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Herr der Ringe: SuM
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 | Info |
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| Name: | Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde |
| Genre: | Echtzeitstrategie |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2004/12 |
| Publisher: | Electronic Arts |
| Offiz. Sites: | Game |
| Links: | Tolkiengesellschaft |
| Links: | Tolkienonline (engl.) |
| Hardware: | 1.3Ghz, 256MB RAM, 32 MB D3D T&L, HD 3400 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Multilingual |
| zensiert: | nein |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1.03 |
| Bemerkung: | nur auf DVD |
| USK: | 12 |
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 | | Versprechen |
 | | Realität |
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| Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde (review von nali_warcow) |
"Ein Ring sie zu knechten." Daran konnte man sich in den letzten Jahren mehrfach zur
Weihnachtszeit erfreuen, als der jeweils nächste Teil der Herr der Ringe Trilogie in die Kinos
kam. Doch im Jahr 2004 muss man auf ein weiteres Leinwandabenteuer verzichten, jedoch darf man
sich endlich die erweiterte Fassung auf DVD anschauen. Abhilfe gibt es jetzt auch in Form eines
weiteren Herr der Ringe-Spiels von EA. Basierend auf der C&C
Generals-Engine bläst EA Pacific damit zum Großangriff. In bislang sehr eindrucksvollen
Trailern und "Hinter den Kulissen-Videos" wurden die Käufer entsprechend stimuliert
Mitte Dezember die Läden zu stürmen. Wie sich das Mammutprojekt im Vergleich zu anderen RTS-Games
schlägt und was sich hinter der Lizenzfassade befindet, soll das Review klären.
Inzwischen hat bei den PC Spielen langsam, aber sicher auch das Zeitalter der DVD begonnen
und dadurch gibt es das Game auch nur auf dem modernen Datenträger im Multilingualformat. Die
knapp 3,4 GB sind recht fix installiert und schon kann es losgehen. Bis dahin kann man etwas
im 50 Seiten starken SW-Handbuch blättern und sich mit den Grundlagen des Spiels vertraut machen
und Einheiten und Technologieeigenschaften studieren. Die Savegames des Spiels sind unerklärlicherweise
etwas versteckt in Anwendungsdaten unter "Meine Die Schlacht um Mittelerde-Dateien" abgelegt.
Es gab keinerlei Probleme mit dem Kopierschutz oder schwere Bugs/ Abstürze.
Eine Handlung, die man kennen sollte
Es wird sicherlich kaum jemanden verwunden, wenn es nun heißt, dass in "Die Schlacht um Mittelerde"
der Spieler die Ereignisse der Filme/ Bücher nachspielt. Die Gemeinschaft des Ringes ist auf
dem schweren Weg zum Schicksalsberg, um dort den Ring zu zerstören. Allerdings hat der dunkle
Herrscher Sauron etwas dagegen und will den Ring haben, um ganz Mittelerde zu unterwerfen. Für
die Menschen, Elben & Co steht damit eine ganz düstere Zukunft bevor und es hängt alles
davon ab, ob sie es schaffen, ihr Ziel zu erreichen. Doch bis dahin ist es ein weiter und gefährlicher
Weg. Im Gegensatz zum Film gibt es nicht nur die Möglichkeit sich mit Frodo, Sam und den anderen
Gefährten durchzuschlagen, bis der Ring im Schicksalsberg vernichtet und Sauron am Schwarzen
Tor geschlagen wurde, auch die "böse Seite" ist spielbar. Somit gibt es die Möglichkeit, auch
dem dunklen Fürsten zum Sieg über ganz Mittelerde zu verhelfen und die bekannten Schlachten
um Minas Tirith oder Helms Klamm zu gewinnen. Woran es im Spiel jedoch hapert ist die Präsentation
der Story. Im Gegensatz zu beispielsweise dem Actionspiel "Die
Rückkehr des Königs" gibt es keine zusammenhängenden Videos zwischen den Missionen, die
die Geschichte erleben lassen. Hier sieht man auf einer Karte die Armeen herumziehen und ggf.
vor und nach den Missionen eine kleine mit der Engine nachgestellte Filmszene, doch wer die
Handlung nicht kennt, bekommt nicht mehr als einige lose Missionen präsentiert.
