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GC Special 2004
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| Name: | Games Convention Special 2004 |
| Offiz. Sites: | Game |
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 | | Psychotoxic |
 | | Psychotoxic |
 | | Vivisector |
 | | Vivisector |
 | | Vivisector |
 | | Fable |
 | | Paper Mario 2 |
 | | Paper Mario 2 |
 | | Metroid 2 |
 | | Zelda Four Swords |
 | | Siedler 5 |
 | | Brothers in Arms |
 | | EverQuest 2 |
 | | Prince of Persia 2 |
 | | Earth 2160 |
 | | Earth 2160 |
 | | The Fall |
 | | The Fall |
 | | The Saga of Ryzom |
 | | Clever und Smart |
 | | Pariah |
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| Games Convention Special 2004 (special von yak) |
Dies wird sicher kein gewohntes Special, wie man es von anderen Seiten kennt, das Pressemeldungen
hochjauchzend zitiert oder mit Fotos der nackigsten Babes um die Lesergunst ringt, vielmehr
wird es ein Bericht, der die Messe ein wenig anders zu beschreiben versucht. Ich glaube das
umschreibt man mit dem Wort "Kritisch" ;).
Die Ankunft
"Live it" und "Survive it" sollten für uns die Schlagworte zum Running Gag der diesjährigen
Games Convention werden und uns während der Messe in Leipzig begleiten. Alles wie immer gut
und akribisch vorbereitet, wollten wir in diesem Jahr auch den Presseveranstaltungstag vor dem
eigentlichen Messebeginn besuchen und standen pünktlich zum Beginn auch an der Akkreditierungsstelle,
um unsere vorbestellten Presseeintrittskarten zu übernehmen. Doch leichter gesagt als getan,
denn wie man uns jetzt sagte, wurden die Ausgabebestimmungen verschärft und die Besucherzahl
pro Redaktion limitiert. Nachvollziehbar und verständlich, fand man doch im Vorjahr im Businesscenter
und Pressebereich eher ein Bild vor, dass an einen Klassenausflug mit Haus der offenen Türe
erinnerte und zu Recht in Beschwerden der Aussteller endete. Warum man uns von den verschärften
Bedingungen jedoch in der Voranmeldung und zwei Wochen vor der Messe nicht in Kenntnis setzen
konnte, ist jedoch mehr als peinlich und die Verzögerungen führten durch das Hin und Her dazu,
dass wir einen für uns wichtigen Termin nicht mehr zeitig erreichen konnten und die Pressekonferenz
bei Nintendo verpassten. Jedenfalls sollte man meinen, dass durch die Verschärfung der Akkreditierung
ein etwas stimmigeres Bild von Pressevertretern in entsprechenden Bereichen zu erkennen wäre.
Doch letztendlich präsentierte sich hier ein Bild, dass das Vorjahr noch übertrumpfen konnte
und eher den Anschein eines Familienausfluges hatte. Eltern mit ihren Kindern, die Pressekonferenzen
besuchten und man lediglich den Picknickkorb vermisste. Oder ein maximal 13jähriger, der eifrig
mit seiner Videokamera Spieleszenen eines sicher mit USK 18 eingestuften Games mitfilmte. Liebe
Veranstalter, hier vielleicht einfach einmal ein kleiner Tipp bei der Verschärfung der Auswahlkriterien
auch die Volljährigkeit mit einzubeziehen. Ganz zu schweigen von dem hier nicht umgesetzten
Jugendschutz, den Ministerin Ute Schäfer noch auf der Eröffnungsveranstaltung am selben Abend
so nett propagierte. Aber das nur am Rande.
Insgesamt muss man aber von der organisatorischen Umsetzung der Messe Leipzig gratulieren,
da alles reibungslos und perfekt umgesetzt realisiert wurde. Sicher würde es sich aber für das
nächste Jahr empfehlen, für die Presseveranstaltungen größere Räumlichkeiten zu benutzen, da
diese allesamt hoffnungslos überfüllt waren.
