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Gear Grinder
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 | Info |
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| Autor | | 4 |
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| Gesamt (4 votes) | | 4+ |
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| Name: | Gear Grinder |
| Genre: | Racing |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2009/09 |
| Publisher: | Headup Games |
| Entwickler: | Targem |
| Hardware: | 2.6Ghz, 512MB RAM, 128 MB D3D T&L&PixSha., HD 2000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/Vista, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Gamepad |
| Multiplay: | Lan |
| Sprache: | Deutsch |
| USK: | 16 |
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| Gear Grinder (review von geuer) |
Langsam und bedächtig steuere ich meine fünf Tonnen tödlichen Stahl durch die Landschaft.
Widersacher überholen mich, doch haben auch diese im Endeffekt keine Chance. Meine Lenkflugraketen
in Kombination mit zwei an den Seiten montierten Maschinengewehren lassen den Gegner blass aussehen.
Weiter geht die Fahrt in meinem Kampfkoloss, der mehr eine riesige, fahrbare Waffe als ein Truck
zu sein scheint. Es ist beinahe lachhaft, wie weitere Fahrzeuge alleine den Versuch eines Überholmanövers
starten - zu schnell werden sie von meinen zielgenauen Waffen unter Beschuss genommen, während
ich das schwere Ungetüm in unaufhaltsamer Manier durch die Landschaft bewege. Die Fahrt dauert
mir zu lange. Der Koloss ist zu schwer. Ich bin zu langsam. Doch kein Problem für mich: Auf
Knopfdruck transformiert der Truck von einer Kampfmaschine zu einem Geschwindigkeitsjunkie.
Durch die ausfahrbahren Flugzeugturbinen nehme ich an Geschwindigkeit zu, rausche an einen vorher
durch Waffen unerreichbaren Gegner vorbei und gebe ihm mit ablegbaren Minen den Rest. Einen
coolen Spruch später befinde ich mich im Ziel. Ich habe gewonnen.
Wer nach dieser beschriebenen Szenerie Schweißausbrüche bekommt und sich auf ein actiongeladenes,
gut steuerbares, abwechslungsreiches und innovatives Spiel freut, das gekonnt den Spagat zwischen
absoluter Zerstörung und brausender Geschwindigkeit meistert, soll hier eines Besseren belehrt
werden. Obwohl: Action hat das Spiel viel zu bieten. Warum das als alleiniger Faktor allerdings
alles andere als ausreichend ist, soll in folgender Rezension geklärt werden.
Zerstörungswut
Der erst seit Anfang des Jahres in Erscheinung getretene Publisher Headup Games bescherrt
den deutschen Spielemarkt zur Zeit ausschließlich mit Mid-Price-Titeln. Spiele dieser Art versuchen
nach ihrer Neuerscheinung zunächst einmal durch ihren verhältnismäßig niedrigen Preis Aufmerksamkeit
zu erregen und gleichzeitig ein lohnenswertes Spielerlebnis zu bieten. Gear Grinder reiht sich
dabei in die von Headup Games angebotenen Spiele ein und verkauft sich dabei als Rennspiel der
besonderen Art. Zum einen steuert man keinen Rennschlitten oder schnellen Flitzer, sondern einen
fünf Tonnen schweren Truck. Zum anderen ist dieser bestückt mit zahlreichen Waffen, um den Gegner,
