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Earth 2160
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 | Info |
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| Autor | | 2 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 2.5 |
 |   | | 2 |
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| Gesamt (27 votes) | | 2+ |
 |   | | 1.8 |
 |   | | 2.2 |
 |   | | 1.9 |
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| Name: | Earth 2160 |
| Genre: | Echtzeitstrategie |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2005/06 |
| Publisher: | Zuxxez |
| Entwickler: | Reality Pump |
| Offiz. Sites: | Game, Demo |
| Links: | insideearth.de |
| Hardware: | 1.5Ghz, 512MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 1500 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/2000, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1.3.8 |
| Bemerkung: | aufwendige Verpackung, gute Ausstattung, Aktivierung notwendig |
| USK: | 12 |
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Endlich ist es so weit. Der nächste Teil der Earth-Reihe vom Entwickler Reality Pump steht
in den Läden. Die ausgezeichnete Grafik konnte man ja bislang schon in zahlreichen Screens oder
auf der letzten Games Convention bewundern. Nun muss sich lediglich noch zeigen, wie gut das
Gameplay geraten ist und sich das Spiel im Vergleich zu anderen RTS Spielen schlägt.
Doch bevor das folgende Review zu den wichtigen Punkten wie Gameplay und Missionsdesign geht,
noch einige generelle Worte zum "Drumherum". Das Spiel präsentiert sich in einer
kleinen Eurobox, die man nicht nur aufklappen kann, sondern auf der Rückseite auch noch ein
farbiges Hologramm bietet, das drei unterschiedliche Screens aus einem Kampf darstellt. Außerdem
steckt in der Box ein Bewegungsmelder, der bei entsprechendem Impuls eine blaue LED zum Leuchten
bringt. Dazu gibt es einen großen, farbigen Techtree und als Abrundung ein dickes, farbiges
Handbuch, das wunderbar ins Spiel einführt und alle Rassen und Einheiten detailliert vorstellt.
Alles in einer sehr gut lesbaren Schriftart und -größe. Das Spiel selber liegt auf einer DVD
vor. Außerdem gibt es als Bonus auch noch eine Soundtrack-CD dazu. Einziger Wehrmutstropfen
bei der Verpackung ist das Fehlen eines Jewel oder DVD Case. Wichtig ist es noch ein Wort zum
verwendeten Kopierschutz des Spiels zu verlieren. Im Gegensatz zu 99% der anderen aktuellen
Spiele wird hier nicht auf Star Force und Co gesetzt, sondern ähnlicher Weg beschritten, wie
man ihn von WindowsXP oder aktuellen Office Versionen kennt. Nach der Installation des Spiels
kann man es zwar starten und die ersten Missionen der ersten Kampagne spielen. Möchte man jedoch
"mehr" vom Spiel nutzen, so wird eine Aktivierung notwenig. Das geht zwar sehr in die Richtung
von Half Life 2, doch ist insgesamt deutlich benutzerfreundlicher. Es wird weder irgendeine
Zwangssoftware verwendet/ benötigt, noch muss der Spieler zum Spielen online sein. Earth 2160
muss nur einmalig aktiviert werden. Dies geht wahlweise per Telefon oder über das Internet und
ist darüber innerhalb von 1-2 Sekunden abgeschlossen. Der Spieler bekommt den Freischaltcode
sogar angezeigt und kann damit das Spiel beliebig oft auf dem eigenen Rechner wieder aktivieren,
so lange keine großen Hardwareänderungen (CPU, etc.) vorgenommen wurden. Ansonsten muss man
sich einen neuen Freischaltcode besorgen und nach dem dritten neuen Code geht dies angeblich
nur telefonisch, was jedoch im Test nicht überprüfbar war. Insgesamt jedoch ein sehr benutzerfreundlicher
Schutz. Man muß sich weder darüber Gedanken machen, dass eventuell das DVD Laufwerk mit dem
Kopierschutz nicht zurecht kommt oder man irgendwelche Programme deinstallieren muss, die sich
mit dem Kopierschutz nicht vertragen. Auch geht der Start des Spiels extrem schnell vonstatten
und es muss natürlich auch keine Spiel DVD im Laufwerk liegen. Auch wurde vom Hersteller angekündigt,
dass - sollte der Support eingestellt werden - es einen Patch gibt, der die Aktivierung entfernt.
