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Dreamfall
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 | Info |
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| Autor | | 3+ |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 2.5 |
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| Gesamt (33 votes) | | 1 |
 |   | | 1.3 |
 |   | | 1.4 |
 |   | | 2.6 |
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| Name: | Dreamfall - The Longest Journey |
| Genre: | Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2006/06 |
| Publisher: | Anaconda |
| Entwickler: | Funcom |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | 1.6Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 3600 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/2000, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| Sprache: | Multilingual |
| Serie: | ja |
| Bemerkung: | auch für Xbox |
| USK: | 12 |
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| Dreamfall - The Longest Journey (review von nali_warcow) |
Quo Vadis Adventure? Diese Frage stellen sich sicherlich nicht nur Adventureliebhaber, sondern
auch Entwickler und Publisher. Das oft totgesagte Adventuregenre erfreut sich zwar noch immer
über zahlreiche Neuerscheinungen, doch die "alte Klasse" wurde bisher noch nicht erreicht. Vielmehr
scheint der Schwerpunkt bei 3D Grafik, hübschen Renderbildchen, Tastatursteuerung und Actioneinlagen
zu liegen. Immer mal wieder tauchen ein paar dieser Elemente in den unterschiedlichen Spielen
auf. So hatte Baphomets Fluch 4 mehr Kistenschiebereien als Actionkonkurrent Tomb Raider, wohingegen
sich Fahrenheit als Spielfilm mit Reaktionsspielchen
herausstellte. Auch am Episodenformat scheinen die ersten Entwickler Gefallen gefunden zu haben.
Ein bis zwei Stunden Adventurespaß werden für 20€ online verkauft. Nachdem vor einiger Zeit
"The Longest Journey" eine Neuauflage
in Form einer preisgünstigen Special Edition wiederveröffentlicht wurde, folgt jetzt wenig
später der Nachfolger.
"Dreamfall: The Longest Journey" führt nicht nur die Geschichte weiter und erzählt das nächste
Kapitel, sondern wurde auch ein wenig in Sachen Gameplay verändert. Welche Schwerpunkte die
Entwickler dem Spiel gegeben haben, wie überzeugend die Handlung präsentiert wird und wie viel
Adventure noch vorhanden ist, soll das folgende Review klären.
Das Spiel steht in einer ansehnlichen, aufklappbaren Minibox in den Regalen, in der sich
jedoch eine ganz normale DVD Hülle befindet. Zusätzlich zur Spiel DVD gibt es ein noch etwa
20 Seiten umfassendes, Schwarzweiß-Handbuch. Darin wird nicht nur die Steuerung erklärt, sondern
auch kurz die wichtigsten Charaktere und Welten beschrieben. Erfreulicherweise war auf der Disk
ausreichend Platz, so dass neben der deutschen Sprachfassung auch noch die englische Tonspur
vorhanden ist. Ganz bequem kann sogar im Spiel umgeschaltet werden. Weniger gelungen präsentierte
sich dagegen der Kopierschutz Starforce. Laut Packungsrückseite werden etwa 4GB Festplattenspeicher
benötigt. Dennoch gab das Setup eine Fehlermeldung aus, dass auf dem Zieldatenträger zu wenig
freier Speicherplatz ist. Als daraufhin das Setup ordnungsgemäß beendet und der freie Speicher
auf der Zielpartition von fünf auf zehn GB vergrößert wurde, startete das Setup nicht erneut.
Lediglich eine Fehlermeldung mit der kryptischen Mitteilung "die Anwendung habe einen Fehler
verursacht" wurde angezeigt. Nach einem Neustart des Systems war der Fehler dann behoben
und das Spiel lies sich installieren. Doch die nächsten Probleme folgten schon bald. Vor dem
Spielstart wird die Disk überprüft, wie bei fast allen Spielen heutzutage. Dreamfall war allerdings
extrem wählerisch. Nur wenn das System gerade neu gestartet wurde, lies sich das Spiel starten.
Wurde am Rechner zuvor nur einfach einige Zeit etwas anderes gemacht ( im Netz surfen oder Musik
hören), wurde die Disk nicht mehr erkannt. Aber auch wenn das Spiel beendet worden war, lies
es sich nicht wieder neu starten. Auch hier wurde kein Originaldatenträger mehr gefunden. Nach
einem Neustart ging dann jedoch alles wieder. Unverständlich auch, dass jeweils das Setup beim
Einlegen der Spiel DVD gestartet wird. Abgesehen von einem kleinen Anzeigebug lief das Spiel
ansonsten problemlos und absturzfrei.
