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Half Life Source
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 | Info |
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| Autor | | 2 |
 |   | | 2.5 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 2.5 |
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| Gesamt (36 votes) | | 4+ |
 |   | | 1.6 |
 |   | | 1.3 |
 |   | | 1.7 |
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| Name: | Half Life Source |
| Genre: | Egoshooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2004/12 |
| Entwickler: | Valve Software |
| Hardware: | 1.2Ghz, 256MB RAM, 32 MB D3D T&L, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Multilingual |
| zensiert: | nein |
| Serie: | ja |
| Bemerkung: | nur als Steam Version /Collectors Edition erhältlich |
| USK: | 18 |
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 | | Half Life 1998 |
 | | Half Life 1998 mit HD Pack |
 | | Half Life Source 2004 |
 | | HL vs. HL Source |
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Half Life 2 ist sicherlich das Spiel,
um das der meiste Rummel in diesem Jahr veranstaltet wurde. Kaum ein Tag verging, ohne irgendwelche
kleinen Infoschnipsel. Nachdem sich dann irgendwann herausgestellt hatte, dass es als "Zugabe"
bzw. Ersatz für den anfangs fehlenden reinen Deathmatchmodus Counter Strike Source geben würde,
ging für viele Fans fast ein zweiter Stern auf. Doch Valve hatte anscheinend noch weitere, hochgesteckte
Ziele. Nicht nur Counter Strike sollte mit der Source Engine in neuem Glanz erstrahlen, es wurde
auch ein Remake von Half Life angekündigt. An diese Half Life Source Version kommt man jedoch
nur, wenn man entweder die Collectors Edition für etwa 60€ oder mindestens die "Silver"-Version
von Half Life 2 über Steam bezieht. Ein einzelner Kauf von Half Life Source ist zum aktuellen
Zeitpunkt nicht möglich.
Wer keine Kreditkarte hat bzw. diese nicht für Steam einsetzen will (immerhin war Valves
Netzwerk so gut abgesichert, dass der Source-Code geklaut werden konnte, da will man lieber
nicht wissen, wie gut die eigene Kreditkartennummer bei Valve aufgehoben ist), der greift zur
Collectors Edition. Diese gibt es in zwei Varianten, die sich jedoch nur optisch voneinander
unterscheiden. Die US Fassung der Collectors Edition kommt in einer "normalen", übergroßen Pappschachtel
und die europäische Collectors Edition wird in einer Metallbox ausgeliefert, allerdings erst
seit Anfang Dezember 2004, also etwa 2 Wochen nach Release des Spiels. Hofft Valve hier vielleicht,
dass es viele nicht erwarten konnten und so vielleicht das Game doppelt kaufen? Die Ausstattung
der sogenannten CE-Version ist jedoch leider nicht so sehr das, was man sonst von Vorzeige-Sammlereditionen
wie beispielsweise aus dem Hause Blizzard kennt. Auch in der CE gibt es außer einem Steamanleitungsfaltblatt
kein Handbuch. Als Mogelpackung stellt sich auch der Strategieguide heraus. Hierbei handelt
es sich lediglich um den Anfang des offiziellen Half Life 2 Lösungsbuches im DIN A6-Format.
Na wenigstens hier bekommt man so kleine Infos über Gegner und Waffen, die man ansonsten in
jedem 08/15 Handbuch finden würde. Dazu gibt es noch schwarzes T-Shirt mit Half Life Logo in
Größe L. Das Spiel befindet sich auf einer DVD, welche in einer schmucklosen schwarzen Slim-DVD
Hülle liegt. Edel sieht es nicht aus. Was man dann als Collectors Edition-Käufer im Laden nicht
bekommt sind die kleinen "Gimmicks", die der Steamkunde zusätzlich in Anspruch nehmen kann.
Dieser kann sämtliche älteren Valve-Titel auch herunterladen (u.a. Half
Life, Condition Zero, etc.) Um nicht
noch mal alle Probleme und Schwierigkeiten mit Steam zu wiederholen, sollten Interessenten einfach
mal in unser Review zu Half Life 2 schauen.
Alles was dort über Steam und Half Life 2 geschrieben steht (Installation, Aktivierung & Nutzung),
findet genauso Gültigkeit bei Half Life Source, über das hier jetzt berichtet wird.
