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Halo 2 (PC)
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| Name: | Halo 2 (PC) |
| Genre: | Egoshooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2007/06 |
| Publisher: | Microsoft Game Studios |
| Entwickler: | Bungie |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | 2Ghz, 1GB RAM, 128 MB D3D T&L&PixSha., HD 7000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Windows Vista, DX10 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| Multiplay: | Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | nein |
| Serie: | ja |
| Bemerkung: | Onlineaktivierung, im MP Modus können Zusatzkosten anfallen |
| USK: | 16 |
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Mit der Halo-Serie etablierte Microsoft ein Shooter-Zugpferd auf der Xbox, das bis heute
unglaublich beliebt ist und bis zum Release von Gears of War über Jahre hinweg zum meistgespielten
Titel auf Xbox Live zählte. Mit dem gigantischen Rummel und Hype der Extraklasse läutete Bungie
Ende September 2007 die Ära von Halo 3 ein. Doch auch wenn auf jeder Packung von Halo groß "nur
für Xbox" steht, so wurden die reinen PC-Spieler nicht ganz vergessen. Wie schon die PC
Umsetzung zu Halo, so wurde auch der Nachfolger Halo
2 mit reichlich Verspätung für die Windows-Plattform umgesetzt. Allerdings wurde Teil 1
mit einigen dilettantischen Portierungsfehlern und einem unglaublichen Hardwarehunger portiert.
Doch die Zeit geht ja weiter und Entwickler sollten mit der Zeit schlauer werden… eigentlich.
Mit Halo 2 zeigt Microsoft nun jedoch, wie man eine Portierung in nahezu allen Bereich gründlich
in den Sand setzen und den Spielern vor Augen halten kann, wie schlecht es sich unter Windows
Vista spielen lässt. Wie genau? Das Review wird es zeigen.
Halos neue Liebe: Vista, Windows Live & Aktivierung
Wer sich ein wenig mit PC Spielen beschäftigt und sich die News anschaut, die zahlreiche
Internetportale Tag für Tag raushauen, dem wird das Gesprächsthema Nr. 1 sicherlich nicht entgangen
sein. Mögliche Grafikspielereien, Renderbildchen und Techdemos sollen den Hype erst so richtig
ankurbeln und der potenten Kundschaft über Monate und Jahre das Warten fast unerträglich machen.
Aktuell ist DirectX10, welches nur unter Windows Vista zur Verfügung steht, das Grafikargument
der Spielindustrie. Modernste Grafik-Hardware im Wert von oftmals über 500€ muss ja schließlich
auch voll ausgelastet werden. Aber was hat das eigentlich alles mit der PC-Version von Halo
2 zu tun? Einem Spiel, das 2004 für die Xbox, einem System mit 733 MHz und 64 MB RAM, erschien?
Mit Halo 2 geht Publisher Microsoft einen sehr eigenwilligen Weg. Statt auf das sehr weit verbreitete
Windows XP zu setzen, läuft Halo 2 ausschließlich unter Vista. Damit jedoch nicht genug, es
gibt einige weitere Überraschungen: Sowohl für den der Einzel- als auch der Mehrspielermodus
von Halo 2 benötigt der Käufer einen sogenannten "Gamertag", wie ihn Xbox 360-Besitzer inzwischen
schon über zwei Jahre haben. Konsolenspieler können in wenigen Schritten ihren Gamertag von
Xbox Live abrufen und auf den PC übertragen. Sämtliche Xbox Live Funktionen, wie Nachrichten
schreiben, Freundesliste und Achievements stehen somit auch unter Windows zur Verfügung. Es
ist jedoch nicht möglich mit dem gleichen Gamertag sowohl über den PC als auch über die Xbox
angemeldet zu sein. Über die Taste "POS1" kann - ganz wie auf der Box - jederzeit der "Guide"
aufgerufen werden. Alternativ funktioniert auch die Guide-Taste per angeschlossenem Xbox 360-Gamepad.