der ein Überholmanöver wagt, gnadenlos zu vernichten. Abseits der bleiernen Argumente kann sich
die Maschine transformieren; verliert somit die Fähigkeit des Schießen, kann allerdings durch
ausgefahrene Flugzeugturbinen an Geschwindigkeit zulegen. Im Spiel selbst folgt man einem linearen
Handlungsstrang, der einen von Level zu Level führt. Nach und nach absolviert man also ein Rennen
nach dem nächsten. Laut Handbuch (immerhin farbig mit 20 Seiten) handelt es sich dabei um eine
"einzigartige Kombination aus Arcarde-Racing und Shooter-Action". Leider fallen dabei einige
Dinge ins Gewicht, die diese Aussage revidieren. Dass das Handling des Trucks dabei sehr arcademäßig
von der Hand geht, möchte ich dabei gar nicht bemängeln. Viel mehr fiel mir auf Anhieb gleich
eine allgemein schwammige Steuerung auf. Mir fehlt es an einer besseren Ausbalancierung - ganz
abgesehen davon, dass man nicht annähernd spürt, dass man einen Lastwagen fährt. Generell gilt:
Wird man von einem Wagen überholt, zerschießt man ihn einfach. Entweder ist man somit bei ständig
respawnenden Gegnern sofort wieder erster Platz, erhält zusätzliche Zeit bei einem gesetzten
Zeitlimit oder vernichtet die Gegner, die einen selbst am Überleben hindern und somit das Spiel
beenden würden. Und genau an dieser Stelle setzt der eigentliche Schwachpunkt der gesamten Szenerie
an: Das Spiel ist so sehr auf Action bedacht, dass die Strecken an sich anspruchslos gestaltet
wurden. Irgendwann wird man immer von Gegnern überholt, denn sie sind auch durch eine noch so
gekonnte Fahrweise nicht abhängbar. So wird man also stets dazu gezwungen, gegnerische Fahrzeuge
mit der eigenen Waffengewalt zu vernichten, um das Level zu gewinnen. Geschossen wird hierbei
ohne Fadenkreuz. Die Schüsse gehen einfach immer geradeaus, sodass sämtliche Munition in Fahrtrichtung
ihren Weg findet. So handelt es sich lediglich um Vermutungen, unter denen man versucht den
Gegner zu treffen. Das ist allerdings nicht weiter schlimm, da vorbeiziehende Fahrzeuge bedingt
durch die eigenen Waffen ohnehin sehr schnell in die Knie gehen. Das ändert sich erst im weiteren
Spielverlauf, wenn Gegner widerstandsfähiger werden.
Im Grunde hält man dann nur noch die Schusstaste dauerhaft gedrückt und versucht, neben dem
Fahren der Kurven, das Fahrzeug halbwegs zentriert auf andere Fahrzeuge zu halten. Dadurch nimmt
das Spielerlebnis ab und degradiert sich selbst zu einer reinen Zerstörungsorgie ohne strategische
Möglichkeiten. So hätte man beispielsweise durch eine einfache Munitionsbegrenzung einen höheren
Schwierigkeisgrad ins Spiel bringen können. Ansonsten fährt man meist nur dauerschießend durch
die Gegend - egal ob mit oder ohne Gegner. Durch jenen anhaltenden Munitionsverbrauch füllt
sich nämlich eine im Spiel integrierte Rage-Anzeige. Letztendlich handelt es sich dabei aber
nur um einen Balken am unteren Bildschirmrand, der sich ziemlich schnell auffüllt und eine sekundäre
Schussfunktion der Primärwaffe zulässt, die die Gegner noch schneller in ihre Einzelteile zerlegt.
So gesehen verschlimmert dieser Zusatz die erwähnte Misere nur noch.
