 |
Ground Control 2
|
|
 |
 | Info |
|---|
| Autor | | 2+ |
 |   | | 2.5 |
 |   | | 2.5 |
 |   | | 2 |
 |  |  |  |
| Gesamt (76 votes) | | 1 |
 |   | | 1.9 |
 |   | | 2 |
 |   | | 2.1 |
|
| Name: | Ground Control 2 - Operation Exodus |
| Genre: | Echtzeitstrategie |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2004/06 |
| Publisher: | Vivendi Games |
| Entwickler: | Massive |
| Offiz. Sites: | Game, Demo |
| Hardware: | 800Mhz, 128MB RAM, 32 MB D3D T&L, HD 700 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1008 |
| Bemerkung: | Teil 1 kostenlos zum Download |
| USK: | 12 |
|
|
| Ground Control 2 - Operation Exodus (review von nali_warcow) |
September 1996. Echtzeitstrategie wird nie wieder so sein, wie man es kennt und liebt. Ein
Buchstabe stellt alles auf den Kopf. Die Rede ist vom Echtzeitstrategiespiel "Z" der Bitmap
Brothers. Im Gegensatz zu allen anderen Spielchen stampft man keine Basis aus dem Boden, sondern
muss die Kontrolle über verschiedene Sektoren erringen und dort in den Fabriken Einheiten produzieren.
Wer auch nur eine Sekunde pennt hat schon verloren. Fünf Jahre später kommt der erste Ground
Control Teil auf den Markt und zeigt, dass in basisbaulosen Spielen noch vieles möglich ist
und führt beispielsweise Dropschiffe als Nachschubweg ein. Auch nach dem AddOn zu Teil 1 ist
der dortige Konflikt zwischen Crayven Corporation und der Nordsternallianz noch nicht zu Ende
und geht im neusten Teil "Ground Control 2 - Operation Exodus"
weiter. Grafisch schon anhand der Screenshots ein Kracher, aber auch spielerisch? Es ist bei
der Grafik kaum zu glauben, aber "Ground Control 2 - Operation Exodus" kommt mit einer
CD in der DVD Hülle aus und begnügt sich mit etwa 700 MB Festplattenspeicher. Das knapp
50seitige Handbuch (in schwarzweiß) erzählt nicht nur die Story, sondern bietet auch einen guten
Überblick über die Einheiten der beiden spielbaren Parteien und beteiligten Hauptcharaktere.
Lediglich die Information, welche Einheiten Luftziele angreifen können, werden Einsteiger und
Gelegenheitsspieler vermissen. Probleme durch einen Kopierschutz auf der Disk gab es beim Testen
nicht und ebensowenig Abstürze oder Hänger im Spiel.
Story
Die Story von Ground Control 2 - Operation Exodus setzt genau nach den Geschehnissen
des Vorgängers an. Gut 200 Jahre sind vergangen, seitdem die Sphäre den bewohnten Weltraum getrennt
hat. Im Weltraum bildeten sich neue Zivilisationen und die Nordsternallianz (kurz NSA) breitet
sich - ausgehend von Morningstar Prime - über die Galaxis aus. Nach vielen Jahren gab es dann
eine Zeit des Friedens, bis eines Tages die Terraner durch die Sphäre brachen und über die "neuen
Welten" herfielen. Nach vielen heftigen und langen Kämpfen zerschlug die NSA die Terranische
Flotte in lauter kleine Gruppen. Imperator Vlaana hatte es auf den Hauptplaneten Morningstar
Prime abgesehen und konnte diesen bis auf wenige Viertel erobern. Zu dieser Zeit erhielt der
NSA Verteidigungsoffizier Jacob Angelus seine Beförderung und wurde zum Verteidiger der Hauptstadt
ernannt. Nun liegt im Jahr 2471 alle Hoffnung auf ihm, auf dass er die Menschen aus dem Griff
des Imperators befreien kann...