Weniger erfreulich wird für Modemuser noch die nächste Nachricht erscheinen. Zum Release
des Spiels gab es auch gleich zwei Updates. Das etwa 170 MB große "Gold-Update" bringt einige
Verbesserungen, Bugfixes, Balanceänderungen (u. a. in den Missionen) und außerdem wurde nachträglich
die Stimme von M. R. Falkner durch Manfred Lehmann (Bruce Willis) ersetzt.
Story
Nach den drei ersten Earth Teilen haben die Eurasian Dynasty und die Lunar Corporation endlich
den Mars erreicht. Und wie es eben sein sollte, schlägt man sich wieder gegenseitig die Köpfe
ein. Doch sie sind dabei nicht allein. Auch die United Civilized States greifen in den Kampf
ein. Allerdings nicht mehr als Menschen, sondern in Form von Kampfrobotern, die ihre Schöpfer
überwältigt und ausgelöscht haben. Als wenn das alles noch nicht genug an Chaos und
Konflikten wäre, taucht plötzlich auch noch eine unbekannte Alienrasse auf…
Aufbau und Kampf
Beim vierten Teil der Earth-Reihe handelt es sich um ein waschechtes Echtzeitstrategiespiel
in schönster 3D Grafik. Je nach Mission variiert zwar etwas der Schwerpunkt, doch das Spiel
besteht aus einer Mischung aus Aufbau- und Kampfpart. Auf den Planeten gibt es jeweils die drei
unterschiedlichen Rohstoffe Metall, Wasser und Kristall zum Abbau, wie man es beispielsweise
aus StarCraft kennt. Ähnlich wie im Titel von Blizzard, so gibt es auch in Earth 2160 unterschiedliche
Rassen, die sich nicht nur im Look, sondern auch vom Gameplay her unterscheiden. Anfangs gilt
es dann RTS-typisch die erste Basis zu errichten und für einen konstanten Rohstofffluss zu sorgen.
Neben der sehr wichtigen Expansion, da die Rohstoffquellen nicht ewig halten, muss man sich
auch um die Absicherung und die Erforschung von neuen Technologien kümmern. Bis auf die Alienrasse
ist es auch sehr wichtig, dass sich der Spieler um die Zusammensetzung der Einheiten kümmert.
Es gibt nicht nur einige vorgegebene Einheiten, sondern am Fahrzeugrumpf können unterschiedliche
Waffen und Panzerungen angebracht werden. Earth 2160 setzt jedoch extrem auf das bekannte Schere-Papier-Stein-Prinzip.
Hat also eine Einheit beispielsweise keine Panzerung gegen chemische Waffen oder handelt es
sich nur um eine schwache Lufteinheit, die von Luftabwehrraketen getroffen wird, so ist die
Einheit durchaus in 1-2 Sekunden weg. So groß die taktische Tiefe ist, so schwer wird es jedoch
auch für Einsteiger, die auf solche Kleinigkeiten nicht oder nur wenig achten.
4 Kampagnen und 4 Völker
Nach dem Start des Spiels und dem Einrichten eines Profils stehen von den insgesamt vier
Kampagnen zwei zur Auswahl. Entweder geht es auf Seiten der Eurasian Dynasty (kurz ED) oder
Lunar Corporation (LC) in den Kampf. Später schaltet der Spieler auch die Kampagnen der United
Civilized States (UCS) und der Aliens frei. Jede dieser Kampagnen besteht wiederum aus sieben
Missionen. Zwar gibt es Entscheidungsmöglichkeiten, welche der angebotenen Missionen man ausführt,
doch danach wird automatisch die andere, nicht gewählte Mission, gestartet. Bei den Missionen
haben sich die Entwickler sehr viel Mühe gegeben und präsentieren dem Spieler eine abwechslungsreiche
Palette an Aufgaben. Mal ist man nur mit einigen wenigen Einheiten unterwegs und sich jeder
Verlust extrem ungünstig auswirkt. Da muss man sich genau darum kümmern, dass sich beispielsweise
mögliche Schilde wieder zwischenzeitlich aufladen oder Einheiten repariert werden. Andere Missionen
setzen auf Aufbauabschnitte, in denen entweder eine verlassene oder verbündete Basis übernommen
wird und es sich erst mal gegen die wohl bald anstürmenden Gegner zu verteidigen gilt. Nicht
immer heißt es dann nur den Gegner von der Karte zu fegen. So gilt es Gefangene zu befreien,
Einheiten oder Gebäude zu beschützen, einen Konvoi zu eskortieren oder eine Angriffswelle zu
überleben. Dabei folgen die Missionen nicht immer fest einem roten Faden, sondern überraschen
immer wieder mit kleinen Wendungen, Ereignissen oder neuen Zielen. Getrübt wird das Spielerlebnis
allerdings durch so manche Scripte und Unausgewogenheiten. Zwar hat der erste Patch bereits
die ein oder andere zu schwere Mission entschärft und Spieler, die auf einem leichten Schwierigkeitsgrad
spielen beispielsweise in einer Mission nur mit Bodenfahrzeugen statt mit starker Luftstreitmacht
angegriffen. Doch leider ist mitunter der Schwierigkeitsgrad nicht sehr gut auf die drei möglichen
Einstellungen abgestimmt. Auf eine schwere Mission kommen dann wieder einige leichtere, etc.
