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Fable 2
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 | Info |
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| Autor | | 3+ |
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| Gesamt (23 votes) | | 2+ |
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| Team (2 votes, siehe hier) | 3 |
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| Name: | Fable2 |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2008/10 |
| Publisher: | Microsoft Game Studios |
| Entwickler: | Lionhead Studios |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | Xbox360 |
| System: | Xbox360 |
| Multiplay: | Co-Op |
| FFeedback: | ja |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | nein |
| Serie: | ja |
| Bemerkung: | Engl. Sprache per Download erhältlich |
| USK: | 16 |
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Was hat der gute Peter Molyneux nicht wieder alles vom Stapel gelassen. Seine ausufernden
Versprechen ist man mittlerweile gewohnt und jeder Spieler, der seinem Hype nicht erlegen ist,
reduziert die Ankündigungen schon mal um lockere 50%. Bei zukünftigen Pressevorstellungen sollte
der Mann eher mal an Glaubwürdig- bzw. Nachhaltigkeit arbeiten, denn langsam stellt sich die
Frage, wie lange er damit selbst bei seinen größten Fans noch durchkommt.
Ambitionierte Ideen sind sicher lobenswert, schlecht ist es nur, wenn davon im finalen Spiel
wenig bis gar nichts mehr enthalten ist. Im "freien Markt" würde man hier eher von der Straftat
"arglistige Täuschung" sprechen. Das soll nicht bedeuten, dass die Games von Lionhead keinen
Spaß machen, aber sie sind nicht das, was sie mal werden sollten. Sparen wir uns daher auch
die Aufzählungen der ganzen Optionen und Features, die es mal wieder nicht ins finale Produkt
geschafft haben und beschränken uns darauf, die Inhalte zu beschreiben, die man versucht hat,
umzusetzen, was in einigen Punkten mehr schlecht als recht geschehen ist.
Der aufmerksame Leser merkt schon, dass Fable 2 bei mir nicht für außergewöhnliche Begeisterungsstürme
sorgen konnte. Auf den Punkt gebracht würde ich sagen: Schönes Graphikupdate mit etwas erweiterten
Optionen zum Vorgänger, die sich aber nicht zwingend positiv auf das Gameplay auswirken: Soll
heissen: mir hat Teil1 besser gefallen - und wachsende Bäume gibt es immer noch nicht, was sicher
gut so ist, denn die würden bei Peter Molyneux sicher schnell in den Himmel wachsen.
Wie üblich zu einem Hypespiel (und in letzter Zeit auch zu Spielen, die sich durch Veröffentlichung
einer Special Editon selbst dazu erklären wollen), gibt es gerne Sondereditionen. "Exklusive"
bedeute bei der Mehrwertsteuer bekanntlich ohne. Gleiches kann man jetzt auch für die EXKLUSIVE
Collectors Edition zu Fable 2 sagen: Sie ist nämlich "ohne", denn von der Erstankündigung
bis hin zum Release litt diese unter Extremschwund. Von der angekündigten Hobblefigur und Artworks
schafften es nur eine BonusDVD mit Selbstbeweihräucherungsinhalten und ein paar nicht sehr sinnvolle
freischaltbare Spielinhalte in die Box. Darauf hätte man auch verzichten können. Wer will schon
als Fantasyheld im Halo3 Kostüm durch die Wälder streifen?