Ground Control 2 erzählt eine recht spannende Geschichte, in der sich die NSA zur Wehr setzt
und einem alten Geheimnis auf die Spur kommt. Mehr sei nicht verraten, um noch etwas Spielspaß
zu lassen. Die Geschichte wird jedoch sehr abwechslungsreich und mit vielen Überraschungen erzählt.
Am Anfang und Ende jeder Kampagne gibt es jeweils sehr gut gerenderte Videos zu sehen. Leider
ist der Übergang von Mission zu Mission etwas unspektakulär und stellenweise bruchstückhaft
und unvollständig. Da hätte man mehr machen können, was auch insbesondere die Einleitungen betrifft.
Im Vorgänger gab es noch Gespräche zwischen unterschiedlichen Leuten, wie man es auch StarCraft
kennt, doch im Nachfolger sind es reine Textblöcke ohne Sprachausgabe aus dem Tagebuch
des Spielers.
Informationsbeschaffung
Es werden dringend einige Informationen über Feindbewegungen benötigt, doch daran zu kommen,
ist nicht so einfach. Das Imperium hat eine große, sehr gut bewachte, Radarstation, aber der
Hacker hat wohl einen Weg gefunden. Und so startet man nur mit einem kleinen Infiltrationstrupp
mitten in der Pampa. Die wenigen Kämpfer werden gruppiert und folgen dem Spezialisten. An der
Wegbiegung geht es nach rechts und schon ist ein kleines Kontrollhäuschen in Sicht. Die Wache,
welche gerade das Gebäude verläßt, wird vom Sniper aus dem Weg geschafft und ein Alarm wurde
zum Glück nicht gegeben. Nun schnell ins Gebäude und versuchen, sich beim Gegner in die Leitung
zu hacken. Allerdings gibt es Probleme, in den Zentralrechner zu gelangen und da hilft nur eins:
Man muss direkt die Zentralstation infiltriert. Im Schutz der Dunkelheit und versteckt im Wald
rückt der Trupp weiter, bis kurz vor das Ziel, vor. Dort angelangt gibt es leider den nächsten
Rückschlag. Der Gegner hat die Stromversorgung gekappt und ohne Saft geht gar nichts. Es wird
jetzt also schnellstens Verstärkung gebraucht und gleichzeitig einige Techniker, die sich um
den Saft kümmern. Eine der 3 Landezonen auf der Karte wird glücklicherweise nicht so stark bewacht
und die eher schwachen Soldaten haben im Sekundärfeuermodus mit dem Raketenwerfer die wenigen
Schwebepanzer schnell auseinandergenommen. Der Platz um die Landefläche ist frei und man kann
den Punkt einnehmen, indem man über diesen läuft. Nun kann man mit den ersten Punkten einige
Einheiten kaufen und die Landezone sichern. Noch steht es zwei Landezonen gegen eine, doch dank
des kontinuierlichen Angriffs des Gegners und der geschickten Verteidigung verliert man weniger
Einheiten und sammelt ordentlich Punkte, womit wiederum stärkere Einheiten eingeflogen werden.
Nach einiger Zeit ist der Gegner leicht zermürbt und es gilt, nach und nach weitere Landezonen
zu erobern und damit die Kontrolle über die komplette Karte zu erlangen. Am Ende kann man dann
endlich mit den Technikern die Mission erfüllen.
