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Gothic 2: N. d. Raben


Info
Autor 1
 3
 2
 3
Gesamt (522 votes) 1+
 2.2
 2
 2.6
Team (2 votes, siehe hier)1
Name:Gothic 2: Die Nacht des Raben
Genre: Action Rollenspiel
Produkt: Add-In
Release: 2003/08
Publisher: JoWooD
Entwickler: Piranha Bytes
Offiz. Sites: Game
Links: World of Gothic
Hardware: 700Mhz, 256MB RAM, 32MB 3D-Karte D3D, HD 2200 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Serie: ja
Patch: 2.6
USK: 12
Gothic 2: Die Nacht des Raben (review von firestarter)

Wenige Monate nach Erscheinen von Gothic 2 (siehe Review) präsentieren dessen Macher erstmalig ein Addon (besser AddIn) zur Gothic Reihe.

Die Erwartungen waren hoch, da lange nicht klar war, wie es aussehen könnte. Piranha Bytes taufte dieses AddIn "Die Nacht des Raben" und hat es geschafft, eine komplette Story in das bestehende Gothic 2 zu integrieren und nicht einfach nur eine plumpe Geschichte zu erfinden und daran zu hängen.

Was heißt das nun genau?

Der Spieler durchlebt Gothic 2 komplett noch einmal. Er beginnt mit einem neuen Charakter bei Xardas im Turm und endet im Showdown auf Ildorath. Jedoch wurde eine komplett neue Welt ergänzt und die bestehenden Quests teilweise geändert, bzw. natürlich auch um neue ergänzt. Diese Integration gelang Piranha Bytes so gut, dass ich mir mehr als einmal die Frage stellte, ob sie Gothic 2 zum damaligen Release nicht einfach ein wenig kastrierten, um ohne viel Aufwand das AddIn parat zu haben :).

Die Übergänge sind fließend und zu keinem Zeitpunkt traten Widersprüche in der Handlung auf und einige Geschichten aus Gothic 2 wurden nun etwas klarer. Zum Beispiel werden nun die Hintergründe über die Steinkreise (z. B. bei Lobarts Hof am Anfang der Story) erklärt. In dem AddIn wird klar, dass diese Steinkreise Portale sind, die nun als Vorbereitung für den Weg in die neue Welt dienen. Ein weiteres Beispiel sind z. B. die geplünderten Handelskarawanen der Händler, deren Usprung nun einen Hintergrund bekommt. Auch das Thema Banditen wurde ausgebaut, z. B. welchen Auftrag der Bandit Dexter eigentlich hatte und wer sein Auftraggeber war.

Neu hinzugekommen sind, und das sorgte für ein ganz neuen Flair, viele alte Bekannte aus Gothic 1. Die Wassermagier, allen voran Saturas, sind wieder mit von der Partie. Dummerweise kennt Saturas den Helden noch von früher und aufgrund des damaligen Unfalls mit dem Erzhaufen, ist er auch nicht sehr vertrauensselig. Ebenfalls sind einige Charaktere vom alten Lager mit von der Partie, z. B. Thorus, den ich schon in Gothic 1 ins Herz geschlossen hatte, sowie der Jäger Cavalorn, ein Erzbaron (die Hauptfigur des AddIns) und sogar Snaf, der sich zwar nicht mehr an mich erinnern kann, ich mich aber umso mehr an ihn, da ich bei ihm zum ersten Mal etwas über Fleischwanzensuppe erfahren habe :), sowie viele andere (auch bereits Totgeglaubte). Des Weiteren tauchen auch wieder alte Gegner wie Beisser, Razor und Bluthunde auf. Leider beschränken sich diese Charaktere und Gegner überwiegend auf die neue Welt und tauchen, abgesehen von Cavalorn und Myxir im weiteren Spielverlauf nicht mehr auf. Dafür gibt es aber auch einige neue Gegner, die es zu bekämpfen gibt. So darf man sich z. B. gegen Steinwächter, Sumpfdrohnen und Goblinkrieger behaupten, bzw. bestenfalls jene enthaupten :). Neue Landschaften wie Wüste (Canyon), Sumpfgebiet, Strände und Wälder, die überwiegend als eine Art Aztekenlandschaft dargestellt werden, verwöhnen das Abenteuerherz, jedoch sorgen dort auch genügend Abgründe dafür, dass man diese schnell mal übersieht und sein Leben im freien Fall an sich vorrüber ziehen sieht, um letztendlich festzustellen, dass ein Bungeeseil nicht zur Standardausrüstung eines Drachentöters gehört :).