Technik
Fable sieht klasse aus, daran gibt es nichts zu meckern. Der gesamte Look wirkt wie aus einem
Märchenbuch: warme Farben, lichtdurchströmte Wälder, knorrige Baumstämme, donnernde Wasserfälle,
düstere Lichtungen, unheimliche Friedhöfe und Dörfer im Grimmschen Knusperhäuschenlook. Hier
gibt es wenig zu beanstanden. Die Weitsicht ist ausgesprochen großzügig und es sieht phantastisch
aus, wenn man auf einer Bergspitze ins Tal oder am Meer die Sonne untergehen sieht. Lediglich
die Figuren in der Nahansicht wirken in ihren Gesichtszügen etwas polygonarm und erinnern an
das kantige Aussehen der Figuren aus dem Vorgängerspiel. Die Animationen sind größtenteils in
Ordnung, auch wenn sie manches Mal den altbekannten "Schlittschuheffekt" besitzen. Negativ fallen
in der Präsentation jedoch häufige Clippingfehler auf, die insbesondere in der Interaktion mit
dem eigenen Hund auftreten, wenn man ihn dressiert, hätschelt oder rügt. Da ragt er gerne schon
mal etwas in den Helden hinein. Richtig "anfassen" und streicheln geht dennoch nicht und so
wirkt die Hund/Held-Beziehung trotz der heutzutage sicher technischen Realisierbarkeit leider
noch etwas zu distanziert. Schade. Was mich, wie schon im ersten Teil, absolut gestört hat,
war, dass die Narben, die der Held während seiner Abenteuer erhält, so auffällig und unschön
aussehen, dass man fast keine Lust mehr hat, sich mit ihm zu identifizieren. Was soll bitte
schön ein Held mit blau leuchtenden Narben? Im Vorgänger hielt ich das mehr oder weniger für
ein technischen Ausrutscher. Designentscheidung hin oder her, es sieht hässlich aus und wirkt
unpassend. Was soll ein Held, der im Dunklen blau wie eine Neonlampe leuchtet?
Schade ist es, dass es der Welt von Fable 2 an Ambiente fehlt. Mit Ausnahme der Gegner und
NPCs gibt es leider nur ein paar hoppelnde Hasen und ein paar Vögel, die die Welt "lebendiger"
machen sollen. Die Rechnung geht aber leider nicht so recht auf. Insgesamt wirkt das Umfeld
doch zu leblos für eine Fantasywelt.
Die Geräuschkulisse ist klasse umgesetzt und gleicht so das Defizit der ambientearmen Umwelt
etwas aus. Vögel zwitschern, Wälder rauschen, Bäche plätschern, Höhlen tropfen und Monster knurren
perfekt. Die Sprecher sind ok, wenn es auch an richtigen Highlights fehlt, was aber eher am
plätschernden Spielverlauf liegen mag, dem es insgesamt an Höhepunkten fehlt.
Die Musik ist wieder orchestral angelegt und unterstützt das Geschehen auf dem Screen passend,
die Komponisten haben wieder das bekannte Thema von Fable 1, das von Danny Elfman komponiert
wurde, mit in den neuen Soundtrack integriert. So richtig umgehauen hat mich die Musik jedoch
nicht, was vielleicht auch daran liegen mag, weil es dem Spiel bis auf ein paar Ausnahmen, an
Dramatik fehlt.
Die Steuerung ist im Prinzip eingängig und leicht bedienbar. Man hat hier eindeutig auf Mainstream
gesetzt, wovon ich wenig halte. Eine Einkopf-Kampfbedienung ist nicht zwingend die beste Lösung.
Zumindest habe ich eine Abneigung gegen getimte Buttonsmashs, wohl, weil ich kein Talent für
Spielesteuerungen dieser Art besitze. So bietet Fable lediglich einen Button für Nahkampf und
einen für Fernangriffe, die in Verbindung mit der Richtungsbewegung entsprechende Kampfaktionen
ausführen.
Die Auswahl der Zauber ist leider noch umständlicher geworden, als im Vorgänger, der damit
schon seine Tücken hatte. Es bedarf viel zu viel Feinfummelei, den richtigen Zauber im Kampf
auszuwählen, sofern man die Stufe nicht bereits vorher gewählt hat. Im Kampf ist das viel zu
umständlich. Resultat war, dass ich Fable 2 fast komplett ohne Zauber beendet habe und zudem
der Schwierigkeitsgrad so gering ausfiel, dass es nicht wirklich notwenig war.
