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Dragon Riders
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 | Info |
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| Autor | | 4 |
 |   | | 0.5 |
 |   | | 1 |
 |   | | 0.5 |
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| Gesamt (8 votes) | | 3+ |
 |   | | 1.1 |
 |   | | 1.4 |
 |   | | 1.6 |
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| Name: | Dragon Riders - Chronicles of Pern |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2001/07 |
| Publisher: | Ubisoft |
| Hardware: | 300Mhz, 64MB RAM, 16MB 3D-Karte D3D, HD 600 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 95/98/ME, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Deutsch |
| Patch: | V. 1.1 |
| Bemerkung: | auch für Dreamcast erhältlich |
| USK: | 12 |
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| Dragon Riders - Chronicles of Pern (review von yak) |
Versoftung von literarischen Werken waren immer ein heikles Thema und
nur selten gelang es, dies angemessen umzusetzen.
Das letzte Negativbeispiel war sicher das von Eidos veröffentlichte Spiel
zu Michael Crichton's Bestseller TIMELINE oder das leider völlig untergegangene
Jurassic Park Spiel von Dreamworks. Da aber auch oft Verfilmungen seiner
Bücher in die Hose gegangen sind, scheint dies ein generelles Umsetzungsproblem
zu sein. Böse erinnere ich mich noch an die Verfilmung und Versoftung
von CONGO.
Nun hat sich das englische Studio von Ubisoft an Anne McCaffrey's erfolgreicher
Drachenreiter von Pern Serie versucht. Ob diesmal die Gratwanderung gelungen
ist, Fans der Buchserie oder auch "normale" Computerspieler vor den Bildschirm
zu fesseln, soll mein Review zeigen.
Kurz zur Hintergrundgeschichte. Tief im All wurde von Weltraumkolonialisten
ein Planet namens Pern besiedelt, nachdem man die Kolonistenschiffe in
der Umlaufbahn zurückgelassen hatte. Doch der zuerst so geeignete scheinende
Planet hatte den Nachteil, dass er genau in der Umlaufbahn des Roten Sterns
liegt, der den Planeten Pern alle 200 Jahre streift. Von diesem Planeten
ging eine grosse Gefahr aus. Parasiten, die als "Fäden" bekannt wurden,
zerstörten alles organische Leben auf Pern, das mit ihnen in Berührung
kam. Die Siedler mussten in den Norden fliehen, nachdem all ihre Technologie
und Ausrüstung zerstört wurde. Als Abwehr züchtete durch genetische Veränderung
aus den einheimischen Feuerechsen ein effizientes Verteidigungssystem,
schuf eine neue Rasse von mächtigen, feuerspeienden Drachen und konnte
so die Fäden durch Feuerangriff schon in der Luft bekämpfen.
Die Zeit strich dahin und man vergass seine Ursprünge, die Raumschiffe
in der Umlaufbahn und kehrte zu einem einfacherem Leben zurück, im Einklang
mit den Drachen. Jeder Drache bekam nach dem Schlüpfen einen Drachenreiter,
den er sich bei einer Zeremonie, Gegenüberstellung genannt, aussuchte.
Einmal gewählt, ist der Drachenreiter sein Leben lang in einer symbiotischen
Verbindung mit seinem Drachen, kann seine Stimme im Kopf hören und merken,
was er fühlt und denkt. So beginnt die Geschichte des Spieles, als der
Drache Zenth bei der Gegenüberstellung den Jungen namens D'Kor auswählt,
der Held unserer Geschichte werden soll. Es entfaltet sich eine Detektivgeschichte
im Fantasy/ SF Milieu, wo es darum geht, den Mörder der Weyr-Herrin zu
finden, Schmuggler zu enttarnen, zu recherchieren, wer die gesamte Kolonie
mit vergiftetem Fleisch ermorden wollte und muss versuchen, eine gross
angelegte Verschwörung in eigenen Reihen zu vereiteln.
Das Spiel wird komplett in einer 3D Umgebung in 3rd Person Ansicht dargestellt.