Auf der Suche
10 Jahre sind vergangen, seitdem der Spieler in der Rolle von April Ryan die beiden Welten
Stark und Arcadia wieder ins Gleichgewicht gebracht hat. Der Untergang beider Welten war abgewendet
und die lange und schwere Mission der Reisenden war erfüllt. Zusammen mit ihrem treuen Begleiter
"Crow" hatte April ihren Teil erfüllt. Seitdem ist das 18 Jahre alte Mädchen verschwunden und
keiner der Freunde hat es je wieder gesehen. Doch die Freunde haben andere Sorgen. In den 10
Jahren hat sich viel verändert und Freiheit ist für viele ein Fremdwort geworden. Auch in Arcadia,
der Welt der Magie, hat es Veränderungen geben. Macuria war von den Tyren-Horden überrannt worden,
bekam aber im letzten Moment Hilfe und Unterstützung eines neuen "Freundes". Die Azadi sorgen
für eine schnelle Eliminierung der Barbaren und brachte den Bewohnern ihren Frieden wieder.
Doch mit dem Frieden kam die Überwachung und die Kontrolle über die Bewohner mit Soldaten an
jeder Ecke. Widerworte wurden genauso wenig geduldet wie Leute, die den Glauben der Azadi nicht
anerkennen. Doch noch haben nicht alle Bewohner aufgegeben. Einige haben sich zusammengeschlossen
und bekämpfen die "neuen" Eindringlinge, zu denen auch April Ryan gehört.
Sich selbst bezeichnen sie als Rebellen, für die Azadi sind sie dagegen Terroristen. Doch
die Konflikte sind nicht das einzige Problem, das die beiden Welten erneut bedroht. Es gibt
einen anderen Ort zwischen den beiden Welten. Dieser Ort ist Vergangenheit und Zukunft und birgt
nicht nur ein großes Geheimnis, sondern eine Gefahr für beide Welten. Wieder einmal drohen die
beiden Zwillingswelten auseinander zu brechen, wenn nicht jemand eingreift. Die neue Reisende,
Retterin der Welten, wird Zoe Castillo sein. Doch die ahnt anfangs noch nichts von ihrem Glück
und ihrer Berufung. Gerade hatte Zoe ihr Studium abgebrochen, die Beziehung zum Freund beendet
und versucht, sich neu zu orientieren, als eine kleine Bitte ihr Leben für immer verändern wird.
Einer letzten Bitte ihres Ex-Freundes Reza folgend wird sie mitten in die Probleme hineingezogen.
Nicht nur bei der Abholung eines kleinen Päckchens kommt Zeo nur knapp mit dem Leben davon,
wenig später ist Reza verschwunden und Zeo steht im Visier der Überwachungsbehörden. Auf der
Suche nach ihrem ehemaligen Freund stößt die neue Reisende auf immer weitere Mysterien, Konspirationen
und schließlich der anderen Welt namens Arcadia. Wie schon am Text zu erkennen ist, ist die
Hintergrundgeschichte von "Dreamfall: The Longest Journey" alles andere als seichte oder oberflächliche
Unterhaltung. Wie schon im Vorgänger ist sie ein wesentlicher Bestandteil des Spiels. Für den
Spieler bedeutet dies, dass es eine ganze Reihe an Gesprächen und Zwischensequenzen gibt, die
die Handlung vorantreiben und recht detaillierte Informationen liefern. Entsprechend sollte
auf jeden Fall ein Interesse von Seiten des Spielers vorhanden sein, sich darauf einzulassen.