Der tonnenschwere Laster lässt sich per Knopfdruck transformieren. Dabei verschwinden sämtliche
Waffen und eine Flugzeugturbine kommt zum Vorschein. Von diesem Punkt an kann nicht mehr geschossen
werden. Dafür ist die Maschine für ihre Verhältnisse geschmeidiger und kann durch Aktivierung
der Turbinen an Geschwindigkeit zulegen. Durch die Rageleiste am unteren Bildschirmrand wird
nun angezeigt, wie lange man die Triebwerke aktivieren kann. Ist die Leiste leer, füllt sie
sich nach und nach durch reines Fahren wieder von alleine auf, sodass man die Düsen in regelmäßigen
Abständen verwenden kann. Wer nun denkt, dass man in der Folge dieser Transformation mit purer
Geschwindigkeit durch die Gegend brausen kann, irrt sich. Trotz eines eingeschalteten Flugzeugtriebwerkes
und zusätzlichen grafischen Effekten, ist man erschreckend langsam unterwegs. Der Geschwindigkeitsgewinn
ist ziemlich gering. Oft holt man Gegner auch damit noch immer nicht ein oder wird sogar überholt,
sodass man im Endeffekt wieder in den Waffenmodus wechselt, um so einen der vorderen Plätze
zu erlangen. Dabei hätte man durch eine adäquate Umsetzung dieser Transformierung einiges erreichen
können. Mit bereits erwähnter Munitionsbegrenzung und einer schnelleren und angemesseneren Geschwindigkeit
während aktivierter Triebwerke, wäre das gesamte Gameplay bereits ausgereifter und sinnvoller
gestaltet. So ist es aber nur in wenigen Fällen von Vorteil, die Turbinen auszupacken, da man
dadurch seine gesamte Schusskraft einbüßt und einfach noch immer viel zu langsam ist. Das ist
traurig. Immerhin ist genau diese Möglichkeit der Transformation die innovative Idee, die hinter
dem gesamten Spiel steckt. Durch die verhältnismäßig schwache Umsetzung geht allerdings viel
von dem verloren, was in dem Spiel hätte stecken können. Im Großen und Ganzen läuft es somit
fast ausschließlich auf stumpfe Zerstörung heraus. Das Problem liegt hier stark in der Umsetzung.
Das habe ich schon woanders viel besser gesehen. Beispielsweise zeigt Burnout Paradise während
dem Modus "Crash", wie man ein einfaches Spielprinzip so in Szene setzt, dass es sehr viel Spaß
bringt. Letztendlich rammt man dort ohne größeren spielerischen Anspruch einige Wagen, die dann
zerstört am Straßenrand zurückbleiben. Eigentlich ist das sowohl öde als auch einfach, wird
aber durch schnelle Schnitte innerhalb der wechselnden Kameraführung so gut in Szene gesetzt,
dass (zumindest für den Anfang) keine Langeweile aufkommt. Bei monotonen Spielprinzipien kann
letztendlich die Darstellung noch einiges herausreißen. Die ist bei Gear Grinder allerdings
genauso starr wie das eigentliche Spielprinzip.
Spielumgebung und Spielmodi
Gear Grinder bietet während der spielbaren Kampagne nicht nur klassische Autorennen, sondern
verschiedene Spielmodi, die im Kampagnenmenü nach Freischaltung wählbar sind. Diese führen die
Story fort. Insgesamt bietet das Spiel ganze 13 verschiedene Spielmodifikationen. Das liest
sich jetzt als viel und abwechslungsreich, schränkt sich allerdings selbst durch den Fokus auf
absolute Zerstörung und eine stetig ähnliche Spielweise selbst ein. Außer dem normalen Rennen
mit normalen Autos gibt es Rennen gegen anderen Trucks, die auch Waffen besitzen; Strecken,
bei denen man einfach so viele Fahrzeuge (am besten Polizisten) auf seinem Weg zerstören muss
wie möglich; einen Arenakampf á la Flatout 2, bei dem einfach jeder Wagen zerstört werden muss
und den Slalom, dem wohl einzigen Rennen, bei dem es wirklich sinnvoll ist, den Rennmodus des
Fahrzeuges zu nutzen. Weitere Varianten habe ich selbst hauptsächlich als Minispiele verstanden.