Nett sind auch die neue "Gilde" der Piraten, der man im Spielverlauf automatisch beitritt, sowie die Gilde "Ring des Wassers". Für mich stellte sich nun die Frage, ob sich durch den Zusatz dieser neuen Charaktere für den Helden etwas ändert, beispielsweise ob ich dem Ring des Wassers beitreten kann, wenn ich schon der Miliz angehöre. Oder ob ich als Magier nun auch wieder Wassermagier oder, noch besser, ein Schwarzmagier wie in Teil 1 werden kann. Hierzu vorab: Es ändert sich nichts.

Der Held muss sich nach wie vor für eine der drei Hauptgilden (Miliz, Magier, Söldner) entscheiden und kann auch nur diese ausbauen, also Paladin, Feuermagier oder Drachenjäger werden. Er tritt aber in jedem Fall dem Ring des Wassers und den Piraten zusätzlich bei. Beim Durchlesen der Anleitung kam dann der erste Schock. Piranha Bytes wies darauf hin, dass sich viele Fans von Gothic 2 über den laschen Schwierigkeitsgrad beklagten. Dieser wurde nun im AddIn drastisch verstärkt. Das schockte mich persönlich sehr, da ich mich noch gut daran erinnern konnte, wie schwer ich mich in Gothic 2 getan habe. Nichts desto trotz spielte ich munter drauf los, bekam meine ersten Aufträge von Xardas und marschierte los. Die ersten Gegner waren immer noch Goblins, junge Wölfe sowie Ratten und Feldräuber. Ich schwang meinen Ast und siehe da, die Gegner ließen sich umhauen. Ich fand es sogar leichter als vorher. Mit dieser positiven Erfahrung machte ich mich weiter auf den Weg und dieser führte mich an den Rand der Verzweiflung. Angefangen beim ersten neuen Gegner, einem Keiler, sowie Banditen, Orks, Waranen etc. Alle Gegner sind nun um ein Vielfaches schwerer zu erledigen. Dann der Schock, dass ich die neu gefundenen Waffen gar nicht anlegen konnte, weil mir einfach die nötige Stärke fehlte. Wer nun denkt, das ist doch normal, der irrt sich gewaltig. Die Piranhas haben nämlich, um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, sowohl den Schadenswert, als auch den benötigten Stärke-/Geschicklichkeitswert mal eben verdoppelt. So braucht der Held nun beispielsweise für einen Orkschlächter nicht mehr 65 Stärkepunkte, sondern 130. Daher können gute Waffen also erst sehr spät angelegt werden. Gut, bleibt ja noch die Möglichkeit, per Alchemie und diversen Kronstöckeln, ein paar Stärke-/Geschicklichkeitstränke zu brauen. Dummerweise kostet das Erlernen dieser Tränke mal eben jeweils 20 Lernpunkte und bringt auch nur noch 3 statt 5 Stärke-, bzw. Geschicklichkeitspunkte. Selbst das Lernen bei Trainern hat sich geändert, da nun ab 30 Punkte jeder weitere Punkt zwei Lernpunkte benötigt, ab 60 Punkt jeder weitere drei, ab 90 jeder weitere vier und ab 120 jeder weitere fünf Lernpunkte vernichtet. Und das gilt selbstverständlich auch für Geschick, Mana sowie alle Waffengattungen. Die Anzahl der Kronstöckel scheint gleich geblieben, jedoch gibt es nun kaum noch Drachenwurzeln. Die Orks haben keine mehr in ihrem Gepäck und es liegen nicht mehr so viele rum. Bis zum Ende habe ich gerade mal 9 Drachenwurzeln gefunden, bzw. gekauft.

