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Gears of War
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| Name: | Gears of War |
| Genre: | Taktik-Shooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2006/11 |
| Publisher: | Microsoft Game Studios |
| Entwickler: | Epic Games |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | Xbox360 |
| System: | Xbox360 |
| Multiplay: | Split/System/Xbox-Live |
| Sprache: | Multilingual |
| Serie: | ja |
| Bemerkung: | keine Downloads für Spieler aus Deutschland, auch für PC |
| USK: | keine |
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Jedes System hat seine Highlights. Immer wenn es um die erste Xbox aus dem Hause Microsoft
ging, wurde im gleichen Atemzug Halo erwähnt. Noch heute begeistert der Bungie-Shooter viele
Spieler in zahlreichen Onlinepartien. Auf der Xbox 360 ist jedoch noch ein wenig Geduld angesagt.
Erst Ende 2007 soll es so weit sein, dass der Master Chief auf der Next-Gen-Konsole erscheint.
Bis dahin hat die Konsole zwar zahlreiche wirklich gute Titel, doch ein echter "Systemseller"
fehlt - besser gesagt fehlte. Ende 2006 war es endlich so weit. Epic Games (durch die Unreal
Serie bekannt) brachte ihr "neues Baby" auf den Markt: Gears of War, einen 3rd-Person-Survival-Horror-Action-Shooter.
Schon im Vorfeld war ein unglaublicher Hype um das Spiel entstanden, so dass Gears of War es
sehr schwer haben dürfte, diesem Hype auch nur annähernd gerecht zu werden. Nach einem
wirklich eindrucksvollen Teaser im Oktober 2006 war es im November endlich so weit. In den Staaten
war das Spiel ab 07.11 und in Europa ab dem 17.11 erhältlich. Innerhalb kürzester Zeit knackte
das Spiel die Marke von drei Millionen verkauften Exemplaren und wurde vor kurzem von der "Academy
of Interactive Arts & Sciences" mit insgesamt acht Auszeichnungen überhäuft. Darunter unter
anderem als "Game of the Year". Was ist also dran am Hype?
Zwischen Jugendschutz und Zensur
Überall auf der Welt zocken die Gamer, wenn sie das entsprechende Alter haben, Gears of War.
Zuletzt wurde der Titel sogar als 3on3 in die World Cyber Games aufgenommen. Nur in Deutschland
sieht anders aus. Mehrfach hatte die USK eine Einstufung des Titels abgelehnt und notwendige
Änderungen, um eine Rating zu bekommen, ging den Entwicklern wohl zu weit, so dass nichts geändert
wurde. Entsprechend den Microsoft-Richtlinien für Deutschland wurde das Spiel daher hier
offiziell nicht vertrieben (jedoch aber für Europa in Deutschland - Ironie des Schicksals-
hergestellt wurde, was auf der Packungsrückseite deutlich an "Made in Germany"
zu erkennen ist). Dennoch ist das Spiel bis heute problemlos beim freundlichen Importhändler
um die Ecke erhältlich. Verwunderlich war es dann auch nicht, dass der Titel wenig später
von der BPjM indiziert wurde. Immerhin gibt es ja einige Eltern, die sich einen feuchten Dreck
darum kehren, was die Kids so zocken und da könnte ja eine minderjährige Person ein Spiel kaufen,
das gar nicht an Personen unter 18 Jahren verkauft werden darf. Jugendschutz ist sicherlich
gut und wichtig, allerdings sehr ärgerlich, wenn alle volljährigen Spieler deswegen mit Zensur
leben müssen. Wie jeder Xbox 360 Besitzer weis, werden zusätzliche Inhalte über den Xbox Live
Marktplatz vertrieben. Da jedoch Gears of War nie offiziell in Deutschland erschienen ist und
nun auch noch auf dem Index steht, werden Spielern aus Deutschland gar keine Downloads zu Gears
of War angezeigt. Das bedeutet, deutsche Spieler haben keine Chance mit ihrem Account an das
erste kostenlose Mappack des Spiels zu kommen. Ebenfalls ausgeschlossen werden Spieler aus Deutschland
bei Onlinespielen gegen die Entwickler, die keine Anfragen aus Deutschland annehmen werden.
Auch die Zukunft sieht da nicht viel besser aus, da Epic schon jetzt weitere Zusatzinhalte angekündigt
hat. Wenigstens eine automatische Aktualisierung des Spiels beim Spielstart ist auch für Spieler
aus Deutschland möglich.
Alle besorgten Eltern, die Angst haben, der Sohnemann oder die Tochter könnte Gears of War
auf der Xbox 360 spielen, sollten sich mit den Jugendschutzfunktionen des Gerätes vertraut machen
und eine entsprechende USK Einstellung in den Systemeinstellungen vornehmen. Wird z. B. eine
maximale USK Freigabe von 12 oder 16 gewählt, dann startet das Spiel nicht. Aufgrund der teilweise
doch sehr deutlich dargestellten Gewalt (zersägen von Gegnern, Blut klatscht auf den Schirm
und Gegner lassen sich in Einzelteile zerlegen) hat das Spiel auf jeden Fall nichts im Kinderzimmer
zu suchen. In den USA sehen einige Käufer das Problem zumindest ganz anders, wie Epic-Mitarbeiter
berichtet haben. Da haben sich Käufer "nur" über einige Sprachpassagen & Ausdrucksweisen
beschwert.