So beim "Autobowling", wo man mit erhöhter Geschwindigkeit mit einer total schwammigen Steuerung
in einen Haufen Fahrzeuge rast und so viel Schaden wie möglich verursachen soll. Oder der Modus
"Bombenauto", bei dem man einen ferngesteuerten Wagen in eine bestimmte Gruppe Fahrzeuge führen
soll. Beim Modus "Zerstörung" muss man - wie originell - innerhalb eines bestimmten Zeitraumes
so viele Objekte zerstören, wie nur irgend möglich. Dazu rast man meist in eine Tankstelle,
ein Cafe oder ähnliches hinein. Weiterhin gibt es noch das Eskortieren von anderen Fahrzeugen,
wo man einfach darauf achten muss, dass diese nicht zerstört werden. So abwechslungsreich sich
das auch lesen mag, es läuft fast immer auf Zerstörung hinaus. Andere Spielvarianten wie das
"Autobowling" sind unglaublich schlecht zu steuern, da der Wagen durch einen Blitzstart komplett
aus der Fassung gerät. Das sind unschöne und schwammige Spielerlebnisse. Weitere Spielvarianten
wie "Geschützturm", bei dem der Wagen auf Autopilot gestellt ist und man selbst mit der Maus
ein Geschütz auf dem Truck steuert, machen zwar Spaß, allerdings nur kurzzeitig, da es auch
hier wieder schnell eintönig wird. Da bietet das Spiel schon unglaublich viele Möglichkeiten,
kann im Endeffekt aber trotzdem kaum innerhalb der verschiedenen Szenarien eine angemessene
Abwechslung bieten. Entweder gibt es nur minispielähnliche Abklätsche oder verschiedene Rennen,
die sich letztendlich aber alle gleich spielen. Da hilft auch die Umgebung nichts, die sich
immerhin innerhalb verschiedenster Szenarien wie beispielsweise Canyon und Stadt bewegt. Durch
die dauernd einfach bleibende Streckenführung, die ohne größere Herausforderung bleibt, bildet
die andere Umgebung nur eine optische Veränderung. Wirklich anspruchsvolle Strecken wären anhand
der schwammigen Steuerung allerdings auch nicht spielbar gewesen.
Pimp my truck
Nach diversen gewonnenen Levels schaltet man neue Gegenstände in der Werkstatt frei. Je nach
Abschluss eines Levels (bronze, silber oder gold) stehen einem bessere bzw. schlechtere Erweiterungen
für die Maschine zur Verfügung. Bei einem solchen Tuningsystem handelt es sich um einen Punkt
im Spiel, der eigentlich der dauernden Motivation dienen sollte. Leider hat sich herausgestellt,
dass es sich hierbei um das linearste Upgradesystem handelt, das ich jemals erlebt habe. So
hat man nach gewonnenem Upgrade immer nur eine einzige Möglichkeit der Erweiterung. Ich musste
als positiven Kontrast an die Tuningmöglichkeiten der NFS-Reihe denken. Dort hatte man als Belohnung
nicht nur einen Skin oder einen Reifen zusätzlich zur Verfügung. Da gab es eine große Auswahl
aus einem ganzen Sortiment. Gear Grinder indes legt genau fest, was wann verbessert wird, wodurch
jegliche Individualität verloren geht. Der Weg in die Werkstatt war nie spannender. Man wählt
eben das, was gerade neu dazu gekommen ist. Dabei liest sich die Auswahl der verbesserbaren
Dinge innerhalb des Trucks eigentlich ganz gut, denn vom Booster über den Skin, den Motor, das
Getriebe, die Bremsen; bis hin zum Aufbau ist alles vorhanden, was das Spielerherz erfreut.
Da es aber bei jeder Freischaltung immer nur eine neue Auswahlmöglichkeit gibt, wird auch die
eigentlich beliebte Werkstatt zum langweiligen Aufenthaltsort innerhalb des gesamten Spiels.
Mit ein wenig mehr Feinschliff hätte man durchaus punkten können. So ist der Zug aber abgefahren.
Friss meine Staubwolke
Aus der grafischen Sparte betrachtet, hat mich das Spiel sehr an den Stil von Flatout 2 erinnert.
Die Animationen sind grundlegend sauber und die Fahrzeuge sind ebenso schön anzusehen. In dem
Sinne gibt es weder großartige Höhen, noch weitgehende Tiefen. Auch die Umgebung ist in einem
recht einheitliche guten Stil gehalten, weißt allerdings auch kaum Besonderheiten auf. Ein wenig
altbacken wirkt es zudem schon, dass man das temporäre Gesicht des Protagonisten Jack jederzeit
auf dem linken oberen Bildschirmrand in einem Kreis eingeblendet hat. Das muss nicht sein. Zusammen
mit viel zu vielen unnützen Kommentaren, wirkt es schlichtweg albern. Falls dann tatsächlich
einmal Personen in Nahaufnahme in diesem Spiel auftauchen, sollte man lieber wegschauen. So
viele Ecken und Kanten an den Figuren sind beinahe peinlich.