Die Grundlagen
Bevor man sich in die Schlacht der 24 Missionen umfassenden Einzelspielerkampagne stürzt,
sollte man auf jeden Fall die beiden Tutorialmissionen spielen, durch die man einen sehr guten
Überblick über die wichtigen Grundlagen des Spiels erhält.. In jeder Mission startet man
nur mit einer handvoll Einheiten. Im Vergleich zu vielen anderen Echtzeitstrategiespielen kann
man auf der einen Seite keinerlei Gebäude errichten, unterschiedliche Rohstoffe sammeln und
eine große Basis aus dem Boden stampfen und den Gegner nach einiger Zeit dann einfach mit einer
Masse an Einheiten zu überrollen. Auf der anderen Seite ist man jedoch glücklicherweise nicht
nur auf die wenigen Starteinheiten plus eventuelle gescriptete Verstärkung in den Missionen
beschränkt, wodurch man sozusagen den optimalen Lösungsweg mit minimalsten Verlusten finden
müsste. Bei Ground Control 2 hat man theoretisch unendlich viele Rohstoffe, die man sich
erst verdienen muss. Als erstes bringt das Besiegen von gegnerischen Einheiten einige Pünktchen
ein, abhängig vom jeweiligen Einheitentyp. Wer also seine Einheiten taktisch klug einsetzt
und nur geringe eigene Verluste hat, aber dem Gegner ordentlich zusetzt, der bekommt einiges
auf das Konto. Auf die Dauer reicht es jedoch nicht nur einfach Einheiten zu beseitigen, wenn
man es gegen den Gegner oder im LAN/ Internet gegen andere Spieler aushalten will, man
benötigt sogenannte Siegpositionen. Dabei handelt es sich um Gebiete auf der Karte, die sich
nach kurzer Zeit, wenn eine Bodeneinheit über der Markierung steht, in die jeweilige Spielerfarbe
umändert und man dadurch den Punkt kontrolliert. Je mehr solcher Punkte man eingenommen hat,
desto schneller steigt das Punktekonto. Doch so ganz unbewacht sollte man diese Punkte nicht
lassen und einige Einheiten zur Verteidigung abstellen. Damit man jedoch Verstärkung ins Kampfgebiet
ordern kann, benötigt man mindestens eine Landezone. Bei den Landezonen handelt es sich genaugenommen
um größere Siegpunkte, welche es auf die gleiche Art und Weise gilt, zu besetzen. Erst die Gegner
in der Umgebung der Zone plätten und dann mit einer Bodeneinheit dort stehen bleiben. An der
Landezone werden dann vom Dropship die neuen Einheiten abgeliefert. Hat man eventuell - was
nicht schlecht ist - mehrere Landezonen eingenommen, dann kann man die Position auch jederzeit
wechseln. Im Vergleich zu anderen Echtzeitstrategiespielen gilt es damit nicht den Gegner einfach
zu überrennen, sondern sich Siegpunkte und möglichst nach und nach alle Landezonen zu sichern.
Ohne die Möglichkeit, bzw. mit eingeschränkter Möglichkeit, Nachschub zu bekommen, kann der
stärkste Gegner geknackt werden. Doch man sollte auf die eigenen Punkte mindestens genauso gut
aufpassen, da nicht nur menschliche Spieler, sondern auch die KI im Spiel oft und gerne die
unbewachten Positionen im "Hinterland" einnimmt und einem dadurch in den Rücken fällt. Das Landungsschiff,
welches die angeforderten Einheiten bringt, ist keinesfalls unverwundbar. Bei zu vielen Treffern
löst es sich in einen Haufen Trümmer auf, wodurch man erheblich länger warten muss, bis einem
wieder ein Schiff zur Verfügung steht, als wenn das Schiff den Planeten wieder verlässt
und nur erneut angefordert werden muss. Für die hart erarbeiten Punkte kann man jedoch nicht
nur Einheiten anfordern, sondern auch das Landungsschiff aufwerten lassen. Soll es eine stärkere
Panzerung sein? Ein größerer Laderaum (Jede Einheit belegt ein bis drei Plätze im Schiff) oder
wie sieht es mit der Geschwindigkeit aus? Genauso kann man auch die Waffen mehrstufig ausbauen
lassen, so dass das Landungsschiff auch recht gut austeilen und sich verteidigen kann. Wer dazu
noch in ein Treibstoffupgrade investiert, kann das Schiff auch eine Weile nach dem Absetzen
der Einheiten noch benutzen und es als starke Einheit umherfliegen und für eine begrenzte Zeit
auch angreifen lassen. Sollte man mit einem Verbündeten im LAN oder einer befreundeten KI spielen,
so können verbündete Spieler die Landepunkte des anderen nutzen und ist nicht nur auf die eigenen
Landezonen beschränkt.
