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Sherlock Holmes GdM
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| Autor | | 4+ |
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 |   | | 1.5 |
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| Gesamt (9 votes) | | 4 |
 |   | | 0.8 |
 |   | | 1 |
 |   | | 1.3 |
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| Name: | Sherlock Holmes - Das Geheimnis der Mumie |
| Genre: | Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2003/06 |
| Publisher: | Wanadoo |
| Entwickler: | Frogwares |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | 300Mhz, 64MB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 120 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus |
| Sprache: | Deutsch |
| USK: | 12 |
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| Sherlock Holmes - Das Geheimnis der Mumie (review von look) |
Sehr geehrter Sherlock Holmes,
recht herzlichen Dank für Ihr Interesse an dieser Angelegenheit!
Es tröstet mich, zu wissen, daß Sie sich des Rätsels über das schmerzliche
Verschwinden meines Vaters, des Lords Montcalfe, vor jetzt 6 Monaten annehmen
werden.
Ich bin Ihnen zutiefst zu Dank verpflichtet, daß Sie mir mit Ihrem
Scharfsinn erlauben werden, meine Ehre wieder herzustellen.
Ich empfehle mich Ihnen,
Ihre treue und ergebenste zukünftige Kusine Elisabeth Montcalfe.
P.S. Gestatten Sie, daß ich Ihnen noch einmal die größte Diskretion
in Hinsicht auf diese Angelegenheit empfehle; ich wünsche nicht, daß mein
Verlobter und zukünftiger Gatte, Ihr lieber Vetter Andrew, erfährt, daß
ich es gewagt habe, Sie um diesen Dienst zu bitten!
Es wird das Jahr 1899 geschrieben und unser Alter Ego wurde von der liebreizenden
Elisabeth darum gebeten ein Rätsel zu lösen- dem mysteriösen Verschwinden
von Lord Montcalfe, Sammler und Archäologe. Die Polizei geht von Selbstmord
aus, aber damit gibt sich wohl die Tochter nicht zufrieden - kein Wunder,
ist die Leiche doch nie gefunden worden. Man merkt schon, dass der Adelssitz
alias Montcalfe Manor ziemlich groß sein muss ;-), aber welch Anblick,
als wir aus unserer Droschke steigen und von einem Butler herein gelassen
werden. Ganz wie man es sich vorstellt, ein Haus - Beispiel eines "lebenden"
Museums. Diesmal nicht von seinem Getreuen Dr. Watson begleitet, macht
sich der Spieler daran, das Rätsel zu entschlüsseln, welches durchtränkt
ist von Wahnsinn, Intrigen, Fallen und undurchdringlich erscheinenden
Indizien. Also ran ans Werk, schließlich sind wir doch der mit dem albernen
Hut und der Pfeife, laßt uns ergründen, ob das Spiel hält was es verspricht.
Dieses Renderadventure ist nicht das erste vom ukrainischen Entwicklerstudio
Frogwares, zuvor haben sie schon für Cryo das Spiel "Das Geheimnis der
Nautilus" für die französische Firma "TBot Interactive" entwickelt, das
eine Reihe von Jules Verne Versoftungen einleiten sollte.
Die technischen Vorraussetzungen sind wie immer bei solchen Spielen sehr
niedrig anzusetzen (bis auf den Faktor Festplattenspeicher). Da schon
alles vorgerendert wurde, sind großartige Rechenleistungen nicht von Nöten.
Trotz der eigentlich für das Genre der Renderadventure symptomatischen
Grafikpracht ala Salammbo,
Syberia
oder Myst kommt dieses Spiel mit einem nur als Durchschnitt zu betrachtenden
Aufmachung daher, die man als gute Hausmannskost betrachten könnte. Dies
kann vielleicht auch an der minder festgemachten Auflösung von 640x480
liegen, jedoch läßt sich daraus nicht die verschwommen wirkende Darstellung
ableiten. Ein wenig Abhilfe schafft da die einzige Grafikeinstellung die
zur Qualitätsverbesserung dient - der Filterregler. Er sollte bis auf
den Anschlag hochgedreht werden, da sich ansonsten das Auffinden von relevanten
Gegenständen manchmal als äußerst schwer erweist. Schon fast genretypisch
kann man die Leblosigkeit der Szenerien betrachten, welche hier jedoch
schon fast auf die Spitze getrieben wurden, denn die einzigen Bewegungen
im Spiel sind die der paar Maschinen, die als Rätselgegenstände dienen.
