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Hobbit
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 | Info |
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| Autor | | 3+ |
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| Name: | Der Hobbit |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2003/11 |
| Publisher: | Vivendi Games |
| Entwickler: | Inevitable |
| Links: | Tolkiengesellschaft |
| Hardware: | 450Mhz, 128MB RAM, 32MB 3D-Karte D3D, HD 1500 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| FFeedback: | ja |
| Sprache: | Multilingual |
| Patch: | 1.3 |
| Bemerkung: | auch für Xbox, PS2, GameCube |
| USK: | 12 |
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| Der Hobbit (review von yak) |
"In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit. Nicht in einem feuchten,
schmutzigen Loch, wo es nach Moder riecht und Wurmzipfel von den Wänden
herabhängen. Und auch nicht in einer trockenen, kahlen Sandgrube ohne
Tische und Stühle, wo man sich zum Essen hinsetzten könnte: nein, das
Loch war eine Hobbithöhle, und das heißt, es war sehr komfortabel".
So beginnt Tolkiens Buchklassiker "Der Hobbit", Grundstein der "Herr
der Ringe" Trilogie. "Der Hobbit" erzählt die abenteuerlichen Reisen des
Hobbits Bilbo Beutlin, der Abschied nahm von seinem gemütlichen und beschaulichen,
vielleicht auch zu langweiligem Dasein, um sich mehr oder weniger unfreiwillig
auf die größte Reise seines Lebens aufzumachen. Auf das Drängen von Zauberer
Gandalf begleitet Bilbo einen Trupp Zwerge, die sich auf machen den Drachen
Smaug zu besiegen, der sich seit Jahrhunderten in ihrer alten Heimatstadt
im Berg eingenistet hat und dort einen riesigen Schatz hütet. Der Gemeinschaft
fehlte noch ein Dieb, der für besondere Aufgaben während der Reise unverzichtbar
ist. Bilbo hat diesbezüglich zwar keinerlei Erfahrung, doch Gandalf ist
sich seiner Sache da mehr als sicher, denn er traut Bilbo mehr zu, als
man ihm auf den ersten Blick zutrauen würde. Jedenfalls kommen die Eigenschaften,
die den Hobbits praktisch mit in die Wiege gelegt werden, dieser Aufgabe
sehr entgegen. Hobbits, klein von Gestalt, gut genährt, erdverbunden,
die Ruhe selbst und einem guten Pfeifenkraut niemals abgeneigt, können
sich fast lautlos bewegen und sind wahre Meister, wenn es darum geht,
zielsicher Steine zu werfen. Keine schlechten Voraussetzungen für eine
Karriere als Dieb, berücksichtig man besonders die Eigenschaften des Schleichens.
Und so schloss sich der Hobbit Bilbo Beutlin den Zwergen an, um dem größten
Abenteuer seines Lebens entgegenzutreten.
Sierra, die die Lizenz zur Umsetzung der Bücher aus der Feder von Tolkien
besitzen, wagen nun den zweiten Anlauf einer Umsetzung der bekannten Geschichten.
War Herr der Ringe- Die Gefährten (siehe
Review), eher ein lauer Aufguss, wurde kürzlich die Veröffentlichung
des zweiten Buches als Computerspiel eingestellt, auch wenn das Spiel
so gut wie fertig war. Sierra empfand die Qualität des Produktes nicht
als ausreichend. Dies lässt zumindest hoffen, dass der Publisher mehr
Vertrauen in die Qualität des vorliegenden Spieles rund um Bilbo und seine
Bande setzt. Ob die Versoftung, die von vielen vorab als ein Pendant zur
Zelda
Reihe gehandelt wurde, die Erwartungen erfüllt und die Abenteuer des
Ringfinders, die Begegung mit Gollum und dem Drachen Smaug atmosphärisch
eingefangen wurde, soll unser Review zeigen.