In Gothic 2 herumliegende Stärke- und Geschicklichkeitstränke wurden größtenteils entfernt. Das Erlernen von Einhand/Zweihand, bzw. Bogen/Armbrust wurde ebenfalls erschwert. Es bringt nun nichts mehr, immer beide Waffengattungen abwechselnd zu erlernen, da hier die Lernpunkte genauso steigen wie beim Erlernen von nur einer Gattung. Aber selbst wenn doch irgendwann die Stärke für so manche Waffe reichte, nutzte dies auch nicht sehr viel. Beispiel: In Gothic 2 konnte ich im ersten Kapitel den Drachen-Snapper (Quest "die schnaubende Kreatur) relativ leicht mit meiner Armbrust plätten. Im Addon habe ich mit einer Armbrust, die 60 Schaden brachte, unglaubliche 90 Schuss verballert, bevor das Vieh platt war. Orks anzugreifen ist sowieso sinnlos. Als ich das erste Mal ernsthaft einen Ork Krieger alleine angriff, ging ich mit einem Charakter Level 25, Stärke 78, Geschick 52, Einhand Talent 39%, Armbrust 34% auf ihn los. Die Kämpfe dauerten meist 1-2 Sekunden, oder in Schlägen ausgedrückt 2-3 Treffer und ich war tot. Da halfen mir weder Rüstungen mit Schutzwert 77 noch 450 Lebenspunkte. Ein Treffer meinerseits wurde mit einem kaum sichtbaren Abzug beim Ork registriert. Interessant wurden auch Begegnungen mit vormals leichten Gegnern wie Waranen, Lurkern und Banditen. Hier war extrem viel Geduld angesagt. Irgendwann verschlug mich dieser Schwierigkeitsgrad dann in das offizielle Gothic 2 Forum von JoWood und siehe da, ich war nicht der einzige, der um einen Patch flehte, welcher dieses Spiel endlich spielbar machen sollte. Erstaunlicherweise beklagten aber auch viele, das Addon wäre immer noch viel zu leicht.

Alle geisteskrank dachte ich, wer kann solche Einstellungen als zu leicht empfinden. Am Ende musste ich jedoch zugeben, dass das Spiel tatsächlich gar nicht mehr so schwer war. Denn schließlich gibt es auch viele Erleichterungen. z. B. liegen nun überall merkwürdige Steintafeln herum, welche, nach Erlernen der fremden Sprache, zu permanenten Attributspunkten führten. Diese gibt es für alle Bereiche. Von Stärke über Mana bis zu Zweihandtechnik ist alles vertreten. Des Weiteren können fast alle Spruchrollen von Anfang an genutzt werden, da diese nur 5 Manapunkte benötigen und es stehen auch sehr viele am Anfang zur Verfügung. So wird das Spiel natürlich einfacher, wenn man taktisch anders vorgeht. Warum nicht als Drachen-Snapper durch die Welt laufen und alles plätten, was sich in den Weg stellt. Schließlich ist der ja wie oben beschrieben kaum kleinzukriegen. Aus dieser Sicht sind auf einmal Snapper, Warane, Skelette und sogar die Ork Elite Krieger keine so schwierigen Gegner mehr. Im Minental mal eben ein Horde Orks anstacheln, weglaufen und eine Feuerregen Spruchrolle benutzten, erspart viel Mühe, Ladevorgänge, Zeit und bringt dabei noch viele, viele Erfahrungspunkte.

Viele Gegner werden von NPC´s geschlachtet, wenn ihr diese mit einbindet. So wird in der neuen Welt ein Canyon voller Razor, Bluthunde und Orks von 5 Piraten gemetzelt, wenn ihr das wollt. Dass die Erfahrungspunkte euch gutgeschrieben werden, ist im Preis quasi inbegriffen. Nur bei einem Quest mit dem Piratenoberhaupt Greg war dies nicht so. Im Minental hilft Diego im bestimmten Maße nun auch beim Metzeln, aber Vorsicht, Diego kann dabei auch drauf gehen.

