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Freedom Force
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 | Info |
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| Autor | | 2+ |
 |   | | 1.5 |
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| Gesamt (23 votes) | | 1 |
 |   | | 1.7 |
 |   | | 1.8 |
 |   | | 2.4 |
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| Name: | Freedom Force |
| Genre: | Action Rollenspiel |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2002/08 |
| Publisher: | Electronic Arts |
| Entwickler: | Irrational Games |
| Hardware: | 300Mhz, 96MB RAM, 16MB 3D-Karte D3D, HD 31 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| Patch: | 1.3a |
| USK: | 12 |
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1962, als der Playboy
noch die Rolle des Internets innehatte und die DDR die Revolution des
Fahrzeugbaus namens Trabant
601 vorbereitete, worüber sich der Westen nur wirtschaftswundern konnte,
war die Welt noch in Ordnung.
...naja, nicht wirklich in Ordnung, aber zumindest übersichtlicher.
Freund und Feind waren deutlich geographisch und ideologisch voneinander
getrennt, wenn man auch immer befürchten musste, dass ein russischer Spion
an der nächsten Ecke lauert. In dieser Zeit beginnt die Handlung von Freedom
Force, auch wenn sich schnell herausstellt, dass es- was dem kleinen George
Dabbeljuh wohl nicht einmal im Traum eingefallen wäre- tatsächlich noch
gefährlichere Feinde als die Kommunisten gibt.
Auf einem weit entfernten Planeten herrscht nämlich Lord Dominion, der
aus reinem Spaß gern das Universum beherrschen möchte und seinen Plan
auch fast komplett in die Tat umgesetzt hat, nur ein kleines Dorf in Ga...
...nein, ein kleiner, von wunderlichen, sich auf höchst unästhetische
Weise fortpflanzenden Zweibeinern bewohnter Planet ist noch übrig.
Der clevere Lord hat schnell erkannt, dass diese Spezies sich mit Vergnügen
gegenseitig ins Jenseits befördert und er sich daher kaum die Hände schmutzig
zu machen braucht. Stattdessen schickt er nur mehrere Container der geheimnis-
und machtvollen Substanz Energy X zur Erde, in der Hoffnung, dass dadurch
die kriminellen Elemente viel stärker werden und die Erdbevölkerung sich
selbst eliminiert. Noch ahnt er nicht, dass es einen Verräter in seinen
Reihen gibt...
Zum Glück kommen auch einige mehr oder weniger gute Menschen mit Energy
X in Kontakt und werden dadurch zu Superhelden mit ganz eigenen Fähigkeiten.
Sie bilden die Freedom Force, die letzte Verteidigungslinie der Menschheit
gegen das in vielerlei Gestalt auftretende Böse.
Das Spiel von Irrational Games ist, wie man unschwer erkennt, ganz nah
an klassische Comics angelehnt, die gesamte Optik wie auch die Helden
sind in diesem Stil gehalten, selbst die einzelnen Level sind in Comicausgaben
unterteilt. Mit der Zeit stoßen immer mehr "Infizierte" zur Freedom Force,
die auch immer eine mit ihren erlangten Fähigkeiten verbundene Hintergrundgeschichte
mitbringen.
El Diablo als feuriger Spanier agiert beispielsweise bevorzugt mit diesem
heißen Element, Alchemiss (deren Sprecherin im englischen Original von
mir einen Extra-Award für die erotischste Stimme in einem PC-Spiel bekommt!)
bevorzugt arkane Alchimie und der Roboter Microwave kann Feinde nicht
nur weichkochen, sondern auch atomar kontaminieren. Es gibt noch eine
ganze Reihe weiterer Figuren, deren Biographie und Fertigkeiten munter
und höchst amüsant aus Mythologie, Natur und Technik zusammengeklaut wurden.
Dabei hat nahezu jeder sowohl Nahkampf, als auch Fernkampf und Defensivfähigkeiten,
allerdings mit unterschiedlicher Effizienz. Zusätzlich gibt es individuelle
passive Eigenschaften wie beispielsweise das Fliegen.
All dies kann man zwischen den einzelnen Episoden durch Verteilen der
erreichten Erfahrungspunkte freischalten und verbessern, denn Freedom
Force ist grundsätzlich ein Rollenspiel mit Taktikelementen. Besondere
Bedeutung hat hier allerdings auch die Handlung, nach wirklich jedem Level
wird die Story weitergesponnen bzw. folgt auch eine mit der Engine gerenderte
Cutscene.