Zwar ist es möglich, alle Dialoge und Zwischensequenzen zu überspringen, doch in diesem Fall
verpasst der Spieler nicht nur zahlreiche Erklärungen und umfangreichere Informationen, sondern
reduziert Spiel- und Spielspaß merklich. Aber nicht nur das Interesse an Dialogen ist gefragt,
auch etwas Sitzfleisch. Damit der Spieler nicht all zu schnell den Anschluss verliert, bringt
es wenig, sich zwischendurch mal eben zehn oder zwanzig Minuten mit dem Spiel beschäftigen zu
wollen. Die Ingame Aufzeichnungen, Notizen und gespeicherten Gesprächsverläufe fallen recht
dürftig aus und beinhalten nur die wichtigsten Ziele. Nicht nur für Leute, die den Vorgänger
nicht gespielt haben, wäre eine kleine Zusammenfassung von "The Longest Journey" am Anfang eine
feine Sache gewesen. Es gibt zwar eine Kurzzusammenfassung und Auflistung der wichtigsten Personen
und Welten im Handbuch, doch warum nicht gleich als kleine Rückblende im Spiel?
Von Pontius zu Pilatus
Endlich hat Zoe zumindest einige Informationen über diesen komischen, unbekannten Ort bekommen,
an dem sie sich befindet. Das Problem besteht nun lediglich darin, einen Weg in ihre Welt zu
finden. Laut Benrime, der Besitzerin des "The Journey Man", kann ihr der Blinde Bob bei der
Suche nach Magda helfen. Also geht es raus aus der kleinen Taverne in die verschneite, mittelalterliche
Stadt. Bob ist auch recht bald gefunden, ein netter und freundlicher Kerl, der das Blind nur
im Namen trägt, damit er mehr Geld von den Leuten bekommt. Allerdings bringt Zoe dies kein Stück
weiter bei ihrem Problem. Ohne eine entsprechende Gegenleistung hat Bob keinerlei Interesse
Zoe zu helfen. Aber für ein wenig Würzwein würde er es sich anders überlegen. Also zurück zu
Benrime und nach Würzwein gefragt. Wie sollte es auch anders sein, so schnell bekommt Zoe keinen
Würzwein. Wein ist zwar im Haus, aber die Gewürze sind aus. Deswegen geht es durch die verschneite
Stadt bis zum Markt, wo beim Händler ein Versuch unternommen wird, die Gewürze zu bekommen.
Wäre auch zu schön gewesen, aber der Händler wartet noch auf seine Lieferung. Ary Kinryn, sein
Lieferant, steckt mit dem Wagen in einer Gasse fest. Um den Vorgang etwas zu beschleunigen erklärt
sich der Spieler natürlich schnell bereit, seine Lieferung vom Lieferanten abzuholen. So geht
es wieder zurück durch die ganze Stadt, vorbei am "Journey Man" und in eine andere Gasse. Nachdem
sich Zoe die Sorgen und Nöte des Händlers angehört hat, bekommt sie endlich die Lieferung für
den Gewürzhändler. Den Weg inzwischen mehr als gut kennend geht es nun schnell wieder zurück
zum Händler, der einem Mrs. Mullins Spezialgewürze für Benrime gibt. Wieder im "Journey Man"
angekommen kann sich Zoe nach einer kurzen Einweisung durch Benrime daran machen, selber den
Würzwein herzustellen. Der Wein ist schon im Topf, lediglich die Gewürze müssen noch dazu und
dann kann der gute Tropfen auch schon in eine Weinflasche gefüllt werden. Jetzt geht es wieder
zurück zum Blinden Bob, der einen nun hoffentlich zu Magda bringen wird. Pustekuchen. Nach einem
ordentlichen Schluck erzählt Bob, dass er gar keine Ahnung hat, wo sich Magda befindet. Aber
zumindest einen Tipp gibt es: Clara sollte einem das sagen können…
Rätsel wo bist du?
Das kleine Beispiel in dem Zoe auf der Suche nach Magda ist, zeigt die Hauptbestandteile
von Dreamfall. Spieler, die Rätsel und Knobeleien wie in "The Longest Journey" erwarten, sollten
daher genau darauf achten, ob ihnen die Spielelemente in Dreamfall zusagen. Es sind zwar noch
durchaus Rätsel und Knobeleien enthalten, allerdings auf einem durchweg sehr einfachen Niveau.
