 |
Sherlock Holmes: SdE
|
|
 |
 | Info |
|---|
| Autor | | 3 |
 |   | | 0 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 1.5 |
 |  |  |  |
| Gesamt (6 votes) | | 3+ |
 |   | | 1.2 |
 |   | | 1.8 |
 |   | | 1.9 |
|
| Name: | Sherlock Holmes: Die Spur der Erwachten |
| Genre: | Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2006/11 |
| Publisher: | Frogster Interactive |
| Entwickler: | Frogwares |
| Offiz. Sites: | Game, Demo |
| Links: | Holmes Online |
| Links: | sherlock-holmes.org.uk |
| Hardware: | 1.3Ghz, 512MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 3000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/2000, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Deutsch |
| Serie: | ja |
| Patch: | 3.0 |
| USK: | 12 |
|
|
| Sherlock Holmes: Die Spur der Erwachten (review von nali_warcow) |
Vor etwas über zwei Jahren lies Frogwares mit "Sherlock
Holmes und das Geheimnis des silbernen Ohrrings" den Meisterdetektiv von Sir Arthur Conan
Doyle einen verzwickten Fall lösen. Im Gegensatz zu anderen Adventures gab es nicht nur zahlreiche
Dialoge und klassische Adventureaufgaben zu meistern, es galt auch einige knifflige Fragen zum
Kriminalfall am Kapitelende richtig zu beantworten. Genug Zeit hatten die Entwickler die Stärken
des Vorgängers auszubauen und gleichzeitig Kritikpunkte wie die Actioneinlagen zu beseitigen.
Herausgekommen ist "Sherlock Holmes - Die Spur der Erwachten", ein Adventure, das sich doch
in einigen Punkten vom "Vorgänger" unterscheidet. Ob dies dem Rätsel- und Knobelspaß geschadet
hat soll das Review klären.
Die DVD Box des Spiels wird in einem kleinen Pappschuber inklusive Klappcover ausgeliefert.
Darin enthalten ist eine DVD, die ausschliesslich die deutsche Fassung des Spiels beinhaltet
und etwa 2,6 GB Festplattenspeicher benötigt. Dazu gibt es ein etwa 20 Seiten umfassendes farbiges
Handbuch, das neben Optionen und Gameplay, den Spieler auch die ersten 10 Minuten des Spiels
an die Hand nimmt und einige Lösungshinweise bietet. Zum reibungslosen Betrieb installiert das
Spiel die "PhysX-Treiber", die auch ohne eine entsprechende Zusatzhardware benötigt werden.
Unter Windows XP lief das Spiel ausgezeichnet und ohne Probleme mit dem aktuellsten Patch 2.0.
Unter Windows Vista Home Premium lies sich das Spiel zwar installieren, allerdings nicht starten.
Offiziell wird Windows Vista nicht unterstützt und ein Update ist bisher nicht angekündigt.
Die USK muss man nicht verstehen
Vorweg noch eine Bemerkung zur Altersfreigabe des Spiels. "Sherlock Holmes - Die Spur der
Erwachten" hat von der USK eine Altersfreigabe von "Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14
JuSchG." erhalten. Dies ist jedoch etwas verwunderlich und scheint doch ein wenig niedrig angesetzt.
Eine Irrenanstalt inklusive Folterkammer wird gezeigt und vor den Augen des Spielers platzt
der Körper einer blutverschmierten Leiche auf, wobei schlangenartige Wesen den Weg nach draussen
suchen und dabei auch gleich noch den Kopf abtrennen, der vor den Augen des Spielers die Treppe
herunter rollt. Aber auch blutige Leichen bzw. abgetrennte Gliedmaßen sind zu sehen und zu untersuchen.
