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Empire Earth 3
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| Gesamt (10 votes) | | 3 |
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| Name: | Empire Earth 3 |
| Genre: | Echtzeitstrategie |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2007/11 |
| Publisher: | Sierra |
| Entwickler: | Mad Doc Software |
| Offiz. Sites: | Game, Demo |
| Hardware: | 1.7Ghz, 512MB RAM, 128 MB D3D T&L&PixSha., HD 6500 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/Vista, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| zensiert: | nein |
| Addon: | nein |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1.1 |
| USK: | 18 |
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Viele Spiele gehen mittlerweile in "Serie" und fast jede hat ihre Höhen und Tiefen
durchlebt und besteht aus gelungenen und weniger gelungenen Ablegern. Bedenklich wird es allerdings,
wenn sich eine Serie quasi im "freien Fall" befindet und die Qualität immer weiter abnimmt,
weil eventuell irgendwelche Marketingabteilungen eine Entschlackung des Spielprinzips als Massenmarkt
tauglicher ansehen. So in etwa muss es bei der Entwicklung von Empire Earth 3 gewesen sein,
dem Echtzeitstrategiespiel von Entwickler Mad Doc Software. Was am Ende dabei herausgekommen
ist, ob das Spiel dem Namen "Empire Earth" noch gerecht wird und welche Änderungen es im neusten
Teil der Serie gibt, wird das folgende Review zeigen.
Ausgeliefert wird Empire Earth 3 in einer normalen DVD-Box. Neben der eigentlichen Spiel-DVD
befindet sich ein knapp 50 Seiten umfangreiches Handbuch in der Hülle. Im Schwarzweißformat
werden dem Spieler hier die Grundlagen erläutert und die drei Zivilisationen vorgestellt. Als
"Bonus" bzw. Werbegeschenk liegt dem Spiel (zumindest in der Erstauflage) eine 10-Tage-Testversion
von World in Conflict bei. Aktuell gibt es auch schon zwei größere Updates für den Titel, wobei
der aktuellste (Komplett)-Patch mit etwa 320 MB zu Buche schlägt und das Spiel auf Versionsnummer
1.1 bringt. Der umfangreiche Softwareflicken beseitigt zahlreiche Abstürze, optimiert das Balancing
und nimmt an vielen Stellen kleine Änderungen vor. Als "Games for Windows"-Titel trägt sich
Empire Earth in den Vista-Spieleexplorer ein, unterstützt die Jugendschutzfunktionen (Der Titel
hat eine USK-Einstufung "Keine Jugendfreigabe" (= ab 18) erhalten) und kann im Breitbildmodus
gespielt werden. Technische Probleme in Form von Abstürzen oder schwerwiegenden Bugs gab es
mit Version 1.1 nicht. Allerdings zog sich die Überprüfung des Datenträgers vor dem Spielstart
teilweise sehr lange hin und erkannt wurde die Disk auch nicht immer beim ersten Versuch.
Komprimierter Umfang
Schon im Hauptmenü fällt der erste große Unterschied im Vergleich zu den Vorgängern auf:
Es gibt keine Kampagne mehr. Vorbei ist die Zeit der nett designten Missionen und aufbereiteten
Geschichtshäppchen. Stattdessen gibt es einen Welteroberungsmodus, der für den Einzelspielerspaß
gedacht ist. Auf einer risikoähnlichen Spielkarte, die in mehrere Regionen unterteilt ist, verschiebt
der Spieler Armeen, baut die Ländereien aus und forscht in begrenztem Umfang. Das Gameplay spielt
sich in diesem Modus auf zwei Ebenen ab. Im Planungsmodus verschiebt der Spieler rundenweise
seine Armen und kümmert sich um die Grundlagen der Provinzverwaltung. Je nach Gebiet eignen
sich einige Provinzen besser für einige Aufgaben als andere. Entsprechend können vier unterschiedliche
Provinztypen eingestellt werden, welche die Möglichkeiten beeinflussen, über die der Spieler
dort verfügt (etwa eine Armee ausheben), bzw. den Zuwachs an Rohstoffen und Forschungspunkten
bestimmen. Um aber nicht auf den Einnahmen sitzen zu bleiben, gibt es natürlich auch unterschiedlichste
Möglichkeiten Forschungspunkte und Rohstoffe auszugeben. So ist es möglich, in drei unterschiedlichen
Forschungsbäumen Technologien zu erforschen und diese auf die einzelnen Provinzen anzuwenden.
