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Demon Stone
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 | Info |
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| Autor | | 3 |
 |   | | 1.5 |
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| Gesamt (34 votes) | | 2 |
 |   | | 1.6 |
 |   | | 1.1 |
 |   | | 1.7 |
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| Name: | Demon Stone |
| Genre: | Arcade Action |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2005/02 |
| Publisher: | Atari |
| Entwickler: | Stormfront Studios |
| Offiz. Sites: | Game |
| Links: | Wizards of the Coast |
| Links: | R.A. Salvatore |
| Hardware: | 1Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 2800 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/2000, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| Sprache: | Deutsch/Englisch |
| zensiert: | nein |
| Patch: | 1.1 |
| Bemerkung: | nur auf DVD |
| USK: | 16 |
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Ein neues Action-Rollenspiel im D&D-Universum, eine Geschichte aus den Vergessenen Reichen?
Immer her damit, war meine erste Reaktion auf den ersten Hinweis. Allerdings ergaben weitergehende
Recherchen dann doch eine kleine Ernüchterung, weil das Projekt sich schnell als ein Spiel entpuppte,
das mit Hack & Slay wesentlich mehr zu tun hatte als mit ausgefeilten Charakterplanungen und
stundenlangen Debatten mit NPCs.
Entwickler Stormfront zeichnete auch für das offizielle Spiel zu Herr
der Ringe The Two Towers verantwortlich und genau dort sollte man in erster Linie Vergleichsmöglichkeiten
sehen. Wer also nach einem Spiel im Stil von Baldurs
Gate oder Temple of Elemental Evil
sucht, ist bei Demon Stone definitiv auf der falschen Baustelle. Vorauszuschicken sei noch,
dass ich besagte Herr der Ringe - Spiele nicht wirklich gespielt habe, ich also nicht versuchen
kann und werde, tiefergehende Parallelen zu finden. Aber auch oberflächlich gibt es da bereits
genügend zu entdecken.
Neben dem klaren Schwerpunkt auf actionreiche Auseinandersetzung mit möglichst vielen Gegnern,
deren AI gerade dazu reicht, sich nicht gegenseitig die Schädel zu spalten, ist es bei Demon Stone
möglich, mehrere (in diesem Fall drei) Charaktere gleichzeitig zu spielen, wobei nur einer jeweils
direkt kontrolliert wird. Dabei handelt es sich um die Grundklassen des RPG-Genres, einen Kämpfer
(Rannek), einen Zauberer (Illius) und eine Schurkin (Zhai). Sie treffen zu Beginn des Spieles
anscheinend zufällig aufeinander, um -Überraschung!- friedliche Einwohner gegen plötzlich angreifende
Feinde zu verteidigen bzw. die entsprechend spärlich bekleidete Schurkin (die laut Publisher
Atari "sexy stealth attacks" ausführen kann) erst mal aus einem Käfig zu schweißen. Jeder der
drei trägt tragischerweise ein mittelschweres Trauma mit sich herum, das ihn zu einem Einzelgänger
geformt hat. Unter den herrschenden Umständen zunächst zur Zusammenarbeit gezwungen, stellen
die Protagonisten im Verlauf der Geschichte fest, dass sie neben einer vergleichbaren Vergangenheit
auch noch weitere Dinge gemeinsam haben, namentlich natürlich den für das Spiel unerlässlichen
Drang, fiese Monster zu killen. Außerdem haben sie während ihres ersten Abenteuers dummerweise
einen uralten Kampf zwischen Slaad und Githyanki wiederaufleben lassen, indem sie zwei ihrer
magisch tiefgefrorenen Chefs aus dem Kälteschlaf weckten. Um dieses kleine Missgeschick mittels
eines Dämonensteins wieder zu reparieren müssen sie sich nun durch insgesamt 10 Level prügeln.
Zum Glück ist die Rettung der Welt aber in kaum mehr als 8 Stunden zu bewerkstelligen, denn
zum Durchspielen braucht man auch als ungeübter Spieler sogar noch weniger. Auch wenn die Hintergrundgeschichte
durchaus zu gefallen weiß, ist sie natürlich schon aus diesem Grund etwas knapp bemessen.
