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Dark Age of Camelot
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| Autor | | 2 |
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| Gesamt (113 votes) | | 2+ |
 |   | | 1.7 |
 |   | | 1.6 |
 |   | | 1.9 |
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| Name: | Dark Age of Camelot |
| Genre: | Online Rollenspiel |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2002/03 |
| Publisher: | Wanadoo |
| Entwickler: | Mythic Games |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | 400Mhz, 128MB RAM, 3D-Karte, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Internet (zzgl. Monatsgebühr) |
| Sprache: | Deutsch |
| Patchlink: | Autoupdate |
| USK: | 12 |
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 | | Level 50 Lurikeen Champion mit Epicrüstung |
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| Dark Age of Camelot (review von ronin) |
Bis vor einem Jahr war der Begriff M.M.O.R.P.G. (Massive Multiplayer
Online Roleplay Game) in europäischen Breitengraden nur Fans von Everquest
oder Anarchy Online ein Begriff. Gründe dafür lagen einerseits in den
hohen Kosten, denn wer konnte sich neben den Internetgebühren noch die
Zahlung von monatlichen Gebühren für das Spiel selbst leisten. Andererseits
war in der Vergangenheit die Beliebtheit solcher Titel in Europa recht
zurückhaltend, weil die meisten Spiele dieser Art nur in englischer Sprache
auf englischsprachigen Servern spielbar waren.
Seit März allerdings drängt der M.M.O.R.P.G. - Titel Dark Age of Camelot
(DAoC) auf den europäischen Markt und bietet vor allem zwei Dinge: Hohe
Einsteigerfreundlichkeit sowie mehrere deutschsprachige Server. Ich selbst
konnte das Spiel schon seit der Beta antesten und möchte euch mit dem
folgenden Spielereview meine Erfahrungen und Eindrücke mitteilen.
Über die Story selbst möchte ich nicht allzuviel Worte verlieren. Schließlich
handelt es sich hier um ein Rollenspiel was neben der Hatz nach Monstern
vor allem von der Erfüllung von Quests lebt und mit diesen die Geschichte
der Fantasywelt vorantreibt. Die Einteilung der Spielumgebung erfolgt
in sogenannte Realms (Reiche).
In DAoC existieren insgesamt drei Realms mit jeweils unterschiedlichen
Rassen, Klassen und Eigenschaften. Während der Realm Hibernia (dem mythischen
Irland angelehnt) durch viel grüne Fläche und fantasiehafte und magiebegabte
Charaktere besticht, trifft man in Midgard (mit den Wikingern vergleichbar)
auf verschneite, rauhe Gegenden, in denen vor allem kampfgestählte Trolle
und Nordmänner ihr Unwesen treiben. Im dritten und letzten Reich geht
es relativ konventionell zu. Albion (dem sagenumwobenen Britannien nachempfunden)
bietet von allem etwas, verzichtet aber komplett auf Fantasierassen.
Die Wahl des Realms ist für den weiteren Verlauf maßgebend, da man auf
einem Server Charaktere nur aus einem Realm anlegen darf. Kontakte mit
den anderen Realms sind nicht möglich. Ich persönlich habe mich auf den
Realm Hibernia spezialisiert und werde auch hauptsächlich von diesem Gebiet
berichten. Allerdings unterscheiden sich die Realms hauptsächlich in der
Optik und den unterschiedlichen Charakterklassen. Diese Dreiteilung der
Reiche ist auch das Hauptmerkmal von DAoC. Es ermöglicht vorsichtigen
Spielernaturen in Ruhe und ohne Angst vor Playerkillern Erfahrung zu sammeln
und die recht komplexe Welt zu erforschen. Wer jedoch eher gegen andere
Spieler kämpfen möchte kann dies in sogenannten Frontiergebieten tun.
Der Einstieg ins Spiel beginnt mit der Charaktergenerierung. Je nach
Realm fallen die zur Auswahl stehenden Rassen unterschiedlich aus. Mit
der Wahl der Rasse wird auch der Weg, den man im Groben einschlagen möchte,
festgelegt. Sonderlich viele Freiheiten hat der Spieler allerdings nicht.