Zur Technik:
Graphik:
Entwickler Inevitable vertraut beim Hobbit auf eine eigenentwickelte
Engine, die zugleich Basis für die PC Variante und auch die NextGen Konsolen
darstellt. Die Engine ist problemlos in der Lage, große, weitläufige und
auch detaillierte Level ruckelfrei auf den Screen zu bringen und selbst
die PS2 Variante sieht, am Ende der Nahrungskette stehend, noch gelungen
aus (leider sieht man bei der PS2 ab und an das Zusammensetzten der Texturblöcke,
wie man es damals aus Tomb Raider her kannte). Der Graphikstil vom Hobbit
orientiert sich nicht an dem Realo-Look, wie der EA Filmableger Die Zwei
Türme (siehe
Review) sondern geht mit seiner Zeichentrickfilm-änlichen Präsentation
eher in Richtung Zelda
The Wind Waker. Und so sieht unser Hobbitheld eher knuffig rund und
gemütlich aus und wirkt nicht wie Frodo in der Kinovorlage als Ebenbild
eines geschrumpften Mitglied einer Boygroup ;).
Nicht nur die Figuren wurden in diesem Zeichentrickstil gehalten, sondern
auch das gesamte Umfeld. Alles sieht aus wie aus einem schönen Bilderbuch,
was jedoch nicht bedeutet, dass es damit für erwachsene Spieler uninteressant
oder zu kindisch wirkt. So sehen die Höhlen schon recht unheimlich aus
und man zollt den Trollen, trotz ihres doch recht lustigen Aussehens Respekt,
um nicht als Kaninchenbraten in ihrem Topf zu landen. Die Levelgestaltung
ist, soweit es die Romanvorlage zulässt, abwechslungsreich und detailverliebt
umgesetzt. In den Minen rappeln große Maschinen oder Lastaufzüge, die
Schmiede in der Zwergenstadt ist beeindruckend und eines der Highlights
ist sicher der mit Gold und Schätzen aufgefüllte Hort vom Drachen Smaug.
Viel Spezialeffekte gibt es nicht, was jedoch auch dem Graphikstil nicht
besonders zuträglich wäre, wenn es einen Overkill an Effekten gäbe. So
kommen diese nur zweckgebunden zum Einsatz, wenn z. B. Bilbo einen magischen
Schwerthieb vollführt, den Ring der Ringe aufsetzt, um unsichtbar zu werden
oder Drache Smaug aus dem Hobbit ein Grillhähnchen machen möchte. Die
Figuren sind allesamt liebevoll animiert und man hat in den mit der Engine
dargestellten Zwischensequenzen (wobei es auch vorgerenderte Filme gibt),
besonders auf Bilbos Mimik Wert gelegt. So rollt und zwinkert er mit seinen
großen Augen, runzelt die Stirn und hebt die Augenbrauen. Jedoch gibt
es, im Gegensatz zu dem Hauptcharaker, einige Figuren, die etwas polygonarm
wirken, was besonders bei den Elben auffällt. Was man sich aber bei der
PC Version dabei Gedacht hat, auf Zwang "tolle" Features einzusetzen
und das auf Teufel komm raus, ist schon mehr als merkwürdig. So glänzen
Bilbos Haare wie mit Haarlack übersprüht oder kurz vor der Metamorphose
zum Terminator 2000. So hätte Bilbo damals eindeutig John Travolta beim
Casting zu "Grease" um den Wettkampf zum Kletschkopf des Jahres auf die
Plätze verwiesen. Aber vielleicht ist es auch nur eine Satire auf den
Peter Jackson Film, denn dort scheinen gerade Hobbits auch ausgiebig Gebrauch
von Haargel zu machen :-)
Insgesamt ist die Graphik von "Der Hobbit" jedoch mehr als stimmig und
sichert dem Spiel durch den Zeichentrickstil ein viel zeitloseres Aussehen,
als so manche überzüchtete High-End Graphik und das bei moderaten Hardwareanforderungen,
die auch Besitzer kleinere System freuen wird. Der gewählte GRaphikstil
passt großartig zu dem Spielgenremix aus Jump & Run, Puzzle, Adventure
und kleinen Rollenspielanteilen.
