 |
Heart of Darkness
|
|
 |
 | Info |
|---|
| Autor | | 3+ |
 |   | | 2 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 2 |
 |  |  |  |
| Gesamt (34 votes) | | 2+ |
 |   | | 1.9 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 2.1 |
|
| Name: | Heart of Darkness |
| Genre: | Jump n Run |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 1998/09 |
| Publisher: | Infogrames |
| Entwickler: | Amazing Studio |
| Offiz. Sites: | NA |
| Links: | Composer Bruce Broughton |
| Hardware: | 90Mhz, 16MB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 84 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 95/98/ME, NT/XP, DX5 |
| Steuerung: | Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| Sprache: | Deutsch |
| Bemerkung: | auch für PS erhältlich |
| USK: | 12 |
|
 | | K O N T A K T ! |
 | | King of the Jungle |
 | | Welcome to Jurassic Park |
 | | Maulsperre für Sumpfmonster |
 | | Von Schattenwesen umringt |
 | | Dorf der Verdammten |
 | | Wurmkur |
 | | Aus den Augen, aus dem... Bauch? |
 | | Herr der Finsternis |
 | | Schleimiger gehts nicht |
|
| Heart of Darkness (review von yak) |
Nicht wundern, wenn euch der Titel des Games nichts sagt, wo es doch
auf keiner aktuellen Releaseliste zu finden ist.
Die Lösung dafür ist ganz einfach, da wir hin und wieder Reviews zu Spielen
schreiben, die wir im nostalgisch angehauchten Retro-Wahn in der Schublade,
auf dem Speicher, unter einer alten EGA Graphikkarte, versteckt in einer
Schachtel im Keller oder wohlgehütet im Klassikerregal gefunden haben
und uns freudig daran zurückerinnern, wie viel Spaß wir damals daran hatten.
Wir laden euch also herzlich ein, mit uns, nach Jahren der Erstveröffentlichung,
einen kleinen Rückblick auf vergangene Tage zu machen. Dabei soll im Gegensatz
zu unseren bisherigen Comments, die meist etwas knapp über alte Titel
berichteten, hier ausführlicher berichtet werden.
Darum habe ich auch das Spiel komplett noch mal durchgespielt und der
ein oder andere, der dies ebenso einmal praktiziert, wird überrascht sein,
wie viel Spaß man noch daran haben kann. Hier liegt natürlich bei der
mittlerweile üblichen hochgezüchteten Graphik und der kinoreifen
bombastischen Sounduntermalung der Blick wesentlich geschärfter auf dem
Gameplay. Das "Technikverblenden" fällt damit eigentlich so gut wie aus
und die Bewertung richtet sich dementsprechend viel konzentrierter auf
die Spielinhalte.Eigentlich eine Sichtweise, die man auch bei Graphikblendern
der heutigen Zeit viel stärker forcieren sollte.
Vor 5 Jahren waren also Kinosound und fliessende Animationen sicher noch
nicht an der Tagesordnung, auch wenn damals gerade neuste Soundkarten
und 3D Graphikbeschleuniger Einzug in die PC-Spielergemeinschaft nahmen.
Vor 5 Jahren kam dann endlich ein Spiel "zur Welt", das schon zum Releasezeitpunkt
eigentlich technisch veraltet war, weil es durch Produktions-/Finanzprobleme
bereits lange auf Eis lag, aber durch den Publisher Infogrames damals
wieder aufgenommen wurde, weil deren Firmenchef vom Konzept des Spieles
überzeugt war.
Eine mitreißende Story mit charmanten Figuren, fließenden Animationen
und tollem Sound sollten die Spielerherzen erfreuen. Leider waren zum
Releasezeitpunkt die Kundenwünsche alles andere als auf 2D Jump & Runs
mit Adventure & Puzzleeinlagen gerichtet. Die Spieler wollten 3D Shooter,
um ihre neuste Hardware von der Bauart Voodoo 3D zum Rauchen zu bringen
und möglichst viel Alienschleim auf dem Levelboden verteilen. Unreal,
Half Life und Konsorten waren angesagt.
Wer will da schon ein Spiel, in dem ein kleiner Junge mutig den Entführer
seines Hundes Whisky im Herzen der Dunkelheit besiegen muss.
Ich wollte es :-)
Da mein Herz schon immer für Jump & Runs schlug, seit ich Besitzer eines
SNES war, konnte ich es kaum abwarten, waren doch die beschriebenen Produktfeatures
wegweisend. Alles erinnerte ein wenig an Klassiker wie Another World und
Flashback, nur mit dem Unterschied, dass man hier eher in Richtung Knuddel-
und Zeichentrickfilm ging. Zudem wollte man Render-Zwischensequenzen liefern,
die wegweisend sein sollten. Daraus wurde aber leider nichts mehr, da
mittlerweile die technische Entwicklung das Projekt einwandfrei überholte
und somit die Sequenzen zwar noch gut, keinesfalls aber mehr überragend
wirkten.