Bei allen Entscheidungen, den Charakter betreffend, zeigt einem das Programm
immer an, welche Charakterwerte für den eingeschlagenen Weg erforderlich
sind, was das Ganze ungemein erleichtert. An dieser Stelle ist es eigentlich
fast unmöglich, seinen Charakter zu verskillen. Ich möchte nicht soweit
gehen und die Charaktergenerierung mit Diablo2 vergleichen, aber am folgenden
Beispiel wird deutlich, daß mit DAoC ein einsteigerfreundliches Rollenspiel
vorliegt. Mit Erreichen der fünften Erfahrungsstufe kann man dann aus
dem vorher festgelegen Weg die Berufsklasse wählen. Im Falle des Weges
"Wächter" kann man nun zwischen drei möglichen Berufen wählen: Schwertmeister,
Fian oder Champion. Alle drei entstammen dem selben Grundpfad, aber können
unterschiedliche Fertigkeiten erlernen. So kann der Champion zum Beispiel
mit Kampfzaubern seine Angriffe verstärken, er erreicht aber niemals einen
solchen Nahkampfschaden wie der Fian und steckt auch deutlich weniger
Treffer ein. Prinzipiell ist die Auswahl an Charakteren groß genug, um
für jeden Spielertyp etwas zu bieten.
Die Unterschiede zwischen den Realms sind eher gering, wobei ich allerdings
wenig Erfahrung mit Midgard und Albion habe. Ich kann dennoch nur jedem
empfehlen, sich vorher zu überlegen, welchen Spielstil er bevorzugt. Will
ich lieber die Party unterstützen oder immer in vorderster Reihe stehen.
Da Partyplay in DAoC sehr wichtig ist, braucht man nie zu befürchten,
zum Beispiel mit seinem Heiler keinen Spielspaß zu haben. Die Charakterentwicklung
im Spiel ist ähnlich simpel. Nach jedem Levelaufstieg erhält man charakterabhängig
eine bestimmte Anzahl an Skillpunkten, die bei einem Trainer dann in verschiedene
Skillbäume investiert werden können. Bei meinem Druiden erhielt ich zum
Beispiel mit Level 20 auch 20 Skillpunkte zum Verteilen. Die Menge der
Punkte hängt aber wie gesagt vom Charakter ab und davon, wie viele Skillbäume
zur Verfügung stehen.
Wie schon erwähnt ist Partyplay in DAoC sehr wichtig. Nur mit einer großen
und ausgeglichenen Party ist es möglich, gegen starke Monster (auch Mobs
genannt) zu bestehen. Überhaupt ist das Expen (sammeln von Erfahrung)
einer der wichtigsten Aspekte von DAoC. Der Spaß kommt hierbei durch das
Spielen in Partys mit anderen Spielern zusammen. Die maximale Größe beträgt
8 Spieler in einer Gruppe. Allerdings kann man mit Hilfe von Chatgruppen
auch mehrere Gruppen gut koordinieren. Im Folgenden möchte ich eine typische
ausgewogene Gruppe beschreiben, die sich durch die unterschiedlichen Fähigkeiten
seiner Charaktere gegenseitig ergänzt.
In einem kleinen Wäldchen stehen ein paar Hütten, in denen golemartige
Wesen hausen und ein starkes soziales Verhalten an den Tag legen. Das
heißt also, wenn ich allein ein solches Monster attackiere, kann ich mir
sicher sein, daß mindestens zwei seiner Gefährten zu Hilfe geeilt kommen.
Allein hat man gegen diese Mobs keine Chance. Also stelle ich eine Gruppe
zusammen, mit der selbst vier oder fünf dieser Kreaturen zu besiegen sind.
Die Gruppe braucht mindestens zwei sogenannte Tanks (Fians oder Champions
mit Shield). Diese Charaktere sind die Führer der Gruppe, da sie festlegen,
welche Mobs angelockt (gepullt) werden, außerdem können sie durch eine
sogenannte Bewachen-Funktion andere Mitglieder, wie Heiler, beschützen.
