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Gore
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 | Info |
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| Autor | | 4 |
 |   | | 1.5 |
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| Gesamt (9 votes) | | 3 |
 |   | | 1.7 |
 |   | | 1.3 |
 |   | | 1.2 |
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| Name: | Gore |
| Genre: | Egoshooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2002/07 |
| Publisher: | Modern Games |
| Entwickler: | 4D Rulers |
| Offiz. Sites: | Game, Demo |
| Hardware: | 350Mhz, 64MB RAM, 8MB Open-GL, HD 700 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Englisch |
| zensiert: | nein |
| Patch: | 1.5 |
| USK: | 18 |
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Es ist schon verwunderlich, dass bisher noch nie jemand auf die Idee
gekommen ist, einem 3D-Shooter den doch mehr als naheliegenden Namen GORE
zu verleihen. Jugendschützer werden jetzt hastig zu ihrem Wörterbuch greifen
und Schlimmstes ahnen, aber keine Angst, das Spiel rechtfertigt zum einen
seinen Namen nur in Ansätzen und es wäre wohl auch nur dann tatsächlich
gemeingefährlich, wenn es mehr als 3 Leute kaufen oder alternativ und
illegalerweise wertvolle Bandbreite für einen Download verschwenden würden,
was ich mir beides beim besten Willen nicht vorstellen kann.
Die "Story" umfasst wahnsinnige 6 Sätze, die allesamt auf der Rückseite
der Verpackung abgedruckt sind. Ich wage den Versuch, sie noch weiter
zusammenzufassen:
eine postnukleare, in Trümmern liegende Erde wird von Verbrecherbanden
bedroht, denen u. a. mit Hilfe eines Kampfsimulators namens GORE auf den
Leib gerückt wird.
Selbst für einen Shooter ist dieser Plot doch etwas arg dünn, allerdings
muss man sagen, dass GORE eigentlich ein reines Multiplayerspiel ist,
dem krampfhaft ein Singleplayermodus aufgedrückt wurde, wie es ähnlich
-nur nicht derart mit Gewalt- auch bei UT schon zu sehen war.
Dieser Modus verbindet im Prinzip verschiedene MP-Maps mit einer, ich
scheue mich, das Wort zu verwenden, Rahmenhandlung. Zwischensequenzen
wird man vergeblich erwarten, man hört nur zu Beginn eines jeweiligen
Levels eine Stimme, die das Einsatzziel vorgibt. Man kann sich das Ganze
ungefähr so vorstellen, dass man irgendeinen Bösewicht durch mehrere Level
jagt und dabei in jedem dieser einzelnen Maps dann eine Bombe entschärft
oder einen bestimmten Gangster tötet. Es gehört schon eine gehörige Portion
Mut -wahlweise: Frechheit- dazu, das als eine Solokampagne zu verkaufen,
da man den Maps auch immer ansieht, dass sie auf Multiplay ausgerichtet
sind und man ihnen eben dort auch 1:1 wiederbegegnet.
Daher gibt es beispielsweise auch keinerlei Interaktion, nicht mal für
das Shooter-Urprinzip "Finde Schlüssel und öffne Tür" hat es gereicht.
Der Packungsaufdruck "17 Missionen Solokampagne" ist vollkommen lächerlich
und grenzt schon an arglistige Täuschung. Zusätzlich war dieser Teil des
Spieles -zumindest bei mir- ziemlich verbuggt und es kostete mich immer
ewig und drei Tage, überhaupt mal ein Spiel zu laden. Wenn das dann geschafft
war, gab es zwar keine Bugs mehr, aber das sollte beim bloßen Füllen einiger
MP-Maps mit spontan auftauchenden Gegner auch kaum mehr passieren. Vergessen
wir den Singleplayermodus also genauso wie ihn auch die Entwickler 4D-Rulers
vergessen haben und lenken unser Augenmerk auf den eigentlichen Inhalt
des Spieles.