Sound:
Sehr viel Mühe hat man sich bei der Vertonung gegeben. So klingen die
Geräusche und die Umgebungseffekte glaubwürdig und stimmig. Spinnengekrabbel
kündigt die Invasion der Insekten an, Trolle gähnen und stampfen durchs
Trolllager und es wirkt alles aus einem Guss. Die Deutsche Synchronisation
ist sehr gelungen, auch wenn mir die Stimme von Bastian
Pastewka als Bilbo nicht so recht gefallen mag und ich zwangsweise
immer an Stuart Little denken muss :). Bilbo ist zwar perfekt und glaubwürdig
eingesprochen, jedoch passt in meinen Augen die Stimme nicht zum Charakter.
Auch Gandalf wirkt mir zu wenig autoritär, im Vergleich zur englischen
Originalversion, die, stellt man sein Betriebssystem vor der Installation
auf US/Englisch um, mit auf den Installations-CD's vorhanden ist und so
auch im Original zur Verfügung. Dafür sind z. B. die Trolle absolut klasse,
wenn sie Bilbo hinterherrufen, dass sie ihn in den Kochtopf packen oder
auch der Drache Smaug, wenn er im Halbschlaf vor sich hinbrabbelt. Leider
wurden in Hobbingen die Kinderrollen von Erwachsenen mit verstellter Stimme
gesprochen- ein Atmosphärekiller. Dennoch insgesamt eine gelungene
Sprachausgabe.
Musik:
Um es kurz zu machen, Die Musik in "Der Hobbit" ist einmalig.
Eine der besten Spielemusiken in diesem Jahr. Mit einem Live-Orchester
eingespielt, wird der Charme und die Atmosphäre des Buches und der Schauplätze
gelungen eingefangen. So gibt es von keltischer Musik inspirierte ruhigere
Stücke, die Bilbo durch Hobbingen begleiten, aber auch vollorchestrale
Actionmusik, die sich nicht hinter großen Hollywoodscores aus der Feder
von Williams oder Goldsmith verstecken muss. So z. B. die Flucht von Bilbo
aus der Drachenhöhle. Ein großartiger, thematisch vielfältig und hervorragend
orchestrierter Showdown. Aber auch heroische Themen, Fanfaren und Kampfmusik
werden geboten. Die Musik ist jedoch so eigenständig, dass sie niemals
wie ein Plagiat bekannter Filmmusiken wirkt, was leider momentan vielen
Spielemusiken zum Nachteil wird. Besonders gelungen ist die Verbindung
der Musikstile. So findet man zugleich den Charme einer Trickfilmvertonung
gemixt mit einer Realverfilmung ähnlichen Vertonung. Höchst gelungen und
nicht einfach zu verwirklichen. Dazu passt sich die Musik dynamisch zum
Spielgeschehen an- was will man mehr, außer vielleicht einer Soundtrack-Veröffentlichung.
Demobeispiele zum Reinhören gibt es auf der offiziellen Hobbit Gameseite
oder auf der Homepage der Musiker unter www.rednoteaudio.com
Steuerung:
Gesteuert werden kann "Der Hobbit" über Maus, Tastatur oder Gamepad,
wobei ich hier wirklich nur empfehlen kann, es mit einem Gamepad mit ausreichend
Tasten und 2 Analogsticks zu spielen. Im Gegensatz zu anderen aktuellen
Spielen (wie zum Beispiel der grausamen Konfiguration eines Gamepads bei
"Prince of Persia Sands of Time") besteht beim Hobbit wenig
Handlungsbedarf. Das Pad wird gleich erkannt und die Steuerung der Standardeinstellung
ist gelungen und benötigt eigentlich keinerlei Modifikation. Sogar an
Force Feedback Effekte haben die Entwickler auch bei der PC Fassung gedacht,
die zwar nicht so gelungen ist, wenn Bilbo nach jedem Hopser einmal "geschüttelt"
wird, aber immerhin besser, als ganz darauf zu verzichten. Warum man jedoch
einige Tastenbelegungen nicht aufs Pad legen konnte (z. B."Inventar"),
ist ärgerlich, besonders, wenn man noch freie Plätze am Pad hat. Die Steuerung
von Bilbo ist mit dem Pad präzise und auch großzügig, so dass man nicht
alle Nase lang irgendwo herunterfällt. Außerdem versucht Bilbo danach
zunächst noch, sich an einem Abhang festzuklammern, was viel Frust erspart.