Aber es ist nicht zwingend die Technik, die den Spielspass und die Atmosphäre
verstärkt. Eine gute, dichte Story, Identifikation mit den Figuren, ein
glaubwürdiges Szenario, realistischer Sound und die Liebe zum Detail wie
auch eine gute Steuerung lassen vieles andere vergessen. So darf man sich
nicht darüber ärgern, dass man auf Features wie 3D-Karten- Unterstützung
und 4-Kanalton verzichten muss und eine Max-Bildschirmauflösung von 512
x 384 Pixel sicher nicht mehr als State of the Art zu bezeichnen ist.
Mich hat es damals nicht gestört und auch heute, 5 Jahre später, nicht.
Dafür bekommt man erstklassige Animationen, die den kleinen Andy und seine
Gegner auf den Screen zaubern, und immer noch außergewöhnlich beeindruckend
wirken.Mein Namensvetter Andy klettert, springt, schwimmt und kriecht,
wie man es aus einem gut animierten Zeichentrickfilm kennt. Die Schattenwesen
schleichen und krabbeln an den Wänden, um nach Andy zu schnappen. Sie
winken anderen Monstern zu, näher zu kommen und machen zwischendurch ihre
Faxen. Das sieht alles sehr glaubwürdig und vor allem spontan aus, etwas,
dass man an heutigen Spielen oft vermisst. Die vorgerenderten Hintergründe
sind liebevoll und phantasiereich gestaltet. Es entsteht nie der Eindruck,
lediglich an einer "Tapete" vorbeizulaufen, denn vieles wurde mittels
Animationen ins Spiel eingebaut. So fallen riesige Dinosaurierskelette
zusammen und bilden eine Brücke, die Figuren werfen auf den Hintergrund
physikalisch korrekte Schatten (was auch im späteren Verlauf fürs Gameplay
wichtig wird) und auch auf Wassereffekte braucht man nicht zu verzichten.
Der Sound ist beeindruckend. Die Geräusche sind immer noch großartig.
So hört sich der wilde Haufen der Schattenwesen wie ein mittleres aufgescheuchtes
Affenhaus an. Ein Kreischen und Jaulen lässt so oft den nächsten Gegner
vermuten. Die Sprachausgabe ist hervorragend und professionell besetzt.
Ein absolutes Highlight ist ohne Zweifel die Musik zum Spiel und für viele
Filmmusikliebhaber der Komponist Bruce
Broughton (Silverado,
Tombstone,
Tiny Toon,
Lost
in Space, Presidio,
Bernhard & Bianca i.K.(Rescuers
Down Under), J.A.G.)
sicher kein Fremdwort. Heart of Darkness liefert nach meinem Kenntnisstand
den ersten mit vollem Orchester eingespielten Soundtrack für ein PC Spiel.
So bekommt man gleich in der Eröffnungssequenz die volle Orchesterladung
des Sinfonia
of London zu Gehör (Hörproben).
Ein phantastisches Hauptthema führt uns in die Geschichte ein und braucht
sich nicht hinter Soundtrackgrößen wie Star Wars, Superman, Star Trek
& Co zu verstecken (Hörprobe).
Eine grandiose Komposition, dramatisch, humorvoll und voller Abenteuer
und Energie, die zum Glück auch vom Label Intrada
als Audio CD veröffentlicht wurde. Für Filmmusikliebhaber ein MUST HAVE
Titel. Leider bekommt man die Musik nur in den Zwischensequenzen zu Gehör,
die die Storyelemente und Level miteinander verbindet. Da die Sequenzen
aber auch mitten in einem Level eingebaut wurden und nahtlos mit in die
Spielgraphik eingebunden sind, kommt es niemals zum Bruch zwischen Spiel
und Zwischensequenz.
Gespielt wird Heart of Darkness wahlweise über Tastatur oder auch mittels
Gamepad. Das Spiel wies keinerlei Bugs auf und läuft auch noch problemlos
mit neusten Steuereinheiten und Betriebssystemen. Auch Besitzer älterer
Hardware dürfen das Spiel genießen, sind doch die Hardwareanforderungen
altersbedingt noch mit einem Pentium 90 vollkommen ausreichend.
Das Gameplay orientiert sich an einem klassischen Jump & Run mit Puzzleeinlagen.