Die Entwickler haben hier mit unübersehbarem Enthusiasmus einen Comic
zu einem sehr witzigen dreidimensionalen Leben erweckt. Neben den Erfahrungspunkten
gibt es noch Prestige, welches man sich durch das Erfüllen der Quests
und Nebenquests verdient und das den Zweck hat, die immer wieder neu auftauchenden
Helden erstmal für die Freedom Force zu rekrutieren. Aus der so entstandenen
Ansammlung von Superhelden stellt man für jedes neue Level eine aus vier
dieser Charaktere bestehende Party zusammen. So hat man die Möglichkeit,
verschiedene Strategien zu testen oder eben die Fähigkeiten aller Helden
einmal auszunutzen. Ein Nachteil ständiger Wechsel ist allerdings, dass
die Nichtteilnehmer der aktuellen Expedition natürlich weniger Erfahrungspunkte
bekommen und man so im Extremfall bei keinem der FF-Mitglieder die besten
Fähigkeiten freischalten kann.
Wenn man nicht auf die bereits vorhandenen und in der Handlung eingeführten
Helden zurückgreifen möchte, kann man auch seine eigenen erstellen und
diese -wiederum bezahlt mit Prestige- ins Spiel importieren. Um maximales
Prestige zu erhalten, sollte man darauf achten, in der Stadt nicht zu
rabiat vorzugehen, denn wenn man Häuser oder ähnliche Dinge zerstört,
wirkt sich das negativ auf das Prestige aus. Andererseits würde man so
auch eine der witzigsten Ideen in FF verpassen, denn man kann hier die
gesamte Umgebung zerlegen bzw. benutzen.
Schiesst ein Bösewicht vom Dach eines Gebäudes, schlägt man einfach die
Mauern ein und holt ihn wieder auf den Boden der Tatsachen. Noch lustiger
ist aber die mögliche Verwendung von Straßenlaternen, Briefkästen oder
auch Autos als Waffe. Wer keine Rücksicht auf sein Prestige nehmen möchte,
kann munter die Wagen der Stadtbewohner durch die Gegend werfen, ich habe
mich darauf beschränkt, das nur zu tun, wenn mich mal wieder einer angefahren
hatte, was relativ oft passiert. :)
Gespielt wird FF entweder in einer Art 3rd-Person-Ansicht ähnlich wie
in Dungeon
Siege, oder in Vogelperspektive, wobei die jeweilige Höhe der Kamera
verschoben werden kann. Die erste Möglichkeit halte ich für nahezu überflüssig,
weil im Spiel nicht anwendbar, da einem dabei einfach zu viel entgeht
und man sowieso in die Draufsicht wechseln muss, schon um beispielsweise
eigene fliegende Charaktere gegen Gegner, die diese Fähigkeit ebenso benutzen
oder auch nur auf Hausdächern stehen, einsetzen zu können, bzw. diese
überhaupt sehen zu können. Man ist daher eigentlich gezwungen, ständig
zu zoomen, was ich auf die Dauer schon als etwas störend empfand, sich
aber letztlich wohl nicht vermeiden lässt, wenn man die dritte Dimension
für das Spiel mit ausnutzt.
Die Maps sind in der Regel relativ klein und schnell zu übersehen. Um
es nicht zu einfach zu machen, sind die Gegner zunächst erst einmal unsichtbar
bzw. spawnen durch Dimensionstore oder ähnliche technische Errungenschaften.
Apropos Gegner: auch hier ist der Comiceinfluss natürlich unübersehbar,
da, analog des von Lord Dominion ausgeheckten Planes einige üble Gesellen
auch ihre Portion Energy X abbekommen haben und daraus Antihelden mit
entsprechender Gefolgschaft entstanden. Aber auch Fans von Riesenameisen,
Dinos und altgriechischen Gottheiten kommen voll auf ihre Kosten. Selbst
die Zeit stellt keine unüberwindbare Hürde für die Helden und ihre Gegner
dar.