Gesteuert wird wieder nach dem "Mario 64" Muster, was bedeutet, dass je
nach Blickwinkel die Steuerungsrichtung eine andere wird, was bei manchen
Spielszenen sehr ärgerlich ist, besonders, wenn die Kamera im Sprung die
Position ändert. Zwar lässt die Kamera sich mit dem zweiten Analogstick
jeweils nachjustieren, jedoch kann man "zwingende" Kameraschwenks
damit nicht umgehen und so springt man ab und an schon mal ins Blaue.
Positiv ist da jedoch, dass man Bilbo auch während des Sprungs in der
Luft "nachjustieren" kann und mit etwas Übung gewöhnt man sich daran und
es macht, in Kombination mit der großzügigen Kollisionsabfrage bei Sprüngen,
wenig Probleme. So lässt sich der kleine Hobbit dann auch in allen Lebenslagen
wie Springen, Kämpfen, Hangeln, Klettern, Ducken und Schleichen passabel
steuern. Mehr dazu aber noch im Bereich Kritik.
Zum Gameplay:
"Der Hobbit" ist ein Genremix mit Jump & Run, Puzzle-, Adventure-, und
Kampf- und Schleicheinlagen mit jedoch einem strengeren linearen Verlauf
als z. B. Beyond
Good & Evil, was natürlich auch die vorgegeben Handlung des Buches
begründet. Und so schleicht, hüpft und kämpft sich Bilbo Beutlin
auch durch die wichtigsten Kapitel von Tolkiens Romanvorlage und bleibt
dabei dem Buch weitestgehend treu, sogar die Level tragen die Namen der
entsprechenden Buchkapitel. Daher beginnt auch Bilbos Reise in seinem
Heimatdorf, das zugleich noch in recht friedlicher Form die Aufgabe eines
Tutorials erfüllt. So spricht Bilbo die Dorfbewohner an, die ihm auch
gleich um Hilfe bitten, was er als freundlicher Hobbit, der er nun mal
ist, auch kaum ablehnen kann. Er besorgt Bauholz und Nägel, damit die
Brücke repariert werden kann, sammelt Proviant für die Zwerge, damit die
große Reise keine Hungertour wird oder er sucht für seine Nachbarin wortwörtlich
die Nadel im Heuhaufen. Zwischendurch darf er sich noch darin üben, Vögel
mit seinem Stock vom Feld zu vertreiben oder aber seine Fähigkeiten im
Steinewerfen zu praktizieren. Sein Talent im Schleichen kann er im Hühnerstall
unter Beweiß stellen, wenn es darum geht, unbemerkt an die Eier zu kommen.
Ein guter Dieb ist er aber nur, wenn er auch Talent im Schlösserknacken
hat und so versucht er auch ein paar verschlossene Truhen mit Geschick
und guten Reaktionen um ihren Inhalt zu berauben. Hat er das alles geschafft,
kann die Reise beginnen. Und schon bald muss Bilbo unter Beweiß stellen,
dass er sein Handwerk versteht. Gleich zu Beginn muss er gegen ein paar
wilde Wölfe antreten und lernt wenig später auch, dass er mit Hilfe seines
Stocks auch einen weiteren Sprung aufs Parkett legen kann. Doch damit
er weiterkomt, muss er ein Stausee entleeren, den Wasserstand eines Grabens
erhöhen und einen Weg über einen See mit einem gefährlichen Strudel finden-
wenn er dann noch Zeit hat, kann er für einen Zwerg ja noch ein Kraut
gegen dessen Erkältung suchen. So etwas sorgt immer für ein gutes Ansehen
beim Zwergenvolk. Aber irgendwie hatte sich Bilbo seine erste Erkundungstour
anders vorgestellt und ihm wurde, mitten im Trolllager, der Rückweg abgeschnitten.