Ausgeliefert wurde Gears of War im November in zwei Fassungen. Neben der normalen Version
in der bekannten grünen Xbox-Hülle gab es auch eine Collectors Edition, die von einigen auch
liebevoll als Keksdose bezeichnet wurde. Diese Blechbox ist schwarz gehalten und hatte lediglich
das Gears-Logo ("Crimson Omen") und eine Prägung des Titels auf der Oberseite. Der Inhalt der
Box besteht aus dem normalen Handbuch, einer 48 Stunden kostenlosen Gold-Mitgliedschaft und
der Spiel DVD. Als "Bonus" gibt es eine zweite DVD, die einen kleinen Blick hinter die Kulissen
ermöglicht und ein wenig das Leben bei Epic und den Rummel um das Spiel zeigt. Unter anderm
ist die MTV Sendung "The Race to E3" zu sehen, sowieso ein "Inside Epic" Bericht. Die beiden
Datenträger sind allerdings nicht optimal verpackt und wirken auf der Pappe ein wenig wackelig.
Außerdem gestaltet es sich etwas fummelig, die Spiel-DVD aus der Box zu bekommen. Zusätzlich
gibt es ein Artbook ("Destroyed Beauty"), das einen Blick auf Entwurfsskizzen des Spiels ermöglicht.
Dies war aber bereits vor längerer Zeit auch schon im Internet zu sehen. Egal ob sich der Käufer
die Importversion hierzulande, aus dem EU-Ausland oder den Staaten besorgt: alle Fassungen von
Gears sind vollständig multilingual (Ja Sony, das geht alles auf eine DVD. ;) ). Je nach Spracheinstellung
in der Konsole kann der Spieler zwischen der vollständig deutschen Übersetzung & Vertonung und
dem englischen Original wechseln.
Deckung ist alles
"Alpha, könnt ihr mich hören?" - "Laut und deutlich", kommt es zurück. Das Ziel wäre also
erreicht. Marcus und Dom haben es geschafft. Der letzte der Locust-Seher wurde ausgeschaltet
und die Funkübertragungen kommen wieder ungestört durch. Jetzt gilt es nur noch, sich einen
Weg zu Alpha zu bahnen, dann können die beiden Teams vereint den Resonator gegen die Locust einsetzen.
Viel Zeit zum Planen der weiteren Schritte bleibt jedoch nicht. Eine der angrenzenden Türen
zerbricht und während die Splitter noch umherfliegen, stürmen die ersten "Drones" den Raum.
Jetzt heißt es flink sein und in Deckung springen, bevor der Charakter im Kugelhagel fällt.
Doch zum Glück sind auch noch die Kollegen da. Zwei davon nehmen einen der Angreifer ins Kreuzfeuer,
so dass dieser wenig später ausgeschaltet ist. Während sich eine der Drones zurück zieht, bleibt
nur noch ein Gegner übrig, der eine unmittelbare Gefahr darstellt. Mit einer Hechtrolle geht
es hinter das nächste Sofa. Nur knapp entgeht Markus den Kugeln, doch der Gegner reagiert fix
und jagt zwei weitere Schüsse aus der Shotgun in das Möbelstück, worauf einige Splitter und
Trümmerteile im Raum umherfliegen. Für einen Moment kehrt Ruhe ein, als der Gegner hinter der
nächsten Säule in Deckung geht und mit dem Nachladen der Waffe beginnt. Dies gibt Markus die
kurze Gelegenheit, den Feind ein wenig weiter zurück zu drängen. Also schnell die Granate ausgepackt
und wenige Augenblicke später kullert diese in Richtung Säule und explodiert. Ist der Gegner
erledigt? Mit dem Assault Rifle im Anschlag geht es vorsichtig über die Deckung hinter den nächsten
Steinblock. Bislang alles ruhig aus der Richtung, lediglich der letzte Gegner, der aus dem Raum
geflüchtet ist greift nun wieder ins Kampfgeschehen ein. Mit einem kurzen Sprint geht es geduckt
bis kurz vor die Tür und dann hinter den Rahmen in Deckung. Noch schnell ein Griff zur Shotgun
und dann heißt es warten, bis sich der Feind zeigt. Die Granate eines Begleiters sorgt auch
gleich dafür, dass der Gegner blitzartig seine Position verlässt und einen verzweifelten Versuch
unternimmt, sich vor dem explosiven Objekt in Sicherheit zu bringen. Weit kommt er allerdings
nicht, als Markus den Kerl mit der Shotgun erfasst. Auf die kurze Distanz reicht ein Treffer
und der Gegner gesellt sich zu den Resten seines Begleiters auf den Fußboden. Damit wäre die
Situation also unter Kontrolle…
Doch da hat sich Markus zu früh gefreut. Ein Gegner, der scheinbar von der Granate zerlegt
worden war, hat es doch irgendwie geschafft, in Deckung zu gehen und stürmt auf Markus zu. Blitzschnell
reißt er die Shotgun herum und verschießt die letzte Ladung. Der Gegner wird zwar nicht ausgeschaltet,
doch am Bein getroffen und sackt auf den Boden. Einige Schüsse aus dem Assault Rifle erledigen
den Rest. Der Raum ist sauber, nun kann sich das Team auf den Weg zu Alpha machen…
Emergency Day
Gears of War spielt auf dem erdähnlichen Planeten "Sera". Einst hatten die Menschen hier
eine glorreiche Zivilisation errichtet, doch die Entdeckung von "Imulsion", das als preiswerter
Energieträger genutzt werden konnte, stürzte die Welt in einen langen, langen Krieg. Nach 79
Jahren Krieg bekamen es die Menschen mit einer neuen Bedrohung zu tun und diesmal kam diese
aus dem Erdinneren. Die Locust, eine den Menschen bislang unbekannte Rasse, tauchte durch Löcher
an die Oberfläche und beseitigte innerhalb kurzer Zeit einen Großteil der verfeindeten Gruppierungen.