Auflösungen von 640 bis 1600 in 16 oder 32 Bit stehen zur Verfügung. Gespielt
wird mittels Tastatur oder Joypad. Die Installation verlief problemlos.
Unterstützt werden auch Graphikkarten mit Transform & Lightning. Alle
gängigen Soundkarten werden unterstützt, Softwaremodus oder Hardware 3D
Sound von Aureal bis EAX 2.
Die Graphik ist eher Durchschnitt, wenn man sie mit aktuellen 3D Engines
der Shootergames vergleicht, für das Genre Adventure aber sicher noch
ausreichend. Die Animation der Figuren ist gut, wenn auch etwas polygonarm
mit tapetenartigen Texturen. Die Gesichter und die Sprachanimation/ Mimik
sind jedoch hervorragend gelungen. Besonders viel Wert haben die Graphiker
auf die Darstellung der Augen gelegt. Hier sieht man teilweise sogar das
Verengen der Pupillen und ein Leuchten in den Augen. Das schafft sehr
viel Atmosphäre und es ist verwunderlich, dass sonst noch niemand Wert
auf diese Details gelegt hat, um Augen so realistisch darzustellen. Also
hier ein echter Pluspunkt an die Designer.
Die Umgebungsgraphiken der unterschiedlichen Locations sind gut umgesetzt,
obwohl man sich nach einiger Zeit durch das dauernde hin und her in den
Leveln ziemlich schnell daran satt sieht. Ein grosser Minuspunkt bei der
Engine ist, dass die Spielfiguren, die sich im Level befinden, aus dem
Nichts aufzupoppen scheinen. Nähert man sich z. B. dem Herd in der Küche
erscheint plötzlich wie aus dem Nichts der Koch davor, obwohl man die
Graphik dahinter schon lange vorher gesehen hat. Hier hätte etwas Feintunig
gut getan. Auch negativ, dass es nicht genügend animierte "Kleinigkeiten"
gab. So war in der Küche z. B. der Dampf aus dem Kochtopf statisch und
sah aus, als ob wir uns im Schloss von Dornröschen befinden. Sehr gelungen
hat die Engine jedoch die Wassereffekte umgesetzt. Die Musik ist sehr
gut und passt zur Story, orchestrale Töne, die teilweise an die Musik
aus Braveheart erinnern oder keltisch klingenden Sounds. Die Geräusche
sind eher selten und unauffällig. Ein paar Ambientesounds hier und da,
was aber nicht sonderlich stört, da oft auch nicht mehr auf dem Screen
zu sehen war, was Sound benötigte.
Etwas übertrieben hat man es mit dem Geräusch der NPC Charaktere, die
ständig irgendwo den Boden gefegt haben, ein Geräusch, was zu stark in
den Szenen zu hören war und schnell nervig wurde. Weniger gut ist die
Sprachausgabe gelungen. Das Spiel ist deutsch untertitelt und wird in
englischer Sprache gesprochen. Die Sprecher variieren von sehr gut bis
tierisch gelangweilt und anteilnahmslos. Kinder werden wieder, wie so
oft, von Erwachsenen mit verstellter Stimme gesprochen, was sich wirklich
schrecklich anhört. Im späteren Spielverlauf hat man selbst daran gespart,
den Sprechern mitzuteilen, dass sie eine Kinderrolle sprechen, denn einige
Kinder hatten dann den BassBoost eines Mitvierzigers. Einige Dialoge,
bei denen es um Leben oder Tod ging wurden so schwach eingesprochen, als
ob jemand statt " Ich habe nicht mehr lange zu Leben, ich bin schwer krank"
sagen würde " Soll ich noch Kaffee nachschütten oder wollen Sie lieber
Tee? ". Auch haben viele der Sprecher gleich mehrere Rollen gesprochen.
Der Wiedererkennungsfaktor war da einfach zu hoch.