Hmm, wenn er einen der Trolle bestiehlt, wäre das für die Zwerge sicher
der beste Beweiß seiner unschlagbaren Fähigkeiten als Dieb und so schleicht
Bilbo, immer die Trolle im Visier, vorsichtig von einem Stein zum anderen,
immer darauf bedacht, die Deckung zu wahren. Vorsicht, da kommt einer
von den üblen Burschen, um sich am großen Stein den Rücken zu kratzen,
jetzt schnell vorbei, ehe er sich umdreht. Ah, da vorne döst einer im
Halbschlaf, schnell unten durchi, während er die Arme erhebt und sich
beim Gähnen räkelt, aber immer darauf achten, wohin man tritt, denn das
lose Laub auf dem Boden würde zuviel Geräusche verursachen und die Trolle
aufschrecken. Natürlich sollte Bilbo jeden der Mutpunkte (kleine Diamanten)
aufnehmen. Diese befinden sie sich zwar oft an schwierigen, gefährlichen
und schlecht zugänglichen Stellen, doch hat er genügend gesammelt, erhält
er einen neuen Lebenspunkt dazu und das stärkt ihn für die Reise, die
noch vor ihm liegt.
Und der Abenteuer sind da viele. So muss er z. B. seine Freunde aus einer
Spinnenhöhle befreien, sie aus dem Gefängnis des Elbenkönigs schmuggeln,
Maschinen reparieren, den Orks in den Minen entkommen usw. Natürlich macht
er auch Bekanntschaft mit Gollum und er findet den Ring der Ringe, der
ihm gerade bei Schleichaktionen wertvolle Dienste leisten soll. Jeder
Level in "Der Hobbit" bietet fast alle oben genannten Genrezutaten. So
muss Bilbo gegen Gegner antreten, denen er entweder mit seinem Stock,
mit Steinen und später auch mit Freund "Stich" gegenübertreten kann. Seine
Kampftechnik kann Bilbo durch spezielle Pergamente aufbessern, die er
z. B. in gut versteckten Truhen finden kann. So lernt er einen kraftvolleren
Stockschlag oder eine effektive Wirbelattacke mit dem Schwert. Auf Secrets
zu achten und alles zu erkunden ist für den Hobbit mehr als nützlich,
denn Geld, das er findet, kann er nach jedem Levelende gegen Equipment
eintauschen und sich so neue Heiltränke, Gegengifte, zusätzliche Lebenspunkte
oder auch einen größeren Steinbeutel kaufen, der es ihm erlaubt, mehr
Steine gleichzeitig mitzuführen. In den Leveln findet Bilbo aber auch
lohnende Gegenstände, die das Hobbitleben erleichtern. So gibt es Pilze,
die seine Gesundheit wieder herstellen oder Steine, die den Munitionsvorrat
aufstocken. Kämpfen kann Bilbo mit dem Stock oder mit dem Schwert. Zum
Fernangriff haben sich gezielte Steinwürfe (hier schaltet man in eine
Art Egoperpektive zum Zielen um) bewährt. Da kann er aus sicherer Entfernung
auf Orkjagd gehen, jedenfalls solange, bis man auf Orks trifft, die kleine
Bomben als Antwort schicken. Hin und wieder findet man auch magische Steine,
die für eine bestimmte Zeit zu Explosiv- oder Frostgeschossen werden und
bei Riesenspinnen ziemlich unbeliebt sind. Bestimmte Gegner verlangen
auch bestimmte Kampfstrategien. So lassen sich Riesenspinnen nicht so
leicht von einem normalen Schwertangriff überzeugen. Erst ein gezielter
Schlag aus dem Sprung heraus, legt die Spinne auf's Kreuz und macht sie
für normale Angriffe verwundbar. Außerdem sollte Bilbo aufpassen, dass
er von keiner giftigen Spinne gebissen wird, denn sonst verliert er permanent
Lebenskraft, sollte er kein Gegengift parat haben.