Dieser Tag wurde als "Emergence Day" bezeichnet. Die wenigen Überlebenden zogen sich zurück
an Orte, die durch dicke Granitschichten für die Locust schwer zu erreichen waren. Wer es bis
dorthin nicht schaffte, wurde geopfert. Die Coalition of Ordered Governments (COG) setzte orbitale
Laserwaffen ein und zerstörte die verbleibenden Überreste der Städte, um die Locust bei ihrem
Vormarsch zu verlangsamen. Nach 14 Jahren verzweifelten Kampfes gegen die Alienrasse stehen
die Menschen buchstäblich mit dem Rücken an der Wand. Das ist auch der Zeitpunkt für die Befehlshaber,
die letzten Reserven anzuzapfen. Markus Fenix, der "Held" des Spiels, der wegen Hochverrats
im alten Gefängnis "Jacinto Maximum Security Penitentiary" eingesperrt ist, wird von seinem
ehemaligen Freund und Kollegen Dominic Santiago herausgeholt. Wenig später wird der Gefängniskomplex
auch schon von den Locust gestürmt. Jetzt liegt es in der Hand des Delta Teams, das Blatt zu
wenden und die Locust zurückzudrängen…
Ohne große Einleitung startet die Kampagne des Spiels. Wer die Vorgeschichte, wie hier beschrieben,
sehen möchte, der muss leider im Hauptmenü warten, bis diese nach kurzer Inaktivität automatisch
abgespielt wird. Nach und nach lernt der Spieler in der Rolle von Marcus neue Begleiter kennen
und kämpft in zahlreichen Auseinandersetzungen gegen die Invasoren. Zwar würde die Handlung
keinen Innovationspreis erhalten, doch wird sie zumindest sehr stimmig und mitunter auch mit
einer Prise Humor bombastisch in Szene gesetzt. Epic fährt in den blendend inszenierten Zwischensequenzen
wahre Polygonmassen auf, Rendervideos werden hier nicht mehr benötigt. Von der Beleuchtung,
über die Charakterdetails, die Kameraschwenks, -Bewegungen bis hin zu Animationen, Gestik und
Sprachausgabe wird einiges geboten und gleichzeitig die Messlatte für zukünftige Shooter in
Sachen Präsentation sehr, sehr hoch gelegt. Das sind Momente, da fragt man sich, wann ein Gears
of War Film kommen wird. (Zumindest in Deutschland würde der Film wohl nicht erscheinen. ;)
) Der Plot selbst soll an dieser Stelle nicht verraten werden, genauso wenig das Ende. Sicher
ist nur, der Kampf gegen die Locust hat gerade erst begonnen und Epic hat viele Möglichkeiten,
die Geschichte um Delta Team weiter zu erzählen.
Ein Abenteuer in fünf Akten
Wie sollte es auch anders sein: Gears of War beginnt mit einem kleinen Tutorial. Hier ist
die erste Aufgabe des Spielers, aus dem Gefängnis zu flüchten ,während die ersten Locust überall
auftauchen. Allerdings haben die Entwickler auch daran gedacht, dass nicht jeder das Tutorial
spielen will oder dies schon einmal gespielt hat. Entsprechend stehen zwei unterschiedliche
Wege durch den ersten Teil des Levels zu Auswahl. Nach einer erstaunlich kurzen Einarbeitungszeit
geht das Gameplay dann auch in Fleisch und Blut über. Ist die Flucht aus dem Gefängnis erst
einmal gelungen, beginnt der eigentliche Kampf gegen die Locust. Während sich Markus mit seinen
Begleitern durch die teilweise stark verwüstete Oberfläche von Sera kämpft, kommt es auch immer
mal wieder zu kurzen Zwischensequenzen und Änderungen am aktuellen Missionsziel. In den fünf
Akten besucht der Spieler zahlreiche unterschiedliche Schauplätze. Neben den diversen Gebäuden
und Straßenschluchten steht auch ein Abstecher in eine Fabrikanlage und ein Kampf auf einem
fahrenden Zug auf dem Programm. Marke Indiana Jones geht es mit einem Minenkarren über ein Gleissystem,
während die Feinde einen aufs Korn nehmen oder der Spieler kämpft gegen die Dunkelheit. Im Dunkeln
gibt es neben den eigentlichen Locust auch noch die Kryll, fliegende Feinde, die in der Dunkelheit
blitzschnell ein Ziel erfassen und jedes Lebewesen in Sekunden zerfleischen. Ein ganzer Akt
dreht sich um das nächtliche Vorankommen, wobei immer wieder Wege gefunden werden müssen, die
ausreichend beleuchtet sind. Zur Not müssen Fässer in Brand geschossen oder der Weg zum nächsten
Lichtschalter gefunden werden. Gerade im Coop-Modus ist eine sehr interessante Passage dabei,
in der Markus seinen Begleiter mit einem Scheinwerfer Deckung geben und damit die Kryll vom
Hals halten muss, während sich der Begleiter Dom durch die Locust-Horden einen Weg zum Lichtschalter
zu bahnen hat. Sich gegenseitig Deckung zu geben ist jedoch nicht nur in solchen Situationen
sehr wichtig, sondern auch an einigen Weggabelungen. An einigen - leider nur sehr wenigen -
Stellen verzweigt sich der Weg zum Ziel und das Delta-Team teilt sich auf. Während sich das
eine Team also beispielsweise einen Weg um das Haus herum bahnt, kämpft sich das andere durch
den zweiten Stock des angrenzenden Gebäudes. Allerdings geht es nicht immer nur stetig voran.