Der Pressetag
Davon abgesehen, dass jeder Publisher, der am Pressetag eine Konferenz veranstaltete, nur
Positives zu berichten hatte und zudem generell das beste Line-Up aller Zeiten vorstellen wollte,
ähnelten die Veranstaltungen sich alle zu sehr, als das man etwas Besonderes in Erinnerung behält.
Wenn man davon absieht, wie sich Erwachsene mit Donkey Konga Trommeln vergnügen (müssen) oder
ein Kindershowmoderator mit Eye Toy Spielen das ultimative Spielerlebnis, verstärkt durch zwei
Knirpse, die daran jedoch wirklich Spaß hatten, suggerieren wollte, fehlte nur noch der passende
Schäferhund, um das "Bild" zu komplettieren :-). Highlight der Buena Vista Veranstaltung
war definitv für PS2ler Kingdom Hearts 2 und einen ebenso interessanten Eindruck vermittelte
auch "The Incredibles" und "Nightmare before Christmas".
Wer wollte, durfte bei Ubisoft miterleben, wie das Playmate des Jahres 2003 bei der Vorstellung
des Playboy Spieles der Lächerlichkeit preisgegeben wurde, wobei dies dann wiederum den Rückschluss
erlaubt, dass man genau das "präpubertäre Publikum" eingeladen hat, das damit zu "beglücken"
ist. Vorgefertigte Fragen des Firmenpressesprechers, auf die es keine vernünftige Antwort gibt
und die Dame dann als blondes Dööfchen dastehen zu lassen, ist mehr als peinlich, jedenfalls
hat hier zumindest der PR Chef selbst diese wichtige Aufgabe übernommen. Wer lässt sich schon
gerne sichere Lacher nehmen? Sonst gab es eigentlich nichts zu sehen, was man anderswo nicht
bereits vorher finden konnte. Bewegte Bilder aus Brothers in Arms, die man in besserer Qualität
auch schon auf den Begleit-DVDs bekannter Spielezeitschriften finden konnte. Wer wollte, durfte
sich noch mit dem Playmate digital verewigen lassen.
Interessanter, pragmatischer und vor allem auch seriöser war da die Veranstaltung von Electronic
Arts, die kurz und präzise, ohne jegliches Tam-Tam über ihre Geschäftsziele und zukünftigen
Pläne hinwies. Über die kommenden Spiele, wie der Geschäftsführer informierte, konnte man sich
auf dem Messegelände in einer eindrucksvollen 360Grad "Arena" informieren.
Microsoft legte den Schwerpunkt der Veranstaltung auf ihr neues Xbox Live System, mit dem
es jetzt noch leichter ist, Online-Spiele zu eröffnen, ganz im Gegensatz zu dem "komplizierten"
PC-Prozedere. Zudem kann man sich auch schon, wie praktisch, Wochen vor dem eigentlichen Onlinespiel
den Termin in seiner Xbox speichern lassen - und da heißt es immer, der Mensch steuert die Maschinen.
Eines kann man jedoch sagen. Die Games Convention nimmt mittlerweile eine wichtigere Rolle
im Spielemarkt ein. Im Jahre 2002 eher noch belächelt, ist sie jetzt bereits nicht mehr wegzudenken
und selbst Japan schickt seine wichtigste Entwicklergarde ins ferne Leipzig. So geschehen bei
Konami, die den Entwickler von Metal Gear Solid 3 auf der Messe präsentierten und er die neuen
Features des dritten Teils vorstellte und uns zugleich damit die oben genannten Schlagworte
lieferte. Anders als in den Vorgängern spielt MGS3 in den 60er und auch am Spielprinzip wird
sich einiges ändern, wie man in einem eindrucksvollen Trailer, der speziell für die GC zusammengestellt
wurde, erkennen konnte. Man setzt jetzt den Fokus nicht hauptsächlich auf "Stealth-Action",
sondern auch auf "Survival". Der aufmerksame Leser fragt sich jetzt hier sicherlich (wie auch
wir), worin da der Unterschied liegen mag, denn "überleben" musste man auch in der Vorgängern
und ehrlichgesagt kenne ich kein Spiel, bei dem "Survival" nicht angesagt ist ;). Jedenfalls
schienen die Entwickler so sehr davon angetan, dass sie es in jedem zweiten Satz erwähnten.