Die technische Grundlage von GORE bildet die AMP-Engine, man sucht also
ohne Erfolg den bekannten Look von Q3 oder UT. Dagegen ist prinzipiell
auch kaum etwas einzuwenden und der Vorteil der Engine besteht zweifellos
darin, dass sie auch auf schwächeren Systemen ein relativ ruckelfreies
Spielen ermöglicht und trotzdem optisch akzeptable Ergebnisse liefert.
Es ist zwar nicht gerade ein pausenloser Augenschmaus, aber bei einem
sehr schnellen MP-Spiel, das GORE zweifellos ist, mag man das noch verschmerzen.
Allerdings gibt es kaum etwas bei GORE was nicht ein MOD zu einem bereits
erschienenen Spiel auch bereitstellen könnte, nämlich andere Level, andere
Waffen und neue Gegnerskins. Zu den wenigen Sachen, die ich bisher noch
nicht kannte, gehört, dass man die Armor des Gegners auch optisch sichtbar
abschiessen kann und die Tatsache, dass beim Leitersteigen oder auch während
des Spieles die eigenen Füße sichtbar sind. Vielleicht entwickelt ja jemand
mal einen Deichmann-Mod für GORE. Ansonsten dominiert eher gepflegte und
allseits bekannte Langeweile.
Die Gegner, als MOB bezeichnet, repräsentieren in Weiterentwicklung des
Themas Personen, die auch Omi sofort als Gefahr für Sparstrumpf und Mercedeszeichen
identifizieren würde: fluchende Punkermädchen, mit Knüppeln bewaffnete
Asiaten oder auch fette Asoziale mit Stirnband und Bierbüchse. Und um
der Frage gleich zuvorzukommen: ja, sie greifen sich an die Weichteile,
wenn man dort eine Ladung Schrot versenkt. Schliesslich hat ein modernes
Spiel jetzt Trefferzonen. Für diese verschiedenen Zonen gibt es auch unterschiedliche
Rüstungsteile, von daher sollte man logischerweise immer auf die ungeschützten
Teile des Gegners zielen. Trotz des martialischen Namens dürfte GORE kaum
von der deutschen Metzgerinnung das Prädikat "Besonders wertvoll" für
Schulungsmaterial bekommen. Es hätte viel eher den Titel "Blood" verdient,
aber der ist ja leider schon -von einem weitaus besseren Spiel- belegt.
Denn Blutfontänen verspritzen die Gegner durchaus, gezielte Amputationen
oder das Freilegen innerer Organe sind jedoch nicht zu finden, was für
ein multiplayzentriertes Spiel, das von der Geschwindigkeit und vom Gameplay
am ehesten mit Q3 verglichen werden könnte und -theoretisch- denselben
Kundenkreis anspricht, auch vollkommen ohne Belang ist. Zwischendurch
ein kleiner Tip für die weiblichen Zockerinnen: wird der amerikanische
Freund mal wieder zudringlich, kann man ihn mit der laut Handbuch adäquaten
Übersetzung für "Schwerer Kopf" mit den Worten "I've got a terrible Heavy
Head Armor" leicht abweisen.
Apropos Handbuch: dort werden zwar mehrsprachig die vielen Waffen erläutert,
die eigentlich viel wichtigeren Informationen über die verschiedenen wählbaren
Spielcharaktere und deren Fähigkeiten und Nachteile sind nicht vorhanden.
Da heisst es also dann "learning by doing" und nach einigen
Stunden weiss man dann, welcher Spieler mit welcher Waffe startet, wie
schnell oder langsam er ist usw.