Tutorial + 2 x 12 Missionen
Optimalerweise fängt man auf Seiten der NSA an und spielt die ersten 12 Missionen gegen die
Terraner, bevor man dann - aus hier nicht näher zu verratenden Gründen - das Kommando über Veronenstreitkräfte
bekommt. Die Missionseinleitung ist beim Laden bzw. davor etwas schmucklos geraten und lediglich
ein Textblock in Tagebuchform lockert die kurze Ladezeit auf. Danach gibt es für jede Mission
eine recht umfangreiche Einleitung in Spielenginegrafik, wo mit Kameraschwenks mitunter auch
die wichtigsten Gebäude und Ziele gezeigt werden und die "Helden" und Einheiten sich in bester
StarCraft Manier unterhalten. Die ersten Ziele stehen dann schon fest, können sich aber durchaus
im Laufe der Mission drastisch ändern oder aber werden erweitert und später auch durch Sekundärziele
ergänzt, wie beispielsweise das Ausschalten der Luftstreitkräfte des Gegners. Auch wenn
das Wichtigste in den Missionen die Einnahme und Kontrolle möglichst vieler (aller) Landezonen
ist, so sind die Missionen dennoch erstaunlich vielseitig und abwechslungsreich ausgefallen.
Mal gilt es, sich langsam durch eine Stadt zu kämpfen und ein Gebiet einfach nur einzunehmen,
dann stehen Eskortiermissionen auf dem Programm, da wird mit einer verbündeten AI ein Strandabschnitt
gestürmt und es gilt eine ganze Reihe an gut befestigten Stellungen zu erobern, da muss man
die Position eine Weile halten, bis die Evakuierung abgeschlossen ist. In anderen Missionen
gilt es, eine Basis zu infiltrieren oder bestimmte Objekte zu verteidigen. Ab und zu wird man
auch, wie bei einer Schnitzeljagd, von A nach B und dann nach C geschickt und es kommt laufend
etwas dazwischen. Die letzte Mission ist da ein gutes Beispiel, ohne zu viel verraten zu wollen.
Geliebt und gehasst aus anderen Games, aber auch in Ground Control 2 vorhanden, sind Infiltrationseinsätze,
wo man nur mit wenigen Einheiten auskommen und sich geschickt durch die Karte schlagen muss.
Leider ist der Schwierigkeitsgrad nicht ganz ausgeglichen. Die NSA Kampagne ist nicht ganz stetig
ansteigend, sondern weißt eher zur "Mitte" hin einige recht harte Missionen auf und auch bei
den Veronen sind einige Missionen zwischendurch erstaunlich leicht und danach kommt eine deutlich
schwerer. Auch wenn sich das Spiel eindeutig an die Profispieler (oder mindestens gut fortgeschrittene)
richtet, so sorgen ab und zu allein die Scripte für Verzweifelung. Da soll man in einer
Veronenmission ein Gebäude sprengen und Codes klauen. Sobald man dies jedoch getan hat, gibt
es zwei neue Ziele. Da soll die eine Person zum Landeplatz gebracht werden, was kein Problem
ist, doch zusätzlich sollen auch plötzlich eine Reihe an Artefakten gehalten und vor der Zerstörung
durch den Gegner bewahrt werden, der urplötzlich eine neue Landezone auf der Karte hat und in
größeren Mengen anrückt. Erschwerend kommen dann noch weitere bislang nicht besiegte Gegner
und nicht eingenommene Landepunkte auf der Karte hinzu. Weiß man das jedoch und säubert erst
die gesamte Karte und positioniert einen großen Trupp dort, wo später die neue Landezone erscheint
und startet dann das Script, indem man das Gebäude infiltrieren lässt, dann schaltet man die
neuen Gegner in wenigen Sekunden aus und hat dann alle Zeit der Welt, die Mission zu beenden.