Weiterhin sollten mindestens zwei Druiden in der Gruppe sein, die mit
Heilzaubern die Tanks heilen. Auch ein Barde sollte nicht fehlen, da er
mit seinen Liedern die Kämpfer unterstützt, wodurch sie sich schneller
erholen oder schneller laufen können. Auch kann ein Barde Mobs in Trance
versetzen. Die verbliebenen drei Plätze werden mit Charakteren aufgefüllt,
die viel Schaden verursachen. Das sind entweder Magier oder Bogenschützen.
Mit dieser Gruppe sähe die oben genannte Situation wie folgt aus: Die
Gruppe sucht sich einen Platz, der etwas abseits vom feindlichen Lager
ist, womit sogenannte Adds (unvermittelt auftauchende Gegner) ausgeschlossen
werden. Der Tank pullt einen der Mobs mit dem Bogen zu sich her und läuft
zur Gruppe zurück. Daraufhin kommen drei Gegner auf die Gruppe zu. Der
erste Tank schnappt sich den nächstliegenden Mob und verwendet sogenannte
Tauntingmoves (Angriffe, die den Mob aggressiv machen, wodurch weiter
nur der Tank angegriffen wird), der Barde versetzt die restlichen Gegner
in Trance, womit sich die Party auf den ersten Mob konzentrieren kann.
Die Heiler regenerieren die Gesundheit des Tanks und die Zauberer richten
verheerende Schäden an. Somit werden nacheinander alle drei Gegner ohne
Verluste getötet und die Gruppe bekommt noch einen Gruppenbonus an Erfahrung.
An diesem Beispiel wird klar, daß man in höheren Erfahrungsstufen (mit
Level 50 ist das Maximum erreicht) ohne Party ziemlich alt aussieht. Zwar
gibt es immer noch Monster, die man allein töten kann, aber die Erfahrungsausbeute
wird dann so gering, daß man die Bewegung des Erfahrungsbalkens nur noch
erahnen kann. Außerdem sind die meisten Monster in DAoC dem Spieler gegenüber
aggressiv eingestellt. Das heißt, daß man ab einer gewissen Nähe zum Monster
attackiert wird. Ohne eine Party wird das Überleben also immer schwieriger.
Natürlich besteht das Spiel nicht nur aus Expen. Mann bekommt charakterspezifische
Quests zugeteilt. Diese erhält man entweder durch seinen Trainer oder
andere NPC (Non-Player-Charaktere). Meistens bestehen diese Aufträge
darin, bestimmte Personen aufzusuchen oder besondere Monster zu besiegen.
Alles in allem sind die Quests nur ein netter Nebenbestandteil von DAoC.
Allerdings haben die Entwickler seit dem Patch 1.45 eine sogenannte Epiczone
eingebaut, an deren Ende ein riesiger Drache als Endgegner steht. Dieses
Monstrum ist selbst für 5 starke Partys nur schwer zu besiegen. Ich persönlich
bin nur in die Nähe dieses Monster gekommen, denn die Horden an Monstern
die auf dem Weg zum Drachen liegen, sind nur sehr schwer zu beseitigen.
Aber auch Handwerker kommen in DAoC nicht zu kurz. Irgendwann sind die
beim Händler zu kaufenden Rüstungsgegenstände für den erfahrenen Helden
nicht mehr gut genug. Ab hier muß man sogenannte Crafter um die Herstellung
von neuen Waffen oder Rüstungen bitten. Auch in diesem Bereich ist es
möglich, seinen Charakter zu entwickeln. Ob man lieber Bögen, Rüstzeug
oder Nahkampfwaffen herstellt ist Geschmacksache. Ich persönliche halte
das Craften für zu geldintensiv. Ohne die Unterstützung anderer Spieler,
am besten in einer Gilde, ist es fast unmöglich, einen hohen Crafterlevel
zu erreichen.