Die Steuerung von FF ist simpel aber effektiv und entspricht strukturell
dem speziell bei den D&D-Games meist eingesetzten Mix aus Echtzeit- und
Stategiekampf. Dies äußert sich vor allem darin, dass man jederzeit mit
der Pausentaste unterbrechen und für jeden der Charaktere die nächste
Aktion festlegen kann. Ansonsten steuert man das gesamte Geschehen mit
der Maus, was im Endeffekt heisst, dass man den jeweiligen Gegner oder
das Ziel anvisiert und die Art des Angriffs wählt. Sehr viel mehr passiert
nämlich selten, da das jeweilige Ziel des Levels entweder von Anfang an
klar ist oder sich kurz nach Beginn ergibt und und keine Rätsel im eigentlichen
Sinne existieren, das Spiel also durch Aufsammeln eines bestimmten Gegenstandes
oder das Ausschalten bzw. das Verhör eines besonderen Gegners weitergeführt
wird. Der Anspruch ist daher nahezu ausschliesslich taktischer-strategischer
Art, es gibt keine nicht gescriptete Interaktion zwischen den Handelnden
und auch keine Auswahlmöglichkeiten beim Beantworten von Fragen oder ähnlichen
Dingen. Das mag vielleicht für Rollenspieler etwas abschreckend sein,
aber ist der Tatsache geschuldet, dass es hier doch eher um eine festgelegte
Comic-Story handelt.
Bei jedem Umgebungsobjekt wird, bewegt man den Cursor darüber, ein kleines
Textfeld mit Informationen eingeblendet, auch diese natürlich in bestem
pathetischen Comicstil, selbst wenn es nur um die Beschreibung von Gegenständen
geht. In den Kämpfen wird man ziemlich oft gezwungen, die Pausentaste
zu benutzen, um seine Helden neu zu positionieren und Angriffe auszuwählen.
Das liegt daran, dass sie manchmal irgendwie (ich tippe auf einen Bug)
die Befehle nicht richtig verstehen bzw. einmal ausgewählte Angriffe nicht
von sich aus wiederholen und man daher die Auswahl noch einmal treffen
muss. Die Umgruppierungen sind auch deshalb nötig, weil die oft sinnvollen
Flächenangriffe immer auch die eigenen Charaktere schädigen und zusätzlich
auch regelmäßig nicht genau dort einsetzen, wo sie eigentlich sollten.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Rollenspielen ist es hier übrigens
nicht möglich, durch Rasten oder einfaches Pausieren die Gesundheit wiederherzustellen.
Da das Spiel hauptsächlich aus vielen kleinen und relativ schnell durchzuspielenden
Ebenen besteht, ist das auch nachvollziehbar. Die Helden haben aber die
Möglichkeit, einmal pro Level eine besondere Fähigkeit einzusetzen, die
entweder die Health oder die Power (eher unnötig) komplett wiederherstellt.
Die beim Anwenden von Fähigkeiten verbrauchte Power regeneriert sich im
Gegensatz zur Gesundheit selbständig. Man sollte daher immer auf die entsprechende
Anzeigen achten, allerdings gehört es zum Comickonzept, dass es hier keine
Toten gibt. Sinkt die Health auf Null, geht der Charakter oder auch der
Gegner -wie es sich gehört- mit einer entsprechenden Sprechblase "KO"
und ist im gegenwärtigen Level nicht mehr einsetzbar allerdings ohne eine
Langzeitschädigung. Es gibt daher kein Blut oder sonstige Brutalitäten,
was auch komplett unsinnig wäre.
Die 3D-Grafik von Freedom Force besticht nicht mit wahnwitzigen Effekten
und dem Anspruch, säumige Spieler endlich zum Kauf neuer Hardware zu animieren,
aber sie passt sich perfekt in das Grundthema ein. Das beginnt schon beim
Design der Figuren, wirklich jede verfügt über ein einzigartiges Outfit
-meist samt Umhang- und Animationen. Die meiste Zeit verbringt man in
einem Teil von Patriot City und auch hier sieht alles so aus, wie es in
einer Comicstadt der 60er aussehen sollte und die relativ autonomen Bewegungen
der Bewohner und der Autos simulieren ein reges Stadtleben. Wie schon
erwähnt, kann man architektonisch einiges verändern, wenn man möchte,
was manchmal auch dazu führt, dass ein einstürzendes Gebäude überraschenderweise
einen der in den Maps hin und wieder vorkommenden Kanister mit Energy
x (zur Regeneration der Power) oder Health und Erfahrung freisetzt. Insgesamt
ist die Optik sehr bunt und glatt und die doch recht häufigen Stadtmaps
hätten vielleicht etwas mehr Abwechslung vertragen können, aber wenn man
die Storylastigkeit von FF in Betracht zieht, passt alles gut zusammen.