"You have to live it!, Survive it!". Vielleicht wurden aber einfach nur die Optionen, dass man
sich im Dschungel jetzt selbst ernähren muss, ein wenig überbewertet. So darf man jetzt Tiere
jagen und essen und Verletzungen davon tragen, wie z. B. einen Armbruch. Auch wenn diese
Optionen ein wenig zu dick aufgetragen wurden, machte das Spiel bisher einen hervorragenden
Eindruck, wobei jedoch abzuwarten ist, wie sich die neuen Optionen wirklich im Spiel "machen".
Eins stand für uns jedenfalls nach der Präsentation fest: "Live it, Survive it! In Carmouflage!",
denn verkleiden konnte man sich auch, vielleicht ja einfach aus dem erlegten Alligator ein nettes
paar Krokostiefel nähen?
Viel Spieler-näher war da schon die Präsentation von Big Ben Interactive/10tacel, die neben
ihrem neuen Entwicklerstudio (auch wenn man nicht feststellen konnte, um welches Spielgenre
es sich dabei handelte) auch das Spiel "The
Fall" präsentierten, das von Silver
Style entwickelt wird und für Fallout und Jagged Alliance Fans sicher zur ersten Wahl wird.
Zwar wirkten die Animationen der Figuren noch ein wenig holprig und das gezeigte scheint eher
einen Aha-Effekt bei den Massen erzielen zu wollen, doch die Optionen und die Nichtlinearität
des Spiels scheinen wirklich umfangreich und vielschichtig, wobei das jedoch in der kurzen Zeit
der Präsentation nicht voll zum Ausdruck kam. Ein viel besseres Bild vom Spiel konnte man sich
am Messestand bilden.
Den Sony Termin konnten wir leider nicht wahrnehmen, da wir noch etwas Wichtigeres auf dem
Programm hatten. Ein Treffen mit den Komponisten von Dynamedion,
die die Musik zu SpellForce komponierten.
Doch dazu in einem späteren separaten Special mehr.
Der erste Tag war leider etwas ernüchternd. Die angekündigten Premieren erwiesen sich für
Hardcorezocker als wenig erbaulich. Dafür wissen wir jetzt, wie oft "Findet Nemo" verkauft wurde
und das jeder Publisher das beste Line-Up aller Zeiten hat. Nur kam diese Message nicht ganz
rüber. Jetzt geht es aber erst mal ins Gewandhaus zum Eröffnungskonzert.
Das Eröffnungskonzert
Über das anstehende Programm des Eröffnungskonzertes haben wir schon in unserem Special
berichtet. Leider, wie auch das diesjährige Spieleangebot der Publisher es zeigt, entwickelte
sich alles ein wenig in Richtung "Mainstream" und so gab es zwar musikalisch ein wenig mehr
Abwechslung, dafür aber auch Klassiker aus Midizeiten, bei denen sich ein 90 Mann/Frau Orchester
leicht unterfordert gefühlt haben wird, da manche Arrangements nicht genügend Substanz hatten.
Dass aus einem 8-16 stimmigen Midisound, der zurecht seinen eigenen Charme besitzt, nicht zwangsweise
eine eindrucksvolle und stimmige Orchesterpartitur werden muss, wurde am Beispiel vom Super
Mario Brothers, Turrican und Monkey Island gezeigt. Zwar bleibt der Wiedererkennungswert bei
den Fans erhalten, doch für halbwegs an Orchestermusik gewohnte Ohren war es nicht immer ein
Vergnügen. Besonders Monkey Island, wo vorab angekündigt der Einsatz einer Steel-Drum karibisches
Flair verbreiten sollte, was auch durchaus möglich gewesen wäre, wenn der Musiker zumindest
jeden zweiten Ton getroffen hätte. Leider war das aber nur bei jedem 4ten oder 5ten der Fall.
