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Fallout Tactics
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| Name: | Fallout Tactics |
| Genre: | Strategie |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2001/03 |
| Publisher: | Interplay |
| Entwickler: | Micro Forte |
| Links: | vault13 |
| Links: | supermutant.de |
| Hardware: | 300Mhz, 64MB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 700 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX7 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1.25 |
| USK: | 16 |
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Die beiden Rollenspiele Fallout 1 & 2 waren vor allem auch wegen ihrer rundenbasierten,
taktischen Kämpfe beliebt. Genau darum kommt nun mit Fallout Tactics ein reines Strategiespiel,
angesiedelt im beliebten Fallout Universum.
Als junger Rekrut der schon aus den Rollenspielen bekannten Brotherhood of Steel, begibt
man sich mit eben dieser auf die Suche nach Bunker 0. Der Bunker, in welchem vor Ausbruch des
Krieges die Genies der Menschheit untergebracht wurden. Nach einem in die Story einleitenden
Intro startet man das Spiel. Zunächst gilt es, entweder einen der voreingestellten Charakter
auszuwählen oder was auch zu empfehlen ist, sich selbst einen zu erstellen. Ist das Spiel gestartet
wird man von seinem vorgesetzten Offizier mit einer sehr gut synchronisierten Sprachausgabe
gebrieft und begibt sich mit dem zunächst fest zusammengestellten Trupp auf die erste Mission.
Wer die beiden Rollenspiele kennt, wird sich schnell zurecht finden, denn das Interface ist
identisch. Am unteren Rand ist eine Leiste, über welche sich das Spiel steuern lässt. Zum einen
hat man dort die linke und rechte Hand des jeweils ausgewählten Charakters, in welcher man zu
benutzende Items ablegen kann, zum anderen findet man dort auch die Reaktionsmodus-Schaltflächen
mit den Stellungen "AUS", "Defensiv" und "Aggressiv", sowie Icons, über welche man in andere
Menüs wie das für den Charakter, Inventar und des PIPBoys gelangt. Letzterer ist ein Personal
Information Processor und eine praktische Hilfe, die Übersicht nicht zu verlieren. Der PIPBoy
zeichnet Anweisungen und Gespräche auf und die für die Mission bekannte Karte des Gebiets wird
dort ebenfalls gespeichert. Auch über die untere Menüleiste kann man jeden der maximal 6 möglichen
Truppmitglieder auswählen.
Was Fallout Tactics von anderen Strategiespielen unterscheidet, ist das umfangreiche, rollenspielähnliche
Charakter-Interface. Neben den Attributen für Stärke, Geschicklichkeit, Intelligenz, Glück usw.
, gibt es Spezialfähigkeiten wie große Waffen, kleine Waffen, Energie Waffen Lockpick, Arzt
und weiteren Fähigkeiten, auf welche die durch Einsätze gewonnenen Erfahrungspunkte aufgeteilt
werden können. Neu ist die Auswahl der 3 zur Verfügung stehenden Spielmodi. Als Standard ist
der CTB-Modus (Rundenbasierter Modus mit gleichzeitig ablaufenden Runden) eingestellt. In diesem
Modus können alle Charaktere gleichzeitig handeln. Gehen und Laufen kosten keine Aktionspunkte,
jedoch alle anderen Aktionen. Aktionspunkte werden mit der Zeit wieder hergestellt. Charaktere
mit mehr Aktionspunkten können diese schneller regenerieren als Charaktere mit weniger Aktionspunkten.
Weiterhin zur Verfügung stehen der ITB-Modus (individueller rundenbasierter Modus), welcher
den ursprünglichen Fallout Spiele am ähnlichsten ist und der STB-Modus (Rundenbasierter Modus
für Trupps). Die beiden Letzteren sind rundenbasiert und unterscheiden sich nur dadurch, dass
beim STB-Modus in einer Runde zuerst der gesamte Trupp seine Züge macht und erst dann der gegnerische
Trupp zum Zuge kommt, während das Ganze beim ITB-Modus abwechselnd läuft.