Aber ein Hobbit wäre kein Hobbit, wenn er nicht auch seinen Verstand
benutzen müsste, um die Abenteuer zu bestehen. So muss er oft die richtigen
Schalter finden, die meist gut versteckt Zugbrücken senken oder Maschinen
in Gang bringen, oft muss er auch noch Ersatzteile finden, die es ihm
erlauben, die Maschine zu reparieren. Und um diese zu finden braucht er
schon alle seine Fähigkeiten. Er muss über gefährliche Abgründe springen,
von einem Seil zum anderen hangeln oder ein gezielter Wurf mit einem Stein
lässt in der Ferne ein explosives Fass in die Luft gehen und sogar eine
rasante Fahrt in einer Lore steht auf dem Programm, die Indiana Jones
alle Ehre machen würde. Für Abwechslung ist also gesorgt. Zwischendurch
noch ein paar Schatztruhen knacken, aber immer darauf achten, sorgfältig
zu arbeiten, denn sonst explodieren die Truhen oder vergiften Bilbo schlimmstenfalls.
Da ist es schon nicht verkehrt, ein paar Nachschlüssel im Inventar zu
haben, die die Kisten problemlos öffnen. Kisten werden in einer Art Minispielchen
geöffnet, in denen es gilt, jeweils zum genau richtigen Zeitpunkt unter
Zeitdruck den Actionknopf zu betätigen. Doch es gibt auch richtige Puzzleeinlagen.
So muss man z. B. in der Zwergenstadt ein Wasserleitungssystem so arrangieren,
dass jeder Kanal mit Wasser versorgt wird, um alle Maschinen in der Stadt
gleichzeitig betreiben zu können. Wer noch ein paar zusätzliche Kanäle
mit "Strom" versorgt, dem offenbaren sich noch ein paar geheime Schätze.
Oder aber Steinquader sollen in die richtige Position geschoben und gedreht
werden, bis sie das Puzzlebild komplettieren und eine vorher verschlossene
Türe öffnen. Die Rätsel und Puzzleeinlagen wirken aber niemals
aufgezwungen oder ortsfremd, so dass sie sich gut in die gesamte Spielatmosphäre
einfügen. Besonders die vielen Secrets laden dazu ein, länger in dem jeweiligen
Level zu verbleiben, um diesen möglichst leer zu räumen. Kommt der Ring
der Ringe ins Spiel, wird das Thema Schleichen noch ein wenig erweitert.
So kann sich Bilbo jetzt für eine gewisse Zeit unsichtbar machen, darf
aber den Feinden dennoch nicht zu nahe treten, da sie sonst seine Anwesenheit
spüren (besonders Elben). Für genügend Abwechslung ist also gesorgt, was
auch durch die optionalen Subquests gewährleistet wird, die man zusätzlich
zu den Hauptaufgaben erfüllen kann.
Kritik:
Technisch gibt es wenig am Hobbit zu bemängeln. Es gibt bei der Kamera
einen Bug, der bewirkte, dass sie an einem Gegenstand "kleben" bleibt
und der Spielfigur nicht mehr folgt. So passierte es öfters, dass Bilbo
schon fast außer Sichtweite war, die Kamera aber an ihren Standort "festhielt":
Ein kurzer Druck auf die Ansichtstaste (zur Egopersketive) und zurück
löste das Problem jedoch, ohne den Spielfluss merklich zu bremsen. Ein
Bug gab es auch in der Befreiungsaktion des Zwerges aus der Orkmine. Hier
war eine Schleichaktion vorgesehen. Auf der unterne Etage durfte man nicht
vom Gegner gesehen werden. Hier sollte man den Zwerg befreien, der uns
dann als Gegenleistung von allen Orks befreit :). Doch mit ein wenig Geschick
kam man dann auch eine Etage höher, ohne zuvor die Gegner beseitigen zu
lassen. Wohl aus "Dankbarkeit", dass wir den blutrünstigen Zwerg nicht
auf sie gehetzt haben, haben sie uns weder verpfiffen noch angegriffen.
Ignoriert wäre wohl der richtige Ausdruck ;). Den Ring der Ringe hatte
Bilbo zu diesem Zeitpunkt jedenfalls noch nicht in seinem Besitz. Was
mich bei der Steuerung sehr geärgert hat, ist, dass bei einer schnellen
Kehrtwende Bilbo einen kleinen Kreis läuft. Dies wirkt sich besonders
bei kleinen und engen Bereichen aus und man fällt oft ungewollt herunter.