Im Inventar der drei spielbaren Charaktere befinden sich maximal drei Gegenstände mit denen
leichte Kombinationsaufgaben zu lösen sind. So gilt es zwei Papierschnipsel mit einem Kaugummi
zu verbinden oder sich aus einem Bettlaken und einem Tuch ein Kletterseil zu kombinieren. Ansonsten
erledigt der Spieler vielmehr Laufarbeit. An einer Ecke der Spielwelt gibt es eine neue Information,
so dass an einer ganz anderen weitergemacht werden kann. Dabei gibt das Spiel sehr linear vor,
wann welche Gegenstände genommen und welche Aktion durchgeführt werden kann. So wurde Zoe zwar
vom Zauberer schon frühzeitig ein Buch angeboten, doch die Heldin hat dankend abgelehnt. Etwas
später gilt es jedoch für eine Überfahrt ein Tauschobjekt zu besitzen und dann wird besagtes
Buch gebraucht. Dann heißt es also zurück zum Zauberer und erneut nach dem Buch fragen. Die
einfachste Lösung, wenn eine Person gesucht wird, würde darin bestehen, andere Leute danach
zu fragen. Dies geht bei der Suche nach Madga jedoch nicht. Nur über Umwege kann Zoe erfahren,
dass Magda sich an einem Ort befindet, an der sie schon mehrfach vorbeigegangen ist. Nur bis
dahin konnte die Dame nicht angesprochen werden. Als Knobelersatz gibt es in Dreamfall dafür
Minispielchen, Schleichabschnitte und Actionpassagen. Immer wieder gilt es im Spielablauf dem
multimedialen Handy von Zoe Schlösser und Elektronik zu knacken. Dazu müssen unter Zeitdruck
in einem Feld die gleichen Symbole markiert werden, die denen am unteren Bildschirmrand angezeigten,
entsprechen. Um die Sache etwas schwieriger zu machen wechseln die Symbole im oberen Bereich
immer mal wieder die Position. Als zweites Minispiel gibt es ein weiteres Farb- und Symbol-Rätsel,
bei dem es darum geht, mehrere Räder so zu drehen, dass jeweils zwei gleiche Farben nebeneinander
stehen. Als Schleichpassagen präsentiert sich das Eindringen in ein Labor- und Forschungskomplex.
Hier hat der Spieler Wachrobotern auszuweichen und Sicherheitssysteme zu deaktivieren. Das klingt
nach einer sehr komplexen Aufgabe, wird allerdings so präsentiert, dass kein Adventurespieler
damit Probleme haben sollte. Etwas mehr Probleme dürften die Kampfeinlagen des Spiels bereiten.
Im Prinzip wird dabei ein sehr simples Beat'em Up geboten. Zwei Schläge und Blocken sind neben
der Bewegung die einzigen Aktionsmöglichkeiten des Spielers. Das Problem der Kämpfe ist jedoch
die mehr als unausgereifte und unübersichtliche Steuerung. Dennoch sind diese Auseinandersetzungen
eher einfach gehalten, bereiten jedoch mindestens an einer Stelle einige Probleme. Der Spieler
will in der Nacht auf ein großes Baugerüst klettern und möglichst von den Wachen nicht entdeckt
werden. Nur leider ist hier, im Gegensatz zu anderen Actioneinlagen, in denen sich der Spieler
auch rausreden kann, gar keine "friedliche" Lösung möglich. Zwar kann sich der Spieler von hinten
an das Gerüst heranschleichen und keine Wache schaut in die Richtung des Charakters, doch die
kleine Stufe des Gerüstes kann nicht erklommen werden. Der entsprechende Befehl taucht nicht
in der Aktionsliste auf. Erst wenn die Wache einige Meter weiter besiegt wurde, wird die Befehlsoption
angezeigt. Wenn es nur diese eine Wache wäre, die der Spieler in einer "Kamerafeindlichen Umgebung"
ausschalten müsste, dann würde es jeder irgendwann hinbekommen. Das Problem besteht allerdings
darin, dass wenig später zwei weitere Kollegen zu Hilfe kommen. Nur wenn der Spieler die einzelne
Wache in eine ganz bestimmte Ecke drängt - und das ist nicht die dunkelste Ecke, die am weitesten
von den anderen Wachen entfernt ist - kommt keine Verstärkung. Für Nicht-Actionfreunde wäre
vielleicht ein Ansatz wie im Klassiker Indiana Jones and the Fate of Atlantis eine gute Idee
gewesen, so dass der Charakter die Kämpfe optional auch leicht mit einem Schlag gewinnen kann
oder immer einen alternativen Weg hat. Wäre vielleicht auch eine schöne Gelegenheit gewesen,
durchgehender mehrere Lösungsmöglichkeiten anzubieten, um auch den Widerspielbarkeitswert zu
steigern. Bei den zahlreichen Gesprächen wäre es ganz nett gewesen, etwas öfters in die Interaktion
eingreifen zu können. Nur sehr selten hat der Spieler eine Auswahl möglicher Antworten. Bei
all der Kritik an den Actioneinlagen und anderen "nicht Adventure-Elementen" muss jedoch auch
angemerkt werden, dass es einige sehr schöne Abschnitte und Momente im Spiel gibt. Sei es, dass
sich Zoe an einem schlafenden Wachhund vorbeischleichen muss, um an eine Axt zu kommen oder
ein NPC beim Öffnen eines Türschlosses beobachtet werden muss, um an die Kombination zu
kommen. Recht gelungen werden auch die drei Handlungspfade der Hauptcharaktere präsentiert.