Simples Spielprinzip
Damit sich ein Herr der Ringe Spiel an eine breitere Käuferschicht statt ausschliesslich
an Hardcoregamer richtet, wurde bei EA Pacific daran gewerkelt, das Game einfach und überschaubar
zu gestalten. In den beiden Kampagnen gibt es keinerlei Tutorial, die Grundlagen werden nebenbei
in den Missionen erwähnt oder aber unerfahrene Spieler können sich eine Reihe an Videotutorials
anschauen, die entsprechende Aufbau oder Kampflektionen im Crashkurs zeigen, ansonsten muss
das Handbuch konsultiert werden. Im Gegensatz zu vielen anderen RTS-Games kann man bei Schlacht
um Mittelerde nicht frei wählen, wo man welche Gebäude bauen möchte. Es gibt vier unterschiedliche
Baupositionen auf den Karten. Auf kleinen Siedlungen kann nur ein wirtschaftliches Gebäude,
wie z. B. eine Farm, Schlachthof oder Holzfällerlager, je nach Fraktion, errichtet werden. Ein
Vorposten, den man für etwa 800 Rohstoffeinheiten bauen kann, bietet dann drei Bauplätze an,
auf denen man dann an den festen Positionen beliebige zur Verfügung stehende Gebäude wie
z. B. Kasernen, Technologiegebäude oder Rohstofflieferanten errichten kann. Große Festungen
bieten neben mehr Bauplätzen auch die Möglichkeit, zusätzlich am äußeren Ring, Türme zu bauen
bzw. die Menschen haben automatisch eine Lager-Mauer, was Rush-Angriffe vereitelt. Im Spiel
gibt es lediglich das "Rohstoffkonto", wo die Erzeugnisse vom Schlachter oder der Farm zusammengezählt
angeführt werden. Bis auf das Holzfällerlager auf der "bösen Seite" handelt es sich dabei
um reine stationäre Gebäude, die kontinuierlich etwas erzeugen. Auf den Karten findet man außerdem
auch den ein oder anderen Schatz (meist in einer Höhle, wo man die Tiere im Umfeld und die Höhle
zerstören muss, um daran zu kommen). Mordor hat außerdem die Möglichkeit, als passive Fertigkeit
Rohstoffe für jeden besiegten Gegner bzw. jedes zerstörte Gebäude zu bekommen. Mit den gesammelten
Gütern werden dann weitere Gebäude gebaut, die von Fraktion zu Fraktion etwas variieren. Ausbildungsstätten
für unterschiedliche Einheiten, Technologiegebäude und Updates werden davon bezahlt. Kommen
die Einheiten noch in recht gewohnter Art und Weise aus dem Gebäude, so sammeln nicht nur die
Einheiten Erfahrung und steigen in eine höhere Stufe auf, auch die Gebäude verbessern sich im
Laufe der Zeit. Die Wirtschaft erhöht den Output und eine Kaserne kann durch die Ausbildung
von Einheiten von Level 1 bis Level 3 aufsteigen. Der Vorteil besteht dann darin, dass dort
bessere Einheiten ausgebildet werden (also z. B. ein Bogenschütze Stufe 2 oder 3). Außerdem
sind Gebäude einer bestimmten Stufe Grundvoraussetzung für einige Updates. Möchte man beispielsweise
Feuerpfeile, die nicht nur schick aussehen, sondern auch +15 Schaden verursachen, benötigt man
dafür beispielsweise für Mordor erst eine Ork-Grube Stufe 2. Dumm nur, wenn man das Truppenlimit
erreicht hat und keine neuen Einheiten in dem Gebäude ausbilden kann, da man so auf die entsprechende
Technologie erst mal verzichten muss. Nun kann man das Update erforschen, doch damit ist es
noch nicht getan. Durch die Forschung ermöglicht man nur diese Technik, jeder Trupp muss dann
erst noch separat das Feuerpfeilupdate bekommen, was ordentlich ins Geld geht und immer zusätzlich
Klicks bei ausgebildeten Truppen erfordert. Ähnlich verhält es sich beispielsweise mit Updates
für die Panzerung der Einheiten. Es ist keine Einstellung möglich, um automatisch das Update
mit zu entwickeln. Die Einheiten kommen nicht einzeln aus den Lagern heraus, sondern meist in
kleinen Gruppen, welche sich nach der Schlagkraft der Einheit richtet. Bei den schwachen Orks
sind es größere Gruppen als z. B. die Reiterei von Rohan. Höhlentrolle dagegen werden einzeln
ausgebildet, genauso wie Belagerungswaffen. Jede Einheit kostet Kommandopunkte und man kann
nur so lange Einheiten ausbilden, wie das Limit noch nicht erreicht ist.
Gut vs. Böse - Einheiten, Technologien & Unterschiede
Auch wenn es eigentlich nur zwei Seiten im Spiel gibt, so wurden daraus vier spielbare Parteien,
die sich mal mehr und weniger stark voneinander unterscheiden. Die Rohstoffversorgung ist bis
auf Gebäudeunterschiede gleich und die Menschen können sich über den erwähnten Wall ums Lager
freuen. Die vier Parteien (Rohan, Gondor, Isengart und Mordor) haben jeweils unterschiedliche
Schwerpunkte bzw. Spielstrategien, mit denen sie am Stärksten sind. Unterschiede wie beispielsweise
in WarCraft 3 gibt es nicht. Die Reiter
der Rohirin reiten, von Lanzenträgern abgesehen, jeden Fußtrupp blitzschnell zu Boden und ermöglichen
schnelle Ausfälle. Die Einheiten Gondors dagegen setzen auf gute Panzerung der Ritter und Turmwachen
und kämpfen sich langsam durch die Feindeshorden. Isengart setzt auf eine Mischung aus Blitzangriffen,
beispielsweise Wargreiter und Uruks mit Lanzen, Schwert oder Bogen. Wie aus dem Film bekannt,
so können Minen zur Sprengung von Mauern hergestellt werden. Doch keine Schlacht in Herr der
Ringe wäre komplett ohne die Helden. Da kämpfen Legolas, Gandalf, Baumbart, Saruman oder der
Hexenkönig auf den Schlachtfeldern gegen den Feind. Die Helden, wenn man sie in der Einzelspielerkampagne
ordentlich bis Level 10 aufsteigen lässt, können ein ganzes Heer von Feinden beseitigen,
wobei sie natürlich auf entsprechende Fertigkeiten wie z. B. Feuerball, Blitze, etc, zurückgreifen.
