zwar sind mitunter gute Ansätze, wie gesagt gerade zu Beginn beispielsweise durch schöne Kameraperspektiven
und -Schieflagen gegeben, doch reicht es nicht aus, um an Genre-Klassiker wie Silent Hill anzuknüpfen.
Gerade in Silent Hill 2 (aber auch Teil 3) beispielsweise waren es die vielen verschiedenen
und wirklich abartig-unheimlichen Monster, die wunderschön und zugleich hoch melancholische
Soundkulisse, die abwechslungsreiche Waffenauswahl und die knackigen Rätsel, die eine unglaubliche
und im Genre irgendwie auch bisher unerreichte Atmosphäre schaffen konnten. Cursed Mountain
macht nur eines besser: Die Steuerung. Die war bei den Silent Hill-Teilen nämlich irgendwie
schon immer ziemlich verkorkst, wenngleich man bei Teil 5 ja versucht hat innovativer zu werden.
Interessant ist auch, dass man bei Cursed Mountain ab einem bestimmten Punkt einen Abstecher
in das Bardo wagt. Es handelt sich dabei um eine Zwischen- bzw. Parallelwelt. Die allerdings
hat es nicht wirklich in sich (man siehe dagegen die exzellent gelungenen Parallelwelten eines
Silent Hill) und selbst der darin befindliche Bosskampf kann keine Steigerung erzeugen, einfach
da er dem altbekanntem Schema Schießen/Ausweichen/Schießen/Ausweichen/Mantra folgt. Dass derartige
Kämpfe dann doch nicht immer ganz so einfach sind, ist ausschließlich der Stärke der Gegner
geschuldet. So kann es passieren, dass man bereits nach vier Treffern das Zeitliche segnet -
Geschick braucht man dennoch nur wenig. Nervig kann es nach dem Ableben werden, wenn man bestimmte
Sequenzen noch einmal schauen muss, da sie alle nicht abzubrechen sind. Ohnehin kann man das
ganze Spiel über nicht speichern, da Speicherpunkte festgelegt worden sind. In den meisten Fällen
ist deren Abstand allerdings angemessen. Negativ fällt dann nur auf, dass es an relevanten Stellen
nicht immer zusätzliche Checkpoints gibt. Kurz vor dem Endkampf beispielsweise begegnet man
noch einmal drei oder vier normalen Geistern und kann sich nach einer weiteren Sequenz dem Bossgegner
stellen. Als ich dann im Kampf starb, ging das Finale aber nicht einfach von vorne los. Ich
musste erst noch einmal schön der Reihe nach wieder jene Geister vernichten und mir ein weiteres
mal jene darauf folgende Story-Sequenz anschauen. Derartiges ist leider nicht nur einmal vorgekommen,
sodass man in Extremfällen einfach mal zehn bis fünfzehn Minuten des Spieles wiederholen muss.
Das frustriert.
Ein Blick in die Tiefe
Durch ein Inventar im Spiel erhält man den Zugriff auf gesammelte Objekte wie Bücher, Chroniken,
Notizen oder Tagebucheinträge. Gerade gesammelten Lesestoff kann man in Ruhe lesen, um auf dem
Weg noch oben sowohl das Schicksal und Verhalten des Bruders als auch die unheimlichen Geschehnisse
selbst nachvollziehen zu können. Abgesehen davon hat das Inventar keine sinnvolle Funktion.
Andere Dinge, die man aufsammelt, sind meist spielerisch nicht relevant. Eigentlich können ohnehin
nur gesammelte und im Überfluss vorhandene Räucherstäbchen zur Heilung an Schreinen verwendet
werden. Man heilt sich allerdings auch automatisch, sobald die Lebensleiste einen bestimmten
Punkt unterschreitet. Und dann gibt es ja auch noch die Heilung, die nach jedem erfolgreich
nachgezeichnetem Mantra eintritt. Es ist also gar nicht mal so einfach zu sterben. Das Spiel
hat einfach zu viele Heilungsmöglichkeiten, sodass man dadurch keine wirkliche Angst verspürt.
Doch Cursed Mountain macht nicht alles falsch. Richtig gut gelungen ist trotz der altbackenen
Grafik die gesamte Szenerie. Zwar fehlt der Aufbau der klassischen Grusel-Atmosphäre, doch sieht
man, dass sich die Entwickler wirklich bemüht haben. Gerade die buddhistischen Tempelanlagen,
die kleinen Dörfer am Fuße des Berges und auch schön verzierte Statuen runden das Erlebnis ab.
Während späteren Erkundungen auf dem kalten Berg selbst, spürt man nahezu den unbarmherzigen
Wind und fühlt sich schnell in der eisigen Höhe verloren - und das im positiven Sinne. Auch
hier achtet man auf viele Details, wie beispielsweise auf die bunten Fähnchen der Sherpas, die
auch auf den höchsten Bergketten den eigenen Weg kreuzen.
Auch vom Sound her gesehen zeichnet sich das Spiel durch gelungene subtile Effekte aus dem
Hintergrund aus - meist in Form von unheimlichen Geisterstimmen oder dem zarten Klingen tibetischer
Gebetsglocken. Der Wind weht einem auf der Spitze des Berges wild um die Ohren und spiegelt
dies auch in den Geräuschen selbst wieder. Musikalisch gesehen wird man allerdings allein gelassen.