Hat Valve sich hier ähnlich,wie bei Counter Strike Source, bemüht, das Spiel zu verbessern oder
kann man gar darauf verzichten?
Same shit, different day
Am Spiel hat Valve recht wenig geändert. Auch in der Neuauflage beginnt Mr. Freemans Arbeitstag
mit einer gemütlichen Bahnfahrt zum Forschungskomplex. Auf dem Weg zum Testraum erkundet man
etwas die Anlage und dann passiert es wieder. Ein Dimensionstor wurde geöffnet und das Chaos
bricht in der Forschungsanlage aus. Ehemals saubere Korridore sind stark in Mitleidenschaft
gezogen, alle möglichen Anlagen sind ausgefallen, zerstört oder überflutet. Während nach und
nach überall um einen herum die Monster aus den Wänden brechen, gilt es einen Weg aus der Anlage
an die Oberfläche zu finden, um Hilfe zu holen. Doch bis dahin ist es nicht nur ein schwieriger
Weg, sondern es kommt noch viel schlimmer. Die kompletten Level des Originals wurden 1 zu 1
von Valve von der Gestaltung und dem Design her übernommen. Man kriecht durch die gleichen Lüftungsschächte,
kämpft sich durch Lagerhallen, Forschungskomplexe und an der Oberfläche entlang. Im Gegensatz
zu Half Life 2 wurde die KI der Gegner aus dem alten Half Life mit importiert und nicht durch
die aus Half Life 2 ersetzt, so kann man die spannenden und fordernden Kämpfe u.a. gegen Marines
und Ninjas auch in der Source Version erleben. Wenn auch die Gegner im Original stellenweise
dennoch einen kleinen Tick besser und aggressiver erscheinen. Diese gehen in Deckung, flitzen
umher, werfen Granaten und kommen aus allen möglichen Richtungen. So brechen sie durch eine
Wand oder werden per Hubschrauber abgesetzt. Selbst Spieler, die Half Life kennen, werden dennoch
gut um die 10 Stunden zur Bewältigung der Source-Variante brauchen und dann rennt man wirklich
durch die Level. Und die Level präsentieren sich zu 99% so, wie im Original, fast ganz ohne
Änderungen.
Was ist eigentlich anders?
Diese Frage stellt man sich recht bald, wenn man die Sourceversion von Half Life spielt.
Im Gegensatz zu Counter Strike hat Valve hier fast nur eine 1 zu 1 Konvertierung erstellt und
vermutlich alle Maps nur mal per Tool in die neue Engine portiert. Grafisch wurden die Level
kaum verbessert, die inzwischen stellenweisen groberen und kantigen Abschnitte haben keinerlei
weiteren Decos bekommen. Beim Wasser sind die größten Unterschiede sichtbar. Hier hat man nun
alle grafischen Effekte, die man auch in Half Life 2 hat. Viel Arbeit hat diese jedoch sicherlich
nicht gemacht. Ansonsten sind einige Levelstellen leicht überarbeitet worden. Klettert man beispielsweise
im Abschnitt "Surface Tension" an den Klippen herum, wurde der Bitmap Hintergrund entfernt und
durch einige Felsformationen ersetzt, allerdings mit einem erschreckend geringen Detailgrad,
so dass eine einfach HQ-Version der Bitmaps sicherlich besser gewesen wäre. Ansonsten wurde
teilweise das Lightning etwas verbessert bzw. sieht mit der Source-Engine besser aus, wie z. B.
in "Interloper". Durch die Physikengine purzelt nun auch die ein oder andere Kiste durch die
Gegend, viele Sachen sind jedoch nach wie vor "fest". An einigen Wasserstellen wurden außerdem
kleine Spielerreien eingebaut und "stationäre Fässer" aus dem Vorgänger durch die neuen, blauen
schwimmenden Fässer mit Physikeigenschaften ersetzt. Oder aber die hängenden Kisten am Anfang
des Spiels wackeln nun, wenn man auf diese springt. Doch das sind alles recht geringe Änderungen
und keine wirklich große Optimierung und Anpassung. Eine leichte grafische Verbesserung ist
meist erkennbar, nur eben nicht vergleichbar mit CS Source. Sehr unschön fällt dann auch noch
auf, dass die Models im Spiel deutlich schlechter aussehen, als sie es eigentlich müssten. Mit
dem AddOn "Blue Shift" gab es auch
ein entsprechendes High-Detail-Pack. Charaktere und Waffen bekamen einen Polygon- und Detailschub
verpasst. Diese "Update" wurde jedoch nicht in die Source-Variante integriert. Im Vergleich
zum Vorgänger machten sich noch einige kleine Veränderungen bemerkbar. So scheint die Gauß Waffe
deutlich stärker gegenüber Fahrzeugen geworden zu sein und ein Heli ist damit auch auf "Schwer"
mit einem Schuss beseitigt. Das typische Half Life 1 Movement, welches auf Kisten und schmalen
Vorsprüngen als etwas schwammig bezeichnet werden könnte, ist vorhanden, allerdings quietscht
es nicht mehr laufend, wenn man auf Fliesenboden herumläuft, sondern lediglich ab und zu.