Das Spiel ist laut Packungsbeschreibung ein Action Adventure. Jedoch
kann man den Modus Action/ Kampf so gut wie vergessen, da die Kampfeinlagen
spärlich und ohne Probleme zu meistern sind. Denkt man, man könnte in
den Höhlen einige gefährliche Kletteraktionen durchführen, während man
auf der Suche nach einem verschollen Jungen ist - Pustekuchen- denn dann
übernimmt eine geskriptete Szene den Part und leitet einen unbescholten
über die Gefahrenzone. Hier hat man echtes Potential und eine gelungene
Abwechslung im Spielablauf verschenkt. Eine Prise Lara Croft hätte hier
wahre Wunder bewirkt.
Es handelt sich bei dem Spiel also hauptsächlich um ein Adventure mit
kleinem Rollenspielanteil, da man durch bestimmte Taten seine Kraft, sein
Ansehen und seine Intelligenz erhöhen kann, die einem das weitere Fortkommen
im Spiel dann erleichtert bzw. bestimmte Bereiche erst dann zugänglich
werden. So kann man grosse Steine beiseite rollen und einige Goodies bekommen.
Das Spielprinzip auf der Suche nach den Attentätern und Fleischvergiftern
beschränkt sich weitestgehend im Bereich der Kommunikation mit den NPC's.
Hier zählt das alte Sprichwort: "Wer fragt, führt!" und das nicht zu knapp.
Praktisch jedes Rätsel lässt sich dadurch lösen, Ausdauer vorausgesetzt,
wenn man jede Person mehrfach anredet. So bekommt man neue Subquest aufgebrummt,
die einen zum finalen Ziel führen sollen. Die Geschichte des Games ist
eigentlich sehr gelungen. Die Verschwörung innerhalb der Gemeinschaft
und die Verstrickung der einzelnen Personen ist interessant. Nur leider
verliert sich das alles in den unzähligen Unteraufgaben, die erfüllt werden
müssen, um dem Ziel näher zu kommen. Diese Untermissionen sind aber so
einfältig und unangemessen ausgewählt, dass man sich nicht wie ein stolzer
Drachenreiter von Pern vorkommt, sondern eher wie der Laufbursche von
Pern. Das killt ziemlich die Spielatmosphäre, wenn man erfährt, dass man
lieber die Zutaten für ein Festessen besorgen muss oder Spielsachen für
ein Kind wiederfinden soll, statt den Menschen das Leben zu retten, die
durch Fleisch vergiftet wurden und sonst sterben müssen oder den Attentäter
zu finden, der die Weyr-Herrin auf dem Gewissen hat. Hier hätte man etwas
ernster bei der Storyline bleiben sollen und wichtiger scheinende Quests
einfügen sollen. Positiv ist aber, dass das Spiel einen niedrigen Schwierigkeitsgrad
hat und somit für Anfänger gut geeignet ist, die Nase mal in ein Adventure
zu stecken.
Ein Questlogbuch hilft dabei, leider etwas unübersichtlich, alle offenen
Aufgaben zu protokollieren. Leider gibt es aber auch einige Unzulänglichkeiten,
bei denen gerade Anfänger überfordert sind. So gibt es einige Abläufe
im Spiel, die eine Skriptingszene notwendig machen, man dazu aber an einer
bestimmten Position stehen muss, um die Story voranzutreiben. Geübte Spieler
kennen das Problem und rennen etwas hin und her, um die richtige Position
zu erreichen und damit die Skriptszene auszulösen. Anfänger werden damit
sicher überfordert. Auch gibt es einige Spielabläufe, die nicht nachvollziehbar
sind (das Würfelspiel) oder wo es sich um Übersetzungsfehler handelt.
Davon gibt es leider einige, gepaart mit Rechtschreibfehler in den deutschen
Texten. Man springt von "Sie" nach "Euch" und aus Harfner-Assistentin
wird in der deutschen Version ein Assistent, obwohl die Polygone nicht
mit weiblichen Reizen sparen und aus einer Spitzhacke wird schonmal ein
Hammer. Auch konnte man in einigen Spielszenen die Figur nicht mehr sehen,
da sie verdeckt war und es so recht schwierig machte, sich wieder in den
sichtbaren Bereich zu wursteln. Zwar Kleinigkeiten, aber für die Zielgruppe
der Spieleanfänger kann dies sicher schon mal hinderlich sein.