Ebenfalls verwunderlich war, dass man in der letzten Mission die Landezonen nicht einnehmen
konnte, was man ja eigentlich immer versucht, damit der Gegner möglichst keinen Nachschub erhält.
Da Ground Control 2, wie geschrieben, ein recht schweres Spiel ist und ein Sieg sich schnell
in eine Niederlage umwandeln kann, sollte man einige Spielstände anlegen. Zwar gibt es kein
Quicksave, doch manuell Speichern ist nun endlich jederzeit möglich. Aber auch in der Speicherroutine
scheint noch nicht alles nach Plan zu verlaufen. Je länger man an einer Karte spielt, desto
länger dauern die Speicherzeiten und dabei sind die Savegames alle in etwa gleich groß (etwa
1 bis 2 MB). Doch auch wenn praktisch kaum noch eine gegnerische Einheit auf der Karte ist,
so wartet man eine Ewigkeit. Ganz übel ist es jedoch, dass man aus dem laufenden Spiel heraus
nicht laden kann. Dazu muss man erst auf ESC -> Beenden -> Zurück -> Zurück -> Laden
In den etwa 20 Stunden, die man gut benötigen wird, um das Spiel zu meistern, steuert man
die Einheiten durch die unterschiedlichsten Umgebungen. Mal ist man in einer futuristischen
und stark durch Kämpfe in Mitleidenschaft gezogenen Stadt unterwegs, dann geht es über schöne
Berg und Hügellandschaften mit viel Baumbewuchs oder aber man kämpft in einer Eislandschaft.
Das Gegenstück sind die Veronenkämpfe in der Gluthitze von Wüstenlandschaften oder in den blubbernden
Sümpfen und Dschungeln einer fremden Welt. Gekämpft wird nicht nur am Tag, sondern auch nachts
oder bei unterschiedlichen Wetterbedingungen wie Sonnenschein, Regen oder Schnee. Die Maps sind
alle sehr abwechslungsreich und offen gestaltet. Es gibt längst nicht nur einen Weg, den man
nehmen kann bzw. in dessen Richtung man sich absichern muss, sondern mitunter eine ganze Menge,
wodurch man gezwungen wird, auch für eine Verteidigung im Hinterland zu sorgen. Hierbei sollte
man u.a. auf die stationierten Geschütze und Verteidigungssysteme zurückgreifen, welche sich
mit wenigen Handgriffen wieder funktionsfähig machen lassen. Außerdem sorgt man mit taktischer
Platzierung der Einheiten für deutlich bessere Chancen im Kampf. Einheiten können sich in einem
Gebäude verschanzen (Diese Gebäude lassen sich leider nicht zerstören), können auf Türme klettern
oder im Wald umherschleichen und aus der Deckung feuern. Ebenfalls für einen Bonus sorgen Berge
und kleine Erhöhungen, auf denen die Einheiten einen Vorteil haben.
NSA vs. Imperum vs. Veronen
Von den drei Fraktionen im Spiel kann der Spieler leider im Einzel- und Mehrspielermodus
nur zwei steuern. (Ob da was für ein AddOn zurückgehalten wurde? Die Story deutet dies zumindest
an ;)) Die einzelnen "Rassen" unterscheiden sich z. B. im Vergleich zu Blizzards Klassiker
längst nicht so sehr, was jedoch auch zum Teil daran liegt, dass es keinen Basisbau gibt. Die
nichtsteuerbaren Terraner greifen bei den Fußtruppen auf Soldaten mit unterschiedlichster Ausrüstung
zurück und vertrauen ansonsten auf die Technik. Da gibt es alles vom Schwebegleiter über Mechs
und futuristisch anmutenden Artilleriegeschützen. Die NSA ist auch eine menschliche Fraktion
im Spiel, setzt vom Aussehen der Einheiten jedoch eher auf ein für den Spieler bekannteres Aussehen.
Die Fußtruppen bestehen aus der leichten Infanterie, dem Scharfschützen und Belagerungssoldat.