An einigen Wänden wurde genauso wenig mit dem roten Saft gespart und in einem dunklen Gewässer
baumeln Leichen und verweste Charaktere an den Ästen. Eine USK Einstufung von 16, wie im durchaus
vergleichbaren Spiel "Still Life",
wäre da sicher angebrachter. So viel als Information für Eltern, die sich noch darum kümmern,
was der Nachwuchs so alles am PC macht.
Jeder Fall fängt unbedeutend an
Die Geschichte des Spiel beginnt, wie sollte es auch anders sein, in der Baker Street 221b.
Es ist ein Tag wieder jeder andere in London. Überall Nebel und kein herausfordernder Fall für
Sherlock Holmes in Reichweite. Nach einem kurzen Abstecher in den Buchladen von Mr. Barns in
der Glendworth Street hat sein Freund Dr. Watson jedoch zumindest eine kleine Aufgabe für den
Meisterdetektiv gefunden. Sein Patient, Captain Stenwick, hat Herzbeschwerden, weil ihn sein
Diener in der Nacht verlassen hat und spurlos verschwunden ist. Die Polizei ist zwar - wie eigentlich
immer - ein wenig ratlos, doch vermutet der Beamte eine simple Flucht hinter dem Verschwinden
des jungen Mannes. Nach einer kurzen aber gründlichen Untersuchung der Umgebung ist Holmes jedoch
ganz anderer Meinung. Der Diener wurde von zwei Personen entführt und für weitere Nachforschungen
muss Recherche betrieben werden. Dabei stellt sich schon sehr bald heraus, dass dies nicht die
einzige Entführung in der letzten Zeit ist. Die Spur führt zu einer geheimnisvollen Organisation,
die etwas Schreckliches plant…
Der neue Sherlock Holmes Titel präsentiert sich deutlich düsterer als der Vorgänger "Das
Geheimnis der silbernen Ohrrings". Der Spieler erlebt ein Krimiadventure in einem Mix aus Realität
und Übernatürlichem, wobei der Cthulhu-Mythos eine entscheiden Rolle spielt. Entsprechend ist
es für so manche Spieler auch nicht ganz einfach, in die Geschichte des Spiels hinein zu tauchen.
Durch Hinweise und Entdeckungen fügen sich nach und nach alle Puzzleteile zusammen und der Detektiv
geht seinen Fall mit der gewohnten Logik an. Dennoch ist es ein merklicher Unterschied im Vergleich
zu anderen Krimi-Adventures, in denen am Ende schließlich der Fall gelöst und in einem langen
und eindrucksvollem Aufeinandertreffen die Alibis der Anwesenden zerpflückt und der Täter entlarvt
wird. Präsentiert wird die Geschichte in zahlreichen Ingamesequenzen, wobei Holmes maßgeblich
dazu beiträgt, den roten Faden zwischen den Kapiteln und Schauplätzen zu spannen, um das Erlebte
noch einmal kurz für seinen Kollegen Dr. Watson (und auch den Spieler) zusammen zu fassen.
Auf Spurensuche
Da ist es ja, Lagerhaus Nr. 12. Nur leider ist die Tür verschlossen, dabei hätte der Detektiv
doch so gerne einen Blick hineingeworfen. Lediglich die Scheibe an der Seite kann ein wenig
geputzt werden und zeigt, dass ein Balken auf der anderen Seite ein Öffnen der Tür verhindert.
Ohne ein geeignetes Hilfsmittel geht es also nicht hinein. Bei der weiteren Durchsuchung der
Hafenanlage treffen Holmes und Watson außerdem auf eine sehr zwielichtige Person. Vielleicht
kann sie ja weiterhelfen. Immerhin kam von dort ja auch schon der Tipp mit Lagerhaus 12. Hilfe
gibt es leider nicht, aber immerhin kann Holmes dem Herrn bei der Gelegenheit gleich auf das
hier im Hafengebiet verschwundene Päckchen ansprechen, welches der Postbote vermisst. Wie sollte
es auch anders sein, der Typ hat die Sendung zufällig gefunden und gibt sie freiwillig wieder
ab, wenn man ihn dann in Ruhe lässt. Dürfte zumindest für die nächsten Minuten kein Problem
sein. In dem Paket findet Holmes dann auch die bestellte Holzhand für den Säufer in der Kneipe.