Wer noch keinen Gamertag hat, muss diesen erst noch anlegen, um Halo 2 überhaupt spielen zu
können. Während der normale Gamertag, sprich die Silber-Mitgliedschaft, kostenlos ist, so erhält
auch der kostenpflichtige Mehrspielermodus Einzug auf dem PC, der bislang MMORPGs vorbehalten
war. Um alle Onlineinhalte nutzen zu können ist zwingend eine Gold-Mitgliedschaft erforderlich,
die im Jahr etwa 60€ kostet. Es können jedoch auch drei oder sechsmonatige Mitgliedschaften
zum reduzierten Preis erworben werden. Zum "Reinschnuppern" liegt dem Spiel ein Gutschein für
eine 30 Tage Goldmitgliedschaft bei, um den vollen Umfang testen zu können. Allerdings gibt
es auch eine leicht "versöhnliche" Nachricht für alle PC-Spieler, die den Kopf darüber schütteln,
dass man am PC jetzt auch zahlen darf, wenn man noch kein Xbox Live Gold-User ist. Auf dem PC
kann man auch mit einem kostenlosen, Silberaccount spielen. Allerdings gibt es hier mehrere
Einschränkungen auf die im weiteren Verlauf des Reviews noch genauer eingegangen wird. Alle
diese Infos sind auch teilweise im Kleingedruckten auf der Packungsrückseite zu lesen. Ebenfalls
wird der Käufer schon auf dem Cover auf die Vista-Exklusivität aufmerksam gemacht. Wer jedoch
meint, Halo 2 würde auf dem PC so gespielt, wie alle anderen Games, irrt. Ähnlich wie Two
Worlds oder Bioshock, so muss Halo 2 erst noch über das Internet aktiviert werden. Dann
ist es jedoch auch nicht mehr nötig eine DVD im Laufwerk zu haben.
Was man in zwei Jahren alles machen kann, oder auch nicht…
Spielerisch hat sich durch die Portierung nichts geändert. Auch auf dem PC schlüpft der Spieler
in die Rolle des Master Chiefs, der von seinem letzten Ausflug gerade wieder zurück auf die
Erde gekommen ist. Die Ringwelt Halo war am Ende des Vorgängers zerstört und die Allianz geschlagen.
Auf der Erde läuft der Aufbau der Verteidigungsanlagen nach Plan und die Menschheit fühlt sich
einigermaßen sicher. Doch so schnell gibt die Allianz dann doch nicht auf und startet einen
Blitzangriff auf die Erde und überrennt dabei die planetaren Abwehrstationen. Es liegt somit
wieder einmal allein am Master Chief, den Gegner aufzuhalten, was kein so leichtes Unterfangen
ist. Allerdings herrscht auch bei der Allianz ein wenig Uneinigkeit und nicht alle werden sich
auf die "Große Reise" begeben…
Eine der Stärken von Halo 2 auf der Konsole war die sehr ansprechend inszenierte Geschichte.
In zahlreichen Zwischensequenzen vor, während und nach einer Mission wird die umfangreiche und
schön erzählte Handlung weitergesponnen. Gerade auch die Perspektivenwechsel zwischen den Geschehnissen
bei der Allianz und den Menschen sorgt für eine klasse Atmosphäre. Doch auch, wenn es über eine
Stunde Zwischensequenzen gibt, die optional auch jederzeit abgebrochen werden können, bleibt
Halo 2 natürlich ein reinrassiger Shooter. Als Elitekämpfer gilt es sich durch insgesamt dreizehn
sehr umfangreiche Level zu kämpfen, die einen die unterschiedlichsten Schauplätze besuchen lassen.
Nach dem Überraschungsangriff auf die Station Kairo gilt es in den Häuserschluchten einer Metropole
eine riesige, gigantische Kampfmaschine der Allianz auszuschalten, bevor es zum ersten Perspektivenwechsel
kommt. Auch auf dem PC kommen Spieler in den Genuss, die Handlung aus zwei unterschiedlichen
Sichtweisen zu erleben und mit einigen Allianzkriegern durch die Level zu streifen. Insgesamt
wechseln sich Innen- und Außenareale recht konstant ab, wobei sich die Entwickler bemüht haben,
das Gameplay möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Es gilt Stellungen gegen den Feind zu
verteidigen, kurze Fahrzeugeinlagen zu meistern, befestigte Stellungen zu knacken oder aber
mit einem Banshee Luftkämpfe zu bestreiten. Trotzdem ist Halo 2 insgesamt ein sehr linearer
Shooter, der jedoch eine überdurchschnittliche Gegnerintelligenz aufweisen kann. Die insgesamt
vier Schwierigkeitsgrade (Leicht bis Legendär) sind dabei sehr gut ausbalanciert und bieten
für Einsteiger bis Profis immer eine ordentliche Herausforderung. Auch auf dem PC wird auf das
Checkpoint-System zurückgegriffen, welches jedoch insgesamt sehr großzügig mit Rücksetzpunkten
ist, so dass lediglich PC-Quicksave- Fetischisten einen Grund zum Nörgeln hätten. Da sich Halo
2 spielerisch in keiner Weise vom Xbox-Vorbild unterscheidet, sei an dieser Stelle auf das Review
zur Xbox-Version verwiesen, welches Level, Spielablauf, Gegner, Fahrzeuge und Waffen genauer
beleuchtet.