Bewegt man sich sehr langsam, tritt dieser "Kreislauf" nicht auf. Dies
sieht vielleicht für die Animation gelungener aus, wenn Bilbo die Kreisbewegung
vollführt, spielerisch macht das aber wenig Sinn, besonders, wenn dazu
noch ein Kameraschwenk kommt. Darauf hätte man verzichten sollen. Absolut
unverzeihlich ist jedoch, dass man die spannendste Episode des Buches
lediglich in einer vorgerenderten Zwischensequenz erzählt bekommt. Zwar
darf man die "Reise" bis in Gollums Revier spielen, doch einmal dort angelangt,
bekommt man diesen Abschnitt einschließlich der Flucht als Konserve serviert.
Unverschämt, ist es doch ein Highlight aus dem Buch und man hätte sicherlich
mit dem Spielprinzip eine gelungene Umsetzung realisieren können. Etwas
ähnliches wie das Verstecken hinter den Steinen im Trolllager wäre hier
vorstellbar. Ebenso hat man auf die interessante Intermission beim Bärmenschen
Beorn im Wald verzichtet. Hier hätte man gelungen ein paar Subquest wie
in Hobbingen oder in Seestadt einbauen können. Man trifft zwar gegen Ende
des Spiels auf Beorn und lernt ihn dort dann erstmalig, nicht ganz Buch-konform
kennen, was aber noch vertretbar ist. Viel ärgerlicher war wirklich das
Fehlen einer interaktiven Mission mit Gollum. Bug oder nicht, mehr als
30 Lebenspunkte kann man nicht erreichen :)
Fazit:
Der Hobbit ist eine gelungene Mischung aus Action, Jump & Run, Schleich
und Puzzleelementen, dessen Spielprinzip sich als Light-Variante der Zelda
Games entpuppt. Dennoch kann das Spielprinzip und die Präsentation
überzeugen. Das Spiel hält sich im Groben an die Romanvorlage, bringt
diese atmosphärisch auf den Screen und kann für 15-18 Stunden mit all
seinen gut verstecken Secrets und Subquest überzeugen. Der Schwierigkeitsgrad
ist moderat und macht es für Neueinsteiger empfehlenswert, was auch durch
die gut im Level platzierten Savepunkte gewährleistet wird. Dennoch haben
auch Spielprofis genug Spass durch die höhere Anforderung, sich an
allen Secrets zu versuchen. Unverzeihlich ist jedoch, dass man auf einen
interaktiven Level mit Gollum als Gegenspieler verzichtet hat und nur
als Renderkonserve angeboten bekommt. Dafür wird man aber mit einem mehr
als eindrucksvollen Showdown mit dem Drachen Smaug verwöhnt, der für mich
Höhepunkt des Spiels und aller Levelbosse ist. Durch den Drachenhort zu
schleichen und Smaug ungesehen um seine Reichtümer zu berauben, war eine
wahre Wonne und auch, als Bilbo von dort flieht und zwischen seinen Feuerattacken
hinter den Felsen Deckung suchen musste, machte riesigen Spaß. Die Zwergenstadt
am Ende des Spiels ist in ihrer Größe und all ihren Details und Knobeleinlagen
ein ebensolches Highlight, so dass das Spiel in der zweiten Hälfte wieder
richtig Punkte gut macht. Der Wiederspielwert ist, Secretfetischismus
vorausgesetzt, hoch, will man alle Subquests und Geheimnisse enthüllen,
die oft wirklich gut versteckt sind. Eines kann man aber nach Beendigung
als gestandener Hobbit feststellen- Zwerge stehen nur rum, sind faul und
lassen alles den kleinen Hobbit machen :). Insgesamt ist "Der Hobbit",
trotz des Gollum-Missstandes, eine gelungene Umsetzung des Tolkien Romans
und nur ganz knapp an der Note 2 vorbeigeschlittert!.
Geschrieben am 23.12.2003, Testkonfiguration: AMD2100+, Radeon 9500 Pro, 512MB Ram, SB Audigy
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