Der freut sich so sehr darüber, dass er seinen Haken auf der Theke liegen lässt. Mit diesem
Haken lässt sich dann auch endlich das Tor öffnen. Zuerst wird der Haken ans Seil geknotet und
dann oben durch die Öffnung geworfen. Ein wenig Feingefühl und Einweisungen von Watson später
hat der Haken den Balken auf der anderen Seite gefasst und die Sperre kann somit nach oben gezogen
werden. Es geht hinein …
Rätsel des 19. Jahrhunderts
Ein Adventure lebt von den Rätseln. Ein Kriminalfall von der Spurensuche und den Dialogen
mit den unterschiedlichsten NPCs. Im aktuellen Sherlock Holmes Titel hat sich am Gameplay zwar
nichts grundlegend geändert, doch einige Adventureelemente wurden leicht überarbeitet. Die gute
Nachricht zuerst: Auf Actioneinlagen haben die Entwickler völlig verzichtet. Ohne Zeitdruck
kann der Spieler die Aufgaben angehen und muss lediglich in einem Kapitel aufpassen, dass er
nicht den Wachen in die Hände läuft. Nicht sonderlich gut werden dem einen oder anderen Adventurespieler
die neuen Dialogmöglichkeiten gefallen. War man es von einem Adventure und insbesondere einem
Kriminalfall gewöhnt, die unterschiedlichsten Personen zu befragen, so geschieht dies in "Die
Spur der Erwachten" vollkommen automatisch. Holmes - oder auch Watson, den der Spieler kurzzeitig
steuern darf - gehen automatisch alle wichtigen Fragen durch. Ein erneutes Ansprechen des NPC
ist meist auch nicht möglich bzw. es kommt lediglich ein Standardkommentar. Gerade im Vergleich
zum Vorgänger sind die Dialoge merklich zurückgegangen. Sowohl in der Anzahl als auch im Umfang.
Primär gilt es in den einzelnen Orten Hinweise zu finden, die den Detektiv weiter bringen. Über
eine Karte kann dann jeweils zum nächsten Schauplatz gereist werden, jedoch erst, wenn alle
Hinweise im aktuellen Abschnitt gefunden und sämtliche Aktionen durchgeführt wurden. Die Rätsel
des Spiels lassen sich in drei Kategorien unterteilen: Einfache Laufaufgaben, Kombinationsrätsel
und Kopfnüsse in Form von Schaltern und Apparaturen. Die einfachen Laufaufgaben ziehen sich
durch das gesamte Spiel. Hier einen Gegenstand finden, den man an einer anderen Stelle bringen
oder den ein NPC - von denen es leider nur sehr wenige gibt- haben möchte. Wer dabei von
Anfang an die Umgebung gründlich absucht, muss meist auch nie lange suchen. Gerade wenn Holmes
einen Kommentar der Art "Das bringt mich jetzt nicht weiter" abgibt, kann man sicher sein, dass
später doch noch eine Verwendung möglich ist. Nutzlose Interaktionspunkte oder Objekte gibt
es nicht. Macht es somit anfangs wenig Sinn, den kleinen Zitronenbaum einzustecken, so geht
dies, wenn Holmes festgestellt hat, dass er eine bestimmte Stelle auf dem Boden beschweren muss.
Solche Kombinationsrätsel gibt es in den unterschiedlichsten Varianten. Einige davon liegen
recht dicht beieinander, andere erstrecken sich über unterschiedliche Schauplätze und Räume.