Teilweise gilt es eine Position zu halten oder ein Zielgebiet von Feinden zu säubern, damit
das nächste Zwischenziel erreicht wird. Mitunter wechselt die Aufgabe auch. Gilt es zuerst noch
die Position des Feindes zu erobern, dann kann im Anschluss gleich gezeigt werden, dass die
eigene Verteidigung den Ansturm der nun angreifenden Feinde widerstehen kann. Hier lässt sich
auch der Hauptkritikpunkt am Leveldesign ausmachen. Auch Gears of War erfindet das Leveldesign
nicht neu oder stellt den Spieler vor große Wahlmöglichkeiten. Es ist mindestens genau so ein
"Schlauch-Spiel" wie ein Half
Life 2. Die "epische Größe" und "erkundungsfreudige Welt" wie in Unreal
wird hier nicht geboten. Jedoch schaffen es die Entwickler sehr eindrucksvoll dies zu verbergen,
doch dazu mehr beim Punkt Präsentation.
Bei Gears of War geht es zwar schlicht von Raum zu Raum, doch die negativen Auswirkungen
auf den Spielspaß sind gar nicht mal so groß wie bei anderen Spielen. Dies ist dem Umstand zu
verdanken, dass sich das Gameplay erfreulicherweise vom Shootereinheitsbrei abhebt und jeder
Bereich andere Herausforderungen stellt. Wer stirbt, der macht etwas falsch. Bei Gears of War
bedeutet dies ganz konkret, dass das wichtigste Feature, die Deckung, nicht ausreichend genutzt
wurde. Überall im Spiel, in jedem Level, jedem Raum und selbst auf freien Flächen, befinden
sich zahlreiche Objekte und Gegenstände, hinter denen der Charakter in Deckung gehen kann. In
jedem "Raum" erwartet den Spieler somit eine ganze andere Konstellation an Deckungsmöglichkeiten,
die geschickt und taktisch klug genutzt werden müssen. An genau dieser Stelle kompensieren die
Entwickler das lineare Leveldesign auch wieder, indem sie für sehr viele unterschiedliche Kampfschauplätze
gesorgt haben, bei denen auch unterschiedliche Strategien zum Erfolg führen. Abhängig vom Schwierigkeitsgrad
und dem Spielmodus (Einzelspieler oder Coop) spielt sich eine Passage meist auch ein wenig anders.
Dank der zahlreichen und fair verteilten Checkpoints wird der Spieler vor merklich unterschiedliche
Herausforderungen gestellt. Je nachdem, ob sich das Team einen Weg durch den mit Feinden gefüllten
Hof bahnen muss, in einer engen Gasse einige stärkere Gegner mit Raketenwerfern entgegen kommen
oder der Roboter Jack beim Öffnen einer verschlossenen Tür beschützt werden muss, Herausforderungen
gibt es in den unterschiedlichsten Varianten.
Lerne zu überleben
Zu lernen, wie man in der Welt von Sera überlebt, ist der Kernaspekt des Spiels. Hier bringt
es nichts wild in den nächsten Raum zu stürmen und auf die Feinde zu ballern. Deckung ist das
A und O des Gameplays. Gerade auch, weil die Gegner die Deckung ebenso gut zu nutzen wissen.
Verstärkt wird dies durch das automatische Heilungssystem. Ähnlich wie in Call of Duty 2 gibt
es keine Heilpacks in den Leveln. Wird der Spieler getroffen, dann taucht ein immer besser sichtbarer,
roter Kreis auf, der nach kurzer Zeit langsam wieder verblasst. Doch verleitet das "Zeichen",
das sich genau in der Mitte des Schirms befindet, auch dazu, dass man dennoch angreift, weil
das Fadenkreuz normalerweise nur zu sehen, wenn über Kimme und Korn gezielt wird. Da das Zeichen
jedoch in der Bildschirmmitte ist, kann daher wunderbar "blind" aus der Deckung heraus auf eventuelle
Angreifer geschossen werden und es als Faenkreuzersatz genutzt werden.
Im Kampf gegen die zahlreichen Gegner stehen dem Spieler sehr unterschiedliche Waffen zur
Verfügung. Zum einen gibt es normale Schusswaffen, wie sie schon in etlichen anderen Shootern
zu sehen waren: Pistole, Shotgun, Maschinengewehr, Raketenwerfer und Sniper. Zum anderen bietet
Gears of War jedoch auch einige "etwas andere" Feuerwaffen. So kann mit dem "Hammer of Dawn"
(zu deutsch "Hammer der Morgenröte") ein Energiestrahl aus einem orbitalen Geschütz angefordert
werden, allerdings nur, wenn das Wetter mitspielt. Dieser Strahl vernichtet jeden Feind, der
getroffen wird und kann sogar noch gelenkt werden. Außerdem wandert im späteren Spielverlauf
der "Torquebow" ins Waffenarsenal. Dieser Bogen verschießt explosive Pfeile, die zuerst noch
einige Sekunden im Opfer stecken und mit Verzögerung explodieren, wodurch die jeweilige Zielperson
bzw. die Reste davon, in kleinen Häppchen umherfliegen. Allerdings dauert es eine Weile, bis
der Bogen maximal gespannt ist und acht Sekunden später wird der Pfeil auf jeden Fall abgeschossen.