Ein Teil des Frustes gerade bei Einsteiger, resultiert aus dem verwendeten Schere-Papier-Stein-System
der Einheiten. Inzwischen ist es ja nichts Neues mehr, wenn es jeweils für einen bestimmten
Einheitentyp mindestens eine entsprechende Kontereinheit gibt. Earth 2160 ist in der Hinsicht
jedoch eines der Spiele, das dieses System extrem ausnutzt. Wenn eine Einheit keine Chance hat,
dann wird das sehr deutlich. Da reichen dann schon ein oder zwei Treffer und die Einheit ist
erledigt. Gleich schon in der ersten Mission bemerkt man dies, wenn zwei kleine Abwehrtürme
beseitigt werden sollen. Wer keine entsprechenden Raketenfahrzeuge für den Fernkampf hat, kann
zusehen, wie sein ganzes großes Heer aus Fahrzeugen und Einheiten recht schnell aufgerieben
wird und das Gebäude kaum einen Kratzer abbekommen hat. Verschärft wird das Problem auch noch
dadurch, dass in Earth die Einheiten - mit Ausnahme der Aliens - individuell zusammengebaut
werden. Sprich: Der Spieler oder Computer kann selber entscheiden, was für eine Panzerung (z.
B. gegen Säure) und welche Waffen (z. B. Raketen gegen Bodenziele) das Fahrzeug hat. Was im
Mehrspielermodus sicherlich eine feine Sache ist und sehr spannende Spiele ermöglicht, macht
den Singleplay-Part mehr zu einem Glücksspiel. Man weiß nicht, welche Einheiten einem begegnen,
muss dann erkennen, was der Gegner bei seinen Einheiten für Stärken hat- was man nicht so leicht
erkennen kann- und muss dann entsprechende Kontereinheiten bauen. Glücklicherweise kann man
im Einzelspielermodus auch per Taste einige Sekunden Spielgeschehen überspringen und so die
sich doch meist etwas hinziehende Nachproduktionszeit etwas verkürzen und erspart sich so die
ganze Wartezeit vor dem Schirm. Vor Angriffen ist man allerdings nicht gefeit und sollte daher
besser abspeichern, was auch jederzeit möglich ist.