Immer wieder kommt es zu einem Wechsel der Perspektive und immer mehr verstricken sich die drei
Handlungen. Sehr schön sind auch einige Wechsel vom einen spielbaren Charakter zum nächsten
gelungen. So verlässt der Spieler in der Rolle des Apostels das Gefängnis, trifft auf dem Weg
zum Markt auf April und führt mit dieser eine sehr interessante Unterhaltung. Im Gespräch wechselt
dann plötzlich die Perspektive und der Spieler bestimmt die Antwort von April und begibt sich
danach zum Gefängnis, aus dem der Apostel gerade gekommen ist. Insgesamt schafft es Dreamfall,
den Spieler mehrere Abende mit einer sehr guten Story zu begeistern, so dass der "interaktive
Film" erst nach etwa 12 bis 15 Stunden sein Ende findet. JEdoch ist auch am Ende von Dreamfall
die Handlung noch nicht abgeschlossen. Vielmehr das Gegenteil ist der Fall. Die Bedrohung ist
zwar abgewehrt, aber allein das Schicksal aller Beteiligten ist mehr als ungewiss und lässt
viel Freiraum für Spekulationen und einen weiteren Teil der Serie.
Präsentation
Vorbei sind die Point & Klick Zeiten aus The Longest Journey. Ähnlich wie in "Baphomeths
Fluch 3: Der schlafende Drache" dirigiert der Spieler seinen Charakter aus der 3rd Person Ansicht
durch die 3D Welt. Dabei kann entweder auf eine Kombination aus Maus & Tastatur zurückgegriffen
oder ein Gamepad verwendet werden. Insgesamt geht die Steuerung mit einem Pad merklich leichter
und lockerer von der Hand. Umständlichen oder verschachtelten Menüs gibt es im Spiel nicht.
Mögliche Aktionen werden am unteren Bildschirmrand eingeblendet und der Spieler muss lediglich
eine der vier korrespondierenden Tasten drücken. Auch die Inventarverwaltung erfolgt direkt
im Spiel und geht gut von der Hand. Nur die Kämpfe gestalten sich recht zäh, wobei das Treffen
des Gegners teilweise fast schon Glückssache ist, selbst wenn der Charakter genau vor dem Feind
steht. Gerade die Übersicht in den Kämpfen ist extrem dürftig und das Kampfsystem würde lediglich
für ein extrem unterdurchschnittliches Beat'em Up reichen. Etwas unschön war die fehlerhafte
und kaum zu erkennende Darstellung von Gegenständen im Inventar. Würde kein Text eingeblendet,
welchen Gegenstand der Spieler gerade markiert hat, dann könnte alles Mögliche in die drei durchschimmernden
Polygone interpretiert werden. Auch bei der Gesprächsauswahl kam es zwischenzeitlich immer wieder
zu einem kleinen Anzeigefehler. Ebenfalls trat ein Bug gegen Ende des Spiels auf. Hier wurde
ein Infofenster eingeblendet, welches jedoch an der Stelle überhaupt keinen Sinn mehr macht.