Hier hätte man vielleicht auf ein etwas konventionelleres und leichter zu spielendes Instrument
zurückgreifen dürfen. Das Opernstück aus Final Fantasy VI litt zudem darunter, dass die Stimmen
der drei Solisten nicht gegen das Orchester ankamen. Von der technischen Seite jedoch lieferte
das FILMharmonic Orchester Prag eine wesentlich bessere Leistung, als das Tschechische National
Symphonie Orchestra im Vorjahr, doch die Musikauswahl in diesem Jahr empfand ich als musikalisch
anspruchsloser und uninteressanter.
Jedoch gab es auch wirkliche Highlights, wie z. B. das von Laura Carpman komponierte
Stück "Thundering Steps" aus Everquest II, in dem die Musiker zugleich ihre Instrumente spielten
und mit den Füssen ein marschierendes Heer simulierten. Großartig! Ebenso gelungen war das Medley
von Starship Troopers aus der Feder von Richard Jacques (Interview),
der im Vorjahr mit seiner Komposition zu Headhunter ebenfalls ein Highlight ins Gewandhaus brachte.
Orchestriert wurde die Musik, wie auch schon die Headhunter Suite im Vorjahr, von Nic Raine,
der, auch wenn der Host des Abends hier ein wenig zur Übertreibung neigte oder einfach nur falsch
informiert wurde, NICHT der Komponist von Bond Scores ist, sondern lediglich auch für John Barry
orchestriert hat. Ehre, wem Ehre gebührt, was aber Nic Raines Leistung keinesfalls schmälern
sollte. Aller guten Dinge sind drei und das dritte Highlight war die an Aaron Copeland orientierte
Musik aus "Secret Weapons over Normandy", die mit ihrem Americana-Stil, der auch oft von John
Williams zitiert wird (u. a. Saving Private Ryan), das Gewandhaus richtig in Fahrt brachte.
Ein wenig unter gingen dabei jedoch die Querflöten im Arrangement und damit hat das Stück leider
an Ausdruck verloren, denn dadurch ging das "Beflügelte" und die "Leichtigkeit" der Komposition
unter und verlor so an Substanz. Schade, weil durch diese Instrumentierung das Element des "Fliegens"
zum Ausdruck gebracht wird. Dennoch eines des besten Stücke des Abends und Komponist Michael
Giacchino hat es nicht umsonst mittlerweile in die erste Komponistenriege in Hollywood geschafft.
Für das nächste Jahr wünsche ich mir wieder mehr Stücke, die auch in der Entwicklungsphase
direkt für ein volles Orchester komponiert wurden, vielleicht auch wieder ein wenig mehr aus
der immer stärker und besser werdenden Front inländischer Komponisten und etwas weniger von
Final Fantasy, auch wenn ich die Musik sehr mag. Nach dem Konzert, bei dem fast alle Komponisten
anwesend waren, gab es noch eine Autogrammstunde, an der jedoch Ministerpräsident Prof. Dr.
Georg Milbradt nicht mehr teilnahm. Er hatte sicher noch von den Zwischenrufen während seiner
Rede genug :-). Eine ebenso etwas überzogene Ansprache in Bezug auf Verantwortung im Umgang
mit neuen Medien, die für meinen Geschmack ein wenig zu sehr den erhobenen Zeigefinger symbolisierte,
gab es auch von Ute Schäfer, Ministerin für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen,
die auch dann noch etwas vorzeitig vor dem Ende ihrer Rede freundlich mit Beifall beklatscht
wurde. Irgendwie scheinen Einführungen neuer Medien immer mit einer tiefgründigen Angst belegt
zu sein. Ging es nach den "Denkern" vergangener Zeiten, müsste das gemeine Volk sicher heute
noch auf Bücher und Fernseh verzichten .-). Wesentlich umgänglicher und ehrlicher erschienen
da die Reden von Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee und Dr. David Reeves (President and COO
Sony Computer Entertainment Europe) der im Gegensatz zum Vorjahresredner (Disney) seine Rede
sogar in Deutsch hielt.