Selbst die in den Filmen eher schwächlicheren Charaktere nehmen es doch mit einer ganzen Reihe
an Gegnern auf. Schon angesprochen wurde der Erfahrungspunkteaufstieg für Einheiten, der in
der Schlacht steigt. Gebäude steigern die Produktion und mehrere Gebäude eines Typs bringen
auch noch Boni, wie z. B. geringere Preise oder schnellere Produktion eines Einheitentyps. Wie
in anderen Echtzeitstrategiespielen auch, so existieren in den Gebäuden Updates, so dass die
Einheiten besser gepanzert sind, Feuerpfeile für jeden Trupp gekauft werden können oder man
beispielsweise die Rohstoffe für zerstörte Gebäude in Anteilen zurück bekommt. Diese Updates
und Eigenschaften schwanken etwas von Partei zu Partei. Außerdem gibt eine ganze Reihe an Fähigkeiten,
die man in einem Techtree freischalten kann. Benötigt werden dazu "Punkte" für den Ring bzw.
Elbenstern. In der Kampagne bekommt man u. a. solche Punkte für den Sieg auf bestimmten Karten,
und außerdem - bzw. im Mehrspielermodus ausschließlich - durch Kämpfe. Für jede getötete Einheit
füllt sich der Kreis um den Ring / Stern und bei 100% gibt es einen neuen Punkt. Diese Punkte
kann der Spieler in aktive und passive Fähigkeiten verteilen. Je stärker die Fähigkeit ist,
desto mehr Punkte braucht man. Für Heilung auf der "Guten" bzw. Kriegsgesang auf der "Bösen"
Seite braucht man z. B. nur einen, wer jedoch die Armee der Untoten herbeirufen möchte, muss
deutlich mehr ausgeben. Doch man kann sich nicht einfach nur die beliebtesten Sachen auswählen.
Erst sind die entsprechenden "geringeren" Fähigkeiten zu entwickeln, damit man im Fähigkeitenbaum
weiter nach "unten" kommt. Die Auswahl ist recht unterschiedlich. Neben der angesprochenen Heilung
können die "Guten" Verbündete in mehreren Varianten herbeirufen, wie Ents, Elben, Reiter von
Rohan oder Adler, die dann für eine kurze Zeit steuerbar sind und frei auf der Karte "platziert"
werden können. Nach jeder Benutzung dauert es erst wieder etwas, bis man diese erneut einsetzen
kann. Passive Fähigkeiten wie beispielsweise, dass ein Held wie Gandalf mehr Schaden verursacht
oder die Armee von Mordor für jeden Kill neben Erfahrung auch Rohstoffe bekommt, sind passive
Fähigkeiten, die man nur einmalig "kaufen" muss.
Zwei Kampagnen um einen Ring
Egal für welche der beiden spielbaren Seiten man sich entscheidet, der Spieler landet auf
einer ansehnlich gestalteten Übersichtskarte der Welt. Auf Seiten der Guten beginnt die erste
Mission in den Minen von Moria, wo man die Heldentruppe durchlotsen muss oder aber als aufstrebender
böser Herrscher beginnt man mit der Baumfällung in Isengart. Diese "Welt" ist in lauter unterschiedlich
große Regionen unterteilt und gaukelt eine freie Missionswahl vor, was jedoch nur teilweise
stimmt. Die ein oder zwei Armeen des Spielers können nur sehr begrenzt frei agieren. Entweder
gibt es nur eine nächste Mission, sprich eine Pflichtmission oder aber es gibt zwei oder mehr
Missionen zur Auswahl. Allerdings ist diese Auswahl recht gering und ob man nun erst Mission
A und dann B macht ist fast vollkommen unbedeutend, da sich Ziele und oder Gegner auf der Karte
nicht ändern. Was man jedoch nicht genau weiß, ist, wann die freie Auswahl nicht mehr möglich
ist. Hat man beispielsweise vier Missionen und spielt Mission "1", dann geht der Storyverlauf
beispielsweise weiter und man kann erst mal keine der anderen vorher angebotenen Gebiete spielen.
Fängt man aber mit Mission "2" an, dann hätte man danach eine erneute Missionswahl.
