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Dino Crisis
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 | Info |
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| Autor | | 3+ |
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| Gesamt (8 votes) | | 2 |
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| Name: | Dino Crisis |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2000/04 |
| Publisher: | Capcom |
| Hardware: | 200MMX-Mhz, 32MB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 1 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 95/98/ME/XP, DX6 |
| Steuerung: | Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | nein |
| Serie: | ja |
| Bemerkung: | auch für Dreamcast/PS1 |
| USK: | 16 |
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| Dino Crisis (review von yak) |
Da die Spannung auf Resident Evil 5 stetig steigt, wurde es mal wieder Zeit, Games mit gleicher
Schlagart Revue passieren zu lassen. Welche Spiele im Horror-Survival Genre sind positiv in
Erinnerung geblieben, auch wenn der Technik-Zahn der Zeit spür- und sichtbaren Beißspuren hinterlassen
hat? Dass das nicht zwingend für das Gameplay gelten muss, soll unser Re(tro)view zu Dino Crisis
zeigen.
Capcom lieferte nach dem mehr als erfolgreichen Zombiehorror Resident Evil ein recht ähnliches
Spiel ab, diesmal müssen jedoch die Protagonisten nicht gegen Untote bestehen, sondern ihren
Überlebenskampf auf einer geheimen Forschungsinsel antreten, die von Dinosauriern bevölkert
ist. Ursprünglich im Jahre 1999 für die Playstation entwickelt, schafften es auch Versionen
auf Segas Dreamcast und ein Jahr später auf den PC. Technisch aufgemöbelt wurde die PC Variante
jedoch nur wenig, bis auf Texturfilter und einer Auflösung von 640 x 480 entsprach die PC Fassung
der Playstation1. Doch alles halb so schlimm, denn Dino Crisis sieht auch heute noch halbwegs
erträglich aus, auch wenn der Z-Buffer ein wenig Probleme bereitet und die Texturfilterung auf
modernen Graphikkarten einige Fehler verursacht. Dafür lief das 10 Jahre alte Programm aber
anstandslos mit den neuen Betriebssystemen, auch das Microsoft Xbox 360 PC Pad wurde problemlos
erkannt und so konnte die Dinohatz auch gleich losgehen.
Die technische Umsetzung war zum Releasezeitpunkt für PC Verhältnisse sicher schon nicht
mehr Up-to Date, aber damals waren Konsolenkonvertierungen, im Gegensatz zu heute, wirklich
selten mehr als 1:1 Umsetzungen. Das war damals deutlich sichtbarer, als es heute der Fall ist,
da die Leistungsunterschiede der damaligen Konsolen bereits weit unter denen eines leistungsfähigen
PCs lagen. Dino Crisis hat sich aber trotzdem wacker gehalten und macht keinesfalls den Eindruck,
dass man sich erschreckt von Screen aufgrund der graphischen Defizite abwenden müsste. Die Figurenanimationen
und Details sind ok, ebenso die Levelgraphik. Während des Abenteuers besucht der Spieler kleinere
Außenareale der Forschungseinrichtung, Geheimlabore und unterirdische Anlagen. Das wirkt vom
Setting her auch alles recht klaustrophobisch und steigert somit die Spannung. Hier und da Fenster,
die den Blick nach außen freigeben oder Lüftungsschächte, die aufgebrochen scheinen und man
Schlimmeres in ihnen vermutet, als man es sich wünschen würde. Wie in der Resident Evil Serie
nutzt Capcom hier das Levelsetting, um Atmosphäre aufzubauen. Im Gegensatz zum Zombiegame wird
Dino Crisis komplett in 3D gerendert, was bedeutet, dass die Umgebungsgraphik nicht mehr aus
vorgerenderten Hintergründen besteht, sondern der Levelaufbau komplett durch die Engine in Echtzeit
auf den Screen gebracht wird. Und so verfolgt man die Hauptfigur auch mal direkt mit der Kamera
in Verfolgeransicht, wenn sie z. B. durch einen Gang marschiert oder an einen Gitterzaun, der
an einigen Stellen von den Untieren auseinandergenommen wurde, langsam voranpirscht. Das sorgt
dafür, dass die Spannung noch eindringlicher wird.
Soundtechnisch ist Dino Crisis heutzutage sicher nicht mehr der "Burner", aber dennoch reicht
es aus, um die Atmosphäre zu steigern und Stimmung zu machen. Die spärlichen Geräusche sind
daher höchst eindringlich, besonders, wenn man z. B. die noch außer Sicht befindlichen Raporten
kratzen und scharrend hört, oder schlimmer noch , wenn sie sich bereits über eine Opfer hermachen.