Wer einigermaßen gut aufpasst und darauf achtet, was um einen herum passiert, kann einen Großteil
der Aufgaben recht fix lösen. Sonderlich viele Objekte trägt der Detektiv nicht mit sich herum,
womit sich das Ausprobieren in Grenzen hält. Auch das eine oder andere Physikrätsel hat es ins
Spiel geschafft. So gilt es eine Falltür zu öffnen, indem ein Bottich, der an der Deck hängt,
mit Wasser gefüllt und dann hinabgelassen wird, so dass die verknoteten Seile die Bodenbretter
hochheben. Ärgerlich wird es nur, wenn ein kleines Detail übersehen wurde. In solchen Fällen
hängt der Spieler ein wenig und muss sich auf die Detailsuche begeben, da etwas in der 3D Welt
übersehen wurde. Beispielsweise müssen in einer Villa erst alle Spuren gefunden werden, damit
Watson letztendlich den Safe hinter einem Bild findet. Da kann sich der Spieler noch so sehr
bemühen, selbst den Safe zu entdecken, erst nachdem das Fleisch in der Küche betrachtet wurde,
wird das entsprechende Script ausgelöst und teleportiert die beiden Spürhunde wieder in
den Raum mit dem Bild. Solche Stellen gibt es jedoch erfreulicherweise sehr selten, wobei gerade
die Untersuchung eines Tatortes den meisten Spaß bereitet hat und weniger das eher linear gehaltene
Abarbeiten der anderen Rätsel.
Neben leichter gehaltenen Aufgaben haben es auch einige schwerere Kopfnüsse ins Spiel geschafft.
Gerade wer gerne das eine oder andere Zahlenrätsel löst, wird seinen Spaß haben. Mal gilt es
in einem Zahlenreihe einen Code zu entdecken oder ein System hinter Eintragungen an einem Ziffernblatt
zu erkennen. Ebenfalls vorhanden sind kleinere Schiebepuzzle und Symbolaufgaben, in denen es
beispielsweise aus einer Reihe von Symbolfragmenten ein vollständiges Symbol zu bilden gilt.
Nahezu gestrichen wurde das Quiz am Ende eines jeweiligen Kapitels. Im Vorgänger galt es noch
zahlreiche Fragen zu beantworten und mit Dokumenten und Gesprächsnotizen zu belegen. In "Die
Spur der Erwachten" gibt es lediglich am Ende eines Kapitels eine einzige Frage, die der Spieler
durch die Eingabe des "Lösungswortes" beantworten muss. So fragt Holmes, wo der Mann wohl hergekommen
ist und als Antwort wird hier z. B. "Hafen" erwartet. Zumindest nach einer größeren Anzahl an
Fehlversuchen wäre ein Tipp ganz angebracht gewesen. Abgesehen von 2-3 wirklich knackigeren
Rätseln, insbesondere so lange man das System noch nicht durchschaut hat oder einem Hotspot,
der übersehen wurde, spielt sich das Adventure recht locker von der Hand. Etwa zehn bis zwölf
Stunden dürften Hobby-Schnüffler mit dem Spiel beschäftigt sein. Profis kommen ein wenig zügiger
voran.
Der Sprung in die dritte Dimension
Die größte Änderung hat Sherlock Holmes in Sache Optik und Spielsteuerung erfahren. Vorbei
sind die Zeiten, in denen der Spieler mit der Maus den Bildschirm absuchte und den Charakter
durch die Räume scheuchte. "Die Spur der Erwachten" präsentiert sich vollständig in 3D, inklusive
WASD-Ego-Shooter-Steuerung und Ego-Ansicht. Nicht nur die Identifikation mit dem Hauptcharakter
fällt dadurch ein wenig schwerer, auch das Gameplay wirkt mitunter etwas "komisch" und ungewohnt.