Durch die Xbox Live Integration können PC Spieler auch sogenannte Achievements erwerben und
bis zu 1000 Gamerscorepunkte sammeln. Eins der größeren Mankos der Konsolen-Version war (wie
auch schon in Halo 1) die optisch eher öden Innenabschnitte. Dies hat sich mit Halo 2 für die
Xbox nicht geändert und auch die PC-Fassung zeigt hier optisch keine Verbesserung. Es gibt zwar
unterschiedliche Wand- und Bodenfarben, aber insgesamt wirken die Levels recht steril und es
fehlt oftmals an einer optisch stimmigen Ausleuchtung. Aber das wäre ja alles nicht so schlimm,
wenn der "Oldie" wenigstens anständig laufen würde. Leider hat die Vista-Umsetzung jedoch die
unschöne Angewohnheit, einen doch recht erheblichen Hardwarehunger zu besitzen. Sind erst einmal
die Daten geladen, dann läuft Halo 2 jedoch zumindest einigermaßen zufriedenstellen, aber leider
kommt es immer wieder zu merklichen Verzögerungen und Aussetzern. Insbesondere wenn ein neuer
Teil des Levels nachgeladen wird. Positiv ist im Vergleich zur Xbox-Version die Ladezeit vor
dem Levelstart hervorzuheben, die lediglich wenige Sekunden beträgt und einen flott ins Spiel
einsteigen lässt. Dafür wurde jedoch, wie beim Vorgänger, wieder einmal der Splitscreen-Coop
gestrichen. Vielleicht wäre es ja zu viel verlangt gewesen, den Coop im LAN oder Internet zu
ermöglichen, aber gerade wenn das Spiel Vista-Only ist und das Xbox 360-Gamepad auf Anhieb und
ohne Konfiguration funktioniert, dann wäre ein Splitscreen-Modus auf dem PC eine Selbstverständlichkeit
gewesen, besonders weil sich Halo 2 auch auf dem PC wunderbar mit dem Gamepad steuern lässt.
Wer sowieso schon immer mit Pad gespielt hat, wird sich darüber vermutlich sogar sehr freuen,
da es sich mit Maus & Tastatur-Kombination ein wenig anders, sprich etwas träger / leicht schwammiger,
spielt, als man es von anderen Shootern her kennt. Lediglich im Bereich Sniper ist man mit der
Maus doch etwas treffsicherer.
Im PC Port ist aber nicht nur die Kampagne enthalten, sondern auch der bei Xbox-Spielern
sehr beliebte Onlinemodus. Wie schon eingangs geschrieben, können PC Spieler auch mit der kostenlosen
Xbox Live Mitgliedschaft online spielen. Allerdings können solche Leute lediglich anderen Spielen
beitreten. Matchmaking, das Aufsetzen eigener, privater Server (und sei es nur für Freunde und
Kumpels) und das Freischalten von Achievements ist nur für zahlende Kunden möglich. Wer jedoch
schon einen Xbox 360-Gold-Account hat, wird nicht doppelt zur Kasse gebeten, sondern kann den
gleichen Account auch auf dem PC verwenden. Auch wenn auf dem PC das 360-Gamepad verwendet werden
kann, so sind Onlinespiele gegen die Konsolenfraktion nicht möglich. Dafür bekommen Käufer der
Windows-Fassung jedoch von Anfang an einen große und umfangreiche Kartenauswahl geboten. Über
32 Maps stehen hierbei zur Auswahl und der mitgelieferte Editor ermöglicht nahezu unbegrenzten
Nachschub. Dieser muss zusätzlich installiert werden und belegt zusätzliche 300 MB auf der Festplatte.