Als Fazit aller Redner kann man jedoch feststellen, dass man sich auch auf Ebene der Politiker
(und wenn es auch nur für Wählerstimmen ist) zumindest daran gewöhnen muss, dass Computerspiele
mittlerweile kein "Schmuddelthema" mehr sind und augenscheinlich den Status einer gleichberechtigten
Medienform neben Buch, Fernseh und Film darstellen. Aber vielleicht hat man auch einfach nur
den marktwirtschaftlichen Wert erkannt.
Die Messe
Alles sollte größer, opulenter und aufwendiger werden. Auf noch mehr Quadratmetern sollten
sich die neusten Computer- und Videospiele dem geneigten Spieler präsentieren und wie wir ja
mittlerweile wissen, hat angeblich jeder Publisher sein bestes Line-Up aller Zeiten. Also schritten
wir durch die heiligen Hallen und bekamen sogleich einen mittleren Kulturschock, da scheinbar
der Kampf um Markanteile mittlerweile nicht mehr über Titelqualität oder Preis ausgefochten
wird, sondern mit Titxxxqualität und Polemik. Man greift sich einen beliebig willigen PS2 Jünger
aus der Menge und mit dem Zahlungsmittel "T-Shirt" grölt er mehr als einmal "Xbox ist scheisse-
fun anyone" ins Mikro und die Menge. Ganz toll, vielleicht war es ja eh ein Nintendoanhänger,
dem die beiden Konkurrenzmodelle egal sind und er einfach ein neues T-Shirt brauchte, um sein
durchgeschwitztes tauschen zu können, denn bullenheiß war es allemal in den Hallen. Einen Stand
weiter animierte eine (so hab ich mir sagen lassen) VIVA-Moderatorin die Menge wiederum mit
Nippes und T-Shirts, so dass der erste Eindruck entsteht, sich auf einer Bekleidungs- oder Lifestyle
Messe zu befinden, geschweige denn, das beste Line-Up aller Zeiten zu erleben. Augen zu und
durch "Survive it!".
Wenn Computerspiele und deren Akzeptanz nun ein wenig mehr Allgemeingültigkeit erreicht haben
sollten, spricht das hier erlebte doch eher eine andere Sprache. Zum Glück gab es aber auch
rein informativere Aussteller bei denen man auch wirklich was sehen konnte für sein Geld. Auf
dem Xbox Stand gab es zumindest genügend Raum und Geräte, jedes kommende Spiel antesten zu können,
ebenso bei Nintendo, wo kommende Spiele wie das neue Metroid, Zelda Four Swords oder Paper Mario
2 anspielbar waren. Ebenso "benutzerfreundlich" gestalteten sich die Stände von Koch /Deepsilver,
deren offenes Standdesign auch erlaubte, anderen Spielern mal über die Schulter zu schauen,
auch wenn man selbst nicht Hand anlegen konnte. Etwas, dass man bei manchen Ausstellern vermissen
musste, besonders wenn es sich um Spiele ohne Altersfreigabe handelte. So war der Präsentationsraum
von Stalker so klein gehalten, dass max. 5-6 Leute dort Platz gefunden haben und somit auch
ein "über die Schulter" schauen nur bedingt möglich war. Hier fühlte man sich zum Teil wirklich
wie in einer "Schmuddelkabine" eines halbseidenen Etablissements. Und genau so ging es auch
bei Atari zu, als sich die Videokabine öffnete und der "Confrencier" mit "Alle die 18 sind rein
hier!" die Besucher "einlud", sich an Videowänden das beste Line-Up aller Zeiten anzusehen.