Wurden etwa Straßen gebaut, dann können die Armeen mehrere Provinzen pro Zug durchqueren. Mit
Spionen, die in einer feindlichen Provinz stationiert werden, können dagegen einige Rohstoffe
abgezweigt werden. Insgesamt ist der Planungsmodus eher rudimentär gehalten und kann sich nicht
im Ansatz mit Civilization messen, aber es muss ja auch nicht übertrieben werden.
Das Hauptproblem des Welteroberungsmodus besteht im Schlachtmodus, der nach der Planungsphase
stattfindet. Kämpft der Spieler gegen die KI (und nicht gegen 0815 Eingeborenenstämme), dann
können auf Wunsch die Schlachten per Automatikfunktion ausgetragen werden. Alternativ darf sich
der Spieler auch bei jeder Auseinandersetzung persönlich um die Einheiten und den Basisaufbau
kümmern. Leider haben es die Entwickler dabei jedoch versäumt, vernünftige Missionen zu
implementieren. Jede Auseinandersetzung spielt sich wie ein "Freies Spiel", wobei ein Rush teilweise
der schnelle und einfache Weg zum Sieg ist. Man muss nur wissen, wo der Gegner seine Basis aus
dem Boden stampfen will und überrennt einfach die meist nicht so fähige KI. In manchen Fällen
starten die einzelnen Parteien auch noch so dicht nebeneinander, dass der Widersacher nur einen
Speerwurf weit entfernt ist. Wenn einem langweilig ist, dann kann man sich ggf. zwischendurch
auch noch um den immer wiederkehrenden Wunsch eines neutralen Gegners kümmern, dem laufend eine
Frau entführt wird. Aber nicht nur bei den Auseinandersetzungen haben sich die Entwickler weing
Mühe gegeben, auch die drei Völker haben nur eine immer gleiche Welteroberungskampagne erhalten.
In drei Schwierigkeitsgraden geht es jeweils von "Null" los, bis alle Feinde auf der Welt eliminiert
wurden. Wem das zu langweilig ist, der kann auch ein "Freies Welteroberungsspiel" starten und
dort anhand vieler Parameter ein wenig genauer bestimmen, wie spannend die rudimentäre Provinzverwaltung
und wie herausfordernd die Standardkämpfe werden sollen.
Wem der Welteroberungsmodus nicht reicht, der kann zudem auch jederzeit ein "Freies Spiel"
(sogenannte Scharmützel) gegen CPU und / oder menschliche Gegner starten. Die Schlachten können
dabei Lokal (also allein gegen die CPU), im LAN oder via Gamespy-Account über das Internet ausgetragen
werden. Gekämpft wird dabei auf etwas über 20 Karten, die für zwei bis acht Spieler ausgelegt
sind. Optionsseitig ist Empire Earth 3 auch nicht sonderlich knauserig. Neben rudimentären Sachen,
wie Spielerfarbe und Zivilisation können auch Handicaps für die einzelnen Mitspieler eingestellt
werden, so dass ein Profi weniger Rohstoffe bekommt und der Anfänger schneller Einheiten nachproduzieren
kann. Außerdem gibt es unterschiedliche Teamoptionen, Bündniseinstellungen, Wetteroptionen und
Friedenszeiten. Allerdings gibt es auch einige Optionen, die man schmerzlich vermisst. So ist
es nicht möglich, zwischen unterschiedlichen Spieltypen oder aus verschiedenen Siegbedingungen
zu wählen. Wer nach einiger Zeit keine Lust mehr auf die mitgelieferten Karten hat, etwa weil
es zu wenig Karten für eine bestimmte Spieleranzahl gibt, kann sich per Karteneditor austoben.
Damit lassen sich sowohl Einzel- als auch Mehrspielerkarten entwerfen, allerdings ist dazu einiges
an Einarbeitungszeit notwendig. Eine Möglichkeit zufallsgenerierte Karten zu liefern, bieten
die Entwickler leider nicht. Als "Goodie" gibt es außerdem noch einen Zivilisationseditor, der
allerdings nicht mehr ermöglicht als die Auswahl der Technologien, die der Spieler pro Epoche
und Volk von Anfang an hat und welche erst noch erforscht werden müssen.