Bis jedoch die erste Map wirklich fertig ist, wird einige Zeit vergehen. Der Einstieg ist nicht
sonderlich einfach und es gibt lediglich eine etwas oberflächlich gehaltene Hilfedatei, die
nicht ins Deutsche übersetzt wurde. Ob es sich außerdem überhaupt lohnt, Maps für Halo 2 zu
entwerfen bzw. ob in absehbarer Zeit gute Maps im Internet zu finden sein werden, darf durchaus
bezweifelt werden. Zwei bis drei Monate nach dem Launch tummeln sich lediglich um die 20 bis
30 Spieler auf insgesamt etwa 40 Servern. So ganz scheint sich die Halo 2-Vista-Kopplung mit
kostenpflichtigem Multiplayermodus nicht eingeschlagen zu haben. Da hilft es wenig, dass der
Mehrspielermodus durchaus eine spaßige Sache ist und auch recht ordentlich läuft.
Meinung
Halo 2 ist auf dem PC ein kleines Trauerspiel. Vor knapp vier Jahren habe ich mich geärgert,
dass die PC-Umsetzung vom ersten Teil 1 auf meinem AMD 2700 mit GeForce 4 und 1 GB RAM ruckelte,
obwohl der Titel auf der deutlich schwächeren Konsolenhardware butterweich lief. Jetzt, bei
Teil 2, steht mit einem X2 6000+, 4 GB RAM und Geforce 8-Karte ein merklich potenterer Rechenknecht
unter dem Schreibtisch und schafft es wieder nicht, die Uralt-Konsole in Sachen flüssigem Gameplay
zu übertreffen. Gerade bei Ladepassagen ruckelt man sich kurzzeitig durch das Game und die Festplatte
arbeitet, als würde eine Defragmentierung im Hintergrund laufen. Es ist unbegreiflich, wieso
ein Spiel, das auf der Konsole von der DVD aus problemlos lief und in den Leveln keine Ladepausen
spürbar waren, nun unter Windows immer merkliche Aussetzer hat. Optisch und spielerisch hat
sich gar nichts verbessert. Von den öden Innenleveln bis hin zur inzwischen doch recht
angestaubten Grafik wurde alles haarklein übernommen. Wobei der Coop-Modus wieder einmal dem
Rotstift zum Opfer gefallen ist. Da wird nun sogar das Xbox 360 Pad direkt unterstützt und genau
die richtigen Gamepad-Buttons eingeblendet und dann schafft es der Entwickler nicht einmal,
den Splitscreen-Modus zu übernehmen. Allerdings hat Halo 2 in der Kampagne auch schöne Momente,
eine durchaus gute Gegner KI, ordentlich ausbalancierte Level, dazu eine klasse in Szene gesetzte
Geschichte und bietet stimmige Action - einen Leveleditor gibt es kostenlos obendrauf. Doch
wenn man dann die ganzen anderen überzogenen Anforderungen, wie Windows Vista, Onlineaktivierung
und teilweise kostenpflichtige Multiplayerinhalte, hinzuzieht, dann muss man sich wirklich wundern
und fragen, welche Zielgruppe Microsoft mit der Portierung eigentlich ansprechen will. Wer unbedingt
Halo 2 spielen will, der sollte sich lieber eine preiswerte Xbox, besser gleich eine 360 kaufen,
denn da läuft Halo 2 auch mit schönerer Grafik, einem zweiten Kontroller und ohne den Bedarf
in Hardware-Updates, Windows Vista und die PC-Version von Halo 2 investieren zu müssen.
Der Einzelspieler-Port ist ganz sicher keine 40€ wert und im Mehrspielermodus gibt es unter
Windows auch mehr als genug brauchbare Konkurrenz, die zudem keine laufenden Kosten verursachen
und dazu mehr aktive Onlinespieler anlockt. Der PC Version Halo 2 am Ende eine passende und
möglichst gerechte Endwertung zu geben fällt mir schwer. Das Gameplay ist durchaus spaßig, kann
wunderbar unterhalten, fordern und mit einer interessant erzählten Handlung aufwarten, aber
bei der ansonsten grauenhaften Portierung in der technischen Umsetzung kommt der Titel insgesamt
nur auf eine 4+.
Geschrieben am 29.09.2007, Testkonfiguration: AMD X2 6000+, 4GB, GeForce 8800GTS, SB Audigy2ZS
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