Einige Waffen haben ein Bonus/Malus System. z. B. erhaltet ihr beim Benutzen eines edlen Schwertes einen Einhand Bonus von 5 %, der solange anhält, wie die Waffe benutzt wird. All diese Hilfen sind jedoch Kleinigkeiten gegen eine Waffe, die ihr in der neuen Welt erhaltet und in dem es bei dem Addon eigentlich geht. Die Rede ist von der Klaue Beliars, einer Waffe, die ihr im Laufe des Spiels durch Beten an Beliar Statuen (auch diese sind neu im Spiel) weiter verbessern könnt und sie sich dabei dem Charakter eures Helden anpasst. Seid ihr Paladin oder Drachenjäger, bleibt die Waffe ein Schwert, beim Magier soll sie zur Rune werden. Dies ist ähnlich wie bei der Erzklinge des Paladins, die sich mit Hilfe der Tränen Innos weiter verbessern lässt. Je nachdem ob ihr zur Zeit des Betens besser in Einhand oder in Zweihand Technik seid, wird aus der Klaue Beliars auch ein Einhänder, bzw. Zweihänder. Es wird keine Stärke fürs Anlegen benötigt, jedoch zählt die Stärke bei den Schadenstreffern hinzu. Das Gute an der Waffe ist, dass es neben dem normalem Schadensmodell auch noch einen Extraschaden in Form eines Blitzes gibt, der jedem Gegner das Genick bricht. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit auf den Extraschaden ist, hängt von der Entwicklung der Waffe ab. Wer, wie ich, sehr früh in die neue Welt geht und diese abschließt, bevor es ins Minental geht, hat dort schon mal ein Haufen weniger Probleme. Unbesiegbar macht die Waffe nicht und der Angriff auf mehr als einen Ork ist selbst mit einem Level 30 Charakter ohne entsprechende Rüstung nicht empfehlenswert, aber im direkten Kampf mit einem Gegner hat dieser kaum noch eine Chance. Im fortgeschrittenem Spielstadium kam die Klaue Beliars aber immer weniger zum Einsatz, da auch diese Waffe irgendwann nicht mehr ausbaufähig ist.

Aber auch ohne diese Waffe sind einige Gegner leicht zu besiegen. Snapper, Minecrawler, Goblins sind eigentlich früh, auch in Rudeln, zu bezwingen. Und das sollte auch ausgenutzt werden, um überhaupt erst einmal an Erfahrungspunkte zu gelangen. Und diese gibt es zur Genüge. Wer auf schwierigere Gegner trifft, wie z. B. einen Warg, wird feststellen, dass hier die Höhe der Erfahrungspunkte von 150 auf 300 gestiegen ist. Natürlich sind diese aber auch nicht einfach zu töten. Erst mit der Klaue Beliars habe ich mich daran gewagt und auch Erfolg gehabt. Somit konnte ich auch ins Minental mit einem Charakter Level 25 eindringen.

Kommen wir zu einem heiklen Thema, das auch in den Foren für 2 Lager sorgt, nämlich Bugs. Nicht wenige davon gibt es auch in diesem Spiel und nicht nur in Form von Fleischwanzen. Jedoch ware es kaum wirklich spielbeeinflussende Bugs. So gibt es z. B. den so genannten Astbug, der dafür sorgt, dass vor allem Goblins und Banditen nach ihrer Niederlage sowohl ihre Waffe am Boden liegen lassen, aber diese auch noch zusätzlich im Inventar besitzen. Dieser störte mich nicht so sehr, sorgte er doch für eine bisschen mehr Geld in meiner mauen Kasse. Schlimmer ist da schon der Leichenbug, der dafür sorgt, dass einige Quests nun nicht mehr zu lösen sind. So wurde ich einmal aufgefordert, die Vorhut der Wassermagier im Banditenlager aufzuspüren. Da die Leiche nicht da war, konnte ich das Quest nicht abschließen. Erstaunlicherweise betrifft dieses Problem nicht nur die neue Welt, sondern auch das Minental, wo z. B. der Paladin am Anfang nicht mehr da ist und mir somit meine Lichtrune fehlte, oder aber "Den" nicht mehr an Ort und Stelle lag und ich die Aufgabe nur abschließen konnte, weil der Auftraggeber lediglich das gestohlene Geld wiederhaben wollte. Glücklicherweise ging hier die Hauptstory weiter. Weitere Bugs sind "unsichtbare" Gesprächspartner, diverse Abstürze, und andere, welche ihr am besten in den einzelne Foren nachlest. Piranha Bytes hat aber inzwischen einen Patch angekündigt und einen Hotfix geliefert, der schon mal für erste Abhilfe sorgt. Hoffen wir mal, dass alte Spielstände wirklich übernommen werden.