Nicht nur durch Deckung in Gebäuden, auch durch die Möglichkeit, in einen Sekundärmodus zu schalten,
werden die Einheiten deutlich schlagkräftiger. So haben die leichten Soldaten in diesem Modus
einen Raketenwerfer und werden eine Gefahr für so manchen unvorsichtigen Flieger. Die Scharfschützen
können im Sekundärmodus deutlich weiter zielen, sind dafür aber beispielsweise bewegungsunfähig.
An Fahrzeugen gibt es dann einen leichten Transporter (optional im Sekundärmodus mit Rauchgranatenwerfer),
ein Späherbuggy (mit Tarnfunktion). Der mobile Raketenwerfer kann zusätzlich noch ein Kraftfeld
um sich und andere Einheiten herum errichten. Neben dem Techniker, welcher Einheiten und Gebäude
repariert, gibt es noch zwei schlagkräftigere Panzer und ein Kettenfahrzeug. Die langsamste,
aber auch stärkste Einheit, ist die mobile Artillerie, die über erstaunliche Distanzen feuern
kann, wenn man einen entsprechenden Aufklärer vor Ort hat. Dazu gibt es noch einen Kampfhubschrauber
und eine Transportvariante. Ein mobiles Radar und Geschütz, was jeweils in einem Transporter
untergebracht wird, kann gezielt Punkte auf der Karte verstärken. Des weiteren kann die NSA
auf vier Supportwaffen zurückgreifen, welche man nur in einigen Missionen einsetzen kann. Mit
dem Kampfgebiet-Luftland-Sensor landet eine schwach gepanzerte Aufklärungssonde, mit dem Rauchvorhang
können Truppen verhüllt werden und mittels der beiden Luftangriffsvarianten kann ein Bombenhagel
angefordert werden. Die Veronen greifen auf eine ähnliche Zusammenstellung aus Fußtruppen und
"Fahrzeugen" zurück, wobei man trotz der Größe und Schlagkraft kaum von Fahrzeug sprechen kann,
so sehr sehen diese Gebilde nach organischen Formen aus, ähnlich den Zerg aus StarCraft. Es
gibt auch hier schwächere Einheiten im Soldatenformat über Transportfahrzeuge, Panzer bis hin
zu Flugeinheiten. Auch bei den Veronen verfügt jede Einheit über einen Sekundärmodus, wodurch
die Einheit auf der einen Seite stärker wird, einen Schutzschild aktiviert oder sich schneller
heilt, auf der anderen Seite jedoch immer einen Nachteil, wie z.B. Unbeweglichkeit, besitzt.
Doch damit nicht genug. Die Veronen können jeweils zwei Einheiten miteinander verschmelzen.
Aus zwei schon recht starken Clangardisten werden Mörserclangardisten, welche man sich als Fußtruppeneinheit
der Artillerie der NSA vorstellen kann. Geschickt eingesetzt ist mit diesen Einheiten nicht
zu spaßen. Diese Verschmelzung kann auch jederzeit wieder geändert werden, so dass man beliebig
zwischen den beiden Einheitentypen wechseln kann. Es dauert jedoch immer einen kleinen Moment,
bis die neue Einheit "ausgebrütet" wird und somit ist sie eine leichte Beute für den Gegner.
Mehrspielermodus und mehr
Wer keine Lust mehr auf die Storykampagne hat oder einfach mal "Just for Fun" spielen
will, der kann jederzeit auch Spielchen gegen die AI starten. Zur Auswahl stehen im "freien
Modus" bislang 10 Maps unterschiedlicher Größe und Landschaftstypen. Bei der AI kann man auf
eine Reihe unterschiedlicher Persönlichkeiten und damit verbundenen Schwierigkeitsgraden zurückgreifen.
Sehr viele Optionen gibt es leider nicht und so spiel man immer, bis ein Spieler keine Landepunkte
und/ oder Einheiten hat, bzw. das Zeitlimit abgelaufen ist. Im LAN und Internet ergeben sich
die gleichen Möglichkeiten. Das Onlinegame läuft dabei komplett über "Massive Online", was direkt
in die Menüs eingebunden ist (angefangen bei der Profilerstellung bis hin zum Serverbrowser).