Es wäre ja eigentlich nicht so schlimm, wenn man mal eine Mission verpassen würde, doch erfolgreich
absolvierte Missionen bieten Vorteile. Jedes Gebiet erweitert die Möglichkeiten des Spielers.
Mal erhöht man die wirtschaftliche Produktion um z. B. 20 Prozent, wovon man in allen später
folgenden Missionen profitiert, so kann man evtl. mehr Truppen kommandieren oder verdient sich
zusätzliche Fähigkeitspunkte dazu. Da macht es dann mitunter doch einen Unterschied, ob man
nun mal 1-2 Gebiete übersprungen hat oder nicht, auch, weil man die Truppen meist von Schlacht
zu Schlacht übernimmt. Es lohnt sich daher also, dass die Truppen möglichst lange überleben
und einen hohen Rang haben und man vielleicht die maximale Truppenstärke besitzt. Hat man beispielsweise
eine Mission nur mit 20 Einheiten gerade so überlebt und macht sich dann an die nächste, in
der man z. B. eine gut gesicherte Stellung knacken soll, dann ist es etwas ganz anderes, als
wenn man die letzte Mission mit dem Maximum an möglichen Truppen beendet und der Gegner in der
nächsten Mission deutlich einfach zu besiegen ist. Ärgerlicherweise ist es in den "großen Schlachten"
leider nicht so, weil man dort fest vorgegebene Truppen bekommt.
Das Spiel besteht im Grunde genommen aus lediglich drei Missionstypen, wodurch die über 50
Missionen doch arg öde werden. Im ersten Typ ist man nur mit einer meist recht begrenzten Anzahl
an Einheiten/ Helden unterwegs und kämpft sich durch die Karte bis zu einem Ziel und der Basisbau
entfällt fast vollständig. Der zweite Typ ist eigentlich der, den man in den meisten Fällen
spielen darf. Man startet auf einer mehr oder weniger großen Karte gegen den Gegner. Man selbst
hat noch keine Basis, sondern startet neben einem ersten Vorposten und darf nun - wie in einem
freien Spiel - alles aufbauen und den Gegner, der auch mit Aufbauen beschäftigt ist, besiegen.
Da man jedoch die Truppen von Schlacht zu Schlacht mitnehmen kann, sind so manche dieser Missionen
nicht nur eintönig, sondern auch recht leicht. Insbesondere auf Seiten der "Guten" kann man
mit einem Reiterherr der Rohirin den Gegner meist recht schnell stark dezimieren, rushen, etc.
und die Missionen stellenweise in Rekordgeschwindigkeit schaffen. Die Horden Mordors haben es
da etwas schwerer, weil die Menschen Mauern um ihre Basen haben und man somit erst mit Belagerungsgeräten
die Mauern einreißen muss, dann müssen die Einheiten in die Basis, etc. Doch auch hier ist es
mit einer großen Armee gar nicht so schwer. Als letztes gibt es noch eine Reihe an Missionen,
die auf Film-Ereignisse basieren, wie z. B. die Vernichtung Isengarts, als man mit den Ents
den Staudamm zum Einsturz bringen muss, Sam durch Krankas Höhlen lotsen muss, Minas Tirith verteidigen
soll oder die Schlacht am Schwarzen Tor live miterleben kann. Die Schlachtmissionen (Helms Klamm,
etc.) zeichnen sich dadurch aus, dass sie - im Vergleich zu den anderen - 'ne ganze Ecke schwerer
gehalten sind. Mit recht wenig Einheiten - das Kommandopunktelimit ist sehr gering - soll man
da eine Stellung halten, Massen an Gegnern vernichten und dann am Ende jeweils auch die Feindbasen
vernichten. Im Film sorgt die Verstärkung unter Gandalfs Führung vor den Mauern von Helms Klamm
dafür, dass die Urukai geschlagen werden oder die Armee der Untoten den Gegner vor Minas Tirith
besiegt. Im Spiel bekommt man eine lächerlich geringe Reiterzahl, die auch schon bald wieder
verschwindet, bzw. für sehr kurze Zeit die Armee der Untoten, die jedoch schon fast wieder verschwunden
ist, bevor sie den ersten Gegner erreicht. Da man sich auch - aufgrund der bescheidenen KI -
um jeden Einheitentrupp selbst kümmern muss, werden so manche Verteidigungen zur Qual und erfordern
viel Geduld und unterschiedliche Ansätze. Auch gilt es einfach zu wissen, wann, wo welche Truppen
kommen, damit man diese schnell beseitigen kann. Haben es die Menschen ja auch in den Filmen
nicht leicht gegen die vielen Gegner, so präsentieren sich gerade diese "bekannten Schauplätze"
doch leider auf der "Böse Seite" als recht lieblos umgesetzt. Beispiel Helms Klamm: Als man
selbst die Festung verteidigen musste, hatte man nur wenige Einheiten und musste sehr lange