Technisch wurde die Engine ein wenig aufgebohrt und eine neue Musik eingefügt, die ein wenig düsterer als in Gothic 2 wirkt. Die Soundeffekte bei den Gegnern sind gut wie immer und die Sprachausgabe bei den diversen neuen Charakteren ist teilweise göttlich.

Die Spielzeit verlängert sich insgesamt auch durch den höheren Schwrierigkeitsgrad, wobei erfahrene Spieler alleine für die neuen Bereiche ca. 10-15 Stunden zusätzliche Beschäftigung finden.

Einzig das meiner Meinung nach schlecht ausgewogene Game Balancing und manche Bugs trüben leicht den hervorragenden Gesamteindruck. Die ersten Stunden des Spiels sind viel zu schwer geworden. Spätestens mit der Klaue Beliars ist das Spiel wiederum viel zu leicht. Dieses Problem gab es in Gothic 2 auch schon mal, als der Held als Paladin die erste Kampfrune erhalten hat und mit dieser alles platt machen konnte. Hier hätte ich mir mehr Fingerspitzengefühl von Pirnaha Bytes gewünscht, denn die Ansätze sind sehr gut, wie z. B. die Attributspunkte für Stärke und Geschick zu erschweren. Auch das Anlegen der Waffen derart zu erschweren machte für mich zumindest anfangs keinen Sinn. Warum sollte ich versuchen, irgendwie auf Stärke 160 zu gelangen, nur um die Drachenschneide benutzen zu können, wenn ich doch die Klaue Beliars habe. Zumal ich mir da noch gar nicht vorstellen konnte, wie man 160 Stärkepunkte erreichen kann. Selbst mit Beten, Steintafeln und Stärketränken müsste ich noch ca. 100 Punkte "erlernen", was ungefähr 200 Lernpunkte benötigt (sofern die ersten 100 Punkte wirklich nur erlernt und keine Tränke und Tafeln benutzt wurden) und schließlich müssen ja auch noch anderen Dinge trainiert werden. Aber keine Sorge, wer die Steintafeln und Tränke erst zum richtigen Zeitpunkt einsetzt, wird es schaffen. Erst im letzten Kapitel war es jedoch möglich, die wirklich schweren Waffen zu nutzen. Da hatte mein Paladin ohne irgendwelche Amulette, Gürtel oder Ringe immerhin 168 Stärke bei 100% Zweihand-Technik. Selbst Geschick und Mana lagen bei über 140. Erst dann ließen sich das zweitstärkste Schwert und die Drachenjägerarmbrust locker bedienen, was jedoch zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr nötig war.

Fazit: Die Nacht des Raben ist ein AddIn, an dem vor allem am Anfang wegen des Schwierigkeitsgrades die Meinungen auseinander gehen. Ich habe viele frustrierte Stunden vor dem PC verbracht, bevor ich meine Spielweise änderte und nicht mehr versuchte, das Addon wie Gothic 2 zu spielen. Die Geschichte ist exzellent in die Hauptstory integriert und gestaltet die Welt von Gothic noch runder. In Sachen Spielwitz hat sich Piranha Bytes noch mal steigern können und auch die Sprecher für die neuen Charaktere wurden exzellent ausgesucht. Manche Quests können nun anders gelöst werden. Allein die Tatsache, so viele Bekannte aus Gothic 1 wieder zu treffen, macht das Spiel schon zu einem Pflichtkauf. Alles in allem bin ich aber mit dem AddIn mehr als zufrieden. Es machte Spaß, Gothic 2 mal wieder zu spielen und hoffe, dass Gothic 3 nahtlos an die Vorgänger anknüpfen wird.


Geschrieben am 16.09.2003, Testkonfiguration: AMD2100+, Ati 9600 Pro, 768MB Ram, SB Live
 



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