Sollte einem die Einzelspielerkampagne zu schwer sein, so kann man diese auch im COOP Modus
mit einem guten Kumpel spielen, was sehr viel Spaß macht. Bei dieser Spielweise fallen die Zwischensequenzen
weg und außerdem muss man die Einheiten dem anderen Spieler am Anfang "übergeben". Insgesamt
zeigt der COOP-Modus sehr schön, was fast alle Echtzeitstrategiespiele heutzutage vermissen
lassen und doch so viel Spaß machen kann.
Handhabung des Spiels
Da das Spiel in 3D gehalten ist, ist die grundlegende Steuerung (Markieren von Einheiten,
etc.) zwar am Genrestandard orientiert, allerdings ist die Kamerasteuerung anfangs etwas gewöhnungsbedürftig.
Zwar kann man mit der Maus die Ansicht verschieben, wenn man an die "Ränder" des Bildschirms
kommt, doch leichter geht es über die Pfeiltasten, während durch Gedrückthalten der mittleren
Maustaste die Ansicht gedreht wird. Mit dem Mausrad kann außerdem der Zoom verändert werden.
Wer möchte, kann die Ansicht auch auf eine Draufsicht, wie aus anderen Strategiespielen bekannt,
schalten, doch übersichtlicher ist es im freien 3D Modus. Bis zu 16 Einheiten können gleichzeitig
markiert werden. Diese Einheiten werden automatisch in der Übersicht sortiert und mit einem
Klick auf einen Truppentyp kann man schnell alle Einheiten des Typs auswählen. Selektiert man
nur eine Einheit, dann werden die bekannten Infos, wie Gesundheit, etc. angezeigt. Auch in Ground
Control 2 sammeln Einheiten Erfahrungspunkte, was durch einen kleinen Balken angezeigt
wird, und werden mit der Zeit besser. Leider kann man die Einheiten jedoch nicht in die nächste
Mission übernehmen. Ansonsten gibt es wenig Abweichungen von anderen Spielen. Das HUD sieht
nicht "bekannt" aus, dazu Infotexte (Leider fehlt eine Info, welche Einheiten Lufteinheiten
angreifen können) und sehr übersichtliche Menüs, wobei man in den Optionen sogar die Schriftgröße
der Menüs anpassen kann. Lediglich beim Laden/ Speichern ist es unerklärlich, warum aus einem
laufenden Spiel heraus nicht geladen werden kann und außerdem dauert das Speichern in längeren
Missionen später sehr lange. Sehr unangenehm sind jedoch die Hotkeys des Spiels aufgefallen.
Zwar gibt es welche und sie werden auch in den Quickinfos angezeigt und können konfiguriert
werden, doch leider gibt es nicht für alle Funktionen Hotkeys. Man kann das Landungsschiff
per Hotkey "I" verbessern, per "K" die Ladung bestimmen, aber es gibt beispielsweise keine Taste,
mit der die Landeposition schnell bestimmbar ist. Man muss das Fenster erst manuell öffnen und
dann erst funktioniert "Y". Auch etwas versteckt und verschachtelt innerhalb der Menüs
sind die Formationen und das Verhalten der Einheiten.
Grafik & Hardwareanforderungen
Grafisch ist Ground Control 2 einfach unglaublich. Die Landschaft sieht stellenweise
atemberaubend aus und wirkt absolut überzeugend. Die Texturen weisen eine sehr hohe Qualität
auf und man entdeckt so viele kleine Details auf den Karten. Angefangen bei den erstklassigen
Wasseranimationen über Dekos wie Büsche und Sträucher bis hin zu Witterungsbedingungen. Da spürt
man fast, wie der Wind in der Wüste umherpfeift und im Kampf entbrennt ein Grafikfeuerwerk sondergleichen.