Die soundtechnische Untermalung ist grundlegend als gut zu bezeichnen. Allerdings hätte ich
bei den Trucks gerne ein wenig mehr Power gehört. Musikalisch erwartet Neuankömmlinge ein rockiger
Sound, der teilweise poppige Züge erahnen lässt. Nervig ist hier nur, dass alles sehr ähnlich
klingt und somit weder Besonderheiten noch Abwechslung in irgendeiner Form aufweisen kann. Gut,
letztendlich soll es ja auch mehr ums Rennen gehen. Und da ist die Präsentation wie gesagt auch
ansehnlich gelungen, inklusive Unschärfeffekten bei Nutzung der Triebwerke und schönen Explosionen
bei Zerstörung anderer Wagen.
Wollen die mich zum Narren halten?
In einem Renn- beziehungsweise Zerstörungsspiel wie Gear Grinder erwarte ich von vornherein
weder ein tiefgründige Handlung noch erzählerische Raffinesse. Da kann ich auch gerne von einem
Rennen zum nächsten geleitet werden, ohne zu erfahren, in welchem Zusammenhang irgendwelche
Figuren stehen. Hier muss einfach nur der Spielspaß stimmen. Leider haben die Entwickler aber
beschlossen, dem Spiel einen Handlungsstrang beizufügen. Nicht nur, dass der ziemlich schlecht
geworden ist; er wird auch noch grauenhaft präsentiert. So sieht man zu Anfang ein Intro, bei
dem der Protagonist Jack wegen massiver Zerstörung von Staatseigentum und aufgrund diverser
Morde zum Tode verurteilt wird. Obwohl man sieht, wie das Todesurteil vollstreckt wird, wacht
Jack am nächsten Morgen wohl behalten in einem Zimmer auf. Kurz darauf meldet sich sein neuer
Auftraggeber, der schon lange nach einem Mann wie ihm gesucht hat. Jack möchte natürlich nicht
von der Befehlsgewalt eines anderen Kerles abhängig sein, doch muss er sich fügen, da eine Bombe
in seinen Kopf implantiert wurde, die bei Ungehorsam auch gezündet wird. So kämpft sich Jack
widerwillig von einem Rennen zum nächsten und beginnt am Ende sogar die Jagd auf seinen eigenen
Boss. Als wäre das nicht unsinnig genug, versuchen die Entwickler erwähnte Szenarien und Minispiele
wie "Bombenauto", "Bowling" oder "Arena" in diesen Handlungsstrang einzubringen. Da darf dann
auch nicht erwartet werden, dass die Handlung zusammenhängend präsentiert wird. Meistens startet
man ein Level und Jack erzählt - wenn überhaupt - das er einen Wutausbruch hat und nun jeden
vernichten möchte; ein Rennen gewinnen muss, da er Mitglied einer Bande werden möchte oder das
er durch höchstmögliche Zerstörung von irgendetwas die Aufmerksamkeit von bestimmten Menschen
auf sich ziehen möchte. Das hätte man sich wirklich sparen können. Da hätte es weitaus mehr
Sinn gemacht die Minispiele als solche darzustellen; genauso wie die Rennen und lieber mit einem
übersichtlicheren Menü als mit einem wirren Handlungsstrang den Spieler durch Gear Grinder zu
leiten. Hinzu kommen grauenhafte Sprüche von Jack, die man sich teilweise als "Missionsbriefing"
durchliest. Da liest man schon komplett aus jeglichen Zusammenhang gerissene Sätze wie: "Wollen
die mich zum Narren halten? Wer mich anlügt, der stirbt. Warte, den krieg ich." Warum lässt
man solche fragwürdigen und in sich verwirrenden Kommentare nicht einfach weg? Das trübt das
Spielerlebnis, da man weder die Stimmung des Charakters einfängt, noch irgendeine Sympathie
zu ihm entwickelt. Klar ist das ohnehin nicht notwendig. Man kann auch einfach darüber hinwegsehen
und Spaß am Spiel haben, doch sind Zwischensequenzen und Einleitungen einfach zu penetrant und
schlecht in Szene gesetzt. Da hilft es auch nicht, wenn man als Synchronsprecher die deutsche
Stimme von Hugh Jackman engagiert hat. Selbst dann werden einleitende Kommentare wie: "Ich werde
die Wachen ablenken, um die Waffe zu stehlen. Das wird ein Spaß. Je mehr Autos ich zerstöre,
desto verwirrter werden sie sein." Da fehlt sowohl ein gut sichtbarer Zusammenhang zur Handlung
als auch der Sinn in dem Kommentar an sich. Auch so etwas kann man einfach mit einem Augenzwinkern
übersehen. Warum wirbt das Spiel auf der Verpackung aber damit, dass Jack die Stimme von Hugh
Jackman hat? Das impliziert doch einen halbwegs ordentlichen Handlungsstrang oder wenigstens
sinnvolle Sätze seinerseits. Damit stellt sich das Spiel nur ein weiteres Mal selbst ein Bein.