Entsprechend wurde auch die Steuerung verändert, wobei man glücklicherweise nur nach vorn, hinten,
links und rechts laufen, sowie sich ducken, kann. Einen hopsenden Detektiv gibt es auch in der
Ego-Welt nicht, lediglich "Rennen" ist möglich. Schaut der Spieler in der 3D Welt auf einen
interessanten und interaktiven Punkt, wird ein entsprechendes Icon eingeblendet. Dann gilt es
lediglich die Maustaste zu drücken und schon wird automatisch "interagiert". Mit Personen wird
gesprochen, Gegenstände werden aufgenommen und einige besondere Bereiche, wie z. B. Fußspuren,
werden in einer Nahansicht gezeigt. In dieser Nahansicht hat der Spieler dann auch endlich wieder
einen Cursor, womit der Screen nach wichtigen Objekten abgesucht werden kann. Gerade aber in
der Nahansicht wird leicht ein Detail übersehen und auch in der 3D Welt ist es nicht so einfach,
die interaktiven Punkte zu finden, da das Interaktionszeichen mitunter nur verzögert auftaucht
bzw. nur, wenn das Objekt direkt angeschaut wird. Während die linke Maustaste mit Objekten interagiert,
öffnet die rechte Taste das Spielmenü. Hier können die unterschiedlichen Aufzeichnungen,
wie Gespräche oder Notizen, angesehen werden. Das Inventar kann hier ebenso verwaltet und Gegenstände
kombiniert werden. Der aktuelle Gegenstand in der Hand lässt sich auch direkt im Spiel über
ein vorhandenes Mausrad verändern. Mit dem neusten Patch (2.0) ist es auch möglich, nahezu alle
Dialoge und Zwischensequenzen zu überspringen, wenn es der Spieler wirklich will. Nur einige
wenige Szenen wehren sich dagegen und müssen komplett angesehen werden. Sehr gut klappt auch
der Wechsel zwischen Spiel und Windowsanwendung. Ohne Murren wird das Spiel sofort minimiert
und lädt, wenn das Spiel wieder im aktiven Fenster ist, die aktuellen Leveldaten kurz neu ein.
Optisch macht der neue Sherlock Holmes Titel einen etwas durchwachsenen Eindruck. Die Engine
schafft es zwar Charaktere wie Holmes oder Räume wie die Baker Street 221b sehr ansehnlich auf
den Schirm zu zaubern, doch gibt es starke Schwankungen im Detailgrad. Sieht die Wohnung noch
sehr schön aus, so wirkt die Straße mehr als leblos. Keine Passanten und nur starre Objekte
stehen herum. Selbst wenn der Spieler auf NPCs trifft, dann halten sich die Animationen doch
stark in Grenzen. Enttäuschend ist es, dass sich der Begleiter Watson nicht einmal hinter einem
durch die Welt bewegt. Läuft der Spieler rückwärts von Watson weg, dann bleibt dieser still
und starr auf der Stelle stehen. Hat der Spieler jedoch den Blick kurz von Watson abgewendet
und dreht sich dann gleich wieder um, dann steht der Doktor wieder direkt hinter einem. Im Irrenhaus
hat man teilweise eher das Gefühl einen älteren ID Shooter zu zocken, während es durch eintönige
Tunnel geht. Je größer ein Gebiet ist, desto schwächer ist die grafische Präsentation. Lediglich
der Stadtteil von "New Orleans" fällt ein wenig aus dem Rahmen, da dieser im Vergleich zum Rest
der größeren Abschnitte ausgesprochen nett gestaltet wurde. Allerdings wirkt auch hier alles
recht leblos. Da hilft auch der Aufdruck von "Ageia PhysX" wenig. Für die drei Kisten gleichzeitig
auf dem Schirm hätte die CPU wohl noch locker genug Zeit gehabt. Außerdem wirken viele Ereignisse
in der Welt ein wenig starr animiert. Die Entwickler haben sich dabei generell viel Mühe gegeben,
Animationen gar nicht erst einzubauen. Bei den Texturen gibt es ebenfalls starke Schwankungen
und insgesamt mangelt es dem Spiel an gescheiten Lichtquellen bzw. überhaupt einer Darstellung
von Licht und unterschiedlichen Helligkeiten. Die Schauplätze wirken teilweise so, als wenn
für den gesamten Block einfach nur eine Helligkeit festgelegt wurde. Außerdem gab es im Testverlauf
sehr unschöne Grafikfehler in Bezug auf die Darstellung einiger Wasseroberflächen. Die 3D Grafik
hat jedoch auch einen Vorteil. Der Spieler kann die Auflösung ganz individuell festlegen und
auch Breitbildauflösungen sind möglich.