Ein weiteres Problem bei den Kämpfen war auch die etwas durchwachsene Einheiten KI, die auch
irgendwie von Rasse zu Rassen zu schwanken scheint. Mehr dazu im Abschnitt der Handhabung des
Spiels. Nicht nur am Anfang und am Ende, sondern auch zwischendurch gibt es immer wieder sehr
schön mit der Engine präsentierte Zwischensequenzen und wenn man erst mal weiß wie es geht,
dann hat man durchaus seine etwa 30 Stunden Spaß mit den Kampagnen. Nach und nach schaltet der
Spieler im Laufe der Missionen die beiden weiteren Rassen frei, die sich nicht nur optisch,
sondern auch spielerisch unterscheiden. Die bekannteste Art sollte für viele die UCS sein. Die
Roboter benutzen Drohnen zum Bau der Gebäude. Die beiden für die UCS wichtigen Rohstoffe Kristall
und Metall werden per Flugeinheit abgebaut und zur Raffinerie transportiert. Neben den Hauptgebäuden,
wie Kraftwerk, das den für alle Gebäude benötigten Strom liefert und Forschungszentrum, gibt
es auch die Möglichkeit für Gebäudeupdates. So kann man beispielsweise das angesprochene Raffineriegebäude
durch Updates erweitern, so dass mehr Landeplattformen zur Verfügung stehen. Oder aber das Kraftwerk
bekommt stärkere Generatoren. Die ED haben da schon einige Variationen. Sie benötigen Metall
und Wasser als Rohstoff für Gebäude, Updates und Einheiten. Doch hier muss man sich nicht um
den gefahrlosen Transport von der Quelle zum Silo kümmern. Die Einheiten schweben bis zur Rohstoffquelle,
arbeiten dort und "beamen" den Inhalt nach einiger Zeit zur Basis. Dreh und Angelpunkt der ED
ist das Koloniezentrum. Statt die weiteren Gebäude jedoch einfach so in der Gegend zu verteilen,
muss hier Gebäude an Gebäude gebaut werden. Hier sorgen kleine Verbindungstunnel und Kreuzungsverbindungen
für genügend Anschlussmöglichkeiten und ein Ausbreiten der Basis. Auch Einheiten kommen nicht
einfach aus dem jeweiligen Militärgebäude, dafür werden entsprechende Ausgänge benötigt. Wichtig
ist hier eine insgesamt möglichst durchdachte Planung, damit man immer genügend Anschlussmöglichkeiten
für den weiteren Ausbau hat und Fehlbauten verhindert werden. Wie auch bei Mauern, so können
die Verbindungsstücke nur einzeln per Hand auf der Karte platziert werden. Für den Bau wird
jedoch kein Fahrzeug benötigt. Die LC sind sehr weiblich ausgerichtet, was die Einheiten angeht,
können es jedoch jederzeit mit ihren Männlichen oder mechanischen Gegnern in Sachen Kampfesstärke
aufnehmen. Aber auch der Bau erfolgt doch deutlich "aufgeräumter". Die LC setzen auf sogenannte
Basiskonstruktionen wie den "bog Foot". Nicht nur diese Konstruktionen, sondern auch alle weiteren
Module werden im Orbit produziert und dann auf die Planetenoberfläche geschickt. Entsprechende
Einheiten, die Luftziele angreifen können, können also ggf. die Module vor der Landung zerstören.
Die Module werden dabei jedoch nicht einfach planlos in der Landschaft verteilt, sondern auf
den Basiskonstruktionen gestapelt, so dass lauter Türme unterschiedlicher Mischungen im Lager
stehen und alles somit recht kompakt ist. Der Rohstoffabbau von Wasser und Kristall erfolgt
einfach dadurch, dass die Minenkomplexe neben den Rohstoffen platziert werden. Einheiten und
mögliche Transportwege gibt es nicht. Bei der Verteidigung wird auf modernste Laserzäune gesetzt,
auf die zur besseren Absicherung unterschiedlichsten Geschütztürme- vom Sniper bis Raketenwerfer-
montiert werden können.
Alle drei bislang vorgestellten Rassen setzen sehr stark auf die Forschung. Diese ermöglicht
nicht nur neue Technologien bei den Gebäuden wie z. B. Raketentürme, sondern eröffnet viele
Möglichkeiten im Kampf. Im Vergleich zu anderen Strategiespielen gibt es nur einige Basiseinheiten.