Da jeder Einstieg in ein Echtzeitstrategiespiel, und sei es noch so einfach, kein Zuckerschlecken
ist, haben die Entwickler mehrere Tutorials mitgeliefert. In unterschiedlichen Lektionen lernt
der Spieler hier anhand eines verständlichen Tutorials, wie die Steuerung funktioniert, eine
Siedlung aus dem Boden gestampft und wie gekämpft wird. Auch der Welteroberungsmodus hat ein
Tutorial erhalten. Allerdings heißt es dort nach einigen Grundlagen "Tutorial gemeistert.
Viel Spaß mit dem Rest von Empire Earth." So manche Möglichkeiten und Besonderheiten wurden
nicht einmal im Nebensatz erwähnt, so dass der erste Versuch im Welteroberungsmodus recht ernüchternd
ausfallen wird und man sich erst einmal richtig ein- bzw. zu Ende durcharbeiten muss.
Entschlacktes Spielprinzip
Den ersten Schreck gab es ja schon, als man im Hauptmenü sehen konnte, dass Teil 3 der Serie
lediglich aus "freien Spielelementen" besteht und spannende, von Hand designte Missionen in
Form einer Kampagne gar nicht erst angeboten werden. Nach den ersten Minuten mit einer Empire
Earth 3-Partie dürfte dann für so manchen Fan und Strategen das Blut merklich in Wallung geraten.
Entwickler Mad Dog hat buchstäblich Kahlschlag betrieben und ein ehemals komplexes Echtzeitstrategiespiel
massiv zusammengestutzt. Entsprechend muss sich der Spieler nicht mehr länger mit zahlreichen
unterschiedlichen Rohstoffen, wie Holz, Stein, Nahrung oder Öl herumschlagen, sondern kann sich
auf einen Rohstoffzähler konzentrieren. Auf der Karte gibt es einige ausgesuchte Stellen, wie
ein ganz bestimmter Baum oder ein besonderer Haufen Steine, wo es unendlich viele Rohstoffe
zum Abbau gibt. Die nächste Baueinheit errichtet einfach ein Lagerhaus neben der "Quelle" und
wenig später gehen drei Arbeiter ganz automatisch der Arbeit nach. Dauert dies zu lange, kann
mit einigen Klicks der Arbeiterbestand des Gebäudes auch auf fünf Leute angehoben werden. Mehr
gibt es ansonsten nicht zu tun. Ob der Spieler die Arbeiter nun Holz abbauen oder im Steinbruch
arbeiten lässt, ist völlig egal. Alles landet auf einem universellen Rohstoffzähler. Die beiden
anderen Ressourcen, Wohlstand und Wissen, werden ganz automatisch im Stadtzentrum erwirtschaftet.
Um Wissen zu erzeugen müssen lediglich einige Gelehrte im Stadtzentrum "aktiviert" werden, die
dann ganz automatisch für einen konstanten Strom an Wissenspunkten sorgen. Für Wohlstand muss
der Spieler dagegen eigentlich nichts machen, kann aber mit einem Markplatz und einem automatisch
verkehrenden Händler für einen schnelleren Anstieg sorgen. Um ansonsten den Zustrom von Rohstoffen,
Wissen und Wohlstand zu steigern, müssen zusätzliche Gebiete auf der Karte erobert werden. Dies
geschieht, wenn im neutralen Gebieten (= kein Stadtzentrum des Gegners vorhanden) ein Haupthaus
errichtet wird. Neben der sehr begrenzten Anzahl an Wirtschaftsgebäuden können zusätzlich Türme
und Mauern errichtet und unterschiedliche Militärgebäude aus dem Boden gestampft werden. Hier
werden die jeweils epochentypischen Einheiten, wie Schwertkämpfer, Bogenschütze, Katapult, Panzer
und Flugzeug gebaut. In begrenztem Umfang können die Einheiten auch noch aufgewertet werden
, um etwas mehr Hitpoints zu erzielen. Eine wirkliche Wahl hat der Spieler allerdings kaum,
da es meist nur ein Update gibt und strategische Entwicklungen recht begrenzt sind (auch weil
der Wirtschaftspart stark zusammengestutzt wurde). Mit einem konstanten und hohen Ausstoß an
Wissen schreitet der Spieler zudem recht schnell durch die Zeit und bekommt Zugriff auf immer
mächtigere Einheiten und Technologien. Wer genug Gelehrte hat, kann ggf. schon direkt im Anschluss
an einen Epochenwechsel mit der Erforschung der nächsten Zeitstufe beginnen, da genug Wissen
angehäuft wurde. Die Entwicklung durch die 5 Epochen wird dadurch zum wenig motivierenden Speedrun.