Normalerweise - also in "richtigen" Rollenspielen - haben die genannten Charakterklassen
neben sich aus ihren Berufen logisch ergebenden Stärken auch eine ganze Reihe Schwächen, so
ist es eben beispielsweise nicht sehr ratsam, die nur mit einem hauchdünnen Nachthemd bekleideten
Magier allzu nah in die Reichweite gegnerischer Nahkampfwaffen zu bringen. In einem Spiel wie
dem vorliegenden ist das aber gar nicht anders machbar, also müssen alle auch einige Tricks
beherrschen, um hier überleben zu können. Alle besitzen beispielsweise eine Defensivfähigkeit,
um den Schlägen der Monster zu entgehen, die sie entweder blocken, ihnen ganz ausweichen oder,
im Falle des Zauberers, durch einen magischen Schild absorbieren können. Ihre Wirksamkeit ist
bei Levelaufstiegen verbesserbar, wie natürlich auch die der offensiven Pendants. Diese bestehen
in diversen Schlagcombos für die den Charakteren zugeordneten Waffenarten Schwert, Dolche oder
Stab und einigen waffenlosen Angriffen. Zusätzlich hat jeder auch eine bei Schurkin und Kämpfer
eher limitierte, für den Magier allerdings ungleich wichtigere Fernkampfmöglichkeit, denn natürlich
sind seine Angriffszauber eine sehr wertvolle Waffe für jeden Kampf, ergänzt durch einige Schutzzauber.
Die Verwendung der D&D-Lizenz schlägt sich außer in der Story entsprechend auch bei diesen Zaubern
(wie z. B. "Brennende Hände") nieder, die zwar nicht sonderlich spektakulär aussehen, aber auf
jeden Fall durchschlagenden Erfolg versprechen. Nicht zu vergessen sind auch die Spezialangriffe,
die jeder der drei in bestimmten Abständen ausführen kann, vorausgesetzt, er hat genügend Punkte
dafür angesammelt und es steht der Sinn nach dem Attackieren mehrerer Gegner. Alternativ kann
man auch alle drei Spezialangriffe zu einem besonders verheerenden Teamangriff kombinieren.
Insgesamt ist die Zahl der möglichen Spezialisierungen natürlich gegenüber einem richtigen Rollenspiel
lächerlich gering, zusätzlich wirkt sich die Kürze des Spiels und die möglichen Aufstiege an
dieser Stelle ein weiteres Mal aus. Dasselbe gilt für den traditionell nicht weniger wichtigen
Bereich der Ausrüstungsgegenstände. Während des Spiels werden die Helden mit Gold belohnt (oder
sie finden es), welches sie dann investieren können, um sich, parallel zum Levelaufstieg, aus
einer kleinen Zahl vorgefertigter Rüstungen, Waffen, Verzauberungen das Gewünschte zu bedienen.
Dieser virtuelle "Shop" erreicht leider auch nur knapp die Angebotsbreite unseres Dorf-Konsums
in DDR-Zeiten. In dieser Hinsicht sollten Rollenspieler also ein wenig vorgewarnt werden, um
nicht zu viel zu erwarten.