Gespeichert werden kann jederzeit, solange keine Gegner in der Nähe sind. Bei Levelwechsel/Nachladen
wird automatisch gespeichert.
Gameplay:
Wer Fable 1 kennt, kennt auch Fable 2 - in mehrfacher Hinsicht. Wieder geht es um einen
Helden wider Willen, der es gegen die Mächte des Bösen aufnehmen muss. Als Kind um ein Familienmitglied
gebracht, schwört der Held oder in Fable 2 wahlweise auch die Heldin, Rache. Und so geht es
nach einem einleitenden Tutorial, das den Charakter in seiner frühen Kindheit begleitet, auf
ins Abenteuer.
Fable 2 ist wie sein Vorgänger ein 3rd Person Action-Rollenspiel, wobei Rollenspiel in der
Wertigkeit etwas übertrieben ist, da die Charakterentwicklung im Vergleich zu ausgewachsenen
Rollenspielen eher als Light-Variante zu bezeichnen ist. Der Held erzielt durch das Besiegen
von Gegnern und die Nutzung von Tränken Eigenschaftspunkte in Form von Erfahrungskugeln in vier
unterschiedlichen Kategorien. Welche Farbe der Gegner hinterlässt, ist abhängig von der Art
und Weise, wie man ihn erledigt hat. So erhält man Kugeln in den Kategorien Stärke, Können,
Willenskraft, sowie für allgemeine Erfahrung. Befinden sich genügend Punkte in der jeweiligen
Kategorie, kann man den Charakter aufstufen und Fertigkeiten wie Stärke (Konstitution, Zähigkeit
oder Nahkampfwaffenfähigkeiten), Können (Ausweichen, Präzision bei Fernkampfwaffen) und Willenskraft
(alle Arten von Magie wie Zeitlupe, magische Flammen, Blitze) in unterschiedlichen Stufen erlernen
und verbessern. Neu in Fable 2 ist, dass man einmal erlernte Eigenschaften auch wieder (mit
Punkteverlust) rückgängig machen kann, um sie in andere zu investieren. Kampftechnisch hat es
sich dann auch damit schon im Bereich Charakterentwicklung.
Zu den eher gimmickhaften Fähigkeiten des Charakters gehören wieder die Ausdrucksformen,
die man im Spielverlauf erlernen kann. Hier gibt es jetzt etwas mehr Auswahl, als im Vorgänger.
Ausdrucksmittel wie Verführen, Flirten, Pupsen, Rülpsen, Schläge androhen, Knurren, Geschenke
machen und Heiratsanträge decken scheinbar den für Albion notwendigen kompletten Interaktionsspielraum
mit der Bevölkerung ab. So kann man beispielsweise seinem Kind Spielzeug schenken, eine ahnungslose
Person per "Folgen"-Befehl vor einen Altar locken, um ihn dann dort als Opfer darzubringen,
usw. In diversen Läden kann man Waffen und Ausrüstung kaufen, wobei lediglich Waffen unterschiedliche
Schadenswirkung besitzen. Bei Kleidung bietet Fable ein Armutszeugnis, denn trotz der immensen
Auswahl wirkt sich Kleidung nicht auf verbesserten Schutz oder Eigenschaften aus.