Gerade KI Gegner mit dieser Waffe, die Theron Guards, sind extrem treffsicher. Um sich im Kampf
einen kleinen Vorteil zu verschaffen gilt es außerdem, das "Active Reloading" zu beherrschen.
Wenn die Waffe nachgeladen wird, dann erscheint am oberen rechten Bildschirmrand ein Balken,
worauf sich eine Markierung nach rechts bewegt und den Nachladestatus anzeigt. Hier gilt es
im richtigen Moment, wenn die Markierung im "weißen Bereich" ist, kurz auf den Nachladebutton
(RB) des Gamepads zu tippen. Schafft es der Spieler, dann ist das Nachladen schneller abgeschlossen
und es gibt einen kleinen Schadensbonus für das neue Magazin. Wird allerdings im falschen Moment
die Taste gedrückt, dann klemmt die Waffe und es wird deutlich länger zum Nachladen benötigt.
Was sich kompliziert anhört, geht in der Praxis schon nach kurzer Zeit recht gut und locker
von der Hand. Die sicherlich umstrittenste Waffe in Gears of War ist die Kettensäge. So mancher
Shooter-Spieler kennt die Säge schon aus diversen id-Software-Titeln. Epic ging jedoch ein wenig
weiter und montierte die Kettensäge kurzerhand an das Assault Rifle. Während den Feinden auf
Entfernung Kugeln um die Ohren fliegen, geht im Nahkampf der Finger schnell zum Anlasser, um
ihn kurzerhand zwei Gegner zu verwandeln. Gegner können jedoch nicht nur "geteilter Meinung"
sein, sondern auch durch gezielte Treffer in die Beine zu Boden sinken. Neben zwei schweren
Waffen und einer Pistole kann der Charakter außerdem noch bis zu vier Granaten mit sich herumschleppen.
Anhand einer "Wurfvorschau" kann ganz genau der Abwurfwinkel bestimmt werden. Diese explosiven
Grüße lassen sich nicht nur gegen die Feinde verwenden, sondern auch die "Emergence Holes" (Austrittslöcher)
lassen sich durch die Explosion frühzeitig wieder verschließen. Gerade auf den höheren Schwierigkeitsstufen
macht es schon einen Unterschied, ob der Spieler hier schnell handelt und das Loch wieder schließt
oder erst zahlreiche Gegnerwellen daraus an die Oberfläche krabbeln.
Dom und Markus gegen die Locust
Nach etwa 10 bis 12 Stunden packender Action, herausfordernder Kämpfe und interessanter Zwischengegner
ist der Einzelspieler-Modus jedoch leider viel zu früh vorbei. Gerade der letzte Akt wirkt arg
kurz. Das Ende ist jedoch so offen gehalten und der Verkaufserfolg von Gears of War so groß,
daß es sicher eine Fortsetzung geben wird.
Im Spiel ist es jederzeit möglich, den Schwierigkeitsgrad zu ändern. Daher sollten alle Spieler,
die schon ein wenig Erfahrung mit einem Shooter auf der Konsole und dem Gamepad in der Hand
haben, den mittleren Schwierigkeitsgrad (Hardcore) wählen. "Insane" kann jedoch erst gespielt
werden, wenn das Abenteuer einmalig durchgespielt wurde. Auf dieser Spielstufe haben die Gegner
merklich mehr Trefferpunkte, teilen ordentlich aus und der Spieler läuft gleichzeitig mit 50%
weniger Lebenspunkten durch die Welt. Insgesamt ist das Spiel recht fair und ausgewogen, lediglich
an zwei Stellen hat sich eine kleine Hürde eingeschlichen, an denen der Durchschnittsspieler
einige Versuche benötigen wird. Eine davon ist die Eroberung einer unterirdischen Anlage, die
von zahlreichen Theron Guards verteidigt wird. Doch im schlimmsten Fall kann auf Hilfe in Form
eines zweiten, menschlichen Mitspielers zurückgegriffen werden. Gears of War ermöglicht es zwei
Spielern, die komplette Kampagne zu absolvieren. Der andere Spieler kann dabei an jeder beliebigen
Stelle des Spiels einsteigen. Zusammen als Team macht es dann auch gleich noch mehr Spaß, den
Kampf gegen die Locust aufzunehmen. Eine kleine Schattenseite hat der Coop allerdings auch. An
den Stellen, an denen es zwei mögliche Wege im Level gibt, trennen sich die beiden menschlichen
Spieler voneinander. Stirbt nun einer der beiden, dann heißt es sofort Game Over (Wie auch im
Einzelspielermodus.). Da die beiden Spieler nämlich getrennt vorgehen, hat der Kollege nicht
die Möglichkeit, dem gefallenen Mitspieler wieder "auf die Beine" zu helfen, was an allen anderen
Stellen im Coop reibungslos funktioniert. Während Insane im Coop gar nicht mehr so schwer ist,
sind die kurzen Passagen alleine dafür umso herausfordernder.