Da kracht es an allen Ecken und Enden, Trümmer fliegen durch die Luft, Geschosse durchdringen
Schilde oder werden absorbiert. Da gibt es allerlei Staub, Dreck und biologische Giftgaswolken
zu sehen. Aber auch die Einheiten sind klasse designed. Darüber hinaus ist das Spiel auch ungeschnitten
in der deutschen Version. Da werden die Fußtruppen durch stärkere Geschossen in lauter blutige
Einzelteile zerlegt, die durch die Gegend fliegen, wie bei einem UT, welches ab 18 ist. Zwar
hat solche Hammergrafik ihren Preis, doch dieser ist im Vergleich zu anderen Spielen gar nicht
mal so schlecht. Zwar wurden auf dem Testsystem mit Fraps oftmals nur 24 fps oder weniger gemessen,
wenn man jedoch gar nicht sieht, dass es dort was von 22 fps oder weniger steht, dann fällt
einem dies überhaupt nicht auf.
Sound & Musik
Die akustische Untermalung von Ground Control 2 ist auch nicht schlecht geworden. Allein
schon der Soundtrack des Hauptmenüs sorgte für eine sehr gute Stimmung. In den Missionen gibt
es eine Reihe unterschiedlichster Musikstücke, welche im Kampf dann jedoch eher untergehen.
Da Kracht und donnert es überall auf der Karte und die Einheiten geben Statusmeldungen und Angriffsmeldungen
ab, die zwar nicht immer ganz stimmen (z.B. Wir werden zusammengeschossen, wenn nur ein Fußsoldat
ankommt), doch ansonsten ist die Sprachausgabe gar nicht mal so schlecht geworden und die Sprecher
sind recht passend gewählt. Immer mal wieder 'nen lockeren Spruch auf den Lippen, so erträgt
man auch so manchen Rückschlag, wenn man mal wieder von der KI eingetütet wurde.
Meinung
Ground Control 2 macht viel Spaß. Das Spiel bietet eine wunderbare Mischung aus Hektik
und Spielspaß. Zwar fällt der Basisbau weg, doch so kann man sich ganz auf die anspruchsvollen
Schlachten konzentrieren, was man bei dem gehobenen Schwierigkeitsgrad auch nötig hat. Doch
im Vergleich zu anderen ähnlichen Spielen, hat man hier auch mal die Möglichkeit - zumindest
im Singleplay - von Angriff in Verteidigung überzugehen und ein verlorener Punkt bedeutet nicht
gleich eine Niederlage. Die Story ist spannend, die Missionen sehr abwechslungsreich und stimmig,
dennoch fehlt etwas der Übergang zwischen den Missionen und nur ein Textblock ist da recht öde.
Leider kann man die Terraner nicht spielen und das Ende wirkt so, als wenn man die Story abgeschnitten
hätte und in einem AddOn (mit den Terranern) fortsetzen will. Doch die fantastische Grafik macht
so manches Manko wieder weg, wie auch die leichten Schwächen in der Steuerung. Dank des Editors
sollte es auch bald mehr Karten geben und bis dahin kann man sich die Zeit auch sehr gut im
COOP Modus vertreiben, was deutlich mehr Echtzeistrategiespiele bieten sollten. Auch wenn der
Mehrspielermodus wenig Optionen hat, so sind die Gefechte spannend und verdammt fordernd und
Fans des Vorgängers und welche die "Z" gerne gespielt haben, sollten auf jeden Fall
einen Blick riskieren. Alle anderen sollten auf jeden Fall die Demo antesten und wenn man sich
mit dem etwas höheren Schwierigkeitsgrad anfreunden kann, sollte man zugreifen, zudem der Preis
des Games bereits reduziert wurde und schon für ca. 30 € zu haben ist. Ground Control 2
erfindet das Rad zwar nicht ganz neu, spielt sich jedoch erfrischend anders. Actiongeladen,
taktisch und anspruchsvoll.
Geschrieben am 03.07.2004, Testkonfiguration: AMD2700+, 1GB, Geforce 4, SB Live 5.1
|