Als Freund der beiden Rollenspiele, aber auch als Jagged
Alliance Fan wird man sich natürlich, wie ich zunächst auch, für einen der beiden rundenbasierten
Modi entscheiden. Dies ist jedoch meiner Erfahrung nach keine gute Idee. Fallout Tactics wurde
ganz klar auf den voreingestellten CTB-Modus hin optimiert. In den rundenbasierten Modi zieht
sich das Game viel zu sehr in die Länge, was auf Dauer unwahrscheinlich demotiviert. Ich wollte
dieses Spiel nach Mission 10 zunächst abbrechen und in die Ecke werfen. Dann aber habe ich mich
entschieden es im CTB-Modus zu testen und traf auf ein völlig anderes Spiel, so dass ich diesen
Test auch nur aus Sicht des CTB-Modus verfasse. Es sei noch angemerkt, dass man die Modi auch
während des Spiels ändern kann, was ich aber auch nicht empfehlen würde.
Wie schon die beiden Rollenspiele und auch Jagged Alliance 2 zuvor, gewinnt auch Fallout
Tactics unwahrscheinlich viel Spielspaß durch das Suchen und Sammeln von Items und Waffen. Schon
in der ersten Mission wird jede Leiche gefleddert und jeder Schrank bzw. jede Truhe durchsucht.
Gerade zu Anfang sollte man alles aufheben, dass man finden kann. Nach den ersten beiden Missionen
geht es zurück in einen der vielen Bunker der Bruderschaft. In jedem Bunker gibt es einen Quartiermeister,
welcher das gesamte Team gegen Bezahlung oder Tausch mit neuen Items eindeckt, weshalb es so
wichtig ist, alle gefunden Items mitzunehmen um sie später zu verkaufen oder einzutauschen.
Außerdem gibt es noch einen Arzt und einen Rekrutierungsmeister, bei welchem man sich ein Team
zusammenstellen kann. Da kein Charakter alle Fähigkeiten perfekt beherrschen kann, ist eine
sorgfältige Auswahl des Teams Grundvoraussetzung für den Erfolg. Wie auch in den beiden Rollenspielen
gelangt man zu den verschiedenen Orten durch Reisen. Dafür gibt es genau wie in Fallout 1 +
2 eine Landkarte, auf welcher zunächst nur das bekannte und erkundete Gebiet aufgedeckt ist.
Während der Reisen trifft man immer wieder mal auf Feinde, Diebe und wilde Tiere. Aber auch
in Fallout Tactics gibt es wieder diverse Special Encounters, über welche ich hier jedoch nichts
verraten möchte. Später wird das Reisen durch Fahrzeuge erleichtert. Die insgesamt 25 Missionen
+ 1er Bonusmission selbst, sind eigentlich weniger abwechslungsreich. Die Ziele sind zwar sehr
unterschiedlich, aber letzten Endes läuft immer alles auf das Säubern der Karte hinaus. Die
Maps sehen ziemlich ansprechend aus und fangen die Fallout typische Atomsphäre ausgesprochen
gut auf. Zerstörte Gebäude, brennende Mülltonen und verschrottete Fahrzeuge zieren die Umgebung
und erinnern daran, dass es hier mal eine Zivilisation gegeben hat. Mit einigen der NPC´s kann
man sich unterhalten und von einigen bekommt auch hin und wieder mal einen kleinen Subquest.