einem Ansturm von Gegner-Massen trotzen und bekam letzen Endes nach Ablauf der Zeit nur wenig
Reiter, um noch die ganze Karte zu säubern. Spielt man dann auf der Seite Isengarts, erhält
man eine überschaubare Armee und muss sich um den Nachschub selbst kümmern. Nicht mal Leitern
oder Sprengstoff für den Wall gab es. Erst durfte man eine Basis aufbauen und dann den Gegner
langsam aufreiben. Dieser bekam dann auch noch Unterstützung in Form der Ents, die man in der
Kampagne selbst bei der Verteidigung nicht bekommen hatte. In der Schlacht um Osgiliath hatte
man es auf Seite von Gondor schwer, den anstürmenden Horden über drei Brücken und Basen standzuhalten
und schließlich zu besiegen. In der Rolle Isengarts muss man sich diese "super Ausgangsposition"
erst mal erkämpfen. Etwas unlogisch, dass man auch nach der Vernichtung der Reiter von Rohan
gegen diese in der Schlacht um Minas Terith kämpfen muss. Selbst Helden, welche man vor einigen
Missionen beseitigen sollte (und dies auch schaffte) befinden sich mitunter später wieder quicklebendig
auf dem Schlachtfeld und bei den Schlachten wie z. B. Osgiliath, hat man dann auch nicht mal
das Heer, welches man über Missionen hinweg vergrößert und verbessert hat, sondern bekommt ein
08/15 Anfangsherr. Auch wenn die Missionen an unterschiedlichen, mitunter bekannten Schauplätzen
spielen, so fehlt es dem Spiel doch sehr an Abwechslung. Immer wieder gleiche/ ähnliche Aufgaben
fesseln da nicht lang und die Bonusziele sind mitunter auch recht bescheuert. Kombinieren sie
zwei Truppen oder lassen sie einen Troll einen Baumstamm ausreißen. Sind das Kontrollen, ob
mal jemand nach dem xten Mal "besiege alle Gegner" noch in die Missionsziele schaut? Neben der
schwachen Einheiten KI in bezug auf Selbstständigkeit, sind auch die CPU Gegner keine wirkliche
Herausforderung. Taktik oder geschicktes Vorgehen gibt es nicht. Man kämpft sich somit in den
Missionen immer von einer Basis/ Vorposten zum Nächsten, beseitigt das Haupthaus und Gebäude,
damit der endlose erscheinende Nachschub an Einheiten versiegt und dann wiederholt sich das
Prinzip beim nächsten Produktionsgebäude/ Basis. Oder aber der Gegner greift immer an der gleichen
Stelle an und sei es, dass er dabei halb um die Mauer des Lagers muss und die Einheiten dabei
jeweils von den Türmen und Bogenschützen in der Basis an einem Heilbrunnen aufgerieben werden.
Da kann man weggehen und 'nen guten Film sehen und würde auch nach Stunden keine Veränderung
feststellen. Wer darüber hinaus das umfangreiche Videotagebuch "Inside the Battle", Screenshots
oder einfach mal die Packungsrückseite, sehr viele Reviews oder die offizielle Screenshots angesehen
hat, wird meinen, dass er im falschen Spiel sei. Große Massenschlachten mit Hunderten an Einheiten
und die wunderbar monumentalen Momente der Filme werden da gezeigt. Selbst bei den Introvideos
zu "speziellen Missionen", wie z. B. der Schlacht um Helms Klamm, sieht man Massen an pixeligen
Punkten - sprich schlechte Videoqualität - angreifen und verteidigen. Wo dann gerade eben noch
im Einleitungsvideo oder auf Screens Massen an Bogenschützen in Dreierreihen zu sehen waren,
da stehen dann im Spiel 12 Einheiten auf der Mauer. All diese Bombastgrafik verpufft, sobald
die Mission beginnt. Etwa 400 Kommandopunkte hat man im späteren Verlauf der guten Kampagne
und etwa 20 bis 30 werden für einen Trupp mit 6 bis 8 Einheiten benötigt. Also sind da maximal
um die 100 Einheiten sind. Fast schon zu viel, um die kompletten Mauern(!) von Minas Tirith
abzusichern, gleichzeitig aber auch für Ausfälle Reiter zu haben und die schlussendliche Vernichtung
des Gegners vor den Toren zu bewerkstelligen. Sicherlich, es macht auch mit nicht so vielen
Einheiten Spaß, aber überall - nur nicht im Spiel - werden Massen gezeigt, was soll das?
Handhabungs- und KI-Desaster
Die Command & Conquer Reihe ist ein Phänomen für sich und daher gibt es auch in den aktuellsten
Games der inzwischen EA Pacfic genannten Entwickler, mindestens die gleichen Schwächen wie in
den Urversionen der Serie und noch mehr dazu. Leider ist irgendwie bei den Entwicklern die Uhr
stehengeblieben und der Spieler bekommt antiquierteste Steueroptionen. Doch der Reihe nach.