Doch Mad Doc hat nicht nur vereinfacht und komprimiert, im Bereich der Völker gibt es eine
kleine Weiterentwicklung. Statt aus einer Liste unterschiedliche Kulturen auswählen zu können,
die sich lediglich rudimentär ein wenig unterscheiden, gibt es mit "Westen", "Naher Osten" und
"Ferner Osten" drei Fraktionen, die sich doch etwas stärker voneinander unterscheiden. Der Westen
setzen etwa auf stärkere Einheiten und Gebäude, wohingegen die nahöstliche Region auf Hinterhalte,
Überraschungsangriffe und mobile Gebäude setzt. Entsprechend stehen dieser Partei auch keine
Mauern und Türme zur Verfügung. Der Ferne Osten ist dagegen technisch ein wenig zurückgeblieben
und setzt primär auf Masse statt Klasse und verlangt vom Spieler auch ein entsprechend aggressives
Vorgehen, um siegreich zu sein. Aber auch die Einheitenpaletten sind breit gefächert. Während
in der Antike bei allen Fraktionen noch Soldaten mit Schwert, Bogen oder Hellebarde ins Feld
ziehen, so werden die Unterschiede mit der Zeit immer größer. Der Ferne Osten hat keine Hemmungen
und setzt auf genetische Manipulation, woraus etwa Krabbenpanzer und Mutantenhorden werden,
der Nahe Osten verwendet Tarntechnologie und der Westen führt den Krieg mit Robotern. Eine einzigartige
Kampfaktion, wie etwa "Erholung" im Westen, wodurch sich die Einheiten selber heilen können,
und drei besondere Imperiumstechnologien im Weltherrschaftsmodus, runden die unterschiedlichen
Fraktionen ab. Das Rad wird hier zwar nicht neu erfunden und geht auch nicht so weit, wie etwa
StarCraft, die drei Völker bieten jedoch durchaus unterschiedliche und interessante Spielmöglichkeiten.
Technik von vorgestern
Während Einsteiger anfangs vielleicht gar nicht bemerken, dass der Aufbaupart merklich gestrafft
wurde, so fällt jedem Spieler nach dem Laden der ersten Karte auf, dass die Optik von Empire
Earth 3 irgendwo in der Vergangenheit hängen geblieben ist. Einige Gebäude und Einheiten sehen
passabel aus und auch das Wasser ist ganz nett anzusehen, an anderen Stellen dagegen findet
man sehr wenig Polygone und matschige Texturen. Dazu kommt, dass der Titel trotzdem einen ordentlichen
Hardwarehunger besitzt, obwohl Hardwarefresser, wie die "Mini-Echtzeitsicht" aus dem Vorgänger,
entfernt wurden. Aber es fehlt auch überall an Details, die entweder die Vorgänger schon hatten
oder aktuelle Spiele in sehr viel besserer Form bieten. Gerade die Animationen der Einheiten
sind teilweise erschreckend. Zwar gleiten Einheiten nicht mehr ganz so stark über die Karte,
aber größere Einheiten bewegen sich sehr unglaubwürdig. Im ersten Empire Earth, das 2001 erschien,
war es schon möglich zu sehen, wie die Flieger am Flugplatz von der Landebahn starteten, in
Teil 3 erscheint der Flieger dagegen einfach direkt über dem Gebäude. Warum der Titel über 5
GB Festplattenspeicher braucht, wissen nur die Entwickler. Auch an der KI haben die Entwickler
keinen Handgriff getan, oder zumindest so unauffällig, dass es keiner bemerkt. Sowohl die Gegner
als auch die Einheiten sind nicht sonderlich schlau. Angriffe erfolgen meist zögerlich oder
mit schwachen oder ungünstigen Einheiten. Ausgereifte Strategien hat der Kontrahent auch nicht
auf dem Kasten, verheizt seine Einheiten unbeirrt an gut gesicherten Stellen und als Spieler
kämpft man mehr gegen die Dummheit der eigenen Truppen. Gerade größere Verbände sind wie kleine
nervige Kinder und benötigen sehr viel Aufmerksamkeit. Während sich ein Wulst an Einheiten gerade
noch so über ein freies Stück der Karten lotsen lässt (jedoch nicht gut aufstellen), wird
es kritisch, sobald die Landschaft weniger Ausbreitungsmöglichkeiten für die Truppen bietet.