Selbst Zwischensequenzen sind dünn gesät und zumeist nur eine Visualisierung
einer Handlung des Hauptprotagonisten. Dabei jedoch ist eine gewisse Steifheit
der Bewegungen nicht zu leugnen, es wirkt in manchen Teilen etwas abgehakt-
eine gewisse Animationsarmut untermauert dies. Auf Abwechslung in Form
von Gesprächen im Multiple Choice Verfahren hat man verzichtet, so daß
die Einzelgängeratmosphäre schon fast dröge wirkt. Das Setting der Story
spielt sich einzig und allein im Adelssitz ab, Außenareale sind nicht
vorhanden und die Handlungsorte und begehbaren Areale dürften sich bei
ca. 40 Räumen einpendeln. Dafür darf man dann auch vom Keller, über ein
Museumstrakt, bis zu den Privat- und vielerlei Geheimräumen einiges beschreiten.
Der Protagonist bewegt sich in einer Egoperspektive durch das Spiel, wobei
man sich von einem vorgegebenen Standort zum nächsten klickt, der dann
in einem 360° Rundumblick erkundet werden kann.
Die Soundkollagen sind äußerst unaufdringlich und als solche kaum auszumachen,
kein Wunder, in so einem großen Haus verliert sogar das Echo seine Kraft.
Ob dies die unheimlich - mysteriöse Atmosphäre sein soll, nun ja, jedenfalls
ist es ziemlich "lautlos". Musikschnipsel, so sie denn ab und zu mal vorkommen,
sind im Nachhinein kaum mehr interpretierbar - sprich ins eine Ohr rein,
aus dem anderen wieder heraus. Wiedererkennungswert oder haftenbleibendes
Erlebnis sind nicht gegeben, was kein Nachteil sein muß, zeigt aber, dass
der Faktor "Atmosphäre", erzeugt durch gute Hintergrundbeschallung, nur
unzureichende Gewichtung erfahren hat. Einzige Ausnahme sind die kurzen
Musikthemen bei zeitbeschränkten Rätseln, zumeist in einem eher orientalischen
Klang daherkommend und zur Eile mahnend, wurden sie sehr passend und blutdrucktreibend
eingesetzt. Die Synchronisationsleistung kann als guter Durchschnitt betrachtet
werden, bezieht sich aber ausschließlich fast nur auf den Sprecher von
Sherlock Holmes - der dafür aber passend und gut intoniert. Mit Ausnahme
der Anfangssequenz und zwei kleinen Intermezzos mit NPCs im Spiel und
der "großen" Fallauflösung am Ende, finden sich im Spiel keine anderen
Sprecher.
Gesteuert wird ausnahmslos mit der Maus, wobei sich der Cursor verändert,
wenn man einen Handlungsgegenstand entdeckt, einen weiteren Handlungsort
begehen möchte oder etwas Aufnehmbares findet. Die Drehbewegung zum Ansichtwechsel
ist ein wenig abrupt, die Gewöhnung daran gelingt aber schnell. Einzig
das nicht beabsichtigte Ändern der Blickrichtung, wenn man ins Inventar
möchte, was durch das Anklicken des Taschenikons im unteren linken Bildschirmrand
erfolgt, ist etwas nervig, kann aber mit Übung verhindert werden. Das
ist auch der einzige Weg, um ins Menü (Schreibblock)/ Inventar zu gelangen,
von wo aus alle relevanten weiteren Aktionen wie Speichern, Laden, Inventar
oder Notizzettel zu finden sind. Schade eigentlich, dass man dafür die
nicht genutzte rechte Maustaste wenigstens für das Inventar, als "Abkürzung"
vorgesehen hat, so wäre einem manches Frusterlebnis erspart geblieben.
Aber was ist mit Story und vor allem mit den Rätseln, heben sie sich
aus der Masse der in letzter Zeit erschienen Renderadventures ab? Da sich
der Handlungsort auf das Anwesen beschränkt und die Einleitung nicht viel
Substanz bietet, ist der Spieler verflucht darauf zu hoffen, dass sich
Spieltiefe und Storylastigkeit im Verlauf weiter entwickelt. Jedoch ist
die Ermittlungsarbeit und die damit einhergehende Vertiefung der Storyelemente
nicht so reichhaltig, wie man es sich vielleicht gern hätte, da waren
selbst CSI
und Post
Mortem besser bestückt. Der Wahnsinn des Lords ergibt sich recht schnell,
denn welcher normal geistig Aktive würde sein Haus schon derart mit Fallen
und Verstecken spicken. Die durch zumeist Schriftstücke erhaltenen Indizien
sind für die Beweisführung und deren Rückschlüsse schon mehr als schwere
Kost - klar unser Sherlock Holmes hat mit seiner abstrakten Logik kein
Problem das Wirrwarr zu entschlüsseln, der Spieler bleibt dabei jedoch
etwas auf der Strecke - zumindest konnte ich den Gedankengängen und der
letztendlichen Lösung nicht so recht Folgen, wenn ich mir die gesammelten
Indizien nochmals anschaute. Der Kreis der Verdächtigen beschränkte sich
zunehmend im Verlaufe der Handlung, doch des Rätsels Lösung um die Mumie
ist mehr als konstruiert und nicht nachvollziehbar.