Sehr schön und übersichtlich sind die Menüs und die Oberfläche optisch gelungen. Da kann man
nicht meckern. Doch man fängt sich als fortgeschrittener Spieler schon an darüber zu ärgern,
dass es nur eine sehr begrenzte Anzahl an Hotkeys gibt und diese selbst gar nicht neu definieren
kann. Sehr groß sind Unterschiede im HUD bei Echtzeitstrategiespielen nicht. Irgendwo ist immer
eine dicke Leiste mit Buttons und Infos, wenn man sie auch - je nach Spiel - verkleinern oder
ausblenden kann. Bei der Schlacht um Mittelerde wollen die Entwickler auch hier neue Wege gehen
und haben das alles etwas verkleinert und optisch ansprechender gestaltet. Dieses Palantir-Menü
ist allerdings eher optisch statt spielerisch eine Bereicherung. So wechselt sich links unten
eine Karte der Mission mit kleinen Videos ab, die immer dann eingespielt werden, wenn entsprechende
Filmereignisse geschehen, wie z. B. Verstärkung in Form der Untotenarmee. Im Spiel sieht man
dann für einige Zeit die Karte nicht und gerade das ist in den großen Schlachten sehr ungünstig.
Dazu gibt es Infos wie Rohstoffe, Fähigkeitspunkte, Einheiten/ Limit, etc. Wie in anderen Spielen
üblich, so kann man auch Gruppen bilden. Hat man aber nun z .B. 10 Reiter und 10 berittene
Bogenschützen markiert, dann gibt es keine Möglichkeit, mal schnell zu den Bogenschützen zu
springen bzw. sie anzuwählen oder aber mal überhaupt zu sehen, was man markiert hat. Es gibt
lediglich ein Icon einer Einheit bzw. einer Gruppe am Palantir. Die Auswahl an Möglichkeiten
ist da auch nicht groß. Ab und zu gibt es zwei Formationen oder die Möglichkeit, allen ausgewählten
Einheiten (aber nur bei Einheiten eines Typs) zu updaten. Punkte für Angriffsverhalten oder
einen Stopbefehl (diesen jedoch als Shortcut) gibt es nicht. Und gerade hier möchte man so oft
etwas einstellen. Die KI des Spiels bekommt es einfach nicht gebacken, ganz gleich in welcher
Situation man sich befindet. Fast nie läuft es so, wie man es möchte. Da werden Einheiten angegriffen
und der Feind befindet sich außerhalb der Reichweite. Es wird nichts unternommen und so würde
sich eine ganze Armee von einem Bogenschützen abschlachten lassen. Der Kumpel neben einem wird
abgeschlachtet? Ist doch egal. Lediglich wenn Reiter angreifen und es stehen zufällig einige
Lanzenträger fast im Weg, agieren diese. Doch insbesondere bei größeren Heeren von Mordor ist
die Beaufsichtigung der Truppen schwerer als einen Sack Flöhe zu hüten. Dann rennt mal wieder
eine Einheit vor, direkt in die Feinde. Oder aber man will ein Lager angreifen, schickt einen
Trupp Einheiten hin, so dass möglichst alle Gegner darauf reagieren und gibt dem Trupp dann
ein weit entferntes Ziel. Die Gegner verfolgen die Einheiten bis ans Ende der Karte, wenn man
als Mensch nicht reagieren würde. In der Zwischenzeit greift dann die Hauptstreitmacht das Lager
an und plättet alles, auch wenn dort noch einige Einheiten irgendwo stehen, so lange man ihnen
nicht zu nahe kommt, reagieren sie nicht, wenn alles in Schutt und Asche gelegt wird. Überhaupt
nicht lustig ist es auch, wenn man mit ansehen muss, wie die Einheiten sich durch schmale Durchgänge
wie z. B. eine eingestürzte Mauer in eine befestigte Stellung bewegen. Nur nicht zu klug sein,
lieber erst mal um das Lager laufen, weil die andere Hälfte der Einheiten den Eingang blockieren.
Man kennt die Olifanten als recht starke Einheiten aus den Filmen. Auf einer freien Fläche kann
man sich auf eine Gegnerhorde recht gut ansetzen und sie trampeln bis zum Ziel hin alles nieder
und räumen in Gruppen wunderbar auf. Aber wehe ein Olifant muss sich erst drehen oder noch schlimmer,
soll mit ein Lager angreifen. Der "Stau" vor dem Eingang wird dadurch extrem verstärkt, die
Einheit zum leichten Ziel für Bogenschützen (und auch entsprechend schnell zu Fall gebracht)
und dann brauchen sogar drei von der Sorte Minuten bis sie ein popeliges Gebäude umgehauen haben.
Leider kann man Einheitengruppen auch immer nur ein Ziel zuweisen. Schickt man also eine größere
Gruppe in ein Lager, damit so dort z .B. das Haupthaus angreifen, dann stehen die ersten Reihen
davor und die anderen stehen dahinter und warten ab, was der Tag noch bringen wird. Etwas mehr
Eigeninitiative wäre da schon schön gewesen. Da aus einem Trupp beispielsweise zwei Einheiten
angreifen und drei nicht drankommen, kann man diesen auch manuell kein ein anderes Ziel zuweisen,
sondern darf zusehen, wie sie z. B. von Abwehrtürmen in der Zeit langsam aufgerieben werden.