Je mehr Technologien erforscht werden, desto mehr Möglichkeiten hat der Spieler dann bei der
individuellen Zusammenstellung der Fahrzeuge. Hier wird lediglich das Chassis ausgewählt, danach
kann frei ausgewählt werden, welcher Antrieb, Waffe, Verteidigungssystem und Panzerung in das
Fahrzeug eingebaut werden soll. Aufgrund des schon erwähnten Papier-Schere-Stein Systems bei
den Einheiten bringt es also wenig, eine dominante Einheit auszubilden und damit zu versuchen
den Gegner zu überrennen. Das geht in diesem Spiel nicht. Hier muss man ganz genau auf die entsprechenden
Vor- und Nachteile achten und sich mitunter schnell anpassen. Erforschte Technologien für Fahrzeuge
wie Raketen oder Antrieb können dabei in mehreren Versionen erforscht werden. Doch damit ist
nicht gleich Schluss. Für jedes Updates gibt es noch weitere kleine Updates, so dass beispielsweise
bei den angesprochenen Raketen Reichweite, Präzision und Schaden verbessert werden kann. Außerdem
gibt es auch in Earth 2160 Helden in den Reihen der jeweiligen Partei. Diese Einheiten dürfen
in den Missionen nicht sterben. Dank Inventar können sie Gegenstände wie Heilpack, die automatisch
angewendet werden, oder Minen aufsammeln. Aber auch mit unterschiedlichen Waffen kann man diese
Helden aufrüsten. Zudem gibt es Dinge wie Tarnvorrichtung und Rüstung. Weiterhin sammeln alle
Einheiten im Laufe des Kampfes Erfahrung, was Trefferpunkte und Schaden erhöht.
Insgesamt gibt es acht Erfahrungsstufen, die schneller erreicht werden, wenn lohnendere Ziele
beseitigt werden. Für einfache Fußeinheiten gibt es nur einen Punkt, bei gegnerischen Agenten
sind es schon gleich 5 pro Kill. Diese virtuellen Agenten sind Söldner, von denen der Spieler
bis zu drei Stück unter seinem Kommando haben kann. Doch kostenlos gibt es die Dienste der Damen
und Herren nicht, im Gegenzug kann man mit diesen sehr starken Fuß- und Fahreinheiten beim Gegner
ordentlich Schaden anrichten.
Neben den bislang drei vorgestellten spielbaren Parteien gibt es auch noch die Aliens. Diese
unterscheiden sich merklich von den anderen Gruppen. Sowohl die Einheitenproduktion als auch
das Gebäudemanagement verläuft anders. Anfangs startet der Spieler mit Mantian Lady und Replicatorus.
Hierbei handelt es sich zum einen um eine Art Larve von Bodeneinheiten und eine für Flugeinheiten.
Es müssen keine Gebäude gebaut werden. Einfach diese Larven in die Nähe der Rohstoffquellen
Wasser, Kristall und Metall bewegen und schon sammeln sie die Rohstoffe. Allerdings nur so lange,
bis der Vorrat einer Einheit voll ist. Dann kann sich der Spieler entscheiden. Entweder er klont
die Larve und hat nach einer Weile zwei Larven, welche dann beide wieder Rohstoffe sammeln.
Oder aber man transformiert die Larve zu einer höheren Lebensform, sprich Einheit. So wird aus
einer anfangs schwachen Einheit nach einigen Transformierungen eine sehr starke. Allerdings
dauert dies eine ganze Weile und verschlingt nicht gerade wenig Rohstoff. Während der Transformierung
kann sich die Einheit auch nicht verteidigen. Die Stärke dieser Rasse liegt somit weniger im
schnellen Rush, sondern vielmehr bei längeren Spielen. Während die anderen Parteien Schilde
oder Reparaturfahrzeuge haben, regenerieren sich die Aliens. Im Gegensatz zu den anderen Parteien
gibt es hier auch keinen Techtree oder Forschung. Lediglich die Transformation in Verteidigungsgebilde
ist möglich.
Freies Spiel, LAN und Internet
Neben der Kampagne kann man Earth 2160 natürlich auch im freien Modus, sprich Skirmish oder
LAN und Internet gegen menschliche Gegner spielen. Egal ob allein oder mit Freunden, die Möglichkeiten
sind immer gleich. Zur Auswahl stehen bei Earth 2160 eine Reihe an vorgefertigten Karten unterschiedlichster
Größe und Art. Von der kleinen engen Wüstenkarte bis hin zu großen Schlachtfeldern für acht
Spieler. Sollte es an menschlichen Mitspielern mangeln, so kann auch auf entsprechende KI Gegner
in drei Schwierigkeitsgraden zurückgegriffen werden. Im Gegensatz zur Kampagne kamen mir diese
jedoch deutlich einfacher und weniger taktisch vor. Oft sind es einfach nur lauter kleine unausgewogene
Truppen ohne Chance auf einen Sieg. Für Profis daher nicht gerade sehr hilfreich, doch gerade
Gelegenheitsspieler sollten hier durchaus zum Zug kommen können. Die vier Spieltypen mit den
Zielen Zerstörung aller gegnerischen Gebäude, Helden, Kampf mit vorheriger konfigurierbarer
Friedenszeit und Kampf mit begrenzten Rohstoffen ermöglich keine vorherige Teamkonfiguration.