Die Interaktivität der Objekte hatte ich ja bereits angesprochen, nahezu
alles lässt sich irgendwie benutzen oder zerstören. Eine besondere positive
Erwähnung verdient sich der Sound. Das bezieht sich weniger auf die musikalische
Untermalung, was nicht heissen soll, dass der funkige 60er-Soundtrack
schlecht wäre (nur manchmal wiederholen sich einige Themen zu oft), nein,
die Sprecher der Helden sind schlicht phänomenal. Mal pathetisch wie bei
Minuteman, mal mit spanischem oder Südstaaten-Akzent oder esoterisch entrückt,
ganz egal, welchen Charakter man betrachtet, alle haben ein ganz typisches
Set an Aussprüchen und sind durch die Bank hervorragend gesprochen (bezieht
sich jetzt alles auf die Originalversion). Prädikat: absolut filmreif!
Wie schon angedeutet, kann man mit Hilfe des integrierten Editors auch
seine eigenen Helden basteln. Die Kombinationsmöglichkeiten sind sehr
vielfältig und clever ausbalanciert. Nach der Wahl des Charakters, wobei
alle im Spiel vorkommenden Figuren oder auch sogenannte Basicmodels zum
Einsatz kommen, die selbstverständlich auch veränderbar sind, kann man
sich die Eigenschaften und Fähigkeiten selbst zusammenstellen. Auch hier
ist bis in einzelne Details hinein (Art des Schadens, zusätzliche Effekte
wie Stun, Animation) alles selbst einstellbar. Je besser man die Wirkung
oder die Qualität der Eigenschaft wählt, umso höher wird der Prestigepreis,
den man für den Import bezahlen muss. Das heisst natürlich auch, dass
man das Spiel nicht gleich mit eigenen Charakteren beginnen kann, sondern
erstmal die vorgefertigten benötigt, um genügend Prestige zu erhalten
(und natürlich sind sie auch für die Story unverzichtbar). Man kann, und
auch hier zeigt sich die wirklich vorbildliche Balance dieses Editors,
auch negative Eigenschaften auswählen, die Prestigepunkte abziehen, welche
man dann woanders wieder investieren kann.
Freedom Force beinhaltet auch einen Multiplayerpart, bei dem bis zu 4
Spieler gegeneinander spielen können. Dabei stellt man ein eigenes Team
zusammen (wiederum aus vorgefertigten oder selbsterstellten Charakteren
und von einer nur begrenzt verfügbaren Anzahl von Prestigepunkten) und
lässt es dann gegen das des Gegners antreten. Leider war es mir trotz
mehrmaliger Versuche und Nutzung von Gamespy nicht möglich einen passenden
Server zu finden und diesen Teil des Spieles ausführlicher zu testen.
Obwohl es inzwischen eine ganze Menge an Mods gibt, ist dies zusammen
mit dem fehlenden Coop-Modus ein Minuspunkt von FF. Da hilft dann wohl
nur das Erstellen eines eigenen Raumes (auf meinen Server ist allerdings
auch niemand gekommen).
Freedom Force ist ein sehr lustiges, handlungsbetontes und unterhaltsames
Spiel. Der Comic-Hintergrund wurde in allen Belangen von Grafik über Sound
bis zum Gameplay phantastisch umgesetzt. Trotz einiger Längen gegen Schluß,
einem etwas nervigen Bug beim wiederholten Ausführen von Befehlen und
den leichten Schwächen im Multiplay ist FF potentiellen Fans eines etwas
anderen Rollenspiels ohne Umschweife zu empfehlen, für Liebhaber der 60er-Jahre-Comics
ist es sogar ein absoluter Pflichtkauf. Letztere können zu meiner Abschlusswertung
auch gleich noch ein oder zwei Grade zugeben. :)
Geschrieben am 03.11.2002, Testkonfiguration: Duron850, GeForce2 MX, 256MB Ram
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