"Live it" oder doch besser gleich "Survive it!". Spender mit Tissuepapier waren zum Glück nicht
zu sehen. Es besteht also doch noch Hoffnung. Dankend ablehnend, da man sich Videos besser zu
hause ansehen kann, ging es weiter, denn spielbar war im 18er Bereich dort nichts.
Dass man 18er Bereiche auch anders gestalten kann, zeigte wiederum Ubisoft eindrucksvoll
und präsentierte auch schon wie im Vorjahr eine der aufwendigsten Messeaufbauten. Ein abgestürzter
qualmender Hubschrauber, eine Sektion mit Siedler-Ambiente oder stacheldrahtumzäunte Bereiche
luden ein, sich die kommenden Titel anzusehen und auch hier war genügend Platz im 18er Bereich,
sich Shooter wie "Brothers in Arms" anzusehen, wenn auch wieder wie im letzten Jahr die Tendenz
eindeutig dahin ging, alle Games, auch wenn sie für den PC veröffentlicht werden, weitestgehend
auf Konsolen zu präsentieren. Etwas abschreckend für PC Spieler einen Shooter jetzt mit Xbox
Pad spielen zu müssen. Dennoch vom Konzept des Standaufbaus hat Ubisoft den Konkurrenten hier
eindeutig im Bereich Gestaltung und Nutzbarkeit die Show gestohlen.
Das Thema "Benutzerfreundlichkeit" ist zudem ein Punkt, der in diesem Jahr im Vergleich zum
Vorjahr eher sauer aufstößt. Geht man davon aus, dass der durchschnittliche Messebesucher dort
einen Tag verbringt, macht es wenig Sinn, sich wie in einem Vergnügungspark 2 Stunden an einer
"Attraktion" anstellen zu müssen, um für 10 Minuten etwas "ergaffen" zu können. Hier stellt
sich die Frage, ob man die Menschentrauben, die sich z. B. vor dem Activision-Stand gebildet
haben, eher für eigene Werbemaßnahmen konstruiert hat, um nach außen zu "beweisen", wie toll
das beste Line-Up aller Zeiten ist oder dem gewillten Spieler nicht die Katze im Sack mit 2
Stunden Wartezeit zu verkaufen, um dann nicht das vorzufinden, was man erwartet hat. Wer hoffte,
den neusten Teil von "Vampire" oder "Knights of the Old Republic" bestaunen zu können, auch
wenn Werbeanbringung etwas derartiges versprach, verlässt den Container so enttäuscht, wie ein
ausgeschiedener Big Brother Teilnehmer. Dann schon lieber 18er-Bereiche mit "Durchlaufmöglichkeit".
Generell hat man aber mehr alte und bereits erhältliche Titel gesehen als im Vorjahr. So
gab es Doom 3 bei Activision als Vorzeigetitel
und Eidos zeigte Thief 3 - nicht wirklich
spannend, wenn man die Titel bereits im Laden kaufen kann. Aber für solche Defizite gibt es
ja die Messe-Babes und entsprechende Ramba-Zamba Stände. Worüber sich auch die Publisher und
Aussteller freuen konnten, die Pressevorstellungen in den Messehallen neben einem besagten Dezibel
belasteten Ausstellern ihre Produkte abhalten wollten. Informative Gespräche waren so oft kaum
möglich. Unser Redaktionsteam war einstimmig, auch wenn unser Alterspektrum 18-38 Jahre umfasst,
der Meinung, um es mit Danny Glover aus Lethal Weapon zu zitieren "Wir sind zu alt für diesen
Mist!" oder besser noch "Survive it!" und so zogen wir uns für kurze ohrenschonende Beschallungspausen
in den ruhigeren GC Family Bereich zurück und vergnügten uns bei Biene Maja & Co. "Live
it!"