Die Widersacher in Gears of War bestehen aus den unterschiedlichsten Locust. Diese Aliens
gibt es in mehreren Varianten und Bewaffnungen. Neben "Fußtruppen" gibt es fliegende Gegner,
kleine flinke, springende Angreifer und einige größere und dickere Brocken in Form von Zwischengegnern,
die sehr eindrucksvoll geraten sind. Diese lassen sich nur mit einer bestimmen Strategie klein
kriegen, wobei insbesondere die Kämpfe gegen blinde Berserker für ein fesselndes Spiel sorgen,
da sie durch Geräusche angelockt und nicht mit normalen Waffen besiegt werden können. Trotz
der nicht so umfangreichen Einzelspielerkampagne wäre es allerdings durchaus schön gewesen,
etwas mehr Abwechslung bei den Gegnern zu haben. Persönlich war ich primär darüber enttäuscht,
dass ein besonders großer und gefährlicher Locust - eher eine wandelnde Festung, die auch schon
in Videos zu sehen war - lediglich kurz in einer Zwischensequenz auftaucht. Der Gegner hätte
durchaus den Endgegner ersetzen können und wäre das Tüpfelchen auf dem "i" gewesen.
Die Gegner KI ist überwiegend recht ordentlich ausgefallen. Die Feinde gehen in Deckung,
arbeiten sich langsam vor, versuchen dem Spieler in die Flanke zu fallen und können, wenn es
nicht optimal für sie ausschaut, auch den Rückzug antreten und formieren sich weiter weg wieder
neu. Auch den Umgang mit den Granaten beherrscht die künstliche Intelligenz und kann auch davor
in Deckung gehen. Zwischendurch fallen jedoch auch immer mal wieder kleine Aussetzer auf. Da
bleibt der Feind seelenruhig hinter seiner Deckung stehen, wenn der Spieler von der Seite ankommt
oder die CPU verhält sich mitunter erstaunlich passiv. Die "Theron Guards" sind zwar dank der
Armbrust eine wirklich ernst zu nehmende Gefahr, doch wenn sie den Spieler nicht anvisieren
können, dann bringen sie sich auch gerne selber um. Der größte Kritikpunkt geht an die Begleiter.
Sie laufen zwar insgesamt völlig eigenständig mit durch die Level, doch hat die KI hier öfters
Aussetzer als die der Feinde. Recht häufig agieren die Soldaten leichtsinnig und sind ein gefundenes
Fressen für die angreifenden Locust. Hinzu kommt, dass die eher rudimentären Befehle (Angreifen,
Formieren & Feuer einstellen) nicht immer ausgeführt werden. Dies hängt jedoch vom Level bzw.
der Levelpassage ab. Da scheint es in einigen Abschnitten Probleme bei der Wegfindung bzw. der
Platzierung der Wegpunkte zu geben. Ärgerlich ist es eigentlich nur an einer etwas haarigeren
Stelle (Ende Akt 3), an der man eher auf "Glück" statt KI hoffen muss. Leider hat es Epic auch
nicht für nötig gehalten, den Offline-Zockern Bots an die Seite zu stellen. Nach Unreal Tournament
bzw. Unreal Championship ist es schon enttäuschend für die Spieler, die von Epic einen anderen,
besseren Standard gewohnt waren.
Mehr als nur ein Einzelspieler-Game
Ist der Kampf gegen die Locust schließlich gewonnen, das letzte Secret in den Maps gefunden
und der Coop-Modus mehr als ausgiebig gespielt worden, dann bietet Gears of War auch noch einen
teambasierten (Locust vs. COG) Mehrspielermodus, der von den Spielern bislang überwiegend sehr
positiv aufgenommen wurde. Natürlich gibt es auch in Gears die ewigen Streitereien, dass bestimmte
Waffen zu stark oder schwach ausfallen und einige Multiplayermatches unter Lags leiden. Meist
liegt dies jedoch an den Spielerkonstellationen aus den USA, Europa und Japan, sowie Leuten,
die mit einer oder zwei MBit-Leitung versuchen, ein Spiel zu hosten. Im privaten Spiel mit Freunden
und guter DSL-Anbindung des Spielleiters sind jedoch sehr unterhaltsame, spaßige und erstaunlich
taktische Partien möglich. Ausgetragen werden die Kämpfe dabei auf zehn Mehrspielerkarten, wobei
Spieler außerhalb Deutschlands sich zwei weitere, kostenlose Maps über den Xbox Live Marktplatz
runterladen können. Die Schauplätze im Mehrspielermodus sind an Passagen aus dem Einzelspielermodus
angelehnt bzw. in einigen Teilen direkt übernommen. Wer jedoch auf große Schlachten mit zahlreichen
Mitspielern hofft, wird enttäuscht. Im Mehrspielermodus konzentriert sich das Spiel auf kleine
Teams, bestehend aus jeweils maximal vier Personen. Entsprechend sind die Karten auch recht
klein gehalten und - grob gesagt - in drei Zonen unterteilt. Die beiden Startgebiete sind sehr
ähnlich gehalten und im Abschnitt dazwischen werden die Kämpfe ausgetragen. Hier gilt es jeweils
möglichst als Team vorzugehen, sich gegenseitig Deckung zu geben und - in Gears of War ganz
wichtig - gefallenen Kameraden wieder auf die Beine zu helfen. Sicherlich, wenn ein Spieler
von der Kettensäge erfaßt wurde, dann hilft nichts mehr, doch ansonsten sackt ein Charakter
in vielen Fällen erst einmal auf den Boden. Mit einem sogenannten "Curb Stomp" gilt es den Gegner
endgültig ruhig zu stellen, damit das andere Team dem Charakter nicht wieder auf die Beine helfen
kann. Je nach Spielmodi kommt dem "Wiederbeleben" der eigenen Truppe große bis sehr große Bedeutung
zu. In "Warzone" gilt es einfach, das gegnerische Team vollständig zu Eliminieren. Entweder
müssen die Feinde also mit explosiven Waffen in die Luft gesprengt werden, am Boden dahinscheiden
oder mit einem finalen Angriff "ausgeschaltet werden". Zusätzlich gibt es als Variante noch
"Execution". Dieser Spielmodus lehnt sich stark an "Warzone" an, allerdings müssen die gegnerischen
Spieler hier mit einem Nahkampfangriff endgültig aus der aktuellen Runde geworfen werden. Ansonsten
rappelt sich der Spieler nämlich nach der "Ruhephase" wieder auf (statt zu sterben) und greift
erneut ins Kampfgeschehen ein, wenn er nicht schon vor dem Ablauf der "Zeit" von einem Teamkameraden
wieder aufgepäppelt wird. Der dritte und letzte Spielmodus ist "Assassination". Hier hat jedes
Team (COG und Locust) einen Anführer, der jeweils ausgeschaltet werden muss. Damit sich der Anführer
jedoch nicht einfach nur in einer dunklen Ecke verkriecht, können die Mitspieler eines Teams
nur die Waffen aufnehmen, die vom Anführer schon einmal in der aktuellen Runde aufgenommen wurden.