Dafür können jedoch die Startpunkte per Zufall ausgewählt, virtuelle Agenten deaktiviert und
entweder mit Standardstarteinheiten oder kartenspezifischen Starteinheiten gespielt werden.
Leider krankt gerade der Mehrspielermodus an einigen Unausgeglichenheiten und z.T. Lags/ Verbindungsabbrüchen,
die sicherlich in den nächsten Updates in den Griff zu bekommen sind. Was sich da sicherlich
noch etwas hinziehen wird ist das Balancing. Zumindest in der jetzigen Fassungen wirkt das Spiel
noch etwas unausgewogenen.
Handhabung des Spiels
Bei der Steuerung orientiert sich Earth 2160 überwiegend am Standard des Generes. Wahlweise
kann die Funktionsweise der beiden Maustasten vertauscht werden. Einheiten markieren, Befehle
geben und auf dem Schirm erscheinen Infos über Rohstoffe, Einheitenbefehlsschaltflächen,
eine Karte und das Baumenü. Bei Earth wurde jedoch versucht das Menü zu entschlacken und möglichst
schlank zu gestalten. So kann man nicht benötigte Fenster wie Karte, etc. auch jederzeit ausblenden.
Etwas schade sind die fehlenden Infos über die markierte Gruppe und die möglichen Befehlsicons.
Zu so manchem sinnvollen Befehl gibt es nur Shortcuts und einige Sachen, wie z. B. Wegpunkt
bei Produktionsgebäuden kann man nur per zusätzlicher Taste statt Befehlstaste setzen. Neben
generellen Problemen bei der Wegfindung, wenn die Einheiten sich von A nach B bewegen sollten
und es dann an engen Stellen zu einem wilden Streit kam, wer der Erste ist, gibt es auch Sachen
zu bemängeln, die eigentlich heutzutage nicht auftreten dürften. So bleiben Gruppen nach
einem Marschbefehl nicht zusammen, sondern machen eher eine Wettfahrt zum Ziel, so dass sie
leicht aufgerieben werden können. Aber auch ein Vorbeilassen bzw. Platz machen ist in Earth
keine Selbstverständlichkeit. Wenn es dann im Kampf hektisch zugeht und sich mehr als nur eine
handvoll Einheiten bekriegen, wird es umständlich dafür zu sorgen, dass alle ein möglichst optimales
Ziel angreifen. Aufgrund fehlender Icons und Infos hat man keinen schnellen Zugriff oder Übersicht
einer bestimmten Einheit und muss sich diese mühselig selber rauspicken. Gerade auch, weil entsprechende
Kontereinheiten kurzen Prozeß machen, hat man so manchen Kampf leicht und schnell verloren.
Besonders, wenn es dunkel auf der Karte ist und die Einheiten schwer zu erkennen sind. Zwar
gibt es auf der einen Seite die Möglichkeit das Verhalten bzw. die Aktionen durch Feind verfolgen/
Stellung halten/ ducken, etc. gut zu verändern, nur leider nicht immer ganz durchdacht. Haben
die Einheiten den Befehl Gegner verfolgen, dann bleiben sie oft gerne genau auf der Stelle stehen,
selbst wenn man ihnen einen Marschbefehl gibt. Mitunter bewegen sie sich 1-2 Meter, aber nur
um wieder stehenzubleiben. In den Einzelspielermissionen dürfen die Helden nicht sterben. Kein
Problem, aber dann wäre eine Gesundheitsleiste neben dem Portrait am linken Bildrand schon eine
wichtige Info. Außerdem gibt es eine ganze Reihe an mehr oder wenig stark ausgeprägten Goodies.
So kann der Scheinwerfer ausgeschaltet werden, was sich nach einigen Games jedoch eher als ein
reines Goodie gegen menschliche Spieler herausstellte. Auch nett ist beispielsweise die Möglichkeit
bei jeder Einheit in die 1st Person Sicht zu schalten. Die Menüs sind sehr übersichtlich, es
gibt entsprechende Pop-Up Infos und umfangreiche Grafik- und Spieloptionen (u.a. Tastenbelegung).