Viel Mikromanagement gibt es auch bei Einheiten wie Höhlentrollen oder Ents. Diese können z.
B. Steine werfen oder sich mit Trümmerstücken oder Bäumen bewaffnen, doch man darf ihnen diese
Sache selbst in die Hand drücken und die Ents rennen auch nicht, wie in den Videos gezeigt,
selbstständig zum nächsten Wassertümpel, sondern muss dies selbst befehligen. Aber auch die
Nazguls sind wahnsinnig unselbstständig. Gibt man ihnen kein Ziel, dann flattern sie nur in
der Luft und machen nichts.
Multiplay & freies Spiel
Hat man die Kampagne, je nach Schwierigkeitsgrad und der Anzahl an Missionen, die man erledigt,
nach etwa 30 bis 60 Stunden abgeschlossen, so kann man sich an das freie Spiel bzw. den Mehrspielermodus
oder mitgelieferten Editor machen. Sowohl im freien Offline, LAN und Online-Game kann man sich
in beliebigen Konstellationen mit bis zu acht Spielern und CPU-Gegnern auf 38 Maps austoben.
Ein einfaches 1 on 1 ist genauso möglich wie epischere Schlachten 4 vs 4 (entsprechende Hardware
vorausgesetzt). Doch die Optionsauswahl ist sehr gering. Bis auf Teamfarbe und Spielpartei kann
nichts eingestellt werden. Sehr dürftig. Möchte man das Game online spielen, so ist auch erst
eine Registrierung bei EA mit Name, Vorname, E-Mail und Geburtsdatum nötig. Die Serverauswahl
ist zwar nicht so umfangreich und im Europabereich tummelten sich nicht immer sehr viele Spieler,
doch dafür sind die Server recht gut gefüllt. Natürlich befindet sich Schlacht um Mittelerde
erst noch am Anfang und es wird sicherlich/ hoffentlich noch einige Updates geben, doch so ganz
ist das Balancing noch nicht ausgereift (Vielleicht gibt es auch mehr Karten, Spieltypen oder
gar einen Zufallsgenerator). Im Gegensatz zur Armee der Untoten macht der Balrog so einen schwächlichen
Eindruck, auch wenn laut Onlinestatistik jede Partei etwa gleich oft (zwischen 24 und 25%) siegreich
war, macht beispielsweise Mordor einen etwas stärkeren Eindruck. Aber auch Rohan hinterlässt
einen gemischten Eindruck. So lange der Gegner entweder nicht geschickt vorgeht oder noch keine
Gegenwehr gegen die Reiterei hat, sieht es wunderbar aus. Aber wehe man wird beispielsweise
durch Mordor massiv mit Harradrim und Trollen konfrontiert, dann ist man schnell in der Enge.
Oder aber Rohan hat keinerlei Belagerungswaffen. Dafür müssen die Ents herhalten, doch diese
bekommt man nur am 5000 teuren Entthing. Auch die Helden sind stellenweise extrem stark und
starten auch gleich mit Level 10. Abzuwarten bleibt auch, wie es sich mit den Disconnects im
MP Modus entwickeln wird. Bislang werden diese nur unsichtbar für EA gesammelt und noch haben
Verlierer die einfache und bequeme Möglichkeit einfach das Game abzubrechen und so keine Niederlage
gutgeschrieben zu bekommen.
Grafik & Hardware
Schlacht um Mittelerde basiert auf der Sage 3D Engine, die auch schon bei C&C Generals eindrucksvolle
Leistung gezeigt hat. Inzwischen ist jedoch Zeit vergangen und die Ansprüche der Gamer sind
gestiegen. Insgesamt ist die grafische Leistung des Spiels sicherlich nicht schlecht. Wenn man
nicht gerade heranzoomt, dann sieht es überwiegend recht gut aus. Leider gibt es nur einen recht
beschränktes und nicht ganz so übersichtliches Zoom-Out. Insbesondere die Animationen wissen
zu gefallen. Die Soldaten verstecken sich hinter ihren Schilden, wenn Nazguls angreifen, Gebäude
und Mauern werden sichtbar demoliert, stürzen ein, es gibt neben Rauch auch sehr schön anzusehende
Hitzflimmereffekte. Lediglich etwas mehr Polygone bei den Einheiten wären 'ne feine Sache gewesen
und ab und zu gleiten die Einheiten eher über den Boden. Doch ansonsten bewegen sich die Einheiten
wunderbar, die Trolle rennen freudig in Richtung Gegner, die Reiterei prescht durch die Fußtruppen,
welche umherfliegen und nicht - wie ansonsten üblich in RTS-Games - einfach davor stehenbleiben
und anfangen zu kämpfen. Da jedoch nie so viele Einheiten an den Kämpfen beteiligt sind, sieht
es nicht so bombastisch aus, wie man es erwarten würde. Die Videosequenzen vor und nach einer
Schlacht zeigen zwar die 3D Engine, allerdings nur in sehr pixeliger Videoform. Da hätte man
doch eher auf erstklassige Videosequenzen aus den Filmen zurückgreifen sollen, wie sie ansonsten
unten in der Karte eingespielt werden. Die geringe Einheitenzahl war dann vermutlich Tribut
daran, dass es auch noch spielbar sein sollte und das war es auf dem Testsystem allemal. Spürbare
Ruckler gab es auch in den großen Massenschlachten um Minas Tirith oder dem Schwarzen Tor nicht.