Der eigentliche Schwerpunkt von DAoC liegt allerdings im Kampf zwischen
den drei Realms. Sobald ein Charakter stark genug geworden ist oder gar
das Maximum von Level 50 erreicht hat, geht das Spiel erst richtig los.
In den schon erwähnten Frontiers treffen sich die Armeen der drei Reiche
und führen riesige Schlachten oder spannende kleinere Scharmützel gegeneinander.
Jedes Reich verfügt über Grenzfestungen und Reliktfestungen. Die ersteren
sind noch relativ leicht zu erobern, aber selbst bei einer Zusammenstellung
von weniger als vier starken Partys ist auch hier kein Vordringen möglich.
Letztere beherbergen sogenannte Relikte, die dem Reich ein Plus an Magiekraft
und Kampfschaden geben. Diese Relikte können von den anderen Reichen erobert
werden. Alle Festungen sind mit mehr oder weniger NPC-Wächtern besetzt,
die ohne Teamarbeit nicht zu besiegen sind. Außerdem erleichtern sogenannte
Belagerungswaffen den Angriff ungemein.
Auch hier möchte ich an einem Beispiel verdeutlichen, wie wichtig Teamwork
in DAoC ist. Ein vorher festgelegter Gruppenführer gibt per Chat die jeweiligen
Befehle durch. Zuerst werden die Wachen vor der Festung angelockt und
nacheinander getötet. Danach stürmt die ganze Armee zum Burgeingang hinauf.
Dieser besteht in einer normalen Festung aus zwei Toren, die unter Einsatz
eines Rammbocks geöffnet werden. Das dauert einige Zeit, während derer
man von den Bogenschützen auf den Zinnen beschossen wird. Viel Arbeit
für die Heiler also. Nachdem die Tore offen sind, werden die Mauern von
Gegnern gesäubert, und man dringt in den Hauptturm der Feste vor. Ganz
oben steht ein nur schwer zu besiegender Lord. Nach seinem Ableben gehört
die Festung dem jeweiligen Reich. Natürlich ist es oft so, daß die Festung
von Spielercharakteren verteidigt wird und mit etwas Pech diese noch Verstärkung
von außerhalb erhalten. Es ist ungemein befriedigend, einen Beitrag zur
Eroberung der Festung geleistet zu haben und eventuell bei der folgenden
Verteidigung mitzuwirken. Für jeden besiegten Spieler erhält man sogenannte
Reichs- und Kopfgeldpunkte, die in spätere Zusatzeigenschaften investiert
werden können. Allerdings ist man auf den europäischen Servern noch bei
Patch 1.45, in dem diese Möglichkeiten noch nicht integriert sind. Welche
zusätzlichen Anreize das Sammeln von Reichspunkten für die Zukunft bringen
wird, kann man nur abwarten.
Nachdem ich nun hauptsächlich von den Spielinhalten berichtet habe,
soll nun näher auf die Steuerung, die Grafik und den Sound eingegangen
werden. Denn vor allem die Steuerung ist für Diablospieler eine Umgewöhnung.
Die Ausführung von Angriffsmoves oder Zaubern erfolgt über eine Taskleiste
mit maximal acht Slots. Hier werden alle Aktionen ausgeführt. Vom Waffenwechsel,
dem Schießen mit dem Bogen bis zum Craften von Gegenständen. Praktisch
sieht das ungefähr so aus. Mit F6 aktiviere ich den Kampfmodus und laufe
zu dem vorher mit der Maus markierten Ziel hin. Nun führt der Nahkämpfer
seine Standardattacke aus. Durch drücken der Taste 1 wird der dort abgelegte
Attackmove ausgeführt, der zusätzlichen Schaden anrichtet und auch grafisch
untermalt wird. Das selbe gilt für Zauber jeglicher Art. Hecktisches Klicken
wie bei Diablo und Co. ist hier nicht möglich, alles läuft recht ruhig
und langsam ab. Ansonsten bewegt man den Charakter wie in jedem 3D-Shooter.