Zusätzlich zu den normalen Lebens- und Armoranzeigen sieht man in GORE
auch noch die sich durch Bewegungen verändernde Stamina. Sinkt die unter
eine bestimmte Grenze, nachdem man beispielsweise viel gerannt ist, bewegt
man sich nur noch langsamer und sollte kurz pausieren. Eine kleine zusätzliche
Klippe, aber auch nicht wirklich neu. Die Maps sind qualitätsmäßig völliges
Mittelmaß, es dominieren zwar die trümmerübersäten moderneren Stadtgebiete,
aber es gibt auch beispielsweise eine Art verfluchtes Landhaus, eine Westernstadt
oder eine Kirche. Nichts wirklich Beeindruckendes bis jetzt, das kann
sich vielleicht durch Bonuspacks oder selbstgebastelte Level noch ändern,
wobei man ja schon erwarten sollte, dass in einem reinen MP-Spiel vielleicht
einige bemerkenswerte neue Maps präsentiert werden.
Das Waffenarsenal präsentiert altbackene Durchschnittlichkeit mit Pistole,
Shotgun, Flammen- und Raketenwerfer und so weiter und so gähn. GORE stellt
mehrere Multiplayervariationen zur Verfügung, jedoch auch hier nichts,
was man nicht schon kennt. Deathmatch, Team-Deathmatch und Capture the
Flag und sogenannte Tactical Maps, in denen man beispielsweise eine VIP
eskortieren soll oder eine feindliche Basis erobern. Problematisch ist
dabei allerdings, dass es kaum Server gibt, auf denen das Spiel überhaupt
läuft, mehr als 5 mit noch akzeptabler Ping dürfte man hierzulande kaum
finden, es sei denn, man erstellt sie selbst.
Musikalische Untermalung beschränkt sich in GORE auf uninspiriertes und
nerviges Hintergrundgedudel. Auch in dieser Hinsicht kommt einem der Shooter
wie der erste softwaretechnische Gehversuch der pickeligen Kellerkinder
von Nebenan vor, nur das die das im Zweifelsfall kostenlos ins Netz stellen
und es nicht als -wenn auch im Niedrigpreissegment angesiedeltes- komplettes
Spiel vermarkten.Aufgrund der fehlenden Story beschränken sich die Sprachsamples
auf ein paar Ausrufe der Gegner, die sich zum größten Teil auf Kingpin-Niveau
befinden und aus wüsten Beschimpfungen bestehen. Beim ersten Hören vielleicht
noch witzig, später hört man es eh nicht mehr - weil man das Spiel wahrscheinlich
nicht lange spielt. Denn es stellt sich hier schlicht und einfach die
Frage, wer GORE überhaupt kaufen soll, um nicht die noch schwerer zu beantwortende
Frage aufzuwerfen, wer es überhaupt braucht. Die Antwort darauf ist leider
wahrscheinlich: niemand.
Konnte man bei einem eigentlich auch nicht gerade originellen oder revolutionären
Titel wie Serious Sam noch einen eigenen Charm und Witz konstatieren,
fällt es bei GORE sehr schwer, wirkliche Kaufgründe zu entdecken. Da wäre
der niedrigere Verkaufspreis, eine neue Engine, die auch bei mehreren
Gegnern relativ flüssiges Spielen bei anständiger Grafik ermöglicht und
eine etwas größere Variabilität bei der Auswahl des Spielermodells. Dagegen
stehen die fehlende Originalität, die nicht vorhandenen Bots, eine lächerliche
Pseudo-Solokampagne und zu wenige Server für ein reines MP-Spiel. Vielleicht
kann man bei einer kleinen LAN zwischendurch GORE´s Exotenbonus nutzen,
aber ansonsten wüsste ich nicht, was es im Vergleich zu anderen reinen
MP-Shootern bzw. auch nur kostenlosen Modifikationen derselben Aufregendes
und Neues bieten könnte. Ich verreisse ungern die Arbeit einer kleinen
Softwareschmiede, aber nach eingängiger Beschäftigung mit GORE komme ich
um das harte Verdikt "vollkommen überflüssig" leider nicht herum.
Geschrieben am 01.10.2002, Testkonfiguration: Duron850, GeForce2 MX, 256MB Ram
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