Aber dennoch war die Messe informativ. Nur musste man sich die "Sahnehäubchen" jenseits des
Mainstreams (World of Warcraft einmal ausgenommen) suchen und so fand man dann auch interessante
Genrevertreter abseits aufgeblähter Veranstaltungen und Events. Besonders zu erwähnen wäre da
der Shooter Pariah, der wenig umlagert am Stand von Flashpoint einen bisher sehr guten Eindruck
machte und zum Probespielen einlud. Ebenso gefiel auch der Shooter "Vivisector"
in der 18er Sektion von Brigades. Außergewöhnlich beeindruckend war jedoch der Nachfolger der
Earth Reihe. Earth 2160 sah grandios
aus und die Metalleffekte und die gesamte Atmosphäre waren mehr als gelungen. Ebenso die neuen
Gameplayelemente scheinen vielversprechend. Vielversprechend und auf Anhieb auf meiner Einkaufsliste
schaffte es Psychotoxic von Vidis,
der ein Shooter der besonderen Art, zudem aus Deutschland, zu werden scheint.
Enttäuschend dagegen wirkten einige der als Blockbuster gehandelten Titel. Brothers in Arms
sah nur halb so gut aus, wie auf den vorab zu sehenden Screens (was aber auch an den vorgestellten
Konsolenversionen liegen kann), Medal of Honor: Pacific Assault sah schlechter aus, als das
kommende Call of Duty Addon und Schlacht um Mittelerde spielte sich wesentlich behäbiger, als
der Trailer zum Spiel es versprach und machte, trotz des naheliegenden Releases, einen unfertigeren
Eindruck als das erst viel später erscheinende und jetzt schon besser spielbare Earth 2160.
Dafür sah Halo 2 großartig auf der Xbox aus, doch scheint an Fable graphisch der Zahn der Zeit
zu nagen, denn irgendwie sah es im Vergleich zur letztjährigen Präsentation schlechter aus.
Insgesamt muss man aber sagen, dass die diesjährige Games Convention von den angebotenen
Titeln nicht so interessant war, wie im letzten Jahr und das viele Publisher eher auf Hausmanns-Mainstreamkost
setzen, als auf Innovation, etwas, worunter Hardcoregamer in Zukunft sicher leiden werden, wenn
die Popularität von Computerspielen dazu führt, dass man jetzt alles auf Moorhuhnniveau bringen
will - eine Entwicklung, die man ja auch derzeit in den Filmtheatern erschreckend feststellen
muss. Remakes und "sichere" Fortsetzungen eines bekannten Prinzips scheinen für die Publisher
risikoloser, sind aber dennoch kein Garant für gute Absatzzahlen. Trotzdem gibt es noch Entwickler,
die ihren eigenen Weg versuchen und anspruchsvolle und innovative Produkte produzieren, evtl.
keinen Publisher finden und der Marktdruck und steigende Produktionskosten zudem Tribut zollen.
Wer als Spieler etwas engagiert vorging und sich nicht vom T-Shirt Wahn ablenken lies, der konnte
mit vielen Entwicklern direkt vor Ort über die kommenden Spiele sprechen. Wer also immer
mal mit den Siedler Entwicklern oder den Machern der Earth Reihe sprechen wollte, hatte die
Gelegenheit dazu. Zudem war die Messe auch eine gute Gelgenheit, nette neue Leute kennen zu
lernen, doch dazu später mehr in unseren folgenden Specials.
Hoffen wir, dass die derzeitige Entwicklung zum Mainstreammarkt nicht generell zu einem spielerischen
Einheitsbrei führt, innovative Nischen-Produkte weiterhin Bestand haben und die Games Convention
2005 ein etwas vielfältigeres Spieleangebot zu bieten hat, das auch ohne Babes, der X-ten Fortsetzung
und Versprechen des besten "Line-Ups" ever, überzeugen kann.
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