Die Sprachausgabe ist wieder recht ordentlich, wennleich leider die Lippensynchronisation
nicht ganz gelungen ist. Auch wäre es schön etwas abwechslungsreichere Sprachsamples zu
haben, wenn die Charaktere nicht (mehr) mit einem Sprechen wollen bzw. wenn ein Objekt (noch)
nicht benutzt werden kann. Abgesehen von rudimentären Hintergrundgeräuschen wie zwitschernde
Vögel ist es ausgesprochen ruhig. Hier und da gibt es einen Sound, wenn ein Objekt aufgenommen
wurde oder Schritte des Spielers sind zu hören. Allerdings passen diese nicht immer zum jeweiligen
Untergrund und auch wenn sich der Spieler duckt und langsam voranschleicht, bleiben die Geräusche
gleich. Auch wenn der Spieler auf der Stelle "geht" (z. B. konstant gegen eine Wand), sind die
Schritte gleichmäßig zu hören. Einen stimmigen und leicht düsteren Soundtrack gibt es zwar,
doch leider beschränkt sich der Einsatz nur auf einige vorgegebene Passagen. Die restliche Zeit
ist es, wie bereits geschrieben, ausgesprochen ruhig, was leider zusammen mit der restlichen
Präsentation dafür sorgt, dass die Welt wie ausgestorben wirkt.
Meinung
Optimal ist der Sprung vom klassischen Point & Klick Adventure in die dritte Dimension nicht
gelungen. Es ist zwar schön, dass der Tatort detailliert untersucht werden kann, doch sowohl
technisch als auch spielerisch macht das Spiel einen Rückschritt. Die "kleine Welt" wirkt sehr
leblos und fällt durch starke Schwankungen im Detailgrad auf. Warum ist beispielsweise Watson
die ganze Zeit über so stumm und bringt kaum einen anständigen Satz außer "Was halten sie davon?"
über die Lippen?. Die Rätsel sind insgesamt recht gelungen und es wird von einer (nicht
zu schweren) Verfolgungsjagd über Kombinationsaufgaben bis hin zu Zahlenrätseln eine breite
Palette geboten. Insbesondere die Untersuchung von Tatorten macht Spaß. Ärgerlich nur, wenn
die Technik das Leben schwer macht und ein nicht ausgelöstes Script das Vorankommen behindert.
Holmes kombiniert zwar in gewohnter Weise, doch ist es schon ein wenig merkwürdig, wenn in einem
Krimi-Adventure die Gespräche alle automatisch ablaufen. Spielerisch wird "Die Spur der Erwachten"
zwar durch den Wegfall des Quiz am Ende eines Kapitels nicht schlechter, doch mir haben im Vorgänger
diese "Beweisaufgaben" mehr Spaß bereitet. Wer gerne einen Holmes-Fall mit einer scharfen Priese
Düsternis und Mystik untersuchen will, sollte aber durchaus einen Blick riskieren. Unentschlossene
können sich anhand der Demo ein Bild vom ersten Kapitel des Spiels machen und entscheiden,
ob sie diese neue Art vorziehen oder doch eher dem klassischeren Stil des Vorgängers im
"Geheimnis des silbernen Ohrrings" den Vorzug geben.
Geschrieben am 13.02.2007, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
|