Das Aussehen des Charakters, der sich im Spielverlauf vom Kind bis zum Fast-Greis entwickelt,
hat aber keinerlei Auswirkung auf den Spielverlauf. Er läuft mit dickem Wams genauso schnell,
wie mit 'nem Sixpack. Hier hätte man vielleicht etwas von der körperlichen Konstitution einfließen
lassen sollen. Blöd sind auch die langanhaltende Fehlernährungen. Einmal zuviel Apfelstrudel
gemampft sorgt für dauerhafte Schwimmringe, da hilft auch noch so viel Fußmarsch nicht, nur
einen gesunde "Gegenernährung". So wirkt das ganze "Drumherum", um das Aussehen eines Charakters
zu gestalten, eher wie ein Farbkasten, aus dessen Töpfchen man sich bedienen kann. Einzig Questentscheidungen,
die darüber befinden, ob man gut oder böse war, haben Auswirkungen auf diabolisch oder heroisches
Aussehen - und natürlich die nicht zu übersehenden Neon-Narben. Statt meine Klamotten einfärben
oder Frisuren, Bärte, Tattoos auswählen zu können, hätte ich mir lieber einen Schönheitschirurgen
oder ein Narben-Ex Trank gewünscht.
Die Quests sind im Prinzip recht abwechslungsreich, sofern man sich nicht zu sehr in den
immer wieder angebotenen Gelegenheitsjobs verzettelt, die sich nach kurzer Zeit ständig wiederholen
und auch an den gleichen Orten stattfinden, hier ein Sklavenlager befreien oder dort ein paar
Monster vertreiben, das füllt zwar den Geldbeutel und das Ansehen, macht aber nach dem zweiten
Durchlauf nur noch wenig Spaß. Das Hauptquest ist dafür aber recht stimmig umgesetzt. Auf dem
Rachfeldzug muss der Held drei weitere Personen finden, mit denen er gemeinsam dem üblen Schergen
das Licht auslöschen kann. Auffallend sind hier jedoch sehr ähnliche Quest- und Handlungsparallelitäten
wie in Fable 1. Wieder muss man sich als Held die ersten Sporen verdienen, um sich später im
Arenakampf zu beweisen, um dann weitere Aufgaben erledigen zu können. Alles sehr, sehr ähnlich.
Im Prinzip reist man durch die Lande, erfüllt einige kleinere oder größere Aufgaben, erlangt
Ansehen und darf dann erst bestimmte Hauptquest-relevante Aufgaben ausführen und neue Gebite
betreten. Die Aufgaben, um das Hauptquest erfüllen zu können, bestehen wieder aus kleineren
Hol-, Bring- und Befreiungsdiensten. In einer Höhle vermisste Bürger warten auf Befreiung, ein
Beschwörungsbuch muss den Dämonen auf dem Friedhof entrissen werden usw. Das ist zusammengenommen
unterhaltsam und auch ausreichend abwechslungsreich inszeniert worden. Ein "Verirren" gibt es
nicht, denn ein (auch abschaltbarer) Questmarker zeigt mit einer goldenen Spur, immer die richtige
Richtung zum nächsten wichtigen Ort an.
Fable 2 geht aber, mehr noch als sein Vorgänger, in zu vielen Nebenaufgaben unter, so dass
man gerne schon mal das Hauptquest aus den Augen verliert und somit auch die eigentliche Tragweite
des eigenen Rachefeldzuges, worunter das Spiel nicht wenig an Dramatik verliert. So z. B. ,
wenn man versucht, im Dorf bei der Bildhauerin für Statuen Modell zu stehen. Gleiches gilt auch
für die Vielzahl an Interaktionsmöglichkeiten mit den Dorfbewohnern. Das ist vielleicht anfangs
ganz unterhaltsam, hört aber spätestens dann auf, wenn die Dorfbewohner dem Helden wie närrisch
hinterherlaufen, ihm Ovationen machen und dabei selbst nicht an seiner Hausschwelle halt machen,
wenn er zu Frau in Kind an dem heimischen Herd will. Hier liegt auch eine der extremen Schwächen
von Fable 2. Von der von Peter Molyneux so hoch angepriesenen KI ist hier nichts zu merken.