Bombastpräsentation
Wie schon im ersten Teil des Reviews kurz bei der Hintergrundgeschichte angesprochen: Die
optische Gestaltung von Gears of War stellt alles in den Schatten, was Spieler bisher auf dem
PC oder einer Konsole gesehen haben. Dank Unreal Engine 3 fährt Epic hier einen optischen Shooter
der Extraklasse auf, der zumindest im Moment das Optimum in Sachen Grafik darstellt. Egal wohin
der Spieler schaut, überall haben die Entwickler sehr hohe Polygonmassen und die unterschiedlichsten
technischen Spielereien eingebaut, um eine durchweg sehr stimmig und bedrückende Welt zu schaffen.
Gerade durch die sehr schöne Ausschmückung der Areale wirkt die lineare Welt längst nicht so
stark begrenzt, wie in anderen Spielen. Allgemein haben sich die Leveldesigner darum bemüht,
den Spieler durch natürliche Begrenzungen auf dem rechten Weg zu halten. Da blockieren Trümmer
den Weg, Abgründe verhindern ein Weiterkommen oder ein Zaun (und keine Glaswand) grenzt das
Areal ein. Alles was der Spieler im Hintergrund sieht, alles was als Dekoration um den "Raum"
herum zu sehen ist, besteht aus Polygonen und sehr aufwendig gestalteten Hintergründen und nicht
aus Bitmaps. Sehr beeindruckend sind auch die unterschiedlichen Models, die nicht nur umwerfend
aussehen, sondern dank Motion-Capture auch exzellent mit der Umwelt interagieren. Dazu kommen
blendend inszenierte Zwischensequenzen, die Renderfilmen kaum noch nachstehen und für die besonders
hochauflösende Charaktermodelle verwendet werden. Außerdem ist es egal, ob sich der Spieler
allein oder mit einem Kumpel im Split-Screen-Coop durch die Level ballert, Gears of War läuft
ohne merkliche Performanceeinbrüche oder Minimierung der Details im Splitscreen. Dazu kommt
noch, dass der Spieler - abgesehen vom Laden eines Spielstandes / Checkpoints - keinen Ladeschirm
zu Gesicht bekommt. Die gesamte Welt wird dynamisch im Hintergrund von der DVD nachgeladen.
Lediglich vor oder nach einer Zwischensequenz ist der Schirm kurz eine Sekunde dunkel oder es
kann beim Nachladen zu einem kurzen Stocken (halbe Sekunde bis Sekunde) kommen. Teilweise, wenn
das Laufwerk nicht ganz so fix war, dann kann es auch mal vorkommen, dass im Hintergrund erst
noch eine niedrig aufgelöste Textur angezeigt wird, die sich einen Augenblick später erst in
die High-Res-Variante verwandelt. Kritikpunkte gibt es trotzdem: Zum einen wirken die Innenabschnitte
in Gebäuden ein wenig eintönig und etwas "schlampig" ausgestattet, durch zahlreiche Decos, die
sich öfters wiederholen. Zum anderen wirkt das Blut im Spiel ein wenig komisch und passt nicht
so ganz zum sonst so "realistischen" Look des Spiels. Wie fast jeder Shooter oder jedes Actionspiel,
so bietet auch Gears of War eine Physikengine, die sich darum kümmert, dass unter anderem die
Gegner ansehnlich von der Granate durch die Luft geschleudert werden. Allerdings hapert es ein
wenig bei Kollision mit Leichen auf dem Boden. Laufend kommt es vor, dass die Körper am Spielcharakter
kurzzeitig "kleben bleiben" und herumgeschleift werden, als wäre der Spieler in einer Plastiktüte
hängen geblieben. Am Ende von Akt drei gibt es außerdem eine etwas unschöne, unsichtbare Kollisionszone
zwischen einer Kiste und einer Wand. Ärgerlich ist dies insbesondere deswegen, da man an genau
dieser Stelle gerne die Deckung hinter der Kiste nutzen würde, aber nicht gleichzeitig gegen
die unsichtbare Barriere und die Gegner ankämpfen kann.