Schmale Durchgänge werden zur Qual, die Einheiten reihen sich zur langgezogenen Perlenschnur
auf und bleiben teilweise an kleinen Hindernissen hängen. Auch wird nicht immer ein optimaler
Weg zum Ziel gewählt. Da der Wirtschaftspart aber nicht so anspruchsvoll ist, hat der Spieler
ja Zeit, um sich um diese Probleme zu kümmern oder kann auf ein rudimentäres Diplomatiesystem
zurückgreifen. Hierüber lassen sich Bündnisse knüpfen, Waffenruhen vereinbaren und Kriege erklären.
Sehr viel mehr aber auch nicht.
Wenig besser sieht es bei Sound und Musik aus. Letztere dudelt so nebenbei aus den Boxen
und es gibt einheitentypische Geräusche, was noch akzeptabel ist. Weniger gelungen sind ansonsten
die Einheitenkommentare bzw. Einheitenmeldungen. Wer nach einem Grund sucht, warum er das Spiel
innerhalb kürzester Zeit wieder in die Ecke pfeffert, findet diesen hier. Die Entwickler fanden
es vermutlich sehr lustig, sich am großen Vorbild Blizzard zu orientieren und verpassten den
einzelnen Kämpfern mehr oder weniger lustige Sprachsamples (etwa "Ich marschiere, aber nicht
unter Leitern.", "Ich bin hier der Komiker, nicht ihr." oder "Er hat Klebstoff gegessen, deswegen
sind seine Lippen versiegelt"), wobei die Einheiten immer, bei jedem Befehl und jeder Anwahl
einen der zwei/drei Sprüche von sich geben, was schon nach kürzester Zeit unglaublich nervend
ist. Glücklicherweise kann die Sprachausgabe deaktiviert werden. Etwas besser sieht beim Interface
aus. Dies ist recht gut organisiert/ aufgebaut, wirkt allerdings ein wenig altbacken und klobig.
Trotzdem erfüllt es seinen Zweck und ermöglicht eine nahezu einwandfreie Steuerung, wie man
sie von anderen Echtzeitstrategiespielen her kennt. Nahezu deswegen, weil es auch hier zwei
ärgerliche Mängel gibt. So sind die einzelnen Icons zwar recht groß, aber gerade die Bilder
von Einheiten und Updates sind schwer zu erkennen bzw. zu unterscheiden. Nach einigen Spielstunden
stört man sich daran zwar nicht mehr, der Einstieg wird aber unnötig erschwert. Dafür gibt es
jedoch ausreichend Tooltipps für jedes Icon / Einheit. Kritikpunkt Nummer Zwei geht ein wenig
in Richtung miese Performance. Scheinbar aus dem Grund wurde die Entscheidung gefällt, die Kamera
sehr dich am Boden zu lassen, wodurch man nie einen guten Überblick erhält.
Meinung
Es ist wirklich erschreckend, was die Entwickler aus einem ehemals großen, umfangreichen,
komplexen und schönen Spiel gemacht haben. Sehr viel, was Empire Earth 1 und 2 auszeichnete,
wurde gestrichen. Das Spiel wurde auf ein seelenloses RTS zusammengestaucht. Ein Spiel mit rudimentärem
Basisbau und überschaubarer Einheitenzahl. Die fehlende Kampagne, der öde Welteroberungsmodus,
KI-Schwächen, schwache Performance und andere Kleinigkeiten sorgen daher im Endeffekt dafür,
dass Teil 3 nicht nur der schwächste Teil der Serie, sondern auch eins der schwächsten RTS-Games
des Jahres 2007 ist. Doch bei all der Schelte muss man auch sagen, dass bei Empire Earth 3 nicht
alles verloren ist. Das Gameplay funktioniert, wenngleich die Komplexität nicht hoch ist. Es
gibt einige Optionen im Freien Spiel / Mehrspielermodus und die drei leicht unterschiedlichen
Fraktionen sind schon eine nette Ergänzung. Aber egal ob Empire Earth-FAN oder Einsteiger, mit
Age of Empires 3, WarCraft 3, Company of Heroes, Warhammer, Command & Conquer 3 und World in
Conflict gibt es viele Spiele im Handel die mehr bieten und merklich ausgereifter sind. Wer
einen Mix aus Risikomodus und RTS möchte, ist zudem mit dem nicht mehr ganz taufrischen Rise
of Nations ebenfalls sehr viel besser bedient.
Geschrieben am 11.01.2008, Testkonfiguration: AMD X2 6000+, 4GB, GeForce 8800GTS, SB Audigy2ZS
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