Alles läuft nach Schema F ab. Überraschungen gibt es nicht, von einer richtigen Interaktion
mit anderen NPCs kann keinesfalls die Rede sein. Macht man ein paar Faxen oder gibt den Bewohnern
Geschenke, für die sie empfänglich sind, ist der Kuchen mehr oder weniger gegessen. Der Held
wird angehimmelt und von den Fans verfolgt, so dass es schon fast lästig ist. Macht man mal
ein wenig Radau und spricht eine Feuerzauberspruch, rennen sie weg. So etwas wie in den Pressevorführung
gezeigten Szenen sollte man nicht erwarten. Tolle KI, die mehr nervt, als irgendeinen spielerischen
Anspruch zu erheben! So macht es auch kein Problem, einen entsprechenden Lebenspartner zu finden,
welche Couleur man auch immer bevorzugen mag, um bei Bedarf - ungeschützten Verkehr und biologische
Grundregeln vorausgesetzt - schon am Folgetag Mutter oder Vater zu werden. Das spielt sich aber
leider so, als ob diese "Funktion" es nur ins Spiel geschafft hat, weil die Fans es sich gewünscht
haben und es sich auf der Featureliste gut macht, mehr aber auch nicht. Ebenfalls die Funktion,
das Haus umzugestalten, Möbel zu kaufen usw. Das mag zwar für "Sims"-Freunde schön sein, relevanten
Einfluss auf das Gameplay hat es aber nicht.
Da macht der Hund, der beste Freund des Helden, schon mehr Sinn. Er wird zum ständigen Begleiter,
lernt neue Tricks, kann Schätze aufspüren, im Kampf aushelfen und, wenn notwendig, auch einen
unliebsamen Dorfbewohner ans Bein pinkeln. Aber leider hat auch der Hund nach den anfänglichen
Spielereien leichte Abnutzungserscheinungen. Es ist zwar schön, wenn der Wautzi neben einem
durch die Landschaft trottet, im Kampf ist er jedoch keine große Hilfe, auch bei entsprechend
höchster "Ausbaustufe". Lediglich für das Schätze aufstöbern und besondere Quests ist er unabdingbar.
Hier zeigt sich aber, wie schon in vielen anderen Molyneux designten Games, ein Problem. Die
Idee auf dem Papier mag gut aussehen, kann sich aber im Spielablauf nicht zu einem tragenden
Gameplayelement entwickeln, womit es dann an Wichtigkeit verliert. Die letzten Molyneux Spiele
krankten leider an dieser Problematik. Auf Pressevorführungen ist es zwar schön, wenn man den
Hund tätscheln kann und er sich freut oder wenn die böse gewordene Kreatur in Black & White
arme Bauer frisst, das Molyneux'sche Verspieltheitssyndrom reicht jedoch nicht aus, wenn der
Rest nicht in ähnlicher Form mitziehen kann.
Für Abwechslung im Heldenalltag sorgen wieder Miniaufgaben, Jobangebote wie Holzhacken und
Kneipenspiele, in denen man sich zusätzlich was verdienen kann, sei es Geld oder besondere Items.
Wieder dabei sind die geschwätzigen lebenden Tore, die den Zugang verweigern und für den Durchgang
vom Helden bestimmte Dinge fordern, Schatztruhen, die eine bestimmte Schlüsselzahl benötigen,
um sich öffnen zu lassen, Schätze, die mit dem Spaten ausgegraben werden können und neu, zudem
sehr lustig: ewig meckernde Gargoyles. Sie lassen sich darüber aus, wie dumm und unfähig der
Held ist und warten mehr oder weniger darauf, dass sie eins mit der Flinte übergebraten bekommen.
Der "Trick" daran ist aber, dass man sie oft schon aus weiter Entfernung hört, sie aber meist
schwer zu finden sind. Das macht insgesamt viel Spaß.
Gekämpft wird per Fern- oder Nahangriff mit Waffen wie Schwertern, Äxten, Pistolen oder Armbrüsten.