Was passiert eigentlich, wenn man die Collectors Edition, welche in der englischen Version
vorliegt, mit der Sprache Deutsch bei Steam spielen will? In dem Fall werden über Steam deutsche
Texte und Sprachfiles nachträglich geladen. Warum diese nicht gleich mit auf der Disk sind,
weiß vermutlich nur Valve. Im Gegensatz zur hierzulande erhältlichen DV von Half Life hat man
dann zwar eine recht gelungene Sprachausgabe im Spiel, muss aber dennoch nicht gegen Roboter
kämpfen und sich über auf dem Boden sitzende Leute wundern, welche den Kopf schütteln.
Wie schon in Half Life 2, so ist das Menü ganz ähnlich gestaltet. Zu einer Reihe animierter
Hintergründe gibt es auch die Möglichkeit, den Trainingskurs zu absolvieren oder aber direkt
aus dem Hauptmenü ein Kapitel des Spiels anzuwählen. Dabei sind alle 19 von Anfang an wählbar
und müssen nicht erst freigeschaltet werden. Inzwischen braucht man endlich auch keine DVD mehr
im Laufwerk, wenn man spielen will. Was jedoch fehlt in der Half Life Source Version ist der
Mehrspielermodus vom Original. Durch die Source Engine sind die Ladezeiten der einzelnen Abschnitte
auch ein kleines Bisschen länger geworden, halten sich mit etwa 5-8 Sekunden noch in Grenzen
im Vergleich zu Half Life 2.
Meinung
Ich würde Half Life Source als Mogelpackung bezeichnen. Sicherlich, es sind einige kleine
grafische Verbesserungen vorhanden, wobei insbesondere das Wasser sehr positiv heraussticht.
Zumindest an einigen Stellen hat sich Valve bemüht, so manchen Bitmap Hintergrund zu verbessern.
Doch unterm Strich ist Half Life Source nicht mehr als ein husch, husch konvertiertes Game.
Da hätten sie es lieber einige Monate später veröffentlichen sollen, dann aber auch mit
deutlicher Überarbeitung. Half Life 2 bekommt man im Laden für etwa 40 €. Den Aufpreis von 20
€ ist die Collectors Edition nicht wert. Der Strategieguide ist nur ein Werbeding für die 15€
Version des Buches und die DVD Hülle macht einen sehr billigen Eindruck. Da hätte Valve auch
gleich Half Life Source auf alle DVDs des Hauptspiels packen können. Platz wäre genug vorhanden
gewesen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Half Life ein schlechtes Spiel wäre. Ganz im Gegenteil.
Es hat auch nach all den Jahren viel Spaß gemacht, aus Black Mesa zu entkommen. Wer jedoch Half
Life schon hat, braucht die Source Variante nicht. Schöneres Wasser ist keine 20€ wert. Wer
Half Life jedoch noch nicht kennt, der sollte sich neben dem Nachfolger lieber das Generationpack
3 (vorzugsweise die englische, ungeschnittene) kaufen. Für etwa 20€ (bzw. 7 für Half Life 1
allein) bekommt man zusätzlich beide AddOns (Opposing Force & BlueShift) und dazu Counter Strike
und die Möglichkeit alle Mods aus dem Netz spielen zu können. Die Source Variante bekommt eine
schlechtere Bewertung als die UR-Version. Am stimmigen Gameplay hat sich jedoch nichts geändert,
aber die technische Umsetzung ist, im Hinblick auf die vorhandenen Möglichkeiten, ungenügend.
Geschrieben am 19.12.2004, Testkonfiguration: AMD2700+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Live 5.1
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