Jedoch hatten unterschiedliche Grafikeinstellungen nicht sehr großen Einfluss auf die Performance.
Außerdem hat man mit nVidia Karten ärgerlicherweise mit erheblichen Grafikfehlern zu kämpfen,
wenn Hitzeffekte und FSAA aufeinandertreffen und das bei einem Spiel, welches das nVidia-Logo
trägt (The way it's meant to be played.). Eins von beiden muss abgeschaltet werden.
Sound & Musik
Die akustische Untermalung des Spiels lässt auch wenig Wünsche offen. Angefangen, dass DVD
sinnvoll genutzt wird und es sich um eine multilinguale Version handelt, über viele bekannte
Sounds & Stimmen aus den Filmen, bis hin zu erstklassiger 3D Sound Unterstützung wird alles
geboten, damit man wunderbar in die Welt von Mittelerde eintauchen kann. Auch für eine THX Zertifizierung
hat es gereicht. Alle, die nur mit 2 Boxen und 08/15 Onboard-Karte spielen, sollten sich mal
den Unterschied anhören, sie ahnen ja nicht, was sie verpassen. Immer wird der Schwerpunkt von
vielen auf die Grafik gelegt, doch eine einwandfreie Klangkulisse ist auch etwas sehr Wichtiges.
Im Gegensatz zu anderen Spielen, wie z. B. bei Blizzard, hat man sich nicht irgendwie bemüht,
den Orks oder Urukais eine verständliche, aber dennoch überzeugend klingende Sprache zu geben.
Diese erklingen in schönsten Synchrondeutsch.
Meinung
Die Schlacht um Mittelerde hatte sicherlich auch nicht gerade mit geringen Erwartungshaltungen
zu kämpfen. Ein RTS Game im Herr der Ringe Universum ist schon eine richtige "Mischung".
Aber leider wurde im Endeffekt, wie bei vielen anderen Lizenzgames auch, mehr auf Lizenz und
Grafik geachtet. Keine Frage für Fans, die jeden Roman bzw. DVD-Dialog auswendig kennen, ist
es ein extrem unterhaltsames Spiel mit vielen bekannten Gesichtern, Schauplätzen und Kämpfen.
Lediglich die Schlachten um Helms Klamm & Co fallen für diese Gruppe der "Wenig-Zocker"
eine Spur zu schwer aus. Für diese Leute ist der Aufbaupart entsprechend einfach und simpel
gehalten und da interessiert die Anzahl an Einheiten und was in Sachen Steuerung/ Kampagne möglich
gewesen wäre, eher weniger. Doch wer neben dem Hintergrund Herr der Ringe auch gute RTS-Technik
und Missionen erwartet, wird überwiegend enttäuscht. Ein Spiel sollte neben möglichst abwechslungsreichen
Missionen (unterschiedliche Ziele), einer gängigen Steuerung, auch eine moderne Gegner- und
Einheiten-KI besitzen, in der Truppen nicht suizidgefährdet sind. Auch sollte es in der Einzelspielerkampagne
eine Story geben, die zumindest ansatzweise präsentiert wird und nicht nur vom Hintergrund lebt.
Sicherlich, Herr der Ringe Kenner "wissen" alles und bemerken gar nicht, dass es leider nicht
mehr als die Summe meist zusammenhangloser Missionen ist. Ebenfalls sollte der Mehrspielermodus
etwas mehr Optionen und Möglichkeiten bieten. Doch es gibt auch schöne Momente im Spiel, beispielsweise
wurde das Setting wunderbar umgesetzt, Grafik & Sound sind stimmig und kleine Features wie z.
B. Fähigkeitssystem, Erfahrung oder einfach nur das Reiter Fußtruppen überrennen können, gefallen.
Insgesamt bleibt Schlacht um Mittelerde ein eher unfertiges Spiel (Termindruck?) hinter einer
Lizenzfassade und viele der angeprisenen Features sind sehr, sehr nebensächlich/ uninteressant.
Kann man auf den Namen "Herr der Ringe" verzichten, dann gibt es einige Alternativtitel, die
insgesamt "runder" sind und so manches besser machen.
Geschrieben am 24.12.2004, Testkonfiguration: AMD2700+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Live 5.1
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