In Dino Crisis sollte man sehr auf diese Geräusche achten, um nicht plötzlich in einen Hinterhalt
zu geraten. Die englische (deutsch untertitelte) Sprachausgabe ist gelungen und die Sprecher
machen ihren Job gut. Ebenso kann dies von der Musik behauptet werden, die zwar spärlich zum
Einsatz kommt, dann aber den Spannungsbogen und Gefahr pointiert umzusetzen vermag, was durch
die Gänsehaut fördernden Einlagen in Gefahrensituationen für nervenaufreibende Spielstunden
sorgt.
Gesteuert wird per Tastatur oder Gamepad. Gespeichert werden kann beliebig oft in speziellen
und großzugig verteilten Speicherorten. Resi-geschädigte Farbband-Allergiker können also getrost
aufatmen. Das Spiel kann in zwei Schwierigkeitsgraden gespielt werden. Im leichten erhält der
Spieler weniger Schaden und es gibt mehr Continues, als auf normal. Die Continues können eingesetzt
werden, um vor einer Art Checkpoint, der zusätzlich zum regulären Speichern angelegt wird, erneut
zu starten, sollte man als Dinofutter enden.
Ein stimmungsvolles Rendervideo begleitet den Spieler zu seinem Einsatzort. Eine Spezialeinheit
springt über einer Insel per Fallschirm ab. Das Ziel: Einen Wissenschaftler zu bergen, der auf
dieser Insel vermisst wird. Doch der Missionsanfang macht klar, dass der Einsatz kein Sonntagsspaziergang
wird. Ein vom übrigen Team entfernt gelandetes Mitglied wird im Dickicht von einer riesigen
Kreatur gejagt. Die erbarmungslose und ungleiche Konfrontation endet tragisch. Der Marine wird
von einem riesigen Tyrannosaurus Rex buchstäblich zerfetzt. Welche unglaublichen Dinge erwartet
das Team noch auf dieser schaurigen Insel?
Der Spieler übernimmt die Rolle von Regina, der einzigen Frau im nun nur noch dreiköpfigen
Rettungsteam. Das Team teil sich auf, um eine Übersicht der Lage zu bekommen. Doch schon bald
müssen sie feststellen, dass hier schaurige Dinge vorgefallen sein müssen. Ein halbzerfetzter
Körper liegt auf dem Boden und scheint meterweit mitgeschleppt worden zu sein, wie die ausgeprägte
Blutspur auf dem Betonboden nicht verheimlichen kann. Zudem ist der Maschendrahtzaun an einigen
Stellen buchstäblich auseinandergerissen worden. Die Forschungsstation scheint zu allem Übel
nur auf Notstrom zu laufen. Hier scheint einiges im Argen. Regina macht sich auf, um den Generator
wieder in Gang zu bringen, damit die wichtigsten Funktionen innerhalb der Anlage wieder in Betrieb
genommen werden können. In einem Lagerraum findet sie auch einen Schlüssel, der weiteren Zugang
zu einem bisher verschlossenen Bereich ermöglicht. Bis jetzt ist es noch ruhig, doch irgendetwas
scheint hier nicht in Ordnung zu sein, eine unnatürliche Stille macht sich breit. Doch nicht
für lange, denn wie aus dem Nichts springt plötzlich ein Raptor in Reginas Weg. Geschöpfe, die
eigentlich seid Millionen von Jahren ausgestorben sein müssten. Ein paar Salven aus ihrer Waffen
retten ihr das Leben, doch mit dieser Art Widerstand auf einer mehr oder weniger als Bergungsaufgabe
angelegten Mission war nicht zu rechnen. Rechnen muss Regina aber jetzt sicher mit allem.
Mit Dino Crisis hat Capcom das Survival Horror Genre, das sie ja praktisch mit Resident Evil
erschaffen haben, gelungen erweitert. Wieder steht das Überleben in einer eingegrenzten und
dadurch fast klaustrophobischen Umgebung im Vordergrund. Die Rechnung geht somit auch wieder
vollends auf. Ein Ort, aus dem es kein entrinnen gibt, die Gefahr draußen scheint größer, als
im Inneren und auch dort muss man an jeder Ecke um sein Überleben ringen, denn der Tod lauert
überall. Dazu kommen wieder die bereits von Resident Evil erprobten Zutaten. Speichern ist nur
an bestimmten Stellen im Spiel möglich, was die Spannung weiter vorantreibt, da man nicht an
jeder Ecke die Quicksavetaste bemühen kann, ein eindeutiges Atmosphäreplus für dieses Spielgenre.