Die Rätselkost kann im Schwierigkeitsgrad als schwer bezeichnet werden.
Kopfnüsse der etwas fordernden Art sind an der Tagesordnung und gehen
eigentlich quer Beet durch alle nur denkbaren Arten von Aufgabenstellungen,
deren Anzahl sich auf ungefähr 30 beläuft. So sind Maschinen in Gang zu
bringen, Verstecke aufzuspüren, Schieberätsel und Puzzle zu lösen, Kodierungen
zu knacken, bzw. deren Andeutungen richtig zu deuten und gut 100 aufnehmbare
Gegenstände, die man im Spiel findet, richtig einzusetzen. So muß man
z. B. verschiedene gefundene Artefakte oder Gegenstände in die richtige
Reihenfolge bringen, um ein Waagensystem zu aktivieren, das einem dann
ein weiteres Rätsel offenbart, nur um eine Geheimtür zu öffnen, Gegenstände
kombiniert benutzen, um in weitere Areale vorzudringen z. B. eine Fackel
herstellen, Gerätschaften mechanischer Art wieder in Gang setzen (typischerweise
in der Richtung, finde Zahnräder, Hebel etc.), Bilderrätsel zu lösen,
oder auch mal so was wie eine kleine "Incredible Machine" zusammen frickeln,
was natürlich auch das Finden der benötigten Gegenstände bedingt. Um es
einem noch etwas schwerer zu machen und eine gewisse Anspannung aufkommen
zu lassen, sind einige der Rätsel zeitlich begrenzt zu lösen, weshalb
man durchaus etwas öfter speichern sollte, denn der Tod lauert auf uns
und kommt zumeist unangemeldet. Solche Rätsel sind leider etwas frustrierend,
denn ihre Lösung bedarf schon einiger Versuche. Aufgeteilt in 5 Level
schreitet man voran, doch bleibt ein etwas bitterer Beigeschmack haften,
denn die Rätsel müssen exakt so gelöst werden, wie es ihre Erschaffer
vorgegeben haben. Ein Umstand, der einem manches Mal verzweifeln läßt,
ist man sich doch so sicher endlich die Lösung zu haben und wird dann
unnötiger Weise ausgebremst, weil die Reihenfolge wie was zu geschehen
hat, nicht dem vorgegebenen Lösungsweg entspricht.
Leider ist die Einbindung der Rätselkost in die Story schon sehr stark
konstruiert. Das Gefühl, dass entweder die Story um die Rätsel, oder die
Rätsel um die Story herum aufgebaut wurden, ohne eine wirklich logisch
sinnvolle Verzahnung zu bewerkstelligen, wird man irgendwie nicht los.
Rätsel und Story wirken nicht wie eine Einheit. Dass man dies auch anders,
um nicht zu sagen besser lösen kann, zeigt Salammbo
oder Runaway,
wo Story und darin befindliche Rätsel wenigstens eine Verbindung aufweisen.
Als Resümee läßt sich sagen, dass die angegebenen 20 Spielstunden schon
gut hinkommen, wenn nicht sogar dank des Schwierigkeitsgrades überschritten
werden. Wegen diesem Umstand rate ich auch Neulingen von diesem Spiel
ab, die Rätsel sind im Verlaufe des Spieles einfach nicht für Anfänger
gedacht, was keine Kritik sein muß, schließlich wollen alteingesessene
Hasen auch mal wieder eine Herausforderung für ihre Synapsen. Die grafische
Realisation ist eher als durchschnittlich zu bezeichnen- atmosphärisch
konnte das Spiel leider nicht wirklich Punkten und die Story ist für ein
Sherlock Holmes Thema äußerst dünn geraten. Schade eigentlich, bietet
die Thematik doch einiges mehr an Umsetzungssubstanz. Bugs und Instabilitäten
sind nicht aufgetreten. Letztendlich konnte das Spiel nicht ganz überzeugen.
Anfängern oder Leuten, die es mit diesem Genre mal versuchen wollen, rate
ich, auf ein anderes Spiel auszuweichen. Fans von kriminalistisch angehauchten
Spielen ist es jedoch zu empfehlen, ebenfalls jenen, die schon Erfahrung
haben und sich bei den heutigen Spielen etwas unterfordert fühlen. Die
Rätsel reißen das Spiel bei jener Gattung Mensch noch raus und man übersieht
vielleicht großzügig die schwächeren Parts.
Geschrieben am 02.08.2003, Testkonfiguration: AMD1100, GeForce4 4200, 512MB Ram, SB Live 5.1
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