Der orchestrale Soundtrack ist durchweg sehr stimmig, sorgt für eine packende Atmosphäre
und passt sich gut dem Spielgeschehen an, so dass auch immer recht schnell klar ist, ob ein
Bereich von Feinden gesäubert wurde. Auch die restlichen Soundeffekte sind sehr ordentlich und
die Waffen vermitteln einen guten "Rums", wenngleich es ansonsten doch meist recht still in
der Welt ist. Dank mehrsprachiger Version kann jeder Spieler die Version wählen, die er haben
möchte. Das englische Original ist dabei eine ganze Ecke gelungener, wenngleich die Sprecher
in der deutschen Version auch nicht so schlecht sind. Vielmehr sind einige Übersetzungen ein
wenig komisch und kommen nicht so "lässig" rüber, wie im Original. Auch wenn die Charaktere
keine Opern erzählen, so sind es die kurzen und knackigen Kommentare, die für eine recht stimmige
Präsentation sorgen.
Erwähnenswert ist auch die Steuerung des Spiels. Gears orientiert sich zwar überwiegend am
Genrestandard der 3rd-Person-Actionshooter in Bezug auf Bewegung, Ansicht und Interaktion, doch
hat es Epic außerdem sehr gut hinbekommen, das Deckungssystem mit auf die Gamepadbelegung zu
packen. Eine Taste und entsprechende kleine Icons im Spiel sorgen dafür, dass alle Aktionen
leicht und bequem ausgeführt werden können. Der Spieler soll in Deckung hechten? Einfach die
A-Taste und die Richtung zur Deckung drücken. Aus der Deckung geht es durch einen weiteren Druck
auf die A-Taste. Ansonsten bleibt der Charakter dahinter stehen. Je nach Bewegung und Druck
auf die A-Taste werden entsprechende weitere Aktionen ausgeführt. Die Spielfigur soll über die
Deckung klettern? A und nach vorne drücken. Ein SWAT-Turn zur Seite in die nächste Deckung?
Einfach nach links / rechts und A drücken. Nach sehr kurzer Eingewöhnungszeit ist man "im
Spiel" und kann sich auf den eigentlichen Ablauf konzentrieren. Aktionen wie "Active Reloading"
(im richtigen Augenblick der Nachladeanimation die Nachladetaste drücken), Feuern, Gegner anvisieren,
etc. gehen ganz automatisch und locker von der Hand. Nach kurzer Eingewöhnung ist es auch kein
Problem, Feinde im Lauf am Bein zu treffen, so dass diese zu Boden sinken. Sollte es mal notwendig
sein, eine kurze Strecke im Laufschritt zurück zu legen, so kann der Charakter auch sprinten.
In diesem Modus rennt der Charakter geduckt und die Kamera "wackelt" sehr eindrucksvoll hinterher,
wie es aus Filmen bekannt ist. Ein kleines Problem gibt es dann allerdings doch noch. Zum Springen
muss die A-Taste gedrückt gehalten werden, was leider dafür sorgt, dass der Charakter sehr leicht
an einem Hindernis in Deckung geht, da A ja auch dafür verwendet wird.
Meinung
Drei Millionen Käufer, unzählige Auszeichnungen und der Status "aktivstes Xbox Live Spiel"
können eigentlich nicht irren, oder? Gears of War hat es nicht leicht gehabt. Der Hype im Vorfeld
war unglaublich und es hätte ein großer Reinfall werden können. Epic hat sicherlich keine Revolution
entwickelt und auch keine neue Art von Spiel auf den Markt gebracht. Trotzdem ist das Gesamtpaket
am Ende für Actionspieler mehr als stimmig. Gears ist zwar "nur" ein Shooter und sicherlich
einer, der nichts in den Händen von Kindern zu suchen hat, doch gleichzeitig ist Gears auch
mehr. Das Deckungssystem funktioniert ausgezeichnet und Kleinigkeiten wie das Nachladen der
Waffen sind sehr schöne Feinheiten und interessante, neue Features im Shooterbereich. Auch wenn
Epic mit der Handlung eher an der Oberfläche, ist die Präsentation aber mehr als stimmig. Die
düstere Welt von Sera läßt den Spieler schnell ins Geschehen eintauchen und er wird
dabei bestens unterhalten. Storyhäppchen, coole Sprüche, packende Kämpfe und sehr gelungene
Überraschungen fesseln vor dem Bildschirm. Das grafische Gesamtpaket ist bombastisch und der
Coop-Modus ist etwas, das jeder gespielt haben sollte. Leider ist das Abenteuer recht schnell
vorbei, der Langzeitspaß liegt hier im Mehrspiermodus. Gewillte Käufer sollten hier aber ganz
klar überlegen, ob es ihnen Spaß macht, mit kleinen Teams auf überschaubaren Maps gegeneinander
anzutreten. Epic hat zumindest schon weiteren Content in Aussicht gestellt und es wäre durchaus
nett für Mehrspieler-Matches im kleinen Kreis, im LAN oder Offlinespieler, Bots nachzureichen.
Volljährige Spieler bekommen insgesamt mit Gears of War den momentan sicherlich schönsten und
in Deutschland umstrittensten Shooter. Für Xbox 360 Besitzer ist das Spiel zurzeit sicherlich
das "neue Halo" für die nächste Generation der Microsoft-Konsole.
Geschrieben am 26.02.2007, Testkonfiguration: Xbox360
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