Alles in allem ist Fallout aber gerade hier sehr enttäuschend. Die eigenen Charaktere schweigen
das ganze Spiel über. Ein persönlicher Bezug wie z. B. bei JA2 baut sich da nicht auf. Die Freiheit
neben den Missionen wird auch nur vorgegaukelt, denn im Grunde ist Fallout Tactics ein lineares
Game. Wirkliche Sub-Quests oder irgendwas, dass das Reisen auf der Karte unabhängig vom nächsten
Ziel rechtfertigen würde, gibt es nicht. Im Gegenteil, man würde eher seine Munition bei diversen
Encounters verschwenden. Da wäre noch die Suche nach Special Encounters, aber die bekommt man
auch auf den normalen Reisen zwischen Missionsziel und Bunker. Lustig jedoch sind viele der
Kommentare, welche viele der Einwohner in den Städten per Texteinblendung von sich geben. So
beschwert sich die Prostituierte einer von Robotern überfallen Stadt darüber, dass sie seit
dem keine Menschen mehr in der Stadt sind, nur noch zum Schlafen auf dem Rücken liegt, wo sie
doch in ihrem Leben mehr Gummi am Hintern gespürt hat, als so mancher Highway. In dieser Hinsicht
ist das Game auch nicht gerade jugendfrei. Besonders dann nicht, wenn man den Grad der Gewaltdarstellung
berücksichtigt.
Die deutsche Version wurde zwar entschärft, doch benötigt man nicht mal mehr einen Bloodpatch
um die Änderungen Rückgängig zu machen. Es reicht eine kleine Änderung in einer CFG Datei und
auch die deutsche Fassung entspricht der US-Version. Schaltet man dann auf maximale Gewaltdarstellung,
wird es furchtbar blutig und auch die Animationen erinnern stark an Filme wie Starship Troopers
oder Der Soldat James Ryan. Bei einem Granateneinschlag beispielsweise, fliegen die in der Nähe
stehenden Teammitglieder durch die Luft, wobei die Körperteile unterschiedliche Richtungen einschlagen
und das Blut in alle Richtungen spritzt. Für Kinder ist dieses Spiel also sicher nicht geeignet.
Erwachsene denen das ebenfalls zuviel ist, haben jedoch die Möglichkeit über das Menü den Grad
der Gewaltdarstellung zu regulieren. Ebenfalls im Menü gibt es einen Sprachfilter. Ist dieser
aktiviert, werden sehr große verbale Ausfälle unterdrückt. Das Optionsmenü bietet eine Vielzahl
an Einstellmöglichkeiten. Unter anderem lässt sich auch der Schwierigkeitsgrad über insgesamt
4 Modi steuern. Die 2D-Grafik ist wie oben schon erwähnt ausgesprochen gut. Auflösungen stehen
bis 1024x768x32 zur Verfügung. Leider kommt es beim Scrollen der ziemlich großen Karten oft
zu starken Rucklern. Die Sprachausgabe ist auch in der deutschen Version ausgesprochen gut gelungen.
Von Interplays Patzern aus der Vergangenheit ist hier nichts mehr zu spüren. Die Musik trägt
ausgesprochen gut zur Atmosphäre bei und unterstreicht das düstere Szenario. Gesteuert wird
das Spiel wie alle anderen Genrekollegen auch, über Maus und Tastatur. Der DVD Packung liegen
neben den für das Spiel benötigten 3 CD´s ein recht gutes Handbuch von 63 Seiten und eine Übersichtskarte
mit der Tastaturbelegung bei. Der aktuellen Budget Version liegt zudem noch eine 4. Bonus CD
bei, auf welcher man neben einigen Bonusmissionen auch ein Pen & Paper Game findet.
Insgesamt ist Fallout Tactics ein gutes Spiel. Allein wegen des Fallout Szenarios lohnt sich
dieses Spiel. Gemessen an den Vorgängern oder am direkten Konkurrenten Jagged
Alliance 2 sieht es jedoch recht alt aus. Trotzdem, wer Spiele dieser Art nur ansatzweise
mag muss zuschlagen und im "CTB-Modus" spielen.
Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines bereits auf der Site 'GUN' veröffentlichten
Reviews.
Geschrieben am 01.10.2001, Testkonfiguration: keine Angabe
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