Außerdem verschwand das Infofenster nicht, sondern konnte nur durch einen Neustart des Spiels
"entsorgt" werden. Abgesehen vom sehr merkwürdigen Startverhalten (siehe Einleitung) lief das
Spiel ansonsten problemlos und ohne Abstürze. Grafisch weiß Dreamfall sehr zu gefallen. Zwar
gibt es in "Stark" einige Orte und Schauplätze, die etwas detailarm aussehen, wie beispielsweise
das Tunnelsystem in der untersten Etage des Forschungslabors, doch ansonsten haben sich die
Entwickler um ein durchgehend sehr ansehnliches Design bemüht. Insbesondere die Gestaltung von
Arcadia weiß zu gefallen. Egal ob der Spieler nun durch ein altes Höhlensystem kommt oder die
verschneite mittelalterliche Stadt besucht, das Design ist durchweg stimmig. Lediglich bei einigen
Charakteren, NPCs und Nahansichten wären etwas besser aufgelöste Texturen und mehr Polygone
nicht schlecht gewesen. Etwas komisch wirkt April, die eher wie ein Hobbit aus Herr der Ringe
aussieht und sich in den zehn Jahren merklich verändert hat. Ein wenig verwunderlich sind jedoch
einige fehlende Effekte, die für keinen Rechner, der die Mindestanforderungen erfüllt, ein Problem
darstellen dürfte. Wasser ist lediglich eine transparente Fläche und Wellen gibt es keine. Weder
wenn der Charakter durchs Wasser geht, noch beim Reinspringen. In den Zwischensequenzen und
Gesprächen wird zwar durch unterschiedliche Kamerawinkel und Blickwechsel versucht, Filmfeeling
einzufangen, allerdings schauen die Charaktere des öfteren auch aneinander vorbei und wenden
sich dem Gesprächspartner nicht zu. Vermutlich auch bedingt durch die kommende Xbox Version
sind die Räume und Abschnitte in Dreamfall recht klein gehalten. Dementsprechend stehen immer
wieder kurze Ladepausen auf dem Programm. Hier wäre es schön gewesen, wenn NPCs nicht gleich
beim Erreichen dieser "Ladebereiche" verschwinden würden, sondern etwas weiter in den Hintergrund
laufen würden. Meist sind in solchen Bereichen sowieso irgendwelche Ecken und Abzweigungen,
hinterdenen der Charakter ausgeblendet werden könnte. Doch das sind alles Kleinigkeiten. Wenn
der Spieler durch die ansonsten sehr stimmige Welt läuft und der orchestrale Soundtrack für
Atmosphäre sorgt, dann sind die kleinen Schwächen schnell vergessen. Auch die zahlreichen Sprecher
der deutschen Version machen durchweg einen sehr guten Eindruck. Wer jedoch lieber dem Original
lauschen möchte, kann direkt im Spiel umschalten.
Meinung
Die Portierung in die dritte Dimension hat Dreamfall recht gut geschafft. Sehr schön ist
auch wieder die Hintergrundgeschichte, die ausführlich, spannend und mit interessanten Wendungen
präsentiert wird. Auch die Präsentation aus Sicht von drei sehr unterschiedlichen Charakteren
weiß zu gefallen, wenngleich am Ende jedoch sehr viele Fragen offen bleiben, die sicher erst
im dritten Teil beantwortet werden. Der Knackpunkt, am dem sich wieder einmal die Gemüter von
Adventurespielern scheiden werden, sind die Actioneinlagen und Schleichelemente. Wenn die Entwickler
schon meinen Action ins Spiel einbauen zu müssen, dann aber richtig und für Nicht-Actionspieler
mit Alternativmöglichketen. Bis auf eine Ausnahme sind die Kämpfe jedoch nicht schwer,
sie spielen sich jedoch sehr hakelig und schwammig. Trotz allem hätten die Entwickler durchaus
mehr klassische Rätsel und weniger Laufaufgaben einbauen können. Gerade Spieler, die mit Baphomets
Fluch 3 oder Fahrenheit ihren Spaß hatten und einfach eine schöne Geschichte erleben wollen,
kommen bei diesem interaktiven Film auf ihre Kosten und weniger erfahrende Adventuresspieler
können das Spiel recht locker durchspielen. Rätselfreunde sollten sich dagegen den Kauf
gut überlegen und dann doch lieber zum Vorgänger greifen, der seit einiger Zeit recht preiswert
als Special Edition zu haben ist. Für die Note 2 reicht es daher leider nicht ganz.
Geschrieben am 01.07.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
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