Da Demon Stone ursprünglich ein Konsolentitel war und es sich hier demnach um eine Umarbeitung
für PC handelt, sind die grafischen Elemente, wie dies meist der Fall ist, nicht ganz auf der
Höhe der aktuellsten Standards. Die Polygonanzahl ist doch arg reduziert, die Zauberanimationen
und Texturen bei weitem nicht so detailliert, wie man erwarten könnte. Dafür sind die jeweiligen
Level (Minen, Elbendorf, Flussfahrt et. cet.) voneinander sehr verschieden, man hat also durchaus
nicht das Gefühl, immer wieder dasselbe Gebiet zu durchqueren, auch wenn man doch sehr wenig
Zeit für Sightseeing-Touren hat. Die Bewegungen und Aktionen der Teammitglieder sind wesentlich
besser gestaltet als die der ebenfalls aus D&D-Titeln bekannten Monster (Bugbears, Yan-Ti und
auch ein roter Drache darf nicht fehlen). Die möglichen Bewegungsräume sind naturgemäß (Konsole)
sehr eingeschränkt. Der Großteil des Spieles besteht folglich in der Tat darin, sich auf einem
sehr linear vorgezeichneten Weg durch die Level zu prügeln und dabei immer wieder Horden von
Gegnern zu erledigen. Aufgelockert wird dies in einigen wenigen Passagen durch die Verwendung
der noch nicht erwähnten Fertigkeiten der einzelnen Charaktere. Rannek kann mit "Ogerkraft"
Barrieren entfernen, Illius kann eine in ihrer Wirkung nahezu identische und daher in ihrem
Sinn für mich ziemlich fragwürdige, allerdings auf Magie basierende "Kraftperle" zur Explosion
bringen. Zhai hingegen lernt die Fähigkeit zu springen und dies wird zusammen mit der Möglichkeit,
sich im Schatten zu verstecken und hinterrücks zu attackieren, mehrere Male angewendet. An diesen
Punkten war mir auch die Steuerung etwas zu schwammig, wenn es darum ging, über Fallen zu springen,
um dann durch Betätigung eines Hebels die beiden Gefährten nachzuholen. Außer diesen kleinen
Geschicklichkeitsübungen gibt es im Prinzip keine weiteren Rätsel, abgesehen von der Aufgabe,
einige Zwischenbosse zu erledigen, wofür ein bestimmtes Vorgehen nötig ist, das man erst mal
austüfteln muss. Abgesehen von den erwähnten Stellen war die Steuerung handlich und praktikabel
(ich habe ein Gamepad benutzt, aber auch die Mouse/Keyboard-Steuerung ist möglich), der Wechsel
zwischen den einzelnen Charakteren geht sehr schnell. Falls einer von ihnen stirbt, ist das
Spiel beendet und man startet an der letzten Zwischensequenz, von denen es pro Level meist mehrere
gibt. Feste Speicherpunkte existieren aber nur jeweils am Ende des kompletten Abschnittes. Etwas
gewöhnungsbedürftig ist auch das Balancing der 3 Klassen, denn seltsamerweise kam mir der ja
eigentlich für das Genre prädestinierte Rannek während des Spieles als schwerer zu spielen vor,
zumindest, bis er relativ spät ein spezielles Schwert bekommt, weil er relativ langsam zuschlägt
und der größere Schaden so nicht zur Wirkung kommt, weil die Gegner einfach fixer sind als er.
Zhais Attacken sind im Gegensatz dazu sehr schnell und meines Erachtens insgesamt auch besser
als die ihres mit schwerer Rüstung ausgestatteten Kollegen, die sich auch nicht merklich auf
den Schaden auswirkt. Illius empfand ich sogar als den eigentlich am einfachsten zu spielenden
Charakter, da er durch den magischen Schild auch nicht mehr Schaden nimmt und zusätzlich ziemlich
schnell zwischen den Attacken der Gegner eigene Schläge austeilen oder -besser- Zauber aussprechen
kann. Ein kleines Schmankerl für Trekkies sollte noch erwähnt werden: die Stimme des Erzählers
stammt von keinem Geringeren als Patrick Stewart, der allerdings, wie auch seine ebenfalls sehr
ansprechend synchronisierten drei Kollegen nur ziemlich wenig Text hat. Musik, Filmsequenzen
und eben die Synchronisation sind durchweg professionell, leiden aber wie andere Bereiche an
der Kürze des Ganzen, das epische Feeling, das der Rettung der Welt normalerweise innewohnt,
will doch nicht so recht aufkommen.
Demon Stone ist ein nettes Prügelspiel für den kleinen Hunger nach schneller Action, angereichert
mit ein wenig Abglanz einer Story aus den Forgotten Realms und dementsprechenden, aber sehr
dezenten Rollenspielelementen. Grafik, Sound und Steuerung sind akzeptabel bis gut, Bugs waren
keine zu entdecken und der Schwierigkeitsgrad ist zumindest im Normalmodus wahrscheinlich eher
etwas zu niedrig für Specialmove-Profis. Das Haupthandicap liegt in der geringen Spielzeit,
dafür ist das Spiel allerdings auch im Mid-Price erhältlich.
Geschrieben am 15.04.2005, Testkonfiguration: AMD2200+, 512MB, Geforce 6600GT, SB Audigy
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