So hat man einfach viel mehr Angst um sein Bildschirm Alter Ego. Hinzu kommt das Ressourcenproblem.
Munition ist rar und man sollte sich vorher gut überlegen, bevor man unsinnigerweise schießt,
also besser auch mal die Fluch ergreifen. Wie schon in Resident Evil steht man auch in Dino
Crisis öfters vor dem Problem, nur noch eine Kugel im Lauf zu haben, während zwei bereits mit
den Schwänzen winselnde Raptoren auf ihre Mahlzeit warten. Da heißt es rennen, sich möglichst
nicht erwischen lassen, zur nächsten Tür sprinten und hoffen, dass die Viecher nicht auf den
Gedanken kommen, durch die Tür zu stürmen, was ihnen aber hin und wieder gelingt. Man überlegt
sich Routen, um an den Feinden unbeschadet vorbeizukommen, vielleicht mal ein Abstecher durch
die Lüftungsschächte oder leise an ihnen vorbei, wenn sie gerade mit einer anderen Mahlzeit
beschäftigt sind, die weniger Glück hatte als unsere Heldin.
Wieder mit dabei ist ein limitiertes Inventarsystem, das aber nicht so minimalistisch ausfällt,
wie der 6-Teile Slot in Resident Evil. Für das Zwischenlagern gibt es wieder Boxen, die jedoch
diesmal erst zu öffnen sind, wenn man in den Leveln ausreichende Stecker gefunden hat, um sie
als Schlüssel einzusetzen. In den Boxen findet man dann auch Medizin, Munition, Blutstiller
und andere nützliche Dinge. Das Waffenarsenalt reicht von Pistole, über Schrotgewehr bis hin
zu einer Granatenpistole. Zudem können die Waffen mit Items aufgerüstet werden, um ihre Eigenschaften
zu verbessern. Es gibt nicht nur verschiedene Waffen, sondern auch unterschiedliche Munition,
die ebenfalls aufgepeppelt werden kann. So kann man mit besonderen Items die Wirkungsdauer von
Betäubungspfeilen verlängern. Gerade Betäubungspfeile sind weitere Atmosphärebringer, denn es
ist schon fies vorher zu wissen, in Ermangelung ausreichend tödlicher Geschosse, dass der Feind
sich nach einiger Zeit wieder aufrappelt.
Der Kampf ist steuerungstechnisch recht einfach gehalten. Man muss nur die etwaige Feindrichtung
anvisieren, um einen Treffer zu landen. Feinde können die Spielfigur schon mal packen und hin
und her schleudern. Hier muss man sich durch hektische Button-Stakkatos befreien, um nicht in
die Nahrungskette zu gelangen. Die Gegner KI passt zum Spielprinzip. Die Dinos haben recht gute
Wegfindungsroutinen und bereiten durch ihre Angriffe genügend Adrenalinschübe. Viel mehr ist
aber auch für das Spielprinzip und die architektonisch einfach gehaltenen Level nicht notwendig.
Hinzu kommt ein Schadensmodell. Sollte Regina zu stark verletzt werden, verliert sie Blut und
kann sich bei starken Verletzungen auch nur noch schleppend fortbewegen, dann ist sie ein sehr
leichtes Ziel für ihre Feinde. Nur ein Medipack kann sie jetzt wieder auf die Beine bringen.
Wichtig sind auch Blutstiller, damit keine leicht zu witternde Blutspur für die Verfolger
hinterlassen wird, der Blutgeruch lässt sie dann auch nicht vor Türen halt machen.
Dino Crisis zeigt seine Stärke aber auch noch in einem völlig anderen Bereich, der bei Spielen
neueren Datums scheinbar völlig verloren gegangen ist. Die Kombination von Action Game mit wirklich
anspruchsvollen Rätseln und gut ins Gesamtgeschehen eingebundene Minigames. Die Adventureinhalte
von Dino Crisis haben hier wirklich einiges zu bieten. Hier geht es nicht, einfach nur einen
Schlüssel zu finden, um damit die nächste Tür zu öffnen. Dino Crisis verlangt hier wesentlich
mehr. Der Hochsicherheitsbereich wird durch eine ID-Karte gesichert und versperrt den Einlass.