Im Nahkampf können je nach Charakterentwicklung diverse Kombos ausgeführt werden. Sollte man
genügend in Fernkampf investiert haben, stehen auch gezielte Schüsse im Snipermodus mit Zoom
zur Verfügung. Zauber erlauben z. B. Feuerangriffe, Kraftstöße, Zeitlupe, Totenbeschwörung usw.
Eingesetzt habe ich diese aber aufgrund der vermurksten Zauberspruchanwahl höchst selten. Die
Gegner KI steht mit der NPC KI auf gleichem Level, was bedeutet: Man sollte nicht zuviel erwarten.
Ihr Vorgehen ist berechenbar und wiederholt sich ständig. Die werwolfartigen Balverine machen
nach 2-3 Nahangriffen einen Riesensprung und... man könnte seinen Hund verwetten, sie landen
danach direkt hinter dem Spieler. Also nach dem "Absetzen" der Balverine gleich umdrehen
und losprügeln, damit sind sie keine Gefahr. Gefahr gibt es ohnehin selten in Fable 2, denn
der Schwierigkeitsgrad ist sehr niedrig. Ich bin während der Gesamtspielzeit nur einmal gestorben,
und dass nur, weil ich in einer "Wasserpause" vergessen habe, die Pause Funktion zu betätigen.
Fable 2 lässt sich also locker und flockig spielen, ohne ernsthafte Probleme zu bereiten. Die
Balverine sind im Vergleich zum Vorgänger Kanonenfutter und auch Trolle lassen sich problemlos
ausschalten. Spaß macht das Monsterkloppen aber dennoch. Schlimmer ist jedoch, dass die Gegner
in jedem Level grundsätzlich immer an den gleichen Stellen respawnen. Das raubt dem Spiel viel
an Atmosphäre, wenn man weiss, dass an der nächsten Ecke gleich wieder Balverine aus dem Gebüsch
springen oder oben am Berghang ein paar Banditen lauern. Das mag beim ersten Besuch des Levelabschnittes
noch überraschen, da man aber die Gegenden mehrfach besuchen muss, sorgt es beim dritten oder
vierten Anlauf nur noch dafür, dass man rechtzeitig an der Kurve schon seine Knarre oder das
Schwert zückt, weil gleich der gewohnte Angriff erfolgt. Bei einem Next-Gen Titel aus dem Jahre
2008 dürfte man in diesem Bereich eindeutig mehr erwarten.
Das Gut- Böse Konzept ist nicht weiter ausgearbeitet, als im Vorgänger, man kann Aufgaben
auf gute oder böse Weise abschließen, auch wenn sie sich im Prinzip ähneln. Hilft man nun den
Banditen, die das Dorf überfallen haben oder den armen Bauern, die nur ihren Besitz beschützen
wollen? Die Leute haben dann mehr Angst vor dem "Helden", statt ihn zu bejubeln und sein Äußeres
geht dann mehr in Richtung Darth Vader - der Hund übrigens auch. Es gib aber noch weitere Meckereien,
die sich Fable 2 gefallen lassen muss. Die schon zum Vorgänger angekündigte komplett veränderbare
Welt, nennen wir sie mal einen Molyneux-Mythos, bleibt auch in Teil 2 einer. Dynamisch ändert
sich mal gar nichts. Lediglich nach längerer Abwesenheit des Helden aus bekannten Gefilden hat
sich die Welt dann einmalig verändert und das dann abhängig von einigen zuvor erfüllten Quests.
Die Menüsteuerung ist absolut langsam und träge, Abhilfe schafft hier die Vollinstallation auf
Festplatte, die mit der neusten Xbox Firmware jetzt möglich ist, was auch die Ladezeiten positiv
beeinflusst. Dennoch ist sie alles andere als optimal. In jedem Untermenü muss man ewig langsam
bis zum untersten/ neusten Item durchblättern. Ärgerlich, wenn das Inventar schon voll ist.