Die Geschichte beginnt damit, dass Andys Hund Whiskey bei einer Sonnenfinsternis
vom Herrscher der Dunkelheit entführt wird. Andy macht sich dann auch
gleich auf die Reise mit seinem Flugmobil, welches er im Baumhaus für
Notfälle zusammengebaut hat. So landet er nach einem waghalsigen Flug
im Reich der Schatten. Gut, dass Andy seine Strahlenkanone mitgebracht
hat, denn damit kann er den Schattenwesen zeigen, wo es lang geht. Schatten
sollte Andy möglichst aus dem Weg gehen, denn oft verbirgt sich dahinter
eine große Gefahr. Deswegen sollte er besser alles mittels Strahlenbehandlung
so weit bringen, dass es keinen Schatten mehr wirft. Andy kann mittels
der Strahlenkanone das Umfeld an bestimmten Stellen deformieren, um so
weiter ins Herz der Dunkelheit zu gelangen. Aus einem alten Dino-Knochen
wird dann z. B. eine Brücke. Doch alles scheint so einfach, bis ein riesiges
Monster Andys Waffe verschluckt und er wehrlos den Schatten ausgeliefert
ist. Nun heißt es, mit Köpfchen zu arbeiten und den Level genau zu erkunden,
womit wir bei den Rätseln angelangt sind, die jedoch jeweils logisch sind
und perfekt ins Spielgeschehen passen. So bemerkt Andy z. B., dass bösartige
fleischfressende Pflanzen durch kleine grüne Wesen abgelenkt werden und
diese fressen, statt nach Andy zu schnappen. Oder aber, wenn man später
durch einen Meteor die Kraft erhält, grüne Energieladungen auf die Gegner
abzufeuern. Diese Kraft wirkt gleichzeitig auch auf die Vegetation und
Pflanzensamen wachsen sekundenschnell zu Kletterranken oder umgekehrt,
um als Leiter zu dienen, doch Vorsicht, dass die Ranken keinen Schatten
werfen, ansonsten greifen die Kletterranken nicht nach dem Fels, sondern
nach unserem kleinen Helden und freuen sich über das Frühstück. Also sollte
der Samen an der richtigen Stelle plaziert werden. Kleinere Schalterrätsel
gesellen sich dazu und man muss sogar später Gegner als Ablenkungsmanöver
für andere Bösewichte missbrauchen. So gibt es Gegner, die nach einem
Beschuss zu Gegner-Eiern werden, die nach kurzzeitiger Ausbrütphase in
doppelter Anzahl erneut auftauchen, sollte man sie nicht vorher zu Rührei
verarbeiten. Die Methode kann aber dazu verwendet werden, um an einer
Stelle, an der sich fiese Fresswürmer aus der Felswand wühlen, als Ablenkung
zu fungierenl. So sorgt man für genügend Gegneraufkommen und die Fresswürmer
sind durch das erhöhte Lebensmittelangebot so lange abgelenkt, bis
Andy unversehrt an ihnen vorbeigeklettert ist.
Sehr schön und bisher noch in keinem anderen Jump & Run hat man folgendes
realisiert. Einige Gegner halten Andy fest, damit ein anderer ihn angreifen
oder im schlimmsten Falle sogar komplett verschlucken kann, so dass lediglich
sein kleiner Turnschuh als Überrest verbleibt. Hält ihn ein Gegner fest,
ist Andy jedoch nicht hoffnungslos verlorenen. Durch Hin- und Herschütteln
kann er ihn loswerden und dann mittels seiner Waffen unschädlich machen.
Andy kann die Schattenwesen zudem in Levelbereiche locken, die von Licht
durchflutet werden, was ihnen gar nicht gut tut :-)
Heart of Darkness bietet damit genügend Abwechslung und ist immer noch
ein innovatives und gelungenes Jump & Run. Es gibt so viele kleine Details
zu entdecken, die immer noch Spaß machen. So z. B. das riesige Sumpfmonster.
Andy hängt an einem Seil gebunden von einem Baum herab. Wartet man zu
lange, so schnappt einen das Monster. Schaukelt man jedoch etwas, erreicht
man einen Stock, mit dem man dann beim Zuschnappen für eine gehörige Maulsperre
sorgen kann. Das Spiel bietet drei Schwierigkeitsgrade, die sich durch
Monsteraufkommen und Aggressivität unterscheiden. Der leichte Level ist
eigentlich schon ausreichend schwer, weil der Endfight auch da schon relativ
schwierig, aber dennoch schaffbar ist. Gespeichert wird automatisch nach
allen 3-4 Screens. Die Spielzeit ist jedoch mit ca. 5-6 Stunden recht
kurz, tut dem Spaß aber dennoch keinen Abbruch. Hat man den Herrscher
der Dunkelheit besiegt, gibt es noch einen netten Bonus. Am Ende bekommt
man das Finale nochmals als 3D Video präsentiert (eine Rot/Grün 3D Brille
vorausgesetzt, die der Vollversion, sicher aber nicht den Budgetversionen
beiliegt).
Heart of Darkness ist immer noch ein Spiel, was auch nach 5 Jahren Spaß
bereitet und wohl am ehesten einem gelungenen Spiel für die ganze Familie
entspricht. Wer es verkraften kann eine niedrige Bildschirmauflösung zu
akzeptieren findet ein gelungenes, filmgleiches Spielerlebnis. Ein Spiel,
wo Gameplay und Story im Vordergrund steht und sicher nicht enttäuscht.
Jump & Run Fans sollten es in jedem Falle in ihrer Sammlung haben. Das
Spiel ist bereits länger als Budgettitel für ca. 5-8 Euro erhältlich.
Geschrieben am 08.02.2003, Testkonfiguration: AMD2100+, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
|