Weitere Mängel sind z. B. noch, dass sich das Spiel zwar sehr gut mit
Gamepad (jedoch nicht mit Analogstick!) spielen lässt, die Menufunktionen
der Optionen aber ihren Dienst dabei verweigern und mit Cursortasten befriedigt
werden wollen. Auch stolpert das Programm manchmal über einige Dialoge
und "vergisst" diese auszugeben. Weiterhin gibt es einige Probleme mit
der Graphik. So kann es vorkommen, dass man in bestimmten Szenen einen
ungewollten Zoom hatte und das Bild auf Briefmarkengrösse zusammenschrumpfte
oder wenn unser Alter Ego zu nahe an einer Wand steht, er einen unfreiwilligen
Gastauftritt im Film Hollowman absolviert. In einigen Leveln tauchten
bereits besiegte Gegner als auferstandene, aber regungslose Riesen auf.
Kleinigkeiten, die aber den Spielspass trüben.
Ansonsten lief das Programm stabil und erfreulicherweise gab es auch
keine Probleme mit den Quests bei Überschneidungen. Sogenannte Dead-Ends
blieben mir im Spiel erspart. Hier schienen die Programmierer ein ordentliches
Questsystem erschaffen zu haben, das auch mit einer Vielzahl von Überschneidungen
keine Probleme hat. Sehr übersichtlich und gestyled hat man auch das Inventar
gestaltet. Der grösste und sicher auch vermeidbarste Fehler des Spieles
ist, dass man Dialoge und Zwischensequenzen nicht abbrechen kann. Da man
sehr oft reisen muss, was leider der einzige notwendige Einsatz des Drachens
ist, was Pern-Fans sicher bedauern, wird man gezwungen, die komplette
Animation immer wieder anzusehen. Zwar ist diese sehr schön gemacht und
es macht Spass, dem majestätischen Drachen zu beobachten, aber da der
Vorgang Umziehen in Drachenreiterkluft, Besteigen des Drachens, Flug des
Drachens, Landen des Drachens , Absteigen vom Drachen, Umziehen in Ausgangsuniform
immer um die 2 Minuten dauert, kommt man sich fast vor wie in einer RTL
Zwangs-Pipi-Pause. Hier sollte man unbedingt mit einem Patch nachbessern,
da dies Prinzip äussert schlaffördernd wirkt oder zum Zappen anregt. Das
Problem hat man auch bei den Dialogen. Hier wird zuviel Text geboten,
ohne eine Möglichkeit der Interaktion zu haben. So kommt man sich eher
vor, an einem Hörspiel, als an einem Computerspiel teilzunehmen. Es gibt
zwar vereinzelt Multiple-Choice Möglichkeiten, aber das ist eher die Ausnahme.
Positiv fällt noch auf, das der Wiederspielfaktor durch die grossse Zahl
der Subquests zu einem erneuten Drachenritt einlädt und man versuchen
kann, sein Ergebnis zu verbessern . Nett ist auch das Feature (gabs auch
bei Shadowman), vorausgesetzt man hat am Ende des Spiels ein hohes Ansehen,
die Möglichkeit, die vorerst verschlossenen Räume der Bibliothek zu betreten,
in der man dann Artworks und Entwurfsskizzen der Spieleentwickler begutachten
darf.
Abschliessend kann man nur sagen, dass Chronicles of Pern ein Programm ist, das zwischen
zwei Stühle fällt. Der Produktbeschreibung Action Adventure wird es sicher nicht gerecht. Man
kann es eher als eine Art interaktiven Roman verstehen, der gewillten "Lesern" einen 20 Stunden-Ausflug
in die Drachenwelt Pern (inklusive jeder Menge Dienstbotengänge) ermöglicht. Eher was für Fans
der Buchserie mit Lesebedarf als für Rollenspieler oder Action-Adventurefans. Geliefert wird
das Programm multilingual im Grosskarton auf einer CD Rom mit mehrsprachigem Handbuch, das alle
wichtigen Funktionen erklärt.
Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines Reviews, das bereits auf der Site
'GUN' veröffentlicht wurde.
Geschrieben am 07.09.2001, Testkonfiguration: AMD1200, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
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