Wobei man sich für eine Firstperson- oder eine Thirdperson-Perspektive
entscheiden kann. Anfangs wirkt die Art, wie gekämpft wird, ziemlich befremdlich,
denn der Kampf wirkt wie eine Art Schattenboxen. Das heißt der Charakter
schlägt seiner Größe entsprechend immer gleich zu. Er stellt sich also
nicht direkt auf den Gegner ein, sondern führt immer wieder die selben
Kampfanimationen aus. Hat man sich aber einmal dran gewöhnt, stört das
nicht mehr.
Die Einarbeitungszeit ist relativ gering, wenn man bedenkt, wie ungewöhnlich
diese Art von Spiel ist. Es gibt zum Beispiel kein direktes Optionsmenü
in DAoC. Man verläßt das Spiel durch die Eingabe des Befehls: " /q ".
Auch Gefühlsanimationen, wie das Verbeugen oder Lachen anderen Spielern
gegenüber wird durch Befehlseingabe erreicht. Die Grundbefehle stehen
aber im Handbuch und die komplexeren Befehle kann man auf jeder guten
Fansite nachschlagen. Grafik und Sound sind eher mäßig, für ein Rollenspiel,
aber in Ordnung. Die grafischen Effekte der Zauber zum Beispiel sehen
sehr gut aus, auch wenn es durchaus ein paar mehr hätten sein können.
Die Charaktermodelle sind recht gut animiert, aber mit Lara Croft nicht
vergleichbar. Die Texturen der Monster und Gebäude dagegen sind (vor
allem in Hibernia) ziemlich einfallslos gestaltet. Den Gipfel der Einfallslosigkeit
bilden jedoch die Dungeons (zumindest in Hibernia). Hier wurde teilweise
das Copy & Paste Prinzip angewandt. Ein Dungeon sieht aus wie der
andere. Ich hoffe, das wird durch ein Patch in naher Zukunft noch aufpoliert.
Auch Tag- und Nachtwechsel, sowie dynamisches Wetter helfen, die Spielwelt
lebendiger erscheinen zu lassen. Von umherschwirrenden Insekten oder Vögeln
fehlt jedoch jede Spur, weswegen die Spielumgebung auch recht steril erscheint.
Was allerdings nicht mehr tolerabel ist, sind die hohen Hardwareanforderungen.
Wer nur in normalen Partys ein paar Monster jagt, wird auch mit seinem
Duron 800 und der alten Gforce1 zurecht kommen, sobald es aber an den
Kampf Spieler gegen Spieler (RvR Kämpfe) geht, ist es selbst auf einem
Pentium 4/1,6 mit Geforce4 vorbei. Bei Armeen mit teilweise 200 Mann gleichzeitig
hilft nur noch das Abstellen der Effekte. Überhaupt ist die hohe Prozessorbelastung
und das damit verbundene Lag im RvR-Bereich unzumutbar und verderben oft
den Spaß. Lediglich der allgemeine Adrenalinschub beim Sturm auf eine
Festung läßt einem diese Ruckelorgie verzeihen.
Ich hoffe inständig, daß Mythic an diesem Problem arbeitet. Andere Multiplayertitel
wie Tribes2 sind ja auch in der Lage, viele Spieler gleichzeitig darzustellen,
und das mit einer weitaus besseren Grafik. Der Sound beschränkt sich auf
schöne aber kurze Musikeinspielungen beim Betreten von Dörfern und den
allgemeinen Soundeffekten wie Vogelgezwischter, Wasserrauschen oder Monsterschreie.
Etwas mehr Abwechslung hätte hier gut getan.
Abschließend möchte ich noch kurz auf das Itemsystem von DAoC eingehen,
da ich denke, daß viele ehemalige Diablospieler an DaoC interessiert sein
werden. Von Heil- und Manatränken kann man sich erst einmal komplett verabschieden.