Ein "Uhrzeigerblättern", so dass man nach Anwahl des ersten Items die Rückblättertaste drückt
und so gleich beim letzten Item angelangt, ist nicht möglich. Haben hier eigentlich alle Betatester
geschlafen? Ärgerlich ist auch, dass die Markierung für neu erhaltene Itmes rumspinnt. So wurden
mir mehr als einmal Items, die ich schon lange im Besitz hatte, wieder als neue markiert und
so musste ich erst erneut alle alten Items ansehen, um die "Neumarkierung" bereinigen zu können.
Schön ist die Option, auch wenn ich sie bisher nicht ausprobieren konnte, dasss man Fable 2
komplett im Storymodus kooperativ spielen kann, wobei es aber nur einen Helden geben kann, der
andere wird sozusagen zum Zweithund oder Handlager :)
Fazit:
Da haben wir es nun, Fable2, dem Spiel, dem Peter Molyneux selbst eine 9 von 10 möglichen
Punkten geben würde. Wie bescheiden und selbstkritisch der Mann doch ist, sich nicht selbst
die Höchstnote geben zu wollen. Dem kann ich aber leider nicht zustimmen. Technisch ist Fable
2 zweifelsohne grundsolide umgesetzt. Stimmungsvolle Graphik, guter Sound und eine Spielzeit
von ca. 30 Stunden (mit fast allen ausgeführten Subquests) sprechen nicht gegen den Titel. Dagegen
spricht aber, dass es so gut wie keinerlei Weiterentwicklung gibt, gameplaytechnische Änderungen
sind allenfalls kosmetischer Natur und nicht unbedingt zum Besseren. Grundlegenden Einfluss
auf das Gesamtspielerlebnis haben sie nicht. Fable 2 wirkt daher eher wie ein technisch aufgemotztes
Fable1, das in Teilbereichen einiges sogar schlechter macht, als sein Vorgänger. Dem Spiel fehlt
es an Höhepunkten, Dramatik und zumindest ein paar imposante Endgegner. Das Finale ist ein absolut
unbefriedigendes Spielerlebnis, es sein denn, man findet es klasse, beim Endboss lediglich eine
Taste gedrückt zu halten. Von den ganzen Versprechungen, der angeblich tollen NPC KI, muss man
sich verabschieden und viele Gameplayelemente sind nicht passend ins Gameplay integriert worden.
Hier hat man zum Teil einen Sims-RPG Mischmasch mit Häuser kaufen, vermieten, Möbel aussuchen
usw. veranstaltet, der nicht aufgehen will: zumindest nicht für mich. Ich erwarte von einem
Actionrollenspiel vorrangig spannende atmosphärische und fordernde Abenteuer und die gehen bei
Fable 2 leider in dem Wust an Nebensächlichkeiten, Hundehaltung und Dorfbewohner unterhalten,
zu stark unter. Das bedeutet nicht, dass Fable 2 ein schlechtes Spiel ist, es war nie langweilig,
wenn auch nicht besonders fordernd, es hat Spaß gemacht, die Welt zu erkunden, Schätze zu suchen,
Gargoyles mundtot zu machen oder einfach mal die schöne Graphik zu bestaunen. Insgesamt muss
man dem Spiel aber dennoch vorwerfen, dass es sich vielleicht zuviel vorgenommen und unterwegs
in der Entwicklung etwas den Fokus verloren hat. Fable 1
hat mir da insgesamt besser gefallen, was aber nicht bedeutet, dass ich den Kauf bereut habe.
Unterhaltsam war es allemal, es ist nur nicht das geworden, was ich erwartet hatte, zuviel ist
halb angefangen und nicht zu Ende gedacht worden, so als ob man Molyneux Spieleingebungen zwingend
einbauen wollte, auch wenn sie für das Gesamtgameplay nicht förderlich sind. Imps klatschen
in Dungeon Keeper war da noch ein ganz
anderes Kaliber - das machte Sinn !:)
Geschrieben am 12.12.2008, Testkonfiguration: Xbox360
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