Fazit
Gear Grinder versucht als Spiel aus dem Mid-Price-Sortiment mit der innovativen Idee der
Transformation dem Rennspielgenre einen bezahlbaren, spaßigen und lohnenswerten Titel hinzuzufügen.
Das gelingt leider nicht so recht. Der Fokus liegt trotz immerhin 13 verschiedener Spielmodi
ausschließlich auf dem Dauerdrücken der Schusstaste, mit der andere Autofahrer das Zeitliche
segnen. Der Wechsel von Waffen- in den Rennmodus bietet kaum spielerische Vorteile, da man nur
unwesentlich schneller ist. Ohnehin ist es besser Gegner zu zerstören. Meistens gibt das Punkte
in irgendeiner Form oder es ist ohnehin in der Mission als Voraussetzung inbegriffen. Das spielt
sich monoton und wird schnell langweilig. Auch die Rennstrecken heben sich nicht besonders heraus.
Die Upgrademöglichkeiten in der Werkstatt sind unglaublich linear und bieten kaum Motivation,
um das Spiel weiterhin zu verfolgen. Sound- und grafiktechnisch wird Gear Grinder sich selbst
gerecht und liefert einen guten Eindruck; so wie man ihn aus der mittleren Preisklasse erwartet
- abgesehen von menschlichen Darstellungen, die grauenhaft daherkommen. Durch die selbst auferlegte
Handlung, den inbegriffenen Einleitungen am Anfang eines jeden Levels und den unsinnigen Kommentaren
von Jack, verkommt Gear Grinder zu einem ziemlichen trashigen Titel. Da heben auch keine Argumente,
dass das Spiel bei Neuerscheinung nur 25-30€ kostet, die Endwertung. Auch von einem günstigen
Spiel kann man mehr erwarten als das, was hier geboten wird. Da kommt mir sogleich Trackmania
Nations in den Sinn, das sogar kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Natürlich steht das in
einem strategischen Fokus innerhalb des Marketings der Trackmania-Reihe, doch zeigt es, dass
es weitaus bessere Alternativen gibt, für die man nicht einmal Geld ausgeben muss. Auch das
Hauptspiel kostet dort mittlerweile nur noch 30€ und bietet erstklassige Unterhaltung. Durch
diesen Vergleich möchte ich nur deutlich machen, dass das Argument eines günstigen Preises in
diesem Falle nicht für den Kauf herangezogen werden sollte. Gear Grinder ist kein gutes Spiel
geworden und ich könnte es keinem meiner Freunde empfehlen - außer wenn ich ihnen auf diese
Weise mehrere Stunden ihres Lebens stehlen möchte. Damit verschenkt man nämlich wirklich nur
seine Zeit, somit gibt es nur die Note 4.
Geschrieben am 16.09.2009, Testkonfiguration: Intel Quad Core 3,0Ghz, 4GB RAM, GTX260
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