Das stört aber nicht weiter, da der Sound durch seine subtile Kulisse eigentlich dazu in der
Lage ist, geliebtes Unbehagen zu erzeugen. Sowohl bei der grundlegenden Umsetzung des Settings
als auch bei der Geräuschkulisse hat man somit eigentlich gezeigt, wie man die Grundpfeiler
eines Horror-Spiels zu entwickeln hat und überzeugt durch eine gelungene Umsetzung. Das wirkt
zum großen Teil einfach richtig schön und versprüht Authentizität.
Leider kann man derartiges nicht über die Erzählweise der Story sagen. Diese wird im Endeffekt
durch verschiedene Bilder bzw. Collagen mit eingesprochenen Dialogen an den Spieler herangetragen.
Wenngleich die Geschichte durchaus interessant ist und man dann am Ende auch wissen möchte,
was auf der Spitze des verdammten Berges nun eigentlich auf einen wartet (obwohl man da schon
eine gewisse Ahnung hat), wurde die Geschichte nicht optimal erzählt. Das liegt dabei nicht
zwangsläufig an der gewählten Darstellung durch die Bilderreihen. Auch so etwas kann durchaus
überzeugen, wenn es nur authentisch wirkt. Zu oft aber - und nach meiner Erinnerung mindestens
zweimal im Spiel - handeln einige Protagonisten so seltsam, dass ich es einfach nicht nachvollziehen
konnte. So ist es einmal die Schamanin, die einen rituell auf den Aufstieg vorbereiten sollte
und einen stark konstruierten Bruch in die Handlung bringt und zum anderen der eigene Bruder,
der in einer Rückblende mit Beleidigungen um sich wirft, die in Bezug auf das gerade Geschehene
schlichtweg nicht nachvollziehbar sind. Der Bruder wird zwar bewusst als unemotionaler Egoist
dargestellt, doch fehlt hier durch die Bank weg die Tiefe und Identifikationsmöglichkeiten zu
irgendeiner der dargestellten Figuren. Dadurch wirkt die gesamte Geschichte einfach zu stark
konstruiert.
Fazit
Cursed Mountain macht als Videospiel im Bereich des Horror-Genres leider vieles falsch. Die
zu Beginn aufgebaute Spannung und Atmosphäre verliert sich aus gameplaytechnischer Sicht schnell
in immer wieder wiederholenden Abläufen. Den Gegnern fehlt es an Abwechslung und selbst die
durchaus gelungenen stärkeren Zwischengegner können nicht anders als die herkömmlichen Geister
besiegt werden. Die Waffenauswahl lässt keine Abwechslung zu. Doch auch abseits der Kämpfe kommt
eben bedingt durch die gewohnte Geisterschar als auch durch mitunter nicht ideal erzählte Handlungsstränge
keine wirklich Atmosphäre auf. Dabei muss man sagen, dass die Szenerie an sich sehr gut und
authentisch gelungen ist; gerade auch, weil man ein derart unverbrauchtes Setting gewählt hat.
Die tibetischen Gebetsstätten, aber auch die späteren Erkundungen auf der Spitze des Berges
vermitteln das eisige Gefühl, das man auf derartigen Höhen erwartet. Richtige Angst oder gar
ein mulmiges Gefühl mag nur zu Beginn aufkommen. Gemeinsam mit der Fähigkeit des Fernkampfes
und dem eigentlichen immer gleichen Aufgabenschema verliert der Titel einiges an Spannung. Da
zeigt gerade Silent Hill als Genre-Referenz, was man anders machen kann. Da ist zwar die Steuerung
nicht wirklich optimal, doch dafür stimmt zumindest bei Silent Hill 2 und 3 die Mischung aus
Gegnern, surrealem Setting und einer spannend erzählten Geschichte. Die Fähigkeiten des Mantras
und deren Nachzeichnungen mit der Maus bringen zudem ein unverbrauchtes Element in das Spiel
hinein und an dieser Stelle wird deutlich, dass das Spiel primär für die Wii konzipiert wurde.
Zwar ist das schön umgesetzt, doch zeichnet man einfach viel zu häufig Mantras, als das jenes
Feature das Spiel verbessert. So negativ das jetzt auch alles klingen mag, möchte ich von dem
Spiel trotzdem nicht vollständig abraten. Gerade zum mittlerweile günstigen Preis kann man als
Wii-Besitzer durchaus zuschlagen. Die Bewegungssteuerung wurde mit den Mantras trotz aller Ärgernisse
von ihrem Grundkonzept her gesehen nämlich wirklich schön und sinnvoll integriert. Doch sollte
man - gerade bei der PC-Version - nicht zu viel erwarten. Das Spiel mag durchaus für Zwischendurch
geeignet sein, kann auf lange Sicht aber einfach nicht überzeugen. Dafür wurden zu viele Fehler
gemacht und auch die Konkurrenz ist einfach zu stark. Wer einen Blick wagen will, sollte es
unter Vorbehalt tun.
Geschrieben am 20.04.2011, Testkonfiguration: Intel Quad Core 3,0Ghz, 4GB RAM, GTX260
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