Zu erwähnen wäre auch noch der sehr hilfreiche Zoom-Out, der sich glücklicherweise nicht - wie
bei vielen anderen Spielen - nur auf ein kleines Gebiet beschränkt. Hier hat man wirklich gute
Übersicht.
Grafik & Sound
Grafisch ist Earth 2160 ein wahres Fest für die Augen. Egal ob es die sehr unterschiedlichen
Plantenoberflächen wie Wüste, Eis, Einöde, etc. oder die Einheiten sind. Hier wurden weder mit
Polygonen noch mit Texturen gespart. Die Einheiten sehen mitunter besser aus, als so manche
Objekte in Ego-Shootern. Da gibt es ein wahres Feuerwerk, wenn zwei größere Verbände aufeinanderprallen,
Explosionen überall, Trümmerteile fliegen durch die Lüft, Felsen kullern dank Physikengine den
Hang hinunter und allerlei grafische Spielereien tummeln sich auf dem Screen. Bumps Maps hier
und da, spiegelnde Oberflächen, Licht- und Wettereffekte. Dazu gibt es einen ständigen Wechsel
unterschiedlicher Tageszeiten auf den Karten. Erfreulicherweise ist trotz vieler Einheiten,
einer geringen Zoomstufe und maximalen Details das alles auch sehr flüssig spielbar. Im Gegensatz
zu einem Empire Earth wird hier sehr gute Grafik geboten, die auch flüssig läuft. Nicht ganz
so überzeugen konnte die musikalische Seite von Earth. Zwar gibt es bei den Kämpfen und Einheiten
wenig zu meckern, doch bei Soundtrack und Sprachausgabe wollte der Funke nicht so ganz rüberspringen.
Die Musik im Hauptmenü ist sehr gelungen und stimmig, allerdings trifft dies nicht immer auf
die Tracks beim Spielen in den Missionen zu, wo einige Tracks etwas unfertig und unpassend wirkten.
Bei der Sprachausgabe wirken manche Sätze einfach etwas plump und unausgereift, bauen wenig
Atmosphäre auf (u. a. unpassende Sprecher/ Aussprache) und außerdem schwankte die Lautstärke
der Sprecher innerhalb so mancher Gespräche. Ganz ärgerlich auch, dass man bei den Gesprächen
meist keine Befehle geben kann, was an einigen Stellen aber bitter nötig wäre.
Meinung
Was Earth irgendwie fehlte war der letzte Tick, um mich wirklich begeistern zu können. Auf
der Haben-Seite hat das Spiel einiges zu bieten. Auch wenn es einige anders sehen, aber mit
dem Kopierschutz bin ich sehr zufrieden. Das ist der richtige Weg für den ehrlichen Käufer.
Dazu gibt es eine erstklassige Ausstattung (Anleitung, Bonusdisk und Verpackung). Die vier Rassen
im Spiel unterscheiden sich vom Gameplay her merklich, die Missionen sind sehr abwechslungsreich
und werden gut präsentiert. Über die tolle Grafik des Spiels braucht man auch wenig zu sagen.
Bis Age 3 kommt sicherlich das schönste RTS Game auf dem PC. Nur was dann kommt, sind die Kleinigkeiten,
die mir immer wieder unangenehm aufgefallen sind. Die Steuerung habe ich mitunter nicht als
sehr leichtgängig, sondern eher etwas fummelig empfunden. Egal ob Angriffsverhalten, fehlende
Gruppenbewegung oder teilweise der umständliche Basisbau. Der Techtree ist zwar sehr umfangreich,
aber es ist auch etwas umständlich, sich dem Gegner anzupassen. Rohre oder Zäune heutzutage
einzeln zu platzieren, darauf kann ich gut verzichten. Im Bereich des Mehrspielermodus wird
sich sicherlich noch einiges tun und vielleicht auch im Bereich ausgewogener Schwierigkeitsgrad
in den Kampagnen. So ist Earth 2160 ein sehr gutes und taktisch anspruchsvolles Strategiespiel
für Fortgeschrittene und Profis. Auch wenn es nicht ganz mein Spiel war, so hat es durchaus
Potential und daher gerade noch eine 2.
Geschrieben am 11.07.2005, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
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