Was tun? Wichtig ist es, alle herumliegende Dokumente zu lesen, die Aufschlüsse über die Situation
ermöglichen. Personalakten sagen da einiges aus. Ein neuer Kollege soll seine ID Karte im Büro
vorbeibringen, damit sie dort mit den relevanten Daten beschrieben werden kann. Aber wo finden?
Aha, hier steht die Beepernummer des Mitarbeiters, also rasch am Telefon seinen Beeper anwählen
und die Ohren spitzen. Ein wenig durch die Forschungsebene laufen und versuchen, ein Geräusch
zu orten. Nach ein wenig Suchen hört man den Beeper an einer halb zerfressenen Leiche und findet
dort auch die ID Karte. Mist sie ist nutzlos, da die Daten darauf noch nicht geschrieben wurden.
Also zurück zum Computer, die Karte einstecken und.. es wird nach der Personalnummer gefragt,
aber die Stand doch in der Personalakte. Ok, also noch mal hin und nachlesen. Zurück am Computer,
die Personalnummer wird akzeptiert und.... es wird ein Fingerabdruck der Person verlangt. Ok,
also brauchen wir einen Fingerabdruckscanner und müssen uns noch mal mit der Leiche beschäftigen...
Die Rätseleinlagen sind wirklich klasse inszeniert und passen auch hervorragend zur Story,
es wirkt niemals aufgesetzt und die Minigames, wie z. B. das Dechiffrieren eines Geheimcodes,
das Zusammensetzten von Platinen und anderen Gerätschaften, machen nie den Eindruck, einfach
"nur" ein Minigame zu sein, sie machen Sinn und passen zur Situation. Dazu sind sie auch noch
sehr fordernd. Das Spielprinzip Action zu Adventure kommt hier in einer gesunden 50/50 Mischung
zu tragen. Dino Crisis hat aber noch weitere Boni in petto. Bei all den streng linearen Actionspielen
der heutigen Zeit bietet es noch alternative Lösungswege an. Mehrmals im Spiel wird man vor
die Option gestellt, welche Richtung man einschlagen möchte. So schlagen die Teammitglieder
Rick und Gail einen jeweils anderen Fortlauf der Geschichte vor. Gail ist eher die Kampfsau
und schlägt einen etwas brachialer Weg vor als Rick. Statt sich nach der Gail Methode den Weg
zum Hafen freizuballern, kann man in der Rick Methode versuchen, das Sicherheitssystem zum umgehen.
So etwas gibt es heute leider viel zu selten, genau wie die drei unterschiedlichen Enden des
Spiels, die aus den vorherigen Handlungen im letzten Spielabschnitt resultieren. Mehr soll hier
aber nicht verraten werden.
Einmal durchgespielt kann zudem ein Savegame angelegt werden und je nach Erfolg werden spezielle
Features freigeschaltet, wie etwa unendliche Munition für den Grantwerfer
Fazit
Trotz des Alters von fast 10 Jahren und der etwas angestaubten Technik macht Dino Crisis
auch heute immer noch Spaß und sorgt für unterhaltsame und spannende 12-14 Spielstunden. Dino
Crisis kann mit seiner gelungenen Mixtur von Rätseln und Action einigen Titeln der neueren Zeit
immer noch vormachen, was gutes Gameplay in Verbindung mit einer stimmigen und spannenden Story
ausmachen. Gewürzt mit unerwarteten Schockmomenten, die Capcom so grandios mit den Resident
Evil Teilen beherrscht, wenn man einen bestimmten Levelbereich schon mehrfach unbeschadet passiert
hat, eigentlich nicht mehr damit rechnet, überrascht zu werden, genau dann passiert es. Und
so muss ich mich outen und sagen, dass Dino Crisis eine bis heute noch immer ungeschlagene Herzkasperstelle
meiner Spielesammlung beinhaltet ... ich sag nur T-Rex. Trotzdem man böswillig sagen kann, dass
die PC Variante aussieht, wie eine etwas aufpolierte Playstation1 Version, bekommt der Titel
von mir immer noch eine gute Berwertung. Wer Dino Crisis noch nicht kennt und nicht zu den Übergraphikanbetern
gehört, sollte sich den Spaß wirklich gönnen. Dino Crisis wäre für mich in jedem Fall ein Top
Kandidat für ein ordentliches Remake.
Geschrieben am 20.02.2009, Testkonfiguration: Intel Dual Core E6600, Geforce 8800GT, 4GB RAM, Creative X-Fi Extreme
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