Trefferpunkte und Mana werden nur in den Kampfpausen oder durch Unterstützungscharaktere
wie Barden oder Druiden regeneriert. Das hat den unangenehmen Nebeneffekt,
daß man in DAoC viel Zeit mit nichts tun verbringt. Nach dem Kampf setzt
man sich ins Graß und genießt den Sonnenuntergang. Auch Unique-Items oder
ähnliche Einteilungen existieren kaum. Man kauft hauptsächlich in Städten
oder von Spielercraftern Rüstungsgegenstände, Waffen und Schilde. Geld
dafür erhält man durch das Verkaufen von Gegenständen die von erlegten
Monstern zurückgelassen wurden. Manche Mobs verlieren natürlich magische
Gegenstände, aber diese sind bei weitem nicht so zahlreich wie zum Beispiel
in Diablo. Allerdings können Rüstungsteile nach Belieben umgefärbt werden.
Die Möglichkeit, Gilden zu Gründen darf natürlich in einem M.M.O.R.P.G.
nicht fehlen. Auch in DAoC kann man solche Spielerzusammenschlüsse gründen.
Zur einfacheren Verwaltung bietet das Programm einen eigenen Chat für
jede Gilde, Wappen, die als Erkennungszeichen auf Umhang und Schild geprägt
werden und natürlich den Gildennamen, der unter dem Namen des Spielers
steht. Selbst Allianzen zwischen verschiedenen Gilden sind möglich, aber
immer auf das eigene Reich beschränkt.
Ich selbst bin in einer recht erfolgreichen Gilde und ich kann nur jedem,
der beabsichtigt, länger DAoC zu spielen empfehlen, einer solchen Gemeinschaft
beizutreten. Der Spielspaß steigt noch einmal gehörig an, wenn man sich
auf eingespielte Partys verlassen kann. Natürlich darf der monatliche
Obolus von 10 € nicht vergessen werden. Für europäische Spieler gibt es
neben der Zahlung per Kreditkarte auch die Zahlung per Lastschriftverfahren.
Man erstellt sich auf der offiziellen Homepage einen Account und darf
nach dem Kauf vier Wochen lang kostenlos spielen. Danach ist die Miete
fällig. Kein Pappenstiel, vor allem für Schüler, aber meiner Meinung nach
ist es das Spiel auf jeden Fall wert. Man geht auch keine vertragliche
Bindung ein. Man bezahlt für mindestens einen Monat und sobald dieser
Abgelaufen ist und keine Zahlung erfolgte, wird der Account gesperrt.
Als Fazit kann ich allen Neueinsteigern in diesem Spezialgenre DAoC nur
ans Herz legen. Trotz der genannten Mängel wie Grafik und dem Lag in RvR-Kämpfen
macht DAoC Monate lang Spaß. Obwohl das recht eintönige Monsterjagen selbst
in Partys nach einer gewissen Zeit an Spaß verliert, bringt der RvR-Kampf
wieder genügend Motivation mit. Natürlich sollte man die monatliche Gebühr
von 10 € nicht vergessen. Außerdem ist das Spiel dermaßen zeitintensiv,
daß man mit mindestens 6- 8 Stunden täglich rechnen sollte, wenn man sich
das Levelziel 50 vorgenommen hat. Mein Druide ist mittlerweile auf der
Erfahrungsstufe 49 und steht kurz vor dem Levelup. In dieser Zeit wurde
das Studium, das familiäre und freundschaftliche Umfeld auf eine harte
Probe gestellt ;). Hier ist es wichtig zu wissen, wann man abschalten
sollte. Diese Warnung soll kein dummer Gag sein, sondern ist vollständig
ernst gemeint :). Desweiteren hoffe ich, daß Mythic mit den folgenden
Patches und den sicher erscheinenden Add-Ons mehr Abwechslung ins Spiel
bringt. Die Entwicklung auf den amerikanischen Servern (dort ist man
den europäischen um mehrere Patches voraus) läßt dies zumindest vermuten.
Timura Medicus (Druide auf Avalon Level 50) Circle of Heroes
Geschrieben am 07.05.2002, Testkonfiguration: AMD1200, GeForce2 Ultra, 256MB Ram, SB Live
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